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Steuervorrichtung für einen Abgasturbolader einer Brennkraftmaschine
Die Erfindung betrifft eine Steuervorrichtung für Abgasturbolader für Brennkraftmaschinen.
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Bisher verwendete Abgasturbolader für Brennkraftmaschinen, welche
zum Antrieb von Schienenfahrzeugen oder Traktoren verwendet wurden, die in Gegenden
mit stark unterschiedlichen barometrischen Drücken zu arbeiten haben, wie beispielsweise
auf Verkehrsverbindungen, die von Meereshöhe bis über hohe Berge führen, haben wegen
dieser Luftdruckschwankungen in den verschiedensten Betriebshöhen versagt; die Brennkraftmaschinen
wurden bei verschiedenen Drehzahlen und Belastungen nicht ausreichend versorgt.
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Ein Zweck der Erfindung besteht darin, eine Steuervorrichtung für
Abgasturbolader zu schaffen, die die Arbeitsweise des Turboladers selbsttätig regelt,
und zwar derart, daß die Leistung der Maschine den jeweiligen Anforderungen angepaßt
wird, gleichgültig in welcher Höhe oder unter welchen atmosphärischen Bedingungen
und mit welcher Dreh= zahl die Maschine zu arbeiten hat.
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Es ist bereits eine Steuervorrichtung für einen Abgasturbolader einer
Brennkraftmaschine bekannt, der eine Umgehungsleitung besitzt, durch die die Abgase
an der Turbine vorbeigeführt werden können und die ein mit unter Druck stehender
Arbeitsflüssigkeit über einen Kolben betätigtes Umgehungsventil enthält, das sich
beim Anwachsen des Drucks in der Arbeitsflüssigkeit schließt bzw. beim Abfallen
des Drucks öffnet, wobei der Druck der Arbeitsflüssigkeit durch ein Steuerventil
in Abhängigkeit vom Druck des Verdichters mittels einer Vorrichtung gesteuert wird,
in der der Verdichterdruck auf Membranen einwirkt, die eine Kammer in drei Abschnitte
unterteilen, von denen zwei über eine Drosseleinrichtung miteinander verbunden sind.
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Diese bekannte Steuervorrichtung erfüllt aber die Bedingungen noch
nicht, die bei den eingangs geschilderten Betriebszuständen berücksichtigt werden
müssen. Bei dieser bekannten Vorrichtung ist nämlich die Membran, bei welcher die
Vorder- mit der Rückseite verbunden ist, nicht einerseits an den Verdichter-Auslaßdruck
und andererseits an den Verdichter-Einlaßdruck angeschlossen. Der Verdichter-Einlaßdruck
wird bei dieser Vorrichtung für die Steuerung überhaupt nicht verwendet, denn am
Verdichtereinlaß ist keine Leitung angeschlossen. Die bekannte Steuervorrichtung
kann daher auch nicht die Eigenschaften aufweisen, die eine solche Steuerung besitzen
muß, um bei stark unterschiedlichen barometrischen Drücken einwandfrei arbeiten
zu können. Nach der Erfindung ist die Steuervorrichtung für den Abgasturbolader
so ausgebildet, daß der erste Kammerabschnitt mit dem Verdichterauslaß, der dritte
Kammerabschnitt mit dem Verdiohtereinlaß, und der zweite Kammerabschnitt mit dem
dritten Kammerabschnitt über eine Drosselöffnung verbunden sind, wobei die Membranen
mit dem Steuerventil derart gekuppelt sind, daß eine zum dritten Kammerabschnitt
hin .gerichtete Bewegung der Meinbrauen das Steuerventil öffnet und den Druck der
Arbeitsflüssigkeit verringert, so daß das Umgehungsventil geöffnet wird.
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Es ist bereits eine Steuervorrichtung für einen Abgasturbolader bekannt,
bei der der Einlaßdruck des Verdichters auf die eine, der Auslaßdruck auf die andere
Seite eines verschiebbaren Druckaufnehmers einwirkt und wobei der Druckaufnehmer
das Ventil im Nebenkanal steuert. Diese bekannte Steuervorrichtung weist aber keineswegs
eine Betriebssicherheit auf, die mit derjenigen einer Vorrichtung nach der Erfindung
vergleichbar wäre. Tritt nämlich bei der bekannten Vorrichtung in dem Balg ein Schaden
auf, der sich in ,der auf den Absolutdruck entsprechenden Kammer befindet, so wird
mittels der angeschlossenen Glieder Druckflüssigkeit auf die obere Seite des Kolbens
geleitet, der das von ihm betätigte
Ventil unter diesen Umständen
schließt. Ein Versuch, die bekannte Vorrichtung ebenso betriebssicher zu gestalten,
würde eine beträchtlich kompliziertere Bauart erfordern, jedenfalls wenn man sie
mit einer Steuervorrichtung nach der Erfindung vergleicht. Nachteilig bei der bekannten
Steuerung ist außerdem, daß bei einem Schaden an einem der obenerwähnten Bälge das
in der Kammer enthaltene Gas nach außen entweichen würde, und dies wäre natürlich
sehr unerwünscht, wenn es sich um ein brennbares oder gesundheitsschädliches Gas
handelt.
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Es ist auch bereits eine Steuervorrichtung bekannt, die mit einem
Nebenkanal versehen ist, durch den Abgase an der Turbine vorbeigeführt werden können
und der mit einem Ventil ausgerüstet ist, das durch eine Regeleinrichtung verstellt
wird und die Menge des an der Turbine vorbeigeführten Gases regelt. Bei dieser bekannten
Vorrichtung wird das Abblaseventil durch eine auf den Einlaßdruck und den Auslaßdruck
des Verdichters ansprechende Regeleinrichtung so eingestellt, daß das Verhältnis
zwischen Einlaß- und Auslaßdruck des Verdichters während des Betriebes der Brennkraftmaschine
im wesentlichen konstant ist. Dies wird durch eine Steuerung erreicht, die eine
konstante Drehzahl des Abgasturboladers einstellt und daher ein konstantes Druckverhältnis
am Verdichter erzeugt. Wichtig ist hierbei aber, daß dies nicht für alle Betriebsbedingungen
der Brennkraftmaschine zutrifft.
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Bei der bekannten Vorrichtung wird der Abgasturbolader so gesteuert,
daß sich in einem bestimmten Betriebsbereich ein konstanter Druck im Einlaßsammelrohr
der Brennkraftmaschine ergibt und daß im Anschluß an diesen Bereich die Drehzahl
des Abgasturboladers im wesentlichen konstant gehalten wird. Ein konstantes Druckverhältnis
wird demnach bei der bekannten Steuervorrichtung nur am äußersten Ende des Betriebsbereiches
hergestellt, in welchem Bereich es nämlich nicht möglich ist, den Abgasturbolader
noch schneller laufen zu lassen. Im ganzen übrigen Bereich von Betriebsbedingungen
wird das Ableseventil derart eingestellt, daß sich ein konstanter Auslaßdruck im
Verdichter ergibt. Mit einer solchen Vorrichtung kann sich aber eine beträchtliche
Begrenzung der Höhe ergeben, bei der die Brennkraftmaschine noch zufriedenstellend
arbeitet. Dies insbesondere, wenn sie etwa als Antrieb eines Flugzeuges gedacht
ist. Wesentlich ist hierbei, daß bei der bekannten Vorrichtung die Regelung von
einer Druckdifferenz abhängig ist und insbesondere auf einen konstanten Druck im
Sammelrohr geregelt wird, während bei der Erfindung die Regelung von einem Druckverhältnis
abhängig ist. Nur auf diese Weise gelingt es, die unterschiedlichen Betriebsverhältnisse
auszugleichen, die sich für die Brennkraftmaschine in verschiedenen Höhen über dem
Meeresspiegel ergeben.
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Aus Obigem geht hervor, daß die Erfindung die Aufgabe zugrundeliegt,
eine Steuervorrichtung zu schaffen, die eine hohe Sicherheit gegenüber etwa im Betriebe
auftretenden Fehlern aufweist. Dabei handelt es sich um eine Steuervorrichtung für
einen Abgasturbolader, der in erster Linie bei Brennkraftmaschinen verwendet werden
soll, welche zum Antrieb von Bodenfahrzeugen dienen, z. B. von Lastkraftwagen oder
Traktoren.
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Dabei wirkt die Steuervorrichtung nach der Erfindung auf das Verhältnis
von Auslaßdruck und Einlaßdruck ein, so daß die Maschine unabhängig von der Höhe,
den atmosphärischen Verhältnissen und der Belastung arbeiten kann. An sich sind
solche Vorrichtungen bekannt, hauptsächlich im Zusammenhang mit Flugzeugen od. dgl.,
und man hat auch bereits daran gedacht, sie bei Bodenfahrzeugen zu benutzen.
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Derart betriebssichere Vorrichtungen sind bekannt. Um eine so weitgehende
Betriebssicherheit zu erreichen, wäre es bei den bekannten Vorrichtungen aber erforderlich,
eine erhebliche Anzahl von Teilen in doppelter Anzahl vorzusehen.
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Demgegenüber bietet eine Vorrichtung nach der Erfindung die Möglichkeit
eines weitgehend betriebssicheren Arbeitens, ohne daß dabei eine große Anzahl von
Einzelteilen doppelt vorgesehen werden müßte. Wesentlich ist auch, -daß Gase, die
an der Eingangsseite der Vorrichtung durch Umdichtigkeit ausströmen, nicht einfach
sich selbst überlassen bleiben, sondern zum Verdichtereinlaß zurückgeführt werden.
Der wesentliche Schritt bei der vorliegenden Erfindung ist infolgedessen darin zu
sehen, daß eine besondere Anordnung der Steuervorrichtung benutzt wird, bei der
im Falle eines Bruchs einer Membran der Lader ausgeschaltet wird und Leckgase von
der Einlaßseite zum Verdichtereinlaß zurückgeführt werden.
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Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung gehen aus der nachstehenden
Beschreibung eines in der Zeichnung veranschaulichten Ausführungsbeispiels der Erfindung
hervor.
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F i g.1 zeigt schematisch einen überlade-Verdichter, der von einer
Einrichtung gemäß der Erfindung steuerbar ist; F i g. 2 zeigt das Nebenschlußventil
der Einrichtung nach F i g.1 im Querschnitt; F i g. 3 zeigt die Steuereinrichtung
für die Vorrichtung nach F i g.1 im Längsschnitt; F i g. 4 zeigt gleichfalls einen
Längsschnitt durch die Steuervorrichtung nach F i g.1, und zwar nach der Linie 4-4
der F i g. 3.
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Bei der Anlage nach F i g.1 ist eine Dieselmaschine 10 mit
einem Abgasturbolader nach der Erfindung ausgestattet; die Maschine hat ein Ansaugrohr
11, ein Auspuffrohr 12 und eine Ölpumpe 13, die vermittels der Welle
14 von der Dieselmaschine antreibbar ist; diese Pumpe dient dazu, die Dieselmaschine
mit Schmieröl zu versorgen und Drucköl zu schaffen, mit dessen Hilfe eine hydraulische
Vorrichtung betrieben werden kann.
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Die Dieselmaschine 10 ist mit einem Abgasturbolader versehen, der
in der Zeichnung mit dem Bezugszeichen 15 versehen ist und aus einer Turbine 16
besteht, die mittels der Auspuffgase der Dieselmaschine 10 antreibbar ist; zu diesem
Zweck ist die Auspuffleitung.12 mit dem Turbineneinlaß verbunden. Die Turbine 16
ist mit einer auf der Zeichnung nicht veranschaulichten Düsenanordnung festen Durchtrittsquerschnittes
versehen. Die Turbine 16 treibt einen Verdichter 17 an, deren Auslaß 18 mit der
Ansaugleitung der Dieselmaschine verbunden ist. In der Einlaßleitung 20 des Verdichters
ist ein Filter 21 vorgesehen. Die Dieselmaschine arbeitet mit dem größten Wirkungsgrad,
wenn die Luft der Ansaugleitung unter einem bestimmten optimalen Druck zugeführt
wird. Der Lader ist mit einer Abgasschleuse 22 versehen; ein Zweck der neuen Anordnung
besteht darin, der Ansaugleitung Luft unter optimalen
Druckverhältnissen
zuzuführen, und zwar unabhängig von der Drehzahl der Dieselmaschine, ihrer Belastung
bzw. der in Abhängigkeit hiervon entstehenden Schwankungen der Abgastemperatur,
die die Temperatur des Turbineneinlasses ist.
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Die Abgasschleuse 22 ist mit einem Nebenkanal 23 versehen, der von
der Auspuffleitung abzweigt, und zwar in der Strömungsrichtung betrachtet, vor der
Turbine; der Nebenkanal mündet in die Turbinenabgasleitung 24 auf der Ausströmseite
der Turbine. Der Nebenkanal 23 weist ein Ventilgehäuse 25 auf, das einen Sitz 26
für ein Tellerventil 27 hat; auf diese Weise kann die Menge der durch den Nebenkanal
23 strömenden Abgase geregelt werden. Sitzt das Ventil 27 auf seinem Sitz
26, so werden alle Abgase der Dieselmaschine .durch die Turbine hindurchgeführt,
so daß diese mit einer Drehzahl arbeitet, welche von der Drehzahl der Dieselmasehine
und ihrer Belastung abhängt. Wird das Ventil 27
vom Sitz 26 abgehoben,
so wird ein regelbarer Teil der Auspuffgase durch den Nebenkanal abgeführt; entsprechend
wird die Drehzahl der Turbine geregelt.
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Zur Steuerung des Ventils 22 dienen eine Einrichtung 28 und
eine Regelvorrichtung 30.
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Die Antriebsvorrichtung ist in F i g. 2 im Schnitt veranschaulicht;
.das Gehäuse 31 dieser Vorrichtung ist mit dem Ventilgehäuse 25 fest verbunden.
Das Gehäuse 31 besteht aus zwei Teilen, nämlich einem Hauptgehäuse 33 und einem
Dichtungsteil 32, der zwischen dem Hauptgehäuse und dem Ventilgehäuse 25 liegt und
eine Kammer umschließt, die ein Kühlmittel, z. B. Wasser, aufzunehmen in der Lage
ist; mit Hilfe dieses Kühlmittels wird die übertragung von Wärme von dem Ventilgehäuse
25 auf das Gehäuse 33 verhindert. Zwischen Isolierteil 32 und dem Ventilgehäuse
25 befindet sich eine Dichtung 34; es können natürlich auch andere Isoliermittel
zur Anwendung kommen, um eine unerwünschte Wärmeübertragung zu vermeiden.
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Die Gehäuseteile 32 und 33 bilden eine Kammer 35, in der ein
Kolben 36 verschiebbar ist, welcher mittels einer Kolbenstange 37 mit dem
Tellerventil 27 verbunden ist. Zwischen dem Kolben 36 und dem Gehäuseteil 32 befinden
sich zwei Federn 38, die derart auf den Kolben einwirken, daß dieser das Ventil
27 von seinem Sitz 26 abhebt. Wird der Kolben 36 hingegen entgegen der Wirkung der
Federn 38 bewegt, so wird das Ventil 27 auf seinen Sitz 26 geführt, was zur Folge
.hat, daß der Gasstrom durch den Nebenkanal 23 gedrosselt wird. Um :den Kolben 36
zu bewegen, wird Drucköl von der Pumpe 13 durch eine Leitung 40 zugeführt; diese
Leitung ist mit einer Drosselöffnung 41 versehen, durch die der Zustrom des Drucköls
zur Kolbenkammer 35 gedrosselt wird. Das Öl wird aus der Kammer 35 durch eine weitere
Leitung 42 geführt, und es können nunmehr die Bewegung und die Stellung des
Kolbens 36 dadurch beeinflußt und geregelt werden, daß die durch die Leitung
42 strömende Flüssigkeit geregelt wird.
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Diese Regelung erfolgt mit Hilfe einer Steuereinrichtung 30, deren
Einzelheiten in den F i g. 3 und 4 veranschaulicht sind. Die Steuervorrichtung 30
weist ein Gehäuse 44 auf, das aus einem unteren Teil 45 und einem Deckel 46 besteht.
Der untere Gehäuseteil 45 bildet eine Ventilkammer 47, in der ein Einsatzstück 48
vorgesehen ist. Dieses Einsatzstück weist einen Ventilsitz 50 sowie ein Leckventil
51 auf, das mit :dem Sitz 50 zusammenwirkt. In das untere Ende des Einsatzstückes
48 ist ein Pfropfen 53 eingeschraubt; zwischen dem oberen Ende dieses Pfropfens
53 und dem Ventil 51 liegt eine Feder 52, die bestrebt ist, das Ventil gegen seinen
Sitz 50 zu drücken.
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Das Ventil 51 weist einen Schaft auf, der einen im Durchmesser größeren
Kopf 54 hat, welcher in einer Bohrung des Einsatzstückes 48 verschiebbar ist. -Die
Leitung 42, welche mit der Kammer 35,der Antriebsvorrichtung 28 verbunden ist, steht
auch mit dem Inneren des Einsatzstückes 48 in Verbindung, und zwar zwischen dem
Kopf 54 und dem mit Odem Ventilsitz zusammenwirkenden Teil des Ventils
51.
Sitzt das Ventil 51 auf seinem Sitz 50, so kann aus der Kammer 35 kein
Steuermittel durch die Leitung 42 eintreten; es wird -sich also in der Kammer 35
ein Druck bilden, der Kolben 36, Ventil 27 so bewegt, daß der Nebenkanal 23 abgeschlossen
wird. Wird das Ventil 51 von seinem Sitz abgehoben, so kann Steuerflüssigkeit
durch die Leitung 42 hindurchtreten, so daß der Druck in der Kammer 35 sinkt und
.die Feder 38 den Kolben 36 verstellen kann; der Kolben wird dann das Ventil 27
vom Sitz 26 abheben, so daß Auspuffgase an der Turbine 16 vorbeigeführt werden.
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Um das Ventil 51 entgegen der Wirkung der Feder 52 verstellen
zu können, ist eine Druckstange 56 verschiebbar in einem zweiten Einsatzstück 57
des Gehäuses 45 gelagert. Diese Druckstange wirkt mit dem Kopfstück 54 des
Ventils 51 zusammen und überträgt die Bewegung eines Paares von Membranen
58 und 60. Die Membran 58 ist in dem Gehäuseteil 45 klemmend
befestigt, während die Membran 60 zwischen dem Gehäuseteil 45 und dem Deckel 46
eingeklemmt ist; diese Membran dient dazu, die von den beiden Gehäuseteilen gebildete
Membrankammer zu unterteilen, und zwar in die Räume 61 und 62. Eine Bewegung der
Membran 60, die das Antriebselement der Steuervorrichtung bildet, auf die Membran
58 erfolgt mittels einer Schraube 80, die von einer an der Membran befestigten Klemmplatte
81 getragen wird.
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Eine Leitung 63 führt von der Auslaßseite des Ventils 51 zu einem
Vorratsbehälter 64, aus dem die Pumpe 13 das Öl ansaugt. Die Membran 60 wird durch
Druckluft bewegt, die der Kammer 62 durch eine Leitung 65 zugeführt wird, welche,
wie F i g.1 zeigt, von der Auslaßleitung 18 des Verdichters abzweigt. Der auf der
Einlaßseite des Verdichters herrschende Druck, der dem Atmosphärendruck -entspricht,
wird einem unterhalb der Membran 58 gelegenen Kammerabschnitt 90 durch eine Leitung
66 zugeführt und wirkt sich durch eine Öffnung 67, die sich in einer Verstärkungsplatte
82 der Membran 58 befindet, auf den Kammerabschnitt 61 aus.
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Um zwischen der Einlaßseite und der Auslaßseite des Verdichters den
gewünschten vorherbestimmten Druckunterschied zu erzeugen, um auf diese Weise die
größte Wirksamkeit der Maschine zu gewährleisten, weist die Membran 60 wirksame
Bereiche eines bestimmten Verhältnisses auf, was durch die Verwendung eines unter
Unterdruck stehenden Balgs 68 erreicht wird, der in dem Raum 62 liegt und mittels
einer Schraube od. dgl. 70 regelbar ist, welche in der oberen Wandung des Gehäuseteils
46 vorgesehen ist. Der Balg 68 ist starr mit der oberen Seite der Membran 60 verbunden.
Wird der auf der
Auslaßseite des Verdichters herrschende Druck der
Kammer 62 zugeführt, so wird er eine Kraft auf die wirksame Fläche der Oberseite
der Membran 60 ausüben und diese Membran nach unten, durchdrucken; auf diese Weise
wird das Venti151 auf den Ventilsitz 50 gedrückt; dieser Bewegung wirkt der Druck
entgegen, der auf der Einlaßseite des Verdichters herrscht und sich auf der ganzen
Fläche der Membran in der Kammer 61 auswirkt.
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Ist das vorbestimmte Druckverhältnis zwischen der Einlaß- und der
Auslaßseite des Verdichters erreicht, so wird die Membran in einte solche Lage gebracht,
daß sie das Ventil im Abstand von seinem Sitz 50 hält, und zwar in einem solchen
Abstand, der ausreicht, daß das Arbeitsmittel durch die Leitung 42 in einem solchen
Maße fließt, daß der Druck in der Kammer 35 der Antriebsvorrichtung 28 erreicht
wird, der das Ventil 27 in einer solchen Lage festhält, daß ein hinreichend
großer Anteil der Abgase abgeleitet werden kann, so daß die Turbine den Verdichter
mit einer solchen Drehzahl antreibt, daß der gewählte Druckunterschied aufrechterhalten
bleibt. Sollte dieser Druckunterschied infolge einer .Änderung der Drehzahl oder
der Belastung der Maschine infolge einer Änderung des Atmosphärendruckes oder aus
irgendwelchen anderen Grüeden die Tendenz haben, sich zu ändern, so wird
sich
auch der Druck in den Räumen 61 und 62 ändern; dies hat dann zur Folge,
daß sich die Membran 60 verstellt und ihre Bewegung auf das Ventil 51 überträgt;
das Ventil wird dann seinerseits den im Raum 35 herrschenden Druck ändern und bewirken,
daß sich das Ventil 27 in eine neue Lage einstellt. Diese Veränderung der Einstellung
des Ventils 27 wird in einer solchen Richtung erfolgen, daß die Menge der Abgase,
welche umgeleitet werden, so verändert wird, daß sich die Drehzahl des Verdichters
ändert, um den Änderungen des Druckunterschiedes entgegenzuwirken.
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Es leuchtet ein, daß beim Absinken des Druckes auf der Auslaßseite
des Verdichters auch der Druck in der Kammer 62 sinkt und die Membran sich nach
oben bewegt. Diese Bewegung läßt es zu, daß sich das Ventil 51 in Richtung auf den
Sitz 50 zu verstellt und die durch die Leitung 42 strömende Menge des Arbeitsmittels
verringert. Infolgedessen. wird. ider Druck in der Kammer 35 ansteigen, was zur
Folge hat, daß der Kolben 36 das Ventil 27 in Richtung auf seinen Sitz zu verstellt
und das Volumen der Abgase verringert, das an der Turbine vorbeigeführt wird. Infolgedessen
wird die Drehzahl der Turbine zunehmen, was zur Folge hat, daß auch die Drehzahl
des Verdichters entsprechend ansteigt; .dies hat wiederum einen Druckanstieg auf
der Auslaßseite der Verdichters zur Folge. Sollte der Druck auf @der-Auslaßseite
des Verdichters über das vorbestimmte Optimum ansteigen, so findet der umgekehrte
Vorgang statt.
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Sollte der atmosphärische Druck absinken, beispielsweise, wenn das
mit der Dieselmaschine betriebene Fahrzeug in größeren Höhen sich bewegt, so wird
der Druck auf der Auslaßseite des Verdichters entsprechend absinken, und zwar wegen
der geringeren Luftdichte. Infolgedessen wird der Druck in dem Raum 62 sinken und
die Membran 60 wird sich nach oben bewegen und das Ventil 51 in Richtung
auf seinen Sitz 50 verstellen; dies hat eine Zunahme der Verdichterdrehzahl zur
Folge, wodurch das Abfallen des atmosphärischen Druckes und die Luftverdünnung kompensiert
werden.
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Die Membran in der Regelvorrichtung 30 dient als eine Sicherheitsvorrichtung.
Die Membran ist im Gehäuse 45 im unteren Teil der Kammer 61 eingeklemmt, und zwar
zwischen der Einmündungsstelle der Leitung 66 in diesen Raum und die Membran 60.
Eine der Verstärkungsplatten der Membran 58 ist mit .der Drosselöffnung 67 versehen,
so d!aß der durch die Leitung 66 zugeführte auf der Einlaßseite des Verdichters
herrschende Druck auf die Unterseite der Membran 60 zur Einwirkung gelangt. Für
gewöhnlich bewegt sich die Membran 58 lediglich gleichsinnig mit der Membran 60;
die Bewegung dieser Membran 60 wird durch die mittleren Verstärkungsplatten 82 der
Membran 58 auf die Druckstange 56 übertragen. Sollte die Membran 60 reißen oder
sollte aus irgendwelchem anderen Grunde Flüssigkeit aus dem Raum 62 in den Raum
61 übertreten, und zwar in einem Maße, das ausreicht, um einen Druckabfall über
die Drosselöffnung 67 zu erzeugen, so wird die Membran 58 nach unten gedrückt; dies
hat zur Folge, daß die Druckstange 56 das Ventil 51 in eine Offenstellung
überführt und Flüssigkeit aus der Kolbenkammer 35 austritt, so daß die Feder 38
das Ventil 27 in eine vollständig geöffnete Stellung überführen kann. Zur Verstellung
der Feder 52 ist eine Kraft erforderlich, die sehr viel kleiner ist, als jeder etwa
in der Kammer 62 herrschende Druck, Auspuffgase -der Brennkraftmaschine werden dann
an der Turbine vorbeigeführt werden; der Verdichter wird ausgeschaltet oder arbeitet
bei verhältnismäßig niedriger Drehzahl so lange, bis die Membran 60 erneuert ist.
Die Membran 58 dient also dazu, die Regelvorrichtung unter allen Umständen betriebssicher
zu halten.
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Die in den F i g. 3 und 4 veranschaulichte Regeleinrichtung 30 wird
zweckmäßig nachgiebig gelagert, etwa in der Weise, daß sie im wesentlichen in einem
Block aus stoßdämpfendem, .kautschukähnlichem Material eingeschlossen wird, der
von einem metallenen oder sonstigen Gehäuse umschlossen ist.