-
Holzimprägnierverfahren Für die Imprägnierung von Masten und anderen
Bauhölzern mit fungizideh, insektiziden oder feuerhemmenden Wirkstoffen sind derzeit
eine Reihe von Imprägnierverfahren gebräuchlich: Das Kesseldruckverfahren, das Trogverfahren
mit den Abarten des Trog-Druck- und des Trog-Druck-Saug-Verfahrens sowie das Boucherieverfahren
und das Osmoseverfahren.
-
Allen diesen Imprägnierverfahren haften jeweils verschiedene Nachteile
und Einschränkungen an. Das Kesseldruckverfahren erfordert einen sehr hohen Investitionsaufwand,
wodurch längere Imprägnierungszeiten unwirtschaftlich werden. Die einzelnen Kesselbeschickungen
müssen daher auf möglichst wenige Stunden beschränkt werden, damit laufend weitergearbeitet
werden kann. Deshalb sind auch praktisch die Fichte und Tanne im Kessel nicht imprägnierbar,
denn Imprägnierzeiten von einigen Tagen, wie sie für die Fichte notwendig wären,
können nicht aufgewendet werden. Doppelimprägnierungen beziehungsweise verschiedene
Imprägnierungen des Fuß- und Schaftteiles von Masten sind nur mit langen Zwischenlagerungen
bzw. mit Schwenkkesseln ausführbar. Obwohl es auch transportable Kesseldruckanlagen
gibt, ist deren Transport an andere Orte trotzdem mit erheblichen Aufwendungen verbunden.
-
Beim Trogverfahren werden zwar längere Imprägnierzeiten angewendet,
doch geht man auch hier nicht über eine Dauer von höchstens 6 Tagen hinaus. Trotzdem
sind die Imprägnierergebnisse im Trogverfahren sehr unbefriedigend, denn die Imprägnierflüssigkeit
kann ja nicht unter Druck ins Holz gepreßt werden.
-
Trog-Druck- und Trog-Druck-Saug-Verfahren sind wieder nur bei saftfrischen
Hölzern anwendbar. Auch das Boucherieverfahren besitzt Nachteile wie einen großen
Verlust an Imprägniermitteln durch Abtropfen und durch Verluste in den mitimprägnierten
Teilen der Rinde und der äußeren Holzschichte, die später beim Weißschalen abfällt.
Auch beim Boucherieverfahren kann nur mit saftfrischen Hölzern gearbeitet werden.
Das Osmoseverfahren gibt nur mangelhafte Eindringtiefen, erfordert saftfrische Hölzer
und wurde deshalb praktisch schon aufgegeben.
-
Die vorliegende Erfindung betrifft dagegen ein Verfahren zur Imprägnierung
von Hölzern mit fungiziden, insektiziden, feuerhemmenden Mitteln, wobei die zu imprägnierenden
Hölzer in einen dünnwandigen Schlauch gesteckt und dieser dann abgedichtet wird,
worauf der Schlauch zuerst evakuiert und nach Absaugung der im Holz enthaltenden
Luft mit Imprägnierlösung gefüllt wird.
-
Nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung werden verschiedene
der angeführten Nachteile vermieden. Ohne teure Kesseldruckanlagen, ohne Tröge kann
nach diesem Verfahren Imprägnierflüssigkeit mit einem Druck von fast 1 Atmosphäre
ins Holz gepreßt werden, wobei praktisch die Imprägnierungsdauer aus wirtschaftlichen
Gründen nicht beschränkt zu werden braucht. Man kann tage-, ja wochenlang die Imprägnierflüssigkeit
mit diesem Druck auf das Holz einwirken lassen. Darüber hinaus können bestimmte
Abschnitte von Hölzern, insbesondere Masten mit Imprägnierlösungen verschiedener
Konzentration oder sogar mit verschiedenen Imprägniermitteln gleichzeitig imprägniert
werden. So ist es z. B. möglich, den Schaft eines Leitungsmastes mit einer wäßrigen
Salzlösung niedrigerer Konzentration und gleichzeitig den Fußteil mit einer höherprozentigen
Lösung oder sogar mit Teeröl zu imprägnieren. Schwer imprägnierbare Hölzer, wie
Fichten und Tannen, können beliebig lange unter dem Druck der Imprägnierflüssigkeit
stehen, so daß auch bei diesen Hölzern eine hochwertige Imprägnierung möglich ist.
Verluste an Imprägniermitteln ergeben sich nicht.
-
Das erfindungsgemäße Verfahren beruht auf der Verwendung von verhältnismäßig
dünnwandigen Schläuchen aus geeignetem Material, wie z. B. aus
Kunststoffen.
Diese Schläuche müssen nur wasserdicht und hinreichend luftdicht sein und mechanischen
Beanspruchungen, welche unvermeidlich sind, zumindest für eine mehrmalige Verwendung
standhalten. In diese Schläuche werden die zu imprägnierenden Hölzer eingebaut;
d. h:; die Schläuche -werden locker über die Hölzer gezogen, und .die -Schlauchenden
werden sodann in ,geeigneter Weise, etwa mit Klemmleisten mit Gummidichtungen- abgeschlossen,
wobei Einführungsstutzen-nach Bedarf vorzusehen sind.
-
Die Erfindung ermöglicht eine Reihe von Imprägnierverfahren mit Effekten,
wie sie mit den bisher bekannten Methoden nicht -oder nur mit einem viel größeren
wirtschaftlichen Aufwand erzielt werden können. Diese Möglichkeiten sind folgende:
A. Verfahren zur Imprägnierung von Hölzern - in@geschlossenen-Schläuchen ohne Druckkessel-Die
zu imprägnierenden trockenen (nicht saftfrischen) Hölzer werden nach ihrer Ausformung,
d. h. Weißschalung und endgültigen Formgebung in Schläuche (Folienschläuche) eingebaut.
Diese Schläuche können an einem Ende vollkommen geschlossen sein, so daß ein Sack
entsteht. Das andere offene Ende wird sodann in geeigneter Weise luftdicht abgeschlossen;
etwa mit Klemmleisten mit Gummidichtungen. An einem Schlauchende wird ein Rohrstutzen
-.mit einer--. Absperrmöglichkeit für einen Vakuumanschluß montiert, ebenso (gegebenenfalls
auch am anderen Ende) ein Rohrstutzen mit einem absperrbaren Ventil für den Einlaß
von Imprägnierflüssigkeit: Es -kann -natürlich der -Väkuumänschlüß mit einem Zweiwegehahn
oder einer ähnlichen Vorrichtung gleich auch für den Einlaß der Imprägnierflüssigkeit
ausgebildet, werden. Bei Beginn der Imprägnierung wird der Schlauch zuerst unter
Vakuum gesetzt, so daß nach einiger Zeit das zu imprägnierende Holz soweit wie möglich
evakuiert wird. Ein hohes Vakuum ist dabei erwünscht. Der locker um das Holz liegende
Schlauch wird-dabei durch den äußeren Luftdruck fest an das Holz gepreßt; doch wurde
festgestellt, daß zwischen Schlauch und Holz dabei trotzdem die Luft durchstreichen
kann und von einem Schlauchende aus ein völliges Vakuum des ganzen Inhalts erreicht
wird. Unmittelbar nach Abschluß der Evakuierung des Holzes - die Zeitdauer hängt
von der Pumpenleistung, der Größe und der Art der Hölzer ab - die, wie erwähnt,
möglichst hoch sein soll; wird, ohne daß Luft eindringen kann; in den Schlauch die
_Imprägnierflüssigkeit ohne besonderen Druck eingelassen. Es ist vorteilhaft, wenn
sich der Spiegel der Imprägnierflüssigkeit etwas tiefer als die zu imprägnierenden
Hölzer-befindet, weil- dadurch nur so viel Imprägnierflüssigkeit in die Schläuche
einströmt, wie das Holz aufnimmt: Kanthölzer können auch in gebundenen Paketen in
diese Schläuche eingebracht werden.' Bei genügend reißfesten Schläuchen und geschickter
Anordnung können auch mehrere Rundhölzer in einem Schlauch untergebracht werden:
Unmittelbar mit- dem Beginn der Füllung des Schlauches mit der Imprägnierflüssigkeit
wird diese durch den äußeren Luftdruck, der sich durch :den flexiblen Sehlauch überträgt,
ins Holz gepreßt. Je nach der Struktur des- Holzes erfolgt bei diesem Verfahren
eine völlige Durchimprägnierung des Holzes bis zum Kern in entsprechend kürzeren
oder längeren Zeiträumen. Kiefernhölzer sind schon nach wenigen Stunden durchimprägniert,
Fichtenhölzer erfordern je nach Struktur bedeutend längere Imprägnierzeiten, die
aber ohne wirtschaftlichen Aufwand auch bis auf eine Woche ausgedehnt werden können,
denn. die.Schläuche-@sind relativ billig. Das Verfahren ermöglicht daher eine ohne
Druckkessel bisher nicht ausführbare Imprägnierung von Hölzern durch den Atmosphärendruck.
Auf andere Weise ist dies nicht möglich, denn es gibt sichtlich keine Möglichkeit,
etwa einen evakuierten Mast unter den Flüssigkeitsspiegel eines mit Imprägnierflüssigkeit
gefüllten Troges zu bringen. Gegenüber einer reinen Vakuumimprägnierung in einem
Kessel besteht sogar der Vorteil, daß kein toter Raum vorhanden ist, der bei einem
nicht vollkommenen Vakuum immer eine Verschlechterung des Vakuums im Holz selbst
verursacht. Ohne Schwierigkeit kann die Imprägnierzeit beliebig lange ausgedehnt
werden, und die Kapazität einer nach dieser Methode arbeitenden-Imprägnieranlage
ist wegen des geringen Kostenaufwandes für die Schläuche lediglich durch die Größe
des Arbeitsplatzes beschränkt. Die Einrichtungen, Schläuche und Vakuumpumpe sind
leicht transportabel. Das mit A bezeichnete Verfahren gemäß der Erfindung erlaubt
durch eine weitere einfache Maßnahme auch eine zonenweise Imprägnierung von Hölzern,
wie Master<, mit Imprägniersalzlösungen verschiedener Konzentration oder sogar
mit verschiedenen Imprägniermitteln: Hierzu ist es lediglich erforderlich, den -
Imprägnierschlauch an einer gewünschten Stelle abzubinden und die dadurch entstehenden
zwei Abteilungen von den beiden Enden aus mit den verschiedenartigen Imprägnierflüssigkeiten
zu- füllen. Bindet man- den Schlauch etwa bei einem zu imprägnierenden Leitungsmast
in einer Entfernung vomFußende ab, wie dies der Einbautiefe des Mastes -im Boden.
entspricht,: so kann dieser untere Teil des Imprägnierschlauches etwa mit Teeröl
und der obere Teil mit dem Schaft des Mastes mit Salzlösung - gefüllt -werden. Die
Füllungen müssen natürlich gleichzeitig erfolgen, -weil -die Abdichtung durch: das
Abbinden des Schlauches nicht so vollkommen gelingt; um auf längere Zeit ein übertreten
der- Füllung einer Seite auf die andere ungefüllte Seite zu verhindern. - -Die erfindungsgemäße
Verwendung von Schläuchen aus .geeignetem Material ermöglicht mit geringem wirtschaftlichem
Aufwand lange -Imprägnierzeiten für schwer. tränkbare -Hölzer und gestattet Imprägnierungen
ohne besondere Einrichtungen wie beispielsweise Kesseldruckanlagen. Die Arbeitsgeräte
können ohne Schwierigkeit und Aufwand transportiert werden, denn außer den Schläuchen
aus verhältnismäßig dünnem Material (Folienschläuche von wenigen zehntel Millimeter
Dicke genügen schon) und einigen Anschlußarmaturen ist nur eine Vakuumpumpe erforderlich-
sowie Behälter für das Ansetzen von Tränklösungen. Es ist möglich, gleichzeitig
verschiedene: Zonen eines Mastes mit verschiedenen Imprägniermitteln zu behandeln;
Imprägnierverluste sind -ausgeschlossen, es können trockene Hölzer imprägniert
werden, und die Verfahren können vom kleinsten bis -zum größten Ausmaß ausgeführt
werden. Die- Verwendung von Schläuchen ermöglicht
ferner in Verbindung
mit dem Kesseldruckverfahren die zonenweise Imprägnierung von Hölzern gleichzeitig
mit verschiedenen Imprägniermitteln.