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Die Erfindung betrifft eine Schachtel mit sich automatisch öffnendem
Deckel, bestehend aus einer Außenschachtel, die an zwei gegenüberliegenden Schmalseiten
offen ist, und einer an diesen offenen Seiten eingeführten verschiebbaren Innenschachtel,
welche an der Unterseite verschlossen ist und an der Oberseite einen Deckel hat,
der durch ein aufgebrachtes Drehmoment um einen Falz in der Rückwand der Innen schachtel
geschwenkt und somit geöffnet werden kann.
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Bisher werden aus Papier bestehende, ausziehbare Schachteln für Zigaretten,
Bonbons u. dgl. verwendet, bei welchen üblicherweise die Innenschachtel aus der
Außenschachtel herausgeschoben und dann der Deckel der Innenschachtel von Hand aufgeklappt
wird, d. h., es wird von außen ein Drehmoment aufgebracht, durch welches der Deckel
um den Falz geschwenkt und die Schachtel somit geöffnet wird. Dies hat den Nachteil,
daß zum Öffnen der Schachtel und zum Herausnehmen des Inhaltes im Normalfall zwei
Hände nötig sind, und daß - selbst wenn die Außenschachtel auf der Unterseite verschlossen
sein sollte - die Innenschachtel immer noch aus dem oberen Ende herausfallen kann.
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Es ist jedoch bekannt, Schachteln, bestehend aus Außen- und Innenschachtel,
zu verwenden, bei welchen beim Herausschieben der Innenschachtel aus der Außenschachtel
von unten nach oben durch geeignete Vorrichtungen auf den Deckel der Innenschachtel
ein Drehmoment ausgeübt wird, durch welches der Deckel automatisch geöffnet wird.
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So ist bereits bekannt, ein Band aus elastischem Material an der
Deckelrückseite der Innenschachtel und an der Rückwand der Innenschachtel bzw. am
Boden der Innenschachtel zu befestigen (britische Patentschrift 568 649). Ist in
diesem Falle die Innenschachtel völlig aus der Außenschachtel herausgenommen, so
übt das vorgespannte elastische Band zwischen Deckelrückseite, wo es jedoch in einem
bestimmten Abstand von dem Falz als Drehpunkt des Deckels von der Rückwand weg befestigt
sein muß, ùnddér zweiten Befestigungsstelle an der Rückwand oder dem Boden eine
Zugkraft auf den Deckel aus, wodurch dieser zurückge schwenkt wird. Durch Hereinschieben
der Innenschachtel in die AÜßiüic'hchtel wird das elastische Band über die Oberkante
der Rückwand der Außenschachtel gezogen und gespannt, wodurch durch die ständige
Verkürzung des Hebelarmes bezüglich des Falzes als Drehachse beim Einschieben der
Innenschachtel der Deckel in eine schließende Lage zurückgeschwenkt wird. Derartige
Schachteln können zwar mit einer Hand einfach geöffnet werden, jedoch ist es schwierig,
sie auf die gleiche Weise zu schließen.
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Außerdem wird durch das Spannen des elastischen Bandes die Oberkante
der Rückwand der Außenschachtel nach außen gebogen und eine Beschädigung bzw. ein
uneinheitliches Aussehen der Schachtel erreicht. Zudem besteht zwischen Außenschachtel
und Innenschachtel keine Arretierungsmöglichkeit, vielmehr dient die Zugspannung
des elastischen Bandes noch dazu, in geöffnetem Zustand die Innenschachtel aus der
Außenschachtel weiter, wenn nicht ganz, trotz der Wandreibung zwischen Innen- und
Außenschachtel, herauszuziehen.
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Ein weiterer Nachteil wird dadurch offenbar, daß das Band aus elastischem
Material mit dem Papier der Schachtel verbunden werden muß, was insbeson-
dere beim
Aufbringen einer Spannung leicht zum Ausreißen desselben führen kann.
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Daneben ist noch eine andere Anordnung zum automatischen Öffnen eines
Schachteldeckels bekannt (deutsche Patentschrift 613 158), bei welcher aus dem doppelten
Rückenteil der Innenschachtel und einem Teil des Deckels ein Streifen ausgeschnitten
wird, der an seiner Oberkante flexibel an dem Deckel hängt.
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Über diese Innenschachtel wird nun eine Außenschachtel so geschoben,
daß der auf der Rückseite der Innenschachtel herabhängende Streifen durch zwei auf
Abstand stehende Schlitze in der Rückwand der Außenschachtel geführt wird. In der
geschlossenen Schachtelstellung ist die Außenschachtel über den Oberteil der Innenschachtel
geschoben, wobei sie die Deckellasche überdeckt und der obere Schlitz der Außenschachtel
an der Befestigungskante des rückwärtigen Streifens anstößt, so daß ein weiteres
Nachobenschieben der Außenschachtel unmöglich gemacht wird. Außen- und Innen schachtel
sind somit in dieser Stellung fixiert. Wird nun die Schachtel geöffnet, so wird
die Innenschachtel nach oben bzw. die Außenschachtel nach unten geschoben, bis der
untere Schlitz in der Rückwand der Außenschachtel, welcher kleiner ist als das Unterteil
des sich verbreiternden rückwärtigen Streifens der Innenschachtel, gegen den verbreiterten
Teil dieses Streifens drückt.
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Dadurch ist dieser Streifen in seiner unteren Lage fixiert. Durch
weiteres Nachobenschieben der Innenschachtel wird dadurch, daß der Streifen an dem
Deckel hängt, auf den Deckel ein Drehmoment um den Klappfalz ausgeübt, welches den
Deckel nach hinten schwenkt Dadurch öffnet sich die Innenschachtel automatisch.
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Die Nachteile dieser Anordnung sind darin zu sehen, daß der unten
breitere rückwärtige Streifen der Innenschachtel durch den schmalen unteren Schlitz
der Außenschachtel beim Zusammensetzen der beiden Schachteln geführt werden muß.
Dabei muß er entweder schräg oder - falls dies auf Grund des großen Abstandes der
Schlitze nicht möglich sein sollte - in einem gefalteten Zustand eingeführt werden
und dann nach Durchführung durch die beiden Schlitze wieder aufgefaltet werden.
Dies verursacht besonders bei der Herstellung von großen Stückzahlen einen enormen
Zeitaufwand. Zum anderen wird sich der rückwärtige Streifen der Innenschachtel nach
mehrmaligem Öffnen der Schachtel in geschlossenem Zustand nicht mehr an die Schachtel
anlegen, wodurch eine geschlossene Form der Gesamtschachtel nicht gewahrt bleiben
kann. Dies ist insbesondere unangenehm, wenn diese Schachtel in Taschen mitgeführt
wird, wo abstehende- Teile leicht zur Zerstörung der Schachtel beim Herausnehmen
oder Hineinstecken führen können. Das gleiche gilt für die Kanten der doppelten
Rückenwand der Innenschachtel, die dadurch entstanden sind, daß der rückwärtige
Streifen aus der obenliegenden Rückwand ausgeschnitten ist. Ein Ankleben an die
innere Rückenwand wäre ebenfalls zeitraubend und kostspielig, und in die offenliegenden
Räume bis zu dem Boden bzw. den Seitenwänden können Teile eindringen, die Risse
verursachen können, die Schachtel aufbauschen u. dgl. Eine geschlossene Schachtelform
ist weder im geöffneten noch im geschlossenen Zustand gegeben.
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Diese Nachteile können dadurch beseitigt werden, daß an der Oberkante
einer Rückseite der Außenschachtel eine flexible Lasche nach innen umgebogen
wird,
daß ein mit dem Oberteil des Deckels der Innenschachtel verbundener flexibler Streifen,
der zwischen der Rückwand der Innenschachtel und der mit der Lasche versehenen Wand
der Außenschachtel liegt, vorgesehen wird und daß in diesem Streifen eine zum Einführen
dieser Lasche geeignete Aussparung angebracht wird, damit beim Nachobenschieben
der Innenschachtel, d. h. zum Öffnen der Schachtel, die Lasche in die Aussparung
eingreift und bei weiterem Druck von unten auf die Innenschachtel der so fixierte
Streifen auf den Deckel ein Moment ausübt, so daß sich dieser, um den Falz drehend,
automatisch öffnet.
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Dies hat den Vorteil, daß die so geschaffene erfindungsgemäße Schachtel
sehr einfach hergestellt werden kann, was insbesondere für die Erzeugung von hohen
Stückzahlen zu enormen Verbilligungen führt, daß Außen- und Innenschachtel ohne
großen Aufwand einfach ineinandergesteckt werden können und daß sie dann bereits
beim Öffnen automatisch gegen ein Herausfallen nach oben gesichert sind, daß die
Schachtel in geschlossenem Zustand eine Einheit bildet, d. h., es stehen keinerlei
Teile weg, und daß schließlich die Schachtel auf Grund der geschlossenen Außenflächen
noch vor dem Falten bedruckt werden kann.
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Besonders zweckmäßig ist auch eine zweite Sicherungslasche, die beim
automatischen Öffnen den Öffnungswinkel des Deckels begrenzt, wodurch ein zu weites
öffnen des Deckels vermieden wird. Ein weiterhin an der Innenschachtel am Deckel
angebrachter Rand, der in seiner Breite der Wandstärke der Außenschachtel entspricht,
verhindert vorteilhafterweise, daß beim Schließen der Schachtel die Innenschachtel
zu weit in die Außenschachtel hineingeschoben wird, wodurch die obere Lasche der
Außenschachtel unter Umständen außer Eingriff kommen könnte. Die Innenschachtel
ist somit auch gegen ein Herausfallen nach unten aus der Außenschachtel gesichert.
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In der Zeichnung sind beispielsweise Ausführungsformen der Erfindung,
ohne sie darauf zu beschränken, zur Veranschaulichung dargestellt.
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F i g. 1 ist eine perspektivische Ansicht von der Rückseite einer
erfindungsgemäßen Schachtel; F i g. 2 ist eine Seitenansicht einer geöffneten Schachtel;
F i g. 3 ist eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Schachtel, bei
welcher eine Sicherheitseinrichtung vorgesehen ist; F i g. 4 ist eine Seitenansicht
der Schachtel nach F i g. 3 in geöffnetem Zustand; F i g. 5 zeigt in perspektivischer
Ansicht mit Einzelheiten die Außenschachtel A und die Innenschachtel B mit den Sicherheitseinrichtungen
der erfindungsgemäßen Schachtel.
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Wie in F i g. 1 und 2 dargestellt, wird eine quaderförmige Außenschachtel
1 so hergestellt, daß sie an zwei gegenüberliegenden Schmalseiten offen ist und
an der Oberkante 3 einer Rückwand 2 der Außenschachtel eine flexible Lasche 4 vorgesehen
ist, die nach innen zur Innenseite der Rückwand 2 umgebogen wird. Die Innenschachtel
5 ist so bemessen, daß sie in der Außenschachtel 1 gleiten kann. Durch Einschnitte
16 im oberen Teil der Innenschachtel 5 an der Vorderwand und an den Seitenwänden7
wird die Innenschachtel in den unteren Teil 8 und in den Deckel 9 unterteilt, der
um den Falz 11 an der Rückwand 10 der Innenschachtel durch Schwenken geöff-
net bzw.
geschlossen werden kann. An dem Oberteil d des Deckels 9 der Innenschachtel ist
ein Streifenl3 befestigt, der entlang der Rückwand des Deckels 12 zwischen die Rückwände
von Innen- und Außenschachtel führt. In diesem Streifen 13 ist eine Aussparung 15
vorgesehen, die so beschaffen und angeordnet ist, daß beim Nachobenschieben der
Innenschachtel bis zu einer gewünschten Stellung die flexible Lasche 4 der Rückwand
2 der Außenschachtel 1 in die Aussparung 15 des an der Innenschachtel 5 befestigten
Streifens 13 eingreift. Die Lasche 4 hält somit die Innenschachtel 5 über die Unterkante
der Aussparung 15 in der Außenschachtel 1 fest. Erfolgt ein weiteres Nachobendrücken
der Innenschachteil 5 von unten her, so wird durch den zwischen Innen- und Außenschachtel
an dem Oberteil d des Deckels 9 und durch den Eingriff der Lasche 4 in die Aussparung
15 fixierten Streifen 13, der um einen flexiblen, mit der Unterkante der Aussparung
15 zusammenfallenden Falz 14 nach rückwärts umgebogen wird, auf den Deckel 9 der
Innenschachtel 5 ein Moment ausgeübt, wodurch sich der Deckel 9 um den Falz 11 schwenkend
automatisch öffnet. Die erfindungsgemäße Schachtel kann also einfach dadurch geöffnet
werden, daß der Boden der Innenschachtel, wie durch den Pfeil in F i g. 2 gezeigt,
hochgeschoben wird. Zum Schließen der Schachtel wird lediglich die Innenschachtel
in umgekehrter Richtung in die Außenschachtel eingeschoben, wobei der Deckel längs
der Spalte 16 schließt.
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Gegen ein zu weites Nachobenschieben der Innenschachtel 5 in der
Außenschachtel 1, wodurch ein zu weites Öffnen des Deckels 9 eintritt, wird eine
zusätzliche Sicherheitseinrichtung vorgesehen, damit eine Begrenzung der Öffnungsstellung
des Deckels 9 festgelegt ist. Zu diesem Zweck wird unterhalb der Falzung der Innenschachtel
11 eine weitere Lasche a ausgeschnitten, die um ihre Unterkante a' nach außen gegen
die Rückwand 2 der Außenschachtel 1 aufgebogen wird, so daß in geschlossenem Zustand
der Schachtel die Unterkante b des Streifens 13 von der Rückwand 10 der Innenschachtel
und einem kleinen oberen Teil der Lasche a gefaßt wird. Der Abstand der Biegekante
a' der Lasche a von dem Falz 11 bzw. von der Deckeloberseite 9 aus hängt von der
Länge des Streifens 13 ab. Wird nun die Innenschachtel 5 zum Öffnen der Schachtel
nach oben geschoben, so hält die Lasche 4 den Streifen 13 an der Unterkante seiner
Aussparung 15, wodurch auf die beschriebene Art und Weise ein Moment erzeugt wird,
welches den Deckelteil 9 öffnet. Bei weiterem Druck auf die Innenschachtel 5 von
unten schiebt sich die Kante b des Streifens 13 weiter zwischen die Rückwand 10
und die Lasche a, bis sie an der Biegekante a' der Lasche a anstößt.
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Durch diesen Anschlag kann der Deckel 9 nicht über die Lage hinaus,
die er in diesem Zustand hat, geöffnet werden. Außerdem wird durch das Aufsitzen
der Streifenunterkante b auf der Laschenkante a' die durch die Aussparung 15 auf
die Biegekante der Lasche 4 ausgeübte Kraft aufgeteilt.
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Damit die Oberkante der Innenschachtel 5 nicht tiefer als die Oberkante
2 des Außengehäuses geschoben werden kann, wird, wie aus den F i g. 1 bis 5 zu sehen
ist, auf beiden Seiten des Oberteiles d des Deckels 9 der Innenschachtel 5 ein randförmiger
Vorsprung c vorgesehen, dessen Länge etwa gleich der Wandstärke der Außenschachtel
1 ist. Beim Schließen der Schachtel liegt der Rand c auf der Außenschachtel
auf
und verhindert so ein weiteres Hineinschieben der Innenschachtel 5 in die Außenschachtel
1 Die im vorstehenden beschriebene Schachtel hat trotz ihrer neuartigen Bauweise,
indem der Deckel durch Aufbringen eines Drellmomentes automatisch geöffnet wird
und die Innenschachtel gegen ein Herausschieben nach oben oder nach unten aus der
Außenschachtel gesichert ist, die geschlossene Form der bisher üblichen Schachteln
beibehalten können, wobei zu den beschriebenen Vorteilen noch die einfache und rationelle
Herstellung der erfindungsgemäßen Schachtel kommt.