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Photographischer Schlitzverschluß mit einem vorauseilenden und einem
diesem nach Erzielung einer bestimmten Schlitzbreite nacheilenden Vorhang Die Erfindung
betrifft einen photographischen Schlitzverschluß mit einem vorauseilenden Vorhang
und einem nach Erreichen einer bestimmten, der voreingestellten Belichtungszeit
entsprechenden Schlitzbreite mit gleicher Ablaufgeschwindigkeit nacheilenden Vorhang,
denen beide eine Einrichtung zur Bildung der Schlitzbreite, ferner eine Vorrichtung
zur gemeinsamen Rückführung in die Ausgangs- bzw. Gespanntlage zugeordnet ist.
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Nach den bisherigen mit Schlitzverschlüssen obiger Gattung gemachten
Erfahrungen scheiterten die dahingehenden Bemühungen, durch weitgehendste Verringerung
der Schlitzbreite extrem kurze Belichtungszeiten, beispielsweise in der Größenordnung
von l/1aoo bis 1/2000 Sekunde, zu erzielen, vornehmlich daran, daß man der Gefahr
des völligen Schließens des Belichtungsschlitzes infolge relativer Verschiebung
der beiden Vorhänge während des Belichtungsvorganges nicht mit der erforderlichen
Sicherheit vorzubeugen vermochte.
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Bei einer anderen, von der obigen Gattung eines Schlitzverschlusses
abweichenden Verschlußanordnung mit bereits in Gespanntlage des Verschlußsystems
vorzubildender Schlitzbreite und aus dieser Endlage stets gemeinsam an- bzw. ablaufender
Vorhänge hat man schon in Vorschlag gebracht, zur Beibehaltung der einer extrem
kurzen Belichtungszeit entsprechenden Schlitzbreite zwei mit den beiden Vorhängen
getrieblich verbundene Schalträder in der der Mindestschlitzbreite entsprechenden
Relativlage unter Zuhilfenahme einer Klemmeinrichtung gegenseitig fest zu verspannen.
Abgesehen davon, daß die Anwendung einer solchen Klemmeinrichtung zur Sicherung
der Mindestschlitzbreite ausschließlich auf jene Schlitzverschlüsse beschränkt ist,
bei denen der Belichtungsschlitz bereits in der Ausgangs- bzw. Gespanntlage, d.
h. also vor der eigentlichen Auslösung des Verschlußsystems vorgebildet wird, muß
diese im wesentlichen aus einem hebelartigen Schaltnocken und mehreren Anschlagstiften
gebildete Klemmeinrichtung insofern als nachteilig bezeichnet werden, als sie, um
ihrer Funktion überhaupt gerecht werden zu können, an die einzelnen Bauteile erhebliche
Anforderungen hinsichtlich Bearbeitungsgenauigkeit, und zwar sowohl bei der Fertigung
als auch bei der Montage stellt. Von Nachteil ist ferner, daß beim Klemmvorgang
die miteinander in Eingriff kommenden Bauteile einer steten Abnutzung unterworfen
sind, so daß, im ganzen gesehen, der Funktionsfähigkeit der Klemmeinrichtung von
vornherein gewisse Grenzen gesetzt sind. Besonders von der funktionellen Seite aus
gesehen scheint die Anwendung einer Klemmeinrichtung, die sich zum Zweck der Verspannung
der beiden mit hoher Geschwindigkeit ablaufenden Schalträder eines hebelartigen
Schaltnockens bedient, keine glückliche Lösung darzustellen, da zumindest zu befürchten
ist, daß der als Hebel ausgebildete Schaltnocken bei der Drehbewegung der Zahnräder
infolge der hierbei auftretenden Fliehkraft zum Austritt aus der Klemmstellung veranlaßt
wird.
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Die mit dem Gegenstand der Erfindung zu lösende Aufgabe besteht darin,
die Mängel der bekannten Einrichtung zur Sicherung der Mindestschlitzbreite zu vermeiden
sowie einen photographischen Schlitzverschluß der eingangs erwähnten Gattung dahingehend
zu verbessern, daß mit relativ einfachen baulichen Mitteln die zur Erzielung einer
extrem kurzen Belichtungszeit erforderliche Mindestschlitzbreite über den gesamten
Belichtungsvorgang hinweg mit Sicherheit beibehalten wird.
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Zur Lösung dieses Problems wird gemäß der Erfindung die Anordnung
einer Sperreinrichtung vorgeschlagen, welche nach Bildung der zur Erzielung der
kürzesten Belichtungszeit erforderlichen Mindestschlitzbreite selbsttätig wirksam
wird und eine Relativbewegung der beiden Vorhänge im Sinne einer Verringerung der
Mindestschlitzbreite für die Dauer des Belichtungsvorgangs verhindert, und daß ferner
eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, die die Sperreinrichtung am Ende des Bewegungsablaufes
wieder selbsttätig außer Wirkung setzt. Auf diese Weise konnte eine die Mängel der
bekannten Einrichtung zur Sicherung der Mindestschlitzbreite vermeidende Sperreinrichtung
geschaffen werden, die
auch bei jenen Schlitzverschlüssen Anwendung
finden kann, deren einer Vorhang zum Zweck der Schlitzbildung nach der Auslösung
des Verschlußsystems vorauseilt und deren anderer Vorhang nach Bildung einer bestimmten
Schlitzbreite dem vorauseilenden Vorhang mit synchroner Ablaufgeschwindigkeit nachläuft.
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Eine besonders funktionssicher arbeitende und auch in baulicher Hinsicht
äußerst robuste wie auch einfache Ausführungsform läßt sich. gemäß einem weiteren
Vorschlag der Erfindung dadurch erzielen, daß die beim Belichtungsvorgang den vorauseilenden
Vorhang sowie die die Spannbänder des nacheilenden Vorhangs aufnehmenden Spulen
mit je einem Ritzel drehfest verbunden sind und beide Ritzel mit je einem koaxial
gelagerten Zahnrad im Eingriff stehen, von denen das mit der Spule des nacheilenden
Vorhangs getrieblich. verbundene Zahnrad eine federnd nachgiebig befestigte Sperrklinke
trägt, während an dem weiteren Zahnrad eine dem Eingriff derselben dienende Ausnehmung
vorgesehen und diese mit Bezug auf die Sperrklinke so angeordnet ist, daß letzterer
in die Ausnehmung selbsttätig einfällt, sobald das mit dem vorauseilenden Vorhang
ablaufende Zahnrad sich gegenüber dem anderen Zahnrad so weit relativ gedreht hat,
bis die der kürzesten Belichtungszeit entsprechende Mindestschlitzbreite erreicht
ist.
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Um eine möglichst einfache und teilesparende, zugleich jedoch der
Bildung längerer Belichtungszeiten nicht im Wege stehende Sperreinrichtung zu erzielen,
sieht eine Ausgestaltung der Erfindung ferner vor, daß die Sperrklinke aus einer
Blattfeder gebildet ist, die an ihrem beweglichen Ende mit einer der relativen Drehbewegung
der beiden Zahnräder entgegenwirkenden Sperrkante sowie mit einer eine relative
Drehung der beiden Zahnräder im Sinne einer Erweiterung des Schlitzes über die Mindestschlitzbreite
hinaus zulassenden schrägen Auflaufkante ver= sehen ist.
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Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung ist der Sperrklinke eine
sie zwangläufig bewegende Steuereinrichtung zugeordnet, die das mit dem nacheilenden
Vorhang in drehfester Verbindung stehende Zahnrad in der Ausgangs- bzw. Gespanntlage
des Verschlußsystems blockiert sowie selbsttätig freigibt, sobald das Zahnrad des
vorauseilenden Vorhangs den der Mindestschlitzbreite entsprechenden Vorlauf erreicht
hat, ferner die Sperrklinke in der Endphase der Ablaufbewegung der beiden Vorhänge
aus der die Mindestschlitzbreite gewährleistenden Sperrlage wieder herausführt.
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Zur Erzielung einer den Erfordernissen hinsichtlich baulicher Einfachheit
und funktionssicherer Arbeitsweise in vollem Umfang gerecht werdende Steuereinrichtung
ist es ferner vorteilhaft, daß diese aus einem ortsfesten, dem Umfang der beiden
Zahnräder angepaßten, beidenends mit schräg ansteigenden Kanten sowie einer zwischen
diesen liegenden Sperrnut versehenen Kurvenstück gebildet wird, mit dem ein an der
Sperrklinke vorgesehener radial gerichteter Arm zusammenarbeitet.
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Eine hinsichtlich des baulichen Aufwandes auf ein Mindestmaß beschränkte,
außerdem in funktioneller Hinsicht besondere Vorteile aufweisende Ausführungsform
läßt sich nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung dadurch erreichen, daß die
Sperreinrichtung aus zwei im Bereich der Schlitzkante des einen Vorhangs beidseitig
befestigten Sperrklinken gebildet wird, die derart gehalten und geführt sind, daß
sie nach Bildung der von den beiden Vorhängen freigegebenen Mindestschlitzbreite
selbsttätig sperrend in den Schlitz eintreten und nach Beendigung des Belichtungsvorgangs
selbsttätig wieder austreten. Diese sich im besonderen Maße durch bauliche Einfachheit
auszeichnende Anordnung ermöglicht den Verzicht auf die zusätzlichen, mit den Vorhängen
getrieblich verbundenen sowie mit der Sperrklinke zusammenarbeitenden Zahnräder.
Eine besonders zweckmäßige, sich durch ein Maximum an Funktionssicherheit auszeichnende
Anordnung ist dadurch erreichbar, daß die Sperrklinken am nacheilenden Vorhang befestigt
und mittels Zapfen in einer Kulisse gleitend geführt, ferner in Ausgangs- bzw. Gespanntlage
des Verschlußsystems einenends an einem ortsfesten Stift eingehakt sowie anderenends
an der ihnen zugekehrten Kante des voreilenden Vorhangs derart abgestützt sind,
daß sie sich mit Erreichen der Mindestschlitzbreite durch den vorauseilenden Vorhang
von dessen Kante abgleitend unter gleichzeitiger Aushakung am ortsfesten Stift selbsttätig
sperrend vor diese legen, um in der Endphase des Bewegungsablaufs durch eine Steuereinrichtung
selbsttätig wieder zum Austritt aus der Sperrlage veranlaßt zu werden. Um mit der
vorbeschriebenen erfindungsgemäß vorgeschlagenen Anordnung 'über die bereits gegebenen
Vorteile zusätzlich einen Parallaxausgleich zu erzielen, ist ferner vorgesehen,
daß die der Führung des nacheilenden Vorhangs dienenden Zapfen mit Bezug auf die
Kante dieses Vorhangs derart an den Sperrklinken angeordnet sind, daß mit dem Einfall
der Klinken in den Schlitz diese Kante in die Bewegungsebene der Kante des voreilenden
Vorhangs eintritt. Damit ist erreicht, daß die einander gegenüberliegenden Kanten
der den Schlitz bildenden Vorhänge mit gleichem Abstand an der Bildebene vorbeiziehen.
Um einen einwandfreien Funktionsablauf der, Sperreinrichtung zu gewährleisten, ist
ferner vorgesehen, daß wenigstens einer der beiden Sperrklinken eine dem Bewegungsablauf
der Vorhänge angepaßte Führungskante zugeordnet ist, die mittels einer an ihr vorgesehenen
Auflauframpe beide Sperrklinken in der Endphase der Ablaufbewegung zwangläufig aus
der Sperrstellung herausführt.
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In der nachstehenden Beschreibung und der Zeichnung ist die Erfindung
an Hand zweier Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigt .
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F i g. 1 Teile eines Schlitzverschlusses in perspektivischer Darstellung,
und zwar die Vorhang- und Spannbänderspule beim Aufwickeln während des Belichtungsvorgangs
zusammen mit derSperreinrichtung zur Begrenzung der Mindestschlitzbreite des Verschlusses,
F i g. 2 eine Teilansicht der Sperreinrichtung, die diese in der Ausgangs- bzw.
Gespanntlage des Verschlusses einnimmt, F i g. 3 eine weitere, ebenfalls in teilweiser
perspektivischer Darstellung wiedergegebene Ausführungsmöglichkeit zur Begrenzung
der Mindestschlitz breite, wobei die Sperrmittel unmittelbar im Bereich der den
Belichtungsschlitz bildenden Vorhangkanten angeordnet sind.
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Die F i g. 4 bis 9 zeigen die in F i g. 3 veranschaulichte Sperreinrichtung
in Draufsicht sowie in verschiedenen Bewegungsphasen während des Belichtungsablaufs
des Verschlusses, wobei die Spannbänder
des vorauseilenden Vorhangs
der besseren Übersicht wegen weggelassen worden sind, und zwar geben im einzelnen
zu erkennen F i g. 4 die Anordnung in Ausgangs- bzw. Gespanntlage, F i g. 5 die
Anordnung nach der Auslösung, wobei die Mindestschlitzbreite durch den vorauseilenden
Vorhang fast erreicht ist, F i g. 6 die Sperreinrichtung in ihrer Wirkstellung nach
Erreichen der Mindestschlitzbreite sowie beim Ablauf der beiden Vorhänge über das
Bildfenster, F i g. 7 den Beginn der Entriegelung der Sperreinrichtung in der Endphase
des Bewegungsablaufs, F i g. 8 die Anordnung in abgelaufenem Zustand und schließlich
F i g. 9 die Anordnung während der Rückstellung der beiden Vorhänge in die Ausgangs-
bzw. Gespanntlage.
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Beim Ausführungsbeispiel gemäß F i g. 1 ist mit 1 der vorauseilende
(öffnende) Vorhang bezeichnet. Dieser wickelt sich beim Belichtungsvorgang, wobei
das Verschlußsystem in der angedeuteten Pfeilrichtung abläuft, auf eine Spule 2
auf, deren Antrieb in an sich bekannter Weise durch eine in ihrem Innern befindliche
Antriebsfeder erfolgt. An seiner der Schlitzbildung dienenden Kante ist der Vorhang
1 durch einen Metallbügel 3 eingefaßt, an welchem die sich beim Ablauf von den nicht
dargestellten Spulen abwickelnden Spannbänder 4 und 5 eingehängt sind. Der nacheilende
(schließende) Vorhang 6 wickelt sich beim Belichtungsvorgang ebenfalls von einer
nicht weiter veranschaulichten Spule ab. An seiner am Bildfenster vorbeieilenden
Kante weist der Vorhang 6 eine als Eintauchtasche für den Metallbügel 3 ausgebildete
Metallfassung 7 auf, die zugleich der Einhängung der Spannbänder 8 und 9 dient.
Diese Bänder, die über lose gelagerte Umlenkrollen 10 und 11 geführt sind, werden
beim Belichtungsvorgang auf die Rolle 12 aufgewickelt, die in gleicher Weise wie
die vorerwähnte Spule 2 mittels einer im Innern angeordneten Feder antreibbar ist.
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Mit den Aufwickelspulen 2 und 12 ist je ein Zahnritze113 und 14 drehfest
verbunden. Beide Zahnritzel haben gleichen Umfang und gleiche Zahnteilung und stehen
jeweils mit einem Zahnrad 15 und 16 im Eingriff. Die beiden gleichachsig gelagerten
Zahnräder 15 und 16 stimmen ebenfalls hinsichtlich Durchmesser und Zahnteilung miteinander
überein und haben zu den Ritzeln 13 und 14 eine so gewählte Übersetzung, daß sie
bei der Spann- bzw. Ablaufbewegung der Vorhänge 1 und 6 weniger als eine volle Umdrehung
ausführen.
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Wie aus F i g. 1 ferner ersichtlich, ist auf dem Zahnrad 16, das mit
der Aufwickelspule 12 des nacheilenden Vorhangs 6 getrieblich verbunden ist, eine
als Blattfeder ausgebildete, einenends befestigte Sperrklinke 17 angeordnet. Während
die beiden Zahnräder 15 und 16 mit Öffnungen 15a und 16a versehen sind, weist
das antreibbare Ende der Sperrklinke 17 einen in Richtung der Zahnräder abgebogenen
Sperrlappen 17a auf. An diesem ist sowohl eine zur Bewegungsebene senkrecht verlaufende
Sperrkante 17b als auch eine schräg ansteigende, eine relative Verdrehung der beiden
Zahnräder 15 und 16 im Sinne einer Ausweitung des durch die Vorhänge 1 und 6 gebildeten
Belichtungsschlitzes zulassende Auflaufkante 17c angeformt. Der Sperrlappen 17a
der Sperrklinke 17 greift durch die öffnung 16 a des Zahnrades 16 hindurch und kann
so auf das Zahnrad 15 einwirken.
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Bei geschlossenen Vorhängen 1 und 6, also in den beiden Endstellungen
oder beim Spannvorgang liegt der Sperrlappen 17 a, wie in F i g. 2 dargestellt,
auf der oberen Stirnfläche des Zahnrades 15 auf. Mit Beginn der Ablaufbewegung des
mit dem vorauseilenden Vorhang 1 getrieblich verbundenen Zahnrades 15, an der das
Zahnrad 16 in der ersten Bewegungsphase wegen der Schlitzbildung noch nicht teilnimmt,
nähert sich die Öffnung 15a dem Sperrlappen 17a, so daß dieser schließlich
von der Oberfläche des Zahnrades 15 abgleitet und in dessen Öffnung 15a einfällt.
Damit wiederum ist erreicht, daß die beiden Zahnräder 15 und 16 während des weiteren
Bewegungsablaufs Relativbewegungen, die eine Verringerung der mit dem Einfallen
der Sperrklinke 17 erzielten Mindestschlitzbreite zur Folge hätten, nicht mehr ausführen
können. Anders hingegen die schräge Auflaufkante 17c, die eine Erweiterung des von
den beiden Vorhängen 1 und 6 gebildeten Schlitzes über die Mindestbreite hinaus
durch eine weitergehende relative Verdrehung der beiden Zahnräder 15 und 16 ermöglicht.
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Um zu verhindern, daß das mit dem nacheilenden Vorhang 6 getrieblich
verbundene Zahnrad 16 sich mit Beginn der Auslösebewegung des Verschlusses bereits
in Bewegung setzt, ferner zu erreichen, daß die die Mindestschlitzbreite gewährleistende
Sperrklinke 17 nach dem eigentlichen Belichtungsvorgang wieder außer Wirkung gesetzt
wird, ist eine Steuereinrichtung vorgesehen, die aus einem ortsfesten, dem Umfang
der beiden Zahnräder 15 und 16 angepaßten Kurvenstück 18 gebildet sein kann. Dieses
wiederum ist zweckmäßigerweise beidenends mit schräg ansteigenden Kanten 18 a und
18 b sowie einer zwischen diesen liegenden, quer zu diesen und der Bewegungsrichtung
der Zahnräder 15 und 16 gerichteten Sperrnut 18 c versehen, die in Ausgangs- bzw.
Gespanntlage der Vorhänge einen an der Sperrklinke 17 angeordneten radialen Arm
17 d aufnimmt. In Ablaufrichtung weist die Sperrnut 18 c einen Ausgang 18 d auf,
der es dem radialen Arm 17d ermöglicht, dann aus der in F i g. 2 veranschaulichten
Sperrstellung herauszutreten, wenn die öffnung 15 a nach einem gewissen,
der Mindestschlitzbreite entsprechenden Vorlauf des Zahnrades 15 in den Anordnungsbereich
der unter Vorspannung stehenden Sperrklinke 17 gekommen ist, so daß letztere mit
dem Einfall in die Öffnung 15a nach unten auszuweichen und nachfolgend einschließlich
des Zahnrades 16 an der Drehbewegung des Zahnrades 15 teilzunehmen vermag. Die schräg
ansteigende Steuerkante 18 a, die in der Endphase der beiden nach der Schlitzbildung
stets synchron ablaufenden Zahnräder 15 und 16 wirksam wird, dient dazu, die Sperrklinke
17 mit Hilfe des an ihr angeordneten radialen Arms 17d aus der Sperrlage herauszuheben,
so daß sich das mit dem nacheilenden Vorhang 6 getrieblich verbundene Zahnrad 16
am Ende des Bewegungsablaufs gegenüber dem Zahnrad 15 bis zur endgültigen Schließung
der Vorhänge 1 und 6 drehen kann.
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Werden nachfolgend die beiden Vorhänge 1 und 6 mittels der nicht weiter
veranschaulichten Vorrichtung zur gemeinsamen Rückführung in die Ausgangs-bzw. Gespanntlage
entgegen der in F i g. 1 eingezeichneten Pfeilrichtung bewegt, führen die beiden
Zahnräder 15 und 16 eine synchrone Drehbewegung
im Uhrzeigersinn
aus. Kurz bevor die beiden Vorbänge 1 und 6 ihre Ausgangs- bzw. Gespanntlage erreicht
haben, läuft der radial gerichtete Arm 17 d der Sperrklinke 17 an der schrägen Auflaufkante
18 b des Kurvenstücks 18 auf, um am Ende der Spannbewegung in die Sperrnut 18 c
einzufallen. Wie vorstehend bereits angedeutet und auch aus F ig . 2 erkennbar,
wird die Einfallbewegung des Arms 17d
dadurch vorzeitig beendet, daß die von
den Kanten 17 b und 17 c gebildete Spitze des Sperrlappens 17 a auf die obere Stirnfläche
des Zahnrades 15 auftrifft. Erst dann, wenn die beiden Zahnräder 15 und 16 in der
Anfangsbewegung des Verschlußsystems zum Zweck der Bildung des Belichtungsschlitzes
eine Relativbewegung ausführen, gelangt der Sperrlappen 17 a wieder in den Bereich
der Öffnung 15 a.
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Die vorerwähnten Zahnräder 15 und 16 könnten in Verbindung mit der
Sperreinrichtung auch mit denjenigen Spulen zusammenwirken, auf die der Vorhang
6 und die Spannbänder 4 und 5 beim Spannvorgang abgewickelt werden. Sie könnten
dabei sogar ein Bestandteil der Spannmechanik selbst sein. Würden in diesem Fall
außerdem die Spulen so groß gewählt werden, daß sie beim Spann- bzw. Belichtungsvorgang
weniger als eine volle Umdrehung ausführen und auch achsgleich angeordnet sein,
so könnten die Zahnräder 15 und 16 direkt auf die Spulen aufgesetzt werden.
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Gemäß dem in F i g. 3 bis 9 veranschaulichten Ausführungsbeispiel,
in dem die Teile, die mit denjenigen der Anordnung nach Fig. 1 und 2 identisch sind,
mit den gleichen Bezugszeichen, zusätzlich jedoch noch mit einem Strich versehen
sind, können zur Verhinderung einer Relativbewegung der beiden Vorhänge 1' und 6'
im Sinne einer Verringerung der Mindestschlitzbreite beidseitig des nacheilenden
Vorhangs 6' zweiarmige Sperrklinken 20 und 21 angebracht sein, die im Bereich der
Schlitzkante liegen. In F i g. 3, die die Einrichtung in perspektivischer Darstellung
veranschaulicht, ist der vorauseilende Vorhang 1' an seiner Schlitzkante mit einem
aus den Teilen 22 und 23 bestehenden, zugleich als Tasche ausgebildeten Metallbügel
eingefaßt. Auch der nacheilende Vorhang 6' weist an seiner Schlitzkante einen Metalbügel
24 auf, der zweckmäßig so ausgebildet ist, daß er sowohl in den beiden Endlagen
als auch beim Spannvorgang in den Metallbügel 22, 23 einzutauchen vermag. Am Metallbügel
24 können die beiden vorstehend bereits erwähnten zweiarmigen Sperrklinken 20, 21
ausgebildet oder befestigt sein.
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Wie aus der Zeichnung ersichtlich, sind am Metallbügel 22, 23 des
vorauseilenden Vorhangs 1' die beiden Spannbänder 4' und 5' eingehängt, welche beim
Spannvorgang auf nicht dargestellte, mit Bezug auf F i g. 3 bis 9 rechts liegende
Spulen aufgewickelt werden. An den abgewinkelten Enden des Metallbügels 24, die
die Sperrklinken 20 und 21 bilden, ist je ein Zapfen 26 bzw. 27 befestigt, der einmal
der Einhängung des Spannbandes 8' bzw. 9' des nacheilenden Vorhangs 6' und zum anderen
der Führung der Sperrklinke 20 bzw. 21 sowie der Schlitzkante des nacheilenden Vorhangs
6' dient. Hierzu greifen die Enden der Zapfen 26 und 27 in geradlinige, der Ablaufbewegürig
des Vorhangs 6' angepaßte Kulissen 28, 29 ein, die am nicht dargestellten Kameragehäuse
angeordnet sein können. Was die Formgebung der zweiarmigen Sperrklinken
20 und 21 anbetrifft, so ist vorgesehen, daß der dem nacheilenden
Vorhang 6' zugekehrte Arm 20 a bzw. 21 a hakenförmig ausgebildet ist zu dem Zweck,
den Vorhang 6' mittels eines ortsfest angeordneten Stiftes 30 bzw. 31 in der Ausgangs-
bzw. Gespanntlage arretieren zu können. Wird bei der vorbeschriebenen Anordnung
das Verschlußsystem ausgelöst, so verbleibt der nacheilende Vorhang 6', wie in F
i g. 4 veranschaulicht, zunächst in der Ausgangslage, während der vorauseilende
Vorhang 1' anläuft. Der dem vorauseilenden Vorhang 1' zugekehrte Arm 20 b bzw. 21
b der Sperrklinke liegt hierbei auf dem Metallbügel 22, 23 auf. Ist der vorauseilende
Vorhang 1' jedoch so weit abgelaufen, daß die Arme 20 b und 21 b mit Erreichen der
Mindestschlitzbreite ihre Abstützung am Metallbügel 22, 23 verlieren, so führen
die Sperrklinken 20, 21 sowie der Metallbügel 24 des nacheilenden Vorhangs 6' um
die hierbei als Drehachse wirksam werdenden Zapfen 26 und 27 eine Kippbewegung im
Gegenuhrzeigersinn aus. Hierzu werden die Sperrklinken 20 und 21
durch
die Zugwirkung der Spannbänder 8' und 9' veranlaßt, die ein stetes Drehmoment auf
die Klinken ausüben. Die Kippbewegung der Sperrklinken 20, 21, durch die die hakenförmigen
Arme 20a und 21 a an den Stiften 30 und 31, wie in F i g. 6 gezeigt, zwangläufig
außer Eingriff gebracht werden, erfährt dadurch eine Begrenzung, daß der Arm 20a
an einer in seinem Bewegungsbereich vorgesehenen Führungskante 32 zur Abstützung
kommt, die einenends mit einer schräg ansteigenden Auflauframpe 32a versehen ist.
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Außer der Entriegelung bewirkt die Kippbewegung der Sperrklinken 20
und 21, daß sich deren Arme 20 b und 21 b vor den Metallbügel 22, 23 legen, der
zum Zweck einer funktionssicheren Abstützung beidseitig mit je einer Sperrlasche
22a versehen sein kann. Damit ist die Mindestschlitzbreite, d. h. der Mindestabstand
zwischen dem voraus- und dem nacheilenden Vorhang 1' und 6' während des Belichtungsablaufs
garantiert. Eine weitere Folge der Kippbewegung ist darin zu erblicken, daß die
Begrenzungskante 24 a des Metallbügels 24 in die gleiche, in F i g. 6 mit strichpunktierten
Linien angedeutete Bewegungsebene wie die Begrenzungskante 23a des Metalbügels 22,
23 einschwenkt. Durch diese der Sicherung der Mindestschlitzbreite dienende Kippbewegung
der Begrenzungskante 24a lassen sich zugleich die sonst bei Schlitzverschlüssen
der konventionellen Bauweise durch Parallaxe nachteilig in Erscheinung tretenden
Belichtungsunterschiede am rechten und linken Bildrand wirksam vermeiden.
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Die vorbeschriebene Arretierung des nacheilenden Vorhangs 6' bis zur
Erreichung der Mindestschlitzbreite macht es auch möglich, bei Einstellung der kürzesten
Belichtungszeit beide Vorhänge durch entsprechende Beeinflussung der üblicherweise
in Ausgangs- bzw. Gespanntlage wirksam werdenden Halteorgane gleichzeitig freizustellen.
Die Freigabe des nacheilenden Vorhangs 6' könnte indessen auch zu einem anderen
Zeitpunkt während des Anlaufs innerhalb der Schlitzbreite O und der zu erzielenden
Mindestschlitzbreite f (s. F i g. 6) erfolgen. Ist eine größere Schlitzbreite (nicht
gezeigt), und zwar zur Erzielung einer längeren als der kürzesten Belichtungszeit
eingestellt, so laufen zwar die Funktionen, wie sie vorstehend beschrieben und in
F i g. 3 bis 7 dargestellt sind, in gleicher Weise ab, jedoch führt hierbei die
Entriegelung des nacheilenden Vorhangs 6' an den Stiften 30 und 31 noch nicht unmittelbar
zum
Nachlauf, wenn die Mindestschlitzbreite erreicht ist. Der Nachlauf
des Vorhangs 6' kann vielmehr erst dann einsetzen, wenn die an sich bekannten, mit
diesem -Vorhang zusammenwirkenden Mittel zur Bildung der Schlitzbreite (Hemmwerke
od. dgl.) diesen Vorhang freigegeben haben. Das Einschwenken der Begrenzungskante
24a in die Bewegungsebene der Begrenzungskante 23a wirkt sich hier in gleicher Weise
positiv aus, d. h. stellt für das Aufnahmeergebnis bzw. die Bildqualität einen ebenso
bedeutsamen Faktor dar wie bei der Durchführung von Aufnahmen mit der kürzesten
Belichtungszeit.
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Haben die beiden Vorhänge 1' und 6' die volle Breite des nicht dargestellten
Bildfensters passiert, so muß selbsttätig wieder die vollständige Schließung des
Belichtungsschlitzes herbeigeführt werden. Um dies zu erreichen, ist die Führungskante
32, wie vorstehend bereits angedeutet, mit einer Auflauframpe 32a versehen. Diese
wiederum veranlaßt die beim Belichtungsvorgang an der Kante zur Abstützung kommende
Sperrklinke 20 in der Endphase der Ablaufbewegung der Vorhänge 1' und 6'
zu einer Kippbewegung im Uhrzeigersinn um die Zapfen 26 und 27. Die dem vorauseilenden
Vorhang 1' zugekehrten Arme 20 b und 21 b der Sperrklinken werden dabei aus der
bisher eingenommenen Sperrlage zwangläufig herausbewegt, was zur Folge hat, daß
der nacheilende Vorhang 6' unter dem nach wie vor auf ihn einwirkenden Zug eine
im Sinne der Schließung des Belichtungsschlitzes wirksame Relativbewegung zum vorauseilenden
Vorhang 1' ausführt, sobald dieser seine Endstellung erreicht hat. Am Ende dieser
relativen Bewegung taucht der Metallbügel 24 in die Tasche des Metallbügels 22,
23 des vorauseilenden Vorhangs 1' ein, wodurch die völlige Schließung des Vorhangsystems
erreicht ist. Beim nachfolgenden Spannvorgang, wie er in F i g. 9 gezeigt ist, werden
beide Vorhänge 1' und 6' mittels einer nicht weiter veranschaulichten Vorrichtung
zur gemeinsamen Rückführung synchron miteinander bewegt und damit die Schlitzbildung
in an sich bekannter Weise wirksam vermieden.