DE1229681B - Vorrichtung zum Reinigen der Oberflaeche von Baedern aus geschmolzenem Metall, insbesondere bei der Herstellung von Spiegelglas - Google Patents
Vorrichtung zum Reinigen der Oberflaeche von Baedern aus geschmolzenem Metall, insbesondere bei der Herstellung von SpiegelglasInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
C03b
Deutsche Kl.: 32 a -19/00
Nummer: 1229 681
Aktenzeichen: C 26460 VI b/32 a
Anmeldetag: 10. März 1962
Auslegetag: 1. Dezember 1966
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur fortlaufenden
Entfernung der aus Metalloxyden bestehenden Verunreinigungen, welche sich auf der sich in
Kontakt mit einer oxydierenden Atmosphäre befindenden Oberfläche eines Bades aus geschmolzenem
Metall, wie es für die Herstellung von Spiegelglas benutzt wird, bilden können und nachteilig für die
Oberflächeneigenschaften der nach diesem Verfahren hergestellten Gläser sind.
Diese Metalloxydverunreinigungen treten insbesondere in den Bereichen des Bades auf, in welchen die
niedrigsten Temperaturen herrschen, weil dort die Oxyde der als flüssiges Bad verwendeten Metalle
nicht von selbst durch Verdampfung ausgeschieden werden können. Das trifft insbesondere auf den Bereich
des Bades zu, der von der Stelle, an welcher das flüssige Glas aufgegossen wird, am weitesten entfernt
ist und in dem das Glas hinreichend abgekühlt ist, um ausgetragen werden zu können.
Durch die Erfindung wird eine Vorrichtung ge- no
schaffen, welche es ermöglicht, die Verunreinigungen durchlaufend zu entfernen.
Diese Vorrichtung besteht dem Grundgedanken der Erfindung nach aus einem oder mehreren mit
einem Teil ihrer Umfangsfläche in das Metallbad eingetauchten umlaufenden Körpern aus einem durch
das Metall des Bades nicht benetzbaren und nicht angreifbaren Werkstoff, die in solchem Drehsinn umlaufen,
daß ihre eingetauchten Bereiche sich nach den Randbereichen des Bades hinbewegen, wobei
sich also die nicht eingetauchten oberen Bereiche derselben zum Badinnern hinbewegen.
Falls das Metallbad sich in einem langgestreckten Behälter befindet, ist vorzugsweise je ein in dieser
Weise umlaufender Körper längs jeder der beiden Längskanten des Behälters angeordnet.
Gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung kann ein solches umlaufendes Reinigungselement längs der stromabwärtigen Kante des das
Bad aufnehmenden Behälters angeordnet sein. Vorzugsweise sind die Reinigungselemente als umlaufende
Walzen ausgebildet.
Es wurde gefunden, daß eine solche Vorrichtung bewirkt, daß die Verunreinigungen fortschreitend
nach den Walzen hingeleitet und durch diese unter die Oberfläche des Bades gebracht werden, um
schließlich zwischen den Walzen und den Kanten des Behälters wieder nach der Badoberfläche aufzusteigen.
Beim Eintauchen nimmt ein solches Element die auf dem Bad schwimmende Oxydschicht,
die mit diesem Element in Berührung kommt, mit. Die Oxydschicht wird durch das Badinnere bis zu
Vorrichtung zum Reinigen der Oberfläche von
Bädern aus geschmolzenem Metall, insbesondere bei der Herstellung von Spiegelglas
Bädern aus geschmolzenem Metall, insbesondere bei der Herstellung von Spiegelglas
Anmelder:
Compagnie de Saint-Gobain,
Neuilly-sur-Seine (Frankreich)
Neuilly-sur-Seine (Frankreich)
Dipl.-Ing. R. H. Bahr
und Dipl.-Phys. E. Betzier, Patentanwälte,
Herne, Freiligrathstr. 19
Als Erfinder benannt:
Georges Nogard, Paris;
Rosino Urban, Fontainebleau, Seine-et-Marne
(Frankreich)·
Beanspruchte Priorität:
Frankreich vom 13. März 1961 (855420),
vom 2. März 1962 (889 746)
Frankreich vom 13. März 1961 (855420),
vom 2. März 1962 (889 746)
einem anderen Punkt der Oberfläche in der Nähe des Randes bewegt, wo sie sich von dem Element
löst und sich in einer dafür vorgesehenen Zone ansammelt, von wo aus sie ausgetragen werden kann.
Während der Zeit, in der sich dieser Transport abspielt, breitet sich die Oxydschicht, die sich noch
auf der Badoberfläche befindet, unter der Wirkung der Oberflächenspannungen aus und nimmt die Stellen,
von denen vorher das Oxyd entfernt worden war, ein, so daß nunmehr ein folgender Teil des
Elementes bei seiner Drehung die Oxydschicht, die mit diesem in Berührung gekommen ist, mitnehmen
kann. Infolgedessen wird eine kontinuierliche Entfernung der Oxydschicht von der Oberfläche des
Bades erreicht.
Die Walzen können verschiedene, z.B. zylindrische, kegelstumpfförmige usw. Form besitzen. Sie
weisen vorzugsweise eine glatte Oberfläche auf, so daß die Verunreinigungsteilchen sich leicht von
dieser lösen können, ohne wieder in den mittleren Bereich des Bades zurückgeführt zu werden.
Die Oberflächen der Walzen können spiralförmige Rippen aufweisen, welche das Sammeln der Verunreinigungen
in einer leicht zugänglichen Zone des Metallbades begünstigen.
609 729/94
3 4
In einer anderen Ausführungsform der Erfindung Werkstoff, welcher von einem Metallgehäuse 4 um-
können die drehbaren Elemente aus einer Mehrzahl geben ist, gelangt. An dem stromabwärtigen Teil
von Stäben bestehen, die konzentrisch um eine Achse dieses Gehäuses sind die gerippten, aus Graphit be-
herum verteilt und an dieser befestigt sind, wobei stehenden Walzen 5 gelagert. Sie sind teilweise in
die Achse in Bewegung versetzt wird. Die Walzen 5 das flüssige Bad 2 eingetaucht und werden durch
oder anderen drehbaren Elemente bestehen, wie be- Ritzel 6 in Drehung versetzt. Die Verunreinigungen 7
reits ausgeführt, aus ■ durch die im allgemeinen, bei haufen sich zwischen den Rollen 5 und den Längs-
dem eingangs gekennzeichneten Verfahren zur Her- wandungen des Behälters an und sammeln sich als
stellung von Spiegelglas verwendeten geschmolzenen Folge der Wirkung der auf den Walzen angeordneten
Metalle, insbesondere Zinn, nicht benetzbaren Werk- io spiralförmigen Rippen längs des stromabwärtigen
stoff, wie z. B. Graphit. Teils des Gehäuses 4, von wo sie leicht mittels eines
Der Antrieb der Walzen oder der drehbaren EIe- Kratzers entfernt werden können,
mente erfolgt durch zweckentsprechende mecha- Aus F i g. 2 ist ersichtlich, daß die mit Rippen ver-
nische Vorrichtungen, und zwar so, daß die ihnen sehenen Walzen 5 aus Graphit hohl und auf einer
erteilte Bewegung verhältnismäßig langsam ist und 15 ebenfalls hohlen Achse 8 aus nichtoxydierbarem Stahl
nicht ruckweise verläuft. . aufgebracht sind. Diese Achse trägt einen durch-
Gemäß einer ersten Ausführungsform der Vorrich- bohrten. Befestigungsring 9, an welchem der Graphit-
turig' gömäß der Erfindung sind zwei einander gleiche körper der Walze mittels Schrauben 10 befestigt, ist.
Walzen auf den beiden Seiten der von dem flüssigen Die hohle Achse kann sich frei in Graphitlagern 11
Metallbad getragenen Glasscheibe längs der Seiten- a° und 12 drehen, die durch eme Buchse 13 aus nicht
wandungen des dieses Bad enthaltenden Behälters ' oxydierbarem Stahl im Abstand voneinander gehäl·
am stromabwärtigen Ende des Bades angeordnet. ten werden. Diese Buchse ist auf einen Ring 14 auf·*
Diese Walzen werden mit im wesentlichen gleicher geschweißt, der Bohrungen aufweist, welche seine
Geschwindigkeit und 'in entgegengesetztem Drehsinn Befestigung ari dem Mantel 4 des Behälters mittels
angetrieben, wobei 'die Verunreinigungen in dem 25 Schrauben ermöglichen.
Raum zwischen jeder der Walzen und der ihr be- · Bei der in Fig.3 dargestellten Ausführungsform
nachbarten Wandung des Behälters gesammelt der Vorrichtung gemäß der Erfindung besteht das
werden. · " r '■.;■'·■■■.' Reinigungselement aus einer in der Querrichtung des
Bei einer zweiten Ausführungsform der Vorrich- Behälters angeordneten Walze 15. Außerdem ist hier
tang gemäß der Erfindung wird eine einzige Walze 30 ein der Walze vorgeschaltetes Führungsorgan 16 aus
verwendet, die quer zu der großen Achse des Be- Graphit, das ■ eme schiefe Ebene bildet, vorgesehen,
hälters längs seiner stromabwärtigen Querwandung welches dem1 Zweck dient, die Glasscheibe während
angeordnet ist, wobei in diesem Fall die Verunreini- ihrer Vorwärtsbewegung über die Walze 15 hinweg-
gungen an dem stromabwärtigen Ende des Behälters zuleiten.' Die aus Graphit bestehende Walze weist
zwischen der Walze und dieser Wandung gesammelt 35 Spiralrippen von auf beiden Seiten der Walze ent-
werden. gegengesetzter Steigung auf, die im mittleren Teil der
Nachstehend werden als Beispiele Ausführungs- Walze zusammentreffen. Diese Spiralrippen ermög-
formen von Vorrichtungen gemäß der Erfindung an liehen den Transport der Verunreinigungen nach den
Hand der Abbildungen beschrieben. beiden Enden der Walze hin. Wie aus F ig. 4 ersicht-
Fig.l· zeigt in perspektivischer Darstellung den 4° lieh ist, wirkt mit der Walze eine vertikal oder im
stromabwärtigen Endbereich eines Behälters, der ein wesentlichen vertikal angeordnete Platte 17 aus nicht
Bad aus geschmolzenem Metall enthält und mit zwei oxydierbarem Stahl zusammen, die teilweise in das
in der Längsrichtung des Behälters auf den beiden Metallbad eintaucht und die. Abführung der VerSeiten
der Glasscheibe angeordneten Walzen aus- unreiniguhgen nach den Längskanten des Behälters
gerüstet ist, deren Oberflächen spiralförmige Rippen 45 erleichtert. .
aufweisen; Gemäß F i g. 5 befindet sich das Bad aus geschmol-
: Fig.2 ist eine Einzeldarstellung einer der gemäß zenem Metall21 in einem Behälter, dessen Boden
F i g. 1 vorgesehenen Walzen teilweise im Längs- mit 22 und dessen eme Seitenwandung mit 23 beschnitt;
■ - ■ zeichnet ist. Die Seitenkante 25 der sich auf dem
Fig;3 ist eine perspektivische Darstellung des mit 50 Metallbad fortbewegenden Glasscheibe 1 bewegt sich
einer einzigen quergerichteten Walze mit an beiden im wesentlichen senkrecht unterhalb der Seiten-Seiten
entgegengerichteten Spiralwindungen aus- wandung 23. Der Boden 22 des Behälters ist über
gerüsteten stromabwärtigen Endes eines ein Bad aus die Seitenwandung 23 hinaus verlängert und bildet
einem geschmolzenen Metall aufnehmenden Be- einen Napf 26, der seitlich durch eine Wand 27 behälters;
55 grenzt und mit einem nicht dargestellten Deckel ver-
Fig.'4 ist ein Schnitt durch die Mittelebene recht- sehen ist. Dieser Napf dient zur Aufnahme der durch
winklig zur Achse der in F i g. 3 dargestellten Walze; die Walze 20, die sich in Richtung des Pfeiles / um
F i g. 5 ist eme perspektivische Darstellung eines in ihre Achse dreht, mitgenommenen Oxyde 29. Die
einem in einer Seifenwandung des Behälters gebil- Walze 20 liegt, in einem in der Wand 23 ausgesparten
deten Abteil untergebrachten Reinigungselementes·, 60 Fenster 31, so daß also der Behälter auf seiner ganzen
< Fig.6 ist eine ebenfalls perspektivische Stirn- Breite von der Wand23 ab frei ist, um die Gläsansicht eines aus einer Mehrzahl von über den scheibe zu tragen. Die Walze taucht zum Teil in das
Rollenumfang verteilten Stäben bestehenden Reini- Metallbad 2 ein und nimmt bei ihrer Drehung die
gungselementes. mit ihr in Kontakt befindliche Oxydschicht nach dem
Aus'Fig. 1 bis 4 ist ersichtlich, wie die mit 1 be- 65 Becken 26 mit. Die aufeinanderfolgend durch die
zeichnete von dem Bad aus geschmolzenem Metall 2 Walze 20 mitgenommenen Oxydschichten sammeln
getragene Glasscheibe nach dem Ende eines das Bad sich bei 29.' auf der Oberfläche des Bades in dem
enthaltenden Behälters 3 aus zweckentsprechendem Becken 26. .
Das in F i g. 6 dargestellte Reinigungselement gemäß
der Erfindung besteht aus einer Mehrzahl von konzentrisch um eine mittlere Welle 34, die durch
einen nicht dargestellten Motor angetrieben wird, angeordneten Stäben 33. Die Stäbe 33 und die mittlere
Welle 34 sind miteinander an ihren Enden durch zwei Flansche 35 und 35' verbunden, die Löcher aufweisen,
in welche die Enden der Stäbe und die mittlere Welle eingesteckt sind. Um eine Drehung der
Stäbe um sich selbst zu verhindern, besitzen die Löcher in wenigstens einem der Flansche unrunde,
z. B. rechteckige Form und die in sie einzuführenden Enden der Stäbe entsprechende Querschnittsform.
Die Welle 34 ist mit wenigstens einem der Mitnahmeflansche fest verbunden.
Die so ausgebildete Walze kann vorteilhafterweise, wie gemäß der vorher beschriebenen Ausführungsform, in einem Fenster einer Seitenwand des Behälters
angeordnet sein. Während der Drehung der Walze durch die Welle 34 taucht jeder der Stäbe 33
teilweise in das Metallbad, dessen Niveau hier mit 38 bezeichnet ist, ein. Der Abstand der Stäbe voneinander
ist so bemessen, daß zwischen der Zone 39 des Bades, die gereinigt wird, und der Zone 30, in
welcher sich die dorthin transportierten Verunreinigungen sammeln, immer eine aus wenigstens einem
Stab bestehende Barriere vorhanden ist.
Ein besonderer Vorteil der zuletzt beschriebenen Ausführungsform der neuen Vorrichtung ist der, daß
sie das Erfassen und den Transport der bei 41 dargestellten Agglomerate von Verunreinigungen ermöglicht.
Diese Agglomerate können zwischen zwei Stäbe eintreten und werden daher durch das Reinigungselement
sehr leicht zurückgehalten.
35
Claims (10)
1. Vorrichtung zum Reinigen der Oberflächen von Bädern aus geschmolzenem Metall, insbesondere
bei der Herstellung von Spiegelglas, gekennzeichnet durch einen oder mehrere
mit einem Teil ihrer Umfangsfläche in das Bad eingetauchte Körper (5) aus einem durch das
Metall des Bades nicht benetzbaren und nicht angreifbaren Werkstoff, die in solchem Drehsinn
umlaufen, daß ihre eingetauchten Bereiche sich nach den Randbereichen des Bades hinbewegen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1 zum Reinigen
der Oberflächen von in langgestreckten Behältern befindlichen Metallbädern, dadurch gekennzeichnet,
daß je ein umlaufendes Reinigungselement (5) längs jeder der beiden Längskanten des Behälters
angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch ein längs der stromabwärtigen
Querkante des das Bad aufnehmenden Behälters angeordnetes Reinigungselement (15).
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Reinigungselemente umlaufende
Walzen sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche der umlaufenden
Walzen mit spiralförmig verlaufenden Rippen besetzt ist, welche die durch die Walzen entfernten
Verunreinigungen in vorbestimmten Bereichen des Behälters sammeln.
6. Vorrichtung nach Anspruch 3 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Hälften der
längs der stromabwärtigen Querkante des Behälters angeordneten Walze (15) mit spiralförmig
verlaufenden Umfangsrippen von entgegengesetzten Steigungen versehen sind.
7. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, 3 oder 5, gekennzeichnet durch eine mit den Rippen
der Querwalze (15) zusammenwirkende die Abführung der Verunreinigungen unterstützende
vertikal in das Bad eintauchende, der Walze benachbarte Metallplatte (17).
8. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, 3, 5 und 7, gekennzeichnet durch einen aus Graphit
bestehenden, eine schiefe Ebene bildenden Führungskörper (16), welcher das Glasband über die
quergerichtete stromabwärtige Reinigungsvorrichtung (15) hinwegleitet.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1, 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die längsgerichteten
Reinigungselemente in einem seitlich des Behälters angeordneten zusätzlichen Gehäuse (4) untergebracht
sind.
10. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Reinigungselemente (5) aus einer Mehrzahl von konzentrisch um eine mittlere
Welle, die in Drehung gesetzt wird, angeordneten, mit dieser fest verbundenen Stäben (33)
besteht.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
609 729/94 11.66 © Bundesdruckerei Berlin
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