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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung bei mit Klaviatur versehenen
elektrischen Instrumenten, insbesondere tragbaren elektrischen Orgeln, mittels welcher
ein die Klaviatur tragender Rahmen um eine in der Längsrichtung der Klaviatur sich
erstreckende Achse drehbar ist.
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Wenn ein Klavierspieler den Text des Musikstückes zu singen wünscht,
kommt es oft vor, daß er das Klavier stehend spielt. Die Handstellung muß dann notwendig
unbequem werden.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diesen Nachteil zu beseitigen.
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Dies wird erfindungsgemäß durch eine Einstellvorrichtung erreicht,
durch welche der Rahmen in verschiedenen gewünschten Winkellagen an einem Traggestell
festziehbar ist.
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Durch die erfindungsgemäße Einstellvorrichtung wird ermöglicht, den
Rahmen mit der Klaviatur derart zu drehen, daß dieser entweder hauptsächlich waagerecht
zu liegen kommt, so daß ein vor dem Instrument sitzender Musiker beim Spielen seine
gewöhnliche Handstellung verwenden kann, oder den Rahmen mit der Klaviatur derart
zu schwenken, daß er eine zur Hinterseite des Instrumentes nach hinten neigende
Lage einnimmt, wobei der Musiker auch stehend seine gewünschte Handstellung verwenden
kann. Außerdem wendet sich der singende Musiker seinem Auditorium ganz zu, und es
wird somit auch möglich zu sehen, wie der Musiker sein Musikstück vorführt, weil
die Klaviatur dem Auditorium zugewendet wird.
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Die Anwendung klappbarer Tastaturen ist an sich bekannt, jedoch nur
in Verbindung mit einer völlig anderen Aufgabenstellung.
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So ist es bekannt, eine Klaviatur vorzusehen, die in eine Öffnung
in der Vorderseite eines Pianinos hineinklappbar ist, so daß das Pianino, wenn es
nicht gebraucht wird, weniger Platz einnimmt, und die Klaviatur dabei vor Beschädigung,
Staub u. dgl. geschützt wird (deutsche Patentschrift 119 192).
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In einer anderen Anordnung ist der Spieltisch derart drehbar angeordnet,
daß er zum Gebrauch niedergeklappt und aus der Gebrauchslage heraus gegen die Pianinovorderwand
zurückgeklappt werden kann. In dieser zurückgeklappten Stellung soll dabei ein für
künstlerische Ausschmückung geeigneteres Aussehen des Schrankes sowie eine Raumersparnis
gewonnen werden (deutsche Patentschrift 76 946).
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Schließlich ist eine drehbare Klaviatur auch bei einem Tasteninstrument
bekannt, das mit zwei Klaviaturen versehen ist (österreichische Patentschrift 164
837).
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Bei allen bekannten Anordnungen kommt jedoch, ungeachtet der Drehbarkeit
der Klaviaturen für das Spielen, nur die horizontale Lage in Frage.
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Durch die vorliegende Erfindung wurde erkannt, daß auch die Bedienungsmöglichkeit
der Tastatur in einer nicht horizontalen Lage für den Spieler von Vorteil ist und
durch die erfindungsgemäße Einstellvorrichtung wird diese Erkenntnis erstmals für
den Spieler nutzbar gemacht.
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Die Erfindung wird nachfolgend an Hand eines in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispiels beschrieben. Es zeigt F i g. 1 in perspektivischer Ansicht
schräg von vorne und von oben eine elektrische Orgel mit einer Vorrichtung gemäß
der Erfindung, F i g. 2 in etwas kleinerem Maßstab schräg von oben und von hinten
das Instrument in einer Stellung, um von einem stehenden Musiker benutzt zu werden,
F i g. 3 ein teilweise im senkrechten Schnitt gezeigtes Traggestell an der einen
Stirnseite des Instrumentes und F i g. 4 eine teilweise im waagerechten Schnitt
gezeigte Draufsicht des Traggestelles.
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Die auf der Zeichnung dargestellte elektrische Orgel hat eine Klaviatur
1, die von einem Rahmen 2 getragen ist. Im Rahmen ist die erforderliche elektrische
Ausrüstung in einem Raum unterhalb und hinter der Klaviatur 1 angebracht. An den
Anschluß 3 sind ein Verstärker und eine Lautsprecheranlage anschließbar. Mit einem
schwenkbar gelagerten Hebel 4 wird eine Lautstärkekontrolle ermöglicht. Mit 5 ist
ein Notenständer bezeichnet.
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Das Instrument ist von einem Traggestell auf geeigneter Höhe getragen.
Dieses besteht aus an den beiden Stirnseiten 6 des Rahmens gelegenen Beingestellen.
Diese sind einander gleich, weshalb nur das eine hier beschrieben werden soll.
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Das Beingestell 7 besteht aus zwei nach unten und außen divergierenden
Beinen 8, die mit dem oberen Ende an einem Querstück 9, das einen Teil der
Einstellvorrichtung bildet, angebracht sind. Am unteren Ende jedes Beines ist ein
hülsenförmiger Schuh 10 aus Kunststoff angezogen. Am oberen Ende 11 jedes
Beines 8, welches Ende einen etwas kleineren Durchmesser als das Bein im übrigen
aufweist, so daß ein auswendiger Absatz 12 entsteht, ist, z. B. durch Schweißen
oder Löten, ein Nippel 13 mit inwendigen Schraubengewinden 14 eingeführt und befestigt.
Das Beinende 11 ist in eine schräg nach unten, nach außen gerichtete Bohrung 15
im Querstück 9 einführbar. In den Boden 16 der Bohrung 15 ist in deren Achsrichtung
ein Gewindestift 17 eingeschnitten, der an seinem äußeren Ende mit einer sogenannten
inwendigen Sechskante 18 versehen ist, um das Festziehen der Schraube zu
ermöglichen. Das Bein 8 wird mit seinem Nippel 13 an das äußere Ende der
Schraube 17 angeschraubt, bis der Absatz 12 gegen die äußere Partie 19 der Wandung
der Bohrung 15 angepreßt wird.
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Das Querstück 9 ist etwa mittig mit einer waagerechten Bohrung 20
versehen, die mit einem inwendigen Absatz 21 in eine kleinere Bohrung
22 übergeht. Diese bilden Freilauf für eine mit Kopf 23 und Handrad 24 versehene
Klemmschraube 25. Diese ist mit auswendigen Schraubengewinden 26 versehen, die zu
inwendigen Schraubengewinden 27 in einem Zentrumloch 28 in einer in der Innenseite
29 der Stirnwand 6 des Rahmens 1 angebrachten und mit einer Holzschraube
30 befestigten Unterlagscheibe 31 passen. Die Schraube 25 durchläuft
die Stirnwand 6.
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Beim Anziehen der Klemmschrauben 25 der beiden Beingestelle 7, die
koaxial sind, wird das jeweilige Querstück 9 mit dem Kopf 23 gegen den Absatz 21
anliegend, fest gegen die Außenseite seiner Stirnwand 6 gepreßt, weshalb der Rahmen
2 mit der Klaviatur 1 in eingestellter Lage fest verbleibt. Wenn man die Neigung
der Klaviatur 1 zu ändern wünscht, müssen nur die Schrauben 25 mit ihrem
jeweiligen Handrad 24 gelöst und der Rahmen 2 um die gemeinsame Achslinie der Schrauben
25 gedreht werden, bis die gewünschte Neigungslage erhalten wird, wonach die Schrauben
wieder angezogen werden.
Dem Instrument gehört auch ein der Klaviatur
1 überdeckender Deckel (nicht gezeigt), in welchen die Beingestelle 7, nachdem die
Beine 8 von den Querstücken 9 losgemacht worden sind, in Befestigungsklammern eingehängt
werden können. Der Notenständer 5 ist über die Klaviatur 1 hervorklappbar, und der
Hebel 4 ist derart aufschwenkbar, daß er sich parallel mit der Vorderseite des Rahmens
2 erstreckt. Hier ist auch eine Handhabe 32 angebracht, mit der das Instrument getragen
werden kann.