DE1210174B - Verfahren zur Herstellung von Schichtstoffen mittels in der Waerme haertbarer Melamin-Formaldehyd-Mischkondensationsharze - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Schichtstoffen mittels in der Waerme haertbarer Melamin-Formaldehyd-MischkondensationsharzeInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND DEUTSCHES AjLW PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
int. α.:
C08g
Deutsche KL: 39 b-22/04
Nummer:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
M55955IVc/39b
25. September 1959
3. Februar 1966
25. September 1959
3. Februar 1966
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Schichtstoffen mittels in der Wärme
härtbarerMelamin-Formaldehyd-Mischkondensationsharze.
Melamin - Toluolsulfonamid - Formaldehyd - Harze werden in großem Umfang bei der Herstellung von Mehrschichtenerzeugnissen
oder Schichtstoffen verwendet. Solche Harze werden insbesondere in ausgedehntem Umfang zur Imprägnierung des Druckblattes von
dekorativen Mehrschichtenkörpern oder Schichtstoffen ίο
benutzt. Obgleich solche Harze großen wirtschaftlichen Erfolg erlangt haben, sind die Harze sowie die daraus
hergestellten Schichtstoffe jedoch gewissen bekannten Nachteilen unterworfen. Erstens haben die Melamin-Toluolsulfonamid
- Formaldehyd - Harze für Schichtstoffe geringe Stabilität in wäßrigen Lösungen und neigen
dazu, sich aus diesen beim Stehen während verhältnismäßig kurzer Zeitdauer, z. B. 1 bis 2 Tagen, auszuscheiden.
Das Harz, das sich aus der Lösung ausscheidet, kann nicht wieder dispergiert werden und
muß verworfen werden. Die Hersteller von Melamin-Toluolsulfonamid-Formaldehyd-Harzen
für Mehrschichtenerzeugnisse müssen daher diese Harze von den wäßrigen Lösungen, in denen sie hergestellt sind,
durch Sprühtrocknen oder ähnliche Trockenprozesse abtrennen, was zu einer wesentlichen Erhöhung der
Herstellungskosten der Harze führt. Zweitens wandelt ein Frieren von Lösungen solcher Harze diese irreversibel
in zwei Phasen um. Drittens sind die Melamin-Toluolsulf onamid- Formaldehyd -Harze hydrophober
als nichtmodifizierte Melamin-Formaldehyd-Harze,
und diejenigen Harze, die wesentliche Mengen von Toluolsulfonamid enthalten, können nur in Wasser-Alkohol-Gemischen
gelöst werden. Es ist auch beobachtet worden, daß die Harze infolge ihrer hydrophoben Art zuweilen das Papierblatt nicht durch
und durch und gleichförmig imprägnieren. Viertens haben die Melamin-Toluolsulfonamid-Formaldehyd-Harze
verhältnismäßig geringen Glanz und werden selten zur Imprägnierung des Deckblattes von dekorativen
Schichtstoffen verwendet. Es besteht somit ein technisches Interesse für aus Melamin-Toluolsulfonamid-Formaldehyd-Harzen
hergestellte Schichtstoffe für Mehrschichtenerzeugnisse, die nicht an den vorstehend
geschilderten Nachteilen leiden.
Es ist ein Verfahren zur Herstellung von flüssigen, halbfesten oder festen Kunstharzmassen aus Kondensationsprodukten
von Carbamiden, Carbamidderivaten oder Carbamide liefernden Ausgangsmaterialien und
Aldehyden bekannt, bei dem zu dem Gemisch der Ausgangsmaterialien oder zu den bereits gebildeten
im Sol- oder Gelzustand befindlichen Kondensations-Verfahren
zur Herstellung von Schichtstoffen
mittels in der Wärme härtbarer Melamin-Formaldehyd-Mischkondensationsharze
mittels in der Wärme härtbarer Melamin-Formaldehyd-Mischkondensationsharze
Anmelder:
Monsanto Company, St. Louis, Mo. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr. E. Wiegand und Dipl.-Ing. W. Niemann,
Patentanwälte, München 15, Nußbaumstr. 10
Als Erfinder benannt:
William Arthur Laurie, Winona, Minn. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 26. September 1958
(763.475)
V. St. v. Amerika vom 26. September 1958
(763.475)
produkten an einer beliebigen Stelle des Arbeitsprozesses organische Substanzen zugesetzt werden,
die mit den Kondensationsprodukten Lösungen zu bilden vermögen, und zwar vorzugsweise solche, welche
die entstehenden Gele klar lösen bzw. von ihnen klar gelöst werden.
Es ist ferner ein Verfahren zur Herstellung von gießbaren Produkten durch Kondensation von Harnstoff
mit Formaldehyd unter Verwendung von Zucker, Konzentration des Gemisches in der Wärme und
Polymerisation bekannt, bei dem man etwa gleiche Mengen Formaldehyd und Harnstoff mit einer Zuckermenge,
die etwa 30 bis 40% des Gewichtes jedes dieser Bestandteile beträgt, mit einer kleinen Menge
Zinkoxyd als Katalysator mischt, das Gemisch zwecks Konzentrierung und Kondensation erhitzt, dann
gegebenenfalls filtriert, die Erhitzung unter vermindertem Druck fortsetzt, in Formen gießt und
langsam bei konstanter Temperatur (80 bis 95° C) während längerer Zeit (36 bis 40 Stunden) polymerisiert.
Die nach diesen beiden bekannten Arbeitsweisen hergestellten Produkte sind jedoch nicht zur Herstellung
von Schichtstoffen geeignet, was insbesondere auf das Fehlen einer Beständigkeit gegenüber heißem
Wasser und heißem Öl zurückzuführen ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, normalerweise
feste, nachformbare Schichtstoffe herzustellen, die mit modifizierten Melamin-Toluolsulfonamid-Formaldehyd-Harzen,
die guten Glanz besitzen, gebunden sind. Insbesondere sollen gemäß der Er-
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findung dekorative Schichtstoffe, bei denen das Druckblatt und bzw. oder das Ober- oder Deckblatt
aus Papier besteht, das mit einem modifizierten Melamin-Toluolsulfonamid-Formaldehyd-Harz imprägniert
ist, hergestellt werden.
Das Verfahren zur Herstellung von Schichtstoffen mittels in der Wärme härtbarer Melamin-Formaldehyd-Mischkondensationsharze
gemäß der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß als Bindemittel ein Mischkondensationsharz aus Rohrzucker, Formaldehyd,
Toluolsulfonamid und Melamin oder einer Mischung aus bis zu 97,5 Teilen Melamin mit bis zu
etwa 2,5 Teilen Thioharnstoff verwendet wird, wobei das Mischkondensationsprodukt einen Wasserverdünnungspunkt
von 15 bis 45 % besitzt und der Rohrzucker in Mengen von 10 bis 35 Gewichtsprozent, das
Toluolsulfonamid in Mengen von 5 bis 25 Gewichtsprozent des Mischkondensationsproduktes und der
Formaldehyd in einem Verhältnis von'2,0 bis 4,0 Mol je Mol Melamin bzw. Melamingemisch eingesetzt
worden sind.
Gemäß einer besonderen Ausführungsform des Verfahrens gemäß der Erfindung wird ein Mischkondensationsprodukt
verwendet, bei dem der Wasserverdünnungspunkt 25 bis 35% beträgt, der Rohrzucker
in Mengen von 20 bis 25 Gewichtsprozent, das Toluolsulfonamid in Mengen von 10 bis 20 Gewichtsprozent
des Mischkondensationsproduktes und der Formaldehyd in einem Verhältnis von 2,5 bis 3,0 Mol
je Mol Melamin bzw. Melamingemisch eingesetzt worden sind.
Die in diesem Mischkondensationsharz vorhandenen Anteile der Komponenten und der Kondensationsgrad
des Harzes, der durch den Wasserverdünnbarkeitspunkt definiert ist, sind für die Erzielung der erwünschten
Ergebnisse kritisch.
Die Harze gemäß der Erfindung sind in wäßrigen Lösungen äußerst stabil und können bei 25° C während
Zeitdauern bis zu etwa 10 bis 12 Wochen gelagert werden, ohne daß eine Fällung oder Gelierung des Harzes
auftritt. Überdies können solche Harzlösungen eingefroren und danach wieder aufgetaut werden, ohne
daß eine bleibende Ausscheidung des Harzes aus dem Lösungsmittel auftritt. Die Harze sind praktisch
hydrophil und können entweder in Wasser oder in Wasser-Alkohol-Gemischen, die nur geringe Mengen
Alkohol enthalten, gelöst werden. Außerdem haben die Harze einen hohen Grad von Glanz, wenn sie gehärtet
sind.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand von Beispielen näher erläutert. Sofern nicht anders angegeben,
beziehen sich die Mengen auf Gewichtsteile.
In den nachstehend angegebenen Arbeitsweisen wird zunächst die Herstellung von einigen der erfindungsgemäß
zu verwendenden Mischkondensationsharze kurz erläutert.
Arbeitsweise 1
200 Teile (2,5 Mol) einer 37°/0igen Formaldehydlösung
(Formalin) wurden auf einen pH-Wert von 8,£
mit Natriumhydroxyd neutralisiert, und dann wurden zu der Lösung 126 Teile (1 Mol) Melamin und
35 Teile Rohrzucker zugegeben. Die Reaktionsmischung wurde auf 90°C erhitzt und auf dieser
Temperatur etwa 2 Stunden gehalten, bis ein Tropfen der Harzlösung, wenn er in 250 ml Wasser von 25° C
eingetropft wurde, eine Wolke oder einen Niederschlag bildete.
Zu diesem Zeitpunkt wurde die Reaktionsmischung auf 650C gekühlt, und es wurden 20 Teile Toluolsulfonamid
zugegeben. Der pH-Wert der Lösung wurde auf 8,2 eingestellt, und die Reaktion wurde bei 65 0C
vor sich gehen gelassen, bis das Harz einen Wasserverdünnbarkeitspunkt von etwa 35% hatte.
Der Wasserverdünnbarkeitspunkt wird als diejenige Konzentration von Harzfeststoffen definiert, auf die
eine Harzlösung mit Wasser bei 25° C verdünnt werden kann, bevor ein Beginn einer Fällung des Harzes
auftritt.
Die Harzlösung wurde auf 25 0C abgekühlt und mit
Wasser verdünnt, um eine Lösung von 60 % Harzfeststoffen
zu schaffen. Die 60%ige Harzlösung konnte 10 bis 12 Wochen bei 250C ohne Fällung oder Gelierung
des Harzes gelagert werden. Die Harzlösung konnte eingefroren und danach wieder aufgetaut
werden, ohne daß eine Änderung der Lösungseigenschaften eintrat.
Arbeitsweise 2
Es wurde ein Harz in genau der gleichen Weise, wie vorstehend beschrieben, hergestellt, mit der Ausnahme,
daß die Menge des angewendeten Rohrzuckers von 35 Teilen auf 100 Teile und die Menge des angewendeten
Toluolsulfonamids von 20 Teilen auf 40 Teile erhöht wurden. Eine 60%ige Lösung des Harzes in
einem Lösungsmittelgemisch aus 85% Wasser und 15 % Äthylalkohol konnte wenigstens 30 Tage bei
25° C aufbewahrt werden, bevor eine Fällung oder Gelierung des Harzes festzustellen war.
Arbeitsweise 3
200 Teile (2,5 Mol) einer 37%igen Formaldehydlösung (Formalin) und 35 Teile Rohrzucker wurden
während einer Zeitdauer von 30 Minuten auf 65° C erhitzt, um den Formaldehyd mit dem Rohrzucker
zu kondensieren. Danach wurde der pH-Wert mit Natriumhydroxyd auf 8,5 eingestellt, und es wurden
126 Teile (1 Mol) Melamin zu der Lösung zugegeben. Die Reaktionsmischung wurde dann bei 90° C etwa
2 Stunden erhitzt, bis ein Tropfen der Harzlösung, wenn er in 250 ml Wasser von 0°C eingetropft wurde,
eine Wolke oder einen Niederschlag bildete. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Reaktionsmischung auf 650C
gekühlt, und es wurden 20 Teile Toluolsulfonamid zugegeben. Der pH-Wert der Reaktionsmischung wurde
dann auf 8,2 eingestellt und die Reaktion bei 65° C fortgesetzt, bis das Harz einen Wasserverdünnbarkeitspunkt
von etwa 25 % hatte.
Arbeitsweise 4
Es wurde ein Harz aus einer Mischung von 126 Teilen (1 Mol) Melamin, 200 Teilen (2,5 Mol) einer 37%igen
Formaldehydlösung (Formalin) 35 Teilen Rohrzucker, 20 Teilen Toluolsulfonamid und 1,0 Teil
Thioharnstoff nach der vorstehend beschriebenen Arbeitsweise 1 hergestellt, wobei der Thioharnstoff
während der Reaktion des Toluolsulfonamides eingeführt wurde.
Es wurden drei dekorative Schichtstoffe aus sieben Unterlageblättern aus Kraftpapier, die mit etwa
35 Gewichtsprozent eines im Handel zur Verfugung stehenden Phenol-Formaldehyd-Harzes imprägniert
waren, einem a-Cellulosedruckblatt, das mit etwa
40 Gewichtsprozent eines Melamin-Formaldehyd-
Harzes imprägniert war, und einem «-Cellulosedeckblatt,
das mit etwa 65 Gewichtsprozent eines Melamin-Formaldehyd-Harzes imprägniert war, hergestellt.
Die hier angegebenen Prozentsätze des Harzes in einem harzimprägnierten Blatt sind auf das Gewicht
der endgültigen imprägnierten Blätter bezogen.
Die Schichtstoffe wurde durch Pressen der Anordnungen während 20 Minuten bei 143 ° C unter einem
Druck von 70 kg/cm2 hergestellt.
Bei dem Schichtstoff »A« wurden sowohl das Druckblatt als auch das Deckblatt mit dem Harz, das in
Arbeitsweise 1 beschrieben ist, imprägniert. Bei dem Schichtstoff »B« wurde das Deckblatt mit dem Harz,
das in Arbeitsweise 1 beschrieben ist, imprägniert, und das Druckblatt wurde mit einem im Handel zur
Verfügung stehenden Melamin -Toluolsulf onamid-Formaldehyd-Harz mit einem Formaldehyd-Melamin-Molverhältnis
von 2,5 :1 und einem Gehalt von 10% Toluolsulfonamid imprägniert. Bei dem Schichtstoff
»C« wurden sowohl das Deckblatt als auch das Druckblatt mit einem im Handel zur Verfügung
stehenden Melamin-Toluolsulfonamid-Formaldehyd-Harz für Mehrschichtenzwecke mit einem Formaldehyd-Melamin-Molverhältnis
von 2,5:1 und einem Gehalt von 10% Toluolsulfonamid imprägniert.
Die Deckblätter der Schichtstoffe »A« und »B« waren wesentlich durchsichtiger als das Deckblatt des
Schichtstoffes »C«. Demzufolge erscheinen die Druckblätter der Schichtstoffe »A« und »B« wesentlich klarer,
heller und besser ausgeprägt als das Druckblatt des Schichtstoffes »C«. Außerdem war der Glanz der
Schichtstoffe »A« und »B« dem Glanz des Schichtstoffes »C« weit überlegen.
Vergleichbare Ergebnisse wurden erhalten, wenn die Deckblätter bei den Schichtstoffen »A« und »B« mit
dem Harz gemäß Arbeitsweise 2, 3 oder 4 imprägniert wurden. Es ist festgestellt worden, daß die Mehrschichtenkörper,
bei denen das Deckblatt mit dem Harz gemäß Arbeitsweise 4 imprägniert wurde, sogar
höheren Glanz als die Mehrschichtenkörper hatten, bei denen das Deckblatt mit dem Harz gemäß Arbeitsweise
1, 2 oder 3 imprägniert wurde.
Ein dekorativer Schichtstoff wurde auf die im ersten Absatz von Beispiel 1 beschriebene Weise hergestellt;
er bestand aus 7 Unterlageblättern aus Kraftpapier, die mit etwa 35 Gewichtsprozent eines im Handel
zur Verfügung stehenden Phenol-Formaldehyd-Harzes imprägniert waren, einem a-Cellulosedruckblatt, das
mit etwa 40 Gewichtsprozent des Harzes gemäß Arbeitsweise 1 imprägniert war, und einem Viskosereyonpapier-Deckblatt,
das mit etwa 65 Gewichtsprozent eines Melamin-Formaldehyd-Harzes mit einem Formaldehyd-Melamin-Molverhältnis von 2,5:1 imprägniert
war. Das Aussehen des so hergestellten Schichtstoffes war den im Beispiel 1 beschriebenen
Schichtstoffen »A« und »B« vergleichbar.
Teil A
Ein nachträglich verformbarer Mehrschichtenkörper wurde aus einem nachformbaren Kern, einem Druckblatt
und einem Deckblatt hergestellt. Der Kern bestand aus einem unteren Blatt aus Kraftpapier,
drei Zwischenblättern aus Kreppapier und einem oberen Blatt aus Kraftpapier, wobei sämtliche Blätter
mit etwa 35 Gewichtsprozent eines im Handel zur Verfügung stehenden nachformbaren Kresol-Formaldehyd-Harzes
imprägniert waren. Das Druckblatt bestand aus einem 0,3 mm dicken Blatt «-Cellulosepapier,
das mit 40 Gewichtsprozent des Harzes gemäß Arbeitsweise 1 imprägniert war. Das Deckblatt bestand
aus einem 0,1 mm dicken Blatt oc-Cellulosepapier, das
mit 65 Gewichtsprozent des Harzes gemäß Arbeitsweise 1 imprägniert war. Der Schichtstoff wurde durch
Pressen der Anordnung während 20 Minuten bei 135°C unter einem Druck von 70 kg/cm2 hergestellt.
Der fertige Schichtstoff war etwa 1,3 mm dick.
1S Teile B bis D
Es wurden drei Schichtstoffe hergestellt, die identisch mit dem in dem vorstehenden Teil A beschriebenen
waren, mit der Ausnahme, daß das Druckblatt und das Deckblatt mit den Harzen, wie sie in den Arbeitsweisen
2, 3 und 4 beschrieben sind, imprägniert waren.
Teil E
Es wurde ein Kontrollschichtstoff nach dem Stande der Technik in genau der gleichen Weise, wie
sie im Teil A beschrieben ist, hergestellt, mit der Ausnahme, daß das zur Imprägnierung des Druckblattes
und des Deckblattes verwendete Harz aus einem im Handel zur Verfügung stehenden Melamin-Formaldehyd-Harz
für Mehrschichtenzwecke mit einem Formaldehyd-Melamin-Molverhältnis von 2,5:1 bestand.
Teil F
Die nachträgliche Verformbarkeit der gemäß den vorstehenden Teilen A bis E hergestellten Schichtstoffe
wurde nach der HEMA-Methode LP 2-2.11 bestimmt. Bei dieser Prüfmethode werden die Schichtstoffe
erhitzt und über einen Winkel von 90° in einer Reihe von Spannvorrichtungen gebogen, welche verschiedene
Krümmungsradien an der Biegungsstelle vorsehen. Je kleiner der Krümmungsradius ist, um
den der Schichtstoff gebogen werden kann, ohne daß ein Rissigwerden der Oberfläche eintritt, um so besser
ist die nachträgliche Formbarkeit des Schichtstoffes. Die gemäß den vorstehenden Teilen A, B, C und D
hergestellten Schichtstoffe konnten um einen Krümmungsradius von 9,5 mm ohne Rissebildung gebogen
werden. Im Gegensatz dazu trat bei dem Schichtstoff, der gemäß dem vorstehenden Teil E mit einem bekannten
Melamin-Formaldehyd-Harz für Schichtstoffe hergestellt
war, Rissebildung auf, wenn er um einen Krümmungsradius von etwa 25 mm gebogen wurde.
Die Harze, die zur Herstellung von Schichtstoffen gemäß der Erfindung verwendet werden, sind sowohl
durch das Verhältnis der in ihnen enthaltenen Ausgangskomponenten als auch den Kondensationsgrad
gekennzeichnet. Die Harze enthalten (1) 5 bis 25 und vorzugsweise 10 bis 20 Gewichtsprozent Toluolsulfonamid
und (2) 10 bis 35 und vorzugsweise 20 bis 25 Gewichtsprozent Rohrzucker, und (3) ist der
Formaldehyd in dem Verhältnis von 2,0 bis 4,0 und vorzugsweise von 2,5 bis 3,,OMoI je Mol Melamin
vorhanden. Das in den Harzen eingeschlossene Toluolsulfonamid kann entweder aus dem o-, m- oder
p-Isomeren oder aus irgendeinem Gemisch von diesen bestehen. Das in den vorstehenden Beispielen benutzte
Claims (1)
- 7 8Toluolsulfonamid bestand aus einem Gemisch von wichtsprozent des Harzes imprägniert und auf einenannähernd 70: 30 Teilen p- zu o-Isomeren. Die Harze Gehalt an flüchtigen Stoffen in der Größenordnungwurden bis zu einer solchen Stufe kondensiert, wo sie von 3 bis 10 % getrocknet. Eine Anordnung voneinen Wasserverdünnbarkeitspunkt von 15 bis 450J0 solchen harzimprägnierten Blättern wird dann einemund vorzugsweise von 25 bis 35 °/0 aufweisen. Der 5 Druck in der Größenordnung von 17,5 bis 70 kg/cm2Wasserverdünnbarkeitspunkt kann auch als der unterworfen und gleichzeitig 10 bis 60 Minuten beiMindestprozentsatz an Harz definiert werden, der einer Temperatur von 93 bis 177° C erhitzt,mit Wasser bei 250C gemischt werden muß, um noch Es werden dekorative Schichtstoffe aus einereine homogene Einphasenlösung zu bilden. Anordnung aus (1) einer starren Unterlage, (2) einemWenn die in dem vorstehenden Absatz erörterten io harzimprägnierten Druckblatt, d. h. einem Papierblatt Grenzen nicht sorgfältig beobachtet werden, fehlen mit einer aufgedruckten Zeichnung oder einem aufden Harzen entweder gewisse Eigenschaften, oder sie gedruckten Muster, und (3) einem harzimprägnierten sind verhältnismäßig instabil in wäßrigen Lösungen, Ober- oder Deckblatt hergestellt. Bei solchen dekora- oder es ist beides der Fall. Wenn die Harze weniger als tiven Schichtstoffen kann die starre Unterlage aus etwa 10 Gewichtsprozent Rohrzucker enthalten, wird 15 irgendeinem geeigneten Material, wie Sperrholz, einer nur eine geringe oder keine Verbesserung in den harzgebundenen Holzfaserplatte, Pappe oder einer Harzeigenschafteri erzielt. Wenn andererseits die Mehrzahl von harzimprägnierten Blättern, bestehen. Harze mehr als etwa 35 Gewichtsprozent Rohrzucker Es werden entweder das Druckblatt oder das Deckenthalten, ist der Widerstand von mit solchen Harzen blatt oder vorzugsweise beide, mit einem nach den hergestellten Schichtstoffen gegenüber kochendem 20 Arbeitsweisen 1 bis 4 beschriebenen Harz imprägniert. Wasser ungenügend. Eine optimale Lösungsstabilität Ein besonderes Merkmal der Erfindung besteht in wird erzielt, wenn die Harze 10 bis 20 Gewichtsprozent der Tatsache, daß diese Harze zur Imprägnierung des Rohrzucker enthalten, und eine optimale nachträg- Deckblattes verwendet werden können. Die bekannten liehe Verformbarkeit wird erzielt, wenn die Harze Melamin-Toluolsulfonamid-Formaldehyd-Harze, die 20 Gewichtsprozent oder mehr Rohrzucker enthalten. 25 wesentliche Mengen an Toluolsulfonamid enthielten, Ein optimales Gleichgewicht der Eigenschaften wird hatten bisher einen unzureichenden Glanz, um zum erzielt, wenn die Harze etwa 20 bis 25 Gewichtsprozent Imprägnieren des Deckblattes verwendet werden zu Rohrzucker enthalten. In ähnlicher Weise sind, wenn können. Obwohl das mit den Harzen gemäß der die Harze weniger als etwa 5% Toluolsulfonamid Erfindung imprägnierte Deckblatt aus Viskosereyonenthalten, ihre Fließeigenschaften etwas ungenügend, 30 papier bestehen kann, ist ein weiteres wesentliches und wenn die Harze mehr als 25 % Toluolsulfonamid Merkmal der Erfindung darin zu sehen, daß eine enthalten, neigen sie dazu, unzulässig hydrophob zu ausgezeichnete Durchsichtigkeit sogar dann erzielt sein. wird, wenn das Deckblatt aus einem Papier mit hohemDas Verhältnis von Formaldehyd zu Melamin muß a-Cellulosegehalt besteht. Dies ist eine Angelegenheitinnerhalb des Bereichs von 2,0 bis 4,0 und vorzugsweise 35 von beträchtlicher Bedeutung, da die zur Zeit für dasvon 2,5 bis 3,0 Mol je Mol Melamin gehalten werden. Deckblatt verwendeten Viskosereyonpapiere beträcht-Wenn weniger als 2,0 Mol Formaldehyd je Mol lieh teuerer als die Papiere mit hohem oc-Cellulose-Melamin verwendet werden, neigen die Harze dazu, gehalt sind, die für das Druckblatt verwendet werden,in wäßriger Lösung instabil zu sein. Wenn der Form- Papiere mit hohem oc-Cellulosegehalt sind als solchealdehydanteü auf mehr als 4,0 Mol je Mol Melamin 40 definiert, bei denen die Faserschicht aus wenigstenserhöht wird, neigen daraus hergestellte SchichtstofFe etwa 90 Gewichtsprozent «-Cellulose besteht,zur Risse- und/oder Blasenbildung und besitzen einen Wenn dekorative SchichtstofFe mit Nachformungs-unzureichenden Widerstand gegenüber kochendem eigenschaften erwünscht sind, muß die starre UnterlageWasser. aus einem nachträglich verformbaren Material, wieGewünschtenfalls kann Thioharnstoff in Verbin- 45 einer Mehrzahl von Papierblättern (vorzugsweise dung mit den erfindungsgemäß zu verwendenden gekreppten), bestehen, die mit besonders angesetzten •Harzen in Mengen bis zu etwa 2,5 Gewichtsprozent nachträglich verformbaren Lacken, wie Kresol-Formdes in ihnen enthaltenen Melamins angewendet aldehyd-Harzen oder Kresol-Phenol-Formaldehydwerden. Der Thioharnstoff kann entweder mit den Harzen, imprägniert sind. Das Druckblatt und das anderen Reagenzien mischkondensiert werden, um 50 Deckblatt müssen entweder mit einem Harz der chemisch mit ihnen gebunden zu werden, oder er Arbeitsweisen 1 bis 4 oder einem anderen nachträglich kann einer Lösung des Harzes in Wasser oder einem verformbarenMelaminharz^ieeinemMelamin-Toluol-Gemisch von Wasser und einem acyclischen Alkohol sulfonamid-Formaldehyd-Harz (nur zum Imprägnieren mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen zugemischt werden. des Druckblattes geeignet), einem Melamin-ß-Cyano-Die Gegenwart dieser Menge von Thioharnstoff be- 55 alkylguanamin-Formaldehyd-Harz (geeignet zum Imschleunigt die Härtegeschwindigkeit der Harze und prägnieren sowohl des Druckblattes als auch des Deckerhöht auch den Glanz der aus ihnen hergestellten blattes) oder einem Melamin-Rohrzucker-Formalde-Schichtstoffe. Außerdem gestattet die Anwendung von hyd-Harz (ebenfalls zum Imprägnieren sowohl des Thioharnstoff in dem Harz, daß dekorative Schicht- Druckblattes als auch des Deckblattes geeignet), stoffe, die ein damit imprägniertes Deckblatt haben, 60 imprägniert werden. Es ist natürlich ersichtlich, daß aus der Presse in heißem Zustand ohne Verlust an entweder das Druckblatt oder das Deckblatt oder Glanz entfernt werden können. vorzugsweise beide mit einem Harz der ArbeitsweiseDie Herstellung von Schichtstoffen gemäß der 1 bis 4 imprägniert werden können.
Erfindung erfolgt im allgemeinen nach Verfahrensweisen, die in der Technik bekannt sind. Es werden 65 Patentansprüche:
inerte Füllblätter aus a-Cellulosepapier, Viskosereyon-papier, Glasgewebe oder Gewebe aus Baumwolle, 1. Verfahren zur Herstellung von SchichtstoffenWolle oder synthetischen Fasern mit 30 bis 80 Ge- mittels in der Wärme härtbarer Melamin-Form-aldehyd-Mischkondensationsharze, dadurch gekennzeichnet, daß als Bindemittel ein Mischkondensationsharz aus Rohrzucker, Formaldehyd, Toluolsulfonamid und Melamin oder einer Mischung aus bis zu 97,5 Teilen Melamin mit bis zu etwa 2,5 Teilen Thioharnstoff verwendet wird, wobei das Mischkondensationsprodukt einen Wasserverdünnungspunkt von 15 bis 45% besitzt und der Rohrzucker in Mengen von 10 bis 35 Gewichtsprozent, das Toluolsulfonamid in Mengen von 5 bis 25 Gewichtsprozent des Mischkondensationsprodukts und der Formaldehyd in einem Verhältnis von 2,0 bis 4,0 Mol je Mol Melamin bzw. Melamingemisch eingesetzt worden sind.102. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Mischkondensationsprodukt verwendet wird, bei dem der Wasserverdünnungspunkt 25 bis 35% beträgt, der Rohrzucker in Mengen von 20 bis 25 Gewichtsprozent, das Toluolsulfonamid in Mengen von 10 bis 20 Gewichtsprozent des Mischkondensationsprodukts und der Formaldehyd in einem Verhältnis von 2,5 bis 3,0 Mol je Mol Melamin bzw. Melamingemisch eingesetzt worden sind.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 622 639;
österreichische Patentschrift Nr. 107 429.609 503/411 1.66 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US76347458A | 1958-09-26 | 1958-09-26 | |
| US76347558 US3161561A (en) | 1958-09-26 | 1958-09-26 | Modified melamine-toluene sulfonamide resins |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1210174B true DE1210174B (de) | 1966-02-03 |
Family
ID=27117291
Family Applications (3)
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Citations (2)
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- 1959-09-25 DE DE19591420606 patent/DE1420606A1/de active Pending
Patent Citations (2)
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Also Published As
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