-
Photographische Kamera, insbesondere Großformat-Kamera, deren Objektivträger
eines von verschiedenen Objektiven trägt Die Erfindung betrifft eine photographische
Kamera, insbesondere Großformat-Kamera, deren Objektivträger eines von verschiedenen
Objektiven mit einer Irisblende trägt, die durch Drehen eines zum Objektiv gehörenden
Blendenlamellensteuerringes verstellbar ist.
-
Bei Kameras der genannten Art ist es bekannt, den Blendenlamellensteuerring
mit einem außerhalb des Objektivs angeordneten Einstellorgan zu kuppeln, das über
den Rand des Objektivträgers hinausragt und mehrere Skalenmarken zur Anzeige der
im Objektiv eingestellten Blendenöffnung trägt. So ist es z. B. durch die französische
Patentschrift 1008 522 bekanntgeworden, am Kameragehäuse eine der Blendeneinstellung
dienende Rändelscheibe anzuordnen, die durch eine biegsame Welle und ein Zahnradgetriebe
mit einem am Objektivträger drehbar gelagerten Ring gekuppelt ist, welcher seinerseits
mit dem Blendenlamellensteuerring des auswechselbaren Objektivs im Eingriff steht.
Die Wechselobjektive bedürfen dabei aber einer speziellen Ausbildung des genannten
Steuerringes, weshalb andere Objektive nicht verwendbar sind. Die tatsächlich eingestellte
Blendenöffnung läßt sich an der Rändelscheibe ablesen, aber nicht aus größerer Entfernung
und nur in einer bestimmten Blickrichtung.
-
Gemäß der deutschen Auslegeschrift 1034 019 ist es bekanntgeworden,
zum Einstellen der Blendenöffnung ein im wesentlichen stabförmiges Einstellorgan
längsverschiebbar auf der Rückseite des Objektivträgers anzuordnen. Das Einstellorgan
ist einerends als Zahnstange ausgebildet und mittels Zahnräder mit dem Blendenlamelleneinstellring
des Wechselobjektivs gekuppelt, während das andere Ende über das Kameragehäuse herausragt
und eine Reihe von Skalenmarken zum Anzeigen der jeweils eingestellten Blendenöffnung
trägt. Bei dieser Anordnung wäre die Möglichkeit gegeben, die eingestellte Blendenöffnung
auch aus einer größeren Entfernung und von verschiedenen Blickrichtungen aus zu
erkennen und abzulesen. Diese Möglichkeit wird jedoch durch die Tatsache zunichte
gemacht, daß das Einstellorgan unter dem Einfluß einer Feder steht, welche das Organ
beim Loslassen immer selbsttätig in die Stellung mit größter Blendenöffnung zurückführt.
Ferner müssen die Wechselobjektive alle den gleichen als Zahnkranz ausgebildeten
Blendenlamelleneinstellring oder unmittelbar mit der Zahnstange zusammenwirkende
übertragungsmittel aufweisen, so daß die Verwendung anderer Objektive ausgeschlossen
ist.
-
Bei Kameras mit einem nicht auswechselbaren Objektiv oder einem, das
lediglich einen auswechselbaren Vorderteil aufweist, sind auch schon außerhalb des
Objektivs angeordnete, über den Rand des Objektivträgers hinausragende Einstellorgane
für die Blende bekanntgeworden, wobei die Einstellorgane die Form eines Schwenkhebels
oder einer mit Angaben über die Blendenöffnung versehenen Kreisscheibe haben, die
gegebenenfalls durchsichtig ist. Solche Lösungen sind für Großformat-Kameras mit
Wechselobjektiven ungeeignet.
-
Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht zur
Hauptsache darin, an einer photographischen Kamera, insbesondere Großformat-Kamera,
das Einstellen und Ablesen der Objektivblende zu erleichtern und dem Photographen
von verschiedenen Standpunkten aus zu gestatten, und dabei die Verwendung von verschiedenen
für Fachkameras erhältlichen Objektiven keineswegs zu beeinträchtigen, alles mit
dem Ziel, die Handhabung der Kamera zu vereinfachen und die nötige Vorbereitungszeit
für jede Aufnahme zu verkürzen.
-
Bei einer Kamera der eingangs erwähnten Art und mit einem außerhalb
des auswechselbaren Objektivs angeordneten Einstellorgan, das mit dem Blendenlamellensteuerring
des Objektivs kuppelbar ist, über den Rand des Objektivträgers hinausragt und mehrere
Skalenmarken zur Anzeige der im Objektiv eingestellten Blendenöffnung trägt, wird
die vorstehend genannte Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Einstellorgan
ein an sich bekannter biegsamer Stab ist, der teils in einem Führungsrohr längsverschiebbar
geführt ist, das einen um die Achse des
Objektivs gebogenen Teil
aufweist mit einem Krümmungsradius, der größer ist als der Außenradius des größten
am Objektivträger zu befestigenden Objek-
tivs, daß der gebogene Teil des
Führungsrohres einen Längsschlitz aufweist, durch welchen ein zur mittelbaren Kupplung
des biegsamen Stabes mit dem Blendenlamellensteuerring dienendes Organ hindurchragt,
und daß jede der an dem biegsamen Stab angebrachten Skalenmarken den Stab ringförmig
umgibt und bezüglich einer ebenfalls ringförinigen Ablesemarke abzulesen ist, die
sich an einem über den Rand des Objektivträgers hinausragenden Ende des Führungsrohres
befindet.
-
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsforin des Erfindungsgegenstandes
ist mit dem biegsamen Stab eine Bremsvorrichtung verbunden, die unter dem Einfluß
einer Bremsfeder steht, mit der Innenwandung des Führungsrohres zusammenarbeitet
und von einem Handgriff des biegsamen Stabes aus entgegen dem Einfluß der Bremsfeder
gelöst werden kann. Die Bremsvorrichtung weist zweckmäßig eine gummielastische Manschette
auf, die sich im Führungsrohr befindet und mit ihrem einen Ende am biegsamen Stab
befestigt ist, während das andere Ende der Manschette mit einem biegsamen Zugorgan
in Verbindung steht, das durch eine Längsausnehmung des biegsamen Stabes hindurch
zum Handgriff führt, unter dem Einfluß einer die Manschette stauchenden, als Bremsfeder
dienenden Feder steht und mittels eines Teils des Handgriffs zum Strecken der Manschette
und Lösen der Bremse entgegen dem Einfluß der Bremsfeder verschiebbar ist.
-
Die erfindungsgemäße Kamera bietet besonders dem Berufsphotographen
eine Reihe von Vorteilen. In der Prasxis des Fachphotographen kommt es nämlich recht
häufig vor, daß die Blendenskala des benutzten Objektivs weder von der Objektivseite
her noch von oben eingesehen werden kann, wenn die Kamera einmal an den gewünschten
Aufnahmestandort gebracht und auf den zu photographierenden Gegenstand gerichtet
worden ist. Das ist beispielsweise der Fall, wenn unmittelbar vor dem Objektivträger
ein Kompendium angebracht ist und die Kamera auf einem hohen Stativ steht oder an
einem Brücken- oder Balkongeländer weit nach vom gebaut ist. Die Ausbildung des
Einstellorgans als biegsamer, längsverstellbarer Stab mit ringförmigen Skalenmarken
gewährleistet eine bequeme und übersichtliche Einstellung und Ablesung der Blendenöffnung
von fast allen Seiten der Kamera und aus verhältnismäßig großer Entfernung. Durch
die vorzugsweise vorhandene Bremsvorrichtung wird die eingestellte Blendenöffnung
nach dem Loslassen des biegsamen Stabes sicher festgehalten. Des weiteren können
an der Kamera gemäß der Erfindung zahlreiche auf dem Markt befindliche oder bei
Benutzer der Kamera bereits vorhandene Objektive mit zugehöriger Irisblende ohne
Abänderung verwendet werden, wogegen bei den bisher bekannten Kameras mit einem
außerhalb des Objektivs angeordneten Einstellorgan für die Blende regelmäßig nur
speziell ausgebildete Wechselobjektive benutzbar sind.
-
Die Erfindung ist in der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen
an Hand der zugehörigen Zeichnungen näher erläutert.
-
F i g. 1 zeigt die Vorderansicht eines für eine Universalkamera
bestimmten Objektivträgers mit den daran angeordneten Teilen; F i g. 2 stellt
in größerem Maßstab eine Einzelheit von F i g. 1 im Schnitt dar; F i
g. 3 ist ein Querschnitt nach der Linie III-III in F i g. 1;
F i
g. 4 zeigt eine Einzelheit von F i g. 3 in größerem Maßstab; F i
g. 5 stellt eine Rückansicht der in F i g. 1 gezeigten Teile dar;
F i g. 6 veranschaulicht in Vorderansicht einen Teil der vorderen Standarte
der Kamera mit einer Vorrichtung zum öffnen und Schließen des nicht dargestellten
Kameraverschlusses von Hand; F i g. 7 stellt eine teilweise Ansicht wie F
i g. 1 in einer Stellung der Teile bei Nichtgebrauch der Kamera dar.
-
Gemäß den F i g. 1, 3 und 5 ist ein Objektiv
50 im Zentrum eines quadratischen Objektivträgers 51
montiert, der
an der Objektivstandarte einer Universalkamera in üblicher Weise lösbar und auswechselbar
befestigt werden kann. Das Objektiv 50 weist eine verstellbare Irisblende
52 auf, deren Lamellen durch Drehen eines Blendenlamellensteuerringes
53 verstellt werden können.
-
An der Vorderseite des Objektivträgers 51 ist ein zweiter Ring
54 drehbar gelagert, dessen Durchmesser beträchtlich größer ist als jener des Blendenlamellensteuerringes
53 am Objektiv 50. Der zweite Ring 54 ist koaxial zum Objektiv
50 angeordnet und weist einen nach vorn vorstehenden Zapfen 55 auf,
der mittels eines Hebels 56 mit dem Blendenlamellensteuerring 53 gekuppelt
ist. In einer gegen den Objektivträger 51 offenen Umfangsnut 58 des
Ringes 54 befindet sich eine Schraubenzugfeder 57 (F i g. 1, 3
und
4), die mit ihrem einen Ende am Objektivträger 51 und mit ihrem anderen Ende
am Ring 54 verankert ist. Die Feder 57 hat das Bestreben, die Ringe 54 und
53 in F i g. 1 entgegen dem Drehsinn des Uhrzeigers zu drehen und
dadurch die Blende 52 zu schließen.
-
Mit Hilfe einer Klinke 59 läßt sich der Ring 54 jedoch in jener
Lage sperren, bei welcher die Blende 52 vollständig geöffnet ist. Zu diesem
Zweck weist der Ring 54 eine Kerbe 60 auf, in welche eine Nase der Klinke
59 einrasten kann. Die Klinke 59 sitzt auf einer am Objektivträger
51 drehbar gelagerten Achse 61 und steht unter dem Einfluß einer in
der Zeichnung nicht sichtbaren Torsionsfeder, die das Bestreben hat, die Klinke
mit der Kerbe 60 in Eingriff zu bringen. Die Klinke 59 kann entgegen
der Kraft der Torsionsfeder auch von Hand betätigt werden, wenn man den Ring 54
freigeben will.
-
Unmittelbar innerhalb des Ringes 54 befindet sich ein dritter Ring
63, der als Blendenvorwahlring dient und ebenfalls koaxial zum Objektiv
50 drehbar angeordnet ist. Der Blendenvorwahlring 63 greift gemäß
den F i g. 3 und 4 teils über den zweiten Ring 54 und weist eine in Umfangsrichtung
verlaufende, gegen den Ring 54 offene Nut 64 auf, deren eines Ende einen Anschlag
bildet, der mit einem als Gegenanschlag dienenden Zapfen 65 des zweiten Ringes
54 zusammenarbeitet, wenn die Klinke 59 aus der Kerbe 60
ausgerückt
ist und der Ring 54 sich unter dem Einfluß der Feder 57 drehen kann.
-
Die beiden Ringe 54 und 63 sind gemäß F i g. 4 durch
drei gleiche und beiden Ringen gemeinsame Führungsbolzen 62 am Objektivträger
51 drehbar geführt und gesichert. Die Führungsbolzen 62, von denen
in F i g. 4 nur einer sichtbar ist, ragen in einen
Zwischenraum
zwischen beiden Ringen 54 und 63
hinein und besitzen je einen Kopf, der in
eine innere Umfangsnut des Ringes 54 undin' eine "äußere Umfangsnut des Ringes
63 eingreift. Weil der innere Ring 63 den äußeren übergreift, ist
der Zwischenraum mit den darin angeordneten Führungsbolzen 62 der Sicht entzogen.
-
Um einen Teil des Umfanges des Blendenvorwahlringes 63 ist
ein Rohr 66 gelegt, das mit Hilfe von Haltern 67 und 68 am
Objektivträger 51 befestigt ist und an seiner dem Ring 63 zugekehrten
Seite einen Längsschlitz aufweist. Das eine Ende des Rohres 66
ist durch eine
Kappe 68 verschlossen, während das andere Ende mit einem biegsamen Rohr
69 in Verbindung steht. Das starre Rohr 66 und das biegsame Rohr
69 bilden zusammen ein Führungsrohr für einen biegsamen Stab 70, der
im Führungsrohr längst verschiebbar angeordnet ist und eine in seiner Längsrichtung
durchgehende Ausnehmung aufweist. Das eine Ende des biegsamen Stabes 70 befindet
sich immer innerhalb des starren Rohres 66 und ist gemäß F i g. 2
mit einem Endflansch 71 versehen, der einen radial abstehenden Mitnehmerstift
72 aufweist. Letzterer ragt durch den Längsschlitz des Rohres 66
hindurch
und greift in eine Radialbohrung des Blendenvorwahlringes 63 ein, wodurch
der biegsame Stab 70 mit dem Blendenvorwahlring 63 gekuppelt ist.
Es ist somit möglich, durch Ziehen oder Stoßen des aus dem Führungsrohr
66, 69 herausragenden Endes des biegsamen Stabes 70 den Blendenvorwahlring
63 zu drehen. Das genannte Ende des biegsamen Stabes 70
trägt einen
hohlen Handgriff 73.
-
Die Beweglichkeit des biegsamen Stabes 70 und des Vorwahlringes
63 ist im Sinne des Öffnens der Blende 52 derart begrenzt, daß der
Ring 54 von Hand noch etwas weiter gedreht werden muß, bis die Klinke
59 in die Kerbe 60 einrastet. Beim Betätigen der Blende durch Verschieben
des biegsamen Stabes 70
kann daher die Blende niemals in der offenen Stellung
gesperrt werden.
-
Auf dem biegsamen Stab 70 sind mehrere kleine Hülsen 74 befestigt,
die in das Führungsrohr 66, 69
eingeschoben werden können. Jeder der Hülsen
74 besitzt eine feine Umfangsrille, welche die Funktion eines Skalenstriches ausübt.
Als zugehörige Ablesemarke dient die äußere axiale Endfläche eines Nippels
75, welcher auf dem freien Ende des biegsamen Rohres 69 sitzt. Ist
die Umfangsrille der am nächsten beim Handgriff 73 angeordneten Hülse 74
in die Ebene der äußeren Stimfläche des Nippels 75 eingestellt, so entspricht
das z. B. einer relativen Blendenöffnung f : 45, wenn die Klinke
59 aus dem Ring 54 ausgerückt ist. Die Umfangsrillen der nächstfolgenden
Hülsen 74 markieren relative Blendenöffnungen f : 32, f : 22, f : 16
usw. Die Hülsen 74 sind entsprechend beschriftet, wobei jede Blendenzahl am Umfang
der betreffenden Hülse mindestens zweimal vorhanden ist, damit die Ablesung von
allen Seiten her erfolgen kann.
-
Mit Vorteil ist jede der Hülsen 74 in einer anderen Farbe ausgeführt,
so daß der Photograph auch ohne Ablesung der Blendenzahl sofort die eingestellte
Blendenöffnung sieht. An Stelle der Hülsen 74 können aber auch deren Beschriftungen
und Skalenstriche unterschiedlich gefärbt sein.
-
Der die Ablesemarke aufweisende Nippel 75 ist mit Vorteil innerhalb
gewisser Grenzen axial verstellbar am Rohr 69 an-eordnet, um Korrekturen
der C
Blendeneinstellung bequem vornehmen zu können. Eine solche Korrektur
ist z. B. beim übergang von F-Blendenwerten auf T-Blendenwerte oder bei der Benutzung
sehr kurzer Expositionszeiten wünschenswert.
-
Bei einer nicht dargestellten Ausführungsvariante ist der Nippel
75 axial verlängert und aus durchsichtigem Material gebildet, damit der Photograph
schon eine noch im Innern des Nippels liegende Hülse 74 sehen kann, wodurch das
Einstellen von Zwischenwerten der Blendenöffnung erleichtert wird.
-
Um die jeweils eingestellte Lage des Blendenvorwahlringes
63 gegen unbeabsichtigte Änderung zu sichern, ist der biegsame Stab
70 mit einer Bremsvorrichtung versehen, die mit dem Rohr 66 zusammenarbeitet.
Gegen den Endflansch 71 ist das eine Ende einer elastischen Manschette
76 abgestützt, deren anderes Ende durch einen Teller 78 gehalten ist.
Am Teller 78 ist das eine Ende eines biegsamen Zugorgans 79, z. B.
eines Drahtseiles, verankert, das die Manschette 76, den Endflansch
71 und den ganzen biegsamen Stab 70 durchsetzt. Das andere Ende des
Drahtseiles 77 trägt einen Kopf 80, der zusammen mit einer das Drahtseil
umgebenden Druckfeder 81 im Innenraum des hohlen Handgriffes 73 angeordnet
ist. Die Feder 81 dient als Bremsfeder und hat das Bestreben, das Drahtseil
79 zu spannen und so zu verschieben, daß die Manschette 76 in ihrer
Längsrichtung gestaucht wird, so daß sie sich faßförmig nach außen baucht und gegen
die Innenfläche des Rohres 66 anlegt, wodurch die gewünschte Bremswirkung
entsteht. Der Handgriff 73 weist zwei schwenkbare Flügel 82 auf, die
durch zwei Finger einer Hand erfaßt und gegeneinander geschwenkt werden können.
Eine im Hohlraum des Handgriffes 73 angeordnete Partie jedes Flügels
82 arbeitet mit dem Kopf 80 zusammen, um diesen zusammen mit dem Drahtseil
70 entgegen der Kraft der Bremsfeder 81 verschieben zu können. Zwischen
dem Endflansch 71 und dem Teller 78 ist im Innenraum der Manschette
76 noch eine Druckfeder 83 angeordnet, die bestrebt ist, die Manschette
zu strecken, aber geringere Druckkraft entwickelt als die Bremsfeder 81.
-
Die Achse 61 der Klinke 59 trägt auf der Rückseite des
Objektivträgers 51 nach F i g. 5 einen Hebel 84. An der Objektivstandarte
85 (F i g. 6) der Kamera ist in bekannter Weise der Objektivverschluß
mit dem zugehörigen Mechanismus angeordnet, von dem in F i g. 6 lediglich
ein Hebel 86 gezeigt ist, der zum öffnen des Verschlusses zwecks Bildbetrachtung
auf der Mattscheibe bzw. zum Schließen des Verschlusses vor der Aufnahme dient.
Der Hebel 86 weist einen nach vom ragenden Stift 87 auf, der durch
einen Schlitz 88 in der Verschlußdeckplatte 89 hindurchgreift und
mit dem Hebel 84 zusammenarbeiten kann, wenn der Objektivträger 51 in der
richtigen Weise an der Standarte 85 angebracht ist. Der Stift 87 ist
in seiner Längsrichtung entgegen dem Einfluß einer (nicht sichtbaren) Feder verschiebbar
am Hebel 86
angeordnet. Beim Anbringen des Objektivbretts 51
muß daher
nicht auf die Stellung des Hebels 86 Rücksieht genommen werden, da der Stift
87 zurückweicht, falls der Hebel 84 axial gegen den Stift 87 gedrückt
wird.
-
Die Gebrauchs- und Wirkungsweise der beschriebenen Blendeneinstellvorrichtung
ist wie folgt: Wenn die Klinke 59 aus der Kerbe 60 ausgerückt ist,
läßt sich die Irisblende 52 mit Hilfe des Handgriffes
73
verstellen. Hierzu werden die beiden Flügel 82 zwischen den Daumen und den
Zeigefinger der Bedienungshand genommen und gegeneinandergeschwenkt, wodurch der
Kopf 80 entgegen dem Einfluß der Bremsfeder 81 nach unten gedrückt
wird. Dadurch wird das Drahtseil 79 entspannt und der Feder 83 ermöglicht,
die Manschette 76 zu strecken, so daß sie im Rohr 66 längsverschoben
werden kann und daher die Bremse gelöst ist. In der gegeneinanderggeschwenkten Lage
der Flügel 82 kann der b-#>e2same Stab 70 in seiner Längsrichtung
im Führungsrohr 66, 69 verschoben werden, was eine Drehung des Blendenvorwahlringes
63 zur Folge hat. Durch das als Anschlag dienende eine Ende der Nut 64 des
Blendenvorwahlringes 63 und den als Gegenanschlag dienenden Zapfen
65 des Ringes 54 wird auch der letztere entsprechend gedreht und damit die
Blende 52 mittels des Hebels 56 und des Blendenlamellensteuerringes
53 eingestellt., Die Feder 57 hält dabei den Zapfen
65 in Anlage am Anschlag des Vorwahlringes 63.
-
Das Einstellen der Blende und das Ablesen der relativen Blendenöffnung
kann von irgendeiner Seite her erfolgen, insbesondere auch von der Seite der Mattscheibe
der Kamera her, und auch dann, wenn vor dem Objektiv 50 ein nicht dargestelltes
Kompendium angebracht ist oder wenn bei außergewöhnlichen Kamerastandpunkten die
Objektivseite der Kamera nicht zucränglich ist. Das Ablesen der Blendenöffnung geschieht
an Hand der Hülsen 74 in bezug auf die Endfläche des Nippels 75. Läßt man
die Flügel 82 los, so zieht die Bremsfeder 81 das Drahtseil 79 in
Richtung gegen den Handgriff 73,
wodurch die elastische Manschette
76 gestaucht und gegen die Innenfläche des Rohres 66 gepreßt wird,
zwecks Bremsung des Blendenvorwahlringes 63 in der eingestellten Lage.
-
Will man zur Mattscheibenbetrachtung bei geöffnetem Objektivverschluß,
d. h. bei der in F i g. 6 mit voll ausgezogenen Linien dargestellten
Lage des Hebels 86, die Irisblende 52 vollständig öffnen, so brauchen
hierzu der Handgriff 73, der biegsame Stab 70 und der Blendenvorwahlring
63 nicht bewegt zu werden. Man schwenkt lediglich unmittelbar den Blendeneinstellhebel
56 mittels des Zapfens 55 im Drehsinn des Uhrzeigers, wobei die Ringe
54 und 53
im gleichen Sinn gedreht werden. Wenn die Blende 52 ganz
offen ist, rastet die Nase der Klinke 59 in die Kerbe 60 des Ringes
54 ein, wodurch die Blende 52
in ihrer offenen Stellung gesperrt wird. Das
Mattscheibenbild hat nun die größtmögliche Helligkeit und ist daher leichter zu
beurteilen, Vor der photographischen Aufnahme bringt man den Hebel 86 in
die strichpunktierte Lage gemäß F i g. 6, wodurch der Objektivverschluß geschlossen
wird. Gleichzeitig drückt der Stift 87 des Hebels 86 seitlich gegen
den Hebel 84 am Objektivträger 51, und zwar so, daß die Klinke
59 aus der Kerbe 60 des Rin-es 54 ausgerückt wird. Nun wird mittels
der Feder 57 der Ring 54 automatisch gedreht, bis der Zapfen 65 am
einen Ende der Nut 64 anschlägt. Weil der Blendenvorwahlring 63 durch die
Manschette 76 gegen Drehung gebremst ist, bleibt der Ring 54 in der durch
den Blendenvorwahlring 63 bestimmten Lage stehen. Die Blende 52 ist
beim Drehen des Ringes 54 bis zu der zuvor gewählten Blendeneinstellung geschlossen
worden. Nachher kann die photographische Aufnahme erfolgen. Das Schließen der Blende
auf die gewünschte Einstellung erfolgt beim Schließen des Kameraverschlusses, nicht
erst beim Auslösen desselben bei det Aufnahme.
-
Das Wählen der Blendeneinstellung kann auch dann vorgenommen werden,
wenn die Irisblende 52
in ihrer vollständig geöffneten Lage mittels der Klinke
59 gesperrt ist. Das Ausrücken der Klinke 59 aus der Kerbe
60 des Ringes 54 kann gewünschtenfalls unmittelbar von Fand erfolgen, also
nicht mittels des Hebels 86 und seines Stiftes 87, so daß, z. B. zwecks Kontrolle
der Tiefenschärfe auf der Mattscheibe, die Blende auf die gewünschte Größe der öffnung
geschlossen werden kann, während der Verschluß offen bleiben soll.
-
Da der Objektivträger 51 quadratisch ist, kann er wahlweise
in vier verschiedenen Stellungen an der Objektivstandarte 85 der Kamera angeordnet
werden. Dies hat den Vorteil, daß das aus dem Führungsrohr 66, 69 herausragende
und den Handgriff 73 tragende Ende des biegsamen Stabes 70 wahlweise
nach oben, nach unten, nach links oder nach rechts orientiert werden kann, wo es
gerade am zweckmäßigsten ist. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel ist allerdings
nur in einer dieser Stellungen des Objektivträgers 51
der Hebel
86 mit der Klinke 59 gekuppelt, weshalb in den anderen Stellungen
des Objektivträgers 51 die Klinke 59 jeweils von Hand direkt ausgerückt
werden muß. Bei der Fabrikation ist es jedoch ohne weiteres möglich, die Klinke
59 in jeder beliebigen Ecke des quadratischen Objektivträgers 51 zu
montieren, so daß üblicherweise der Handgriff 73 für die Blendenvorwahl in
der gewünschten Richtung (nach oben, unten, links oder rechts) gerichtet ist. Ferner
kann die Achse 61 mit der Klinke 59 und dem Hebel 84 von Hand abmontierbar
sein und der Objektivträger 51 in jeder Ecke eine vorbereitete Lagerbohrung
für die Achse 61 aufweisen, damit die Klinke nach Wahl jeweils in derjenigen
Ecke montiert werden kann, wo man sie haben will. Der Ring 54 ist dabei mit vier
Kerben 60 versehen, die um 900 zueinander versetzt sind. Die Klinke
59 kann dann in jeder Lage mit einer der Kerben 60 zusammenarbeiten.
-
Bei einer nicht dargestellten Ausführungsvariante ist in jeder Ecke
des Objektivträgers 51 ein schwenkbarer Hebel analog dem Hebel 84 vorhanden,
und diese Hebel sind durch einfache Gestänge miteinander gekuppelt, so daß beim
Schließen des Objektivverschlusses mittels des Hebels 86 automatisch die
Klinke 59 betätigt wird, gleichgültig, in welcher Stellung der Objektivträger
51 an der Standarte 85 befestigt ist.
-
Beim Versorgen der Kamera oder auch nur des Objektivträgers
51 mit den daran befestigten Teilen könn. en das biegsame Rohr
69 und der biegsame Stab 70 umgelegt und am Zapfen 55 eingehängt
werden, wie F i g. 7 veranschaulicht. In dieser Lage beanspruchen das Rohr
69, der Stab 70 und der Handgriff 73
keinen zusätzlichen Platz.
-
Die beschriebene Kamera hat nicht nur den Vorteil, daß die Blendenöffnung
von mehreren Seiten her bequem einstellbar und ablesbar ist. Ein anderer wichtiger
Vorteil ist, daß durch die Manschette 76
der Vorwahlring 63 in jeder
Lage, also auch zwischen den aufeinanderfolgenden Skalenmarkierungen an den Hülsen
74, gegen Drehung gesichert wird, im Gegensatz zu bekannten Lösungen mit Rasten.
Die Bremse tritt ferner automatisch in Aktion, sobald man die Flügel 82 losläßt.
Ein
weiterer Vorteil liegt darin, daß die Mittel zur Blendenvorwahl und Blendeneinstellung
für eine große Anzahl verschiedener Objektive unverändert verwendet werden können.
Tatsächlich können innerhalb des Blendenvorwahlringes 63 verschiedene
Ob-
jektive mit unterschiedlicher Brennweite und unterschiedlichem Durchmesser
nach freier Wahl montiert werden. Diese Auswechslung ist durch den Benutzer der
Kamera möglich, vorausgesetzt, daß bei allen diesen Objektiven der zur Steuerung
der Blendenlamellen dienende Ring 53 um die gleichen Winkelbeträge und im
gleichen Sinne gedreht werden muß, so daß die Skalenmarken auf den Hülsen 74 bei
allen diesen Objektiven unverändert Gültigkeit haben. Mit dem Objektiv muß dann
unter Umständen nur der Blendeneinstellhebel 56 ausgewechselt werden. Es
gibt aber zahlreiche Objektive mit verschiedenen optischen Eigenschaften und gleichen
äußeren mechanischen Ausbildungen und Abmessungen, so daß sogar ein Wechseln des
Hebels 56 hinfällig sein kann.
-
Bei der Fabrikation der Blendeneinstellvorrichtung kann diese aber
an irgend ein Objektiv angepaßt werden, ganz unabhängig davon, wie die Winkelteilung
zwischen den aufeinanderfolgenden Blendenwerten oder der Drehsinn des Blendenlamellensteuerringes
53 auch sein möge. Man braucht nur die Hülsen 74 mit den Skalenmarkierungen
entsprechend auf dem biegsamen Stab 70 anzuordnen und zuletzt in der richtigen
Stellung zu fixieren, was z. B. in einfacher Weise mit Hilfe eines Klebstoffes geschehen
kann. Es können also immer völlig gleiche Bestandteile hergestellt und verwendet
werden, unabhängig von dem zu benutzenden Objektiv. Dies bedeutet eine erhebliche
Verbilligung und fabrikatorische Vereinfachung gegenüber den bisher bekanntgewordenen
Lösungen, bei denen die Blendenvorwahl- und Steuervorrichtung stets mit dem betreffenden
Objektiv zusammengebaut war und mit demselben ausgewechselt werden mußte.
-
Eine vereinfachte, nicht dargestellte Ausführungsvariante der Blendeneinstellvorrichtung
weist die Ringe 54 und 63 nicht auf. Dann ist der biegsame Stab
70 mittels des Stiftes 72 über den Hebel 65 unmittelbar mit
dem Blendenlamellensteuerring 53 des Objektivs 50 gekuppelt. Zur Mattscheibenbetrachtung
muß dann die Blende 52 jeweils durch Verschieben des Stabes 70 geöffnet werden,
wenn man die größte Helligkeit des Mattscheibenbildes haben will. Auch das Schließen
der Blende auf den für die Aufnahme gewünschten Wert muß man dann von Hand durch
Verstellen des biegsamen Stabes 70 vornehmen. Es bleiben die Vorteile der
übersichtlichen Einstellung und Ablesung der Blendeneinstellung, die Vorteile der
Bremse mittels der Manschette 76 in jeder beliebigen Stellung der Blende
und die Vorteile der Auswechselbarkeit des Objektivs, ohne die Notwendigkeit, das
Führungsrohr 66, 69 und den biegsamen Stab 70 mit den damit verbundenen
Teilen ebenfalls wechseln zu müssen.
-
Es gibt Kameraobjektive, die bereits eine Blendenvorwahleinrichtung
eingebaut haben. Ein derartiges Objektiv kann ebenfalls mit der vorstehend beschriebenen,
vereinfachten Ausführungsform der Blendeneinstellvorrichtung mit Vorteil verwendet
werden. Durch den Hebel 56 wird dabei der biegsame Stab 70
mit dem
Blendenvorwahlring des Objektivs gekuppelt. Zum automatischen Schließen der Blende
dieses Objektivs aus der völlig geöffneten in die gewünschte Stellung, bevor die
photographische Aufnahme gemacht wird, kann eine passende übertragung zwischen der
Klinke 59 und dem entsprechenden Auslöseorgan am Objektiv angebracht werden.