-
Die Erfindung betrifft ein kippbares Prüfgewicht zum Eichen von Brückenwaagen.
Solche Gewichte können als Normalgewichte auf Eichämtern Verwendung finden.
-
Zum Arbeiten mit hoher Genauigkeit (Auflösung 10-6 und höher) ist
es notwendig, daß die Gewichte rasch und unter Umständen auf die gleiche Stelle
der Brücke der Brückenwaage aufgebracht und wieder entfernt werden können. So sollen
in einem bestimmten Fall zwanzig Gewichte von 10 t in kurzer Zeit (etwa 3 bis 6
Minuten) aufgebracht und wieder entfernt werden können. Herkömmliche Mittel, z.
B.
-
Krane, benötigen zum Bewegen der Gewichte das Mehrfache der erwähnten
Zeit. Es sind zylindrische Gewichte bekannt, die gerollt werden können und somit
keines Hebezuges bedürfen. Solche Gewichte haben aber im Gebrauch Nachteile. So
muß z. B. der Schwerpunkt genau im Zentrum des Zylindermantels liegen, und die Gegenrollfläche,
d. h. die Brücke und deren Umfassung, muß genau eben und horizontal sein, sonst
ist die Handhabung beschwerlich und gefährlich. Jede einzuhaltende Stellung des
Gewichtes muß durch geeignete Haltevorrichtungen, z. B.
-
Keile, gesichert werden, da sonst Unfallgefahr besteht. Kleine Höhendifferenzen
zwischen der Brücke und deren Umfassung, wie sie bei solchen Bauwerken und Lasten
infolge elastischer Durchbiegung unvermeidlich sind, erschweren das Handhaben beträchtlich.
Außerdem ist die Ausnutzung der Brückenfläche bei zylindrischen Rollgewichten nicht
gut, da die Höhe der Last durch deren Zylinderform beschränkt ist.
-
Aufgabe der Erfindung ist es, diese Nachteile zu beheben.
-
Diese Aufgabe wird nun bei einem Prüfgewicht der oben bezeichneten
Gattung dadurch gelöst, daß erfindungsgemäß das Gewicht längs seiner Bodenfläche
zwei symmetrisch zur Mittelsenkrechten durch das Gewicht angeordnete, vorspringende
innere Kanten aufweist, derart, daß das Gewicht außer seiner mittleren stabilen
Lage, in welcher es sich mit diesen Kanten auf einer Unterlage abstützt, in zwei
seitliche stabile Lagen um diese Kanten kippbar ist, bei welchen es mit einer Kante
und einer äußeren Begrenzungskante auf der Unterlage aufliegt.
-
Die Erfindung ist nachstehend an Hand der Zeichnung, welche ein Prüfgewicht
im Auf- und Seitenriß schematisch veranschaulicht, näher erläutert. Die Brücke der
Brückenwaage und ihr Umfassungsrahmen sind im Schnitt dargestellt.
-
Das Gewicht 1 ist mit ausgezogenen Linien in seiner senkrechten,
mittleren stabilen Lage dargestellt. Es weist nach oben verjüngte Wände 2, 2 a und
parallele Wände 3, 3 a auf. Die Bodenfläche des Gewichtes 1 weist sieben Kanten
auf, welche sechs zusammenstoßende ebene Flächen begrenzen, wobei diese symmetrisch
zur vertikalen Mittelebene X liegen. Ausgehend von der Symmetrieebene sind zuerst
zwei Flächen 4, 4 a angebracht, welche nach innen eine einspringende Kante und nach
außen mit zwei weiteren Flächen^, 5 a vorspringende Kanten 6, 6 a bilden. Die Flächen
5, 5 a treffen nach außen auf weitere Flächen 7, 7a, mit welchen sie einspringende
Kanten bilden. Die Flächen 7, 7a führen andererseits bis zu den Seitenwänden 2,
2 a, mit welchen sie die Kanten 8, 8 a bilden.
-
Der Abstand der Kanten 6, 6 a voneinander richtet sich nach der Breite
des Zwischenraumes 17 zwischen
den Kanten 18, 18 a der Brücke 10 und des Umfassungsrahmens
9 sowie nach dem aus Festigkeitsgründen notwendigen minimalen Abstand der Belastung
(durch die Kanten 6, 6a) von den Kanten 18, 18a.
-
Die vorspringenden Kanten 6, 6 a und die Übergangskanten 8, 8 a zu
den Seitenwänden 2, 2 a werden zweckmäßig nicht scharf, sondern abgeflacht oder
abgerundet ausgebildet.
-
Aus F i g. 1 ist ferner ersichtlich, daß (gestrichelte Linien) nach
links gekippt das Gewichtl nur über die Kanten 6 a, e a auf dem Umfassungsrahmen
9 aufliegt und daß die Kanten 6 und 8 von der Brücke 10 abgehoben sind.
-
Wird hingegen das Gewicht 1 nach rechts gekippt, so liegt es (ebenfalls
gestrichelt gezeichnet) nur über die Kanten 6, 8 auf der Brücke 10, während die
Kanten 6 a und 8 a vom Umfassungsrahmen 9 abgehoben sind.
-
Das Gewicht 1 hat den Schwerpunkt S (beim Ausführungsbeispiel nach
F i g. 1 beispielsweise auf etwa 40°/o Gesamthöhe H) auf der Höhe h, ab Boden gemessen.
Wird.das..Gewichtl aus der mittleren stabilen Lage beispielsweise nach links gekippt,
so bewegt sich auch der SchwerpunktS nach links, und zwar auf einem Kreisbogen 12
um die Kante 6 a, steigt also zuerst bis zur -senkrechten Lage über der Kante 6
a an, um dann wieder bis zur Lage Se zu fallen, womit das Gewicht 1 eine seitliche
stabile Gleichgewichtslage einnimmt. Wollte man das Gewicht weiter nach links kippen,
so würde der SchwerpunktS erneut in einer Kreisbogenbahn 13 um die Kante8a angehoben.
Der Schwerpunkt müßte bis zum Punkt 14 angehoben werden, womit das Gewicht in eine
labile Lage käme und nach links außen fallen würde. Da der Punkt 14 viel höher liegt
als die mittlere stabile Lage (höchste Stelle des Kreisbogens 12), kann das Gewicht
nicht, infolge gespeicherter Arbeit, über eine der äußeren Kanten 8, 8 a umfallen.
-
Es ist ersichtlich, daß Höhendifferenzen zwischen der Brücke 10 und
dem Umfassungsrahmen 9 nicht stören, solange die Höhendifferenz bei schrägstehendem
Gewicht nicht annähernd die Höhe der angehobenen Kante 6 (bzw. 6a) über der Standfläche
erreicht und somit das Fallen des Schwerpunktes vom höherliegenden Auflager auf
die Höhe Se geringer ist als der Anstieg von der Stellung Se zum Punkt 14.
-
Zweckmäßig wird an den Kanten 8, 8 a (eventuell auch an den Kanten
6, 6 a oder an den Auflageflächen) eine Auflage aus Gummi oder anderem elastischen
und dämpfenden Material angebracht.
-
Zur Erleichterung für das Kippen ist im Gewicht auf beiden Seiten
eine Bohrung 15 zum Einführen einer Stange angebracht. Je eine einspringende Stufe
16 zum Anfassen mit einem Gerät ähnlich einem Wagenheber ist ebenfalls vorgesehen.
Oben in der Mitte der Gewichte kann zweckmäßig eine Schlaufe zum Einhängen eines
Kranhakens angebracht werden.
-
Wird das Gewicht außer Gebrauch genommen, so kann es in einer der
gezeichneten Schräglagen oder in senkrechter Stellung abgestellt werden. F i g.
1 und 2 und die dazu beschriebene Anordnung der Bodenflächen des Gewichtes sind
nur ein Ausführungsbeispiel. Insbesondere sind statt den dargestellten scharfen
Kanten 6, 6 a abgerundete Kanten (z. B.
-
Zylinderflächen) möglich, und die Kanten 6, 16 bzw.
-
6a, 16a können statt durch die ebenen Flächen 5, 7 mittels einer durchgehenden
ebenen oder leicht konvexen
Fläche verbunden sein. Des weiteren
ist es möglich, die Seitenwände 2, 2 a parallel auszuführen.