-
Bogenanleger zum vereinzelten Abziehen des jeweils vordersten Bogens
eines Bogenstapels Die Erfindung geht aus von einem bekannten Bogenanleger zum vereinzelten
Abziehen des jeweils vordersten Bogens eines Bogenstapels und zum Uberführen des
vereinzelten Bogens in eine Ebene, die mit der ursprünglichen Bogenebene einen Winkel
von etwa 900 einschließt, mit Hilfe eines schwenkbaren Saugorgans.
-
Es sind Anleger bekannt, die mittels mehrerer Sauger bogenförmiges,
steifes Material von einem Stapel abheben und einer unmittelbar benachbarten Förder-
oder Bearbeitungsstation zuführen. Diese Anleger saugen das auf einem Stapel zu
oberst liegende Material nach dem Absenken der Sauger auf ihre Oberfläche an, heben
es an und schieben es parallel zu ihrer Oberfläche bis zu einer Förder- oder Bearbeitungsstation.
Derartige Anleger arbeiten bei niedrigen Anlegegeschwindigkeiten und ebener sowie
ständig auf gleicher Höhe liegender Stapeloberfläche einwandfrei, jedoch bei unebener
oder rauher Oberfläche und hohen Arbeitsgeschwindigkeiten kommt es leicht zu Störungen,
da das Material beim Anheben von den Saugern abreißt. Nachteilig ist bei diesen
Anlegern weiter, daß durch den Kurvenantrieb der Sauger ein hoher Verschleiß auftritt.
-
Auch gibt es Vereinzelungsvorrichtungen, die zu vereinzelnde biegesteife
Bogen, z. B. Pappen für Buchdecken, von einem Flachstapel von unten unter dem Stapeldruck
abschieben und in dieser Ebene einer Transportvorrichtung zur Weiterförderung zuführen.
Hierbei entsteht jedoch eine erhebliche Reibung zwischen den zu vereinzelnden Bogen.
-
Es wurden deshalb Vereinzelungsvorrichtungen mit senkrecht stehendem
Stapel entwickelt. Die Bogenabnahme erfolgt dort durch auf einer Kreisbahn bewegte
Sauger, die die biegesteifen Bogen von dem Stapel entnehmen und nach einer Schwenkbewegung
um etwa 900 zur Weiterförderung abgeben. Obwohl hierbei das unterste Ende des jeweils
vereinzelten Blattes bereits nach einer kleinen Verschiebung in der Blattebene eine
Bewegungskomponente senkrecht zu dieser Blattebene aufweist, was sich durch die
Zerlegung der kreisförmigen Bewegung in eine Komponente in der bisherigen Blattebene
und in eine zweite Komponente senkrecht dazu begründet, ist auch bei diesen Konstruktionen
zu Beginn der Vereinzelung die Reibung nicht restlos aufgehoben.
-
Letztere erhöht sich noch durch die meist rauhe Beschaffenheit des
Überzugsmaterials.
-
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, einen Bogenanleger
für biegesteifes Material zu entwickeln, der bereits im ersten Teil der Abziehbewegung
eine relativ starke Bewegungskomponente des
schwenkbaren Saugorgans vom Blattstapel
weg, also senkrecht zur Blattebene erzeugt, um die Reibung auf diese Weise niedrig
zu halten.
-
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Saugorgan
eines Bogenanlegers, der den jeweils vordersten Bogen eines Bogenstapels von der
Abzugsebene in eine zu dieser etwa um 900 versetzten Ebene überführt, an einer in
Ruhestellung parallel zur ursprünglichen Bogenebene verlaufenden Koppel angeordnet
ist, der seinerseits mit seinem anderen Ende um einen Drehpunkt schwenkbar ist,
wobei der Winkel zwischen der Koppel und dem Lenker kleiner als 450 ist, und dessen
anderes Ende mit einem Hebel gelenkig verbunden ist, der kraftangetrieben um einen
ortsfesten Drehpunkt verschwenkbar ist, der in Bogenförderrichtung hinter der Ebene
des vorderen Bogens des Stapels liegt. Das um den Drehpunkt schwenkbare Ende des
Lenkers kann hierbei an einem zweiarmigen, im Gestell gelagerten Rollenhebel angelenkt
sein. Der freie Arm des Rollenhebels ist hier durch Federkraft mit einer Kurve kraftschlüssig
verbunden.
-
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der
Erfindung dargestellt. Es zeigt Fig. 1 einen Anleger mit einem sechsgliedrigen Gelenkmechanismus
zur Bewegung der Sauger in Abnahmestellung, Fig. 2 den Anleger nach F i g. 1 in
Übergabestellung, Fig. 3 einen Anleger mit achtgliedrigem Gelenkmechanismus in Abnahmestellung,
Fig. 4 den Anleger nach F i g. 3 in tSbergabestellung.
-
Der Anleger nach F i g. 1 und 2 besteht aus einem Gestell 1, einem
oder mehreren höhenverstellbaren Stapelhaltem 2, einem Stapelträger 3, auf dem ein
Bogenstapel 4 hochkant stehend und leicht nach hinten geneigt gestapelt ist und
dessen vorderster anzulegender Bogen 5 durch eine Haltevorrichtung 6 am
unbeabsichtigten
Hervorkippen gesichert ist, und einem Stapelwinkel 7, der den Bogenstapel 4 hochkant
stehend hält, sowie dem eigentlichen Anlegemechanismus.
-
Die erwähnten Teile des Anlegers sind in gleicher oder ähnlicher
Form auch an den Ausführungsbeispielen nach Fig.3 und 4 vorhanden, sie werden daher
bei der Beschreibung dieser nicht erneut erwähnt. Allen beschriebenen Ausführungsbeispielen
sind weiter die Sauger 8, der Saugerträger 9, die Saugleitung 10 sowie eine Kurbel
11 zum Antrieb der Anlegemechanismen gemeinsam. Bei den Ausführungsbeispielen der
F i g. 1 bis 4 bewegt die Kurbel 11 über eine Koppel 12 eine Schwinge 13, die über
eine Lenkerkoppel 14 mit einem Lenker 15 verbunden ist.
-
An der Lenkerkoppel 14 ist der Saugerträger 9 mit den zweckmäßigerweise
verstellbar befestigten Saugern 8 angeordnet.
-
Im Ausführungsbeispiel nach F i g. 1 und 2 ist der Lenker 15 am Gestell
1 befestigt. In Fig. 1 ist die Stellung des Anlegemechanismus beim Ansaugen des
Bogens 5 dargestellt. Wenn sich die Kurbel 11 in Pfeilrichtung in die in Fig. 2
gezeigt Lage bewegt, wird der Bogen 5 aus der Haltevorrichtung 6 herausgekippt und
leicht angehoben. Die gestrichelte Linie oberhalb des Bogens 5 in F i g. 2 zeigt
den Weg, den die vordere Bogenkante zurücklegt, die gestrichelte Linie vor dem Bogenstapel
4 zeigt den Weg der unteren Bogenkante.
-
Kurz nachdem die vordere Kante des Bogens 5 zwischen die Walzen 16
a und 16 b, die beispielsweise Ausbiegewalzen einer Ausbiegestation für Buchdecken
in einer Bucheinhängemaschine sein können, eingeführt worden ist, klemmen die Walzen
16 a und 16 b die vordere Bogenkante zwischen sich ein, und die Sauger 8 werden
entlüftet, so daß sie den Bogen 5 zur Weiterverarbeitung freigeben. Diese Stellung
ist in den F i g. 2 und 4 dargestellt.
-
Das Ausführungsbeispiel nach den Fig. 3 und4 unterscheidet sich hinsichtlich
seines Aufbaues vom beschriebenen Ausführungsbeispiel dadurch, daß der Lenker 15
nicht unmittelbar am Gestell 1 befestigt, sondern über einen zweiarmigen Hebel 17
mit dem Gestell 1 verbunden ist. Der freie Arm des Hebels 17 wird durch eine Kurve
18 synchron zur Bewegung der Kurbel 11 bewegt, eine Feder 19 sorgt für ständige
Anlage des Hebels 17 an der Kurve 18.
-
Durcll die Wirkung der Kurve 18 wird der Saugerträger 9 mit den Saugern
8 bei der in Fig. 3 dargestellten Abnahme des Bogens 5 fest gegen den Stapel 4 bzw.
gegen den Bogen 5 gedrückt, weiter ergeben sich unterschiedliche Bewegungsbahnen
des Saugerträgers 9 bei Anlage und Rücklauf. Bei der Anlage eines Bogens entspricht
die Bahn der Bogenvorderkante der in Fig. 4 dargestellten oberen gestrichelten Linie,
eine entsprechende Linie für den Rücklauf des Saugerträgers 9 ist darunter ebenfalls
eingezeichnet.
-
Die erfindungsgemäßen Anleger weisen den herkömmlichen Anlegern gegenüber
einige wesentliche Vorteile auf. Die Rückführung der Sauger 8 aus der tÇbergabe-
in die Übernahmestellung erfolgt bei gleichmäßiger Winkelgeschwindigkeit der Kurbel
11 wesentlich schneller als der Bogentransport; dadurch ist eine hohe Leistung des
Anlegers gewährleistet.
-
Die Anleger lassen sich weiter ohne wesentliche Anderungen auch zur
Bogenauslage verwenden, die Haltevorrichtung 6 wird in diesem Fall zweckmäßig durch
eine entgegen dem Uhrzeigersinn rotierende Bürste ersetzt. Die untere gestrichelte
Kurve in F i g. 2 läßt erkennen, daß die untere Bogenkante keilartig zwischen den
Stapel 4 und den Stapelträger 3 eingeschoben wird, so daß der Stapel 4 ohne Schwierigkeiten
zurückgedrängt wird. Durch entsprechende Neigung des Stapelträgers 3 mit gegenüber
der Vorderkante abgesenkter Hinterkante kann die Verschiebebewegung des Stapels
4 weiter erleichtert werden. Durch stufenlose Regelung der Drehzahl der Kurbel 11
läßt sich der Abstand von Bogen zu Boden dem Format entsprechend von überlappter
Anlage bis zu beliebigen Abständen bequem einstellen, ebenso ist eine bequeme Einstellung
der Angriffshöhe der Sauger 8 durch Höhenverstellung des Stapelträgers 3 auch während
des Betriebes möglich.
-
Während des Betriebes läßt sich der Bogenstapel 4 in bekannter Weise
auffüllen, wenn der Stapelwinkel durch herausziehbare Rechen od. dgl. ersetzt wird.
-
Auch können die Antriebs- und Bewegungsmittel für den Anleger sowohl
an einer Stapelseite als auch paarweise an jeder Seite des Stapels angeordnet sein.
-
Es ist weiter möglich, an jeder Seite des Stapels einen Anleger anzuordnen,
der im Gegentakt zum gegenüberliegenden Anleger arbeitet, so daß ein Anleger einen
Bogen vom Stapel übernimmt, während der andere Anleger den geförderten Bogen an
die Weiterbearbeitungsstation übergibt.