-
Abdichtung von Planierstangen in der Planieröffnung der Türen von
horizontalen Kammerverkokungsöfen Die Kohle wird in horizontale Kammerverkokungsöfen
durch Füllöcher in der Decke aus Füllbunkern eingefüllt. Die Füllbunker sind auf
einem Füllwagen montiert. Die Kohle fällt in die Ofenkammer und bildet dort Schüttkegel,
die planiert werden müssen, damit über der Kohlefüllung ein freier Raum zum Sammeln
und Abziehen der Entgasungsgase verbleibt.
-
Die Planierung wird mit der sogenannten Planierstange durchgeführt.
Diese ist üblicherweise auf der Ausdrückmaschine montiert und wird nach Füllung
der Kammern durch eine Einführungsöffnung in der Kammertür eingeführt.
-
Zur Vermeidung von Belästigungen durch die Füllgase während des Füll-
und Planiervorganges wird die Durchführung der Planierstange durch die Kammertür
abgedichtet.
-
Es ist bekannt, Planierstangen zu verwenden, die aus zwei Seitenholmen
und Querstegen bestehen. Während des Planiervorganges wird dabei vor die Planierstangenöffnung
der Kammertür ein mit einem Vorsatzflansch versehenes ein- oder zweiteiliges Rohr
oder ein die Planierstange umschließender Kasten angepreßt, dessen Länge so bemessen
ist, daß während des Planiervorganges stets mindestens ein Quersteg sich im Innern
des Rohres oder des Kastens bewegt, so daß eine gewisse Abdichtung der Planieröffnung
während des Planiervorganges nach außen erreicht wird und Füllgase nur in verminderten
Mengen nach außen dringen.
-
Außen an der Planierstange haftende Kohle wird dabei von einem Bürstenbesatz
am inneren Umfang des Rohres abgestreift.
-
Für das Instellungbringendes Rohres oder Kastens vor der Planieröffnung
und das Zurückziehen sind mechanische Vorrichtungen bekannt; z. B. können sie mit
Hilfe eines daran befestigten und über Rollen geführten Drahtseiles und eines am
anderen Ende hängendes Gewicht vor die Planieröffnung gebracht werden, oder es sind
Gestänge vorgesehen, die das zweigeteilte Rohr vorschieben und die beiden Teile
dabei scherenartig zusammenfügen. Für das Zurückziehen wird die Rückwärtsbewegung
der Planierstange ausgenutzt bzw. das Gestänge, das auch den Vorschub bewirkt und
das dabei die beiden Teile des die Planierstange umfassenden Rohres wieder aufklappt.
-
Dadurch, daß die Planierstange aus Holmen und Querstegen besteht,
ist es unvermeidlich, daß sich der Raum zwischen den beiden Holmen beim Planieren
mit Kohle füllt und daß diese Kohle beim Ausfahren der Planierstange aus der Kammer
ausgetragen wird. Sie fällt aus der Planierstange heraus und, wenn keine besonderen
Vorkehrungen getroffen sind, auf die Ausdrückmaschine.
-
Es ist bekannt, diese Kohle in unter der Planierstange angeordneten
Rinnen oder Kästen aufzufangen und zu sammeln. Bei z. B. 120 Planiervorgängen werden
in 24 Stunden so etwa 25 t Kohle aus den Kammern ausgetragen und außerhalb gesammelt.
-
Das Austragen der Kohle aus den Kammern beim Planieren ist äußerst
lästig, weil sie umständlich wieder in den Kohleturm der Verkokungsbatterie oder
gar in die Mischanlage zurücktransportiert werden muß.
-
Das Austragen der Kohle wird durch die oben beschriebene Gasabdichtung
der Planierstange nur so weit verhindert, wie ,die .die Planierstange umfassenden
Rohre bzw. Kästen lang sind. Es wird nun eine Ausgestaltung der Abdichtung vorgeschlagen,
die das Austragen von Kohle aus der Planieröffnung mit der Planierstange wesentlich
vermindert.
-
Erfindungsgemäß werden der Boden und die Seitenwände des vor die Planieröffnung
gepreßten Gasabdichtungskastens so weit nach außen verlängert, daß die Länge des
Kastens und seines Verlängerungstroges etwa der gesamten Weglänge der Planierstange
entspricht. Es wird so verhindert, daß Kohle, die durch die Stege beim Hin- und
Herfahren der Planierstange ausgetragen wird, auf die Ausdrückmaschine fällt.
-
Es ist bei der erfindungsgemäßen Ausbildung der Planierstangenabdichtung
nicht notwendig, unter der Planierstange eine Sammelrinne oder einen Sammelkasten
anzubringen. Da die trogförmige Kastenverlängerung so weit nach außen reicht, daß
auch beim Ausfahren der Planierstange aus der Kammer der
äußerste
Teil der Planierstange, der in den Ofen eingefahren wird und daher zwischen den
Holmen: mit Kohle gefüllt ist, umfaßt ist, kann .die Kohle nicht herausfallen. Die
Hauptmenge wird mit der Planierstange hin- und hergefahren, und sie bleibt auch
zwischen den Holmen, wenn schließlich :die Planierstange aus der Kammer ausgefahren
wird. Sie fällt beim Einfahren in die nächste Kammer teilweise in diese hinein.
Die Menge; die zwischen den Holmen und dem Trog sowie-zwischen den Stegen und.dem
Boden nach außen geschoben wird, ist vergleichsweise gering. Sie wird in einem Behälter
am Ende des Troges gesammelt.
-
Wenn, wie an sich bekannt, außen an den Holmen haftende Kohle durch
Bürsten im Kasten abgestreift wird, würde anstatt der trogförmigen Verlängerung
des Kastens eine Verlängerung nur des Kastenbodens in erfindungsgemäßer Weise nach
außen genügen. Aus Sicherheitsgründen müßte derBoden dann jedoch verbreitert werden,
so daß materialmäßig kein Unterschied besteht, ob ein Boden oder ein Trog angeordnet
wird. Dabei wird -dem Trog auch aus Sicherheitsgründen der Vorzug gegeben.
-
Bei 120 Planierungsvörgängen in 24 Stunden fallen erfindungsgemäß
in dem Sammelkasten etwa 0,5 bis 0,6 t Kohle an gegenüber etwa 25 t bei bekannten
Vorrichtungen. Diese geringe Kohlemenge von etwa 0,2 t pro Schicht wird zweckmäßig
nach einem Koksdrücken in die leere Kammer gegeben, oder es genügt auch, jeden zweiten
Tag die Kohle aus einem bereitgestellten Sammelkasten abzuziehen und abzutransportieren.
Bei bekannten Vorrichtungen sind dagegen etwa zehn Transporte täglich notwendig.
-
Die Stege zwischen den Holmen der Planierstange sind aus bekannten
Gründen häufig trapezförmig ausgespart. In diesem Falle empfiehlt es sich, den Kastenboden
mit einem sattelförmigen Profilblech zu versehen, das der Form der Stege angepaßt
ist.
-
Auf diese Weise wird die zwischen den Holmen stehende Kohle zusammengepreßt
und der Raum zwischen zwei Stegen sicher abgeschlossen, so daß auch bei dieser Stegform
keine Gefahr des Gasdurchbruches besteht.
-
Für das Instellungbringen des Kastens mit seinem Verlängerungstrog
vor der Planieröffnung hat sich folgende Einrichtung besonders bewährt: An dem Kasten
ist ein über Laufrollen gehendes Drahtseil oder eine Kette befestigt, an deren anderem
Ende ein frei hängendes Gewicht angebracht ist. Beim Fall dieses Gewichtes wird
der Kasten in die Planiertür hineingezogen, bis der Dichtungsflansch des Kastenendes
.an die Tür angepreßt wird. Beim Ausfahren des Kastens aus der Ofentür wird das
Gewicht durch die Planierstange wieder in seine ursprüngliche Höhe gehoben. Bei
dem Planiervorgang wird die Planierstange mit einer bestimmten Amplitude hin- und
herbewegt: Beim Ausfahren der Planierstange am Ende des Planiervorganges wird sie
über diese Amplitude hinaus nach hinten bewegt und dabei der Mechanismus zum Ausfahren
des Kastens aus der Planiertür betätigt. Die Planierstange trägt einen Anschlag,
der an den Anschlag eines auf einer vorzugsweise über der Planierstange angeordneten
Konsole laufenden Wagens anschlägt. Der Wagen ist mit dem Kasten mittels eines Drahtseiles
oder einer Kette verbunden, so daß bei der Rückwärtsbewegung des Wagens der Kasten
mitgenommen und aus der Planiertür ausgefahren wird. Für das genaue Vorsetzen und
Einfahren des Kastens und der Planierstange in die Plänieröffnüng hat sich eine
Unterstützungs- und Anpreßvorrichtung besonders bewährt, die darin besteht, daß
am vorderen Kastenboden eine Lagerung für eine Welle angebracht ist, z. B. zwei
Lagerböcke. Die Welle trägt zwei Laufrollen zur Unterstützung der Holme der Planierstange.
Die Rollen treten durch entsprechende Schlitze im Kastenboden hindurch. Die Welle
besitzt eine hydraulisch oder mechanisch wirkende, der horizontalen Kastenbewegung
nachgebende Unterstützung, die auch den Dichtungsflansch des in die Tür eingeführten
Kastens an die Tür anpressen hilft.
-
Das genaue Vorsetzen des Kastens vor die Planier= öffnung ist wesentlich,
damit nicht bereits an dieser Stelle Kohle verlorengeht und Füllgase austreten.
-
Die Erfindung wird beispielsweise durch die F i g.1 bis 3 näher erläutert.
-
F i g. 1 stellt einen Aufriß der Planierst_ange mit gasdichter Einführung
dar; F i g. 2 ist ein vergrößerter Ausschnitt aus F i g. 1; F i g. 3 ist ein Schnitt
nach der Linie X-X der Fig.2.
-
Durch die Planiertür 33 ist gemäß F ig . 1 und 2 zu Beginn der Planierarbeit
ein Blechkasten 70 eingeführt worden, der mit dem Flansch 71 am Planiertürrahmen
anliegt. Die Planierstange besteht aus zwei Seitenholmen 72, die in gewissen Abständen
durch Stege 73 miteinander verbunden sind. Sie wird mittels des Planierantriebes
74 mit den Seilumkehrrollen 75 und 76 angetrieben und bewegt sich -dabei innerhalb
des Kastens 70 hin und her. Im unteren Teil des Kastens 70 ist ein Blechprofil
70 a mit einer schrägen Anlaufkante 70b angebracht, :das .der Form
der Stege 73 der Planierstange angepaßt ist. Der Kasten 70 be= sitzt dabei auf die
Planierlänge der Planierstange ein Verlängerungsblech 77 mit den Seitenwänden 78,
also einen Verlängerungstrog, in .dem sich die Planierstange ebenfalls hin und her
bewegt.
-
In. F .i g. 1 und 2 :ist ferner das Oberteil des Gestells 80 der Ausdrückmaschine
dargestellt, auf der noch mittels der Stützen 81 die Kranbahn 82 befestigt
ist. Von der Ausdrückmaschine und der Kranbahn ist in F i g.1 das Mittelstück herausgeschnitten.
Der Planierstangeneinführungskasten 70 besitzt einen. Vorsprung 83, an dem ein Seil
84 angreift, das am anderen Ende mit einem Wagen 85 mit dem Anschlag
86
verbunden ist. Der Wagen läuft auf einer Konsole 87, die am hintersten
Stützpfeiler 81 angebracht ist.
-
Bei der Planierbewegung der Plan'ierstange im eingefahrenen Zustand
bewegt sich die Planierstange nur so weit nach außen zurück, daß ihr Anschlag 88
noch nicht mit :dem Anschlag 86 des Wagens 85 in Berührung kommt. Beim Herausziehen
der Planierstange nach Beendigung des Planiervorganges schlägt der Anschlag 88 an
den Anschlag 86 an, wodurch der Einführungskasten 70 über das Drahtseil 84 und den
Vorsprung 83 mit herausgezogen wird. Die Lagerung der Planierstange erfolgt durch
Lagerböcke 90 mit Rollen 91, auf denen die Planierstangenholme 72 getragen werden.
-
An den Lagerböcken 90 sind noch Fangbleche 92 angebracht, die Durchtrittsschlitze
für die Rollen 91 in dem Bodendes verschiebbaren, aus dem Boden 77 und den Wänden
78 gebildeten Verlängerungstroges des Kastens 70 abdecken. Die Längsschlitze
in dem Verlängerungstrog sind dabei so lang, wie es der Einführungslänge des Kastens
70 in die Ofentür entspricht.
Diese Einrichtung hat den Zweck, zu
verhindern, daß durch die Schlitze tretende Kohle auf die Ausdrückmaschine fällt.
-
Der Kasten 70 ist durch zwei Rollenböcke 93 mit Rollen
94 unterstützt. An dem Kasten 70 ist ferner noch mittels eines Bolzens
95 ein Drahtseil 96 befestigt, das über die Rolle 97 am vorderen Rollenbock
93 läuft und an dem ein Gewicht 98 die Bewegung des Einführungskastens
70 in Richtung der Planiertür bewirkt, sobald die Planierstange eingefahren
wird. In unmittelbarer Nähe des Dichtungsflansches 71 befindet sich am Kasten
70 ein zweiteiliger Lagerbock 100.
-
Der Bolzen 101 trägt die Rollen 102, die zur Abstützung
der Planierstangenholme 72 unmittelbar vor ihrem Eintritt in die Planiertür
dienen. Die Unterstützung des Lagerbolzens 101 erfolgt dabei durch die Nabe
103 am Ende -der Kolbenstange 104 des hydraulischen Zylinders
105, ,der seinerseits auf dem Ausdrückmaschinengestell 80 mittels
des Lagerbocks 106
schwenkbar gelagert ist.
-
Das Druckmedium wird dem Zylinder 105 durch die in dem Lagerbock
106 gelagerte Achse 107 und durch die Leitung 108 zugeführt
und auf dem gleichen Wege wieder abgeführt.
-
An einer Stelle in der Nähe des Wagens 85 ist am Ausdrückmaschinengestell
ein Umsteuerventil 109 angeordnet, das beim Zurückziehen der Ausdrückstange
vor Beginn des Ausziehens des Einführungskastens 70
mittels des Wagens
85 von dem Anschlag 88 der Planierstange umgestellt wird, so daß das
Druckmedium über die Leitung 110 zurücklaufen kann. Beim Einfahren der Planierstange
wird nach Anliegen des Flansches 71 des Einführungskastens 70 an der
Planiertür das Umstellventi1109 wieder derart umgestellt, daß das Druckmedium aus
der Leitung 111 in die Leitung 102 fließt unter Anpressung des Einführungskastens
70 an die Plannertür 33.