DE1294170B - Einrichtung zur Nachbildung der Ein- oder Ausschwing-Vorgaenge natuerlicher Orgelpfeifen bei einem elektronischen Musikinstrument - Google Patents
Einrichtung zur Nachbildung der Ein- oder Ausschwing-Vorgaenge natuerlicher Orgelpfeifen bei einem elektronischen MusikinstrumentInfo
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Description
1 2
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung Schalten der Signale Gatterschaltungen Anwendung,
zur Nachbildung der Ein- oder Ausschwing-Vorgänge Bei einer Einrichtung nach der Erfindung kann ein
natürlicher Orgelpfeifen bei einem elektronischen die Tonhöhe bestimmendes komplexes Signal dem
Musikinstrument mit Generatoren, deren Formant- Formantfilter dauernd zugeführt werden; die Güte
filter nachgeschaltet sein können. Unter einem ge- 5 und damit die Amplitude sind dabei im Ruhezustand
sonderten Formantfilter ist ein solches zu verstehen, praktisch Null, und der Gütefaktor wird derart gedas
sowohl zu einer bestimmten Taste wie zu einer ändert, daß das Ausgangssignal erst nach dem Einbestimmten
Stimme gehört, gleichwie eine Pfeifen- drücken der Taste einen erkennbaren Wert annimmt,
orgel pro Stimme und pro Taste mindestens eine So erfüllt das Formantfilter zugleich die Funktion
bestimmte Pfeife enthalt. io eines Gatters. Bei großen Ausgangssignalen und
Bei einem bekannten elektronischen Musikinstru- niedrigen Rausch- und Brummpegeln wäre es allerment
kann die Harmonische enthaltende Spannung dings möglich, daß das Gatter das Signal bei nicht
eines Generators einer· Anzahl von in Reihe ge- eingedrückter Taste nicht bis unter die Erkennbarschalteten
Schwingungskreisen zugeführt werden, keitsschwelle abschwächt. Dies läßt sich vermeiden,
von denen einer auf-'den Grundton und die übrigen 15 wenn nach einer anderen Ausbildungsform der Erauf
je eine andere JJarmonische dieses Tones ab- findung das die Tonhöhe bestimmende zusammengestimmt
sind, wober 'die Signale von den Schwin- gesetzte Signal erst beim Eindrücken einer Taste dem
gungskreisen gesondert abgenommen und in einem Formantfilter zugeführt wird,
einstellbaren Verhältnis zur Erzeugung eines be- Bei mit gesonderten Generatoren für jede Taste
stimmten Klanges wieder zusammengefügt werden. 20 und jede Stimme versehenen Musikinstrumenten ge-Der
so erhaltene Ton hat schon beim Einschalten hört nach einer besonderen Ausführungsform der
eine konstante Klangfarbe; um eine gewisse An- Erfindung das veränderbare Resonanzfilter zu dem
näherung an die natürlichen Verhältnisse zu er- die Tonhöhe des Generators bestimmenden Teil,
reichen, können Mittel vorhanden sein, durch die sich Dies hat den zusätzlichen Vorteil, daß das Überdie
Amplitude des Klanges während des Nieder- 35 sprechen, das der Anzahl schwingender Generatoren
drückens der Taste bei unverändertem Klang- direkt proportional ist, viel weniger störend ist als
Charakter ändert. bei ununterbrochen arbeitenden Generatoren, ins-
Bei natürlichen Orgelpfeifen ändert sich jedoch die besondere auch dadurch, daß die Frequenzen der mit
Klangfarbe des Tones beim Eindrücken und Los- jeder Taste gleichzeitig eingeschalteten Generatoren
lassen der Taste. Bei einer als »Spucken« bekannten 30 alle zueinander in harmonischer Beziehung stehen.
Erscheinung setzt die_Orgelpfeife zunächst auf einer Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung näher
Tonhöhe ein, deren Frequenz wenigstens annähernd erläutert. Es zeigt
einer Harmonischen \oder Subharmonischen der Fig. 1 eine Schaltungsanordnung, in der ein die
Grundwelle des kufZ; danach auftretenden end- Tonhöhe bestimmendes komplexes Signal kontigültigen
Tones entspricht; diese Grundwelle ist un- 35 nuierlich dem Formantfilter zugeführt wird,
mittelbar nach dem Betätigen der Taste zunächst nur Fig. 2 eine Schaltungsanordnung, in der ein die
schwach ausgebildet oder fehlt ganz. Tonhöhe bestimmendes komplexes Signal erst durch
Bei einer Einrichtung der eingangs erwähnten Art das Eindrücken der Taste dem Formantfilter zukönnen
auch diese Erscheinungen bei einem elektro- geführt wird, nischen Musikinstrument nachgebildet werden, wenn 40 Fig. 3 und 4 Generatoren, die zur Nachbildung
gemäß der Erfindung-das Amplitudenverhältnis der von Lippenpfeifen geeignet sind, und
Grund- und Oberwellen eines Klanges entweder bei F i g. 5 einen Generator zur Nachbildung von
den Generatoren bzw. bei den Formantfiltern mittels Zungenpfeifen.
eines mit dem Tastenanschlag betätigten Elementes Fig. 1 veranschaulicht eine vereinfachte Form
dadurch verändert wird, daß diese Änderungen ent- 45 einer Schaltungsanordnung, bei der ein die Tonhöhe
weder vom Tastenhubweg abhängig sind oder von bestimmendes komplexes Signal kontinuierlich dem
diesem unabhängig durch Tastenanschlag zunächst Formantfilter zugeführt wird, das in diesem Falle
eingeschaltet und über ein Zeitglied verzögert wirk- durch den aus einer Induktivität L6 und einem Konsam
werden. ' densator C6 . bestehenden Resonanzkreis gebildet
Der Vollständigkeit halber sei bemerkt, daß es be- 50 wird. Der Gütefaktor wird dabei durch das Einkannt
ist, die Einschwingvorgänge der Zunge nach- drücken einer Taste, die auf den Schleifer des einzubilden
bei einem Generator, bei dem mehrere stellbaren Parallelwiderstandes Ra einwirkt und den
hochfrequente Trägerschwingungen einem mecha- Kurzschluß~dieses Widerstandes beseitigt, derart genischen
Resonanzelement zugeführt werden, das zu ändert, daß das. Ausgangssignal erst dann einen er-Schwingungen
angeregt wird, und die Frequenz der 55 kennbaren Wert erhält. Die hier der Resonanzkurve
Trägerschwingung moduliert; durch Demodulation des gedämpften Kreises L0, C6 entsprechende Amder
Hüllkurve erhält man die tonfrequente Schwin- plituden-Frequenz-Kennlinie des Filters und der
gung. Auch ist es bekannt, das Luftrauschen einer Gütefaktor ändern sich also beim Betätigen der Taste
Orgelpfeife dadurch nachzubilden, daß einer solchen und stellen sich dann auf einen neuen stabilen Wert
Anordnung Rauschspannungen zugeführt werden, 60 ein; nach dem Loslassen der Taste nehmen sie ihre
wobei der Erregerkreis als zeitliches Filter wirkt und ursprüngliche Gestalt bzw. den ursprünglichen Wert
so den »Anblaseeffekt« stark hervorhebt. Eine beim wieder an.
Niederdrücken der Taste auftretende Veränderung Es dürfte einleuchten, daß der Widerstand R0
des Planschspektrums wird dabei nicht erstrebt. durch andere Teile ersetzt werden kann, z. B. durch
Bei elektronischen Musikinstrumenten, in denen 65 eine kontinuierlich belichtete CdS-ZeIIe, deren Bemindestens
zwölf Tongeneratoren verwendet und die lichtung beim Eindrücken einer Taste verringert
Oktavtöne durch Frequenzteilung oder Frequenz- oder beseitigt wird, oder durch einen leitenden Tranvervielfachung
erhalten werden, finden häufig zum sistor, der beim Eindrücken der Taste völlig oder
teilweise gesperrt wird. Das veränderbare Formantfilter, das hier als einfacher Resonanzkreis dargestellt
ist, das aber erwünschtenfalls auch als Filter mit mehrfacher Resonanz ausgebildet sein kann, erfüllt
gleichzeitig die Funktion eines Schalters.
In Fig. 2 wird das Signal erst nach dem Eindrücken der Taste dem aus dem Reihenresonanzkreis
L7, C7 bestehenden Formantfilter zugeführt, indem
die Taste derart auf den Läufer des Widerstandes R7
einwirkt, daß dieser Widerstand ausgeschaltet wird, so daß der Gütefaktor des Reihenresonanzkreises geändert
wird. Auch bei dieser Ausführungsform kann der Widerstand A7 durch andere Teile ersetzt werden,
z. B. durch eine durch das Eindrücken der Taste belichtete CdS-ZeIIe oder durch einen durch das Eindrücken
der Taste teilweise oder völlig entsperrten Transistor.
In F i g. 3 besteht das die Frequenz bestimmende Formantfilter aus einem TT-Filter, das aus der den
Längszweig des TT bildenden Induktivität L1 und
zwei die Querzweige des TT bildenden Kondensatoren C1 und C2 besteht, wobei parallel zum Kondensator
C2 ein Widerstand A3 geschaltet ist, während ein aus
einem Kondensator C4 und einer Induktivität L4 bestehender
Resonanzkreis vorgesehen ist; diese Induktivität L4 ist mit dem Verbindungspunkt der Kondensatoren
C1, C2 und des Widerstandes R3 verbunden.
Der Verbindungspunkt der Induktivität L1, der Kondensatoren C2 und C4 und des Widerstandes
Rs ist mit dem Emitter eines Transistors Tr verbunden,
dessen Basis einerseits über den Trennkondensator C5 mit dem Kondensator C4 und der
Induktivität L4 und andererseits über die Vorspannung der Basis bestimmende Widerstände .R1
und R2 mit dem Kollektor des Transistors Tr bzw.
mit dem Verbindungspunkt der Kondensatoren C1, C2
des Widerstandes R3 und der Induktivität L4 verbunden
ist, wobei der letztere Verbindungspunkt an der positiven Klemme der Speisespannung liegt. Die
andere Klemme der Speisespannung ist über einen Schalter^, der beim Eindrücken einer Taste geschlossen
wird, mit dem Kollektor des Transistors Tr verbunden.
In der Schaltungsanordnung nach F i g. 4 ist die Reihenschaltung von L1 und C1 nicht zum Kondensator
C2, sondern zur Induktivität L4 parallel geschaltet".
Diese Systeme haben zwei Resonanzfrequenzen, die derart bestimmt werden, daß das Verhältnis χ
dieser Frequenzen wenigstens annähernd eine vorzugsweise kleine ganze Zahl, insbesondere 2 für eine
offene Pfeife und 3 für eine gedeckte Pfeife, ist. Durch passende Wahl der Werte der Kapazitäten,
Induktivitäten und Widerstände einschließlich der Verlustwiderstände können die Anschwing-Zeitkonstanten
(Inkremente) der Schaltungsanordnung für die beiden Resonanzfrequenzen ein wenig unterschiedlich
gewählt werden, derart, daß dann die Frequenz des Oszillators nach dem Eindrücken der
Taste von der einen auf die andere Resonanzfrequenz übergeht. Die Wahl der Schaltelemente bestimmt so
das Ansprechen der Pfeife und der Formanten unmittelbar beim Anschlagen der Taste und im anschließenden
Dauerzustand. Wenn der Widerstand R3 einstellbar ist, kann das Verhältnis zwischen den Anschwing-Zeitkonstanten
derart eingestellt werden, daß das Spucken in einem gewünschten Maße auftritt.
Die Schaltungsanordnung nach Fig.5 ist insbesondere zur Nachbildung von Zungenpfeifen geeignet.
In dieser Schaltungsanordnung wird die Speisespannung über einen von der Taste betätigten
Schalters einem KondensatorC2 zugeführt, wobei
der Verbindungspunkt dieses Kondensators einerseits mit dem Kollektor des Transistors Tr und andererseits
mit der Induktivität L4 verbunden ist, deren anderes Ende über einen Trennkondensator C5 an
der Basis des Transistors Tr liegt, die einerseits über einen Widerstand R1 mit dem Kollektor und andererseits
über einen Widerstand R2 mit der anderen Klemme der Speisespannung verbunden ist. Der Verbindungspunkt
der Induktivität L4 und des Trennkondensators C5 liegt über einen Kondensator C4 am
Parallelresonanzkreis, der durch die Induktivität L1, den Kondensator C1 und den Emitter des Transistors
Tr1 gebildet wird. Das andere Ende des Parallelresonanzkreises
ist mit dem Widerstand R2 und dem Kondensator C2 verbunden. Der einfache Resonanzkreis,
der durch die Induktivität L1 und den Kondensator C1 gebildet wird, kann naturgemäß auch mehrfach
ausgebildet sein.
Beim Eindrücken einer Taste wird der Kondensator C2 über einen Widerstand R3 aufgeladen, wodurch
die Gleichspannung des Generators allmählich zunimmt und sich somit die Steilheit des Transistors
langsam ändert, so daß insbesondere beim Einsatz starke nichtlineare Effekte auftreten, die für eine
Zungenpfeife kennzeichnend sind.
Da insbesondere bei Regalstimmen keine harmonische Beziehung zwischen den Resonanzfrequenzen
der Becher und der Zungen zu bestehen braucht, sollen auch die Verhältnisse der Resonanzfrequenzen
nicht immer genau kleine ganze Zahlen sein.
Claims (6)
1. Einrichtung zur Nachbildung der Ein- oder Ausschwing-Vorgänge natürlicher Orgelpfeifen
bei einem elektronischen Musikinstrument mit Generatoren, denen Formantfilter nachgeschaltet
sein können, dadurch gekennzeichnet, daß das Amplitudenverhältnis der Grund- und
Oberwellen eines Klanges entweder bei den Generatoren bzw. bei den Formantfiltern mittels
eines mit dem Tastenanschlag betätigten Elementes dadurch verändert wird, daß diese Änderungen
entweder vom Tastenhubweg abhängig sind oder von diesem unabhängig durch Tastenanschlag
zunächst eingeschaltet und über ein Zeitglied verzögert wirksam werden.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein die Tonhöhe bestimmendes
komplexes Signal dem Formantfilter kontinuierlich zugeführt wird und daß dessen Gütefaktor
beim Eindrücken der Taste derart geändert wird, daß das Ausgangssignal erst dadurch einen erkennbaren
Wert erhält.
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein die Tonhöhe des Generators
bestimmendes Resonanzfilter verändert wird.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Resonanzfilter zwei Resonanzfrequenzen
aufweist, deren Anschwing-
Zeitkonstanten sich etwas unterscheiden, derart, daß eine Resonanzfrequenz die endgültige Tonhöhe
des Generators bestimmt und die höhere(n) Resonanzfrequenz(en) den bzw. die endgültigen
Formanten bestimmt bzw. bestimmen.
5. Einrichtung nach Anspruch I5 3 oder 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die in ihrem Amplitudenverhältnis geänderten Frequenzen sich
wenigstens annähernd wie kleine ganze Zahlen, z. B. 1:2 oder 1:3, verhalten.
6. Einrichtung nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der den Gütefaktor beeinflussende Widerstand eine Cadmium-Sulfid-Zelle ist, deren
Belichtung beim Eindrücken der Taste verändert wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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