DE1216009B - Verfahren zur Zuechtung von differenziertem Wurzelgewebe - Google Patents
Verfahren zur Zuechtung von differenziertem WurzelgewebeInfo
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- A01H—NEW PLANTS OR NON-TRANSGENIC PROCESSES FOR OBTAINING THEM; PLANT REPRODUCTION BY TISSUE CULTURE TECHNIQUES
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. α.:
AOIn
Deutschem.: 451-5/00
Nummer: 1216 009
Aktenzeichen: M 62717IV a/451
Anmeldetag: 10. Oktober 1964
Auslegetag: 5. Mai 1966
Die Züchtung von Pflanzen in Nährlösungen hat in letzter Zeit an Bedeutung gewonnen. Besonderes
Interesse kommt der Züchtung von Pflanzengeweben, z. B. Wurzelgewebe, in Nährlösungen zu, da die Inhaltsstoffe
beispielsweise der Wurzeln auf diese Weise biosynthetisch in technischem Maßstab erzeugt und
vielseitig, z. B. als Drogen zur Bereitung von Pharmazeutika, verwertet werden können. Es sind eine Reihe
von Publikationen bekannt, nach denen Wurzelgewebe in Nährlösungen gezüchtet werden können. Jedoch
weisen die bisher bekannten Verfahren erhebliche Nachteile auf. Zum Teil sind bei diesen Verfahren die
Wachstumszeiten sehr lang bzw. müssen teure voll definierte Substrate angewandt werden oder können
die in Nährlösung gezüchteten Gewebekulturen nicht beliebig lange weitergezüchtet werden, so daß eine
technische Verwertung nicht in Frage kommt. Bei den meisten bekannten Verfahren entstehen außerdem nur
undifferenzierte Zellgewebe, die häufig — im Gegensatz zu differenziertem Gewebe — die gewünschten
Inhaltsstöffe nicht aufbauen können.
Es wurde nun gefunden, daß man ausgezeichnete Ausbeuten an differenziertem Wurzelgewebe mit wertvollen
Inhaltsstoffen nach kurzen Wachstumszeiten erhält, wenn man Wurzelsegmente in Submerskultur
weiterzüchtet.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist demnach ein Verfahren zur Züchtung von differenziertem
Wurzelgewebe, das darin besteht, daß man Wurzelabschnitte in einer Nährlösung den Bedingungen einer
zur Vermehrung von Mikroorganismen üblicherweise angewandten Submerskultur unterwirft.
Für das Verfahren nach der Erfindung können Wurzelabschnitte, die ein Wachstumszentrum besitzen
(Wurzelspitzen) oder Wurzelabschnitte ohne intaktes Wachstumszentrum als Ausgangsmaterial verwendet
werden. Hierbei sind Wurzelsegmente behebiger, insbesondere höherer Pflanzen, deren Wurzeln technisch
verwertbare Verbindungen synthetisieren, als Ausgangsmaterial geeignet. Das Ausgangsmaterial kann
in an sich bekannter Weise, z. B. durch Keimung von an der Oberfläche sterilisierten Samen, anschließende
keimfreie Anzucht der jungen Pflanzen auf festen oder
flüssigen Nährsubstraten und keimfreie Entnahme von Wurzelstücken erhalten werden. Beispielsweise sind
Wurzelabschnitte von etwa 1 bis etwa 100 mm, vorzugsweise 5 bis 10 mm Länge zur Weiterzüchtung
nach dem Verfahren der Erfindung geeignet.
Die Wurzelabschnitte werden hierbei in einer Nährlösung
unter kräftiger Bewegung und Belüftung den an sich zur Vermehrung von Mikroorganismen angewandten
Bedingungen einer Submerskultur aus-Verfahren zur Züchtung von differenziertem
Wurzelgewebe
Wurzelgewebe
Anmelder:
E. Merck Aktiengesellschaft,
Darmstadt, Frankfurter Str. 250
Als Erfinder benannt:
Dipl.-Biol. Dr. Harald Metz,
Dr. Hermann Lang, Darmstadt
Dipl.-Biol. Dr. Harald Metz,
Dr. Hermann Lang, Darmstadt
gesetzt. Die Nährlösung enthält die aus der Züchtung von Mikroorganismen bekannten Bestandteile, wie
beispielsweise eine oder mehrere Kohlenstoffquellen,
z. B. einen Zucker wie Saccharose, Glucose, Maltose, sowie Stickstoff-, Phosphor- und Schwefelquellen,
vorzugsweise die entsprechenden Salze wie Nitrate, Phosphate, Sulfate, z. B. Calciumnitrat, Ammoniumphosphat,
Kaliumphosphat, Magnesiumsulfat und Spurenelemente, vorzugsweise Salze z. B. der Elemente
Eisen, Kupfer, Magnesium, Titan, beispielsweise Sulfate, Halogenide, insbesondere Chloride, Nitrate,
Acetate, Citrate wie Eisen(III)-citrat oder Magnesiumsulfat. Ferner kann der Zusatz von essentiellen organischen
Stoffen, z. B. von Aminosäuren, wie Arginin, Alanin oder Glycin, und/oder Vitaminen, wie Vitamin
B1, sowie gegebenenfalls von Wuchsstoffen, wie Auxinen und/oder Kinetinen, z. B. 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure
oder /J-Indolylessigsäure, vorteilhaft
sein. Diese Stoffe können gegebenenfalls ganz oder teilweise durch komplexe Substrate, wie Malzextrakt,
Hefeextrakt, Cocosnußmilch, Cornsteep und andere geeignete Wirkstoffe enthaltende Gemische ersetzt
werden. Außerdem kann der Zusatz von viskositätssteigernden Stoffen, z. B. mit Wasser mischbaren
natürlichen oder synthetischen Polymeren, insbesondere Polysacchariden wie Agar-Agar oder Polypeptiden,
wie Gelatine, oder mit Wasser mischbaren, z. B. Hydroxylgruppen enthaltenden synthetischen
Polymeren, wie Polyvinylalkohol, bei der Züchtung von Wurzelgewebe nach der Erfindung günstig sein.
In manchen Fällen kann man auch Vorprodukte der gewünschten, von dem Wurzelgewebe zu synthetisierenden
Endprodukte der Nährlösung zugeben und damit die Ausbeute an Endprodukt steigern. Es läßt
sich z. B. ein hoher Gehalt an Scopolamin in nach dem vorliegenden Verfahren gezüchteten Wurzelseg-
609 567/510
3 4
menten von Hyoscyamus niger erzielen, wenn der mente in 15-1-Fermentern mit 101 Füllung bei Einleiten
Nährlösung Ornithin zugesetzt wird. von etwa 5001 Luft pro Stunde und Rührgeschwindig-
Es können hierbei exakt definierte Nährlösungen, keiten von etwa 500 Umdr./min gezüchtet werden.
z. B. Nährlösungen nach I. Reinert und P. R. Die Durchströmungsgeschwindigkeit der Luft und
White, Physiologia Plantarum, Band 9, S. 177 5 die Rührgeschwindigkeit sind im übrigen natürlich
(1956) angewandt werden. Jedoch können für das von den Verfahrensbedingungen, z. B. der Gestalt des
vorliegende Verfahren auch in bezug auf die Zusam- Gefäßes und des Rührers, der Löslichkeit von Sauer-
mensetzung nur teilweise oder nicht genau definierte stoff in der Nährlösung usw., abhängig.
Nährlösungen verwendet werden, die bilige Abfall- Die Nährlösung wird nach dem Verfahren der
stoffe der Naturstoffraffination enthalten. io Erfindung so stark bewegt und belüftet, daß die als
Die Konzentration der Komponenten in der Nähr- Ausgangsmaterial verwendeten Wurzelsegmente Seitenlösung
liegt vorteilhaft in den folgenden Größen- wurzeln anlegen, die — in Abhängigkeit vom Grad
bereichen: etwa 0,1 bis etwa 20%= vorzugsweise 0,5 der jeweiligen mechanischen Beanspruchung — zu
bis 5%, für Kohlenstoffverbindungen, jeweils etwa einer bestimmten Größe, wie etwa 2 bis 20 mm, z. B.
0,01 bis etwa 5 %, vorzugsweise 0,1 bis 1 %, für Stick- 15 etwa 5 mm Länge, auswachsen und sich dann von der
stoffsalze, Schwefelsalze bzw. Phosphorsalze, etwa Hauptwurzel ablösen. Sofern die ursprünglich ein-10~6
bis 1 % für Spurenelemente, etwa 10~6 bis 1 %>
gesetzten Wurzelabschnitte ein intaktes Wachstumsz. B. IO-3 oder 10-*% für essentielle organische Stoffe Zentrum besitzen, wächst auch die Hauptwurzel in der
(z. B. Aminosäuren oder Vitamine), etwa 10~β bis 1 %, Nährlösung weiter, wobei sich von dieser Wurzel nicht
vorzugsweise etwa 10-4%, für Wuchsstoffe, etwa 0,1 20 nur die Seitenwurzeln, sondern auch das der Wurzeibis
etwa 10%, vorzugsweise etwa 0,5 bis 2%, für spitze entgegengesetzte Ende — meist an den Stellen,
viskositätssteigernde Stoffe. Bei Verwendung von an denen sich bereits Seitenwurzeln abgetrennt
komplexen Substraten werden diesem Konzentrationen haben — ebenfalls ablöst. Die Wurzelkultur ist im
von etwa 0,1 bis 20%* vorzugsweise 0,5 bis 3 %, ein- allgemeinen nach etwa einem halben Tag bis 20 Tagen
gesetzt. 25 ausgewachsen und besteht dann aus einer Suspension
Eine erhöhte Konzentration einiger der Kompo- etwa gleich langer Wurzelabschnitte in der Nährlösung,
nenten, z. B. von Wuchsstoffen, Aminosäuren oder Die wie angegeben gezüchteten Gewebe sind morpho-
komplexen Substraten, kann unter Umständen das logisch und anatomisch eindeutig als Wurzeln zu
Wachstum der Wurzeln in der Nährlösung hemmen. erkennen, lediglich die Ausbildung von Wurzelhaaren
Jedoch gelangt man andererseits auch durch Ver- 30 unterbleibt in der Regel. Die abgelösten Seitenwurzeln
änderung der Konzentrationen einiger Bestandteile sind durch die Bildung und Abtrennung von neuen
zu besonders vorteilhaften Varianten des Verfahrens. Seitenwurzeln vermehrungsfähig und lassen sich ähn-
So erhält man z. B. durch erhöhte oder erniedrigte lieh wie Mikroorganismen in weiteren Nährlösungen
Zusätze von Wuchsstoffen oder essentiellen orga- beliebig lange weiterkultivieren, ohne daß Degenenischen
Stoffen Wurzelkulturen, die besonders viel 35 ration eintritt. So konnte z. B. eine Wurzelkultur von
Wurzelmassen enthalten, jedoch zur Weiterimpfung Hyoscyamus niger mehr als siebzigmal in wöchentweniger
geeignet sind. Man wird also diese Aus- lichem Abstand weiter geimpft werden, ohne daß ihre
führungsform des Verfahrens dann anwenden, wenn Eigenschaften sich geändert hätten. Damit ist es mögeine
größere Menge Wurzelmasse herangezüchtet lieh, Wurzeln nach dem Verfahren der Erfindung in
wird, jedoch keine Weiterimpfung mehr erfolgen 40 großtechnischem Maßstab in Submerskultur zu züchsoll.
Durch Zusatz von viskositätssteigernden Stoffen ten. Hierin liegt der besondere Vorteil des Verfahrens
wie Agar-Agar werden ebenfalls Kulturen erzielt, die gemäß der Erfindung gegenüber den bisher bekannten
eine erhöhte Wurzelmasse aufweisen und zusätzlich Verfahren zur Züchtung von Wurzelgewebe in Nährnoch
freie Zellen und Zellkomplexe in der Nährlösung lösung,
enthalten. 45 Aus differenzierten Wurzelgeweben, die nach dem
enthalten. 45 Aus differenzierten Wurzelgeweben, die nach dem
Die als Ausgangsmaterial verwendeten Wurzel- Verfahren der Erfindung in Submerskultur gezüchtet
abschnitte werden in der Nährlösung in für die Sub- wurden, können technisch verwertbare Inhaltsstoffe,
merskultur geeigneten Gefäßen, z. B. in Schüttelkolben Stoffwechselprodukte oder Enzyme gewonnen werden,
oder Kleinfermentern, unter guter Belüftung bei etwa Die gezüchteten Wurzelsegmente enthalten diese
10 bis 500C, vorzugsweise bei 20 bis 30°C, insbeson- 5o Stoffe in gleicher oder in vielen Fällen in höherer
dere bei etwa 28 0C, durch Rühren oder Schütteln Konzentration als das Ausgangsmaterial. Gegebenenbewegt. Es muß sowohl im Schüttelkolben als auch falls können die von den Wurzelzellen biosynthetisch
im Fermenter nach den an sich für die Submerskultur erzeugten Stoffe auch in die Nährlösung übergehen
von Bakterien bekannten Methoden für eine aus- und aus dieser isoliert werden,
reichend starke Belüftung der Kultur gesorgt werden. 55 Als Ausgangsmaterial für das vorstehend beschrie-Die durch die Bewegung gleichzeitig verursachte bene Verfahren können z. B. Wurzelsegmente mit starke mechanische Beanspruchung der Wurzeln ist oder ohne intaktes Wachstumszentrum von Pflanzen eine weitere Voraussetzung für die Durchführung des verwendet werden, aus denen folgende technisch verVerfahrens nach der Erfindung. Die Schüttelfrequenz wertbare Verbindungen erhalten werden: Alkaloide, wird zweckmäßigerweise z. B. um so höher gewählt, 60 wie Scopolamin (z. B. aus Hyoscyamus niger), CoI-je kleiner das Gefäß bzw, je kleiner die Schüttel- chicin (z. B. aus Colchicum autumnale), Nicotin (z. B. amplitude ist. Zum Beispiel läßt sich das Verfahren in aus Nicotiana tabacum); Vitamine, wie ß-Carotin jeweils zu einem Fünftel mit Nährlösung gefüllten (z. B. aus Daucus carota), Ascorbinsäure (z. B. aus 1000-ml-Schüttelkolben bei etwa hundert Ausschlägen Gladiolus communis); Enzyme, wie Papain (z. B. aus pro Minute und einer Amplitude von etwa 5 cm oder 65 Carica papaya), Peroxidase (z. B. aus Cochlearia in 50-ml-Schüttelkolben bei etwa zweihundert Aus- armoracia); Glykoside, wie Saponin (z. B. aus Saposchlägen pro Minute und einer Amplitude von etwa naria officinalis); Farbstoffe, wie Curcuma (ζ. Β. aus 2 bis 3 cm durchführen. Analog können Wurzelseg- Curcuma longa), Berberin (z. B. aus Berberisvulgaris);
reichend starke Belüftung der Kultur gesorgt werden. 55 Als Ausgangsmaterial für das vorstehend beschrie-Die durch die Bewegung gleichzeitig verursachte bene Verfahren können z. B. Wurzelsegmente mit starke mechanische Beanspruchung der Wurzeln ist oder ohne intaktes Wachstumszentrum von Pflanzen eine weitere Voraussetzung für die Durchführung des verwendet werden, aus denen folgende technisch verVerfahrens nach der Erfindung. Die Schüttelfrequenz wertbare Verbindungen erhalten werden: Alkaloide, wird zweckmäßigerweise z. B. um so höher gewählt, 60 wie Scopolamin (z. B. aus Hyoscyamus niger), CoI-je kleiner das Gefäß bzw, je kleiner die Schüttel- chicin (z. B. aus Colchicum autumnale), Nicotin (z. B. amplitude ist. Zum Beispiel läßt sich das Verfahren in aus Nicotiana tabacum); Vitamine, wie ß-Carotin jeweils zu einem Fünftel mit Nährlösung gefüllten (z. B. aus Daucus carota), Ascorbinsäure (z. B. aus 1000-ml-Schüttelkolben bei etwa hundert Ausschlägen Gladiolus communis); Enzyme, wie Papain (z. B. aus pro Minute und einer Amplitude von etwa 5 cm oder 65 Carica papaya), Peroxidase (z. B. aus Cochlearia in 50-ml-Schüttelkolben bei etwa zweihundert Aus- armoracia); Glykoside, wie Saponin (z. B. aus Saposchlägen pro Minute und einer Amplitude von etwa naria officinalis); Farbstoffe, wie Curcuma (ζ. Β. aus 2 bis 3 cm durchführen. Analog können Wurzelseg- Curcuma longa), Berberin (z. B. aus Berberisvulgaris);
Gerbstoffe (ζ. B. aus Bergenia crassifolia und Rumex
hymenosepalus); Aminosäuren, wie Tyrosin (z. B. aus Cucurbita pepo); Bitterstoffe, wie Panaquüon
(z. B. aus Panax quinquefolius), Podophyllin (z. B. aus Podophyllub peltatum); Zucker, Polysaccharide
und verwandte Verbindungen, wie Phytin (z. B. aus Dahlia variabilis), Inulin (z. B. aus Helianthus
tuberosus).
Von einer keimfrei angezüchteten Pflanze von Hyoscyamus niger wird die Wurzel abgeschnitten
und in eine Nährlösung der folgenden Zusammensetzung übertragen:
2,0% Saccharose
0,02% Ca(NOa)2-4 H2O
0,04% KNO3
0,04 % KH2PO4 0,02% MgSO4-7 H2O
0,02% Na2SO4
5 mg/1 Eisen-III-citrat
Die Wurzel wächst langsam weiter und kann jederzeit als Ausgangskultur für Submerskulturen dienen.
Zur Anzucht einer Submerskultur werden etwa zehn bis zwanzig Wurzelstücke von 1 cm Länge, die z. T.
kein intaktes Wachstumszentrum besitzen, abgeschnitten und in einen 1-1-Erlenmeyerkolben übertragen,
der 200 ml Nährlösung enthält. Die Nährlösung entspricht der obengenannten mit Zusatz von
0,2% Malzextrakt und 0,2 mg/1 2,4-Dichlor-phenoxyessigsäure. Die Kultur wächst auf der Schüttelmascbine
bei 280C im Dunkeln und ist nach 7 bis 12 Tagen
ausgewachsen. Sie wird weitergeimpft, indem man mit dem Inhalt eines Kolbens fünf neue Kolben mit je
200 ml Nährlösung beimpft. Diese Kolben sind nach 5 bis 7 Tagen gut angewachsen und können weitergeimpft
werden. Die größte Wurzelmenge ist nach 7 bis 10 Tagen erreicht. Zur Gewinnung der Wurzelmasse
wird der Inhalt eines Kolbens abfiltriert; man erhält aus 200 ml Wurzelkultur 7 g Wurzeln mit
300 mg Trockensubstanz. Der Scopolamingehalt beträgt 0,2 % der Trockensubstanz.
Eine analog Beispiel 1 angezüchtete Kultur wird in einen Kleinfermenter mit 101 der in Beispiel 1 angegebenen
Nährlösung geimpft; der Fermenter läuft unter Belüftung und Rühren bei mäßiger Drehzahl
im Dunkeln bei 28 0C. Nach 11 Tagen Laufzeit erhält man 177 g Wurzeln mit 1,65 g Trockensubstanz mit
0,3 % Scopolamin.
Von einer keimfrei angezüchteten Pflanze von Hyoscyamus niger wird die Wurzel abgeschnitten und
diese in der in Beispiel 1 angegebenen Nährlösung, die jedoch zusätzlich 0,1% Agar-Agar enthält, in
Submerskultur, wie in Beispiel 1 angegeben, weitergezüchtet. Die bei der Weiterimpfung verwendeten
Nährlösungen entsprechen jeweils der in Beispiel 1 angegebenen Zusammensetzung, enthalten jedoch zusätzlich
0,1 % Agar-Agar. Man erhält aus 200 ml Wurzelkultur 13 g Wurzeln mit 560 mg Trockensubstanz
mit 0,2 % Scopolamin.
Claims (4)
1. Verfahren zur Züchtung von differenziertem Wurzelgewebe, dadurch gekennzeichnet,
daß man Wurzelabschnitte in einer Nährlösung den Bedingungen einer zur Vermehrung
von Mikroorganismen üblicherweise angewandten Submerskultur unterwirft.
2. Verfahren zur Züchtung von differenziertem Wurzelgewebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Nährlösung so stark bewegt und belüftet wird, daß sich an den als Ausgangsmaterial
verwendeten Wurzelabschnitten Seitenwurzeln bilden und diese sich infolge der durch die Bewegung
verursachten mechanischen Beanspruchung von den Wurzelabschnitten ablösen.
3. Verfahren zur Züchtung von differenziertem Wurzelgewebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Nährlösung viskositätserhöhende Stoffe, vorzugsweise Agar-Agar, enthält.
4. Verfahren zur Züchtung von differenziertem Wurzelgewebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man Wurzelabschnitte ohne intaktes Wachstumszentrum verwendet.
609 567/510 4.66 © Bundesdruckerei Berlin
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM62717A DE1216009B (de) | 1964-10-10 | 1964-10-10 | Verfahren zur Zuechtung von differenziertem Wurzelgewebe |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM62717A DE1216009B (de) | 1964-10-10 | 1964-10-10 | Verfahren zur Zuechtung von differenziertem Wurzelgewebe |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1216009B true DE1216009B (de) | 1966-05-05 |
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ID=7310545
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| DEM62717A Pending DE1216009B (de) | 1964-10-10 | 1964-10-10 | Verfahren zur Zuechtung von differenziertem Wurzelgewebe |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1216009B (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4371551A (en) * | 1981-03-20 | 1983-02-01 | General Foods Corporation | Malt-like flavor from cereal grain root cultures |
| US4562250A (en) * | 1982-09-13 | 1985-12-31 | Regents Of The University Of Minnesota | Steroidal glycosides produced by Yucca tissue culture |
-
1964
- 1964-10-10 DE DEM62717A patent/DE1216009B/de active Pending
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4371551A (en) * | 1981-03-20 | 1983-02-01 | General Foods Corporation | Malt-like flavor from cereal grain root cultures |
| US4562250A (en) * | 1982-09-13 | 1985-12-31 | Regents Of The University Of Minnesota | Steroidal glycosides produced by Yucca tissue culture |
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