-
Die Erfindung betrifft eine Haltevorrichtung für die Schneidtube in
einer Strangzigarettenmaschine od. dgl., die in Strangrichtung begrenzt hin- und
herbewegbar ist mittels eines Parallelogramms, das von einem Halter, einer feststehenden
Basis und zwei starren Stützgliedern gebildet wird.
-
Beim Schneiden eines fortlaufenden Stranges, der auf einer Strangzigarettenmaschine
oder einer ähnlichen Maschine hergestellt wird, ist es erforderlich, den Strang
zu unterstützen, während er vom Messer durchschnitten wird. Diese Unterstützung
erfolgt mittels hohler Führungen, durch die der Strang hindurchläuft. Die Strangführungen
sind genügend voneinander entfernt, um die Messerklinge zwischen sich durchlaufen
zu lassen, und sie müssen so angeordnet sein, daß sie sich während des Schneidvorganges
möglichst mit gleicher Lineargeschwindigkeit wie der Strang bewegen.
-
Bei einer bekannten Haltevorrichtung ist der Halter für die Schneidtube
an einem Paar parallel angeordneter, starrer Stützglieder mittels Schraubverbindungen
angelenkt, und die Stützglieder sind an ihren dem Halter entgegengesetzten Enden
ebenfalls mittels Schraubverbindungen an der vorrichtungsfesten Basis angelenkt
(vgl. deutsche Patentschrift 547 506). Es hat sich gezeigt, daß der Verschleiß bei
solcherart mittels Schrauben schwenkbar angeordneter Stützglieder mangels Elastizität
der letzteren bei den heute üblichen großen Arbeitsgeschwindigkeiten, z. B. von
Strangzigarettenmaschinen od. dgl., zu hoch ist, weil er eine häufige, die Arbeitsleistung
der Maschine beeinträchtigende Wartung erforderlich macht.
-
Man hat daher auch versucht, den Halter für die Schneidtube an zwei
Blattfedern zu lagern, die durch einen Exzenterantrieb mit der erforderlichen Frequenz
in Strangrichtung hin- und herbewegt werden. Diese Frequenz entspricht dem jeweiligen
Ausstoß der Maschine zur Herstellung des fortlaufenden Stranges, gemessen in der
Zahl von Einheiten (z. B. Zigaretten), die pro Minute hergestellt werden sollen.
-
Bei der Konstruktion solcher Blattfedern müssen zwei Gesichtspunkte
berücksichtigt werden: Zunächst muß die Dicke der Federn ausreichen, um die statische
und dynamische Last der Schneidtube und ihres Halters und die dynamische Belastung
durch das Messer zum Schneiden des Stranges ohne Ausknicken aufnehmen zu können.
Der zweite Gesichtspunkt ist dem ersten jedoch etwa entgegengesetzt, da im Idealfall
die Federdicke so weit wie möglich verringert werden sollte, um die aufzuwendende
Biegekraft, insbesondere an dem dem Exzenterantrieb gegenüberliegenden Kopfende
der Federn, möglichst gering zu halten.
-
Die hohe Arbeitsgeschwindigkeit der Zigarettenmaschinen erlaubt es
nicht mehr, beide Bedingungen bei Blattfedern zufriedenstellend zu erfüllen. Entweder
ist die Dicke der Federn ausreichend, dann entsteht eine untragbare Beanspruchung
sowohl der Lager des Exzenterantriebes als auch der Federn, oder, wenn die Federdicke
verringert wird, so tritt ein Ausknicken ein, und die verstärkten Kräfte bewirken
schließlich einen Federbruch. Außerdem kann eine Interferenz infolge der Eigenfrequenz
des aus den Federn und dem Träger mit der Schneidtube bestehenden Systems und der
Arbeitsgeschwindigkeit der Zigarettenmaschine auftreten, die ebenfalls zu Federbruch
führen kann. Aufgabe der Erfindung ist es daher, für schnelllaufende Strangzigarettenmaschinen
od. dgl. eine neue Lösung dieses Problems zu suchen und ein System mit größerer
Steifigkeit in Kombination mit Federgliedern von geringerem Biegewiderstand zu schaffen.
-
Zu diesem Zweck sind bei einer Vorrichtung der eingangs beschriebenen
Art die Stützglieder an ihren Enden mittels biegsamer Anordnungen einerseits mit
der feststehenden Basis und andererseits mit dem Halter verbunden.
-
Auf diese Weise ist die Hin- und Herbewegbarkeit der Stützglieder
mit einer den hohen Arbeitsgeschwindigkeiten moderner Zigarettenmaschinen angepaßten
Frequenz ermöglicht, ohne daß ein durch hohe erforderliche Biegekräfte unzulässig
gesteigerter Verschleiß auftritt.
-
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
-
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden an Hand der Zeichnungen
beschrieben, und zwar stellen dar F i g. 1 eine Ansicht einer Haltevorrichtung,
F i g. 2 einen Schnitt entlang der Linie II-11 in F i g. 1 und F i g. 3 eine abgewandelte
Ausbildung des in F i g. 1 dargestellten Antriebes für die in Strangrichtung hin-
und hergehende Bewegung des Halters.
-
Wie aus F i g. 1 zu ersehen, nimmt eine Halteplatte 1 zwei Strangführungen
2 und 3 auf und ist in einem Block 4 befestigt. Ein Exzenter 5, dessen Antrieb nicht
dargestellt ist, wirkt auf einen Finger 6, der mit dem Block 4 über einen Stift
7 verbunden ist. Eine am Rahmen einer Zigarettenmaschine 9 befestigte Stange 8 erstreckt
sich durch eine Bohrung 10 im Block 4 und dient als Sicherheitsstütze, falls eines
der Stützglieder für den Halter ausfallen sollte. Unten am Block 4 sind zwei abgewinkelte
Konsolen 11 und 12 befestigt, an denen jeweils zwei Federn 13, 14 bzw. 15, 16 befestigt
sind. Entsprechende Konsolen 17 und 18 sind an den anderen Enden der Federn 13,
14 und 15, 16 befestigt, während starre Stützglieder 19 und 20 mit den Konsolen
17 und 18 fest verbunden sind. An einem niedrigeren Teil des Rahmens der Zigarettenmaschine
9 befindet sich eine vorrichtungsfeste Basis 21, an deren oberen Ecken zwei Konsolen
22 und 23 angeschraubt sind. Diese Konsolen entsprechen den schon beschriebenen
und sind über je zwei Federn 24, 25 bzw. 26, 27 mit anderen Konsolen 28 und 29 verbunden,
die wiederum mit den starren Stützgliedern 19 und 20 verbunden sind.
-
Aus F i g. 2 ist die Anordnung der Federn besser zu ersehen. Die vertikale
Feder 24 ist mit einem Loch 30 versehen, durch das sich die waagerechte Feder 25
erstreckt, die, verglichen mit der senkrechten Feder 24, nur schmal ist. Die Anordnung
des anderen Federsatzes ist genau entsprechend.
-
Das System ist ein Parallelogramm, dessen Ecken die Punkte sind, in
denen sich jedes Federnpaar kreuzt. Die beiden kurzen Seiten des Parallelogramms
bilden der aus dem aus Halteplatte 1 und Block 4 bestehende Halter sowie der feststehende
Basisblock 21, die zwei langen Seiten bilden die starren Stützglieder 19 und 20.
Die Belastung des Parallelogramms, d. h. das Gewicht der Strangführungen 2 und 3,
der Halteplatten 1 und des Blockes 4 ebenso wie auch die dynamische Belastung durch
das
Messer, das den Zigarettenstrang schneidet, wirken in Richtung
der Federn, die in F i g. 1 vertikal dargestellt sind, d. h. der Federn 14, 16,
24 und 26. Da die freie Länge dieser Federn kurz ist im Verhältnis zu ihrem Querschnitt,
so ist ihre Tendenz zum Ausknicken geringer als die von Federn, deren Länge der
der starren Stützglieder 19 und 20 entspräche. Entsprechend ist der stärkste Druck
des Fingers 6 horizontal gerichtet, wobei sich das Parallelogramm im oberen Totpunkt,
d. h. in Mittelstellung befindet. Dieser Druck wirkt unmittelbar entlang der Linie
der horizontalen Federn 13 und 15. Durch die starre Ausbildung der Stützglieder
19 und 20 wird die Eigenfrequenz des Parallelogramms so verringert,
daß eine Interferenz infolge der hohen Arbeitsgeschwindigkeit der Zigarettenmaschine
vermieden wird.
-
Eine abgewandelte Ausführungsform ist in F i g. 3 dargestellt, die
den Finger 6 und den Block 4 zeigt, an dem Konsolen 31 und 32 befestigt
sind. Diese Konsolen 31 und 32 sind über gekreuzte Federn 33 und 34 untereinander
verbunden; auf diese Weise wird eine biegsame Verbindung zwischen dem Exzenterantrieb
und dem Parallelogramm geschaffen, die den Stift 7, der in F i g. 1 gezeigt ist,
überflüssig macht.
-
Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist folgende: Das Schneidmesser der
Zigarettenmaschine (nicht dargestellt) läuft zwischen den Strangführungen 2 und
3 hindurch. Da der Exzenter 5 mit der Schneidvorrichtung über ein Getriebe verbunden
ist und mit der gleichen Geschwindigkeit umläuft wie das Messer, so erteilt der
Finger 6 der Halteplatte 1 eine mit der Messerbewegung synchronisierte Bewegung.
Die Länge der starren Stützglieder 19 und 20 ist so gewählt, daß die Geschwindigkeit
der Halteplatte 1 während der Zeit, in der das Messer zwischen den Strangführungen
2 und 3 durchläuft, dem Mittelwert der Geschwindigkeit des Messers in Bewegungsrichtung
des Stranges entspricht. Diese durchschnittliche Bewegung ist natürlich gleich der
Geschwindigkeit, mit der sich der Zigarettenstrang bewegt. Auf diese Weise ergibt
sich ein glatter Schnitt des Stranges, ohne daß das Messer mit einer der Strangführungen
2 oder 3 in Berührung kommt.
-
Da die starren Stützglieder 19 und 20 mit dem Basisblock 21 über die
dargestellten und beschriebenen Federanordnungen verbunden sind, schwingen die Stützglieder
um den Punkt, in dem sich die Federn kreuzen. Die Länge der starren Stützglieder
19 und 20 von ihren Schwingpunkten aus bis zur Mittellinie der Strangführungen 2
und 3 wird so gewählt, daß die Strangführungen die erforderliche Bewegungskomponente
in der Bewegungsrichtung des Zigarettenstranges erhalten.