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Mehrteilige Vulkanisierform Die Erfindung betrifft eine mehrteilige
Vulkanisierform für mit einem Heizschlauch oder Heizbalg zu vulkanisierende Gegenstände
aus Gummi, insbesondere Fahrzeugluftreifen, deren Formwände Mündungen von Zuführungsleitungen
für ein zum Ablösen dienendes Druckmittel aufweisen.
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Es sind Vulkanisierformen der erwähnten Art bekannt, deren Formwände
Mündungen von Zuführungsleitungen für ein zum Ablösen dienendes Druckmittel aufweisen,
und bei denen das zugeführte Druckmittel dazu dient, den fertig vulkanisierten Luftreifen
von der Forminnenwand abzulösen. Bei einer anderen Vulkanisierform für Fahrzeugluftreifen
soll das Druckmittel den nach Beendigung der Vulkanisation bereits aus der Form
entfernten Reifen von dem inneren metallenen, also starren Formkern ablösen. Zu
diesem Zweck weist der innere Formkern Zuführungsleitungen für ein Druckmittel auf,
deren Mündungen gegenüber der Innenwandung des Reifens an der Außenfläche des starren
Formkerns liegen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für das Herauslösen des
aus einem schmiegsamen Gummi bestehenden Heizschlauchs oder Heizbalgs nach Beendigung
des Vulkanisiervorganges aus dem fertigen Reifen oder gleichartigen Erzeugnissen
das Druckmittel zweckentsprechend einzuleiten.
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Unter der Einwirkung der Vulkanisationstemperatur und des hohen Formungsdrucks
schmiegt sich der elastische Heizschlauch bzw. -balg mit seiner Außenfläche so eng
an den anfänglich noch klebrigen Reifenrohling an, daß er sehr fest an dessen Innenfläche
anhaftet. Die Kräfte, die dieses Anhaften bewirken, sind meist so groß, daß beim
Herauslösen des Heizschlauchs entweder dieser selbst oder der fertige Reifen leicht
beschädigt werden kann. Es wird also Ausschuß erzeugt, und es werden immer wieder
neue Heizschläuche benötigt. Überdies wird der Ablauf des Fertigungsvorganges gestört,
so daß sich eine automatisch abspielende Massenfertigung nicht durchführen läßt.
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Das vorstehend erläuterte Problem wird für die obengenannte Vulkanisierform
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Mündungen der Zuführungsleitungen für das
zum Ablösen dienende Druckmittel an den von dem Heizschlauch oder Heizbalg überdeckten
Formteilwandungen angeordnet sind.
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Durch Einführen des Druckmittels (Druckluft bzw. ein Gas) zwischen
die einander berührenden Flächen des elastischen, schmiegsamen Heizschlauches bzw.
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Heizbalges und des noch in der Vulkanisierform befindlichen fertigen
Reifens über die in den genannten
Formteilwandungen angeordneten Zuführungsleitungen
erfolgt das Ablösen der aneinanderhaftenden Teile.
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Weitere Einzelheiten und Vorteile der erfindungsgemäßen Ausbildung
der Vulkanisierform gehen aus der nachstehenden Beschreibung eines in der Zeichnung
veranschaulichten Ausführungsbeispiels hervor.
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F i g. 1 zeigt die zur Herstellung eines Luftreifens dienende Vulkanisierform
in Seitenansicht, teilweise aufgebrochen und im Schnitt; F i g. 2 zeigt den unteren
Teil der Form nach Fig. 1 im Grundriß; der Deutlichkeit halber sind verschiedene
Teile der Form nicht mit dargestellt; Fig.3 zeigt in größerem Maßstab und in senkrechtem
Schnitt einen Teil der Form nach Fig. 1 und läßt erkennen, wie am Ende des Vulkanisiervorganges
der Heizbalg von dem fertig vulkanisierten Reifen getrennt wird.
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Eine Vulkanisierpresse 10 weist eine obere Formhälfte 12 und eine
untere Formhälfte 14 auf, die zusammen den Formungshohlraum 16 für einen Reifen
18 bilden (Fig. 1). Zur Formung des Reifens 18 wirkt mit der oberen und der unteren
Formhälfte 12 bzw. 14 ein Heizbalg 20 zusammen. Die Formhälften sind (in der Zeichnung
nicht dargestellt) doppelwandig ausgebildet, um das Vulkanisiertuittel hindurchleiten
zu können. Entsprechend sind geeignete Zuführungs- und Abführungsleitungen (gleichfalls
nicht dargestellt) vorgesehen, um das Vulkanisiermittel durch den Heizbalg 20 hindurchzuführen.
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Der Heizbalg 20 endet oben in einem Wulstrand 22, der durch starre
Klemmglieder 26,28 gehalten wird, und unten in einem Wulstrand 30, der zwischen
dem
Klemmring 32 und dem Formteil 34 eingeklemmt wird. Das Formteil 34 dient - wie die
Zeichnung zeigt - gleichzeitig als Formnng für den unteren Reifenwulst; es kann
aber natürlich ebenso wie das Klemmglied 28 als unabhängiger Ring ausgebildet sein,
der an dem Formungsvorgang nicht beteiligt ist. Wie die Zeichnung erkennen läßt,
weist das ringförmige Formteil 34 mehrere als Kanäle ausgebildete Zuführungsleitungen
36 auf, deren Mündungen neben dem Zehenabschnitt der Reifenwulst 37 und gegenüber
der Außenfläche 39 des Heizbalges 20 liegen. Innen münden die Zuführungsleitungen
36 in eine Ringkammer 38, die von Teilen der Vulkanisierform begrenzt wird. In das
Innere der Kammer 38 ragt eine Zuführungsvorrichtung40, die über Anschlüsse 41 mit
einer Leitung 42 verbunden ist, durch die unter Druck stehende Luft oder ein Gas
zugeführt werden kann.
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Die Vorrichtung 40 besteht aus Rohren 44, die durch Öffnungen 46
in einen Führungsring 48 für die untere Formhälfte 14 hindurchragen und durch Muttern
50 und an den Rohren 44 vorgesehene Gegenlager 52 befestigt sind. Zwischen dem Führungsring
48 und der Vorrichtung 40 sind Dichtungsscheiben 54 vorgesehen, um eine sichere
Abdichtung der Kammer 38 zu gewährleisten.
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Arbeitsweise Nach Beendigung des Vulkanisiervorganges und nach dem
Ablassen des Vulkanisiermittels wird ein flüssiges oder gasförmiges, unter Druck
stehendes Arbeitsmittel durch die Leitungen 42 und die Rohre 44 in die Kammer 38
und dann durch die Zuführungsleitungen 36 zwischen die Außenfläche 39 des Heizbalges
20 und die Innenfläche 41 a des Reifens geführt (vgl. F i g. 3). Das Arbeitsmittel
hebt das vakuumdichte Anhaften der beiden Flächen auf und löst den Heizbalg 20 von
der Innenwandung des Reifens ab. Auf diese Weise ist es möglich, ohne Gefährdung
des Reifens leicht den Heizbalg vom Reifen zu trennen. Zahlreiche Versuche haben
gezeigt, daß Druckluft sehr geeignet ist, um die Reifen von ihren Vulkanisierhilfsmitteln
zu trennen.
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Die Zuführungsleitungen 36 können anstatt in dem als Wulstformring
dienenden Formteil 34 auch ebensogut in irgendwelchen anderen Formteilen angeord-
net
sein, wenn sie nur an der Außenfläche des Vulkanisierhilfsmittels nahe dem Innenraum
des Reifens münden.
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An Stelle des beim dargestellten Ausführungsbeispiel verwendeten
Heizbalges kann auch bei anderen Vulkanisierhilfsmitteln die erfindungsgemäße Ausbildung
zur Verwendung kommen; die erfindungsgemäße Ausbildung kann ferner natürlich auch
beim Formen und Vulkanisieren beliebiger anderer Gegenstände als gerade Reifen angewendet
werden, sofern ein Heizschlauch oder Heizbalg benutzt wird, um einen Formungsdruck
auf den Gegenstand auszuüben.
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Bei Anwendung der erfindungsgemäßen Ausbildung ist es möglich, Heizschläuche
bzw. Heizbälge aus dem geformten und vulkanisierten Gegenstand zu entfernen, ohne
diese Gegenstände zu beschädigen, wobei gleichzeitig eine erhebliche Ersparnis an
Zeit und Arbeit erzielt wird.