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Vorrichtung zum Abspulen der Fadenreste von Spulen und Aufspulen derselben
auf ebenfalls nicht vollständig abgelaufene andere Spulen Die Erfindung bezieht
sich auf eine Vorrichtung zum Abspulen der Fadenreste von Spulen, insbesondere Scheibenspulen,
und Aufspulen derselben auf nicht vollständig abgelaufene, vorzugsweise gleichartige
Spulen mit auf einem Drehtisch und konzentrisch zur Drehtischachse angeordneten
und gemeinsam angetriebenen Spulspindeln und einer stationären Beschickungsstation.
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Es sind Spulmaschinen mit auf einem Kreis angeordneten und gemeinsam
angetriebenen Spulspindeln bekannt. Bei ihnen wird der Faden jeweils über einen
Changierfadenführer der Spulspindel zugeführt. Bei ihnen muß der gemeinsame Antrieb
abgestellt werden, um die Ablaufspulen auszuwechseln.
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Es ist auch schon eine Spulmaschine für Draht bekannt, bei der die
jeweils über eine Kupplung von einem gemeinsamen Antrieb gedrehten Spulspindeln
auf einem Drehtisch konzentrisch und parallel zur Drehtischachse angeordnet sind
und der Drehtisch eine stationäre Beschickungsstation hat, an der die Kupplung der
dort befindlichen Spulspindel ausgerückt ist. Bei ihr befinden sich die Ablaufspulen
auf einem stationären Gestell, der Draht wird über Führungsrollen dem jeweils jeder
Spulspindel zugeordneten Changierfadenführer zugeführt.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfache und wirtschaftlich
arbeitende Vorrichtung zu schaffen, mit der die Fadenreste von einer Spule unmittelbar
auf eine ebenfalls nicht vollständig abgelaufene andere Spule umgespult werden können.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß
jeweils eine angetriebene Spulspindel und eine mit einer Spindelbremse versehene
Ablaufspulspindel paarweise im wesentlichen parallel nebeneinander auf dem Drehtisch
angeordnet sind und daß der den Spulspindeln gemeinsame Antrieb so ausgebildet ist,
daß die Spulspindel des sich jeweils an der Beschickungsstation befindenden Spindelpaares
vom Antrieb frei ist.
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Bei dieser erfindungsgemäßen Ausbildung der Vorrichtung ist ein besonderer
Changierfadenführer überflüssig, da der Faden zwischen den beiden Spulen unter Spannung
gehalten wird und die Spulen im wesentlichen parallel dicht nebeneinanderliegen,
so daß der Faden bestrebt ist, im wesentlichen gerad linig von der einen Spule auf
die andere Spule zu laufen. Da nur Fadenreste umgespult werden, ist ein häufiges
Auswechseln der Ablaufspulen erforderlich.
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Bei der erfindungsgemäßen Ausbildung der Vorrichtung ist dazu ein
Abstellen des Antriebs der Vorrichtung überflüssig; der Drehtisch braucht nur so
gedreht zu werden, daß sich das Spindelpaar mit der
leeren Ablaufspule an der Beschickungsstation
befindet, an der dann die entsprechende Spulspindel vom Antrieb frei ist.
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Es ist bereits eine Spulmaschine bekannt, bei der eine besondere
Scheibentrommel vorgesehen ist, auf der der Fadenrest der Ablaufspule ohne Changierfadenführer
aufgewickelt wird. Dort wird der Fadenrest überkopf durch einen feststehenden Fadenführer
von der Ablaufspule abgezogen. Eine Scheibentrommel ist aber eine kurze Trommel,
bei der ein hin- und hergehender Fadenführer an sich schon nicht wichtig ist. Zudem
wird der auf die Scheibentrommel aufgewickelte Fadenrest nicht weiterverwendet,
so daß es auf ein geordnetes Aufwickeln nicht ankommt.
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Besonders einfach wird die Vorrichtung, wenn die Wirtel der auf einem
Kreis angeordneten Spulspindeln von einem gemeinsamen Riemen angetrieben werden,
dessen Antriebsrolle der Beschickungsstation gegenüber radial außerhalb dieses Kreises
liegt. Bei dieser Ausbildung ist der Wirtel der sich an der Beschickungsstation
befindenden Spulspindel vom
Antrieb frei, weil dort der Riemen über
die Antriebsrolle läuft.
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Der Antrieb mehrerer Spulspindeln über einen gemeinsamen Antriebsriemen
ist an sich bereits bekannt.
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Wenn die Spulspindeln, wie eben beschrieben, angetrieben werden,
wird gleichzeitig auch ein Drehmoment auf den Drehtisch ausgeübt, so daß es für
das Weiterschalten des Drehtisches nur erforderlich ist, gemäß einem weiteren Merkmal
eine wahlweise zu betätigende Brems- und Rasteinrichtung vorzusehen, die den Drehtisch
während des normalen Betriebs an der Mitnahme durch den Antriebsriemen hindert.
Soll der Drehtisch weitergeschaltet werden, braucht nur einfach die Brems- und Rasteinrichtung
vom Drehtisch abgehoben zu werden.
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Um nach dem Auswechseln der Ablaufspulen die Garnenden aneinanderzuknüpfen,
muß ein ziemliches Stück der Faden- bzw. Garnenden von beiden Spulen abgezogen werden.
Da der Faden beim Aufspulen nicht durch einen Changierfadenführer geführt wird,
müßte die Bedienungsperson das lose Garn zunächst von Hand führen, wenn der Drehtisch
einen Schritt weitergeschaltet ist und die betreffende Spulspindel wieder zu laufen
beginnt. Hierdurch wäre die Bedienungsperson jedoch nicht frei, um den nächsten
Auswechselvorgang auszuführen. Um hier Abhilfe zu schaffen, ist bei der Vorrichtung
nach einem noch weiteren Merkmal der Erfindung eine in Berührung mit einem Teil
der Ablaufspule, z. B. dem Flansch einer Scheibenspule, verbringbare angetriebene
Rolle vorgesehen, mit der das für das Anknüpfen der Garnenden von der Ablaufspule
abgezogene Garn auf diese wieder zurückgespult werden kann.
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An automatischen Spulmaschinen sind solche Rollen zum Rückdrehen
einer Spule zum Zwecke des Suchens des Fadenendes bekannt.
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Eine einfache Konstruktion für eine mit der Ablaufspule in Berührung
verbringbare angetriebene Rolle ergibt sich dann, wenn die angetriebene Rolle an
einem Schwenkhebel gelagert wird, der normalerweise durch eine Feder in einer Ruhestellung
gehalten wird, wobei dann ein vom Schwenkhebel beim Schwenken betätigter Schalter
für das Ein- und Ausschalten des Antriebsmotors der Rolle vorgesehen ist.
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Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert. In dieser zeigt Fig. 1 eine perspektivische Darstellung einer bevorzugten
Ausbildungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, F i g. 2 eine teilweise weggebrochen
gezeichnete perspektivische Darstellung des Ausführungsbeispiels nach F i g. 1,
aus der weitere Teile ersichtlich- sind, F i g. 3 eine schematische perspektivische
Darstellung und die bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 verwendete Brems- und
Weiterschalteinrichtung bei deren Betrachtung von der Rückseite, Fig. 4 einen Teilschnitt
längs der Linie 4-4 in Fig. 3 durch die Brems- und Weiterschalteinrichtung, Fig.
5 einen schematisch gezeichneten Grundriß9 der die Arbeitsweise der Einrichtung
zum Ausschalten des Durchhangs erkennen läßt, g. g. 6 in einer schematischen perspektivischen
Darstellung den Vorgang des Verbindens der Garnenden einer Aufwickelspule und einer
zu leerenden Spule,
F i g. 7 die Schaltung der erfindungsgemäßen elektrischen Steuereinrichtung
und F i g. 8 eine schematische perspektivische Darstellung einer an der Beschickungsstation
der Ausbildungsform nach Fig. 1 vorgesehenèn Breniseinrichtung fiir eine Aufwickeispule.
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Gemäß den Zeichnungen ist ein Drehtisch 11 mit mehreren Aufspulspindeln
13 und mehreren Spindeln is Tür die Ablaufspulen vorgesehen, und dieser Drehtisch
ist so angeordnet, daß er nach Bedarf um eine senkrechte Achse gedreht werden kann.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel umfaßt der Drehtisch zwei in einem gegenseitigen
Abstand angeordnete kreisrunde Platten 17 und 19, die in geeigneter Weise fest mit
einer senkrecht angeordneten, frei drehbaren Welle 25 (Fig. 2) verbunden sind; die
Welle 25 ist auf geeignete Weise in einem auf einem Gestell 29 angeordneten Lageraggregat
21 drehbar gelagert. Es können -Abstandsstücke 31 sowie Befestigungsschrauben 33
verwendet werden, um die beiden Platten 17 und 19 miteinander zu verbinden.
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Bei der dargestellten Ausbildungsform sind die Aufspulspindeln 13
und die Spindeln 15 für die Ablaufspulen miteinander abwechselnd und gegeneinander
versetzt so angeordnet, daß die Auflaufspindem 13 von der Achse des Drehtisches
11 weiter entfernt sind als die Spindeln 15 für die Ablaufspulen. Die verschiedenen
Aufspulspindeln können bei dieser Ausbildungsform von bekannterKonstrúktion sein
und ine -Halslagerunterstützung 35 umfassen, die auf der unteren kreisrunden Platte
19 befestigt ist; ferner ist bei jeder dieser Anfspulspindeln 13 ein Wirtel 3q vorgesehen,
der durch einen Riemen 39 angetrieben wird, um die Spindel zu drehen, die ihre Drehbewegung,
z. B. durch einen- mit Mitilehmern 45 versehenen Spindelfuß, auf die Aufwickelspule
43 überträgt. Jede Aufspulspindel 13 ragt durch eine geeignete Öffnung in der oberen
kreisrunden Platte 17 nach oben und erstreckt sich oberhalb der oberen Platte 17,
um eine Spule aufnehmen zu können.
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Die Spindeln 15 fur die Ablaufspulen 44 sind vorzugsweise von der
gleichen Bauart wie die als Aufwickelspindeln verwendeten. Die Spindeln 15 werden
durch eine einstellbäre Bremseinrichtung 49 (F i g. 2) abgebremst, wo für jede Spindel
15 ein Bremsband 51 vorgesehen ist, das an einem in die untere kreisrunde Platte
19 eingebauten Stift 52 verankert ist; das Bremsband greift an dem Wirtel 37 mit
einem gewählten Bremsdruck, der durch eine Zugfeder 53 aufgebracht wird, die mit
Hilfe eines Schrauben- und Mutteraggregats 55 eingestellt werden kann. Dieses Aggregat
ist mit einem starren, zentral angeordneten Ring 57 verbunden, der an der unteren
kreisrunden Platte 19 befestigt ist.
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Beim Ausführungsbeispiel werden sowohl die Aufwickelspindeln 13 als
auch der sie tragende Drehtisch 11 mit Hilfe eines Treibriemens 39 angetrieben,
der mit einer Ausnahme an sämtlichen Wirteln 37 der Aufspulspindeln 13 angreift;
bei der Ausnahme handelt es sich um diejenige Aufspulspindel 13 a (F i g. 8), die
sich jeweils an der Beschickungsstation 63 befindet; der Riemen 39 wird durch eine
Riemenscheibe 65 (F i g. 1) mit einer geeigneten Geschwindigkeit angetrieben; zu
diesem Zweck ist eine Welle 67 vorgesehen, die von einem an dem Gestell 29 angebrachten
Elektromotor 71 aus über einen Treibriemen 69 und zwei Riemenscheiben angetrieben
wird,
die eine Herabsetzung der Drehzahl bewirken. Der Motor 71 läuft so lange wie die
Maschine betrieben wird, so daß sämtliche Aufspulspindeln 13 mit Ausnahme der Spindel
13 a, die sich an der Beschickungsstation befindet, ständig umlaufen. An der Beschickungsstation
63 wird der Treibriemen 39 gegenüber der betreffenden Spindel 13 a nach außen geführt,
so daß er über die Riemenscheibe 65 läuft, die unterhalb einer gekrümmten Schutzplatte
73 angeordnet ist, welche an der Beschickungsstation angebracht ist. Somit wird
der Treibriemen 39 vollständig von jeder Aufspulspindel 13 abgehoben, die sich jeweils
an der Beschickungsstation befindet, während der Treibriemen in Antriebsverbindung
mit allen übrigen Aufspulspindeln steht und sie über ihre Wirtel 37 antreibt; außerdem
wird durch diesen Riemen auch der Drehtisch 11 angetrieben, d. h., auf den Drehtisch
wird ein um dessen Achse wirkendes Drehmoment aufgebracht, das bestrebt ist, den
Drehtisch um seine senkrechte Achse in der Bewegungsrichtung des Treibriemens und
der einzelnen Aufspulspindeln 13 zu drehen. Bei dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel
wird der Riemen 39 durch den Motor 71 entgegen dem Uhrzeigersinne angetrieben, so
daß sich die Aufspulspindeln 13 bei Betrachtung von oben entgegen dem Uhrzeigersinne
um ihre Achsen drehen, und auf den Drehtisch 11 wird ein ebenfalls entgegen dem
Uhrzeigersinne wirkendes Drehmoment aufgebracht, das bestrebt ist, den Drehtisch
entgegen dem Uhrzeigersinne um seine Mittelachse zu drehen.
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Der Drehtisch 11 läuft jedoch nicht kontinuierlich um, sondern er
wird wahlweise abgebremst und wieder freigegeben, um sich weiter drehen zu können;
zu diesem Zweck sind gemäß Fig. 3 bei 75 eine Bremsbacke 77 und ein Raststift 99
vorgesehen. Die Bremsbacke 77 ist mit einem Bremsbelag 79 versehen und wird zeitweise
in Berührung mit der zylindrischen Umfangsfläche 81 der unteren Platte 19 gebracht;
die Umfangsfläche 81 kann aus einem beliebigen geeigneten verschleißbeständigen
Material, wie beispielsweise Stahl, bestehen. Zu diesem Zweck ist die gebogene Bremsbacke
77, 79 (Fig. 4) auf einer senkrechten Lagerachse 83 angeordnet, die in Lagern 85
drehbar ist, welche in einem gegenseitigen Abstand an dem Gestell 29 angebracht
sind. Zwischen den beiden Lagern 85 ist an der Achse 83 ein Betätigungshebel 87
befestigt, der so vorgespannt ist, daß die Bremsbacke 77 in Berührung mit der Umfangsfiäche
81 der unteren Drehtischplatte gehalten wird; zu diesem Zweck ist eine Zugfeder
89 vorgesehen, die eine Verbindung zwischen dem äußeren Ende des Betätigungshebels
87 und dem Gestell 29 herstellt. Der Bremsbetätigungshebel 87 kann entgegen der
Feder 89 im Uhrzeigersinne bewegt werden, z. B. durch einen Hochleistungselektromagneten
91, dessen beweglicher Anker 91 a mit dem Hebel 87 durch ein geeignetes Gestänge
verbunden ist, z. B. durch einen gemäß F i g. 3 bei 95 gelagerten Winkelhebel 93
und ein Verbindungsstück 97. Wenn der Elektromagnet 91 eingeschaltet wird, wird
der Anker 91 a nach unten gezogen, so daß der Winkelhebel 93 gemäß F i g. 3 entgegen
dem Uhrzeigersinne um seine Lagerachse 95 geschwenkt wird, um das Verbindungsstück
97 nach außen zu bewegen, so daß der Betätigungshebel 87 und die Bremse 77, 79 entgegen
der Kraft der Feder 89 im Uhrzeigersinne gedreht werden, um die Bremse 77, 79 zu
lösen
und den noch zu beschreibenden Raststift 99 aus dem Drehtisch 11 auszurasten,
so daß der Drehtisch durch den Treibriemen 39 gedreht werden kann.
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Der Drehtisch 11 soll schrittweise gedreht werden wobei die Länge
dieser Schritte so bemessen ist, daß die Aufspulspindel 13 zusammen mit der betreffenden
Spule zu der Beschickungsstation 63 gebracht werden, woraufhin der Drehtisch 11
durch die Bremseinrichtung jeweils genau in der gewünschten Stellung zum Stillstand
gebracht wird, so daß die betretende Aufspulspindel 13 a nicht mehr in Umdrehung
gesetzt wird. Um dies zu erreichen, umfaßt die Bremse nicht nur die an der zylindrischen
Umfangsfiäche der unteren Drehtischplatte angreifende gebogene Bremsbacke 7i, sondern
am äußeren Ende der Bremsbacke ist ein unter Federspannung stehender Raststift 99
(Fig. 4) vorgesehen, der mit nachgiebigem Druck an der zylindrischen Umfangsfläche
81 der unteren Drehtischplatte 19 angreifen kann, wenn die Bremsbacke 77, 79 durch
die Zugfeder 89 nach innen gezogen wird, und der außerdem in Bohrungen 107 in der
Umfangsfläche 81 der unteren Drehtischplatte 19 eingreifen kann. Der Raststift 99
kann sich in einer Öffnung 101 der gebogenen Bremsbacke 77 bewegen und ist nach
außen durch eine Druckfeder 103 nachgiebig vorgespannt; die Druckfeder liegt in
einem becherförmigen Gehäuse 105.
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Die Bohrungen 107 sind in den gleichen Winkelabständen verteilt wie
die Aufspulspindeln 13 und zur Lage des Raststiftes 99 so angeordnet, daß die Aufspulspindeln
nacheinander in einer Stellung gehalten werden, bei der der Treibriemen 39 die jeweils
an der Beschickungsstation 63 befindliche Spindel nicht antreibt. Bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel wird die schrittweise Drehbewegung des Drehtisches 11 durch
die Bedienungsperson mit Hilfe eines Schalters 109 (Fig 7) gesteuert, der gemäß
Fig. 1 am Bedienungsplatz 111 in der Nähe der Beschickungsstation 63 angeordnet
ist, und der durch Federkraft geöffnet gehalten wird und mit einem Magneten 91 verbunden
ist. Die Bedienungsperson schließt den Schalter 109 jeweils kurzzeitig; hierdurch
wird ein Einschaltstromkreis für die Wicklung des Magneten 91 geschlossen; außerdem
wird hierbei ein Haltestromkreis geschlossen, der ein normalerweise stromloses HaltereIais
113 und dessen normalerweise offene Kontakte 115 umfaßt, um den Elektromagnet 91
eingeschaltet zu halten. Wenn der Elektromagnet 91 eingeschaltet wird, wird die
Bremsbacke i7 von der Umfangsfläche der Drehtischplatte 19 abgehoben und der Raststift
99 aus der entsprechenden Bohrung 107 ausgerastet, so daß der Drehtisch durch den
Treibriemen 39 entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht werden kann. Der Drehtisch 11
läuft dann entgegen dem Uhrzeigersinn um, bis der Einschaltstromkreis 113, 115,
117 des Elektromagneten unterbrochen wird. Dieses Unterbrechen des Stromkreises
erfolgt mit Hilfe eines Stoppschalters 117 a, der nacheinander durch mehrere Betätigungsorgane
119 betätigt wird, welche sich synchron mit dem Drehtisch bewegen. Die Winkelabstände
zwischen den Betätigungsorganen 119 auf dem Drehtisch sind ebenso groß wie die Winkelabstände
zwischen einander benachbarten Aufspulspindeln, so daß das Ausschalten des Magneten
91 und die erneute Betätigung der Bremse und des Raststiftes kurz vor dem Zeitpunkt
erfolgen, in dem die betreffende Aufspulspindel die gewünschte Stellung an der Beschickungsstation
erreicht.
Bei der hier beschriebenen bevorzugten Ausbildungsform
dienen die unteren Enden der Halslager der Aufspulspindeln 13, die aus der unteren
kreisrunden Platte 19 des Drehtisches 11 nach unten herausragen, als Schalterbetätigungsorgane
119.
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Es ist erwünscht, daß jede Aufwickelspule 43 (Fig. 6) mit einer geringen
I(raft gegen Drehbewegungen gesichert ist, während sie sich an der Beschickungsstation
63 befindet. Zu diesem Zweck ist gemäß F i g. 8 eine Bremse 118 in der Nähe der
Beschickungsstation 63 so angeordnet, daß sie nacheinander an den Wirteln der Aufspulspindeln
13 angreifen kann, wenn sich die betreffende Spule an der Beschickungsstation befindet.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Spindelbremse 118 an der Beschickungsstation
in Form eines starren Bremsarms 118a ausgebildet, der auf geeignete Weise an einer
Achse 118b befestigt oder ausgebildet ist; die Achse 118b ist in zwei Lagern 120
um eine senkrechte Achse drehbar gelagert; diese Lager 120 sind an dem Gestell 29
angebracht. Das äußere Ende des Bremsarms 118 a trägt ein mit dem betreffenden Wirtel
37 zusammenarbeitendes nachgiebiges Bremsorgan 118c, bei dem es sich vorzugsweise
um einen Streifen aus Leder handelt, der die gewünschte schwache Bremswirkung auf
den Wirtel 37 ausübt.
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Der Bremsarm und das Bremsorgan sind z. B. durch eine an dem Gestell
29 verankerte Zugfeder 122, die mit ihrem anderen Ende an einem an der Achse 118
b angebrachten oder ausgebildeten Arm 118 f befestigt ist, nachgiebig in Richtung
auf den Wirtel 37 einer an der Beschickungsstation 63 befindlichen Aufspulspindel
13 vorgespannt. Damit die Bremsstellung des Bremsorgans 118 c leicht eingestellt
werden kann und um eine zu starke Abbremsung des Wirtels zu verhindern, während
sich die betreffende Aufspulspindel 13 von der Beschickungsstation weg bewegt, ist
ein verstellbarer Anschlag 124, z. B. in Form einer Stellschraube und eines Tragorgans
mit einer Gewindebohrung, in der Nähe des Arms 118f vorgesehen. Wenn die Bewegung
des Bremsorgans 118 c nicht in dieser Weise begrenzt wird, besteht in manchen Fällen
die Gefahr, daß die Bremse eine Drehbewegung der Aufspulspindel 13 in der umgekehrten
Richtung hervorruft, wenn der Drehtisch 11 weitergedreht wird, um die Aufspulspindel
von der Beschickungsstation 63 wegzubremsen, so daß das Garn während des ersten
Teils der Bewegung des Drehtisches von der betreffenden Spule abgewickelt wird.
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Der Anschlag 124 ermöglicht es, die gewünschte Bremswirkung hervorzurufen,
ohne daß eine zu starke Reibung auf den Wirtel aufgebracht wird, wenn die Aufspulspindel
von der Beschickungsstation weg bewegt wird.
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Ferner ist es erwünscht, die Garnenden bei den Aufwickelspulen 43
im wesentlichen in unmittelbarer Nähe dieser Spulen zu halten, wenn der Garnvorrat
auf den betreffenden zu leerenden Spulen im Verlauf der Bewegung der beiden Sätze
von Spulen von der Beschickungsstation 63 weg und zu dieser zurück aufgebraucht
worden ist. Zu diesem Zweck ist längs einer Seite jeder Aufwickelspule eine weiche
Bürste 121 in senkrechter Stellung angeordnet; die Borsten dieser Bürsten können
an den Garnkörpern auf den verschiedenen Aufwickelspulen 43 angreifen.
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Jede Bürste 121 ist vorzugsweise unter einem kleinen Winkel zur Umfangsfläche
des Garnkörpers eingestellt, so daß eine leichte Bürstwirkung auf die
Garnkörper
ausgeübt wird, wenn die Spulen durch den Treibriemen gedreht werden. Diese leichte
nachgiebige Wirkung der Bürsten auf die Garnkörper führt nicht zu einer bemerkbaren
Störung des Auf-. spulens und des Garnvorschubs, und ihre Bedeutung besteht darin,
daß das Garn auf den Spulen in der richtigen Lage gehalten wird, und zwar insbesondere
nach dem Aufbrauchen des Garnvorrats einer zu leerenden Spule.
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In der Nähe der Beschickungsstation 63 befindet sich ein Tisch 123,
auf dem eine Nähmaschine 125 von geeigneter bekannter Konstruktion angeordnet ist.
Dieser Nähtisch 123 kann außerdem den Hauptschalter 127 für den Motor 71 tragen,
durch den der Riemen 39 zum Antreiben der Wirtel 37 angetrieben wird. Beim normalen
Betrieb der Vorrichtung steht die Bedienungsperson vor der Nähmaschine 125 in der
Nähe der Beschickungsstation 63.
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Bei der dargestellten Ausbildungsform ist die Einrichtung zum Beseitigen
des Garndurchhangs als durch einen Motor angetriebene Reibscheibe 133 (Fig.5) ausgebildet;
diese Reibscheibe ist auf der Antriebswelle 135 eines Elektromotors 137 um eine
senkrechte Achse drehbar angeordnet, und der Elektromotor 137 wird von einem winkelbeweglichen
Arm 139 getragen, der auf einer Säule 141 um eine senkrechte Achse schwenkbar angeordnet
ist; die Tragsäule 141 erstreckt sich neben dem Drehtisch 11 nach oben und wird
durch das Gestell 29 unterstützt.
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Der schwenkbare Arm 139 hat eine solche Länge, daß die Reibscheibe
133 an der ringförmigen Umfangsfläche des oberen Flansches einer an der Beschickungsstation
befindlichen, zu leerenden Spule 44 angreifen kann. Ferner ist z. B. eine Zugfeder
142 vorgesehen, die eine Verbindung zwischen dem Schwenkarm 139 und einem in dessen
Nähe angeordneten Führungsarm 143 herstellt und den Arm 139 so vorspannt, daß die
Reibscheibe 133 an der Beschickungsstation von der zu leerenden Spule 44 abgehoben
ist. Nach Beendigung des Zusammennähens der beiden Garnenden von der zu leerenden
Spule und der Aufwickelspule betätigt die Bedienungsperson den Arm, indem sie ihn
mit Hilfe eines Griffes 145 oder durch unmittelbares Erfassen des Arms 139 auf sich
zu zieht, um so das Reibrad 133 zur Anlage am oberen Flansch der an der Beschickungsstation
befindlichen zu leerenden Spule zu bringen, wie es in Fig. 5 angedeutet ist. Der
Antriebsmotor 137 für die Reibscheibe 133 ist normalerweise ausgeschaltet, wenn
die Reibrolle ihre zurückgeschwenkte Stellung nach F i g. 1 einnimmt, die in F i
g. 5 mit Vollinien dargestellt ist, und es sind Maßnahmen getroffen, um den Motor
137 automatisch einzuschalten, wenn die Reibscheibe 133 zur Anlage am Flansch der
zu drehenden Spule 44 gebracht wird, wie es in F i g. 5 mit gestrichelten Linien
angedeutet ist. Zu diesem Zweck ist der Schwenkarm 139 mit einem als Nocken wirkenden
Fortsatz 147 versehen, der einen geeigneten Schalter, z. B. einen Mikroschalter
149, betätigen kann, welcher ortsfest auf der feststehenden Tragsäule 141 für den
Schwenkarm angeordnet sein kann. Der Schalter 149 ist normalerweise offen, und er
ist mit dem Stromkreis für den Motor 137 zum Antreiben der Reibscheibe 133 in Reihe
geschaltet. Wenn der Schwenkarm bewegt wird, um die Reibscheibe in Berührung mit
der betreffenden Spule 44 zu bringen, betätigt der Fortsatz 147 den Fühler des Mikroschalters
149, so daß der
Schalter geschlossen wird und der Motor 137 anläuft.
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Der Motor 137 läuft bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel im Uhrzeigersinn
um, so daß die Reibscheibe die Spule 44 entgegen der normalen Richtung des Abziehens
von Garn beim Umspulen des Garns auf die Aufwickelspule antreibt. Wenn der Schwenkarm
139 so bewegt wird, daß die Reibscheibe 133 an dem Flansch der Spule 44 an der Beschickungsstation
63 angreift, wird somit die Reibscheibe angetrieben, um die Spule 44 in Umdrehung
zu versetzen, damit der Durchhang des Garns zwischen der Aufwickelspule 43 a und
der neuen Spule 44 beseitigt wird. Hierauf kann die Bedienungsperson den Bremslöseschalter
109 niederdrücken, um den Drehtisch 11 freizugeben, der dann durch den Treibriemen
39 gedreht wird.
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Beim Betrieb der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es erwünscht,
daß die Bedienungsperson sämtliche benötigten Materialien möglichst griffbereit
zur Verfügung hat, d. h. eine Zuführungsquelle für zu leerende Spulen, eine Zuführungsquelle
für Aufwickelspulen und eine Ablageeinrichtung zum Aufnehmen der fertig aufgespulten
Spulen, die so weit gefüllt worden sind, daß sie als volle Spulen anzusprechen sind.
Zu diesem Zweck ist eine Zuführungsrutsche 151 für nur teilweise gefüllte Spulen
vorgesehen, die auf die Bedienungsperson zu nach unten geneigt ist, sich auf der
entgegengesetzten Seite des Nähtisches 123 befindet und auf einem geeigneten, hier
nicht gezeigten Gestell ruht. Ferner ist auf einer Seite der Zuführungsrutsche für
die nur teilweise gefüllten Spulen eine Rutsche 155 zum Aufnehmen der vollständig
gefüllten Spulen angeordnet, die sich von der Bedienungsperson aus nach hinten und
unten erstreckt und ebenfalls durch ein hier nicht gezeigtes Gestell unterstützt
wird. Die beiden Rutschen 151 und 155 weisen vorzugsweise zum Führen der Spulen
dienende Seitenwände 159 bzw. 161 auf, und am unteren Ende der Rutsche 151 ist eine
Stirnwand 163 zum Festhalten der Spulen vorgesehen. Eine Bedienungsperson kann in
geeigneten Zeitabständen weitere teilweise gefüllte Spulen in die Rutsche 151 einlegen
und der Rutsche 155 gefüllte Spulen entnehmen.