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Vorrichtung zum hydraulischen oder pneumatischen Betätigen der Umstellorgane
von Regenerativkoksofenbatterien Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung
zum hydraulischen oder pneumatischen Betätigen der Umstellorgane von Regenerativkoksofenbatterien,
wobei die Druckmittelzufuhr zu den einzelnen Kolbenmotoren über eine Steuerwalze
mittels elektromagnetischer oder mechanischer Steuerschieber nacheinander derart
erfolgt, daß erst nach beendetem Kolbenweg jedes Kolbenmotors der nächste Druckmittel
erhält.
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Es ist bekannt, Absperrvorrichtungen mittels Kolbenmotoren hintereinander
derart zu betätigen, daß die Kolben gleichzeitig als Steuerorgane für das Druckmittel
dienen, wobei die Einstellung der Steuerzylinder jeweils durch den auf die Kolben
einwirkenden Druckmittelstrom erfolgt.
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Es ist ferner bekannt, die Kolbenmotoren zur Betätigung der Absperrvorrichtung
von einer gemeinsamen Druckmittelquelle über parallele Zuführungsleitungen zu betätigen,
wobei in diesen Leitungen den Kolben derart zugeordnete Steuerorgane angeordnet
sind, daß die Druckmittelzufuhr zu den einzelnen Kolbenmotoren nacheinander gesteuert
wird. Die Steuerorgane sind dabei mit Endschaltern verbunden, die bei Gasmangel
die Druckmittelzufuhr absperren.
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Bei während des Umstellvorganges auftretendem Gasmangel, beispielsweise
wenn die Gashähne sich im Öffnungsvorgang befinden, werden bei der bekannten Umstellvorrichtung
die Gashähne somit zunächst vollständig geöffnet, so daß die Gefahr von Luftzutritt
und Explosionen besteht, wenn nicht sogleich eine Schließung der Hähne vorgenommen
wird, was aber eine längere Zeit erfordert, in der sich bereits explosive Gemische
gebildet haben können.
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Aufgabe der Erfindung ist nun, eine Umstellvorrichtung für hydraulischen
oder pneumatischen Betrieb zu schaffen, bei der in jeder Stellung die Gashähne während
des Umstellvorganges bei plötzlich auftretenden Störungen sofort selbsttätig geschlossen
werden.
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Die Erfindung löst die Aufgabe dadurch, daß die Steuerwalze mit einem
dem Öffnungsvorgang der Gashähne zugeordneten Kontaktsegment versehen ist, das im
Stromkreis von Gasmangelkontakten liegt, die Impuls zur derartigen Betätigung von
Hilfsschützen und einem Wendeschütz geben, daß der Stromkreis des Antriebsmotors
der Steuerwalze bei Gasmangel sofort unterbrochen wird und der Motor die Steuerwalze
in die Schließstellung der Gashähne zurückdreht.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist die Steuerwalze auch
mit dem Schließvorgang der Gashähne und dem Umstellvorgang der Umstellorgane für
Abgas und Luft zugeordneten Kontaktsegmenten versehen, die derart im Stromkreis
der Gasmangelkontakte liegen, daß der Stromkreis des Antriebsmotors mittels Hilfsschütze
erst nach Ablauf der Kontaktsegmente mit Beendigung des jeweiligen Umstellvorganges
unterbrochen wird.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die die Druckmittelzufuhr
zu den Kolbenmotoren steuernden Steuerschieber beiderseits mit Elektromagneten versehen,
die je nach der über die Steuerwalze gesteuerten Stromzufuhr das Druckmittel zu
einer der beiden Seiten des zugehörigen Kolbenmotors steuern und bei Spannungslosigkeit
eine mittlere Sperrlage des Steuerschiebers bewirken. Dadurch wird die Druckmittelzufuhr
zu dem Kolbenmotor bei einer mittleren Stellung unterbrochen, so daß die im Umstellvorgang
befindlichen Gashähne durch elektrische Umsteuerung der Steuerwalze sogleich in
die Schließstellung gebracht werden können.
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Die den Stromkreis des Antriebsmotors unterbrechenden und die Steuerwalze
in die Schließstellung zurückdrehenden Schütze erhalten sowohl in der Beheizungsstellung
als auch in jeder Stellung des Umstellvorganges bei Gasmangel von den Gasmangelkontakten
Impuls, so daß die Gashähne in jedem Fall selbsttätig schließen.
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Gemäß der Erfindung ist ferner den Entrußungsklappen der Starkgaszuführungen
jeder Beheizungsseite je ein von einem Steuerschieber derart beeinflußter Kolbenmotor
zugeordnet, daß mindestens die Entrußungsklappen der zuletzt Starkgas führenden
Zuleitungen beim Wechselvorgang in einem kurzen Zeitraum voll geöffnet sind, in
dem sämtliche
Abgasventile teilweise geöffnet und sämtliche den
Regeneratoren Luft zuführenden Klappen und sämtliche Starkgashähne geschlossen sind.
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Eine derartige Steuerung der Entrußungsklappen ermöglicht eine wahlweise
programmgemäße Betätigung der Entraßungsklappen, die dabei so gesteuert werden können,
daß die Klappen zunächst nur wenig und erst nach einem weiteren kurzen Zeitraum
voll geöffnet werden, um die Bildung von explosiven Gemischen zu vermeiden. Ferner
kann die Betätigung der Entrußungsklappen durch einfaches Abschalten des Wahlschalters
bei Beheizung mit Schwachgas vermieden werden.
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Schließlich besteht die Erfindung noch darin, die Kontaktsegmente
im Stromkreis des Antriebsmotors und im Endweg der Kolbenstange der Kolbenmotoren
Endschalter für das Einschalten des Antriebsmotors anzuordnen, so daß bei etwaigem
Zurückbleiben eines Kolbens die Steuerwalze stillgesetzt und nach Betätigen des
Endschalters in Gang gesetzt wird. Auf diese Weise wird vermieden, daß bei einem
etwaigen Zurückbleiben eines Kolben und Voreilen der Steuerwalze der nächste Kolbenmotor
vorzeitig betätigt wird.
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Mit der erfindungsgemäßen Einrichtung ist somit das selbsttätige sofortige
Schließen der Gashähne bei Gasmangel in jeder Stellung gesichert, so daß ein Eindringen
von zur Bildung explosiver Gemische führender Luft in die Gaskanäle verhindert wird.
Ferner bildet die gleiche Vorrichtung beim Nachlauf des Kolbens eines Kolbenmotors
eine Sicherung gegen gleichzeitiges Betätigen zweier Kolbenmotoren. In jedem Falle
erfolgt die Unterbrechung des Motor-Stromkreises mittels im Stromkreis zugeordneter
Schütze, ohne daß besondere Vorrichtungen, beispielsweise für das Rückholen des
im öffnungsvorgang stehenden Gashahnes in die Schließstellung, erforderlich sind.
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Die Erfindung ist in den Zeichnungen beispielsweise veranschaulicht.
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F i g. 1 ist eine schematische Darstellung der Kolbenmotoren mit den
zugeordneten Steuerschiebern; F i g. 2 zeigt den Ablauf der Umstellvorgänge in einem
Diagramm; F i g. 3 ist eine ausschnittsweise Darstellung einer weiteren Ausführungsform.
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Der Kolbenmotor 1 dient beispielsweise zur Betätigung der Gashähne
der Maschinenseite MS, der Kolbenmotor 2 beispielsweise zur Betätigung der
Gashähne der Koksseite KS, während der Kolbenmotor 3 die Umstellung der Umstellorgane
für Luft und Abgas auf beiden Beheizungsseiten bewirkt.
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Eine solche Umstellung erfolgt bei halbgeteilten Öfen, bei denen die
Beheizung einmal von der Maschinenseite zur Koksseite und nach Umstellung von der
Koksseite zur Maschinenseite vorgenommen wird. Dabei sind die nicht dargestellten
Gashähne der Maschinenseite mit der Kolbenstange 4 des Kolbenmotors 1 und die Gashähne
der Koksseite mit der Kolbenstange 5 des Kolbenmotors 2 über je ein Zugorgan 6,
7 verbunden.
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Bei Zwillingszugbeheizung sind jeder Ofenbatterieseite jeder Heizwand
je zwei Starkgaszuführungen zugeordnet, von denen jeweils eine geöffnet und die
andere geschlossen ist, so daß die Hähne beider Batterieseiten durch Zugorgane 6,
7 und 6a, 7a mit Kolbenstangen 4, 5 und 4a, 5 a verbunden sind. Die Kolben
8 der einzelnen Kolbenmotoren 1, 2, 3 erhalten je nach Betätigung Druckmittel durch
Leitungen 9, 10, 11, 12, 13 und 14. Der Kolbenmotor 1 ist von einem Steuerschieber
15, der Kolbenmotor 2 von einem Steuerschieber 16 und der Kolbenmotor 3 von einem
Steuerschieber 17 gesteuert.
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Ferner sind noch den nicht dargestellten Entrußungsklappen Kolbenmotoren
18, 19 zugeordnet, die von Steuerschiebern 20, 21 gesteuert werden und die
nur einseitig von durch Leitungen 22, 23 zugeführten Druckmittel betätigt
werden. Die Rückführung der Kolben erfolgt unter Abfluß des Druckmittels durch Gegengewichte
24, 25.
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Die Steuerschieber 15, 1617 sind mit Kolben versehen, die aus drei
Abschnitten 26, 27, 28 bestehen. Der Abschnitt 26 des Kolbens gibt den Durchfluß
durch Bohrungen 32 zu den einzelnen Kolbenmotoren zur Bewegung in Richtung der Pfeile
29 und der Abschnitt 28 den Durchfluß durch Schrägbohrungen 28 a und 28 b zur Bewegung
in entgegengesetzter Richtung der Kolben frei. Der mittlere Abschnitt 27 dient zum
Absperren des Durchflusses.
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Der Kolben der Steuerschieber 20, 21 ist im oberen Abschnitt mit je
einer waagerechten Bohrung 20a bzw. 21a und im mittleren Abschnitt mit einer Schrägbohrung
20!b bzw. 21b versehen, während der untere Abschnitt zum Absperren dient. An sämtlichen
Steuerkolben sind beiderseits Kolbenstangen 30, 31 angeordnet, die als Magnetwicklungen
A - K versehene Elektromagnete ausgebildet sind. Entsprechend der Stromzufuhr zu
einem der beiden Magnetwicklungen eines Steuerschiebers wird der Steuerkolben entweder
in die in F i g. 1 dargestellte Lage der Steuerschieber 15, 16, 17 gebracht,
wobei der Abschnitt 26 den Durchgang des Drucköles durch die Bohrungen 32 freigibt,
oder aber in die entgegengesetzte Stellung gebracht, wobei im Abschnitt
28 das Druckmittel durch die Schrägbohrungen 28 a, 28 b den Kolbenmotoren
so zugeführt wird, daß diese im entgegengesetzten Sinne der Pfeile 29 bewegt werden.
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Bei Spannungslosigkeit der beiden Magnetwicklungen eines Steuerschiebers
gelangt der Steuerkolben unter Vermittlung eines nicht dargestellten Federzuges
in eine Lage, bei der der mittlere Abschnitt 27 den Durchfluß absperrt.
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Das Druckmittel, beispielsweise Drucköl, wird durch eine Druckölpumpe
33 dem System über Leitungen 38 zugeführt und einem zur Aufnahme des rückgeführten
Aböles dienenden Behälter 34 entnommen. Bei Stromausfall können Druckölspeicher
35 eingeschaltet werden, die durch Leitungen 36 mit dem System verbunden sind. Als
weiteres Notaggregat ist eine von Hand zu betätigende Pumpe 37 angeordnet.
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In dem dargestellten Schaltzustand sind auf der MS-Seite die Gashähne
geöffnet, die Luftklappen geöffnet und die Abgasventile geschlossen. Auf der KS-Seite
sind dann die Starkgashähne geschlossen, die Luftklappen geschlossen und die Abgasventile
geöffnet.
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Beim Umstellen der Beheizungsrichtung wird die mit Kontaktsegmenten
39 für die einzelnen Steuervorgänge versehene, in F i g. 2 nur funktionell diagrammatisch
dargestellte Steuerwalze mittels eines nicht dargestellten Elektromotors gedreht,
wobei zunächst ein Anlaufweg von etwa 5°-Winkelstellung bis zur Betätigung des Kolbenmotors
1 zwecks Schließens der Gashähne der MS-Seite erforderlich ist. Der zugehörige nicht
dargestellte Kontaktfinger
läuft dann auf dem Kontaktsegment 39a,
wodurch die Spule a der Kolbenstange 31 des zugehörigen Steuerschiebers 15 Spannung
erhält und die Kolbenstange 31 den Kolbenschieber in eine Stellung zieht,
bei der der Abschnitt 28 in den Bereich der Durchflußöffnungen 32 des Kolbenzylinders
gelangt. Den Spulen A -K entsprechen die Kontaktsegmente A'- K' des Steuerschiebers
im Diagramm der F i g. 2.
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Dadurch wird das Drucköl aus der .Leitung 38 über die Schrägbohrung
28 a des Kolbens der Leitung 9 zugeführt, die das Drucköl vor den Kolben
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des Kolbenmotors 1 bringt und diesen entgegen der Richtung des Pfeiles
29 bewegt. Aböl fließt dann durch die Leitung 10 und Schrägbohrung 28 b in
die Leitung 40 ab. Der Druck bleibt auf dem Kolben 8
nach beendetem
Kolbenweg stehen.
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Die Gashähne der MS-Seite sind somit geschlossen. Diese Schließung
ist bei einer Winkelstellung der Steuerwalze von 85° beendet.
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Bei 80°-Winkelstellung erhält der Steuerschieber 20 des Kolbenmotors
18 für das öffnen der Entrußungsklappen der KS-Seite Drucköl dadurch, daß das Kontaktsegment
39b mit einem Kontaktfinger in Berührung gelangt, wodurch die Spule H, die bisher
ebenso wie die Spule G spannungslos war, Spannung erhält und die Kolbenstange 30
des Steuerschiebers so bewegt, daß das Drucköl aus der Leitung 38 durch die waagerechte
Bohrung 20 a in die Leitung 22 zum Kolbenmotor 18 gelangt.
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Bei einer Winkelstellung von 95° der Steuerwalze wird die Druckmittelzufuhr
zu dem Kolbenmotor 18 dadurch abgesperrt, daß die Spule G Spannung erhält, so daß
der Steuerkolben in die Sperrstellung des unteren Kolbenabschnitts gelangt und die
Entrußungsklappen nur teilweise geöffnet bleiben.
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In einer Winkelstellung von 115° der Steuerwalze erhält die Magnetspule
C des Steuerschiebers 17
Spannung, so daß Drucköl von der Leitung 38 durch
die Schrägbohrung 28 b in die Leitung 12 vor den Kolben 8 des Kolbenmotors 3 gelangt.
Das Aböl fließt durch die Schrägbohrung 28a in die Leitung 40 ab. Damit erfolgt
die Umstellung der Luftklappen und Abgasventile auf beiden Ofenbatterieseiten, die
bei einer Winkelstellung von 215° C beendet ist.
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In einer Winkelstellung von 120° C wurde inzwischen der öldurchfluß
durch den Steuerschieber 20 zum Kolbenmotor 18 der Entrußungsklappen
dadurch wieder freigegeben, daß die Spule H der Kolbenstange 30 wieder Spannung
erhält und den Steuerkolben in die Lage bringt, in der das Drucköl durch die waagerechte
Bohrung 20a in die Leitung 22 gelangt. Die Entrußungsklappen der KS-Seite öffnen
sich vollständig.
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Bei einer Winkelstellung von 160° C wurde die Spule K der Kolbenstange
30 des Steuerschiebers 21 spannungslos, so daß der Kolben in die neutrale Mittelstellung
gelangt, wodurch der bisherige Ölzufluß durch die Bohrung 21a zu dem Kolbenmotor
19 der Entrußungsklappen der Maschinenseite unterbrochen wird und das Aböl aus der
Leitung 23 durch die Schrägbohrung 21 b in die Ableitung 40 gelangt. Die bisher
geöffneten Entrußungsklappen der Maschinenseite beginnen nunmehr durch die Einwirkung
des Gegengewichtes 24 auf den Kolben des Kolbenmotors 19 sich zu schließen.
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Bei einer Winkelstellung von 210° C wird der Ölabfluß aus dem Kolbenmotor
19 durch Stromzufuhr zu der Spule 1 des Steuerschiebers 21 der Kolben-Stange
31, die den Kolben in die Sperrstellung bringt, wieder unterbrochen.
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Bei einer 235° C-Winkelstellung wird diese Absperrung des Ölabflusses
dadurch wieder aufgehoben, daß die Spule I spannungslos wird, so daß die Entrußungsklappen
der Maschinenseite sich vollständig schließen.
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Schließlich wird bei einer Winkelstellung von 245° C die Spule E der
Kolbenstange 31 des Steuerschiebers 16 beaufschlagt, so daß das Drucköl aus der
Leitung 38 zu der Leitung 14 gelangt. Dadurch wird der Kolben in die dem Pfeil 29
entgegengesetzte Richtung bewegt und die Starkgashähne der Koksseite werden geöffnet,
womit der Umstellvorgang beendet ist.
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Nach einer bestimmten Beheizungszeit wird nunmehr die Umstellung in
der entgegengesetzten Richtung durch Umkehr der Drehrichtung des Antriebsmotors
der Steuerwalze vorgenommen.
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Die Kontaktschienen für diesen Umstellvorgang sind zu diesem Zweck
spiegelbildartig gegenüber denen des vorhergehenden Umstellvorganges angeordnet,
wie aus der unteren Hälfte des Diagramms F i g. 2 ersichtlich.
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In einem bestimmten kurzen Zeitraum, der in dem Diagramm nicht dargestellt
ist, während des Umstellens der Luftabgasumstellorgane, also in der Winkelstellung
zwischen 115 und 215° C, in der sämtliche Luftklappen geschlossen sind und sämtliche
Abgasventile etwa zur Hälfte und sämtliche Entrußungsklappen der MS- und
KS-Seite geöffnet sind, wird durch den Kaminzug Luft mit hoher Geschwindigkeit durch
die Starkgasleitungen unmittelbar in die zu sämtlichen Regeneratoren führenden öffnungen
der Heizzugsohle im Kurzschluß durch die Regeneratoren in den Kamin abgesaugt. Dadurch
werden Rußablagerungen mitgerissen und verbrannt.
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Wie aus dem Diagramm F i g. 2 ersichtlich, ist auf der Steuerwalze
ferner im Bereich des Schließweges der Gashähne ein Kontaktsegment 41 angeordnet,
das bis zu einer Winkelstellung der Steuerwalze von 105° C reicht. Im Bereich des
Schließweges für die Umstellung von Abgas und Luft ist ein weiteres Kontaktsegment
42 bis zu einer Winkelstellung von 225° C und im Bereich des Öffnungsweges
der Hähne schließlich ein Kontaktsegment 43 angeordnet, das bis zum Ende des Öffnungsweges
reicht.
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Bei etwa auftretendem Gasmangel während des Schließvorganges der Gashähne
werden über den Gasdruckschreiber Kontakte betätigt, die auf ein Schütz einwirken,
das über den auf dem Kontaktsegment schleifenden Kontaktfinger einem Schütz Spannung
gibt, das aber erst nach Ablaufen des Kontaktfingers von dem Kontaktsegment 41 den
Stromkreis des Antriebsmotors der Steuerwalze bei Erreichen der 105° C-Winkelstellung,
also nach Schließen der Gashähne, stillsetzt.
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In gleicher Weise wird bei auftretendem Gasmangel während der Umstellung
der Abgas- und Luft-Umstellorgane durch den auf dem Kontaktsegment 42 schleifenden
Kontaktfinger das Stillsetzen des Antriebsmotors über ein Schütz nach Ablaufen von
dem Kontaktsegment 42 nach Erreichen der 225° C-Winkelstellung bewirkt.
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Tritt während der anschließenden öffnungsbewegung der Gashähne Gasmangel
auf, so wird über die Gasmangelkontakte und den auf dem weiteren Kontaktsegment
43 laufenden Kontaktfinger Spannung
auf ein Schütz gegeben, das
augenblicklich den Antriebsmotor stillsetzt. Hierdurch wird ein Wendeschütz betätigt,
das die Umkehrung der Drehrichtung des Antriebsmotors bewirkt, wodurch die Gashähne
wieder in die Schließstellung zurückbewegt werden und nach Ablaufen des Kontaktfingers
von der Kontaktschiene 43 in die 225° C-Winkelstellung der Antriebsmotor
stillgesetzt wird.
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Mit den Gasmangelkontakten ist in jedem Falle ein Signalgeber verbunden,
wodurch von dem Bedienungspersonal nach wieder einsetzender voller Gaszufuhr durch
elektrische Betätigung oder von Hand die Steuerwalze je nach Stellung entweder vor-oder
zurückgedreht werden kann.
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Im Bereich der Endstellung der Kolben der drei Kolbenmotoren 1, 2,
3 sind, wie aus F i g. 1 ersIchtlich, Endschalter 44 angeordnet, die bei erreichter
Endstellung des Kolbens von einem am Ende der Kolbenstange angeordneten Nocken 45
betätigt werden. Erst nach Betätigen des Endschalters 44 ist eine Weiterschaltung
möglich.
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Für den Fall, daß in dem gerade zu betätigenden Kolbenmotor der Öldruck
nachgelassen haben sollte, die Steuerwalze aber bereits von dem der zugehörigen
Magnetspule Spannung gebenden Kontaktsegment abgelaufen ist, wird durch Ablauf des
Kontaktfingers von dem zugehörigen Kontaktsegment die Steuerwalze stillgesetzt,
bis daß der betreffende Kolben des Kolbenmotors die Endstellung erreicht und der
Endschalter betätigt ist. Durch die Betätigung dieses Endschalters wird dann die
Steuerwalze wieder in Umdrehung versetzt.
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Bei einer etwaigen Voreilung des Kolbens eines Motors kann der nächste
Kolbenmotor erst Drucköl erhalten, wenn der Kontaktfinger auf dem Kontaktsegment
angelangt ist, das der Magnetspule des Steuerschiebers zugeordnet ist, die den Steuerschieber
in die den Druckölweg freigebende Stellung bewegt.
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Die Endschalter 44 sind so untereinander verriegelt, daß bei Ausfall
eines Endschalters und gleichzeitigem Nachlauf eines Kolbens der Umstellablauf durch
die Steuerung unterbrochen wird, so daß auch für diesen äußersten Fall die Folgeschaltung
ohne Gefahr gleichzeitiger Betätigung zweier Kolbenmotoren gesichert ist.
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Der Umstellablauf kann in jeder Stellung durch Drücken eines Tasters
und Abschalten des Antriebsmotors der Steuerwalze unterbrochen werden.
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Die Drehzahl des Antriebsmotors der Steuerwalze kann durch einen Vorschaltwiderstand
beliebig verändert werden, wodurch die Drehzahl ohne Schwierigkeit bei Inbetriebnahme
oder auch im Laufe des Betriebes auf eine gewünschte Umstellzeit eingestellt werden
kann.
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Nach der in F i g. 3 dargestellten Ausführungsform wird die Steuerung
der Steuerschieber mechanisch mittels zweier Nockenwellen 47, 48 vorgenommen, wobei
zwischen den Nockenscheiben 49, 50 der beiden Nockenscheibenwellen die Steuerschieber
liegen und mittels ihrer Schieberstangen 51, 52 die Steuerschieber in ihre die beiden
Bewegungsrichtungen bewirkenden Abschnitte 26, 28 steuern.
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Die Nockenscheibenwelle 47 wird von einem Motor 53 über ein Vorgelege
54 angetrieben und ist von diesem durch eine Kupplung 55 abschaltbar. Die Nockenscheibenwelle
48 wird durch auf den beiden Wellen angeordnete Zahnräder 56 mitgenommen.
Im übrigen erfolgt die Überwachung und Steuerung bei Störungen in gleicher Weise
wie bei der Ausführungsform nach F i g. 1 und 2 mittels eines zusätzlichen nicht
dargestellten Kopierwerkes.
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Bei Störungen ist auch eine Handabstellung nach Auskuppeln der Kupplung
55 möglich, wobei die Steuerung mechanisch durch Riegelbolzen verriegelt ist, die
in den Endstellungen der Kolbenmotoren erst nach beendetem Kolbenweg freigegeben
werden. Dadurch ist eine gleichzeitige Betätigung zweier Kolbenmotoren durch etwaige
falsche Bedienung von Hand ausgeschlossen.
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Zur Handbedienung ist auf der Steuerwelle 48 ein Handrad 57
vorgesehen.
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Die Kolbenmotoren können vor Kopf der Ofenbatterie angeordnet sein,
wobei zumindest der Kolbenmotor 3 mit einem geschlossenen Zugorgan verbunden ist.
Eine einfachere Anordnung ergibt sich, wenn auf jeder Ofenbatterieseite je ein Kolbenmotor
für die Umstellung der Gashähne und der Luft-Abgas-Umstellorgane angeordnet ist.