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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Montage von für Glockenmuffenrohrverbindungen
bestimmten elastischen Roll-Dichtringen mit kreisförmigem Querschnitt und einem
über diesen Querschnitt vorstehenden hintcrschnittenen umlaufenden Ansatz, der sich
beim Aufziehen des mit dem hinterschnittenen Teil im unteren Ringquadranten liegenden
Dichtrings auf der Oberfläche des Spitzendes eines Rohrs abstützt, das in die Glockenmuffe
eines Gegenrohrs eingeschoben wird. Außerdem betrifft die Erfindung Dichtringe zum
Durchführen dieses Montageverfahrens.
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Bekannt ist es bereits, einen Roll-Dichtring mit einer Abflachung
auf das Spitzende eines Rohrs aufzuziehen, um ihn gegen Abspringen vom Spitzende
bzw. gegen Zurückrollen nach dem Einrollen in den Muffenspalt zu sichern.
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Nachteilig ist jedoch, daß die abgeflachte Auflagefläche dem Einrollen
im Muffenspalt einen großen Widerstand entgegensetzt, da die dem Spitzende abgewandte
Kante der Abflachung wie eine Sperre wirkt. Auch ist es für die Dichtwirkung nachteilig,
daß über dem gesamten Umfang des Rings keine gleichförmige Verpressung vorliegt,
da ja die Dichtwirkung von der Rückstellkraft und diese vom Verpressungsgrad abhängig
ist. Ähnliche Nachteile besitzen Ringe mit vieleckigem Querschnitt bzw. mit auf
dem runden Grundkörper angebrachten umlaufenden Rippen, die nur wenig über den Grundkörper
vorstehen.
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Es ist auch bekannt, den Roll-Dichtring so zu formen, daß er im entspannten
Zustand einen in der Grundform im wesentlichen kreisrunden Querschnitt mit einem
zum Ringzentrum weisenden spitzen Vor-Sprung besitzt, dessen gerade Begrenzungslinien
tangential aus dem kreisförmigen Grundkörper heraustreten und einen Winkel von etwa
90° miteinander einschließen, wobei der Roll-Dichtring mit einer flachen Seite des
Vorsprungs auf das Spitzende des einen Rohrs aufgezogen wird und die Spitze des
Vorsprungs zur äußeren Kante des Rohrspitzendes weist. Diese Ausführung hat den
Vorteil, daß die Glocke den Dichtring leicht in Drehbewegung setzen kann, da sich
bei richtigem Aufziehen des Rings auf das Spitzende der Drehbewegung infolge des
kreisrunden Ringquerschnitts kein wesentlicher Widerstand entgegensetzt, während
ein Zurückrollen des in die Glocke eingeschobenen Rohrs sehr erschwert ist, sobald
der Vorsprung die Stelle höchster Verpressung passiert hat. Es baut sich jedoch
bei dieser Ausführungsform beim Ineinanderschieben der Rohre ein hoher Preßdruck
gegen die Glocken-Innenwand auf und dabei entsteht eine erhöhte Gefahr der Muffen-Sprengung,
wenn der Vorsprung durch die Stelle höchster Verpressung hindurchgeht. Diesen Nachteil
hat man durch Anordnung von Hohlräumen im Bereich des Vorsprungs zu beheben versucht.
Diese Lösung ist jedoch ebenfalls nicht befriedigend und in der Herstellung aufwendig.
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Ein anderer bekannter Rollring weist eine Mehrzahl von den kreisförmigen
Querschnitt nur geringfügig überragenden rippenartigen Vorsprüngen und einen manschettenartigen
Ansatz auf. Dieser Dichtring wird zum Einrollen nicht auf das Spitzende aufgezogen,
sondern in die Glockenmuffe eingelegt, die im allgemeinen ein besonderes Profil
aufweisen muß. Gleich zu Einrollbeginn wird der Ansatz aus dem hinterschnittenen
Teil herausgedehnt und erfährt der Rollring gleichzeitig seine höchste Verpressung
beim Durchgang unter einem Wulst am Muffeneingang, so daß eine große Gefahr der
Dichtring-Beschädigung besteht.
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Ein anderer bekannter Dichtring besitzt zwei nur geringfügig über
den kreisförmigen Querschnitt hinausragende rippenartige Vorsprünge und eine längere
Manschette, die mit ihrem freien Ende beim Aufziehen des mit dem hinterschnittenen
Teil im unteren Ringquadranten liegenden Dichtrings auf das Spitzende des in eine
Glockenmuffe einzuschiebenden Rohrs auf dem Röhr im Abstand von dessen Ende aufliegt,
während der Dichtring selbst auf dem äußeren Ende des Rohrs liegt, wobei sich der
eine rippenartige Vorsprung gegen die Stirnseite des Spitzendes legt, während der
andere Vorsprung als Anschlag für die Stirnseite der Glockenmuffe dient. Wenn dieser
Ring eingerollt ist, bildet die lange Manschette einen Teil der Dichtfläche, d.
h. die Dichtung findet bei starker Verpressung des Dichtrings statt, so daß eine
starke Rückrolltendenz desselben besteht. Außerdem ist das Aufziehen eines solchen
Dichtrings auf das Spitzende eines Rohrs schwierig.
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Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, die geschilderten Nachteile
zu vermeiden und die Montage der einzurollenden Dichtringe für Glockenrohrmuffenverbindungen
und diese Dichtringe selbst derart zu verbessern, daß der umlaufende Ansatz einerseits
einen guten Sitz des auf das Spitzende eines Rohrs aufgezogenen Rings und eine gute
Sicherung gegen Zurückrollen des eingerollten Rings bietet, andererseits dem Einrollen
einen möglichst geringen Widerstand entgegensetzt und die Rückstellkraft beim Durchfahren
der Stelle höchster Verpressung wenigerstarkalsbeidenbekanntenDichtringenerhöht.
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Zur Lösung dieser Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten
Art vorgeschlagen, daß der Dichtring sich mit dem äußeren Ende des Ansatzes nahe
der äußeren Kante des Spitzendes auf dem Rohr abstützend aufgezogen und der Ansatz
beim Einrollvorgang durch die Stelle höchster Verpressung vollständig hindurchgeschoben
wird. Der Anschlag kann dabei einen verhältnismäßig geringen Querschnitt aufweisen,
besitzt jedoch eine genügende Stabilität, um ein Abrollen des Rings vom Spitzende
und ein Zurückrollen des bereits eingerollten Rings zu verhindern, während er andererseits
das Einrollen nicht wesentlich behindert und die Kräfte der höchsten Verpressung
beim Einrollvorgang verhältnismäßig gering hält.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform eines Dichtrings zum Durchführen
des erfindungsgemäßen Montageverfahrens verläuft die obere Begrenzungsfläche des
Ansatzes in an sich bekannter Weise tangential zum kreisförmigen Teil des Rings,
während die untere Begrenzungsfläche in einem spitzen Winkel hierzu liegt. Der Querschnitt
des Ansatzes nimmt also von seinem äußeren Ende fortlaufend zu, so daß sich insgesamt
gesehen eine gute Stützwirkung ergibt, andererseits jedoch der Ansatz in seinem
äußersten Bereich genügend elastisch bleibt, um beim Einrollen weitgehend auf den
übrigen Teil des Rings umgelegt werden zu können.
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Die bevorzugte Ausführungsform des Ansatzes wird beispielsweise dadurch
erreicht, daß seine untere Begrenzungsfläche radial zum kreisförmigen Teil des Rings
in einem spitzen Winkel zur äußeren Begrenzungsfläche des Ansatzes verläuft. Dadurch
ergibt sich ein dreieckförmiger Querschnitt des Ansatzes.
Der Ansatz
kann jedoch noch spitzer ausgeführt werden, so daß er wie eine über den kreisförmigen
Teil des Rings vorstehende Lippe aussieht. Zu diesem Zweck verläuft die untere Begrenzungsfläche
des Ansatzes nach einer Linie, die zwischen der äußeren Begrenzungsfläche und der
durch die Ringachse und die Spitze des Ansatzes führenden Verbindungslinie liegt.
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In vielen Fällen ist das äußere Ende des Ansatzes scharfkantig bzw.
spitz ausgebildet. Es ist gemäß der Erfindung aber auch möglich, das äußere Ende
des Ansatzes abzurunden, so daß der Querschnitt des Ansatzes im Bereich des freien
Endes nicht zu stark geschwächt wird.
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Es wurde außerdem gefunden, daß die Abmessungen des Rings vorzugsweise
so zu wählen sind, daß sich der größte Durchmesser des mit dem Ansatz versehenen
Rings zum kleinsten Durchmesser des runden Rings wie 1,4: 1 bis 1,2: 1 verhält.
Bei derartigen Abmessungen stellt der vorgeschlagene Ansatz des Rings lediglich
einen Anschlag dar, während der Charakter des im Querschnitt kreisförmigen Rollrings
im wesentlichen unverändert bleibt. Trotzdem ist der Anschlag kräftig genug, um
die an ihn gestellten Aufgaben in befriedigender Weise zu erfüllen.
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Das zu wählende Verhältnis der Durchmesser ist im übrigen abhängig
von der Stärke des Rings und dem zur Verfügung stehenden Einrollweg. Je kürzer der
Einrollweg und je größer die Schnurstärke ist, um so kleiner muß das Verhältnis
der Durchmesser sein, damit auf jeden Fall gesichert ist, daß der Ansatz beim Einrollvorgang
die Stelle der höchsten Verpressung durchwandert und aus der Verpressung freigegeben
wird.
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In der Zeichnung sind in F i g. 1 bis 5 verschiedene Ausführungsbeispiele
von Roll-Dichtringen für das erfindungsgemäße Verfahren jeweils im Querschnitt schematisch
dargestellt.
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In F i g. 1 ist ein elastischer Roll-Dichtring 1 mit im wesentlichen
kreisförmigem Querschnitt zu erkennen, der auf einer Seite einen umlaufenden Ansatz
2 aufweist. Die äußere Begrenzungsfläche 3 dieses Ansatzes 2 verläuft tangential
zum Außenumfang des kreisförmigen Rings 1, während die innere Begrenzungsfläche
4 radial zum kreisförmigen Ring verläuft. Der Spitzenwinkel a des Ansatzes 2 beträgt
bei dem in F i g. 1. dargestellten Ausführungsbeispiel etwa 30°. Das freie Ende
2 a des Ansatzes läuft in einer Spitze aus.
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Das Verhältnis zwischen dem Durchmesser c des Ringquerschnitts und
dem maximalen Durchmesser d des Rings mit Ansatz liegt zwischen 1: 1,2 bis 1: 1,4.
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Der Ring 11 gemäß F i g. 2 ist mit einem schwächeren Ansatz 12 versehen,
dessen innere Begrenzungsfläche 14 wesentlich stärker hinterschnitten ist. Der Spitzenwinkel
zwischen der äußeren Begrenzungsfläche 13 und der inneren Begrenzungsfläche
14
ist etwa halb so groß wie beim Ausführungsbeispiel gemäß F i g. 1 und beträgt
demnach etwa 15°.
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Gemäß F i g. 3 ist der Ring 1 auf das Spitzende eines nur teilweise
dargestellten Betonrohrs 5 aufgezogen. Das freie Ende 2 a des Ansatzes
2 liegt dabei auf dem Spitzende an seiner vorderen Kante auf, während die
innere Begrenzungsfläche 4 so hinterschnitten verläuft, daß unter dem Ansatz 2 ein
von der Begrenzungsfläche 4 und dem Mantel des kreisförmigen Rings begrenzter Hohlraum
6 frei bleibt. Dieser Hohlraum ermöglicht es, daß sich der Ansatz 2 beim Einrollen
weitgehend auf die Außenfläche des Rings 1 legen läßt, während ein Umkippen in der
Gegenrichtung durch die schräg nach außen verlaufende äußere Begrenzungsfläche 3
und damit durch die steigende Zunahme des Querschnitts des Ansatzes 2 verhindert
wird.
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Der Dichtring 21 gemäß F i g. 4 besitzt einen im Querschnitt
dickeren Ansatz 22, dessen freies Ende 22 a abgerundet ist. Beim Ring 31 gemäß F
i g. 5 ist der Ansatz 32 länger als der Ansatz 22 gemäß F i g. 4 ausgebildet, wobei
jedoch ebenfalls das freie Ende 32 a abgerundet ist.