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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Resonanzkörpern für
Saiteninstrumente, mittels Abstandshalter und Druckbalken Die Erfindung betrifft
ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Resonanzkörpern für Saiteninstrumente
durch Angleichen der Holzdicken, Leim- und Lackstärken und -härten an vorhergehende
Meßergebnisse, bezogen auf eine Mittellinie.
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An sich sind solche Verfahren bekannt, wobei die Ermittlung des für
die Anspielmöglichkeit und Klangfarbe von Saiteninstrumenten maßgebenden Spannungsausgleichs
der Resonanzkörper, durch eine einfache mechanische Methode erfolgt. Bei diesen
Verfahren werden die Resonanzkörper durch Angleichen der Holzdicken, Leim- und Lackstärken
und -härten an vorhergehende Meßergebnisse ausgewertet, wobei der Resonanzkörper
auf eine Bezugslinie bezogene Durchbiegungsbelastung unterworfen wird und die sich
ergebenden Unterschiede der Biegungsspannungen ermittelt und in der Nacharbeit der
Resonanzkörper ausgewertet werden. Man bedient sich dabei einer Druck- und Meßvorrichtung
zur Ausführung des Verfahrens, bei der ein die Bezugsmitte des Resonanzkörpers belastender
Druckbalken an den Enden mit Bolzen zum Unterfassen der Plattenränder und zur Führung
von Belastungsfedern versehen ist, deren Spannung durch Spannmittel verändert und
jeweils von einer Anzeigevorrichtung bzw. Meßvorrichtung abgelesen werden kann.
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Der Vorteil liegt besonders darin, daß diese Methode mit einfachen
mechanischen Meßeinrichtungen durchgeführt werden kann und zur Erreichung befriedigender
Ergebnisse von der Vorlage alter Meisterinstrumente abgesehen werden kann.
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Da ja die einheitliche Klangwirkung von dem Zusammenklingen der beiden
seitlich von den unterstützten Mittelpunkten-Linien oder -Flächen liegenden Partien
abhängt, kann man die für den Zusammenbau vorgesehene Tafel einer Reihe von Biegeproben
mit nachfolgenden Nacharbeiten unterwerfen, bis sich auf den Meßeinrichtungen ein
gleicher Zeigerausschlag ergibt. Diese Biegeproben können dann jeder Verformung
und mit dem Fortschreiten des Zusammenbaues wiederholt werden, so daß man auch nach
vollendetem Zusammenbau, ein übereinstimmendes Bild der Ergebnisse erwarten kann.
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Die Einrichtung für die Durchführung dieser Methode ist jedoch mangelhaft,
indem in der Hauptsache nur drei Querdruckbalken mit Anzeigevorrichtungen vorgesehen
sind. Die Meßergebnisse sind daher auch nicht so vollkommen, wie sie wünschenswert
wären.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde die Herstellung von Resonanzkörpern
durch bessere Meßergebnisse zu verbessern. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß der Resonanzkörper an vielen Längs- und Querstellen Biegungsbelastungen
unterworfen wird und die sich ergebenden Unterschiede der Biegespannungen ermittelt
und in der Nacharbeit der Resonanzkörper ausgewertet werden. Die Vorrichtung dazu
ist gewissermaßen als ein Drucknetz gebildet mit Längs- und Querbalken, wobei der
Längsbalken an seinen beiden Enden gegabelt ist. Die Längs- und Querbalken besitzen
Einkerbungen, so daß sie ineinander geschachtelt werden können. Jedes Ende der Balken
ist mit einer Druck-und Meßeinrichtung bekannter Bauart versehen. Mit diesem sogenannten
Drucknetz kann eine umfassende feine Abtastung und Druckbestimmung der ganzen Geigenplatte
erfolgen. Außerdem können fertige Geigen, also mit daran befindlichem Hals usw.,
eingespannt und entsprechend nachgearbeitet und auf beste, gleichmäßige Klangfarbe
gebracht werden.
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Die Druckbolzen, welche unter die Platte des Instrumentes fassen,
sind nach unten hin verlängert und unter dem Instrument auf einer besonderen Platte
befestigt.
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Die Zeichnung veranschaulicht den Erfindungsgegenstand in beispielsweiser
Ausführung. Es zeigt F i g. 1 eine Draufsicht auf eine Geige, mit Drucknetz, bei
dem der Mittelbalken gegabelt ist, F i g. 2 eine gleiche Ansicht mit Drucknetz,
mit gerade durchgeführtem Mittelbalken, F i g. 3 einen Längsschnitt durch eine Geige,
mit Drucknetz und Meßvorrichtungen.
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Das sogenannte Drucknetz besteht aus beispielsweise drei Querbalken
1, 2 und 3 sowie einem Längsbalken 4, gerade durchlaufend, oder einem Längsbalken
5, der an seinen beiden Enden Gabelungen 5 b
aufweist. Die einzelnen Längs-
und Querbalken haben Einkerbungen 7, so daß sie ineinandergeschachtelt werden können.
Das gleiche Balkennetz mit dem
Längsbalken 4 a ist in einigem Abstand
über dem unteren Netz angeordnet. Jeder Balken ist mit einer entsprechenden Wasserwaage
5 a versehen.
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Am Ende jedes Balkens ist eine Druck- und Meßeinrichtung vorgesehen.
Diese besteht in bekannter Weise aus der Schraubhülle 6, einem Spannkopf 9, einem
Spannbolzen 10 mit daraufsitzender Feder 11, einer Klaue 12, einem Ziffernblatt
17 und einem Zeiger 18. Der Bolzen 10 hat nach unten hin eine Verlängerung 13, deren
Ende mit einem Fuß 14 versehen ist. Er ruht auf einer Platte 15, auf welcher er
mit seiner Flügelmutterschraube 16 befestigt ist.
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Wie ersichtlich, ist der Abstandsbalken und Druckbalken 5 an den Enden
mit vier Druck- und Anzeigevorrichtungen 6 versehen. Alle anderen Abstands-und Druckbalken
sind mit zwei solcher Vorrichtungen versehen. Alle Balken zusammen bilden ein übereinändergelagertes
doppeltes Netz. Dasselbe wird über die Bolzen 10 geführt, wobei die Druckfedern
11 auf den Bolzen 10 zwischen dem Druckbalkennetz und dem Abstandsbalkennetz zu
liegen kommen. Die Druck- und Meßeinrichtung wird dann mit den Hülsen 6 am oberen
Ende der Bolzen 10 befestigt.
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Die Klauen 12 fassen unter die Enden der Resonanzplatte B.
Durch Drehen an der Vorrichtung 9 wird infolge des Drucknetzes ein bestimmter Druck
auf den Resonanzboden 8 ausgeübt, der sich in bekannter Weise durch übertragungsteile
auf den Zeiger 18 auswirkt und auf eine Skalenscheibe 17 übertragen wird. Erst wenn
alle Meßergebnisse sämtlicher Skalen einen gleichen Wert anzeigen, ist für den Resonanzboden
8 das beste Resultat erzielt.
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Von besonderem Vorteil ist, daß mittels diesem Drucknetz, auch fertige
Geigen nachgeprüft, bzw. nachgearbeitet und auf beste Klangfarbe gebracht werden
können.
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Die Wasserwaagen 5a haben den Zweck, daß die waagerechte Lage
der Druckbalken nachprüfbar ist. Sobald die Tafel bzw. der Resonanzboden 8 an allen
Druckpunkten gleiche Spannung hat, zeigen auch die Meßapparate 6 gleiche Zeigerstellung
an, weil für die Durchbiegung der Platte 8 an allen Stellen die gleiche Kraft ausgeübt
werden mußte. Sind dagegen die Spannungen der Platte 8 bei den Druckpunkten voneinander
verschieden, so zeigen auch die Zeiger der Meßeinrichtungen 6 ungleiche Drücke an,
aus welchen dann die notwendigen Nacharbeiten an den Platten 8 festgestellt werden
können.
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Das fertige Instrument kann nochmals in das Druckbalkennetz gemäß
F i g. 1 eingespannt und nachgeprüft werden. Sofern dabei nicht alle Werte genau
übereinstimmen, kann man dem durch Nacharbeitung der Lackschicht abhelfen. Auf diese
Weise lassen sich hochwertige Meistergeigen und andere Saiteninstrumente herstellen,
ohne auf das geschulte Gehör bester Meister angewiesen zu sein.
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Zu erwähnen wäre noch, daß das Druckbalken-und Abstandsbalkennetz
aus gutem leichtem Gußeisen, das überhaupt nicht nachgibt, bestehen muß. Den Druckbalken
muß man bei der Anwendung selbstverständlich eine Unterlage beigeben, damit man
die Holztafeln $, ganz gleich ob bei einer Geige, einer Gitarre usw. ausgleichen
kann. Bei Anwendung dieses neuen Netzes kann man sogar neue Formen von Saiteninstrumenten
mit guten Erfolgsaussichten erreichen.
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Die Druck- und Meßapparate werden mit ihren Füßen 13, 14 auf einer
Platte bzw. Holztafel 15 befestigt, und zwar je nach Bedarf auf verschiedenen Platten
getrennt oder auf einer Platte gemeinsam.
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Mit dem neuartigen Drucknetz kann man sämtliche Saiteninstrumente
außer Harfe und Balalaika einfacher, besser und genauer herstellen. Man kann auch
ein Saiteninstrument, das im Holz noch gut ist, jedoch in der Klangfarbe schlecht,
mit diesem Druck-und Anzeigenetz nachbearbeiten und zu einem guten Instrument machen.
Die Nachbearbeitung eines solchen Instrumentes ist bedeutend billiger als ein hochwertiges
neues Instrument kosten würde.