DE1211068B - Verfahren zur Herstellung von den Lichtzutritt zeitweise freigebenden beweglichen Teilen fuer Verschluesse fotografischer Apparate - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von den Lichtzutritt zeitweise freigebenden beweglichen Teilen fuer Verschluesse fotografischer ApparateInfo
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G03—PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
- G03B—APPARATUS OR ARRANGEMENTS FOR TAKING PHOTOGRAPHS OR FOR PROJECTING OR VIEWING THEM; APPARATUS OR ARRANGEMENTS EMPLOYING ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ACCESSORIES THEREFOR
- G03B9/00—Exposure-making shutters; Diaphragms
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Description
- Verfahren zur Herstellung von den Lichtzutritt zeitweise freigebenden beweglichen Teilen für Verschlüsse fotografischer Apparate Die Erfindung bezieht sich auf die den Lichtzutritt zeitweise freigebenden beweglichen Teile von Ver= Schlüssen für fotografische Apparate.
- Die hierfür gebräuchlichen Lamellen, Vorhänge oder Schlitzrollos werden im allgemeinen aus einem dünnen gewalzten Blech aus Kohlenstoffstahl einer Dicke von 0,06 bis 0,08 mm hergestellt, welches durch Wärmebehandlung oder chemische Behandlung schwarz oder bläulichpurpurn gefärbt ist. Verschlußvorhänge werden auch aus schwarzgefärbtem gummiertem Seidengewebe oder aus 0,03 bis 0,06 mm dickem Blech aus rostfreiem Stahl hergestellt.
- Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, die Verschlußgeschwindigkeit bei gleichem Kraftaufwand erhöhen zu können. Dieses Ziel läßt sich erreichen, wenn man für die beweglichen Teile ein spezifisch leichteres Material verwendet. Stellt man Lamellen gleicher Dicke aus Kohlenstoffstahl, Aluminium, Titan usw. gegenüber, so ergibt sich für Lamellen aus Aluminium mit einem spezifischen Gewicht von 2,75 die höchste und für Lamellen aus Kohlenstoffstahl mit einem spezifischen Gewicht von 7,8 die niedrigste Verschlußgeschwindigkeit. Titan mit einem spezifischen Gewicht von 4,5 führt zu einer höheren Verschlußgeschwindigkeit als Kohlenstoffstahl, aber zu einer niedrigeren als Aluminium. Jedoch sind Lamellen, die aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung hergestellt und mittels anodischer Oxydation mit einem schwarzgefärbten Oberflächenüberzug versehen sind, solchen aus Kohlenstoffstahl bezüglich der mechanischen Festigkeit erheblich unterlegen und erleiden daher insbesondere bei sehr kurzen Belichtungszeiten Deformationen und eine Abblätterung der oxydierten Oberflächenschicht. Infolgedessen ist Aluminium für Verschlußlamellen ungeeignet. Bei Titan hingegen ist die mechanische Festigkeit, z. B. die Zugfestigkeit von 60 bis 80 kg/mm2, etwa der von Kohlenstoffstahl vergleichbar,. welche 50 bis 130 kg/mm2 beträgt. Durch eine Härtungsbehandlung kann bei Titan sogar eine höhere mechanische Festigkeit als bei Kohlenstoffstahl erreicht werden. Jedoch war es bisher nicht möglich, Titanbleche für Verschlußlamellen verwenden zu können, da man weder durch direkte noch durch indirekte Verfahren imstande war, eine ausreichende und, dauerhafte schwarzgefärbte Oberfläche zur Vermeidung unerwünschter Reflexionen aufzubringen.
- Erfindungsgemäß werden unter Verwendung von Titan und Aluminium Verschlußlamellen von besonderem Aufbau hergestellt. Zu diesem Zweck werden dünne Aluminiumbleche auf dünnes Titanblech beidseitig aufgebracht und aus diesem Mehrschichtkörper mittels mehrfacher Walzvorgänge ein Verbundblech hergestellt. Im Laufe des Walzens wird eine Erhitzung auf 450 bis 550° C, vorzugsweise unter. vermindertem Druck, vorgenommen, wobei Aluminium in die Titanschicht hineindiffundiert. Am Ende bzw. beim letzten Walzen ist aus allen Schichten ein fest verbundener Schichtkörper gebildet, bei dem sich das Aluminium selbst beim Biegen bei etwa 180° nicht löst. Das so hergestellte Titanaluminiummehrschichtblech wird dann in die für die Lamellen gewünschte Gestalt gebracht. Hierauf werden die Lamellen in an sich bekannter Weise einer Oxydationsbehandlung unterworfen, wonach die oxydierten Aluminiumoberflächen mit einem schwarzen Farbstoff eingefärbt werden.
- Gegenstand der Erfindung ist also ein Verfahren zur Herstellung von den Lichtzutritt zeitweise freigebenden beweglichen Teilen für Verschlüsse fotografischer Apparate, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß auf ein Blech aus Titan oder einer Titanlegierung beidseitig Aluminiumbleche aufgebracht werden und dieses Dreischichtenblech mehrmals gewalzt wird, wobei zwischen jedem Walzvorgang eine Wärmebehandlung eingeschaltet wird und schließlich die außenliegenden Aluminiumflächen in an sich bekannter Weise anodisch oxydiert und schwarz oder bläulichpurpurn eingefärbt werden.
- Für die Herstellung von Verschlußflügeln gemäß der Erfindung wird folgendes Beispiel gegeben: Je ein 0,4 mm dickes Aluminiumblech wird auf jede Seite eines 0,8 mm dicken Titanblechs aufgebracht. Dieses Mehrschichtblech wird fünf- bis sechsmal mit eingeschobenen Wärmebehandlungen bei Temperaturen zwischen 450 und 550?C_gewalzt, wobei ein Mehrschichtblech von 0,06 mm Dicke entsteht. Dieses Blech besteht aus einer mittleren, 0,03 mm dicken Titanschicht, die beidseitig von je einer 0,015 mm dicken Aluminiumschicht- bedeckt ist. Die drei Schichten sind fest zu einer Einheit verbunden. Aus diesem Blech werden die Verschlußlamellen ausgestanzt. Diese werden -dann in 2o/oiger Schwefelsäure bei niedriger Temperatur von 8 bis 10° C während 1 bis 1,5 Stunden bei einer Stromdichte von 0,5 bis 1 A/dm2 anodisch oxydiert. Die oxydierten Lamellen werden in ein Farbbad gebracht, welches rötlichschwarze -Säurefarbstoffe, wie Acid Black 8 BC, und bläulichschwarze Säurefarbstoffe, wie Acid Black 10 BC, im Verhältnis 2 : 1 enthält: Die Konzentration beträgt 50 -bis 60 g Farbstoff auf 11 Wasser. Auf diese Weise erhält man schwarzgefärbte Verschlußlamellen. ' Das spezifische Gewicht 'des -Mehrschichtbleches, in dem die Stärke der Titanschicht 0,03 mm und die der beiden Aluminiumschichten zusammen ebenfalls 0,03 mm beträgt, ist (4,50 -I- 2,75) : 2 = 3,63. Hingegen haben Verschlußlamellen aus Kohlenstoffstahl ein spezifisches Gewicht von 7,8. Eine Verschlußlamelle von Kohlenstoffstahl von 0,06 mm Dicke erlaubt als geringste Belichtungszeit 1/soo sec, während mit einer Verschlußlamelle aus dem Titanaiuminiumschichtblech von 0,06 mm Dicke eine Geschwindigkeit erzielbar ist, die zu einer Belichtungszeit von 1/75o sec -fährt. Es -wird also im Vergleich zu den gebräuchlichen Lamellen eine SOo/oige Steigerung erzielt.-_ - .
- Zur, Erreichung der gewünschten Blechdicke muß man mehrmals auswalzen und zwischen jeder Walzung eine Wärmebehandlung zur Härtung durchführen. Die Wärmebehandlung erfolgt vorteilhaft bei Temperaturen von 450 bis 550° C und unter vermindertem Druck. Die Behandlungszeit ist abhängig von der Dicke des Bleches. Bei Temperaturen oberhalb 550° C wird die an der Bindungsfläche zwischen Titan und Aluminium entstehende Zwischenschicht stärker ausgebildet, so daß sie die auftretenden Scherkräfte nicht aushalten tann, -was die Bindung zwischen Titan und Aluminium sehr stark beeinträchtigt-und ein Abblättern verursacht. Bei Tempe= raiuren unterhalb 450°-C wird die Zwischenschicht schwächer ausgebildet, so daß sie Scherkräfte aus= halten kann, jedoch ist die Wirkung für die folgende Walzung nicht ausreichend. ` Die folgende Tabelle zeigt am Beispiel des Dreischichtblechesmit einer Ausgangsdicke von 2,8 mm die einzelnen Vorgänge bei sechs Walzungen:
Die Oberflächen der neuen Lamellen sind sehr hart. Sie haben z. B.. eine Vicker-Härte von ungefähr 500 und einen sehr geringen Reibungswiderstand. Der oxydierte Überzug ist fest an die Kernschicht gebunden und löst sich auch bei längerem Gebrauch nicht ab. Bei einer Verschlußlamelle gemäß der Erfindung ist der zentrale Teil, der eine. Drehbewegung ausführt, auch nach langer Gebrauchsdauer vollkommen sicher gegen starke Reibung und gegen ein Abblättern bzw. Ablösen des schwarzgefärbten überzugs. Man kann die Verschlußgeschwindigkeit beträchtlich erhöhen, ohne daß am Verschlußmechanismus bzw: Objektiv eine Änderung vorgenommen werden muß._ Walzung Nx. . `- 1 2 3 4 5 6 Dickenverminderung, o/o . . . . . . . . . 50 50 50 50 50 25 Wärmebehandlungstemperatur, ° C 450 bis 550 450 bis 550 450 bis 550 450 bis: 550 450 bis 550 450 bis 550 Wärmebehandlungszeit, Minuten .. 10 bis 15 10 bis 15 10 bis 15 10 bis 15 10 bis 15 10 bis 15 Dicke, Millimeter ............... 1,4 0,7 0,35 , 0,175 0,087 0,065 - Das Titanaluminiumverbundblech gemäß der Erfindung kann in jedem gewünschten Schichtdickenverhältnis von Titan zu Aluminium und gleichfalls in jeder in Betracht kommenden Gesamtdicke hergestellt sein. Es ist sowohl für Lamellen von Zentralverschlüssen als auch für Vorhänge bzw. Metallrollos od. dgl. von. Schlitzverschlüssen verwendbar. Es ist auch geeignet für automatische Verschlüsse. An Stelle eines Titanbleches - kann auch ein solches aus einer Titanlegierung verwendet werden. Die Verschlußlamellen u. dgl. haben weiter den Vorteil, daß sie rostfrei und leicht zu bearbeiten und zu bedienen sind.
Claims (3)
- Patentansprüche: 1. Verfahren zur Herstellung von den Lichtzutritt zeitweise freigebenden beweglichen Teilen für Verschlüsse fotografischer Apparate, dadurch gekennzeichnet, daß auf ein Blech aus Titan oder eine Titanlegierung beidseitig Aluminiumbleche aufgebracht werden und dieses Dreischichtblech mehrmals gewalzt wird, wobei zwischen jedem Walzvorgang eine Wärmebehandlung eingeschaltet wird und schließlich die außenliegenden Aluminiumflächen in an sich bekannter Weise anodisch oxydiert und schwarz oder bläulichpurpurn eingefärbt werden.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmebehandlungen bei Temperaturen von 450 bis 550° C durchgeführt werden.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmebehandlungen unter vermindertem Druck durchgeführt werden.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DEM52680A DE1211068B (de) | 1962-04-28 | 1962-04-28 | Verfahren zur Herstellung von den Lichtzutritt zeitweise freigebenden beweglichen Teilen fuer Verschluesse fotografischer Apparate |
Applications Claiming Priority (1)
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| DEM52680A DE1211068B (de) | 1962-04-28 | 1962-04-28 | Verfahren zur Herstellung von den Lichtzutritt zeitweise freigebenden beweglichen Teilen fuer Verschluesse fotografischer Apparate |
Publications (1)
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| DE1211068B true DE1211068B (de) | 1966-02-17 |
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Family Applications (1)
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1211068B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3020803A1 (de) * | 1979-06-02 | 1980-12-04 | Nippon Kogaku Kk | Lichtunterbrechungseinrichtung fuer eine kamera |
-
1962
- 1962-04-28 DE DEM52680A patent/DE1211068B/de active Pending
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