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Bei bekanntgewordenen Motorbooten bzw. Gleitbooten wird die Lenkung
des Bootes mittels eines Gleit-Skis, der stabil mit einem Lenker verbunden ist,
durchgeführt. Dieses Lenksystem ist bei langsam gleitendem Boot relativ träge und
hängt wesentlich von der Neigung des skiartig ausgebildeten Fahrzeugs während einer
Kurvenfahrt ab. Die Steuerung dieses skiartig ausgebildeten Bootes wird also ähnlich
wie bei bekannten Wasserskiern durch Verlagerung des Körpergewichtes eingeleitet
bzw. dadurch unterstützt. Bei langsam gleitendem- »Skiboot« werden zwei zur seitlichen
Stabilisierung vorgesehene »Schwimmer« abgesenkt, so daß das. Boot bei Langsamfahrt
durch diese seitlich angeordneten »Schwimmer« gehalten wird. In diesem langsam gleitenden
Zustand ist eine Steuerung des Bootes mit Hilfe des am Bug befestigten und von Hand
drehbaren- Skis nur schlecht, wenn überhaupt möglich (deutsche Patentschrift 1170
273).
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Ein weiter bekanntgewordenes Gleitboot mit Motorantrieb zeigt einen
Bootskörper nach bekannter Art, der durch seine flache und breite Bauweise relativ
schnell ins Gleiten gelangen kann. Die Bedienung und Steuerung dieses Gleitbootes
wird von dem außerhalb des Bootskörpers angebrachten Bedienungsstand aus vorgenommen.
Bei diesem »Ski-Boot« wird ein am Heck angebrachtes Ruder mit Hilfe eines Lenkers
über Bowdenzüge betätigt.
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Durch das Anbringen des Antriebs und des Ruders im wesentlichen als
Einheit am Heck ist bekanntlich insbesondere bei relativ langen Schiffen die Steuerung
des Bootes unbefriedigend. Andererseits muß aber ein Boot, das ins Gleiten kommen
soll, eine relativ leichte und langgestreckte Bauweise haben, womit sich diese beiden
Merkmale nachteilig gegenüberstehen. Das hier geschilderte »Ski-Boot« weist somit
einen langgestreckten relativ flachen Bootskörper auf, um es bei möglichst niedriger
PS-Zahl des antreibenden Motors ins Gleiten bringen zu können (deutsches Gebrauchsmuster
1897 803).
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Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, ein für Gleitfahrt ausgebildetes,
Motorboot zu schaffen, welches insbesondere auch in -relativ rauhem Wasser einfach
zu lenken ist. Insbesondere soll ein kleines Gleitboot geschaffen werden, welches
mit geringer Motorkraft auskommt und trotzdem schnell ins Gleiten kommt.
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Die Erfindung geht zu diesem Zweck aus von einem Motorboot mit für
Gleitfahrt ausgebildetem Bootskörper, mit Antrieb am Heck und einem drehbar gelagerten
Ruder und besteht im wesentlichen darin, daß das Ruder im vorderen Bereich des Bootskörpers
im Wasser steht. Die Ruderwelle kann nach oben durch den Rumpf führen und an ihrem
oberen Ende einen Lenker; wie er z. B. bei Fahrrädern- und Motorrädern bekannt ist,
tragen.
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überraschend hat sich gezeigt, daß ein Motorboot mit für Gleitfahrt
ausgebildetem Rumpf und Heckantrieb und im vorderen Bereich des Bootsrumpfes im
Wasser stehendem Ruder besonders einfach in Gleitfahrt zu balancieren ist. Dies
kommt möglicherweise daher, daß nicht wie bei den bekannten Gleitbooten Antrieb
und Steuereinrichtung am Heck angebracht sind, sondern vielmehr diese beiden Einheiten
weit voneinander entfernt sind. Besonders wichtig ist dabei, daß das Ruder im relativ
ungestörten Wasser, also weit vor der Schraube, läuft.
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Wenn man die Ruderwelle oben mit einem Lenker versieht, können sogar
vollkommen ungeübte Personen sofort mit dem Boot fahren, weil das Fahrverhalten
eines solchen Bootes nach der Erfindung ziemlich genau demjenigen eines Fahrrades
gleicht oder zumindest genauso wie ein Fahrrad auf Änderungen der Lenkerstellung
reagiert.
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In einer praktischen Ausgestaltung der Erfindung ist die Ruderwelle
am oberen Ende in einem vom Bug hochstehenden Spritzwasserschild gelagert. Oberhalb
des Ruders kann im Rumpf eine Ausnehmung sein, und die Ruderwelle kann axial gleitbar
angeordnet sein, so daß das Ruder in dieser Ausnehmung hereingezogen werden kann.
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Bei dem praktisch bewährten Ausführungsbeispiel ist hinter dem Lenker
in an sich bei Motorrollern bekannter Weise ein Gehäuse mittschiffs hochstehend
angeordnet, auf welchem ein Sitz befestigt ist. Der Fahrer des so ausgebildeten
Motorboots sitzt also wie auf einem Motorroller und lenkt das Boot auch in dieser
Weise.
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In den Unteransprüchen sind weitere zweckmäßige Ausbildungen der Erfindung
beschrieben.
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Im folgenden wird die Erfindung unter Hinweis auf die Zeichnung an
einem Ausführungsbeispiel erläutert. In den Zeichnungen zeigt F i g. 1 einen Seitenriß,
F i g. 2 einen Aufriß, F i g. 3 einen Riß von vorn.
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Der Rumpf 10 kann aus Fiberglas bestehen, z. B. in drei miteinander
verbundenen Abschnitten. Am Bug steht ein Spritzschild 11 vor, der Mittelabschnitt
12 nimmt die Antriebseinheit 13 und einen abnehmbaren Sitz 14 auf, und am
Heck sind die Auspuffrohre 15 -sowie ein Lager 17 für das: Heckende der Schraubenwelle
18 vorgesehen. Die Schraube ist mit 19 bezeichnet. Zwei Vertiefungen 20 dienen der
Aufnahme der Füße.
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Als Antriebseinheit kann ein normaler Verbrennungsmotor Verwendung
finden, der aus dem Tank 21 gespeist ist, welcher seinerseits in den Rumpf eingegossen
ist. Der Motor treibt die Abtriebswelle 22, welche durch die Befestigungsplatte
23 hindurchragt. Diese Befestigungs- oder Halterungsplatte 23 sitzt mit einem Winkel
am vorderen Ende des Schraubenwellentunnels 24 an der Unterseite des Rumpfes, und
die Abtriebswelle ist mit der Propellerwelle durch eine flexible Kupplung 26 verbunden.
Weiter in Richtung auf den Bug weist der Rumpf noch eine Ausnehmung 26 auf, die
mit einem Ruderblatt 27 fluchtet. Das Ruderblatt 27 ist unten an der Ruderwelle
28 befestigt, welche ihrerseits durch eine Stopfbuchse 29 im Rumpf führt und oben
in der Ausnehmung 26 zur Verstärkung geführt ist. Das obere Ende der Ruderwelle
28 ist in einem Lager 30 am Spritzschild 11 gehalten. Im Lager 29 befindet sich
ein Längsschlitz 29 ä, und die Ruderwelle 28 weist einen Zapfen 28 a auf, der mit
dem Schlitz zusammenwirkt, so daß das Ruder bei Stellung für Geradeausfahrt nach
oben in die Ausnehmung 26 hochgezogen werden kann, indem man die Ruderwelle 28 hochzieht.
Es könnte auch in einer anderen Ausführung vorgesehen sein, daß eine auf Druck beanspruchte
Feder die Ruderblattanordnung in der oberen Stellung hält und daß sie durch leichten
Druck auf die Handgriffe 40 nach unten geschoben werden kann.
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In einer weiteren Ausführung der Erfindung kann an Stelle der Ausnehmung
für das Ruder eine bei 32 am Rumpf angedeutete Stufe ausgebildet sein, so daß das
Ruder hinter die Stufe hochgezogen werden kann.
Die Schraubenwelle
18 läuft innerhalb des Tunnels 24 im Wasser, und eine Dichtung ist zwischen dem
Rumpf und der Motorhalterungsplatte 23 angeordnet, um das Eindringen von Wasser
in den Motorraum zu verhindern. An den Motor und die ihm zugeordneten Teile kommt
man leicht heran, nachdem man den Sitz abgenommen hat, da unter dem Sitz eine bei
33 angedeutete Öffnung im Rumpf ist, die auch als Luftzufuhr für den Motor dient.
Am Heck des Rumpfes sind Öffnungen 34 vorgesehen, durch welche beim Beschleunigen
auf Grund der Trägheit des Wassers in den Fußwannen 20 angesammeltes Wasser hinausgedrückt
wird.
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Im Bug bei 35, beim Abschnitt des Sitzes bei 36 und im Heck bei 37
ist der Rumpf mit Schaumstoff ausgefüllt, z. B. mit Polystyren, damit der notwendige
Auftrieb im Falle eines Kenterns sichergestellt ist und wobei der Schaumstoff unter
dem Sitz den Fahrer und den gegebenenfalls mitfahrenden Beifahrer gegen die Wärme
und Schallentwicklung des Motors schützt.
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Das Lager 17 am Heckende der Schraubenwelle 18 kann aus Tufnol oder
einem anderen Material bestehen, welches mit Wasser geschmiert wird. Dieses Lager
wird von einem Wellenbock 38 getragen. Dieser Wellenbock 38 kann aus Nylon gegossen
sein, wobei die Schraubenwelle 18 unmittelbar in ihm läuft. Auf diese Weise ist
keine besondere Laufbuchse erforderlich, wodurch der Außendurchmesser des Lagers
und damit auch der Wasserwiderstand verringert wird. Im Heck ist mittig eine Verstärkung
39 eingegossen. Das Boot wird durch Drehen der lenkerartigen Handgriffe 40 gesteuert,
die mittels einer Muffe 41 an der Ruderwelle 28 befestigt sind.
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Die Verdrängung des Bootes ist so groß, daß sie ohne oder mit langsamer
Fahrt ausreicht, das Gewicht des Bootes und das des Fahrers bzw. der Fahrer zu kompensieren.
Weiter ist die Breite so groß, daß eine entsprechende Stabilität gegen Krängen vorliegt,
so daß die Mannschaft aufsteigen und sicher stehen kann, solange das Boot noch nicht
gleitet.
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Bei Normalfahrt gleitet das Boot auf dem Wasser und hebt sich am Bug
ab, so daß etwa nur das hinterste Drittel des Rumpfes sich im Wasser befindet, während
die vorderen zwei Drittel davon frei sind. Dabei ändert sich der Winkel des Hochstehens
und die Wasserberührungsfiäche mit der Geschwindigkeit.
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Alle dargestellten Einzelheiten sind für die Erfindung von Bedeutung,
soweit auf sie Ansprüche gerichtet sind.