DE1212245B - Verfahren zur Verbesserung der Kautschukhaftung von Reifencord aus Polyaethylenterephthalat - Google Patents
Verfahren zur Verbesserung der Kautschukhaftung von Reifencord aus PolyaethylenterephthalatInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
\r~r-\
AUSLEGESCHRIFT
Deutsche Kl.: 29 b-5/04
Nummer:
Aktenzeichen:
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Auslegetag:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
1212 245
V23541IVc/29b
22. Januar 1963
10. März 1966
V23541IVc/29b
22. Januar 1963
10. März 1966
Verfahren zur Verbesserung der Kautschukhaftung von Polyestercord, bei denen die Behandlung mit den
haftverbessernden Mitteln in gesonderten Arbeitsgängen, also nicht gleichzeitig mit dem Aufbringen
der Spinnpräparation, erfolgt, sind bekannt. So wird z. B. die Behandlung mit einem Latex aus Polyvinylpyridin
- Resorcin - Formaldehyd - Vorkondensat in erster Stufe und die Nachimprägnierung mit einem
Polyisocyanat in einem organischen Lösungsmittel in zweiter Stufe beschrieben. Abgesehen davon, daß die
durch diese Behandlung erzielbaren Haftfestigkeitswerte mit 9,3 kg merklich unterhalb der erfindungsgemäß
zu erzielenden Ergebnisse liegen, hat diese Arbeitsweise auch verfahrensmäßige Nachteile. Die
Nachbehandlung mit Polyisocyanatlösungen setzt eine sorgfältige Trocknung des zu behandelnden
Cords, die Verwendung absolut wasserfreier Lösungsmittel und den Wasserausschluß bei der Behandlung
selbst voraus. Abgesehen davon, daß die Lösungsmittel, wie Chlorkohlenwasserstoffe, Ester, Äther
oder Ketone, erheblich teurer sind als Wasser — das erfindungsgemäß als Lösungs- bzw. Dispergiermittel
verwendet wird—, sind sie teilweise sehr leichtflüchtig
und haben gesundheitsschädigende Wirkungen.
Bei einem anderen bekannten Verfahren, bei dem die Behandlung mit Polyisocyanaten in den obenerwähnten
Lösungsmitteln der Nachimprägnierung mit einem Latex vorausgeht, treten die gleichen
Nachteile auf. Auch hier ist die gleichzeitige Aufbringung von Behandlungsmittel und Spinnpräparation
nicht vorgesehen und läßt sich auch nicht durchführen, weil die Polyisocyanaten keinesfalls mit Wasser
in Berührung kommen sollen.
Gegenstand der Hauptpatentanmeldung V 23540 IVc/8 k (deutsche Auslegeschrift 1199 224) ist ein
Verfahren zur Verbesserung der Kautschukhaftung von Reifencord aus Polyäthylenterephthalat durch
Behandlung der für die Herstellung des Reifencords vorgesehenen Fäden, des Cordgarnes oder -gewebes
in einem Zweistufenprozeß. Als neue Behandlungsmittel werden in erster Stufe wäßrige Lösungen von
Diglycidäthern niedriger aliphatischer Dialkohole und heterocyclische oder aliphatische Amine verwendet,
während in zweiter Stufe an sich bekannte Kombinationen aus Resorzin-Formaldehyd-Vorkondensaten
und Vinylpyridinlatex eingesetzt werden.
Das Verfahren zeichnet sich in verschiedener Hinsicht vorteilhaft gegenüber den bekannten Zweistufenverfahren,
aber auch gegenüber einer Arbeitsweise, nach welcher lediglich ein Mittel zur Anwendung
kommt, aus. Die Möglichkeit, in wäßrigen Lösungen arbeiten zu können, lediglich zwei Komponenten ver-Verf
ahren zur Verbesserung der
Kautschukhaftung von Reifencord
aus Polyäthylenterephthalat
Kautschukhaftung von Reifencord
aus Polyäthylenterephthalat
Zusatz zur Anmeldung: V 23540IV c/8 k-Auslegeschrift
1199 224
Anmelder:
Vereinigte Glanzstoff-Fabriken A. G.,
Wuppertal-Elberfeld, Glanzstoff-Haus
Als Erfinder benannt:
Dr. Karl Macura, Klingenberg/M.;
Dr. Erhard Siggel, Laudenbach/M.;
Dr. Franz-Josef Schmitz, Erlenbach/M.
Dr. Karl Macura, Klingenberg/M.;
Dr. Erhard Siggel, Laudenbach/M.;
Dr. Franz-Josef Schmitz, Erlenbach/M.
v/enden zu müssen, deren Konzentration dazu nicht einmal kritisch ist, bringt bereits Vorteile, die einen
wesentlichen technischen Fortschritt des Verfahrens bedeuten. Weiterhin wird das in erster Stufe behandelte
Garn nicht rauh und ungeschmeidig, so daß der Zeitpunkt der Behandlung vorverlegt werden kann,
beispielsweise vor das Cordieren.
Es wurde nun gefunden, daß man eine weitere Verbesserung erzielen und innerhalb des Verfahrens zur
Herstellung von Reifencord, einen Arbeitsgang einsparen kann, wenn man ein aus einem Diglycidäther
eines niedrigen aliphatischen Dialkohols und einem heterocyclischen oder aliphatischen Amin bestehendes
Behandlungsmittel zugleich mit der Spinnpräparation aufbringt.
Zur Herstellung von Reifencord aus Polyäthylenterephthalat werden bekanntlich Fäden verwendet,
die beim Verspinnen der Schmelze des Polyesters entstehen. Es· ist allgemein üblich, die frisch gespon,-nenen
Fäden vor der weiteren Verarbeitung, also dem Aufspulen, Verstrecken usw., über eine Galette
zu führen, mittels derer eine Spannpräparation aufgebracht wird. Diese Maßnahme ist erforderlich, um
den aus einer Vielzahl von Kapillarfäden bestehenden
Faden zu glätten, einen besseren Fadenschluß herbeizuführen und derart einen reibungslosen Ablauf der
nachfolgenden Verfahrensschritte zu gewährleisten.
609 537S73
Als Spinnpräparation werden beispielsweise wäßrige Emulsionen von natürlichen Fetten oder ölen und
Emulgiermitteln verwendet. Die Emulgiermittel enthalten z. B. äthoxylierte Sorbitester, Fettsäureester
oder äthoxylierte Sorbitane. Häufig enthalten die Präparationen auch Verbindungen, die die elektrostatische
Aufladung des Fadenmaterials vermindern. Bekannt sind weiterhin auch benzinisehe Spinnpräparationen,
die insbesondere Paraffinöl und freie Fettsäuren enthalten.
Für das vorliegende Verfahren sind sämtliche bekannten Spinnpräparationen für Polyäthylenterephthalat
verwendbar, die mit dem Behandlungsmittel zur Verbesserung der Kautschukhaftung mischbar
sind. Dies kann durch einen einfachen Versuch festgestellt werden.
Das Verfahren läßt sich in einfacher Weise durchführen, indem man die wäßrige bzw. benzinisehe
Spinnpräparation mit der wäßrigen oder benzinischen Lösung, die einen Diglycidäther eines niedrigen
aliphatischen Alkohols und ein heterocyclisches oder aliphatischen Amin enthält, mischt und diese
Mischung mittels der für das Aufbringen der Spinnpräparation vorgesehenen Galette auf den Faden aufträgt.
Es ist aber auch möglich, zwei Galetten untereinander anzuordnen und Spinnpräparation und Behandlungsmittel
zur Verbesserung der Gummihaftung getrennt, jedoch unmittelbar nacheinander aufzubringen.
In beiden Fällen erhält man einen vollkommen gleichmäßigen Auftrag der beiden Mittel. Die nachfolgenden
Verfahrensschritte können ohne jede Störung durchgeführt' werden.
Da die Befeuchtung des Fadens mit Spinnpräparation unter allen Umständen durchgeführt werden
muß, bedeutet das Verfahren, in dem mit der Spinnpräparation gleichzeitig auch das Mittel zur Verbesserung
der Gummihaftung auf den Faden gebracht wird, die Einsparung eines Verfahrensschrittes.
Dies ist allerdings nur bei erfindungsgemäßen Kombinationen der Diglycidäther niedriger aliphatischer
Dialkohole und heterocyclischer bzw. aliphatischer
ίο Amine möglich, da diese Behandlungsmittel den
Faden nicht rauh und ungeschmeidig machen.
Das Verfahren wird an Hand der Schemaskizze durch einige Beispiele näher erläutert.
Ein aus der Spinndüse austretender Polyäthylenterephthalatfaden 1 (1000 den/210 Einzelfäden) wird über eine Galette 2 geführt und mit einer Mischung von Spinnpräparation und Behandlungsmittel zur Verbesserung der Kautschukhaftung befeuchtet (Zusammensetzung s. Tabelle) und dann aufgespult. Die
Ein aus der Spinndüse austretender Polyäthylenterephthalatfaden 1 (1000 den/210 Einzelfäden) wird über eine Galette 2 geführt und mit einer Mischung von Spinnpräparation und Behandlungsmittel zur Verbesserung der Kautschukhaftung befeuchtet (Zusammensetzung s. Tabelle) und dann aufgespult. Die
Spule 3 wird der Verstreckungseinrichtung 4 vorgelegt. Die Verstreckung erfolgt bei einer Temperatur
von etwa 225° G. Anschließend führt man den Faden durch eine Dampfzone 5, in der bei 245° C eine
geringe Schrumpfung des Fadens erfolgt, und nimmt den Faden auf Spule 6 wieder auf. Zwei Spulen 6
werden dann zu einem Cordgarn von 1000 den 2X, 500 S/500 Z gezwirnt. Die Cordgarnspule 7 wird
sodann in an sich bekannter Weise durch eine Wanne 8 geleitet, in der sich eine wäßrige Dispersion
von Resorzin-Formaldehyd-Vorkondensat und Vinylpyridinlatex befindet. Die Fixierung dieses Behandlungsmittels
erfolgt in Kammer 9 bei 160 bis 230° C.
| Spinnpräparation | Behandlungsmittel | Na impräg π Vinylpyr Tempe ratur °C |
ch- nierung lit din-Latex Verweil zeit Sekunden |
Cordfes vor der IS imprägr kg |
tigkeit nach ach- ierung kg |
Kautschuk haftung*) kg |
| 690 Teile Wasser 100 Teile Butylstearat 100 Teile Emulgator A0) |
100 Teile 1,3 BDD**) 10 Teile Piperazinhydrat (6H2O) |
210 | 40 | 12,6 | 12,3 | 12,0 |
| 760 Teile Wasser 50 Teile Palmkernöl 80 Teile Emulgator B0) |
110 Teile 1,3 BDD 10 Teile Piperazinhydrat |
210 | 40 | 12,6 | 12,2 | 10,8 |
| 760 Teile Wasser 50 Teile Palmkernöl 80 Teile Emulgator C0) |
100 Teüe 1,3 BDD 10 Teile Piperazinhydrat |
210 | 40 | 12,5 | 12,2 | 11,2 |
| 760 Teile Wasser 50 Teile Palmkernöl 70 Teile Emulgator A0) |
100 Teüe 1,3 BDD 10 Teile Piperazinhydrat |
210 | 40 | 12,5 | 12,4 | 11,8 |
| 770 Teile Wasser 50 Teile Palmkernöl 50 Teile Emulgator A0) |
115 Teile 1,3 BDD 15 Teile Piperazinhydrat |
210 | 40 | 12,7 | 12,5 | 12,4 |
| 800 Teile Wasser 100 Teile Butylstearat 50 Teile Emulgator A |
40 Teile Äthylenglykol diglycidäther 10 Teile Hexamethylendiamin |
170 | 120 | 12,7 | 12,7 | 12,4 |
| 795 Teile Wasser 80 Teile Butylstearat 30 Teile Palmkernöl 55 Teile Emulgator A |
30 Teile Triäthylenglykol- diglycidäther 10 Teile Triäthylentetramin |
200 | 60 | 12,7 | 12,5 | 12,0 |
Fußnoten am Schluß der Tabelle.
| 5 | Spinnpräparation | Behandlungsmittel | Nach imprägnierung |
!din-Latex Verweil zeit |
6 | nach | kg | Kautschuk |
| mit | Sekunden | der Nach imprägnierung |
12,4 | haftung *) | ||||
| 760 Teile Wasser | 60 Teile 1,4-BDD | Vinylpyr Tempe ratur |
120 | Cordfestigkeit | kg | kg | ||
| 90 Teile Paraffinöl | 10 Teile trans-2,5-Dimethyl- | 0C | vor | 12,5 | 12,0 | |||
| 80 Teile Emulgator B | piperazin | 170 | 12,5 | |||||
| 800 Teile Wasser | 30 Teile 1,2-Propandiol- | 40 | ||||||
| 60 Teile oxäth. Fettalkohol | diglycidäther | 12,5 | 10,8 | |||||
| 30 Teile Paraffinöl | 25 Teile oxäth. Fettamin | 210 | ||||||
| 45 Teile Emulgator B | 10 Teile Dicyandiamid | 12,7 | ||||||
| 817,5 Teile Wasser | 120 | |||||||
| 62 Teile Paraffinöl | 12,7 | 5,0 | ||||||
| 30 Teile Palmkernöl | 210 | |||||||
| 30 Teile Butylstearat | ||||||||
| 26,5 Teile Emulgator B | ||||||||
| 22,5 Teile Emulgator A | ||||||||
| 16 Teile quartäres | ||||||||
| Imidazolinderivat | ||||||||
| (als Antistatikum) | ||||||||
*) Zur Bestimmung der Kautschukhaftung wird der vorbehandelte Cord bei 150° C 25 Minuten lang in eine Karkaßmischung
derart einvulkanisiert, daß die Haftlänge genau 1 cm beträgt. Es wird die Kraft gemessen, die aufzuwenden ist, um den
Cord aus dem Kautschukstück herauszuziehen.
**) Butandioldiglycidäther.
°) Emulgator A = äthoxylierte Sorbitolester.
Emulgator B = äthoxylierte ölsäure.
Emulgator C = äthoxylierte Sorbitane.
°) Emulgator A = äthoxylierte Sorbitolester.
Emulgator B = äthoxylierte ölsäure.
Emulgator C = äthoxylierte Sorbitane.
Zum Vergleich wird ein lediglich mit Spinnpräparation behandelter und, wie oben angegeben, nachimprägnierter
Faden untersucht. Es zeigt sich, daß die Kautschukhaftung weniger als die Hälfte der erfindungsgemäß
behandelten Proben beträgt, obwohl bei der Nachimprägnierung die optimalen Verfahrensbedingungen
eingehalten werden. Bei Anwendung niedrigerer Temperaturen und bzw. oder kürzerer
Verweilzeiten liegen die Werte der Gummihaftung noch niedriger. Die Zusammensetzung der Spinnpräparation
trägt der Tatsache Rechnung, daß das Behandlungsmittel, das bei den übrigen Versuchen
eingesetzt wurde, anstistatisch wirkt, d. h., bei dem Vergleichsversuch muß ein anderes Antistatikum
zugesetzt werden.
Claims (3)
1. Verfahren nach Patentanmeldung V 23540 IVc/8 k (deutsche Auslegeschrift 1199 224) zur
Verbesserung der Kautschukhaftung von Reifencord aus Polyäthylenterephthalat durch Behandlung
in einem Zweistufenverfahren, wobei in zweiter Stufe mit einer wäßrigen Dispersion aus
Resorzin-Formaldehyd-Vorkondensat und Vinylpyridinlatex
behandelt wird, dadurch gekennzeichnet, daß man einen Diglycidäther
eines niedrigen aliphatischen Dialkohols und ein heterocyclisches oder aliphatisches Amin zugleich
mit der Spinnpräparation auf die für die Herstellung von Reifencord vorgesehenen Fäden
aufbringt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man den Diglycidäther eines
niedrigen aliphatischen Dialkohols und das heterocyclische oder aliphatische Amin einer
wäßrigen oder benzinischen Spinnpräparation, die ein pflanzliches Öl oder Fett und als Emulgator
einen äthoxylierten Fettalkohol bzw. eine äthoxylierte Fettsäure oder einen äthoxylierten
Sorbitester oder ein äthoxyliertes Sorbitan enthält, zusetzt und die Mischung mittels einer
Befeuchtungsgalette aufbringt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Spinnpräparation und
eine wäßrige Lösung eines Diglycidäthers eines niedrigen aliphatischen Dialkohols und eines
heterocyclischen oder aliphatischen Amins unmittelbar nacheinander mittels zweier Befeuchtungsgaletten
aufbringt.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1 093 322;
Chem. Zentralblatt, 1963, S. 7566 (japanische Patentschrift Nr. 13129/1960).
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1 093 322;
Chem. Zentralblatt, 1963, S. 7566 (japanische Patentschrift Nr. 13129/1960).
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
609 537/373 3. 66
Bundesdruckerei Berlin
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