-
Die Erfindung bezieht sich auf eine elektrische Widerstands-Schweißvorrichtung
mit einem die eine Elektrode tragenden Gestell und mit einem in diesem beweglichen
Rahmen, der entgegen der Kraft einer Rückstellfederung durch einen Antrieb in die
Betriebsstellung verstellbar ist und an dem ein Elektrodenarm schwenkbar gelagert
ist, der die andere Elektrode trägt und sich am Rahmen über eine einstellbare Feder
abstützt.
-
Bei einer bekannten elektrischen Widerstands-Schweißvorrichtung dieser
Art stützt sich die Feder mit dem unteren Ende auf den Elektrodenarm und mit dem
oberen Ende auf ein Widerlager ab, das am Rahmen durch eine Schraubenspindel auf
und ab verstellbar ist. Das führt dazu, daß der Elektrodenarm seine Lage ändert,
wenn man das Widerlager verstellt, damit die Feder beim Schweißvorgang je nach der
Richtung der Verstellung weicher oder härter auf das Werkstück wirkt. Es ist aber
erwünscht, daß der Elektrodenarm stets ein und dieselbe Ausgangslage einnimmt, in
der sich das untere Ende der Elektrode in der Höhe des Schwenkpunktes des Elektrodenarmes
befindet. Denn wenn diese Bedingung erfüllt ist, tritt beim Auftreffen der Elektrode
auf das Werkstück der geringste Schlupf zwischen der Elektrode und dem Werkstück
ein.
-
Es ist ferner eine elektrische Widerstands-Schweißvorrichtung mit
einem die eine Elektrode tragenden Gestell und mit einem in diesem beweglichen Rahmen
bekannt, der durch einen Antrieb in die Betriebsstellung verstellbar ist und einen
mit der anderen Elektrode versehenen Elektrodenarm trägt, auf den eine vom Rahmen
getragene Druckfeder wirkt. Bei dieser bekannten Schweißvorrichtung bleibt die Stellung
des beweglichen Elektrodenarmes unverändert, wenn man die Elektrodendruckfeder verstellt.
Der Elektrodenarm ist dabei aber nicht schwenkbar. Vielmehr ist der ihn tragende
Rahmen in dem Gestell auf einer Gleitbahn verschiebbar. Das hat aber den Nachteil,
daß der Elektrodendruck in hohem Maße von der gleitenden Reibung des Rahmens im
Gestell abhängt. Diese Reibung kann sich aber innerhalb weiter Grenzen ändern.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Gerät so auszugestalten,
daß sich der beim Schweißvorgang von den Elektroden auf das Werkstück ausgeübte
Druck innerhalb weiter Grenzen auf einen bestimmten Wert einstellen läßt, ohne daß
sich dabei der Abstand der Elektroden verändert.
-
Diese Aufgabe wird nun dadurch gelöst, daß erfindungsgemäß die Feder
auf einen Hilfshebel drückt, der an einer vom Schwenkpunkt des Elektrodenarmes entfernten
Stelle an dem beweglichen Rahmen gelagert ist und die Federkraft auf den Elektrodenarm
mittels eines zwischen dem Elektrodenarm und ; dem Hilfshebel angeordneten Kupplungsteiles
überträgt, das an einer Fläche des Elektrodenarmes verschiebbar und dessen Abstand
von den Schwenkpunkten in Längsrichtung des Hilfshebels verstellbar ist. i Durch
diese Ausgestaltung ist erreicht, daß der Elektrodenarm seine Lage nicht ändert,
wenn man an dem in seiner Ausgangsstellung befindlichen Rahmen die Feder verstellt,
um sie beim Schweißvorgang weicher oder härter auf das Werkstück wirken zu lassen.
Auch ist dabei der Mangel vermieden, daß der Elektrodendruck etwa von der Reibung
einer Gleitführung abhängt. Er kann daher sehr genau eingestellt werden, was den
Vorteil bietet, daß bei den aufeinanderfolgenden wiederholten Schweißvorgängen Drücke
gleicher Größe ausgeübt werden. Die Reibung der Teile, insbesondere die Reibung
der Elektroden des Gerätes am Werkstück, hat nur einen sehr geringen Einfluß auf
den Schweißdruck.
-
Auch bietet die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Widerstands-Schweißvorrichtung
die Möglichkeit, den Elektrodendruck in sehr weiten Grenzen zu verstellen, ohne
daß der Anstieg der Federkraft sich ungünstig auswirkt.
-
Der Verlauf der Kraftübertragung, die Erzeugung der Federkraft und
die Anordnung und Lagerung der den Schweißvorgang auslösenden Mittel führen dabei
zu Betriebseigenschaften, die eine Leichtigkeit und Genauigkeit der Wirkung zur
Folge haben, wie sie bisher nicht erreichbar waren.
-
Die Erfindung sei nunmehr im einzelnen an Hand zweier Ausführungsbeispiele
erläutert, die in den Zeichnungen dargestellt sind. In diesen zeigt F i g. 1 eine
schaubildliche Darstellung der Schweißvorrichtung mit schematisch dargestellten
Teilen, F i g. 2 den waagerechten Teilschnitt nach der Linie 2-2 der F i g. 3, F
i g. 3 den lotrechten Schnitt nach der Linie 3-3 der F i g. 2, wobei sich die Teile
in der Ruhelage befinden, F i g. 4 eine der F i g. 3 entsprechende Darstellung der
Vorrichtung, deren Teile sich in der Betriebsstellung befinden, und F i g. 5 einen
Aufriß einer anderen Ausführungsform der elektrischen Schweißvorrichtung nach der
Erfindung, teilweise in einem lotrechten Schnitt.
-
Das Gestell 20 der in den F i g. 1 bis 4 gezeigten Ausführungsform
der Schweißvorrichtung nach der Erfindung hat einen Fuß 21 und eine lotrechte Gleitführung
in Gestalt zweier Stangen 23, die parallel zueinander verlaufen und mit ihren unteren
Enden in Bohrungen des Fußes 21, mit ihren oberen Enden aber in dem oberen Teil
24 des Gestells befestigt sind. Das Gestell 20 trägt ferner vor seinem Fuß 21 eine
feste Elektrode 25, die bei 26 isoliert und an eine elektrische Anschlußleitung
27 angeschlossen ist.
-
Auf der Gleitführung 23 des Gestells 20 ist ein Rahmen 28 auf und
ab beweglich geführt. Er besteht aus einer oberen Platte 29, Seitenwänden 30, einer
Rückwand 31 und einer Bodenwand 32. Die Seitenwände 30 sind durch eine waagerechte
Querstange 33 verbunden, deren Zweck später erläutert werden wird. Die aufrechte
Rückwand 31 hat vorzugsweise Bohrungen zur Aufnahme von Lagerbuchsen 34, die mit
Gleitsitz auf den Stangen 23 sitzen und daher den Rahmen 28 auf dem Gestell 20 genau
führen. Zwischen dem Fuß 21 und der Bodenwand 32 des auf und ab beweglichen Rahmens
ist eine Druckfeder 35 eingesetzt, die den Rahmen 28 für gewöhnlich in einer Ruhestellung
zu halten sucht, in der er sich im Abstand über dem Fuß 21 befindet. Entgegen der
Kraft der Feder 35 kann der bewegliche Rahmen 28 aber auf dem Gestell 20 durch einen
Antrieb abwärts in die Betriebsstellung bewegt werden. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel
besteht dieser Antrieb aus einem Fußhebel 36, der unter der Vorrichtung angeordnet
sein kann, z. B. auf dem Fußboden, wenn die Schweißvorrichtung auf einem Tisch ruht.
Der Fuß 21 kann eine Öffnung 37 haben, durch die ein Zugseil 38 hindurchgeht,
das den Fußhebel 36 mit
der Bodenwand 32 des beweglichen
Rahmens 28 verbindet.
-
In dem beweglichen Rahmen 28 ist dicht an dessen oberen Ende links
bei 41 ein Hilfshebel 40 schwenkbar gelagert, dessen freies Ende - beim vorliegenden
Ausführungsbeispiel das untere Ende - vorzugsweise mit einem Ansatz 42 versehen
ist, der von dem einen Ende einer Schraubendruckfeder 43 umgeben ist. Mit ihrem
anderen Ende umgibt diese Feder das Ende einer Einstellschraube 44, die in einer
Gewindebohrung der Querstange 33 eingeschraubt ist und die einen Ansatz 45 hat,
an den sich die Schraube 43 mit ihrem Ende anlegt. Um die Schraube 44 in ihrer Einstellage
zu verriegeln, trägt sie eine Gegenmutter 46. Man kann den Druck der Feder 43, der
auf den Hebel 40 ausgeübt wird, daher genau bemessen und einstellen.
-
Ein zweiter Hebel 50, der Elektrodenhebel, ist am beweglichen Rahmen
28 bei 51 schwenkbar gelagert. Dieser Lagerpunkt 51 ist seitlich und in lotrechter
Richtung gegenüber dem Lagerpunkt 41 des Hilfshebels 40 versetzt. Vorzugsweise hat
der Elektrodenhebel 50 eine L-förmige Gestalt. Sein unterer waagerechter Schenkel
32 erstreckt sich im Abstand unterhalb des unteren Endes des Hilfshebels 40 und
der Querstange 33 und ist mit der Bodenwand des beweglichen Rahmens 28 durch eine
Zugfeder 53 verbunden, die den Hebel 50 im Uhrzeigersinn mit Bezug auf die F i g.
3 und 4 zu verschwenken sucht. Ein oberer Teil 54 des Hebels 50 verläuft vor dem
Hilfshebel 40 im Abstand von diesem und trägt einen nach außen ragenden Arm 55,
auf dem die bewegliche Elektrode 56 angeordnet ist. Diese ist mit einer Anschlußleitung
57 zur Stromzuführung verbunden.
-
Der Druck, mit dem die Elektroden 25 und 56 im Augenblick des Schweißvorganges
auf das zwischen ihnen befindliche Werkstück 73 .(F i g. 4) drücken, ist genau einstellbar.
Diese Einstellung erfolgt durch ein zwischen den Hebeln 40 und 54 eingefügtes Stellwerk.
Dieses besteht bei dem in den F i g. 3 und 4 gezeigten Ausführungsbeispiel aus einer
Schraubspindel 60, die ein zwischen den Hebeln 40 und 54 befindliches Kupplungsstück
61 in Gestalt einer Walze (F i g. 2) trägt, die vorzugsweise an .den beiden Hebeln
anliegt. Die Schraubspindel60 ist drehbar, aber gegen Verschiebung gesichert in
einem Halter 62 gelagert, der um eine waagerechte Achse 63 schwenkbar an der Oberplatte
29 des beweglichen Rahmens 28 gelagert ist und mit Spielraum ,durch eine Öffnung
.dieser Oberplatte 29 hindurchgeht. Die Schraubspindel trägt einen Einstellknopf
64, mix dessen Hilfe man sie von Hand drehen kann. Da sie in eine quer verlaufende
Gewindebohrung der ,das Kupplungsstück 61 bildenden Walze eingreift, wird dieses
Kupplungsstück durch die Drehung der Schraubspindel zwischen .den beiden Hebeln
40 und 54 aufwärts oder abwärts verstellt.
-
Mit der .Schraubspindel 60 ist ein Zählwerk 66 gekuppelt, das von
dem beweglichen Rahmen 28 getragen wird und die Anzahl der Umdrehungen und deren
Bruchteile zählt, welche die Schraubspindel bei der Drehung von der Ausgangslage
aus zurücklegt. Zum Zwecke dieser Kupplung ist auf der Schraubspindel 60 ein Kettenrad
67 und auf dem Zählwerk 66 ein Kettenrad 68 befestigt, und über die beiden Kettenräder
läuft eine Kette 69. Das Zählwerk 66 ist am besten so geeicht, daß es in Verbindung
mit einer Schraubspindel von 100 Gewindegängen bei jedem Schaltschritt ein zehntel
Umdrehung der Schraubspindel 60 anzeigt. Diese Eichung des Zählwerks läßt sich auf
dessen Skala ablesen, und diese bietet daher die Möglichkeit, die Schraubspindel
in jede gewünschte Stellung zu bringen und von dieser ausgehend sie wieder in die
Anfangsstellung zurückzuverstellen. Diese Möglichkeit einer Zurückstellung weist
eine so hohe Genauigkeit auf, daß ein etwaiger Fehler weniger als 5 % beträgt. Gesteuert
wird die Schweißvorrichtung durch einen Schalter 70, bei dem es sich vorzugsweise
um einen Differential- oder Kippschalter handelt, dessen Stößel 71 für gewöhnlich
durch den Hebelarm 52 einwärts gedrückt wird. Dabei befindet sich der Schalter 70
in der geöffneten Stellung. Schwingt der Hebel 52 aber mit Bezug auf die F i g.
3 und 4 im Uhrzeigersinn, dann gibt der Hebelarm 52 den Stößel 71 des Schalters
70 frei, wodurch dieser eingeschaltet wird und den Schweißvorgang herbeiführt.
-
Will man die Vorrichtung in Betrieb nehmen, so muß man zunächst die
zu verschweißenden Werkstücke 73 auf der Spitze der unteren ortsfesten
Elek-
trode 25 in die richtige Stellung bringen und dann den auf und ab beweglichen
Rahmen 28 entgegen der Wirkung der Feder 35 herabdrücken. Dadurch wird der Stromstoß
ausgelöst, der die Werkstücke 23 auf Schweißtemperatur erhitzt. Beim vorliegenden
Ausführungsbeispiel geschieht dies, indem man auf den Fußhebel 36 drückt.
Dadurch wird das Zugseil 38
herabgezogen und der Rahmen 28 auf der Gleitführung
23 abwärts bewegt. Sobald sich die obere Elektrode 56 an die Werkstücke 73 anlegt
und diese gegen die untere Elektrode 25 anklemmt, wird die Spitze der Elektrode
56 daran gehindert, sich zusammen mit dem Rahmen 28 weiter abwärts zu bewegen. Zieht
man diesen nun weiter herab, dann hat das zur Folge, daß die beiden Hebel 50 und
40 entgegen der Kraft der Feder 43 in der in F i g. 4 gezeigten Weise kippen. Dabei
gibt der Hebel 50 mit seinem Arm 52 den Schalter 70 frei, wodurch dieser sich schließt
und den .Stromstoß auslöst. Wie groß der dabei auf die Werkstücke 73 ausgeübte Druck
ist, hängt von der Lage des Kupplungsstückes 61, also vom Abstand dieses Kupplungsstückes
von den beiden Schwenkachsen 41 und 51 der Hebel ab. Der zwischen der beweglichen
Elektrode und der festen Elektrode erzeugte Schweißdruck wird nämlich durch die
Formel ausgedrückt:
In dieser Gleichung bedeutet Fs die von der Feder 43 ausgeübte Kraft, die durch
die Elemente 44 und 46 vorher eingestellt ist; d, den Abstand der Schwenkachse 41
des Hebels 40 von der Richtung, in der die Feder 43 auf den Hebel 40 wirkt,
wobei dieser Abstand die Länge des Armes des Drehmomentes darstellt; d2 den Abstand
der Schwenkachse 41 von der Stelle, an der das Kupplungsstück 41 am Hebel
40 anliegt, wobei dieser Abstand die Länge des Hebelarmes bedeutet; d3 den Abstand
der Schwenkachse 51 des Hebels 50 von der Stelle, an der an diesem das Kupplungsstück
61 anliegt, wobei dieser Abstand einen Hebelarm für die angreifende Kraft bedeutet
und d4 die Länge des Abstandes der Spitze der beweglichen Elektrode 56 von der Schwenkachse
51,
wobei dieser Abstand ebenfalls die Länge eines Hebelarms darstellt.
-
Da d1 und d4 Festwerte darstellen und gleich groß bemessen werden
können, hängt also der Schweißdruck von der Kraft der Feder 43 und von der Einstellung
des Kupplungsstückes 61 gegenüber den beiden Schwenkachsen 41 und 51 ab. Aus diesem
Grunde kann man den Schweißdruck zwischen weiten Grenzen verändern, etwa im Verhältnis
80: 1. Läßt sich d2 durch Verschieben des Kupplungsstückes 41
zwischen
5 und 45 mm ändern, d3 aber zwischen 45 und 5 mm, dann erhält man einen Schweißdruck
von 9 kg, wenn die Kraft der Feder 43 1 kg beträgt und das Kupplungsstück 61 so
eingestellt ist, daß sich d3 auf 45 mm und d2 auf 5 mm beläuft. Hingegen läßt sich
der Schweißdruck dadurch auf 0,110 kg verringern, daß man das Kupplungsstück 61
dicht an den Schwenkpunkt 51 heranschiebt. Dann nämlich beträgt d3 5 mm und d2 45
mm.
-
Von besonderer Bedeutung ist die Möglichkeit, die Vorrichtung mit
sehr großer Genauigkeit auf die Ausgangslage einzustellen. Dies kann dadurch erfolgen,
daß man die Einstellung der Vorrichtung an dem Zählwerk 66 abliest. Dadurch ist
erreicht, daß bei der Zurückstellung der Vorrichtung in die Ausgangslage die Fehlergrenze
5% nicht überschreitet. Das erfordert eine Einstellgenauigkeit des Kupplungsstückes
61 auf etwas weniger als 0,25 mm. Ist das Zählwerk 66 so geeicht, daß es bei jeder
Zehntelumdrehung der Schraubspinde160 um Eins weitergeschaltet wird und von 0 bis
999 zählt, dann sind 99,9 Umdrehungen der Schraubspindel 60 erforderlich, um den
ganzen Verstellbereich zu umfassen. Dies ermöglicht eine sehr feine Verstellung
mit hoher Genauigkeit. Da das Ablesen des Zählwerkes sehr einfach geschehen kann,
sind Meßfehler weitgehend ausgeschlossen.
-
Ein weiterer Vorteil der Vorrichtung besteht darin, daß die Änderung
der von der Feder 43 ausgeübten Kraft in Abhängigkeit von der Strecke ihres Zusammendrückens
durch die Wirkungsweise der Vorrichtung weitgehend ausgeglichen wird und daher in
engen Grenzen bleibt. Schweißt man eine Reihe von Werkstücken nacheinander, dann
ist daher Gewähr dafür gegeben, daß bei jeder Wiederholung des Schweißvorganges
im Augenblick des Schweißens der Druck wieder in der früheren Größe ausgeübt wird.
Dazu trägt wesentlich der Umstand bei, daß die Reibung im Gestänge, also die an
den Lagerstellen 41 und 51 der Hebel 40 und 50 durch die Lagerreibung
eingeführten Kräfte, die den Schweißdruck beeinflussen, vernachlässigt werden kann.
Denn im Verhältnis zum Hebelarm d1 und zum Hebelarm d4 der beweglichen Elektrode
wirkt die am Gelenkzapfen angreifende Reibung an einem sehr kleinen Hebelarm. Der
von der Feder 43 ausgeübte Schweißdruck wird durch die Reibung daher nur unerheblich
beeinflußt, zumal wenn die Gelenkzapfen in Lagerbuchsen gelagert werden.
-
Auch die vom Schalter 70 auf den Elektrodenhebel ausgeübte Kraft hat
nur eine unerhebliche Wirkung auf die Wiederholbarkeit der Schweißvorgänge mit demselben
Schweißdruck, sofern die Stellung des Schalters 70 mit Bezug auf die Schwenkachse
51 richtig gewählt ist und ein Schalter verwendet wird, dessen Schaltkraft niedrig
ist, etwa ein Kippschalter oder Mikroschalter. Die von dem Schalter 70 für gewöhnlich
ausgeübte Rückstellkraft und die Kraft der Feder 53 gleichen das überhängende Gewicht
der beweglichen Elektrode 52 aus, so daß auch dieses keinen Einfluß auf die Schweißkraft
hat.
-
Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in F i g. 5 dargestellt.
Auch dort hat das Gestell 400, das aus einem Gußstück bestehen kann, einen Fuß
401, aufrechte Wände und eine obere Wand 402 sowie Ansätze 404 und
405, in denen lotrechte Gleitstangen 403 sitzen. Auf diesen gleitet ein auf und
ab beweglicher, aus einem Gußstück bestehender Rahmen 406. Der Teil 407 dieses Gußstückes
hat lotrechte Bohrungen, die bei 408 ausgebuchst sind und mit denen der Rahmen auf
den lotrechten Gleitstangen 403 geführt ist. Ferner hat dieser Rahmen eine obere
Wand 409, Seitenwände und eine untere Querschiene 410, an der eine Schraubspindel
411 befestigt ist. Auf dieser Schraubspindel sitzt eine Mutter 412, die einen Anschlag
für eine Schraubenfeder 413 bildet, die mit ihrem unteren Ende in einem becherförmigen
Ansatz 414 des Fußes 401 abgestützt ist. Die Schraubenspindel 411 ist mit einem
Zugseil 415 verbunden, das durch den becherförmigen Teil 414 nach unten hindurchgeht
und beispielsweise zu einem Fußhebel führt. Die Feder 413 sucht, den auf und ab
beweglichen Rahmen 406 aufwärts zu drücken, und zwar mit einer Kraft, die von der
Einstellung der Mutter 412 abhängt. Der auf und ab bewegliche Rahmen 406 liegt für
gewöhnlich an einem Puffer 416 an.
-
Um eine waagerechte Schwenkachse 418 ist aridem auf und ab beweglichen
Rahmen 406 ein Hilfshebel 417 schwenkbar gelagert, dessen Kopf 419 eine lotrechte
Bohrung hat. In dieser ist drehbar, aber uriverschiebbar, eine Schraubspindel 420
mit ihrem oberen Ende gelagert, während sie mit ihrem unteren Ende in einem Ansatz
421 des Hilfshebels 417 gelagert ist. Ferner ist der Hebel 417 in halber Höhe mit
einem Ansatz 422 versehen, auf den eine Schraubenfeder 423 drückt. Diese Schraubenfeder
läßt sich dadurch einstellen, daß sie sich an dem Kopf 424 einer in den Rahmen 406
eingesehraubten Stellschraube abstützt.
-
Durch eine in der Oberwand 409 des Rahmens 406 vorgesehene Öffnung
425 geht mit Spielraum das obere Ende der Schraubspinde1420 hindurch und trägt eine
Einstellkurbe1426, die sich oberhalb des Rahmens 406 befindet. Mittels dieser Kurbel
kann man die Schraubspinde1420 in der einen oder der anderen Richtung drehen. Das
obere Ende des Hebels 417 hat vorzugsweise einen seitlichen Ansatz 427, der
ein Zählwerk 428 trägt, dessen jeweilige Stellung man durch ein Fenster ablesen
kann. Dieses Zählwerk 428 ist mit der Schraubspindel 420 gekuppelt, z. B. mit Hilfe
von Kettenrädern 429 und 430 und einer Kette 431. Das Zählwerk 428 zeigt daher die
jeweilige Einstellung der Schraubspindel 420 an.
-
Ferner ist an dem auf und ab beweglichen Rahmen 406, um eine waagerechte
Achse 426 schwenkbar, ein Elektrodenhebel 425 gelagert. Die Schwenkachse 426 befindet
sich wesentlich tiefer als die Schwenkachse 418 des Hilfshebels 417. Der Elektrodenhebel
425 hat einen lotrechten Abschnitt 427, dessen Fläche parallel zum Hilfshebel 417
verläuft, wenn die Teile ihre Ausgangslage einnehmen. Ferner hat der Elektrodenhebel
an seinem Abschnitt 427 einen seitlich nach außen vorspringenden Ansatz 428', der
an seinem äußeren Ende eine axiale Bohrung aufweist. In dieser ist drehbar und festklemmbar
ein Zapfen 429' gelagert, der den Halter der
Elektrode 434 darstellt.
An seinem äußeren Ende ist der Ansatz 428' nämlich in Achsenrichtung aufgeschnitten
und durch einen Schlitz 430' abgeteilt, so daß zwei Klemmbacken 431' entstehen,
die durch eine Schraube 432 zusammengezogen werden. Dadurch läßt sich der Elektrodenhalter
429' in jeder gewünschten, durch Längsverschiebung und Drehung eingestellten Lage
festklemmen. An seinem äußeren Ende ist der Elektrodenhalter 429' vorzugsweise gegabelt
und bildet daher zwei Zinken 433, zwischen denen die bewegliche Elektrode 434 mittels
einer Schraube 435 festgeklemmt ist.
-
Am Fuß 401 ist auf einer Isolierplatte 438 ein Block 437 in einstellbarer
Lage durch eine Schraube 439 befestigt. In diesem Block 437 ist ein zylindrischer
Elektrodenhalter 443 verschiebbar und drehbar eingeklemmt. Zu diesem Zweck ist dieser
Block 437 bei 440 mit einem Schlitz versehen, und sein linkes Ende ist derart aufgeschnitten,
daß zwei Klemmbakken 441 entstehen, die durch eine Klemmschraube 442 zusammengezogen
werden können. Diese halten zwischen sich den Elektrodenhalter 443. Dieser ist seinerseits
am Ende gegabelt, und seine Zinken 444, die durch eine Schraube 446 zusammengezogen
werden können, klemmen zwischen sich die feste Elektrode 445 ein.
-
An dem Block 437 ist bei 448 die elektrische Zuleitung 447 angeschraubt.
Der Stromzuführung zur beweglichen Elektrode 434 dient eine Blattfeder 450, die
durch eine Schraube 451 an dem Ansatz 428 und durch eine Schraube 455 an einem Kabelschuh
453 auf dem Fuß 401 befestigt ist. In ihrer Mitte ist die Blattfeder 450 vorzugsweise
an der Querstange 452 des auf und ab beweglichen Rahmens 401 befestigt. Zwischen
diesem und dem Kabelschuh 453 ist sie bogenförmig gekrümmt. An dem Kabelschuh 453
endet eine zweite elektrische Leitung 454.
-
Der Elektrodenhebe1425 hat einen etwa waagerecht verlaufenden Arm
460, der im Abstand vom Hilfshebel 417 rückwärts ragt und mit seinem freien Ende
eine Stellschraube 461 trägt. Diese liegt einstellbar an einem Schalthebel 462 an,
der am Rahmen 406 schwenkbar gelagert ist und seinerseits auf den Stößel
eines Kippschalters oder Mikroschalters 463 zu drücken vermag, der von dem
Rahmen 406
getragen wird.
-
Die Schraubspindel 420 trägt ein zylindrisches Kupplungsstück
465, in dem sie durch eine quer verlaufende Gewindebohrung dieses Kupplungsstückes
hindurchgeht. An diesem Kupplungsstück liegt der aufrechte Abschnitt 427
des Hebels 425 an. Im Gegensatz zu der zuerst beschriebenen Ausführungsform
liegt dieses Kupplungsstück aber nicht an dem Hilfshebel 417 an, sondern
befindet sich in einem gewissen Abstand von diesem.
-
Die Wirkungsweise dieser Ausführungsform ist im wesentlichen dieselbe
wie diejenige der zuerst beschriebenen. Die Einstellung des Kupplungsstückes
465 mit Bezug auf die Hebelschwenkachsen 418 und 426 bestimmt
also die Größe der auf den Elektrodenhebel wirkenden Federkraft.
-
Besondere Bedeutung kommt folgenden Merkmalen dieser Ausführungsform
zu: Die Einstellmittel, nämlich das Zählwerk 428 und die Kurbel 426 werden vollständig
vom Hilfshebel 417 getragen und können daher zusammen mit diesem als Unteraggregat
fertiggestellt werden, das dann als Ganzes in die Vorrichtung eingebaut wird. Die
Mutter 412 legt sich nach Zusammendrücken der Feder 413 als starrer Anschlag an
den Fuß 401 an und verhindert dadurch, daß man durch zu starkes Niedertreten des
Fußhebels nach beendigter Schweißung etwa die Vorrichtung beschädigt. Ein weiterer
Vorteil besteht darin, daß ein Verstellen des Kupplungsstückes 465 keinen Einfluß
auf die Lage der beweglichen Elektrode hat. Ferner stellt die Verwendung der Einstellschraube
461 einen besonderen Vorteil dar. Durch diese Einstellung kann man das Auslösen
des Schalters 463 beim Einklemmen der zu verschweißenden Werkstücke zwischen den
Elektroden 434 und 435 genau beherrschen.
-
Ein weiteres wesentliches Merkmal dieser Ausführungsform ist die Anordnung
der beiden Elektroden in der Weise, daß diese mit ihren Spitzen leicht zueinander
ausgerichtet werden können. Das ist dadurch erreicht, daß jeder der beiden Elektrodenhalter
429 und 443 sowohl in der Längsrichtung verschoben als auch verdreht werden kann.
Man kann daher die beiden Elektroden schräg zueinander einstellen, so daß sie in
konvergierende Lagen gelangen. Das bietet die Möglichkeit, eine Schweißverbindung
in einem Gehäuse oder in irgendeiner Aussparung auszuführen. Es erübrigt sich also
die Notwendigkeit, daß die zu verschweißenden Teile frei und offen liegen müssen,
wie es der Fall ist, wenn die Elektroden nur gleichgerichtet zueinander einstellbar
sind.