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Fotografischer Apparat mit einer Einrichtung zur gemeinsamen Blenden-
und Entfernungseinstellung Zusatz zum Patent: 1083 647 und Zusatzpatent:
1087 900
Die vorliegende Erfindung betrifft einen fotografischen Apparat mit
einer Einrichtung nach Patent 1083 647 und nach dessen Zusatzpatent
1087900.
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Gegenstand des Hauptpatents und des Zusatzpatents sind Einrichtungen
an fotografischen Apparaten zur Erleichterung der Kameraeinstellung bei Aufnahmen
mit künstlichen Lichtquellen, insbesondere Blitzlichquellen, bei denen die künstliche
Lichtquelle gemeinsam mit dem Apparat gegenüber dem Aufnahmegegenstand in die gewünschte
Entfernung gebracht wird. Hierbei muß, um eine gleichbleibende Belichtung des Aufnahmematerials
bei allen Einstellungen auf verschiedene Entfernungen zu gewährleisten, jeweils
die Blendeneinstellung entsprechend verändert werden. Gegenstand der älteren Patente
sind sogenannte Leitzahlkupplungen, bei welchen die Blende bei der Scharfeinstellung
der Kamera automatisch und zwangläufig so mitverstellt wird, daß die bekannte Leitzahlbedingung
erfüllt wird.
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Gegenstand des Hauptpatents 1083 647 ist im einzelnen eine
derartige Einrichtung an einem fotografischen Apparat zur gemeinsamen Blenden- und
Entfernungseinstellung für Blitzlichtaufnahmen, wobei die zwischen dem äußeren Entfemungseinstellorgan
und dem Objektiv vorgesehenen Mittel, welche bei Betätigung des Entfernungseinstellorgans
die Vorschubbewegung zur Scharfeinstellung des Objektivs bewirken, so ausgebildet
sind, daß sich bezüglich der Winkelstellungen des Entfernungseinstellorgans eine
logarithmische Folge von Fokussierungsentfemungen oder eine logarithmische Entfemungsskala
am Entfemungseinstellorgan ergibt und wobei das Entfernungseinstellorgan mit dem
ebenfalls mit logarithmischer Skala ausgebildeten Blendeneinstellorgan direkt oder
durch ein linear arbeitendes Getriebe in mehreren, verschiedenen Leitzahlen entsprechenden
Relativstellungen kuppelbar ist, derart, daß bei Veränderung der Entfernungseinstellung
die Blendeneinstellung zwangsweise so mit verändert wird, daß die bekannte Leitzahlbedingung
L=B - E für die je-
weils eingestellte Leitzahl erfüllt ist.
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Gegenstand des Zusatzpatentes 1087 900 ist eine besonders vorteilhafte
Ausführung einer derartigen Einrichtung zur Anwendung an fotografischen Apparaten,
bei welchen der Objektivvorschub mittels eines in einen schraubengangförmigen Führungsschlitz
eingreifenden Stiftes oder mittels einer auf den das Objektiv tragenden Rahmen einwirkenden
Kurvenscheibe bewirkt wird, wobei gemäß der Erfindung des ersten Zusatzpatentes
der Führungsschlitz abweichend von der üblichen Schraubenform so geschnitten oder
die Kurvenscheibe abweichend von der üblichen Form einer archimedischen Spirale
so geformt ist, daß sich am Entfemungseinstellorgan die logarithmische Entfernungsskala
ergibt, welche die einfachere Kupplungsmöglichkeit gemäß dem Hauptpatent ermöglicht.
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Durch die Einrichtungen gemäß dem Hauptpatent und dem ersten Zusatzpatent
ist die Kamerabedienung für Blitzlichtaufnahmen bei Nacht in optimaler Weise vereinfacht.
Werden nämlich Blitzlichtaufnahmen bei Nacht ausgeführt, so kann die Belichtungszeit
von vornherein fest eingestellt werden und braucht bei der unmittelbar vor der Aufnahme
stattfindenden Entfernungs- und Blendenwahl nicht mehr geändert zu werden. Anders
jedoch bei Tageslichtaufnahmen, insbesondere Farbaufnahmen, bei denen Blitzlicht
als zusätzliche Lichtquelle verwendet wird. Hierbei ist es z. * B. oft nötig,
die dem Fotografen zugekehrte Schattenseite eines nahen Objekts aufzuhellen und
damit den Helligkeitsunterschied zwischen dieser Schattenseite und dem übrigen Bild
(Kontrastumfang) zu verringern, da bekanntlich mit den üblichen Farbfilmemulsionen
ein Kontrastumfang, der das Verhältnis 1: 4 überschreitet, nicht bewältigt
werden kann. Ohne derartige Auffiellung werden die Lichter verwässert, und die Schatten
erscheinen farbstichig, so daß Farbaufnahmen bei Sonnenlicht ohne zusätzliche Aufhellung
vor allem bei
Seiten- oder gar Gegenlicht für Druckzwecke unbefriedigend,
wenn nicht überhaupt unbrauchbar ausfallen.
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Die besten Ergebnisse werden bei einem Kontrastumfang von
1: 2 oder 1: 3 erzielt. Dann werden von den üblichen (Farb-) Aufnahmematerialien
trotz ihres sehr begrenzten Belichtungsumfanges alle Bildteile gut durchgezeichnet
abgebildet. Ein derartiges Kontrastverhältnis ist jedoch mit Sicherheit nur durch
Anblitzen der Schatten zu erreichen.
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Bei der Einrichtung gemäß dem Hauptpatent und dem Zusatzpatent wird
die Blende zwangläufig mit der Entfernungseinstellung verändert. Bei Tageslichtblitzaufnahmen
muß daher die Belichtungszeit je-
weils vor der Aufnahme der sich ergebenden
Blendeneinstellung angepaßt werden, da sonst alle Bildteile außer dem angeblitzten
Vordergrundteil über-oder unterbelichtet würden. Es ist klar, daß die Notwendigkeit,
die Belichtungszeit vor jeder Aufnahme nachzustellen, den durch die Kupplung von
Blenden-und Entfernungsskala erzielten Vorteil wieder illusorisch macht.
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Durch die vorliegende Erfindung soll das durch die genannten älteren
Patente für Blitzlichtnachtaufnahmen verwirklichte Prinzip der Einknopfbedienung
auf den wichtigen, in seiner Bedeutung ständig noch zunehmenden Anwendungsfall der
sogenannten »gemischten« Aufnahmen, d. h. Tageslichtaufnahmen mit zusätzlicher
Blitzlichtauffiellung, erweitert werden.
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Zu diesem Zweck ist gemäß der Erfindung vorgesehen, daß zur Verwendung
bei Tageslichtaufnahmen mit zusätzlicher Blitzlichtaufhellung zusätzlich das in
an sich bekannter Weise mit einer logarithmischen Belichtungszeitskala ausgebildete
Belichtungszeiteinstellglied mit einem der beiden anderen miteinander kuppelbaren
Einstellglieder für die Entfernung oder für die Blende kuppelbar ist, derart, daß
nach Herstellung der Kupplung bei Einstellung einer kürzeren Entfernung und dementsprechend
einer kleineren Blendenöffnung (größere Blendenzahl) das Belichtungszeiteinstellglied
sich zwangläufig auf eine entsprechend längere Belichtungszeit einstellt, und umgekehrt.
Dabei kann die Kupplung direkt oder indirekt erfolgen; sie kann dabei auch kraftschlüssig
oder formschlüssig sein.
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Durch diese Einbeziehung der Belichtungszeiteinstellung in die Kupplung
der Einstellorgane gemäß den älteren Patenten ist gewährleistet, daß einerseits
der zur Wirkung kommende Blitzlichtanteil durch die Entfernungsblendenkupplung nach
den älteren Patenten gemäß dem jeweils eingestellten Leitwert bestimmt und nach
erfolgter Kupplung unabhängig von der Entfernungsverstellung konstant gehalten wird,
während der zur Wirkung kommende Tageslichtanteil entsprechend durch die zwangläufige
Mitverstellung des Belichtungszeiteinstellorgans so geregelt wird, daß optimal ausgeleuchtete,
hinsichtlich ihres Kontrastumfangs druckfähige Aufnahmen erzielt werden.
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Die Einrichtung gemäß der Erfindung ist besonders vorteilhaft bei
Reportagen, bei denen der Fotoapparat besonders schnell arbeitsbereit eingestellt
sein muß. Durch die Erfindung wird der Reporter erstmals in die Lage versetzt, unbehindert
durch laufende Berechnung und Neueinstellung der für den betreffenden Lichtwert
richtigen Belichtungszeit im geeigneten Augenblick sichere Schnappschüsse anzubringen,
die hinsichtlich ihrer Farbqualität druckreif sind.
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Bei Benutzung einer gemäß der Erfindung ausgebildeten Einrichtung
braucht sich der Reporter künftig bei Sonne - gleichgültig ob Seiten- oder
Gegenlicht - nur noch um die Schärfenkorrektur zu kümmern, wenn er die durch
die herrschenden Lichtverhältnisse das Aufnahmematerial und die Art des verwendeten
Kunstlichts bestimmten Kupplungen (Leitzahl- und Belichtungswertkupplung) vorgenommen
hat.
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Ein weiterer Vorteil ergibt sich für die Klischee-Herstellung im allgemeinen
und für die illustrierte Presse im besonderen. Durch die mit der erfindungsgemäßen
Einrichtung erzielbare Qualität und Gleichmäßigkeit der Farbvorlagen wird die Herstellung
der verschiedenen Farbauszüge ganz wesentlich erleichtert, die Arbeitszeit bedeutend
reduziert und die Quantität des in Zukunft anfallenden druckreifen Materials wesentlich
gesteigert werden können.
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Schließlich wird durch die Erfindung auch der Amateur in die Lage
versetzt, mühelos einwandfreie Farbaufnahmen bei Tageslicht mit Kunstlichtaufhellung
zu machen.
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Der Gedanke, die beiden an sich bekannten Kupplungsarten (sogenannte
Leitzahlkupplung zwischen Entfernungs- und Blendeneinstellorgan einerseits, sogenannte
Lichtwertkupplung zwischen Blenden und Belichtungszeiteinstellorgan andererseits)
gemeinsam an einem Apparat vorzusehen und zueinander in Beziehung zu setzen, ist
bekannt. Eine diesbezügliche Veröffentlichung enthält allerdings einerseits nur
eine Problemstellung, insofern keine dem Gegenstand und dem ersten Zusatzpatent
entsprechende Lehre für die Verwirklichung einer für beliebige Leitzahlen funktionierenden
Leitzahlkupplung vermittelt wird; zum anderen ist die Möglichkeit einer gleichzeitigen
Betätigung beider Kupplungen in der erwähnten Veröffentlichung zu einem anderen
Zweck vorgesehen, nämlich um bei Tageslichtaufnahmen die Entfernung in Abhängigkeit
von der (ihrerseits. mit der Belichtungszeit gekuppelten) Blende so zu steuern,
daß jeweils entweder auf maximale Schärfentiefe eingestellt ist oder bestimmte Bildpartien
durch Scharfeinstellung gegenüber dem Vorder- und Hintergrund hervorgehoben werden.
Die Anwendung der Dreierkupplung zum Zwecke der Einknopfbedienung der Kamera bei
»gemischten« Aufnahmen, d. h. bei Tageslichtaufnahmen mit zusätzlicher Blitzlichtauffiellung,
ist der genannten Veröffentlichung nicht zu entnehmen.
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Die Erfindung wird in der folgenden Beschreibung an Hand von Zeichnungen
erläutert. Dabei zeigt F i g. 1 eine schematische Darstellung der Einstellskalen
eines erfindungsgemäß ausgebildeten fotografischen Apparates, F i g. 2,
J und 4 drei verschiedene Ausführungsformen der Kupplung zwischen Blenden-,
Entfernungs- und Belichtungszeitskala in schematischer Darstellung, F i
g. 5 und 6 im - Schnitt und in Draufsicht eine Vorrichtung
zur Kupplung zweier konzentrischer drehbarer Teile, F i g. 7 und
8 eine weitere Ausführungsfonn der Erfindung.
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F i g. 1 gibt einen überblick über die gegenseitige Anordnung
der zur Einstellung des Objektivs dienenden
Einsteller und die
Teilung ihrer Skalen. Es bedeutet: E die Entfernungsskala, L Leitzahlskala,
die mit dieser starr gekuppelt sein kann, B die Blendenskala und Z die Belichtungszeitskala.
Alle vier Skalen sind logarithmisch geteilt, wobei die Skalen E,
L und B übereinstimmende
Basislänge haben, während die Skala Z gegenüber den anderen Skalen nur halbe Basislänge
hat.
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Die gegenseitige Einstellung der Skalen B und E
entspricht bei
dem abgebildeten Beispiel der Leitzahl 32. Durch die gestrichelte Gerade
1 ist die Einstellung dieser beiden Skalen auf das Wertepaar »4 in Entfernung«
und »Blende 8« dargestellt. Die Zeitskala ist bei diesem Beispiel gegenüber
der Entfernungs- und der Blendenskala so eingestellt, daß dem genannten Wertepaar
die Belichtungszeit »1/,30 sec« zugeordnet ist. Sind nun die Skalen E,
B
und Z in den abgebildeten Relativstellungen miteinander gekuppelt und wird
vom Fotografen die Entfernung z. B. von 4 auf 2 in geändert, so ändern sich die
Einstellungen der Blenden und der Belichtungszeitskala zwangläufig mit, so daß der
Apparat schließlich auf das durch die gestrichelte Gerade 2 angedeutete neue Wertetripel
»2 in, Blende 16, 1/" sec« eingestellt ist.
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Wie man aus F ig. 1 entnehmen kann, sind die Skalen so angeordnet
und unterteilt, daß bei ihrer gemeinsamen zwangläufigen Drehung sich das Blenden-öffnungsverhältnis
(abgeleitet aus Brennweite geteilt durch Blendendurchmesser) umgekehrt proportional
der Entfernung ändert. Ferner ändert sich die Belichtungszeit proportional dem Quadrat
des öffnungsverhältnisses und daher proportional dem reziproken Quadrat der Entfernung.
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In den symbolischen Darstellungen der F i g. 2, 3
und
4 bedeuten die drei Kreisscheiben Z, E, B die den in F i
g. 1 linear dargestellten logarithmischen Skalen entsprechenden Einstellringe
für den fotografischen Apparat. Bei dieser Ausführungsfonn der Erfindung sind die
die Skalen tragenden Einstellringe nicht direkt, sondern indirekt über besondere
Kupplungsvorrichtungen 3, 4, 5, die weiter unten noch näher beschrieben
werden, miteinander kuppelbar. Diese Ausführungsform der Erfindung mit indirekter
Kupplung wird vorzugsweise bei solchen Apparaten verwendet, bei denen die den drei
Einstellgrößen zugeordneten Einstellmittel (Einstellringe) räumlich voneinander
getrennt, beispielsweise an verschiedenen Wandflächen des Kamerakastens angeordnet
sind. Die Kupplungen 3, 4, 5 sind schematisch jeweils durch zwei konzentrisch
angeordnete Teile a, b angedeutet, von denen jedes starr mit einem
der beiden dieser Kupplung zugeordneten Einstellringe gekuppelt ist (durch Verbindungslinien
dargestellt) und die in verschiedenen Relativstellungen zueinander drehfest miteinander
gekuppelt werden können.
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Hinsichtlich der gemäß der Erfindung vorgesehenen Kupplung der logarithmischen
Belichtungszeitskala mit der logarithmischen Entfernungsskala bestehen dabei verschiedene
Möglichkeiten, von denen einige in den Ausführungen nach F i g. 2 bis F i
g. 4 beispielshalber gezeigt sind.
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So sind bei der in F i g. 2 dargestellten Ausführungsform zwei
voneinander unabhängige Kupplungsvorrichtungen 3 und 4 vorgesehen, deren
innere Teile b mit der Entfernungseinstellachse starr gekuppelt sind. Die
den Entfernungsring mit dem Blendeneinstellring verbindende Kupplung 3 dient
dabei als Leitzahlvorwähleinrichtung.
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Für Blitzlichtaufnahmen bei Nacht wird gemäß den eingangs genannten
älteren Patenten lediglich die Kupplung 3 benutzt. Die der Relativstellung
der beiden Teile a, b, in welcher sie miteinander drehfest verbunden
werden, entsprechende Leitzahl kann dabei beispielsweise auf einer am Außenteil
a angebrachten Leitzahlskala gegenüber einer auf dem Innenteil angeordneten Marke
c abgelesen werden. (Die Anordnung von Skala und Marke könnte auch umgekehrt gewählt
sein.) Für Tagesaufnahmen mit Blitzlichtaufhellung wird gemäß der Erfindung außer
der Kupplung 3 noch die Kupplung 4 benötigt, und zwar ist dabei die Leitzahlkupplung
3 entsprechend der für die BlitzlichtaufhelIung der Vordergrundpartien maßgebenden
Leitzahl einzustellen. Dazu wird für einen beliebig gewählten Blendenwert die Belichtungszeit
so eingestellt, daß sie dem durch die jeweiligen Aufnahmebedingungen gegebenen Belichtungswert
entspricht. Nun wird die Kupplung 4 in einer solchen Relativstellung ihrer Teile
a, b hergestellt. Hinsichtlich der Belichtung wäre jetzt die Kamera
einsatzfähig, jedoch muß nun der Fotograf noch die Entfernungsscharfeinstellung
besorgen, wobei durch die geschilderte Kupplung die Belichtungszeit- und die Blendeneinstellung
in Abhängigkeit von der Entfernungseinstellung zwangläufig so geführt werden, daß
die an der Kupplung 3 vorgewählte Leitzahl und der durch Betätigung der Kupplung
4 in der beschriebenen Weise bestimmte Belichtungswert für alle Einstellungen erhalten
bleiben. Der Belichtungswert wird dabei aber nicht angezeigt, ist also auch nicht
ablesbar.
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Bei der in F i g. 3 gezeigten Ausführungsform, sind ebenfalls
zwei Kupplungen 3 und S', 5" vorgesehen, deren Innenteile sämtlich
mit der Entfernungseinstellachse starr gekuppelt sind.
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Die Kupplung 3 entspricht der Kupplung 3 in F i
g. 2. Für Blitzlichtaufnahmen bei Nacht wird sie allein betätigt und dient
dabei als Leitzahlvorwähleinrichtung.
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Für Tageslichtaufnahmen mit Blitzlichtaufhellung bleibt die Kupplung
3 entkuppelt. Für Tageslichtaufnahmen mit Blitzlichtauffiellung dient die
Kupplung 5, die aus zwei voneinander abhängigen Komponenten 5' bzw.
5" besteht, deren innere Teile beide mit der Entfernungseinstellachse verbunden
sind, sei es, daß beide für sich mit der Entfernungseinstellachse starr verbunden
sind, sei es, daß nur das innere Teil einer Komponente starr mit der Entfernungseinstellachse
und die inneren Teile beider Komponenten miteinander verbunden sind. Dabei dient
die Kupplung 5' als Belichtungswertvorwähleinrichtung, während die Kupplung
5" in solcher Relativstellung ihrer beiden Teile a, b betätigt
wird, daß einem beliebig eingestellten Blendenwert die für die gewünschte Leitzahl
zugeordnete Entfernungseinstellung entspricht. Der an der Kupplung 5' vorgewählte
Belichtungswert und die durch Betätigung der Kupplung b bestimmte Leitzahl
bleiben dann für alle Entfernungseinstellungen erhalten. Die Leitzahl wird hierbei
nicht angezeigt und ist daher auch nicht ablesbar.
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Eine besonders vorteilhafte Ausführungsforin, bei der sowohl die Leitzahl
als auch der Belichtungswert vorgewählt werden können und ablesbar sind, ist in
F i g. 4 gezeigt. Bei dieser Ausführungsfonn ist die
Zeitskala
indirekt mit der Entfernungsskala verbunden, und zwar über die Blendenskala. Die
Leitzahl kann an der Kupplung 3, der Belichtungswert an der Kupplung
5 vorgewählt werden. Nach Ausführung dieser Kupplungen wird die Belichtungszeit
und die Blendeneinstellung zwangläufig in Abhängigkeit von der Entfernungseinstellung
so geführt, daß für beliebige Entfernungseinstellungen die vorgewählte Leitzahl
und der vorgewählte Belichtungswert stets erhalten bleiben, d. h., daß bei
kürzer werdendem Abstand der Kamera vom Objekt die Blende kleiner, die Zeit jedoch
länger wird, und umgekehrt, wenn bei Tageslichtaufnahmen mit Blitzlicht aufgehellt
wird.
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Wird nur die Kupplung 3 betätigt, so liegt die für Blitzlichtaufnahmen
bei Nacht zweckmäßige Leitzahlkupplung gemäß den älteren Patenten vor.
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Wird nur die Kupplung 5 betätigt, so erhält man die bekannte
Belichtungswertkupplung zwischen Blende- und Zeiteinstellung.
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Selbstverständlich kann bei allen geschilderten Ausführungsbeispielen
die Kamera nach Lösen aller Kupplungen in der üblichen Weise benutzt werden,
d. h. mit getrennter Einstellung der drei Größen.
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Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung
können jeweils zwei der obenerwähnten Skalen durch die in F i g. 5 und
6 dargestellte Vorrichtung in einer beliebigen Relativstellung miteinander
gekuppelt werden. An der Außenseite einer Wandung 6 eines Kameragehäuses
sind zwei koaxiale, gegeneinander verdrehbare Scheiben 7 und 8 angeordnet.
Die Scheibe 7 ist starr mit einer Welle 9 verbunden, welche zur Einstellung
einer der Veränderlichen des Apparates, z. B. der Entfernung, und der zugehörigen
Skala dient.
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Die gegenüber der Scheibe 7 drehbare Scheibe 8
wird durch
eine Madenschraube 10 in ihrer axialen Lage gehalten. Mittels eines Zahnkranzes
11 greift sie in einen weiteren Zahnkranz 12 ein, der zur Einstellung einer
anderen Veränderlichen des Apparates, z. B. der Blende, dient. Die dieser Veränderlichen
entsprechende Skala kann entweder auf der Scheibe 8
angeordnet sein und gegen
eine Marke 13 abgelesen werden oder auf dem Zahnkranz 12 oder einem der von
diesem eingestellten Teile angeordnet sein.
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In einer Ausnehmung der inneren Scheibe 7 ist radial verschieblich
ein Schlitten 14 angeordnet, der einen halbzylinderförmigen oder dornartigen Fortsatz
15 aufweist. In dem äußeren Ring 8 sind mehrere zur Form des Fortsatzes
passende Ausnehmungen oder Bohrungen 16 vorgesehen. Mit Hilfe eines Knopfes
17 kann der Schlitten 14 aus seiner indifferenten in seine (gemäß F i
g. 5 obere) Kupplungsstellung gebracht werden, in welcher er die Scheiben
7
und 8 drehfest miteinander verbindet.
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Der Schlitten kann entweder durch ausreichende Reibung oder durch
eine besondere, aus Kugel und Feder bestehende Rastvorrichtung 18 in seiner
je-
weiligen Stellung gehalten werden.
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Eine weitere Ausführungsform der Erfindung ist in F i g. 7
dargestellt; hier sind die den drei Einstellgrößen zugeordneten Einstellringe konzentrisch
um das (nicht gezeigte) Objektiv angeordnet, und zwar innen der logarithmisch geteilte
Entfernungseinstellring E, in der Mitte der mit logarithmischer Blendenskala
versehene Blendeneinstellring B sowie außen der Zeiteinstellring Z, dessen Skala
gleichfalls logarithmisch geteilt ist. Dabei sind die Winkelbereiche der einzelnen
Skalen aufeinander abgestimmt, d. h. Entfernungs- und Blendenskala haben
gleiche Basislänge (in Winkelgraden), während die Basislänge der Zeitskala nur halb
so groß ist. Die Skalen sind dabei, in übereinstimmung mit der in F i
g. 1 gezeigten linearen Darstellung, so angeordnet, daß beispielsweise dem
Uhrzeigersinn auf der Entfemungsskala zunehmende Entfernungen, auf der Blendenskala
abnehmende Blendenwerte und auf der Zeitskala abnehmende Belichtungszeiten entsprechen.
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Selbstverständlich könnten Entfernungs-, Blenden-und Zeiteinstellring auch
in anderer radialer Reihenfolge angeordnet sein.
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Die drei Ringe sind gegeneinander drehbar und können in verschiedenen
Relativstellungen zueinander lösbar miteinander gekuppelt werden.
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Zu diesem Zweck weist beispielsweise der Entfernungsring einen zungenartigen
Ansatz 26 auf, der so ausgebildet ist, daß er bei Drehung der Entfernungsskala
gegen die Blendenskala über diese schleift. In diesem Ansatz 26 ist eine
Kuppelvorrichtung 27 geführt, beispielsweise ein Bolzen, der in entsprechende
öffnungen des darunterliegenden Blendenringes zur Herstellung der Kupplung einrasten
und zum Lösen der Kupplung gegen Federspannung aus der Raststellung herausgezogen
werden kann. Mittels einer entsprechenden Kuppelvorrichtung 28 können der
Blenden- und der Zeiteinstellring in verschiedenen Relativstellungen lösbar miteinander
gekuppelt werden. Zu diesem Zweck trägt der Blendeneinstellring eine über den Zeiteinstellring
schleifende Zunge 29, in welcher ein Bolzen geführt ist, der in entsprechende
Löcher des Zeiteinstellringes einrasten kann.
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Die jeweiligen Einstellungen, d. h. das durch die jeweilige
Stellung der drei Skalen eingestellte Wertetripel, können an einer gemeinsamen Marke
30 abgelesen werden.
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Im völlig entkuppelten Zustand (27 und 28 gelöst) können
wie bei einer normalen Kamera die drei Einstellungen unabhängig voneinander vorgenommen
werden.
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Zur Herstellung der bereits in den älteren Patenten unter Schutz gestellten
Leitzahlkupplung zwischen Entfernungs- und Blendeneinstellung wird hingegen die
Entfernungsskala mittels der Kupplung 27
mit der Blendenskala gekuppelt. Die
der jeweiligen Relativstellung, in welcher die Kupplung ausgeführt wird, entsprechende
Leitzahl ist direkt unterhalb der Kupplung 27 auf dem Blendenring abzulesen.
Diese in der unteren Hälfte des Blendenrings entlang den Rastöffnungen für den Kupplungsstift
angeordnete Leitzahlskala ist dabei ihrerseits notwendigerweise ebenfalls logarithmisch.
Nach Ausführung dieser Kupplung wird bei Scharfeinstellung auf eine bestimmte Entfernung
die Blende zwangläufig so eingestellt, daß die betreffende Leitzahl erhalten bleibt,
d. h., daß die Bedingungen für Blitzlichtaufnahmen bei Nacht erfüllt sind.
In F i g. 7 ist die Entfernungs-Blendenkupplung für die Leitzahl »24« dargestellt;
der gezeigten Entfernungseinstellung auf 3 in entspricht demgemäß die Blende
»8«, bei Änderung der Entfernungseinstellung durch Drehen am Entfernungseinstellring
wird der Blendeneinstellring mitgenommen, so daß beispielsweise bei Einstellung
auf 6 m Entfernung automatisch die Blende »4« eingestellt wird, die der Leitzahl
»24« entspricht.
Wird andererseits bei gelöster Kupplung
27 der Blendeneinstellring mit dem Zeiteinstellting durch Betätigung der
Kupplung28 gekuppelt, so ist je
nach der Relativstellung, in welcher die beiden
Ringe miteinander gekuppelt werden, der zugehörige Belichtungswert an einer auf
dem Zeiteinstellring entlang den Rastöffnungen für die Kupplung 28 angebrachten
Belichtungswertskala abzulesen. Wird beispielsweise, wie in F i g. 6 gezeigt,
die Kupplung 28 für einen solchen Belichtungswert ausgeführt, daß einer Belichtungszeit
1/1" sec die Blende »8«
entspricht, so wird bei nachfolgender Veränderung
der Blenden- bzw. Zeiteinstellung die Zeit- bzw. Blendeneinstellung zwangläufig
so verändert, daß dieser Belichtungswert automatisch erhalten bleibt.
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Um diese Einrichtung gemäß der Erfindung für Tageslichtaufnahmen mit
Kunstlichtaufhellung zu verwenden, werden beide Kupplungen 27 und
28 für die betreffende Leitzahl und den betreffenden Belichtungswert wirksam
gemacht. Danach ist sichergestellt, daß für jede EntfernunIgseinstellung
zwangläufig die richtigen Werte von Belichtungszeit und Blende eingestellt werden,
d. h., daß für die Kunstlichtbeleuchtung der Vordergrundpartien die Leitzahlbedingung
und für die Tageslichtbeleuchtung des gesamten Bildes und insbesondere der Hintergrundpartien
die Belichtungswertbedingung in jedem Fall von selbst erfüllt ist, wenn zur Einhaltung
eines bestimmten Kontrastumfangsverhältnisses bei Tageslicht mit Blitzlichtaufhellung
fotografiert wird.
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Vorzugsweise sind sowohl die Einrastöffnungen auf dem Blendeneinstellrina
als auch die auf dem f
Zeiteinstellring in genügend kleinen Abständen angeordnet,
um eine Einstellgenauigkeit von V, oder sogar 1/4 Blendenstufen zu ermöglichen,
was für Farbaufnahmen unerläßlich ist.
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Um eine möglichst große Einstellgenauigkeit zu erzielen, ist es wünschenswert,
den Winkelbereich der Skalen möglichst groß zu wählen. Andererseits müssen die Basislängen
(in Winkelgraden) der Skalen, wie schon erwähnt, aufeinander abgestimmt sein. Im
allgemeinen ist dabei der Winkelbereich der Skalen nach oben durch die Blendenskala
begrenzt, da sich Blenden bei direkter übertragung vom Einstellring nur in seltenen
Fällen über einen Bereich von mehr als 90' steuern lassen. Nach einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung ist daher vorgesehen, den Winkelbereich der Blendeneinstellskala
durch ein Untersetzungsgetriebe zu erhöhen.
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In F i g. 8 ist als Beispiel eine Ausführun,asiorril einer
solcherart verbesserten Blendeneinstellvorrichtung gezeigt.
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Dabei ist mit 31 der normale, mit den Mitteln zur Einstellung
der Blendenlamellen direkt verbundene Blendensteuerring bezeichnet, während
32 den ge, genüber 31 untersetzten Blendeneinstellring darstellt,
welcher die logarithmische Blendenskala trägt und zur Einstellung dient.
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Zwischen beiden ist ein Getriebe angeordnet, das bei der in F i
g. 8 gezeigten konzentrischen Anordnung der beiden Ringe 31 und
32 vorzugsweise aus drei um 120" gegeneinander versetzten Zahnräderpaaren
33, 34, 35 besteht. Der mit Außenverzahnung versehene Blendensteuerring
31 steht dabei im Eingriff mit den kleineren Zahnrädern der Getriebe
33 bis 35, während der mit Innenverzahnung versehene Blendeneinstellring
32 entsprechend in die größeren Zahnräder der Getriebe, die an die kleineren
angellanscht sind, eingreift. Die drei Getriebezahnräderpaare 33 bis
35 sind dabei ortsfest mit dem Objektivgehäuse, beispielsweise mittels Schrauben,
verbunden. Auf diese Weise kann man erreichen, daß einem Drehbereich des inneren
Blendenringes von weniger als 90', wie er bei normalen Blendensteuerringen
üblich ist, am Blendeneinstellring ein entsprechend größerer Winkelbereich entspricht.
Die auf dem Blendeneinstellring 32 befindliche Blendenskala ist daher gegenüber
31 gespreizt. Durch entsprechende Wahl der Entfernungs- und Zeitskalen läßt
sich so eine hohe Einstellgenauigkeit erzielen.
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Selbstverständlich läßt sich bei dem Apparat nach der Erfindung, insbesondere
für Nacht-Blitzlichtaufnahmen, die Blendenskala mit der Entfernungsskala allein
kuppeln. Ferner kann bei gewöhnlichen Tageslichtaufnahmen auch in an sich bekannter
Weise die Blendenskala nur mit der Belichtungszeitskala gekuppelt werden.