DE1212678B - Verfahren zur Gewinnung von Arzneipraeparaten - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von ArzneipraeparatenInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
A61k
Deutsche KL: 30 h-2/04
Nummer: 1212 678
Aktenzeichen: C 20232IV a/30 h
Anmeldetag: 24. November 1959
Auslegetag: 17. März 1966
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Gewinnung von Arzneipräparaten mit therapeutischer
Aktivität aus tierischem Gewebe. Die in diesen Arzneipräparaten enthaltenen Wirkstoffe von proteolytischer
Aktivität besitzen interessante therapeutische Eigenschaften, besonders eine starke Wirkung gegen Lepra
und postpoliomyelitische Lähmungen.
Bekannt ist ein Verfahren zur Herstellung eines blutstillenden Mittels, bei dem durch lOständige
Mazeration eines paranchymatischen Organs ein alkohollösliches Phosphatid mit blutstillenden Eigenschaften
erhalten wird. Dieses Phosphatid besitzt keine enzymatische Aktivität, vergleichbar mit derjenigen
der erfindungsgemäßen Wirkstoffe, und zeigt auch sonst ganz anderes Verhalten.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß man zerkleinertes tierisches Gewebe
unter sterilen Bedingungen in physiologischer Salzlösung mindestens 2 Tage, jedoch so lange
mazeriert, bis die Abderhaldensche Mikroreaktion auf organspezifische Fermente bei einer maximalen Anzahl
verschiedener Organsubstrate positiv ist, dann entweder
a) die erhaltene Mazerationsflüssigkeit nach Filtration mit einem wassermischbaren organischen
Lösungsmittel, vorzugsweise Aceton, fällt, den Niederschlag abtrennt und aus dem Niederschlag
die Wirkstoffe mit physiologischer NaCl-Lösung eluiert oder
b) das Mazerat im Autoklav etwa 1 Stunde auf 1200C erhitzt und sodann filtriert,
worauf das unter a) gewonnene Eluat bzw. das nach b)
gewonnene Filtrat schonend getrocknet wird.
Bei der Gewinnung der neuen, erfindungsgemäßen Präparate wurde festgestellt, daß ihre fermentative
Aktivität wichtige Änderungen während der Mazeration erfährt. Es ist daher geboten, die Mazerationsflüssigkeit zu kontrollieren, um zu versuchen, die
Augenblicke höchster Wirksamkeit zu bestimmen. Zu diesem Ziel führt man in regelmäßigen Zeitabschnitten
die Abderhaldensche Mikroreaktion durch, wie sie z. B. beschrieben ist in »Ergebnisse der Enzymforschung«,
11. Band, Leipzig 1950, S. 20ff. Gemäß dieser Reaktion wird die fermenthaltige Flüssigkeit mit verschiedenen
reinen Organsubstraten (Eiweiß) in Kontakt gebracht. Falls organspezifische Fermente vorhanden
sind, tritt eine Verdauung des korrespondierenden Organsubstrats ein, die z. B. durch die Anwesenheit
von Aminosäure nachweisbar ist. Die fermentative Aktivität wird durch die Zahl an Organen, welche die
verdauende Wirkung dieser Fermente unter Beweis Verfahren zur Gewinnung von Arzneipräparaten
Anmelder:
Dr. Henri Joseph Marie Clement,
Ettelbrück (Luxemburg)
Ettelbrück (Luxemburg)
Vertreter:
Dr.-Ing. A. van der Werth, Patentanwalt,
ίο München 8, Lucile-Grahn-Str. 22
ίο München 8, Lucile-Grahn-Str. 22
Als Erfinder benannt:
Dr. Henri Joseph Marie Clement, Ettelbrück
(Luxemburg)
(Luxemburg)
Beanspruchte Priorität:
Luxemburg vom 26. November 1958 (36 616) - -
stellen, ausgedrückt. Unter diesen bestimmten, hierfür benutzten Organen sind Leber, Milz, Hypothalmus,
Hypophyse, Nebennieren, Schilddrüse, Quadriceps, Eierstöcke, Hoden und Bindehautgewebe zu nennen.
Diese Liste ist nicht beschränkend. Die verwendeten Organe können vom Menschen oder Tier stammen.
Es wurde gemäß der Erfindung festgestellt, daß die therapeutische Aktivität der Präparate proportional
ihrer fermentativen Aktivität ist.
Die zur Erreichung einer optimalen Aktivität notwendige Mazerationsdauer hängt von den Arbeitsbedingungen
und besonders von der Art des in Mazeration gebrachten Gewebes und der Temperatur
ab. Die Dauer liegt im allgemeinen zwischen 2 und 30 Tagen. Diese Zahl wird mitunter überschritten,
indessen bei den meisten Fällen stellt sich das Maximum zwischen dem 10. und dem 20. Tag ein. Man
nimmt an, daß die beste oder nahezu beste Aktivität erreicht ist, wenn die im Mazerationswasser vorhandenen Fermente von zehn Organsubstraten mindestens
sieben fermentativ spalten.
Das vom tierischen Ausgangsmaterial am 9. Tage abgetrennte Mazerationswasser ermöglicht beispielsweise,
wenn es aus einem Ziegenquadriceps stammt, die Verdauung von drei oder vier Substraten. Diese
Aktivität erreicht sieben Substrate bei Abtrennung am 8. Tag und wird nach 22 Tagen null.
Die neuen wasserlöslichen Wirkstoffe müssen zur Erhaltung ihrer fermentativen Aktivität aus der
Mazerationslösung abgetrennt werden. Diese Abtrennung ist auf zweierlei Weise möglich.
609 538/356
3 4
Bei der einen Möglichkeit der Abtrennung unter- Milieus ab, in dem sie sich befinden. Sie ist fast null
wirft man die Mazerationsflüssigkeit einer Erwärmung in einem ausgesprochenen sauren Milieu (pH 3,3),
in einem Autoklav auf 12O0C während einer Stunde. wird wesentlich bei einem pH von 6 und erreicht ihr
Durch diese Autoklavbehandlung wurde über- Maximum in neutralem Wasser (pH T), nimmt dann
raschenderweise eine Zunahme der fermentativen und '5 rasch ab und ist nur noch sehr sehwach in leicht
der therapeutischen Aktivität der Wirkstoffe festge- alkalischen Lösungen (pH 8,5).
stellt, obwohl beim Kochen im offenen Gefäß ein Die Präparate der Erfindung dienen z. B. zur Be-
Aktivitätsverlust auftritt. Die so behandelte Mazera- handlung der Lepra. Zahlreiche klinische Ergebnisse
tionsflüssigkeit wird sodann steril filtriert. Das bei bestätigen ihre erstaunliche Wirksamkeit. Leprakranke
37° C getrocknete Filtrat gibt einen Rückstand, welcher io mit Geschwüren, Flecken und selbst Löchern wurden
in einer verschlossenen Flasche und unter Ausschluß von ihren Krankheiten nach einigen Injektionen ge-
von Licht aufbewahrt wird. Man hat festgestellt, daß heilt. Muskelkontrakturen infolge einer schon alten
das so erhaltene Pulver seine fermentative Aktivität Lepra verschwinden gleichfalls. Während mehrerer
während mehrerer Monate sogar bei Temperaturen Jahre nach der üblichen Art, d. h. mit Injektionen von
von etwa 30° C behält. Beim Auflösen diesen Pulvers 15 SuIfonen ohne irgendeine Besserung ihres Zustandes
in sterilem Wasser findet man die anfängliche enzyma- behandelte Patienten konnten mit den erfindungs-
tische Aktivität wieder. Diese bleibt während mehrerer gemäßen Mitteln schließlich geheilt werden. Die sich
Tage konstant und erleidet dann eine allmähliche, aus der Behandlung der Mazerationsflüssigkeiten mit
aber langsamere Verringerung als diejenige, welche einem mit Wasser mischbaren Lösungsmittel ergeben-
bei der Mazerationsflüssigkeit beobachtet wird. 20 den Stoffe (Niederschlag) besitzen eine stärkere
Die zweite Art der Gewinnung der Wirkstoffe be- therapeutische Wirkung gegen Paralysen, beispiels-
steht darin, daß man die vom tierischen Gewebe weise Muskelkontrakturen als diejenigen, welche aus
abgetrennte Mazerationsflüssigkeit mit einem wasser- im Autoklaven behandelten Flüssigkeiten erhalten
mischbaren, organischen Lösungsmittel, beispielsweise werden.
mit Aceton, Alkoholen oder deren Gemischen, 25 Die erfindungsgemäßen Wirkstoffe können ferner
behandelt. Es bildet sich ein Niederschlag, den man erfolgreich in der Behandlung poliomyelitischer
abtrennt und aus dem man die Wirkstoffe mit physio- Lähmungen angewandt werden,
logischer NaCl-Lösung eluiert, worauf diese Extrak- In den folgenden Beispielen wird die Gewinnung
tionslösung unter den gleichen Bedingungen wie die der aktiven Stoffe gemäß der Erfindung beschrieben,
im Autoklav behandelte Flüssigkeit eingedampft wird. 30 Ausgangsmaterial können dabei sein von der Ziege
Die erhaltenen Pulver lassen sich ebenfalls ohne ein Muskel, Lunge, Cubitalnerv, Niere, Gehirn,
Veränderung aufbewahren und sind leicht löslich in Rückenmark, Haut, Schilddrüse, Leber, Herz; vom
Wasser. Ziegenbock der Hoden; vom Ochsen ein Muskel,
Obwohl also die erfindungsgemäß hergestellten Nebennierendrüse, Leber, Herz; vom Schwein Neben-
Präparate in Pulverform gut haltbar sind, unterliegen 35 nierendrüse; vom Mensch eine Placenta. Das erfin-.
sie in Lösung einem allmählichen Aktivitätsverlust. dungsgemäße Verfahren ist aber keineswegs auf diese
Durch gewisse Zusätze oder gewisse Behandlung kann beispielsweise Liste von Geweben beschränkt, ebenso
diesem Aktivitätsverlust vorgebeugt werden. können die Gewebe anderer Tiere genommen werden.
Empfehlenswert ist die kurzzeitige Behandlung mit Die zur Untersuchung der Aktivitätsschwankungen
Röntgenstrahlen (Abstand 7 cm, 60 kV, 20 mA, 40 während der Mazeration verwendete Mikroreaktion
60 Sekunden) oder mit ultravioletten Strahlen (Ab- von Abderhalden könnte im Prinzip durch andere
stand 10 cm, 500 W, 90 Sekunden). Selbstverständlich Prüfungen auf Fermente ersetzt werden,
sind die vorhergehenden Zahlen nur Beispiele und
sind die vorhergehenden Zahlen nur Beispiele und
können geändert werden. Beispiell
Die in den erfmdungsgemäß gewonnenen Präparaten 45
vorliegenden neuen Wirkstoffe dürfen nicht mit den Unter sterilen Bedingungen wird ein Quadriceps
biologischen Reizmitteln von Filatov gleichge- einer frisch geschlachteten Ziege entfernt. Der Muskel
stellt werden, die offenbar keine Fermentaktivität wird in kleine Würfel geschnitten und in einen sterilen
besitzen (Filatov, La Therapeutique tissulaire, Behälter gebracht. 400 ecm physiologische NaCl-Edit.
franc. Moscou, 1955, S. 56). Die Abwehrfermente 50 Lösung und 50000 Kaliumpenicülineinheiten, in 1 ecm
von Abderhalden andererseits, welche nur in Wasser gelöst, werden zugesetzt. Die Flasche wird
einem lebenden, nicht kachektischen und nicht seiner verstopft, geschüttelt und an einen Platz mit einer
Pankreasdrüse beraubten Organismus auftreten Temperatur von ungefähr 5°C gebracht.
(R. Abderhalden und R. W. Martin, Fer- Die für die Aktivitätsversuche notwendigen Mengen mentforschung, 16 [1940], 245), widerstehen nicht der 55 werden am 1., 4., 6., 9. und 12. Tag entnommen. Für Wärme (R. Ab der hai den und S. Buadze, die Adberhalden-Reaktion wählt man die zehn Fermentforschung, 11 [1931], S. 361). Diese Unter- folgenden Organe: Leber, Milz, Hypothalamus, schiede zeigen unbestreitbar, daß die neuen Wirkstoffe Hypophyse, Nebennierendrüse, Schilddrüse, Rinderder .Erfindung den Abwehrfermenten nicht gleichge- und Ziegenquadriceps, Eierstöcke, Hoden, Bindehautstellt werden können. 60 gewebe. Positive Reaktionen ergeben sich bei den
(R. Abderhalden und R. W. Martin, Fer- Die für die Aktivitätsversuche notwendigen Mengen mentforschung, 16 [1940], 245), widerstehen nicht der 55 werden am 1., 4., 6., 9. und 12. Tag entnommen. Für Wärme (R. Ab der hai den und S. Buadze, die Adberhalden-Reaktion wählt man die zehn Fermentforschung, 11 [1931], S. 361). Diese Unter- folgenden Organe: Leber, Milz, Hypothalamus, schiede zeigen unbestreitbar, daß die neuen Wirkstoffe Hypophyse, Nebennierendrüse, Schilddrüse, Rinderder .Erfindung den Abwehrfermenten nicht gleichge- und Ziegenquadriceps, Eierstöcke, Hoden, Bindehautstellt werden können. 60 gewebe. Positive Reaktionen ergeben sich bei den
Schließlich besitzen die schon bekannten proteoly- entnommenen Proben jeweils mit zwei, acht, drei, vier
tischen Fermente wie Pepsin, Trypsin nicht die eigen- bzw. acht Organen. Nach dem letzten Ergebnis werden
artigen Eigenschaften der Produkte der Erfindung, 200 ecm Mazerationsflüssigkeit und etwa die Hälfte
nämlich die organspezifische Aktivität, Beständigkeit der Quadriceps-Stücke entnommen,
in der Wärme und das bei pH 7 liegende Aktivitäts- 65 Die Mazeration wird unter den gleichen Bedingun-
maximum. gen wie bisher fortgesetzt. Es werden Versuchsmuster
Die enzymatische Aktivität der neuen Präparate am 15., 18., 24., 31., 48. und 73. Tag entnommen. Die
gemäß der Erfindung hängt von der Azidität des Zahl der verdauten Organe gemäß der Mikroreaktion
von Abderhalden beträgt 5, 8, 0 (24. Tag), 2,5 und 0
(73. Tag). Diese Resultate zeigen deutlich die Aktivitätsschwankungen während der Mazeration.
Wenn man z. B. Leber nimmt, stellt man eine Null-Reaktion am 1., 9., 24., 31. und 73. Tag fest. Ein positives
Ergebnis wird am 6. Tag, eine ziemlich starke Wirkung am 4. und 18. Tag und schließlich eine wesentliche
Wirkung am 12. und 48. Tag erhalten.
Zur Gewinnung der erfindungsgemäßen Präparate nimmt man 100 ecm der am 12. Tag abgezogenen
Flüssigkeit und setzt eine etwa entsprechende Menge an den entnommenen Quadricepsstücken hinzu, d. h.
den vierten Teil der Ausgangsstücke. Man erwärmt in einem Autoklav bei 12O0C während einer Stunde.
Dann läßt man bis auf etwa 50° C erkalten und filtriert bei dieser Temperatur steril. Das Filtrat wird in fünf
Petrischalen verteilt, welche man in einen Ofen von etwa 370C bringt. Nach völligem Eintrocknen nimmt
man den Rückstand mit Hilfe steriler Instrumente auf und bringt ihn in eine gut verschlossene Flasche. Man
bewahrt ihn unter Ausschluß von Licht und, wenn möglich, kühl auf. Diese letztere Bedingung ist nicht
unbedingt notwendig.
Die anderen 100 ecm der am 12. Tag entfernten Flüssigkeit filtriert man über sterilem Papier und setzt
150 ecm einer Mischung aus gleichen Teilen Aceton und Äthanol hinzu. Dann läßt man den Niederschlag
während 12 Stunden ruhen. Man trennt sorgfältig die überstehende Flüssigkeit ab und eluiert den Niederschlag
mit 20 ecm steriler physiologischer NaCl-Lösung während 20 Stunden unter zeitweiligem Rühren
mit Hilfe eines sterilen Glasstabes. Man filtriert über sterilem Papier. Das Filtrat wird in Petrischalen
gegeben, und bei 370C getrocknet. Die Aufbewahrung
des erhaltenen Pulvers erfolgt wie oben beschrieben. Gleiche Ergebnisse erhält man, wenn man die Aceton-Äthanol-Mischung
durch Aceton ersetzt.
Unter sterilen Bedingungen wird ein Muskel eines frisch geschlachteten Ochsen in kleine Würfel geschnitten
und in einen sterilen Behälter gegeben. 400 ecm physiologische NaCl-Lösung und 50000 Einheiten
von Kaliumpenicillin, in 1 ecm Wasser gelöst, werden zugegeben. Die Flasche wird verschlossen,
geschüttelt und an einen Ort mit einer Temperatur von etwa 50C gebracht. Die nötigen Mengen für die
Aktivitätsversuche werden an den in der folgenden Tabelle angegebenen Tagen entnommen. Für die
Reaktion nach Ab derhalden werden die im Beispiel 1 genannten Organe verwendet. Die positiven Reaktionen
schwanken, wie in der Tabelle angegeben.
| Mazerationstage | Zahl von Organen mit positiver Reaktion |
| 1 | 2 |
| 4 | 8 |
| 6 | 3 |
| 9 | 4 |
| 12 | 8 |
| 15 | 5 |
| 18 | 5 |
| 24 | 0 |
| 29 | 1 |
| 47 | 5 |
| 73 | 0 |
Um die aktiven Stoffe zu gewinnen, muß die Mazeration am 12. Tage unterbrochen werden, wenn von zehn
geprüften Substraten acht eine positive Reaktion ergeben.
Die aktiven Stoffe werden daher aus der Mazera tionsfiüssigkeit am 12. Tage gemäß einem der im
Beispiel 1 angegebenen Verfahren extrahiert.
Unter sterilen Bedingungen wird ein Lungenlappen einer frisch geschlachteten Ziege in kleine Würfel
geschnitten und in einen sterilen Behälter gebracht. Es werden 300 ecm physiologische NaCl-Lösung und
50000 Einheiten Kahumpenicillin, in l.ccm Wasser
gelöst, zugegeben. Die Flasche wird verschlossen, geschüttelt und an einen Ort von etwa 50C gebracht.
Dann werden die notwendigen Mengen für die Aktivitätsversuche entnommen. Diese werden am 14.,
ao 15. und 16. Tag durchgeführt. Für die Reaktion nach Abderhalden werden folgende 10 Organe gewählt:
Hypothalamus, Hypophyse, Schilddrüse, Leber, Milz, Nebennierendrüse, Hoden, Eierstöcke, Muskelbindegewebe
und Muskel. Positive Reaktionen eras geben sich mit zwei, zwei bzw. sieben Organen. Bei
diesem letzten Ergebnis wird die Mazeration unterbrochen. Die aktiven Stoffe werden aus der am
16. Tage entnommenen Mazerationsflüssigkeit gemäß einem der im Beispiel 1 beschriebenen Verfahren
extrahiert.
Nach dem im Beispiel 3 beschriebenen Verfahren mazeriert man einen Cubitalnerv einer Ziege. Die
Mazeration wird am 14. Tage unterbrochen. Für die Reaktion nach Abderhalden hat man die im Beispiel 5
angegebenen Organe genommen. Am 14. Tage ergeben sich positive Reaktionen mit acht Organen. Die aktiven
Stoffe werden aus der am 14. Tage entnommenen Mazerationsflüssigkeit gemäß einem der im Beispiel 1
beschriebenen Verfahren extrahiert.
Nach dem im Beispiel 3 beschriebenen Verfahren
wird eine Ziegenniere mazeriert. Die Mazeration wird am 16. Tage unterbrochen. Für die Reaktion
nach Abderhalden werden die im Beispiel 3 aufgezählten Organe verwendet. Am 16. Tage ergeben
sich positive Reaktionen mit sechs Organen. Die aktiven Stoffe werden aus der am 16. Tage entnommenen
Mazerationsflüssigkeit nach einem der im Beispiel 1 beschriebenen Verfahren extrahiert.
Claims (2)
1. Verfahren zur Gewinnung von Arzneipräparaten mit therapeutischer Aktivität aus tierischem
Gewebe, dadurchgekennzeichnet, daß man zerkleinertes tierisches Gewebe unter sterilen
Bedingungen in physiologischer Salzlösung mindestens 2 Tage, jedoch so lange mazeriert, bis die
Abderhaldensche Mikroreaktion auf organspezifische Fermente bei einer maximalen Anzahl verschiedener
Organsubstrate positiv ist, dann entweder
a) die erhaltene Mazerationsilüssigkeit nach Filtration
mit einem wassermischbaren organischen Lösungsmittel, vorzugsweise Aceton, fällt, den Niederschlag abtrennt und aus dem
Niederschlag die Wirkstoffe mit physiologischer NaCl-Lösung eluiert oder
b) das Mazerat im Autoklav etwa 1 Stunde auf 120° C erhitzt und sodann filtriert,
worauf das nach a) gewonnene Eluat bzw. das nach b) gewonnene Filtrat schonend getrocknet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man die durch Wiederauflösen des Pulvers hergestellte Lösung der kurzzeitigen Ein·»
wirkung von Röntgen- oder ultravioletten Strahlen aussetzt.
IO In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 820 787;
schweizerische Patentschrift Nr. 276 050.
schweizerische Patentschrift Nr. 276 050.
609 538/356 3.66 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| LU1212678X | 1958-11-26 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1212678B true DE1212678B (de) | 1966-03-17 |
Family
ID=19734866
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEC20232A Pending DE1212678B (de) | 1958-11-26 | 1959-11-24 | Verfahren zur Gewinnung von Arzneipraeparaten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1212678B (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CH276050A (de) * | 1948-06-11 | 1951-06-15 | Gibone Anstalt | Verfahren zur Herstellung eines polyvalenten Blutstillungsmittels. |
| DE820787C (de) * | 1948-06-11 | 1951-11-12 | Gibone Anstalt | Verfahren zur Herstellung eines polyvalenten Blutstillungsmittels |
-
1959
- 1959-11-24 DE DEC20232A patent/DE1212678B/de active Pending
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CH276050A (de) * | 1948-06-11 | 1951-06-15 | Gibone Anstalt | Verfahren zur Herstellung eines polyvalenten Blutstillungsmittels. |
| DE820787C (de) * | 1948-06-11 | 1951-11-12 | Gibone Anstalt | Verfahren zur Herstellung eines polyvalenten Blutstillungsmittels |
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