DE1220973B - Verfahren zum Stranggiessen lunkerfreier Knueppel, Brammen und aehnlicher Abmessungen - Google Patents
Verfahren zum Stranggiessen lunkerfreier Knueppel, Brammen und aehnlicher AbmessungenInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
Nummer:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
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B22d
Deutsche Kl.: 31 c - 21
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P 26611VI a/31 c
18. Februar 1961
14. Juli 1966
P 26611VI a/31 c
18. Februar 1961
14. Juli 1966
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Stranggießen lunkerfreier Knüppel, Brammen und
ähnlicher Abmessungen aus unberuhigten Stahlschmelzen, wobei der Strang mit noch flüssigem Kern
verformt wird.
Bei einem bekannten Verfahren zum Stranggießen lunkerfreier Stränge wird der Strang oberhalb der
natürlichen Sumpfspitze durch der Kokille nachgeschaltete Walzen so weit zusammengedrückt, bis die
inneren Wandungen der bereits verfestigten Strangschale in ihren Grenzschichten verschweißen. Hierdurch
wird die Bildung von Kernundichtigkeiten in Form schwammigen Kerngefüges und örtlicher oder
durchlaufender Lunker vermieden. Jedoch treten beim Stranggießen unberuhigter Stahlschmelzen üblicherweise
im Anschluß an die hohlraumfrei erstarrte Randzone des Stranggutes Gasblaseneinschlüsse auf,
die mit Hilfe des bekannten Verfahrens nicht zu vermeiden sind. Diese Gasblaseneinschlüsse stören bei
der Weiterverarbeitung des Stranggutes, sofern sie nicht zu völlig dichtem Gefüge zusammenschweißen,
sondern als materialtrennende Einschlüsse im Halbzeug verbleiben. Das Stranggießen ist aus diesem
Grunde im wesentlichen an beruhigte oder wenigstens halbberuhigte Stahlschmelzen gebunden. Selbst bei
diesen Stahlschmelzen kommt es aber bei kleineren Dicken des Stranggutes zu Gasblaseneinschlüssen,
weil hierbei die Erstarrungsgeschwindigkeit nicht nur der sich an die gasblasenfrei erstarrende Randzone
anschließenden Ubergangszone, sondern sogar des gesamten Strangquerschnitts größer als die Entgasungsgeschwindigkeit
ist. Zwar gelingt es auf dem Wege der Seigerungsraffmation, beim Stranggießen
die aus einer trichterförmigen Kokille mit einer Wandstärke von etwa 2,5 mm austretende Strangschale
zu Blechstreifen von höchstens etwa 5 mm zusammenzupressen, doch erhält man dabei entsprechend
den Gesetzmäßigkeiten des Seigerungsprozesses ein Material, das in seiner chemischen Zusammensetzung
zwischen dem Beginn und dem Ende einer Schmelze erhebliche Veränderungen aufweist
und besonders in seiner Dicke auf wenige Millimeter begrenzt bleibt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
der einleitend beschriebenen Art und zu dessen Durchführung geeignete Vorrichtungen zu schaffen,
wodurch es gelingt, daß Knüppel, Brammen und ähnliche Abmessungen nicht nur lunkerfrei, sondern
darüber hinaus auch frei von den beim Verarbeiten von unberuhigten Stahlschmelzen üblicherweise auftretenden
Gasblasen sind. Das wird erfindungsgemäß im wesentlichen dadurch erreicht, daß der Strang
Verfahren zum Stranggießen lunkerfreier
Knüppel, Brammen und ähnlicher Abmessungen
Knüppel, Brammen und ähnlicher Abmessungen
Anmelder:
Dipl.-Ing. Ulrich Plöger,
Düsseldorf-Holthausen, Bahlenstr. 130
Als Erfinder benannt:
Dipl.-Ing. Ulrich Plöger,
Düsseldorf-Holthausen
Dipl.-Ing. Ulrich Plöger,
Düsseldorf-Holthausen
durch Verformen der ganz oder überwiegend gasblasenfrei erstarrten Randzone gebildet wird. Der
Kern ist hierbei noch flüssig und wird bei dem in einer oder mehreren Stufen erfolgenden Verformung
so weitgehend verdrängt, bis der ganze Strangquerschnitt von dem ursprünglichen oder während der
Verformung stärker gewordenen Randzonengefüge ausgefüllt wird. Die Verformungskräfte wirken dabei,
um den gewünschten Knüppel, die Bramme oder ähnliche Abmessung zu erhalten, allseitig auf den Außenumfang
der erstarrten Randzone ein. Es kann daher nicht zu örtlich unzulässig hohen Verformungsspannungen,
die ein Reißen der Randzone zu Folge hätten, kommen, zumal die Verformung hierbei mit
einer Umfangsverminderung einhergeht. Die gasblasenfrei erstarrende Randzone läßt sich in ihrer
Stärke durch verschiedene Maßnahmen, wie Veränderung der Gießgeschwindigkeit, SauerstofEbehandlung
der Schmelze bzw. der Schlacke oder durch die Wahl geeigneter Drücke genügend stark machen,
um einerseits die erfindungsgemäße Verformung zu ermöglichen und andererseits den Querschnitt des
Stranggutes völlig auszufüllen.
Während der Verformung gelangen die Gase aus der Stahlschmelze wegen ihres gegenüber dem üblichen,
verformungsfreien Stranggießen verlängerten Aufenthaltes im flüssigen Zustand in der Kokille zur
Ausscheidung. Da der Verteilungskoeffizient, also das Verhältnis der Konzentration eines Stoffes im erstarrten
Metall zu seiner Konzentration im flüssigen Metall, bei Gasen wesentlich niedriger als bei festen
oder flüssigen Stoffen ist, läßt sich das Verfahren so anwenden, daß die gasblasenfreie Erstarrung der
Randzone eintritt, ohne daß sich die chemische Zusammensetzung des Strangquerschnittes zwischen Beginn
und Ende einer Schmelze nennenswert ändert,
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was für die Qualitätseigenschaften des Stranggutes von erheblicher Bedeutung ist.
Die Verformung kann auf unterschiedliche Weise vorgenommen werden. Sofern die Verhältnisse es zulassen,
wird man bereits die Kokille so ausbilden, daß ihr für die Erstarrung maßgeblicher Querschnitt
am Einlauf größer als am Austritt ist.Die Absenkung des Stranges muß dann so kräftig sein, daß sich die
erstarrte Randzone unter gleichzeitiger Verformung von der Kokillenwand löst, ohne zu reißen. Ebenfalls
kann der Strang durch eine oder mehrere der Kokille nachgeschaltete Formen gezogen werden. Schließlich
läßt sich die Verformung noch durch Walzen oder durch Pressen ausführen. Der angestrebte Zweck
schließt eine Kombination der genannten Verformungsmöglichkeiten
ein. Wesentlich ist nur, daß der Stab zu Beginn der Verformung im Innern noch flüssig
ist. Verformungen des bereits über einen gesamten Querschnitt erstarrten Stranggutes im unmittelbaren
Anschluß an die Kokille durch Ziehen sind hingegen bereits bekannt gewesen.
Für den zuerst gegossenen, nachfolgend als Angußabschnitt bezeichneten Teil des Stranges liegen
für das beschriebene Verfahren abweichende Bedingungen vor, weil eine einwandfreie Erstarrung zusätzlich
am Boden des Stranges stattfindet. Wenn der Angußabschnitt beispielsweise wegen seiner Verbindung
mit dem beim Stranggußverfahren bekannten Kaltstrang oder aus anderen Gründen nicht verformbar
ist, wird er im Kokillenaustrittsquerschnitt hergestellt und, falls erforderlich, später vom übrigen
Strang abgetrennt. Alle Verformungsvorrichtungen hinter dem Kokillenaustritt müssen sich dann so weit
öffnen lassen, daß der Angußquerschnitt und gegebenenfalls der Kaltstrang passieren können. Falls
aber der Angußabsdhnitt frei abgesenkt oder vor Beginn der Verformung vom Kaltstrang getrennt
werden konnte, oder der Kaltstrang in Form, Größe und Lage so ausgebildet wurde, daß er im Gegensatz
zum Strang die Verformungsvorrichtung passieren kann, so läßt sich auch der Angußabschnitt mit verformen.
Eine weitere Verformungsmöglichkeit für den Angußabschnitt ist dann gegeben, wenn ein an
sich dünner Kaltstrang einen für jeden Strang zu erneuernden Kopf als verformungsfähiges Verbindungsstück
für den Angußabschnitt trägt.
Claims (7)
1. Verfahren zum Stranggießen lunkerfreier Knüppel, Brammen und ähnlicher Abmessungen
aus unberuhigten Stahlschmelzen, wobei der ■ Strang mit noch flüssigem Kern verformt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß der Strang durch Verformen der ganz oder überwiegend gasblasenfrei
erstarrten Randzone gebildet wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Kokille verwendet wird, deren für die Erstarrung maßgeblicher Querschnitt am Einlauf
größer als am Austritt ist.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß hinter der Kokille Walzen angeordnet sind.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß hinter der Kokille eine oder mehrere Ziehformen angeordnet sind.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß hinter der Kokille.eine oder mehrere Pressen angeordnet sind,
6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Verformungsvorrichtungen
nacheinander angeordnet sind.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß unmittelbar am Einlauf der Metallschmelze ein Walzspalt oder eine Preßform vorgesehen ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Österreichische Patentschriften Nr. 189 346,
187251;
187251;
USA.-Patentschrift Nr. 2 597 046;
Fischer, W. A., Spitzer, H., Hishinuma, M., »Das Zonenschmelzen von Eisen und die Ermittlung
der Verteilungskoeffizienten für Kohlenstoff, Phosphor, Schwefel und Sauerstoff«, Ardhiv für das Eisenhüttenwesen,
31 (1960), 6, S. 365 bis 371;
Tenenbaum, M., Schrader, C. F., Mai, L., »Solidification characteristics of continously cast
low-carbon steels«, Journal of the Iron and Steel Institute, 191 (1959), 1, S. 20 bis 33.
Priority Applications (1)
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| DEP26611A DE1220973B (de) | 1961-02-18 | 1961-02-18 | Verfahren zum Stranggiessen lunkerfreier Knueppel, Brammen und aehnlicher Abmessungen |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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| DE1220973B true DE1220973B (de) | 1966-07-14 |
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1220973B (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| AT392029B (de) * | 1988-02-01 | 1991-01-10 | Hulek Anton | Stranggiessanlage zum stranggiessen von stahl |
| EP0611619A3 (de) * | 1993-02-16 | 1995-04-26 | Danieli Off Mecc | Giessform zum Stranggiessen von dünnen Brammen. |
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|---|---|---|---|---|
| US2597046A (en) * | 1948-06-25 | 1952-05-20 | Sendzimir Tadeusz | Method of producing tubular and sheet metals |
| AT187251B (de) * | 1953-07-04 | 1956-10-25 | Mannesmann Ag | Verfahren zum Stranggießen lunkerfreier Stränge aus verformbaren Metallen |
| AT189346B (de) * | 1951-09-15 | 1957-03-25 | Boehler & Co Ag Geb | Verfahren zum kontinuierlichen Gießen von Metallsträngen |
-
1961
- 1961-02-18 DE DEP26611A patent/DE1220973B/de active Pending
Patent Citations (3)
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| US5460220A (en) * | 1993-02-16 | 1995-10-24 | Danieli & C. Officine Meccaniche Spa | Method of and mold for the continuous casting of thin slabs |
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