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Wasserfreier und sprengkapselunempfindlicher Sprengstoff Die Erfindung
betrifft einen wasserfreien und sprengkapselunempfindlichen Sprengstoff auf der
Basis von Ammonnitrat.
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Es besteht ein Bedürfnis, einen Sprengstoff zu schaffen, welcher leicht
und zuverlässig in Bohrungen oder Spalten des Bodens oder der Erdformation eingebracht
werden kann, welcher verhältnismäßig geringe Gestehungskosten zu verzeichnen hat
und welcher bei der Detonation keine giftigen Stoffe entwickelt. Es besteht auch
ein Bedürfnis zur Gewinnung von Sprengstoffen, welche sicher gehandhabt und transportiert
werden können und dennoch mit Sicherheit und wirkungsvoll detonieren.
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Zur Befriedigung dieses Bedürfnisses wurden die verschiedensten Ammoniumnitratzusammensetzungen
vorgeschlagen, aber diese. Sprengstoffe sind in der Regel sprengkapselempfindlich
und erfordern Zwischenzünder, wie z. B. Dynamitgelatine, welche in der Ladung feinverteilt
ist, um eine gute Detonationsfortpflanzung zu haben. Die Ammoniumnitratsprengstoffe
bekannter Art erfordern einen hohen Reinheitsgrad des Ammoniumnitrates und ziemlich
feinverteilte Form, oder es muß ein Erreger verwendet werden, welcher für geringere
Schläge als die einer Sprengkapsel empfindlich ist.
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Die Erfindung schafft einen aus einzelnen Bestandteilen bestehenden
Ammoniumnitratsprengstoff, welcher nicht ohne weiteres durch Sprengkapseln zur Detonation
gebracht werden kann. Die Bestandteile erzeugen bei der Detonation keine giftigen
Stoffe, und der Sprengstoff selbst kann ohne Gefahr der Detonationseinleitung durch
Schlag gehandhabt und transportiert werden. Trotzdem kann der erfindungsgemäße Sprengstoff
wirksam zur Detonation gebracht werden, z. B. in Form einer nach dem Munroe-Jet-Prinzip
aufgebauten Sprengladung.
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Der erfindungsgemäße wasserfreie und sprengkapselunempfindliche Sprengstoff
auf der Basis von Ammonnitrat in fester und gegebenenfalls auch in gelöster Form
und von teilchenförmigem Leichtmetall zeichnet sich dadurch aus, daß wenigstens
ein Teil des Ammonnitrats in körniger fester Form vorliegt, daß das gegebenenfalls
in gelöster Form vorhandene Ammonnitrat eine ammoniakalische Lösung ist, daß das
Leichtmetall in einer Menge von 2 bis 65 0/ö vorliegt und eine solche Teilchengröße
aufweist, daß mindestens 85 % auf einem Sieb mit einer lichten Maschenweite von
etwa 0,104 mm zurückgehalten wird, höchstens 1% ein Sieb mit einer lichten Maschenweite
von 0,074 mm und 100% ein Sieb mit einer lichten Maschenweite von 0,84 mm passieren.
Zweckmäßig liegen die Leichtmetallteilchen in Form von durch Schmelzzerstäubung
hergestellten Metallkügelchen vor. Als Leichtmetalle kommen insbesondere Magnesium,
Aluminium und Mischungen oder Legierungen derselben in Betracht. Außer den genannten
Leichtmetallen, Mischungen oder Legierungen derselben kann auch eine Legierung eines
der genannten Leichtmetalle mit einem anderen Metall zur Verwendung kommen, welche
einen größeren Anteil einer der genannten Metalle enthält.
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Das als die eine Komponente im Sprengstoff enthaltene Ammoniumnitrat
kann ein üblicher Ammoniumnitratdünger sein, vorzugsweise in - Form von Stücken
oder Körnern, welche bis zu 3 % oder mehr Zusätze oder Überzüge und bis zu. etwa
1,5 % absorbierte
oder adsorbierte Feuchtigkeit enthalten. Ein
von pulverförmigen Bestandteilen freies Ammöiüumnitrat, insbesondere ein solches,
welches keine Bestandteile enthält, die ein Sieb mit 0,148 mm lichter Maschenweite
(Din-Sieb. Nr,.. 42; 100 mesh) oder 0,074 mm lichter Maschenweite (Din-Sieb Nr.
81; 200 mesh) passieren,' wird bevorzugt, weil in diesem Falle die Schlagempfindlichkeit
besonders niedrig ist. Andererseits sollen die Ammoniumnitratteilchen nicht zu grob
sein. insbesondere sollen alle Bestandteile ein Sieb mit etwa 2,38 mm lichter Maschenweite
(8 mesh) passieren. Der Anteil des Ammoniumnitrates innerhalb des Sprengstoffes
kann innerhalb weiter Grenzen variieren. Je nach den anderen vorhandenen Bestandteilen
kann der Explosivstoff von 25 bis 95 Gewichtsprozent, vorzugsweise 50 bis 90 Gewichtsprozent,
Ammoniumnitrat enthalten.
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Die Sprengstoffe gemäß der Erfindung werden in Form trockener Gemische
angewendet. Sie können aber auch zusätzlich eine Flüssigkeit, und zwar wasserfreien
Ammoniak oder einen flüssigen Kohlenwasserstoff enthalten: Zweckmäßig ist es, wenn
die Leichtmetallegierung, die sich in den Flüssigkeit enthaltenden Sprengstoffgemischen
befindet, mindestens 80% Magnesium und bzw. oder Aluminium enthält. Eine binäre
Legierung von Aluminium und Magnesium kann angewendet werden.
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Flüssigen Ammoniak enthaltende Sprengstoffe enthalten diesen in einer
Menge von 2 bis 50 Gewichtsprozent. Der Ammoniumnitratgehalt beträgt bei dieser
Sprengstoffart vorzugsweise 20 bis 95%, noch besser mehr- als 50 % bzw. mehr als
76 Gewichtsprozent. Der Gehalt an Ammoniak liegt vorzugsweise zwischen 2 und 30
Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtexplosivstoffgewicht.
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Ein Sprengstoff, welcher eine flüssige Phase von wasserfreiem Ammoniak
enthält, wird vorteilhaft durch Zusatz eines Verdickungsmittels, wie z. B. Karayagummi
oder Methylzellulose, verdickt. Die Verdickungsmittel sind in Mengen etwa von 0,12
bis 5 0/0, bezogen auf das Gewicht des flüssigen Anteiles des-Sprengstoffes, vorhanden.
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Gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung. kann in dem Sprengstoff
flüssiger Kohlenwasserstoff enthalten sein, wie z. B. Rohöl, Heizöl oder Kerosin.
Der Anteil des ,Kohlenwasserstoffes ist gering und, beträgt vorzugsweise 0,5 bis
20 0/0, bezogen auf das Gesamtgewicht des Sprengstoffes. Ein Sprengstoff dieser
zuletzt beschriebenen Art enthält etwa 60 bis 90 Gewichtsprozent Ammoniumnitrat,
von 2 bis 350/9 Leichtmetall und von 3 bis 10% flüssigen Kohlenwasserstoff, bezogen
auf das Gesamtgewicht des Sprengstoffes.
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Für viele Anwendungszwecke liegt der erfindungsgemäße Sprengstoff
in der Form eines stabilen Schlammes vor, welcher in einem geeigneten Beutel, z.
B. aus plastischem Material, untergebracht sein kann.
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Der pumpbare Schlamm kann nach einem neuartigen Verfahren zum Aufbau
der Sprengladung unmittelbar an die Verwendungsstelle gebracht werden, z. B. auf
den Boden eines Bohrloches. Das Verbringen des pumpfähigen Schlammes an diese Stelle
erfolgt durch Einschütten oder durch Einpumpen, wenn erforderlich, unter hohem Druck.
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Die Detonation des Sprengstoffes gemäß der vorliegenden Erfindung
--erfolgt, unabhängig davon, ob der Sprengstoff in trockener- Form, als Schlamm
oder als Paste vorliegt, durch einen Initiator; welcher eine weitergehende Zündkraft
aufweist als eine handelsübliche Sprengkapsel. Geeignete Initiatoren sind handelsüblich
verfügbare Sprengladungen.
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' Aus Sicherheitsgiünden kann man den Sprengstoff der Erfindung. -aus!
seinen- Komponänten am oder nächst dem Verwendungsort herstellen. Die Gefahr ist
damit vermindert.
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Der Sprengstoff nach der Erfindung wird aus stückigem oder körnigem
Ammoniumnitrat, zweckmäßig aus einem Ammoniumnitratdüngemittel, hergestellt. Ammoniumnitratdüngemittel
enthalten für gewöhnlich verschiedene Zusätze oder feinkörnige Überzüge, welche
das Zusammenbacken- verhindern und das freie Fließen fördern. Ammoniumnitratdüngemittel
der geschilderten Art enthalten infolgedessen verschiedene Zusätze, wie z. B. Wachs,
Diatomeenerde und Kreide, bei einem Feuchtigkeitsgehalt von bis zu 11/2 0/0.
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Man wird das Ammoniumnitrat aus Gründen der Gestehungskosten in einer
Körnung verwenden, wie sie beim Ammoniumnitratdüngemittel vorliegt, obwohl jede
beliebige Körnung des Ammoniumnitrats mit gutem Erfolg angewandt werden kann. Es
ist wünschenswert, daß eine verhältnismäßig große Körnung des Ammoniumnitrats angewendet
wird. Vorteilhaft sollen nicht mehr als etwa 5 % von einem Sieb von 2 mm lichter
Maschenweite (Din-Nr. 3,3; 10 mesh) zurückgehalten werden. Bei zu großen Teilchen
wird nämlich die Empfindlichkeit des Sprengstoffes zu stark verringert.
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Um zu verhindern, daß ein Sprengstoff gemäß der Erfindung zu große
Empfindlichkeit aufweist, wird sie zweckmäßig aus einem Ammoniumnitratdüngemittel
hergestellt, welches in der Hauptsache eine Teilchengröße von 2,38 mm (8 mesh) bis
0,148 mm (100 mesh) besitzt. Pulverförmige Bestandteile, die ein Sieb von 0,148
bis 0,074 mm lichter Maschenweite (100 bis 200 mesh) passieren, neigen dazu, die
Empfindlichkeit der Mischung zu steigern.
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Als geeignete, in Teilchenform vorliegende Leichtmetalle kommen, wie
erwähnt, Aluminium und Magnesium sowie deren Legierungen und Gemische in Betracht.
Als Beispiel seien genannt: Magnesium und Magnesiumlegierungen der ASTM-Bezeichnungen
ZK 10, ZK 60, AZ 41, ebenso wie A7-11, legiert mit 1% Mangan, ZK 60, legiert
mit 21/o Thorium, Magnesium, legiert mit 2,8% Aluminium und 8,40/9 Zink, Magnesium-Aluminium-Legierung
mit einem Gehalt von 33% an Aluminium, Aluminiummetall und Aluminium-Magnesium-Legierung
mit einem Gehalt von 301/o Magnesium. Wenn auch die in Teilchenform vorliegenden
Metalle in gemahlener oder in Flockenform vorliegen können, wenn sie von Feinstbestandteilen
im wesentlichen frei sind, so ist es doch vorteilhaft, wenn die Metalle in Sprühkugelform
vorliegen, wie sie sich bei der Schmelzzerstäubung ergibt.
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Je mehr sich das feine Metallteilchen der. Kugelform nähert, desto
leichter läßt sich ein daraus hergestellter Schlamm auf niedrigere Höhen pumpen,
auch wenn der Flüssigkeitsgehalt geringer ist im Gegensatz zu einem Schlamm, bei
dem das teilchenförmige Metall unregelmäßige Gestalt besitzt. In- der nachfolgenden
Tafel I ist eine Siebanalyse einer geeigneten, in Sprühkugelform vorliegenden Magnesiumlegierung
wiedergegeben. Die Magnesiumlegierung besitzt die ASTM-Bezeichnung ZK 60.
| Tafel I |
| Nr, Zurück- |
| des Siebes, "" gebliebenes |
| des passierten Din-Nr. auf dem das Din-Nr. Material |
| Siebes Düngemittel |
| verblieb oho |
| 20 7,5 35 12 22 |
| 35 12 48 18,5 38 |
| 48 18,5 6-5 24 27 |
| 65 24 100 40 10 |
| 100 40 alles 3 |
Um das Mischen, Handhaben und Pumpen der erfindungsgemäßen Zusammensetzung zu erleichtern,
ist es zweckmäßig, daß das verwendete feste, in Teilchenform vorliegende Leichtmetall
eine Teilchengröße in der Hauptsache von 9,7 bis etwa 40 Din-Sieb (28 bis 100 mesh)
aufweist. Nicht mehr als 1% des Metalls soll ein Din-Sieb 81 (200 mesh) passieren.
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Andere geeignete Erreger können mit Vorteil zusammen mit dem in Teilchenform
vorliegenden Leichtmetallerreger der Erfindung verwendet werden. Unter diesen seien
genannt: feinverteilte Kohle, vorzugsweise solche, welche ein Din-Sieb von 125 (325
mesh) passiert. Die als Erreger verwendeten Mischungen, aus Kohle und in Teilchenform
vorliegendem Metall, sollen mindestens 50 bis 75 Gewichtsprozent an Metall enthalten.
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Andere verwendbare Erreger sind solche anorganischen Salze, wie Kaliumnitrat,
Natriumnitroferrocyanid (Na2Fe)Cn(5)No 2 H 20), Kaliumferrocyanid, Ammoniumchromat,
Kaliumnitrit, Strontiummtrat, Natriumcyanid, Kalziumnitrat und Ammoniumhypophosphit,
die Stickstoff enthalten und einen Schmelz-oder Zersetzungspunkt über 100° C aufweisen.
Diese anorganischen Erreger in der erfindungsgemäßen Explosivstoffmischung liegen
vorteilhaft in einer Menge von etwa 15 bis 35 Gewichtsprozent der Gesamtmenge vor
und vorteilhaft in Kombination mit den oben beschriebenen Leichtmetallerregern.
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Die genannten Erreger der erfindungsgemäßen Explosivstoffmischung
können in verschiedenen Mengen mit 25 bis 95 % Ammoniumnitrat, vorzugsweise in Düngemittelqualität,
und von 5 bis 75 0/0 teilchenförmiges Leichtmetall, welches im wesentlichen frei
von Feinstteilchen ist, kombiniert werden. Mischungen, welche von 50 bis 90% festes,
teilchenförmiges Ammoniumnitrat enthalten, sind zu bevorzugen.
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Zur Herstellung des erfindungsgemäßen Gemisches werden die einzelnen
Bestandteile, z. B. durch Kneten in einem Plastiksack oder in größeren Mengen mit
Hilfe eines mechanischen Rührwerkes innig vermischt. Eine Ladung der so hergestellten
Mischung wird sodann z. B. in ein Bohrloch gebracht. Wenn erwünscht, kann die Ladung
zuerst in einen oder mehrere geeignete Behälter, wie z. B. einen biegsamen Plastiksack,
gebracht werden, um auf diese Weise in das Bohrloch verbracht zu werden. Es kann
auf diese Weise die Belassung von Spalten oder Hohlräumen im Ladungskörper vermieden
werden. Obwohl bei trockenen Ladungen unter günstigen Bedingungen die Detonation
durch schwere Sprengkapseln eingeleitet werden kann, wird die Detonation zuverlässiger
durch eine Sprengladung eines sprengkapselempfindlichen Explosivstoffes, wie z.
B. Trimethylentrinitramin, eingeleitet. Nach einer kräftigen Detonationseinleitung,
wie sie z. B. durch die Sprengladung erreicht wird, neigt das trockene Explosivgemisch
gemäß der Erfindung dazu, Explosionen erheblichen Ausmaßes, verbunden mit einer
guten Fortpflanzung der Detonation durch die ganze Ladung, herbeizuführen. Die Detonation
der trockenen Ladung ist ungeheuer verbessert.
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Ein ammoniakhaltiger Sprengstoff wird dadurch hergestellt, daß man
das Ammoniumnitrat mit dem teilchenförmigen Leichtmetall und mit einer ammoniakalischen
Lösung von Ammoniumnitrat vermischt. Die Mischungsverhältnisse sind im folgenden
wiedergegeben und durch Beispiele erhärtet. Durch eine solche Herstellung wird eine
Mischung erzeugt, welche sowohl eine flüssige als auch eine feste Phase aufweist.
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Eine geeignete, ammoniakalische Lösung von Ammoniumnitrat ist Diver's-Flüssigkeit,
welche eine gesättigte oder nahezu gesättigte, wasserfreie Lösung von Ammoniumnitrat
im flüssigen Ammoniak ist und etwa 70 bis 80 % Ammoniumnitrat enthält, je nach der
Temperatur der Lösung und der Art der Herstellung der Lösung.
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Der ammoniakalische Sprengstoff, welcher weniger als 25 bis 35 % der
die flüssige Phase darstellenden ammoniakalischen Lösung enthält, wird im allgemeinen
direkt in zugängliche Bohrlöcher oder, wenn gewünscht, in geeignete Behältnisse,
z. B. aus biegbarem Kunststoff, gebracht, um sodann die Behälter nebeneinander in
die Bohrlöcher zu verbringen. Die Mengen des Ammoniumnitrates in jeder der beiden
Phasen variieren, je nach den Bedingungen, unter welchen die Mischung gehalten wird.
Bei Zusammensetzungen mit 6 bis 35 % flüssiger Phase sind unter den Bedingungen
von Zimmertemperatur und Atmosphärendruck beide Phasen vorhanden, d. h. sowohl gelöstes
Ammoniumnitrat als auch festes, teilchenförmiges Ammoniumnitrat. Bei konstanten
Druckbedingungen nimmt die Löslichkeit des Ammoniumnitrates im Ammoniak mit der
Temperatur zu.
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Ein Ammoniumnitratexplosivstoff, welcher mehr als 20 % Ammoniak enthält,
kann entweder aus festem, teilchenförmigem Ammoniumnitrat und Ammoniak oder aus
einer ammoniakalischen Lösung des Ammoniumnitrates und Ammoniak hergestellt werden.
In jedem Fall muß gegenüber dem Lösungsgleichgewicht bei Zimmertemperatur unter
atmosphärischem Druck ein überschuß an Ammoniak vorliegen, um eine Mischung mit
einem so hohen Ammoniakgehalt zu erhalten.
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Explosivstoffe gemäß der Erfindung, welche mehr als 35% von die flüssige
Phase darstellender ammoniakalischer Lösung enthalten, können vorzugsweise in Form
eines Schlammes in Bohrlöcher gepumpt werden und sind zur Ladung von länglichen,
horizontalen Bohrlöchern geeignet.
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Als Verdickungsmittel kommen außer Methylzellulose oder Karayagummi
auch Carboxymethylzellulose, Kavakavagummi, Guargummi, Accroidgummi, Locustbeangummi,
Balsamtoluolnatural, Irisches Moos, Isländisches Moos und Separan NP 10 (Polyacrylamid)
in Betracht. Die Wirkungen der verschiedenen Verdickungsmittel auf die Viskosität
der Diver's-Flüssigkeit und der handelsüblichen ammoniakalischen Lösung wurden bestimmt
und sind in der nachfolgenden Tafel
11 niedergelegt.
| . Tafel H |
| Viskosität |
| Gewichtsprozent der ammoniakalischen Lösung |
| Verdickungsmittel nach Zugabe |
| _ des Verdickungsmittels des Verdickungsmittels, cP |
| Diver's Flüssigkeit |
| Kein ...;..:................................... - 1,5 |
| Carboxymethylzellulose. besonders hoher Viskosität 5
100000 |
| Guargummi .................................... 5 41 |
| Kavakavagnmmi ................................ 5
5100 |
| Irisches Moos .... ............................ 5 121 |
| Methoxyhydroxypropoxyzellulose .....-......:....-. 1 900 - |
| Methoxyhydroxypropoxyzellulose .................. 5
100000 |
| Karayagummi .:........................-.......: 5 84000 |
Explosivstoffzusammensetzungen, welche die genannten Verdickungsmiftel enthalten,
zeigen, daß Ammoniumnitratteilchen und Metallteilchen längere Zeit in Suspension
gehalten werden, als dies Explosivstoffzusammensetzungen tun, welche kein Fertigungsmittel
enthalten. Explosivstoffzusammensetzungen mit Verdickungsmittel zeigen also eine
größere- Homogenität. Die Wirkung der Verdickungsmittel ist somit, daß die Mischungen
bei besser reproduzierbaren Geschwindigkeiten als die unverdickten Mischungen detonieren.
Verdickte Schlämme sind sicherer zu handhaben mit Rücksicht darauf, daß gleichmäßige
Dispersionen weniger empfindlich zur - Zündungseinleitung durch Schlag sind als
die Feststoffe,- welche sich aus einem Schlamm oder einer Mischung absetzen. Verdickte
Schlämme besitzen -dazu den Vorteil, daß sie weniger Ammoniak durch Verdampfung
verlieren, wenn sie der Atmosphäre in offenen Behältern ausgesetzt sind. Sie sind
infolgedessen auch weniger schädlich zu handhaben.
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Es ist zu erwähnen, daß man erfindungsgemäße Explosivstoffe auch dadurch
herstellen kann, daß man- Ammoniumnitrat mit einem in Teilchenform vorliegenden
Leichtmetall und mit Petrolflüssigkeit mischt. Auch in dem hierbei entstandenen
Gemisch liegt sowohl eine flüssige als auch eine feste Phase vor. Als -geeignete
@ Petrolflüssigkeiten kommen in Betracht: Rohöl, und davon sich ableitende, flüssige
und fraktionierte Kohlenwasserstoffe mit keiner oder nur geringer Einwirkung auf
Ammoniumnitrat, Heizöl, Schmierölfraktionen und Mischungen davon; Gasolin und Kerosin
haben sich besonders bewährt. Es werden also Petrolflüssigkeiten von geringer Flüchtigkeit,
wie z. B. Öle, bevorzugt. Diese Flüssigkeiten besitzen -kein oder kein nennenswertes
Lösevermögen auf das Ammoniumnitrat.
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Die Kohlenwasserstoff enthaltenden Mischungen sind im. .allgemeinen
nicht pumpbar. Sie werden zweckmäßig direkt in zugängliche Bohrlöcher gebracht.-
Auch- sie können zunächst in deformierbare Behälter, wie z. B. aus Kunstharz, verbracht
und in die Bohrlöcher einzeln oder nebeneinandergestellt werden. -Man kann jedoch
die genannten Mischungen, die flüssigen. Kohlenwasserstoff enthalten, mit einem
Mehr an Kohlenwasserstoff versehen, um so einen pumpbaren Schlamm zu bilden. Der
Schlamm wird in die Bohrlöcher gepumpt. Man wartet, bis Feststoff sich ,abgesetzt
hat, um so die detonierbare Zusammensetzung zu bilden. MisChungen aus Ammoniumnitrat;
festem; . teilchenförmigem Leichtmetall und Petrolflüssigkeit, -die - etwa 20 %,,
vorzugsweise. mindestens 30% flüssigen Kohlenwasserstoff enthalten, sind als Schlamm
pumpbar.
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Die erwähnten Explosivstoffe werden dort im Bergbau verwendet, wo
ein gutes Arbeitspotential mit niedriger Brisanz und niedriger, giftiger Gasentwicklung
gewünscht ist.
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Der Vorteil des erfindungsgemäßen Explosivstoffes besteht darin, daß
über die Ammoniumnitratladung verteilte Zwischenzünder nicht erforderlich sind.
Damit ist das Anbringen des Explosivgemisches vereinfacht. Dazu kommt,- daß die
Ladung an oder in der Nähe des Verwendungsortes- zusammengesetzt-oder gemischt werden
kann. Schlämme können leicht zur Ladung verwendet werden, dadurch, daß sie in ein
Bohrloch gepumpt werden, oder dadurch, daß man die Mischung, wenn sie pastenförmig
ist, zunächst in einen starren oder biegbaren Behälter. verbringt und diesen in
das Bohrloch setzt. Die flüssigen oder halbflüssigen Explosivstoffe lassen kaute
Hohlräume in der Ladung entstehen und gestatten so die Füllung in Hohlräume, ohne
daß unter der Oberfläche des Schlammes Hohlräume verbleiben. Beispiel 1 Um die Eigenschaften
des trockenen Ammoniumnitratexplosivstoffes zu untersuchen, wurden verschiedene
Explosionsmischungen hergestellt. Für jeden Versuch wurde eine bestimmte Menge einer
Explosivstoffmischung aus einem teilchenförmigen Ammoniumnitratdünger und einem
teilchenförmigen Leichtmetall in Verhältnissen und Mengen hergestellt, wie in Tafel
III gezeigt. Die einzelnen Mengen wurden in jedem einzelnen Falle in einen getrennten
Polyäthylensack von solcher Größe gemischt, daß dieser das fertige Gemisch aufnehmen
konnte. Die verschiedenen Komponenten der Mischung wurden in den Sack hineingewogen.
Der. Sack wurde geschlossen, und der Inhalt wurde durch Kneten mit den Händen gemischt.
Das Ammoniumnitratdüngemittel enthält etwa 0,7% Wachs, 1% Diatomeenerde und 0,3
% Kreide. Die Teilchengröße des Ammoniumnitrates war eine solche, daß 94 Gewichtsprozent
der Körner ein Sieb von 7,5 Din (20 mesh) passieren konnten und 85 Gewichtsprozent
auf einem Din-, Sieb 40 (100 mesh) zurückgehalten wurden. Das angewendete, zerstäubte
Aluminium hatte eine Teilchengröße, derart, daß etwa 0,4 Gewichtsprozent der einzelnen
Körner ein Sieb von 14,5 Din (40 mesh)_ passierten, etwa 85 Gewichtsprozent. auf
einem Sieb-
Nr. 81 (200 mesh) zurückgehalten wurden und 0,9 % das
Sieb der genannten Art passierten. Bei einzelnen Proben wurde eine zerstäubte Magnesiumlegierung
angewendet, welche die ASTM-Bezeichnung ZK 10 besitzt. Der Bereich der Korngröße
der zerstäubten Magnesiumlegierung ist ähnlich jener, welche oben für zerstäubtes
Korn der ZK 60-Legierung angegeben ist.
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Die hergestellten Mischungen wurden in einzelne seichte Bohrlöcher
von Tonboden gebracht, deren Durchmesser etwa 10 cm und deren Tiefe etwa 1,2 m betrug.
Die einzelnen Bohrlöcher besaßen einen Abstand von etwa 6 m. In jedes Bohrloch wurde
zuerst ein Initiator in Form einer Sprengladung, ausgerüstet mit einer Sprengkapsel,
gegeben. Von der Sprengkapsel wurden die elektrischen Leitungsdrähte zur Klemme
der Fernzündeinrichtung geführt. Jede Sprengladung wurde so eingebracht, daß die
Feuerachse nach aufwärts gerichtet war. Die in dem Plastiksack enthaltene Explosivstoffmischung
wurde in jedem Falle in eine entsprechende Versuchsbohrung eingesetzt, wobei sich
der Sack um den Initiator herumlegte. Sand wurde als Füllpfropfen verwendet, und
zwar wurde das Loch, ausgehend von dem Sack, bis auf Erdoberflächenniveau mit Sand
gefüllt. Die Detonation des Gemisches wurde nach Schließen des Zündschalters untersucht.
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Die Größe der Detonation wurde durch Messen der Größe des entstandenen
Kraters bestimmt. Während die Größe des Kraters allein noch kein Maß für die Größe
der Erdformation ist, welche gebrochen oder gelockert ist, zeigt sie immerhin die
Arbeitsfähigkeit der Explosivstoffmischung. Die hier besprochene Kratergröße zeigt
an, wieviel Material aus der Textbohrung zufolge der Detonation ausgeworfen wurde.
Die Versuchsbedingungen und -ergebnisse sind in der Tafel 111 wiedergegeben.
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Um die erfindungsgemäße Explosivstoffmischung mit bekannten Explosivstoffen
zu vergleichen, wurden entsprechende Mengen 60%igen Dynamits je mit einer Sprengkapsel
Nr. 8 in die Testbohrung von etwa 1,2 m Tiefe gebracht, mit Sand verstopft und zur
Detonation gebracht. Etwa 2 kg auf diese Weise angebrachten und zur Detonation gebrachten
Dynamits erzeugten einen Krater von etwa 1,5 m im Durchmesser und etwa 45 cm Tiefe.
Etwa 4,5 kg Dynamit erzeugten einen Krater von etwa 2,4 m Durchmesser und etwa 30
cm Tiefe. Etwa
11,3 kg Dynamit erzeugten einen Krater von 3,3 m Durchmesser
und etwa 1,5 cm Tiefe.
| Tafel IH |
| Ver- Zusammensetzung Art des Metalls Gewicht Initiator Ausmaß |
| suchs- des Sprengstoffes Din-Sieb der des Kraters, m |
| Nr. °/o °/o Art des 1 Form Ladung Spreng- 1 Spreng- Durch- |
| FGAN *) Metall Metalls des Metalls kg kapsel Ladung messer
Tiefe |
| 1 90 10 Al Flocken 14,5 bis etwa 36 4,54 Nr. 8 GG2A 4,3 0,9 |
| 2 82 18 Al ' Flocken 14,5 bis etwa 36 4,54 Nr. 8 GG2A 2,9 1,1 |
| 3 70 30 A1 I kugelförmig 14,5 bis 81 4,54 Nr. 8 GG4 3,7 1,2 |
| zerstäubt |
| 4 50 50 A1 1 desgl. 14,5 bis 81 4,54 Nr. 8 GG4 3,1 0,9 |
| 5 30 70 A1 i desgl. 14,5 bis 81 4,54 Nr. 8 GG4 Boden- |
| schwellung, |
| kein Material- |
| auswurf |
| 6 60 40 A1 desgl. 14,5 bis 81 4,54 Nr. 8 GG4 3,7 ' 2,4 |
| 7 85 15 A1 desgl. 14,5 bis 81 4,54 Nr. 8 GG4 3,1 2,4 |
| 8 90 10 Al desgl. 14,5 bis 24 4,77 Nr. 8 GG2A 3,6 0,15 |
| 9 90 10 A1 : desgl. 24 bis etwa 36 4,77 Nr. 8 , GG2A 3,9 ,
0,8 |
| 10 90 " 10 Al desgl. etwa 40 bis 47 4,77 Nr. 8 GG2A 4,3 0,9 |
| 11 95 5 Al desgl. 14,5 bis 81 4,77 Nr. 8 GG2A
1,8 0,15 |
| 12 90 10 Al desgl. 14,5 bis 81 11,34 Nr. 8 GG4 4,6 0,9 |
| 13 90 10 ZK 10!. desgl. 7,5 bis etwa 40 4,54 Nr. 8 GG4
3,1 0,5 |
| 14 60 40 ZK 10! desgl. 7,5 bis etwa 40 4,54 Nr. 8 GG4
3,7 2,1 |
| 15 35 65 ZK 10' desgl. 7,5 bis etwa 40 4,54 Nr. 8 GG4 1,8 j
1,5 |
| 16 90 10 ZK 10I desgl. 7,5 bis etwa 40 35,4 Nr. 8 GG2A 7,0
1,2 |
| 17 100 kein - - - 35,4 Nr.8 GG2A 3,7 1,4 |
| 18 90 , 10 A1 kugelförmig 7,5 bis etwa 40 11,34 Nr. 8 - keine |
| zerstäubt Detonation |
| *) FGAN = Ammoniumnitratdüngemittel. |
| GG 2 A =enthält 28,3 g von Trimethylentrinitramin. |
| GG 4 = enthält 92,0 g von Trimethylentrinitramin. |
Die Ergebnisse zeigen, daß der trockene Explosivstoff der Erfindung in einem weiten
Bereich des Metallgehalts zur Detonation gebracht werden kann. Beispiel 2 45g körnigen
Ammoniumnitratdüngemittels und 5 g zerstäubter Kügelchen von Magnesiumlegierung
der ASTM-Bezeichnung ZK 10 wurden in eine 110-ccm-Glasflasche eingebracht und von
Hand gemischt. 50 g wasserfreier Diver's-Flüssigkeit wurden zu der Mischung gegeben.
Die Flasche wurde oben offengelassen. Eine Sprengkapsel Nr. 8 wurde oben auf die
Mischung aufgelegt und entzündet. Die Ammoniumnitratmischung detonierte nicht.
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Beispiel 3 Eine zweite Ammoniumnitratexplosivstoffmischung derselben
Zusammensetzung wie gemäß Beispie13
wurde in eine 110-ccm-Glasflasche
gebracht. Die Flasche .blieb am Kopf offen. Es wurde eine Sprengladung der Handelsbezeichnung
GG2 in die Flasche eingelegt. Die Sprengladung wurde durch eine Sprengkapsel Nr.
8 aktiviert. Die Ammoniumnitratmischung detonierte vollkommen. Beispiel 4 Eine Sprengladung
der Bezeichnung GG4 mit einer daran befestigten Spezialsprengkapsel wurde, nach
oben gerichtet, auf den Boden eines Erdbohrloches gelegt. Das Bohrloch hatte etwa
6 m Tiefe und einen Durchmesser von etwa 14,9 cm. 5,7 kg durch Zerstäubung gewonnener
Kügelchen Magnesiumbasislegierung der ASTM-Bezeichnung ZK 10 wurden innig mit 45,4
kg körnigen Ammoniumnitratdüngemittels gemischt. Die Mischung wurde gleichzeitig
mit 51,1 kg wasserfreier Diver's-Flüssigkeit in das Bohrloch gegossen. Es wurde
eine zweite GG4-Sprengladung zusammen mit einer Spezialsprengkapsel auf das Explosivgemisch
aufgesetzt, so daß die Sprengladung nach unten gerichtet war. Eine 46-bis-61-cm-Sandsäule
wurde über die Ladung gebracht. Die Zündung der beiden geformten Ladungen durch
die beiden Sprengkapseln ergab eine Detonation der gesamten Ladung.
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Beispiel s Zur Untersuchung der Eigenschaften ammoniakalischer Ammoniumnitratexplosivgemische
wurden verschiedene Versuche durchgeführt. Wasserfreie ammoniakalische Lösungen
von Ammoniumnitrat wurden aus Ammoniumnitratdüngemittel und flüssigem Ammoniak hergestellt.
Als Erreger wurden zerstäubtes Aluminium oder zerstäubte Magnesiumbasislegierung
der ASTM-Bezeichnung ZK 10 verwendet. Die Mischungen wurden hergestellt. Es wurden
seichte Bohrlöcher mit dieser Explosivstoffmischung geladen und, wie im Beispiel
1 beschrieben, zur Detonation gebracht. Die Ergebnisse sind in Tafel IV wiedergegeben.
| Tafel IV |
| Initiator |
| Ver- Zusammensetzung des Sprengstoffes, o/o Gewicht Spreng-
Kraterausmaß, m |
| such-- Ladung |
| Diver's Ver- Ladung Zünd- Gewicht |
| Nr. FGAN Al Z Ä 0, NHS Flüssig- S. D. dickungs- kapsel von
RDX Durch- Tiefe |
| keit ' mittelkg g messer |
| 1 83,7 - 9,3 7 - - - 11,34 Nr. 8 EBC 28,3 2,8 0,5 |
| 2 87,9 - 9,8 2,3 - - - 4,54 Nr.8EBC 28,3 2,1 0,8 |
| 3 87,9 9,8 A - 2,3 - - - 4,54 Nr. 8 EBC 28,3 2,4 0,9 |
| 4 75 8,3 A - - - 16,7 B - 5,45 Nr. 8 EBC 28,3 2,1 0,3 |
| 5 80 15 A - 5 - - - 4,54 Nr. 8 EBC 28,3 2,8 1,5 |
| 6 93 2 A - 5 - - - 4,54 Nr. 8 EBC 28,3 1,5 0,3 |
| 7 45 - 5 - 50 - - 4,54 Nr.8EBC 92,0 2,1 0,8 |
| 8 45 45 A - - - 10 - 4,54 Nr. 8 EBC 92,0 4,3 0,9 |
| 9 30 55A - - - 15 - 4,54 Nr.8EBC 92,0 4,3 0,9 |
| 10 2.0 55A - - - 25 - 4,54 Nr. 8 EBC 92,0 3,7 0,9 |
| 11 90 5 A - - - 5 - 4,54 Nr.8EBC 92,0 3,4 1,2 |
| 12 80 10A - - - 10 1/4 4,54 Nr. 8 EBC 92,0 3,7 0,9 |
| 13 80 - 10A - - - 10 1/2 4,54 Nr. 8 EBC 92,0 2,4 0,8 |
| 14 90 5 A - - - 5 1/4 4,54 Nr. 8 EBC 92,0 3,7 0,5 |
| 15 80 15A - - - 5 1/4 4,54 Nr.8EBC 92,0 6,1 1,2 |
| 16 75 15A - - - 10 1/4 4,54 Nr.8EBC 92,0 3,1 1,2 |
| 17 60 35A - - - 5 - 4,54 Nr. 8 EBC 92,0 5,5 1,5 |
| 18 60 25 A - - - 15 - 4,54 Nr.8EBC 92,0 6,1 0,8 |
| 19 10 65A - - - 25 - 4,54 Nr. 8 EBC 92,0 4,3 0,6 |
| 20 72 122F - - - 6 B - 4,54 Nr. 8 EBC 28,3 3,9 1,2 |
| *) = Gewichtsprozent des Verdickungsmittels, bezogen auf das
Gewicht der flüssigen Phase. |
| A =zerstäubte Kügelchen. |
| F = Flocken. |
| S. D. = wäßrige ammoniakalische Lösung, bestehend aus 60 %
NH4NOs, 34 % NH3 und 6 % H20. |
| B = eine der S. D. ähnliche Lösung, aber enthaltend etwa 15
% Wasser. |
| FGAN = Düngemittel NH4NOs. |
Die in der Tafel IV niedergelegten Ergebnisse zeigen, daß erfindungsgemäße Explosivstoffmischungen
in weitem Ausmaß auf Initialzündung mit einer geformten Ladung detonationsfähig
sind. Vergleichsversuche mit Dynamit, wie im Beispiel 1 beschrieben, können auch
hier herangezogen werden. Beispiel 6 Jede Mischung wurde dazu verwendet, um eine
7,6-zu-30-cm-Stahlröhre vollkommen zu füllen. Die Stahlröhre wurde an beiden Enden
geschlossen und auf den Boden gelegt. Die Explosivstoffladung wurde entzündet durch
eine Sprengstoffladung, welche 92 g RDX enthält. Diese wurde am einen Ende der Röhre
eingelegt, um so in der Längsrichtung. der, Rohre zu feuern. Die Ergebnisse sind
in der Tfel V` niedergelegt.
| Tafel V |
| Versuchs- Zusammensetzung des Sprengstoffes, % Gewicht
Ergebnisse |
| Nr. der Ladung der Detonation |
| FGAN I Al, A I ZK10, A I NH3 kg |
| 1 50 5 - 45 1,70 Rohre gespalten |
| 2 35 35 - 30 1,36 Rohre gespalten |
| 3 50 - 40 10 2,16 Rohre zerstört |
| 4 60 20 - 20 1,47 Rohre zerstört |
| A = atomisierte (zerstäubte) Kügelchen. |
| FGAN = Düngemittel NHQNOs. |
Beisp'e1 7 Es wurden die Kohlenwasserstoff enthaltenden Ammoniumnitratexplosivstoffmischungen
der Erfindung untersucht. Bei jedem Versuch wurden 4,54 bis 11,34 kg Explosivstoffmischung
aus teilchenförmigem Ammoniumnitratdüngemittel, festem teilchenförmigem Leichtmetall
und Petrolflüssigkeit in Mengen vermischt, wie in der nachfolgenden Tafel VI wiedergegeben.
Die einzelnen Portionen wurden auch hier in einem gesonderten Polyäthylensack genügender
Größe gemischt. Das Ammoniumnitratdüngemittel enthielt etwa 0,7 % Wachs, 1l% Diatomeenerde
und 0,3'°/o Kreide. Die Teilchengröße des Ammoniumnitrates war eine solche, daß
94 Gewichtsprozent der Körner ein Sieb Din-Nr. 7,5 (20 mesh) passierten und 85 Gewichtsprozent
auf einem Sieb Din-Nr. 40 oder 42 (100 mesh) zurückgehalten wurden. Es wurde grobflockiges
Aluminium verwendet. Die Aluminiumflocken waren gesiebt worden, um diejenige Größe
auszuwählen, die eine Sieb Nr. 14,5 (40 mesh) passierten, aber auf einem Sieb Nr.
33 bis 36 (80 mesh) zurückgehalten wurden. Wurde kugelförmiges, zerstäubtes Aluminium
verwendet, so besaß dieses eine Teilchengröße, derart, daß 0,4% ein Sieb Nr. 14,5
(40 mesh) passierten, etwa 85 % auf einem Sieb Nr. 59 (140 mesh) zurückgehalten
wurden und etwa 0,9% ein Sieb Nr. 81 (200 mesh) passierten.
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Die hergestellten Mischungen wurden in einzelne seichte Bohrlöcher
gefüllt und zur Detonation gebracht, in ähnlicher Weise, wie im Beispiel 1 beschrieben.
Die Versuchsergebnisse sind in Tafel VI wiedergegeben.
| Tafel VI |
| - Gewicht Gewicht |
| Ver |
| Erreger Petrolflüssigkeit der RDX in der Vaterausmaß, m |
| suchs- % Ladung Sprengladung Durch- |
| Nr. FGAN i Metall I Teilchenart O/, Typ °/o kg g messer I Tiefe |
| 1 87 Al zerstäubt 10 S. F Öl 3 11,34 28,3 3,1 1,2 |
| 2 89,5 Al zerstäubt 10 Kerosin 0,5 11,34 28,3 2,8 1,1 |
| 3 87 A1 zerstäubt 10 Kerosin 3 11,34 28,3 0,9 0,3 |
| 4 88 A1 zerstäubt 10 SAE 20 W Öl 2 4,54 28,3 1,5 0,6 |
| 5 89,5 A1 zerstäubt 10 SAE 30 W Öl 0,5 4,54 28,3 1,5 i0,6 |
| 6 89 Al zerstäubt 10 SAE 40 W Öl 1 4,54 28,3 2,8 0,8 |
| 7 89,5 A1 zerstäubt 10 90 W Öl 0,5 4,54 28,3 3,4 1,2 |
| 8 95 A1 zerstäubt 2,5 S. F. Öl 2,5 4,54 49,5 3,7 2,4 |
| 9 60 Al zerstäubt 25 S. F. Öl 15 4,54 49,5 3,1 2,4 |
| 10 65 Al zerstäubt 30 S. F. Öl 5 4,54 49,5 3,7 3,1 |
| 11 55 Al zerstäubt 40 S. F. Öl 5 4,54 49,5 4,9 3,1 |
| 12 40 Al zerstäubt 55 S. F. Öl 5 4,54 49,5 11,8 1,2 |
| 13 25 Al zerstäubt 65 S. F. Öl 10 4,54 49,5 0,6 0,3 |
| 14 90 |
| Al zerstäubt 5 S. F. Öl 5 4,54 49,5 4,3 0,3 |
| 15 90 ZK 10 zerstäubt 5 S. F. Öl 5 4,54 49,5 4,3
2,4 |
| 16 75 ZK 10 zerstäubt 20 S. F. Öl 5 4,54 49,5 3,7 2,8 |
| 17 85 ZK 10 zerstäubt 10 S. F. Öl 5 4,54 49,5 4,3 1,8 |
| 18 50 ZK 10 zerstäubt 35 S. F. Öl 15 4,54 49,5 1,8 0,3 |
| FGAN = Ammoniumnitratdüngemittel. |
| S. F. Öl = ein halbraffiniertes Öl mittlerer Viskosität. |
Die Versuchsergebnisse der Tafel VI zeigen, daß die erfindungsgemäße Explosivstoffmischung
auf eine Initialzündung mit Sprengladung hin in weitem Ausmaß detonationsfähig ist.
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In einer weiteren Versuchsserie wurde eine große Anzahl von Proben
zerstäubten Metalls als Erreger zum Zwecke der Erfindung herangezogen. Zu den getesteten
Metallen gehören Magnesium, Magnesiumlegierungen und Aluminium und Aluminiumlegierungen.
Bei jedem Versuch wurden 10 g durch Zerstäubung gewonnener Metallkügelchen mechanisch
mit 90 g eines Ammoniumnitratdüngemittels in einer 110-ccm-Glasröhre mit schmalem
Hals gemischt, und 10 ccm Rohöl wurden sodann zugegeben. Die Flasche blieb oben
offen, und die Detonation wurde versucht, entweder durch unmittelbaren Einsatz einer
Elektrosprengkapsel Nr.8 auf der Mischung oder durch eine Sprengladung, bestückt
mit
einer Elektrosprengkapsel. Die Sprengladung wurde in die offene
Flasche eingeführt, so daß der Feuerstrahl nach unten gerichtet war. Die Detonation
der einzelnen Proben wurde in einem offenen Krater versucht. Die Proben wurden je
in etwa 2,4 m Entfernung von einem registrierenden Barometer eingelegt. Das Barometer
hatte die Aufgabe, den relativen, bei der Detonation erzeugten, maximalen Druck
bei den einzelnen Proben zu registrieren. Eine Sprengladung allein und eine erregerfreie
Ammoniumnitratprobe wurden als Blindversuch verwendet. Die durch den Schreibbarometer
ermittelten Ergebnisse sind in Tafel VII aufgeführt.
| Tafel VII |
| Vergleich der Erreger, |
| welche mit einer NH4NO.- Petrolflüssigkeitsmischung verwendet
wurden |
| Versuchs Erreger Maximaler Druck a) der Detonation |
| Nr. Initiator Metall oder Metall-Legierung |
| in Druckregistrierungseinheiten |
| 1 ZK 10 Sprengladung 9 Durchschnitt von fünf Versuchen |
| 2 ZK 10 Sprengladung 10,6 Durchschnitt von fünf Versuchen |
| 3 ZK 10 Sprengladung 10,7 Durchschnitt von fünf Versuchen |
| 4 Ce 11 Mg (c) Sprengladung 13,1 Durchschnitt von fünf Versuchen |
| 5 Al Sprengladung 10,7 |
| 6 ZK 60 Sprengladung 9,3- |
| 7 AZ41 Sprengladung 11,4 |
| 8 AZM 111 Sprengladung 9,5 |
| 9 ZK 60 98 % -I- Th 2% Sprengladung 14,3 |
| 10 Al 2,8"/o, Zn 8,4°/o, bal. Mg Sprengladung ,10,4 |
| 11 A133%, Mg 67% Sprengladung 10,3 |
| 12 Al 70%, Mg 30°/o Sprengladung 11,3 |
| 13 ZK 10 Sprengkapsel Nr. 8 Null |
| 14 Sprengladung allein Sprengkapsel Nr. 8 5,6 |
| 15 NH4NOs -I- Sprengkapsel Nr. 8 6,5 |
| Sprengladung allein |
| a) Druck der Detonationsstoßwelle. |
Die getesteten körnigen Metalle und Metallegierungen wurden gesiebt, um alle Teilchen
auszuscheiden, mit Ausnahme derjenigen, die dem Siebbereich von 9,7 bis etwa 40
(28 bis 100 mesh) entsprechen. Jede verwendete Sprengladung enthielt 49,5 g RDX.
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Die Ergebnisse der Versuche 1 bis 12 der Tafel VII zeigen, daß Magnesium
und Aluminium und verschiedene Magnesium- und Aluminiumbasislegierungen als Erreger
für den erfindungsgemäßen Explosivstoff geeignet sind. Der Versuch 13 zeigt die
niedrige Empfindlichkeit der dort vorliegenden Explosivmischung. Die Versuche 14
und 15, die als Vergleichsversuche laufen, zeigen, daß das getestete Ammoniumnitratdüngemittel,
wenn nicht erregbar gemacht, mit nur wenig größerer Detonationskraft detoniert als
die Sprengladung selbst, im Gegensatz zu den Detonationsergebnissen des erfindungsgemäßen
Explosionsgemisches.
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Es wurde auch, ein solcher erfindungsgemäßer Explosivstoff auf seine
Detonationsfähigkeit untersucht, der als Schlamm mit einer zusätzlichen Menge von
Petrolflüssigkeit gepumpt worden war. Eine Durchschußkanone mit 28 Sprengladungen
und einer Zeitbombe wurde nach dem Grund des Bohrloches in etwa 1605 m Tiefe hinabgelassen.
Jede Sprengladung enthielt 28,3 g des Sprengstoffes RDX. Rohöl wurde sodann in das
Bohrloch gepumpt, um die zur Aufschließung der Gesteinsschichten notwendigen Drücke
zu erzeugen. Etwa 136 kg von durch Zerstäubüng erzeugten Kügelchen einer ZK 10-Magnesium-Legierung
und etwa 1225 kg eines Ammoniumnitratdüngemittels der Sieb-Nr. 12 bis etwa 36 (35
bis 80 mesh) wurden in etwa 20651 eines halbraffinierten Öles mittlerer Viskosität
eingemischt. Der Schlamm wurde sodann in das Bohrloch gepumpt, und zwar mit dem
Gesteinsaufschlußdruck. Eine zweite Schlammportion von etwa 227 kg feinstem und
etwa 90,8 kg grobem Ammoniumnitratdüngemittel wurden allmählich eingespritzt. Daraufhin
wurde ein Polster von etwa 19101 des halbraffinierten Rohöles mittlerer Viskosität
in das Bohrloch gepumpt; schließlich wurde das Bohrloch durch einen Schlamm aus
Sand und Öl verschlossen, welcher in seiner Menge so bemessen war, daß er
ungefähr 67 m der Bohrlochauskleidung erfüllte. Der Einpumpdruck war stets ungefähr
4001/Min. Es wurde sodann abgeschlossen. Die Feststoffe ließ man sich über Nacht
absetzen. Die Detonation wurde am nächsten Tag durch die Zeitpumpe eingeleitet.
Seismische Messungen auf der Erdoberfläche ergaben die Detonation der gesamten Explosivladung
des Ammoniumnitrates.