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Die Erfindung bezieht sich auf einen Einrohrstoßdämpfer mit einem
Kolben, der den Zylinder in zwei Arbeitskammern unterteilt und eine hohle Kolbenstange
zur Aufnahme des Druckgaspolsters aufweist, deren Innenraum durch an ihrem unteren
Ende vorgesehene seitliche Wandöffnungen mit der oberen Arbeitskammer in Verbindung
steht.
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Ein Einrohrstoßdämpfer dieser Art ist durch die deutsche Patentschrift
697 799 bekannt, wobei die Kolbenstange mit einem doppelten Boden ausgeführt
ist, in dem Durchtrittsöffnungen als Strömungsdrosseln wirken. Wenn ein mit einem
derartigen Einrohrstoßdämpfer ausgerüstetes Fahrzeug nach längerer Betriebszeit,
während welcher es zu einer Erwärmung der Dämpfungsflüssigkeit und somit auch zu
einer diffusionsbedingten Gasaufnahme derselben gekommen ist, entlastet wird, fährtdie
Kolbenstange in der Regel nicht ganz aus. Während der Abkühlung kann es dann zur
Ausscheidung von Gas aus der in der Arbeitskammer befindlichen Dämpfungsflüssigkeit
kommen, die unterhalb der Kolbenstangendichtung zur Bildung eines Gaspolsters führt.
Bei der nachfolgenden Inbetriebnahme wird dieses Gas mit der Dämpfungsflüssigkeit
vermischt und beeinträchtigt sodann in Form einer Emulsion die durch die Strömungsdrosseln
gegebene Dämpfungscharakteristik nachteilig.
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Von weiterem Nachteil ist hierbei, daß die Dämpfungsflüssigkeit in
Richtung auf den Flüssigkeitsspiegel in die hohle Kolbenstange einströmt, so daß
ihre kinetische Energie teilweise zur Bildung von Schäumen in der hohlen Kolbenstange
führen kann. Bei mit massiven Kolbenstangen ausgeführten Stoßdämpfern nach den deutschen
Patentschriften 898254,
973 646, der deutschen Auslegeschrift
1189 871 und der USA.-Patentschrift 3 167 309 ist es allerdings bekanntgewesen,
die Dämpfungsflüssigkeit in vom Flüssigkeitsspiegel der Ausgleichskammer abgewandter
Richtung in letztere eintreten zu lassen.
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Hohle Kolbenstangen sind durch Ausführungsformen nach der deutschen
Auslegeschrift 1049 720 sowie nach der britischen Patentschrift
972 765 bekannt, doch ist hierbei das Druckgas von der Dämpfungsflüssigkeit
durch zusätzliche Mittel getrennt, so daß sich das Problem einer Eindiffusion von
Druckgas in die Dämpfungsflüssigkeit und mithin der Emulsionsbildung in der Dämpfungsflüssigkeit
hierbei im allgemeinen nicht stellt. Zwar kann bei der letztgenannten Ausführungsform
von der hohlen Kolbenstange auch Druckgas aufgenommen werden, jedoch würde es sich
während eines längeren Fahrzeugstillstandes in der hohlen Kolbenstange ausscheiden
und die Dämpfungswirkung nachteilig beeinflussen.
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Weiterhin ist eine hohle Kolbenstange durch das deutsche Gebrauchsrauster
1858 487 bekanntgeworden, und zwar befindet sich hierbei in der hohlen Kolbenstange
eine Ventilkammer, die gleichfalls mit Ausgleichsflüssigkeit oder einem anderen
Ausgleichsmedium gefüllt ist. Oberhalb der Ventilkammer befindet sich in der hohlen
Kolbenstange eine Verschlußscheibe, so daß ein inkompressibles Ausgleichsmedium
nicht in die hohle Kolbenstange hineinverdrängt werden kann. Die gleichzeitige Verwendung
einer gasförmigen und einer flüssigen Phase, wie sie beim Erfindungsgegenstand vorgesehen
ist, ist hierbei demnach nicht beabsichtigt, so daß sich auch das Problem der Bildung
von Schäumen oder Emulsionen nicht stellt. Für den Bau von Flüssigkeitsstoßdämpfern
ist schließlich nach der deutschen Auslegeschrift1036073beannt,poröseKörperfürdie
Erzeugung eines Strömungswiderstandes zu benutzen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Einrohrstoßdämpfer
der einleitend beschriebenen Art die Gewährleistung dafür zu schaffen, daß in den
Betriebspausen auch bei nicht ganz ausgefahrener Kolbenstange die obere Arbeitskammer
entlüftet wird, d. h., daß darin abgeschiedenes Gas in die hohle Kolbenstange
gelangenkann. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß für die Kolbenstange
in an sich bekannter Weise zwei im Abstand liegende Führungen vorgesehen sind und
daß ihr Boden in ganz ausgefahrenem Zustand im Bereich der kolbenseitigen Führung
liegt. Hierdurch ist gewährleistet, daß die hohle Kolbenstange im Gegensatz zum
einleitend beschriebenen Stand der Technik ganz aus der Arbeitskammer selbst ausfahren
kann. Der Fachmann hat es dann auf Grund dieser Lehre in der Hand, die öffnungen
#so zu verteilen, daß auch bei nicht ganz ausgefahrener Stange eine Entlüftung der
oberen Arbeitskammer in die hohle Kolbenstange stattfindet.
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Zweckmäßig weist die kolbenseitige Führung zwei Durchtrittskanäle
auf, wobei letztere auch aus einem porösen Sintermaterial hergestellt werden kann.
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Um die Dämpfungscharakteristik durch die vorgeschlagenen Wandöffnungen
nicht nachteilig zu beeinflussen, werden diese zweckmäßig so ausgeführt,
daß sie einen im Vergleich zu den Ventilöffnungen niedrigen Druckwiderstand haben.
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Die Erfindung sei weiterhin an Hand der sich auf ein Ausführungsbeispiel
beziehenden Zeichnung veranschaulicht.
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Im Zylinder 1 ist die rohrförmige Kolbenstange 14 mittels der
oberen Führung 8 und der unteren Führung 15 geführt. Die untere Führung
ist in ihrer Lage durch Federringe 16, die in Innenringnuten des
Zy-
linders 1 liegen, befestigt. Die obere Führung, die wie die untere
Führung z. B. ein poröses Sintermetall sein kann, trägt nach außen eine Stützscheibe
7, mit der sie gegen ein ringförmiges Dichtungselement 10 gepreßt
wird, das sich seinerseits an einer äußeren, den Zylinder abschließenden, ringförmigen
Scheibe 4 abstützt und somit in Dichtungslage gehalten wird.
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Die rohrförmige Kolbenstange 14 enthält in ihrem oberen Abschnitt
das Druckgas 19 und weist in ihrem unteren Abschnitt die Wandöffnungen 20
auf. Am Boden der rohrförmigen Kolbenstange 14 befindet sich ein Befestigungsbolzen
21,der den Kolbenkörper 17 auf Abstand hält. Diese Anordnung ist dann erforderlich,
wenn, wie es in der Zeichnung dargestellt ist, die Ventilöffnungen 18 des
Dämpfungskolbens 17
im Durchmesserbereich der rohrförmigen Kolbenstange 14
liegen, um dann noch einen einwandfreien Arbeitsraum für die Dämpfungsflüssigkeit
aufrechtzuerhalten. Bei im Durchmesser kleinerer Kolbenstange 14 kann der Bolzen
21 auch entfallen und der Kolben 17 direkt an der Kolbenstange befestigt
sein. Er wird in seiner Ausfahrstellung,durch in der Zeichnung nicht dargestellte,
an sich bekannte Anschläge od. dgl. begrenzt.
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Die im Ausführungsbeispiel kreisförmig dargestellten Wandöffnungen
20 stellen eine Verbindung zwischen dem Innern der rohrförmigen Kolbenstange 14
und der oberen, Dämpfungsflüssigkeit enthaltenden Kammer des Zylinders
1 her. An Stelle der unteren Führung 15 kann auch der Kolben
17 selbst treten.
Wenn, wie in der Zeichnung dargestellt,
eine untere Führung 15 verwendet wird und wenn die Wandöffnungen 20 bei ausgefahrener
Kolbenstange 14 oberhalb der Führung 15 liegen, muß die Führung
15
besonders gut für die Dämpfungsflüssigkeit durchlässig sein. Sie kann also
auch zusätzliche Kanäle aufweisen. Andererseits kann ein Begrenzungsanschlag für
das Ausfahren der Kolbenstange 14 aber auch so gewählt werden, daß die Wandöffnungen
20 bei ausgefahrener Kolbenstange noch zwischen der Führung und dem Kolben liegen.
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Wenn die Wandöffnungen, wie durch gestrichelte Linien angedeutet,
tangential in die rohrförmige Kolbenstange eintreten, erhält die in die rohrförmige
Kolbenstange 14 eintretende Dämpfungsflüssigkeit eine Drallströmung, bei der sich
infolge Zentrifugalwirkung eventuell von der Druckflüssigkeit in Freiheit gesetzte
Gasbläschen in der Mitte ansammeln und dort besonders leicht hochsteigen können,
während andererseits die eventuell bestehende Gefahr, daß blasenhaltige Dämpfungsflüssigkeit
aus der rohrförmigen Kolbenstange 14 in die entsprechende Kammer des Zylinders
1 eintreten kann, herabgesetzt wird. und eine hohle Kolbenstange zur Aufnahme
des Druckgaspolsters aufweist deren Innenraum durch an ihrem unteren Ende vorgesehene
seitliche Wandöffnungen mit der oberen Arbeitskammer in Verbindung steht, dadurch
gekennzeichnet, daß für die Kolbenstange (14) in an sich bekannter Weise zwei im
Abstand liegende Führungen (8, 15) vorgesehen sind und daß ihr Boden im ganz
ausgefahrenen Zustand im Bereich der kolbenseitigen Führung (15) liegt.
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2. Einrohrstoßdämpfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die kolbenseitige Führung (15) Durchtrittskanäle aufweist.
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3. Einrohrstoßdämpfer nach den Ansprüchen 1
und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die kolbenseitige Führung (15) aus einem porösen Sintermaterial
besteht.
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4. Einrohrstoßdämpfer nach den Ansprüchen 1
bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Wandöffnungen (20) einen im Vergleich zu den Ventilöffnungen
(18) niedrigen Druckwiderstand haben.
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5. Einrohrstoßdämpfer nach den Ansprüchen 1
bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß am Boden der rohrförmigen Kolbenstange (14) ein den Kolben
(17) in axialem Abstand haltender Befestigungsbolzen (21) angeordnet ist,
der im Durchmesser kleiner als die rohrförmige Kolbenstange ist.