DE1230036B - Verwendung von oelloeslichen Copolymerisaten als Emulgier- und Dispergiermittel - Google Patents
Verwendung von oelloeslichen Copolymerisaten als Emulgier- und DispergiermittelInfo
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Deutsche KL: 12 s -
1230036
F 41228 IV c/12 s
8. November 1963
8. Dezember 1966
F 41228 IV c/12 s
8. November 1963
8. Dezember 1966
Es ist bekannt, wasserlösliche Mischpolymerisate aus «,^-ungesättigten Carbonamide^ z. B. Acrylsäure-
und Methacrylsäureamid mit Acrylsäureestern als neutrale Emulgier- und Dispergiermittel zu verwenden.
Für den gleichen Zweck werden außerdem N-Hydroxyalkyl- oder N-Polyoxyalkylcarbonamide
eingesetzt. Hierbei wirken die Hydroxyalkyl- bzw. Polyoxyalkylgruppen als hydrophile und der Carbonamidrest
als hydrophobe Gruppe. Diese Mischpolymerisate haben jedoch den Nachteil, daß sie in
flüssigen und halbfesten Kohlenwasserstoffen schwer löslich sind und somit als Dispergierhilfsmittel zur
Herstellung von Salben auf der Basis von Paraffmöl oder Vaseline nicht geeignet sind. Deshalb werden
dafür Glyzerinester höhermolekularer Säuren verwendet, mit denen zwar stabile und physiologisch
unbedenkliche Salben hergestellt werden können, die aber nicht tropenfest sind.
Es wurde nun gefunden, daß diese Nachteile vermieden werden, wenn öllösliche Copolymerisate von
Äthylen mit N-Vinylcarbonamiden der Formel
2== CtL O
! Il
R-N-C-R1
wobei R und R1 jeweils ein Alkyl-, Aryl- oder Aralkylrest
mit 1 bis 10 C-Atomen ist oder beide durch Methylen- oder Polymethylengruppen zu einem Ring
miteinander verknüpft sind, zur Herstellung von Wasser-in-Öl-Emulsionen verwendet werden.
Mit Hilfe der erfindungsgemäß hergestellten Copolymeren
aus Äthylen und N-Vinylcarbonamiden lassen sich Salben herstellen, die gegenüber den mit
den bekannten Glyzerinestern hergestellten eine wesentlich höhere Temperaturbeständigkeit sowie eine
weitgehende Resistenz gegenüber Bakterienbefall aufweisen. Diese Salben sind dementsprechend tropenfest
und physiologisch unbedenklich.
Als N-Vinylcarbonamid-Monomere werden vorzugsweise
N-Isopropyl-N-vinyl-acetamid, N-Hexyl-N
- vinyl - acetamid, N - Butyl - N - vinyl - capronamid, N-Decyl-N-vinyl-propionamid, N-Methyl-N-vinylbenzamid,
N-Phenyl-N-vinylacetamid, N-Phenyläthyl-N-vinyl-acetamid,
N-Vinylpyrrolidon, N-Vinylpiperidon und N-Vinylcaprolactam verwendet.
Die Herstellung der Copolymerisate erfolgte unter Verwendung von Radikalstartmitteln und unter erhöhtem
Druck nach bekannten Methoden. Hierfür wird kein Schutz begehrt.
Der Gehalt an N-Vinylcarbonamid in den Äthylen-N-vinyl-carbonamid-Copolymerisaten
kann 1 bis Verwendung von öllöslichen Copolymerisaten als Emulgier- und Dispergiermittel
Anmelder:
Farbwerke Hoechst Aktiengesellschaft
vormals Meister Lucius &Brüning, Frankfurt/M.
Als Erfinder benannt:
Dr. Helmut Korbanka, Hofheim (Taunus);
Dr. Fritz Soldan, Kelkheim (Taunus)
Dr. Fritz Soldan, Kelkheim (Taunus)
99 Gewichtsprozent betragen. Voraussetzung für die Emulgier-Dispergier-Wirkung ist lediglich die Öllöslichkeit
der Produkte. Gute Emulgier- und Disper-
ao giereigenschaften erreicht man vorzugsweise mit 5 bis 40 Gewichtsprozent N-Vinylcarbonamid, wobei die
Verwendung von N-Alkyl-N-vinyl-acylamiden,
insbesondere N-Vinylcaprolactam und N-Methyl-N-vinyl-acetamid,
als Comonomeren des Äthylens zu besonders gut wirksamen Emulgatoren führt.
Die Herstellung von Emulsionen und Dispersionen mit Hilfe der hier aufgeführten Emulgatoren geschieht
in der üblichen Weise. Es können z. B. Emulsionen von Wasser in organischen Lösungsmitteln wie
Benzol, Toluol, Benzin, flüssigem Paraffin und anderen Kohlenwasserstoffen sowie in Fetten, Ölen und
Wachsen hergestellt werden. Auch Lösungen fester Stoffe, wie Polyäthylenwachs, Hartparaffin in organischen
Lösungsmitteln, z. B. Benzol, Toluol, flüssigem Paraffin, Olivenöl, können mit Wasser emulgiert
werden, wobei je nach dem Verhältnis flüssige Emulsionen oder Pasten erhalten werden. Durch Lösen
der erfindungsgemäßen Produkte in heißem flüssigem Paraffin oder Olivenöl erhält man Salbengrundlagen
von vaselinartiger Konsistenz, die mit Wasser ohne weiteren Emulgatorzusatz zu stabilen Pasten oder
Salben vom Typ W/O emulgiert werden können.
Die erfindungsgemäßen Emulgatoren sind auch im Gemisch mit anderen elektroneutralen, anionen- oder
kationenaktiven Emulgatoren verträglich und gut wirksam.
Die hergestellten Emulsionen eignen sich gut für die Herstellung von Gebrauchsprodukten wie Salben,
Pasten oder flüssigen Emulsionen in der Pharmazie und Kosmetik, z. B. als emulgierbare vaselinartige
Salbengrundlage, hydrophobe Gewebeschutzsalbe, Sonnenschutzemulsionen vom Typ W/O, Fettcremes,
609 730/4-37
ferner zur Verwendung als Fußbodenpflegemittel,
Möbelpolituren, Autolackpfiegemittelund als Textilhilfsmittel.
1 g eines Copolymerisate von Äthylen mit 23 Gewichtsprozent
N-Vmylcaprolactam (RSV = 0,306) wird in der Hitze in 50 ml flüssigem Paraffin oder
50 ml Olivenöl gelöst. Dazu werden bei einer Temperatur von 900C 50 ml Wasser gegeben und bis zum
Erkalten kräftig gerührt. Man erhält stabile Emulsionen vom Typ W/O. (Die hier und in den folgenden
Beispielen angegebene reduzierte spezifische Viskosität [RSV] ist in~2%iger Lösung der Copolymerisate in
Xylol bei 850C gemessen worden.)
·-""■■ Beispiel2
3 g Polyäthylenwachs, 1,5 g eines Copolymerisats von Äthylen mit 33 Gewichtsprozent N-Vinylcaprolactam
(RSV = 0,245) und 3 g Siliconöl werden in der Hitze in 40 ml Benzin gelöst. In diese Lösung
werden bei -90°C- 51ml Wasser einemulgiert. Man
rührt kräftig bis zum Erkalten und erhält eine feinverteilte Emulsion.
4 g eines Gemisches von Montanwachsderivaten,
1,5 g eines Copolymerisats von Äthylen mit 19 Gewichtsprozent N-Vinylcaprolactam (RSV = 0,285)
und 3 g Siliconöl werden in 40 ml Benzin in der Hitze gelöst. Man emulgiert bei 900C 51 ml Wasser
ein und erhält eine pastenartige Emulsion.
3 g Polyäthylenwachs, 1,5 g eines Copolymerisats von Äthylen mit 7 Gewichtsprozent N-Vinylcaprolactam
(RSV = 0,244) werden in 40 ml Benzin in der Hitze gelöst. In diese Lösung emulgiert man bei 900C
120 ml Wasser ein und rührt bis zum Erkalten nach. Man erhält eine weiße Paste.
1,5 g eines Copolymerisats von 15 Gewichtsprozent N-Äthyl-N-vinylacetamid und Äthylen (RSV = 0,677)
oder 1 g eines Copolymerisats von 14,5 Gewichtsprozent N-Methyl-N-vinylacetamid und Äthylen (RSV
= 0,4) oder 1 g eines Copolymerisats von 10 Gewichtsprozent N-Methyl-N-vinylpropionamid und Äthylen
(RSV = 0,532) oder 1 g eines Copolymerisats von 20 Gewichtsprozent N-Vinylpyrrolidon und Äthylen
(RSV = 0,193) werden in 40 ml Benzin oder 40 ml Benzol oder 40 ml flüssigem Paraffin oder 40 ml
Olivenöl in der Hitze gelöst. Dazu werden bei 90° C jeweils 50 ml Wasser einemulgiert und bis zum
Erkalten kräftig gerührt. Man erhält feinverteilte Emulsionen verschiedener Konsistenz. Bei Verwendung
von Benzin oder Benzol erhält man dünnflüssige Emulsionen, während bei Verwendung von Olivenoder
Paraffmöl dickflüssige Emulsionen erhalten werden.
10 g Stearylalkohöl, 2,5 g eines Copolymerisats von 33 Gewichtsprozent N-Vinylcaprolactam und
Äthylen (RSV = 0,245) werden in 35 g flüssigem Paraffin oder Olivenöl in der Hitze gelöst. Dazu gibt
man 5 g Glycerin und rührt in einer Salbenschale in die noch warme Lösung 20 g Wasser ein. Man erhält
in beiden Fällen Salben sehr geschmeidiger Konsistenz.
15 g eines Copolymerisats von 33 Gewichtsprozent N-Vinylcaprolactam und Äthylen (RSV = 0,245)
werden heiß in 90 g flüssigem Paraffin gelöst. Nach dem Erkalten entsteht eine emulgierbare Salbengrundlage
vaselinartiger Konsistenz.
Der Fortschritt der beanspruchten Mischpolymerisate gegenüber dem Stand der Technik ist aus nachfolgendem
Beispiel ersichtlich.
a) In einem Becherglas werden 70 g Vaseline zusammen mit 10 g Glycerinmonostearat unter Rühren
auf etwa 1000C erhitzt. In diese Mischung trägt man
unter ständigem Rühren 20 g siedendes destilliertes Wasser ein und läßt bis zur Abkühlung weiterrühren.
Man erhält eine Salbe, die einen Tropfpunkt von 53,5°C, bestimmt nach DIN 53654 in einem Tropfpunktgerät
nach Ubbelohde, aufweist.
b) Es wird wie unter a) verfahren, jedoch werden als Dispergiermittel an Stelle des bekannten Glycerinmonostearats
10 g eines Äthylen-Vinylcaprolactam-Copolymeren mit einem Vinylcaprolactamgehalt von
18,4 Gewichtsprozent verwendet. Es wird eine Salbe mit einem Tropfpunkt von 81,5°C erhalten.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verwendung von Copolymerisaten aus Äthylen mit N-Vinylcarbonamiden der FormelCH2=CH OI IlR-N-C-R1wobei R und R1 jeweils ein Alkyl-, Aryl- oder Aralkylrest mit 1 bis 10 C-Atomen ist oder beide durch Methylen- oder Polymethylengruppen zu einem Ring miteinander verknüpft sind, zur Herstellung von Wasser-in-Öl-Emulsionen.609 730/437 11.66 © Bundesdruckerei Berlin
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