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DE1201165B - Verfahren zur Herstellung von Getraenken und Getraenke-Essenzen durch Extraktion vonDrogen und pflanzlichem Frischmaterial - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Getraenken und Getraenke-Essenzen durch Extraktion vonDrogen und pflanzlichem Frischmaterial

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DE1201165B
DE1201165B DER23805A DER0023805A DE1201165B DE 1201165 B DE1201165 B DE 1201165B DE R23805 A DER23805 A DE R23805A DE R0023805 A DER0023805 A DE R0023805A DE 1201165 B DE1201165 B DE 1201165B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
beverage
essences
beverages
ultrasound
oxygen
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DER23805A
Other languages
English (en)
Inventor
Dipl-Chem Dr Peter Flesch
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
BIENZ GmbH
Rhenus Rheinische Getraenke Industrie Bienz und Bienz GmbH
Original Assignee
BIENZ GmbH
Rhenus Rheinische Getraenke Industrie Bienz und Bienz GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by BIENZ GmbH, Rhenus Rheinische Getraenke Industrie Bienz und Bienz GmbH filed Critical BIENZ GmbH
Priority to DER23805A priority Critical patent/DE1201165B/de
Publication of DE1201165B publication Critical patent/DE1201165B/de
Pending legal-status Critical Current

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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K36/00Medicinal preparations of undetermined constitution containing material from algae, lichens, fungi or plants, or derivatives thereof, e.g. traditional herbal medicines
    • A61K36/18Magnoliophyta (angiosperms)
    • A61K36/185Magnoliopsida (dicotyledons)
    • A61K36/73Rosaceae (Rose family), e.g. strawberry, chokeberry, blackberry, pear or firethorn
    • A61K36/736Prunus, e.g. plum, cherry, peach, apricot or almond
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23LFOODS, FOODSTUFFS OR NON-ALCOHOLIC BEVERAGES, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; PREPARATION OR TREATMENT THEREOF
    • A23L27/00Spices; Flavouring agents or condiments; Artificial sweetening agents; Table salts; Dietetic salt substitutes; Preparation or treatment thereof
    • A23L27/10Natural spices, flavouring agents or condiments; Extracts thereof
    • A23L27/11Natural spices, flavouring agents or condiments; Extracts thereof obtained by solvent extraction
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
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    • A23L5/00Preparation or treatment of foods or foodstuffs, in general; Food or foodstuffs obtained thereby; Materials therefor
    • A23L5/30Physical treatment, e.g. electrical or magnetic means, wave energy or irradiation
    • A23L5/32Physical treatment, e.g. electrical or magnetic means, wave energy or irradiation using phonon wave energy, e.g. sound or ultrasonic waves

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Getränken und Getränke-Essenzen durch Extraktion von Drogen und pflanzlichem Frischmaterial Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Extraktion von Drogen und pflanzlichem Frischmaterial bei der Herstellung von Getränken und Getränke-Essenzen unter Anwendung von Ultraschall.
  • In neuerer Zeit werden bekanntlich zur besseren Extraktion von Drogen sowie pflanzlichem Frischmaterial die bei Anwendung von Ultraschall in Flüssigkeiten auftretenden hohen Drücke ausgenutzt, um schwerlösliche Stoffe zu dispergieren und die Permeabilität der aufzuschließenden pflanzlichen Zellen zu vergrößern. So gelingt es beispielsweise, die zur Getränke- und Getränke-Essenzenherstellung wichtigen Aromastoffe aus den Materialien vollständiger in kürzerer Zeit herauszulösen. Die Anwendung des Ultraschalls für derartige Zwecke ist jedoch in einigen Kreisen auf Ablehnung gestoßen, weil dort die Befürchtung gehegt wird, die Ultraschallbehandlung gebe Gelegenheit zu störenden Nebenreaktionen, die sich bei der Herstellung von Getränken und Getränke-Essenzen mit Bezug auf den gleichmäßig guten und feinen Geschmack nachteilig auswirken könnten.
  • Die Erfindung hat sich deshalb zur Aufgabe gestellt, ein Verfahren aufzuzeigen, nach welchem es möglich ist, die chemischen Wirkungen der Ultraschallwellen derart zu steuern, daß selbst zu der Befürchtung einer nachteiligen Beeinflussung der Aromastoffe keine Veranlassung mehr besteht, vielmehr sogar eine Verbesserung der Getränke oder der Getränke-Essenzen sowohl in geschmacklicher als auch in geruchlicher Beziehung erzielt wird. Die Lösung der gestellten Aufgabe durch die Erfindung liegt bei dem Verfahren der eingangs erwähnten Art darin, daß erfindungsgemäß die Ansätze während der Beschallung bei normaler oder erhöhter Temperatur unter einer Kohlendioxydatmosphäre gehalten werden oder Kohlendioxyd in sie eingeleitet wird.
  • Die erfindungsgemäße Behandlung mit Kohlendioxyd verhindert mit Sicherheit jegliches Entstehen von salpetriger Säure, Wasserstoffsuperoxyd sowie von Merkaptanen, deren Bildung in Auszügen, die Schwefeläther oder Disulfide in ihrer organischen Substanz führen, durch die Erfindung erstmals erkannt worden ist. Es liegt auf der Hand, daß, auch wenn diese Stoffe nur in solchen Mengen auftreten, die im allgemeinen nicht als störend empfunden werden, durch ihre völlige Ausschaltung eine Geschmacks- bzw. Geruchsverbesserung erzielt wird.
  • Obschon die Bildung von Wasserstoffsuperoxyd in der Regel erwünscht ist, da es oxydative Reaktionsabläufe fördert, wie beispielsweise die Oxydation von höheren Alkoholen zu Säure, von Aldehyden zu Säuren und von Merkaptanen zu Disulfiden, welche Vorgänge in Auszügen von Drogen und Früchten sowie in Essenzen bei der natürlichen Alterung allmählich ablaufen, so wirkt sich Wasserstoffsuperoxyd jedoch mitunter auch nachteilig aus, wie beispielsweise bei Hopfenextrakten, wo es die Bitterstoffe, Humulon und Lupulon, zu nicht oder weniger bitteren Polymerisationsprodukten umwandeln kann.
  • Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe kann aber auch in der Weise gelöst werden, daß erfindungsgemäß die Ansätze während der Beschallung bei normaler oder erhöhter Temperatur unter einer Stickstoffatmosphäre gehalten werden oder Stickstoff in sie eingeleitet wird. Die Behandlung mit Stickstoff führt ebenfalls zur Verminderung der Bildung von salpetriger Säure, Merkaptanen sowie Wasserstoffsuperoxyd, so daß auch auf diese Weise eine Geschmacks- bzw. Geruchsverbesserung erzielt wird.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich jedoch auch durchführen, indem die Ansätze während der Beschallung bei normaler oder erhöhter Temperatur unter einer Sauerstoffatmosphäre gehalten werden oder Sauerstoff in sie eingeleitet wird. Denn hierdurch wird die Bildung von salpetriger Säure und von Merkaptanen gleichfalls erheblich vermindert.
  • Schließlich kann das erfindungsgemäße Verfahren auch mit einem Gemisch von Stickstoff und Sauerstoff durchgeführt werden. Während Kohlensäure bzw. Stickstoff in reinen wäßrigen und in alkoholischwäßrigen Lösungen die Bildung von Wasserstoffsuperoxyd verhindert bzw. weitgehend unterdrückt, führt die Verwendung eines Stickstoff-Sauerstoff- Gemisches, insbesondere aber auch die Verwendung von reinem Sauerstoff zu einer Erhöhung der Wasserstoffsuperoxydkonzentration.
  • Endlich ist das erfindungsgemäße Verfahren auch in der Weise durchzuführen, daß den wäßrigen Ansätzen etwa 1 Volumprozent Äthyl alkohol zugegeben wird. Bei diesem erfindungsgemäßen Verfahren wird das Entstehen sowohl von salpetriger Säure als auch von Merkaptanen ebenfalls verhindert. Ein weiterer Vorteil dieses Vorgehens besteht darin, daß die Bildung von salpetriger Säure selbst dann verhindert wird, wenn ein Stickstoff-Sauerstoff-Gemisch Verwendung findet, welches im allgemeinen in reinen wäßrigen Medien die Bildung von salpetriger Säure begünstigt.
  • Die Verwendung der genannten Gase, Kohlendioxyd, Stickstoff, Sauerstoff oder eines Gemisches von Stickstoff und Sauerstoff ist bei der Ultraschallextraktion also in jedem Fall geeignet, eine Geschmacks- bzw. Geruchsverbesserung herbeizuführen, da die Extraktion von Geschmacks- und Aromastoffen aus Drogen sowie pflanzlichem Frischmaterial mit Sicherheit ohne schädigende Nebenwirkungen durchgeführt wird. Unter Zuhilfenahme von Sauerstoff oder einem Stickstoff-Sauerstoff-Gemisch läßt sich darüber hinaus eine beschleunigte Alterung von alkoholischen Auszügen oder Essenzen, insbesondere solchen aus Früchten, erreichen.
  • Aus wissenschaftlichen Untersuchungen ist es zwar seit langem bekannt gewesen, daß in reinem, destilliertem Wasser bereits nach kurzer Ultraschalleinwirkung Wasserstoffsuperoxyd auftritt und daß sich in Wasser, das gelösten Stickstoff enthält, bei Ultrabeschallung salpetrige Säure bildet. Ferner war wissenschaftlich bereits bekannt, daß die durch Beschallung im Wasser hervorgerufene Bildung von salpetriger Säure die Ursache für die verzögerte Abscheidung von kolloidalem Schwefel aus Thiosulfat enthaltenden sauren Lösungen ist, welche beobachtet wurde, wenn das beschallte System mit Luft oder Stickstoff gesättigt war und die ausblieb, wenn man mit Kohlensäure, Sauerstoff oder Helium sättigte. Diese rein wissenschaftlich durchgeführten Versuche haben aber die im Vorstehenden geschilderten, technischen Lehren nicht nahezulegen vermocht. Für die Herstellung von Getränken und Getränke-Essenzen aus unter Anwendung von Ultraschall gewonnenen Extrakten von Drogen und pflanzlichem Frischmaterial hat die Fachwelt es nicht verstanden, aus den vorliegenden wissenschaftlichen Versuchen hinsichtlich einer Geschmacks- oder Geruchsverbesserung irgendwelche technischen Lehren zu entwickeln oder industrielle Nutzanwendungen zu ziehen. Dies dürfte darauf zurückzuführen sein, daß die vorveröffentlichten Theoretiker in einem anderen System und unter anderen Bedingungen gearbeitet haben, als es nunmehr erfindungsgemäß vorgeschlagen worden ist, und daß nicht ohne weiteres zu erwarten war, daß in einem anderen System die gleichen Wirkungen erzielt würden, zumal die meisten der chemischen Ultraschallreaktionen nicht nach den Vorstellungen der allgemeinen Chemie verlaufen. Es kommt hinzu, daß die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse sogar zunächst in einem gewissen Widerspruch zu der nunmehr gegebenen erfindungsgemäßen Lehre standen, wenn festgestellt worden war, daß eine Bildung von salpetriger Säure in Wasser bei Ultraschalleinwirkung verhindert wird, sofern mit Sauerstoff gesättigt wird, oder daß bei Stickstoffsättigung salpetrige Säure in nahezu gleicher Menge gebildet wird wie bei Luftsättigung. Danach war ein Erfolg im Sinne der nunmehr gegebenen Lehre zunächst gar nicht zu erwarten. Wenn gleichwohl die geschilderten Vorteile erzielt werden konnten, so ist dies damit zu erklären, daß erfindungsgemäß nicht nur mit Stickstoff gesättigt, sondern vielmehr eine Stickstoffatmosphäre angelegt oder Stickstoff während des ganzen Beschallungsvorgangs eingeleitet wird, man also unter anderen Bedingungen arbeitet. Es wurde jedenfalls bisher auf dem Getränkesektor entweder den chemischen Wirkungen der Ultraschallwellen überhaupt keine Beachtung geschenkt oder es wurde versucht, den behaupteten, aber nicht näher untersuchten, störenden Nebenwirkungen auszuweichen, indem die Ultraschallanwendung als praktisch nicht brauchbar verlassen und zu anderen Verfahren ohne Ultraschallanwendung übergegangen wurde. Dies dürfte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, daß für Geschmacks- und Aromastoffe die aus organischen Schwefelverbindungen sich bildenden Merkaptane von erheblicher Bedeutung sind, deren Entstehen im Ultraschallfeld erst im Zuge der vorliegenden Erfindung entdeckt worden ist. Dafür, wie die Bildung von Merkaptanen verhindert oder deren Konzentration wenigstens kleingehalten werden könnte, findet sich im Stand der Technik nicht der geringste Anhaltspunkt. Die Erfindung führt nun die technische Entwicklung auf ihren Ausgangspunkt zurück und zeigt einen Weg auf, wie sich die Vorteile der Ultraschallwellen für die Herstellung von Getränken und Getränke-Essenzen, ohne daß nachteilige Einflüsse auf die Aromastoffe befürchtet zu werden brauchen, weiterhin nutzbar machen lassen, wobei gleichzeitig eine Geruchs- und Geschmacksverbesserung erzielbar ist.
  • Die Erfindung wird im nachstehenden an Hand von je einem Beispiel für die Herstellung von Hopfenextrakten sowie für die Gewinnung von Getränke-Essenzen näher erläutert.
  • Beispiel 1 Je 10 g Saazer Hopfen mit einem Bitterstoffgehalt von 15 <>Io werden in 11 destilliertem Wasser zum Sieden gebracht und mit gleichbleibender Flamme 10 Minuten lang gekocht. Ein Ansatz 1 wird dann nach Abkühlen auf 580 C 1 Stunde lang mit 48 Schallwatt (Frequenz 1000 kHz) beschallt, wobei die Temperatur auf 650 C ansteigt. Die Luft hat zur Flüssigkeitsoberfläche ungehindert Zutritt. Der pH-Wert beträgt zu Versuchsende 4,7.
  • Ein Ansatz 2 wird bei sonst gleichen Bedingungen in einer Kohlendioxydatmosphäre beschallt, indem man einen kräftigen Kohlendioxydstrom in ein zylinderförmiges Beschallungsgefäß unmittelbar über die Flüssigkeitsoberfläche einleitet. Der pH-Wert beträgt nach Beendigung der Behandlung 4,7.
  • Ein Ansatz 3 bleibt unbeschallt. Der Auszug zeigt den pH-Wert 4,8.
  • Alle Ansätze läßt man über Nacht stehen und filtriert sie am folgenden Tag. Es werden je 800 ml schwach gelbgrüngefärbter Lösungen erhalten. Der Humulon- und Lupulongehalt der Extrakte wird mit Hilfe der Jodzahl bestimmt. Es kommt eine Jodlösung zur Verwendung, die pro Milliliter 0,04365 g Jod enthält. Je 50 ml der filtrierten Auszüge versetzt man mit 10 ml der Jodlösung und 10ml einer 100/oigen Kaliumjodidlösung. Das unverbrauchte Jod wird mit n/10-Thiosulfatlösung zurücktitriert. Der Verbrauch der Natriumthiosulfatlösung beträgt bei Ansatz 1 ............. 14,66 ml Ansatz 2 13,86mol Ansatz 3 ............. 14,74 ml Die Jodzahlen errechnen sich daraus nach folgender Gleichung: (a - b). 100 16 c a = vorgelegte Jodmenge, b = zurücktitrierte Jodmenge, c = Einwaage an Bitterstoff, 16 = Umrechnungsfaktor (50 ml = ths von 800 ml Lösung).
  • Jodzahl des Ansatzes 1 (Beschallung vorgenommen unter Luftzutritt) (0,43654 - 0,3721). 1600 = 68,76.
  • 1,5 Jodzahl des Ansatzes 2 (Beschallung vorgenommen unter einer CO2-Atmosphäre) (0,43654 - 0,3518). 1600 92,00.
  • 1,5 Jodzahl des Ansatzes 3 (unbeschallt) (0,43654 - 0,37423). 1600 66,46.
  • 1,5 Der Humulon- und Lupulongehalt eines wäßrigen Hopfenauszuges ist bei Beschallung unter einer Kohlendioxydatmosphäre bedeutend höher als bei Beschallung unter Luft, was durch die Größe der Jodzahl deutlich zum Ausdruck kommt. Degustativ unterscheidet sich der unter Kohlendioxyd beschallte Auszug von den übrigen durch einen stärkeren Bitterstoffgehalt.
  • Beispiel 2 Getrocknete Aprikosen werden mit Alkohol und Wasser in einem solchen Verhältnis angesetzt, daß ein 500/oiger Auszug erhalten wird. Nach 4wöchiger Mazeration wird die Lösung abgelassen und der Rückstand durch Destillation vom Alkohol befreit.
  • 800 ml eines solchermaßen gewonnenen Aprikosenauszuges werden ohne weitere Behandlung 30Minuten lang mit 45 Schallwatt (Frequenz 1000 kHz) unter Luftzutritt beschallt. Die Temperatur der Lösung steigt während dieser Zeit auf 360 C an.
  • Weitere 800 ml Aprikosenauszug sättigt man vor Beginn der Beschallung mit Sauerstoff, indem man das gereinigte Gas mittels einer Fritte in die Flüssigkeit einleitet. Dann wird der Ansatz unter weiterem Einleiten eines schwachen Sauerstoffstromes wie oben angegeben beschallt.
  • Mit den so behandelten Aprikosenauszügen wird nach einer festliegenden Rezepturvorschrift Apricot-Brandy hergestellt und die Prüfung auf Aroma und Geschmack der Fertigfabrikate degustativ vorgenommen. Einheitlich bezeichnen die Prüfer die Probe, die unter Verwendung des unter Sauerstoff beschallten Aprikosenauszuges hergestellt worden ist, als gealtert, fruchtiger und aromatischer. Es ist möglich, einen Teil der zu verwendenden Essenzenkomponente in ihrer Menge auf die Hälfte herabzusetzen, ehe sich eine geschmackliche Angleichung der Probe an die weniger aromatische Kontrollprobe einstellt.
  • Neben den eingangs erwähnten Maßnahmen und Erkenntnissen gehört es weiterhin zum Stande der Technik, den Alterungsprozeß von Fruchtsäften mittels Ultraschall zu beschleunigen, welcher die großen Molekülgruppen der Geschmacksstoffe und des Zuckers in der frischen wäßrigen Lösung des Fruchtsaftes bzw. der Limonade depolymerisiert.
  • Diese Behandlung von Fruchtsäften, Limonaden und ähnlichen Getränken kann gemäß einem besonderen bekanntgewordenen Vorschlag auch mittels Schallenergie innerhalb des Bereiches des hörbaren Schalles erfolgen. Im Gegensatz dazu ist die Erfindung nicht auf die besondere Beschallung an sich ausgerichtet, sondern vermittelt ein Verfahren, welches bei Verwendung von Ultraschall zur Extraktion von Drogen und pflanzlichem Frischmaterial die nachteiligen chemischen Wirkungen des Ultraschalls vermeidet und eine schonende Behandlung vorhandener Aromastoffe gewährleistet.
  • Es ist schließlich auch bekannt, bei der Behandlung von Hopfen zur Herstellung von Hopfenextrakten die schädliche Einwirkung des Luftsauerstoffes dadurch auszuschließen, daß gemäß einem Verfahren zur Herstellung sirupartiger Extrakte der gesamte Behandlungsvorgang (Mahlen des Hopfens, Extraktion mit geeigneten organischen Lösungsmitteln, Abdampfen der Lösungsmittel, Verschneiden der Extrakte, Verpackung der Extrakte) in einer Kohlensäureatmosphäre durchgeführt wird oder daß gemäß einem anderen Verfahren, mit dem pulverförmigen Extrakte erzeugt werden, der in gefrorenem Zustand gemahlene Hopfen mit einem sauerstofffreien Lösungsmittel in einem Extraktionsgefäß behandelt wird, welches mit einem inerten Gas, beispielsweise Kohlendioxyd oder Stickstoff, beschickt wird, wobei auch die Abdampfung des Lösungsmittels und die Abfüllung aus dem Extraktionsgefäß sauerstofffrei erfolgt. Von diesen Vorschlägen unterscheidet sich die Erfindung durch die andere Aufgabenstellung, nämlich die schädlichen Auswirkungen der Ultraschallbehandlung - nicht des Luftsauerstoffes - auf die Hopfenbitterstoffe zu vermeiden. Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe, nämlich die Ultraschallbehandlung des Hopfens unter einer Kohlenstoffatmosphäre vorzunehmen, ist durch die erwähnten Maßnahmen schon deshalb nicht nahegelegt worden, da die schädliche Wirkung des Ultraschalls auf die Hopfenbitterstoffe bisher nicht bekannt war, die durch das erfindungsgemäße Verfahren gelöste Aufgabe selbst also neu ist.
  • Daß durch die Behandlung des Hopfens unter Kohlendioxydatmosphäre tatsächlich die ungünstigen Einwirkungen des Ultraschalls auf die Hopfenbitterstoffe und nicht die Einwirkungen des Luftsauerstoffes vermieden werden, geht aus den Ergebnissen eines Versuchs hervor, der in Ergänzung des Beispiels 1. durchgeführt worden ist. Es handelt sich um eine Extraktion von Hopfen ohne Ultrabeschallung unter eine Kohlendioxydatmosphäre. Als Kontrollversuch wurde eine Extraktion des gleichen Hopfens ohne Ultrabeschallung bei normaler Atmosphäre vorgenommen.
  • Es wurde wie folgt vorgegangen: Je 10 g Saazer Hopfen (1961) mit einem Bitterstoffgehalt von 15°/o wurden in 1 1 destilliertem Wasser zum Sieden gebracht und mit gleichbleibender Flamme genau 10 Minuten lang gekocht.
  • Einen Ansatz 4 läßt man unter Luftzutritt zunächst auf 60 C abkühlen, hält diese Temperatur 1 Stunde lang und läßt dann bei Zimmertemperatur weiter abkühlen.
  • Einen Ansatz 5 behandelt man zunächst wie Ansatz 4, überdeckt dann bei 600 C 1 Stunde lang die Oberfläche mit einer CO9-Atmosphäre, indem ein kräftiger Kohlendioxydstrom unmittelbar über die Flüssigkeitsoberfläche geleitet wird.
  • Nach 5stündigem Stehen filtriert man vom Hopfen ab und erhält pro 860 ml gelbgrüngefärbter Lösungen vom pH-Wert 5,2. Den Humulon- und Lupulongehalt der Extrakte bestimmt man mit Hilfe der Jodzahl; es wird eine Jodlösung verwendet, die pro Milliliter 0,012691 g Jod enthielt.
  • Pro 50 ml der filtrierten Auszüge werden mit 25 ml der Jodlösung und mit 10 ml einer 10%igen Kaliumjodidlösung versetzt, das unverbrauchte Jod wird mit nllO-zurücktitriert. Der Verbrauch an Natriumthiosulfatlösung beträgt bei (Mittelwert aus zwei Bestimmungen) Ansatz4 . ........ . 21,10 ml Ansatz 5 ............. 21,15 ml Die Jodzahlen errechnen sich daraus nach der im Beispiel 1 angeführten Gleichung.
  • Jodzahl des Ansatzes 4 (unbeschallt, keine CO2-Atmosphäre) (0,317275 - 0,267780). 1600 52,79.
  • 1,5 Jodzahl des Ansatzes 5 (unbeschallt, unter CO2Atmosphäre) (0,317275 1600 0,268415).1600 = 52,12.
  • 1,5 Soweit das Versuchsergebnis von den Werten zu den Ansätzen 1 bis 3 abweicht, beruht dies darauf, daß die Jodzahlen des bei der Herstellung der Ansätze 1 bis 3 verwendeten 1959iger Saazer Hopfens selbstverständlich nicht genau mit denen der Ernte 1961 (Ansätze4 und 5) übereinstimmen können. Der 1961iger Hopfen weist einen niedrigeren Humulon- und Lupulongehalt auf. De Extraktion wurde bei Ansatz 5 wie bei Ansatz 2 1 Stunde unter Kohlensäureatmosphäre gehalten.
  • Der Versuch führt also zu dem Ergebnis, daß die Extraktion lediglich unter einer Kohlensäureatmosphäre keine höhere Jodzahl bewirkt als die Extraktion unter Zuführung von Luftsauerstoff. Die Jodzahl bei CO2-Behandlung ist sogar geringfügig niedriger, was aber auf die Fehlergrenze der Bestimmung der Jodzahl zurückzuführen sein dürfte (0,05 ml Mehrverbrauch an Natriumthiosulfatlösung). Im übrigen können auch degustativ keine Unterschiede zwischen beiden Ansätzen festgestellt werden. Damit ist eindeutig der Nachweis erbracht, daß die Beschallung unter einer Kohlensäureatmosphäre die nachteiligen Wirkungen des Ultraschalls verhindert.

Claims (2)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Herstellung von Getränken und Getränke-Essenzen durch Extraktion von Drogen und pflanzlichem Frischmaterial unter Anwendung von Ultraschall, d a d u r c h g e -kennzeichnet, daß zur Vermeidung des Auftretens unenvünschter Geruchs- und Geschmacksstoffe, insbesondere salpetriger Säure und Merkaptanen, in die Ansätze während der Beschallung bei normaler oder erhöhter Temperatur Kohlendioxyd, Stickstoff, Sauerstoff oder ein Gemisch aus Stickstoff und Sauerstoff eingeleitet wird.
  2. 2. Verfahren zur Herstellung von Getränken und Getränke-Essenzen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß den wäßrigen Ansätzen etwa 1 Volumprozent Äthyl alkohol zugegeben wird. ~~~~~~~ In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 890699, 899306, 833 941, 688 725; Bergmann, »Ultraschall«, 1954, S. 866, 878; »Science«, 112, 1950, S. 463 bis 465; »Journal Coll. Sc.«, 3, 1948, S. 67; »Journal Amer. Chem. Soc.«, 72, 1950, S. 1046, 1047; »Angewandte Chemie«, 49, 1939, S. 420; »Zeitschrift für Physikalische Chemie«, 163, 1933, S. 161 bis 171; »Akustische Zeitschrift«, 4, 1939, S. 209 bis 214.
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