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Schaltungsanordnung zur automatischen Erzeugung einer Schalt-Steuerspannung
für wahlweise Einstellbarkeit einer Stereo-Empfängerschwelle in Abhängigkeit zur
Antennenfeldstärke Die Erfindung bezieht sich auf Schaltungsanordnungen zur automatischen
Erzeugung einer Schalt-Steuerspannung, mit deren Hilfe bei Empfang von nach dem
Pilottonverfahren gesendeter Stereosignale, wahlweise in Abhängigkeit jeweils vorhandener
Empfänger-Antennenspannung eine Schwelle einstellbar ist, von welcher ab erst eine
stereophone Wiedergabe erfolgen soll.
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- Es ist bekannt, eine solche Stereoschwelle in Verbindung
mit einer Rauschspannungssperre zu erzeugen, wobei ein Sender erst von einer voreingestellten
Mindest-Antenneneingangsspannung ab empfangen wird, so daß zu schwache oder durch
Reflexionen verzerrte Signale nicht verarbeitet werden. Erst bei genügend großem
Rauschabstand, d. h. bei genügend großer Eingangsspannung, wird diese Schwelle
überschritten mit entsprechender Wiedergabe über den Empfänger. Eine Unterscheidung
zwischen ein- oder zweikanaligen Signalspannungen ist hierbei aber nicht gegeben.
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Weiter sind Empfangsschwellen für Stereosignale bekannt wobei die
hierfür benötigte Spannung aus dem Ratiodetektor entnommen. Die für den Ratiodetektor
wesentliche Begrenzereigenschaft ist aber für die Bildung einer Stereo-Empfangsschwell.e
von Nachteil. Bei empfindlichen Empfängern mit früh einsetzender Ratiodetektor-Begrenzung
ist schon von verhältnismäßig kleinen Antennen-Eingangsspannungen ab der zur Bildung
einer umrissenen Schwelle entnommene Spannungsverlauf nicht mehr proportional zur
Antennenspannung. Ist also eine von der Antennenspannung beliebig einstellbare Schwelle
von kleinsten bis zu größten Werten angestrebt, ist aber ein proportional abhängiger
Verlauf besonders wichtig. Da der Umschaltpunkt des Decoders von Monoauf Stereowiedergabe
für die Empfangsschwelle eine direkte Funktion der Ratio-Begrenzerstufe ist, erfolgt
die Umschaltung nur an steilen Stellen der Begrenzerkurve, kann also nur in diesen
Bereichen von z. B. 2 und 10 RV Antennen-Eingangsspannung verschiebbar sein.
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Schließlich sind Anordnungen bekannt, wo die Pilottonspannun,g zur
Erzeugung einer Schwelle ausgenutzt wird, wobei eine Vergrößerung der Pilotspannung
abhängig zur Eingangsspannung nur so lange gegeben ist, als die Ratio-Begrenzerkurve
ansteigt. Ist der Ratiodetektor voll begrenzt, steigt die Niederfrequenz bei Erhöhung
der Antennenspannung nicht mehr an, so daß wiederum nur im kleinen Bereich von z.
B. 2 ... 10 #X eine Umschaltung Mono-Stereo erfolgen kann.
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Allen bisherigen Schwellen zur automatischen Umschaltung des Decoders
von Mono auf Stereo haftet der Nachteil an, daß dem Rückgang des Fremdspannungsabstandes
für Stereosendungen gegenüber Mono um # 20 db nicht Rechnung getragen wird. Dieser
schlic-litere Störspannungsabstand kann nur durch eine höhere Antennenspannung um
# 20 db aufgehoben werden, d. h., eine sinnvolle Umschaltung kann demnach
erst ab z. B. 50 [X Antennen-Eingangsspannung erfolgen, bei starken Reflexionen
sogar erst ab etwa 500 #X.
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Die Erfindung betrifft nun Schaltungsanordnungen zur automatischen
Erzeugung einer Schalt-Steuer-Spannung für. nach dem Pilottonverfahren empfangene
Stereosignale zur wahlweisen Einstellung einer Stereo-Empfangsschwelle in Abhängigkeit
zur jeweils vorhandenen Empfängerfeldstärke und, ist dadurchgekennzeichnet,
daß eine noch ungeregelte, zur Antenneneingangsspannung proportionale Zwischenfrequenzspannung
einen Schalt-Steuerverstärker abgebende,- mit Verstärkerstufe dem Verdoppler- über
'
kreis eines Stereodecoders verbunden ist.
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Es wird hiernach eine zur Antennenspannung proportionale, kleichgerichtete
ZF-Spannung - erforderlichenfalls unter Zwischenschaltung einer zusätzlichen
ZF-Verstärkerstufe
mit Gleichrichter-Diodenausgang - einem Steuerverstärker zugeführt, dessen
Ausgang mit den beiden Dioden im Verdopplerkreis üblichen Stereodecoders zusammengeschaltet
ist.
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In zweckvoller Ausgestaltung wird weiter erfindungsgemäß mittels eines
Potentiometers die Ansprechschwelle für die Freigabe des Pilottons an den Verdopplerdioden
des Decoders in Abhängigkeit von der Antennen-Eingangsspannungeinstellbar gestaltet.
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Das Wesen der Erfindung ist an Hand eines Ausführungsbeispieles und
von Spannungscharakteristiken in den Figuren beschrieben. Es zeigt Fig.
1 ein Prinzip-Schaltbild nach der Erfindung, Fig. 2-den Verlauf einer gleichgerichteten
ZF-Spannung in Volt (V) abhängig zur Antennen-Eingangsspannung (#X), -
F i
g. 3 die, Umschaltcharakteristik für Schwelle am am Ausgang des Steuerverstärkers
nach der Erfindung, F i g. 4 Wirkungsweise der Erfindung an Hand eines Schaltschemas.
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Nach F i g. 1 wird über Antenne 1- das empfangene Stereosignal
demHochfrequenzverstärker2 und nachfolgend mehrstufigen Zwischenfrequenzverstärkern
3,
4, 5 zugeführt, worauf sich üblicherweise Ratiodetektor
6 anschließt, an dessQnAusgang. für S.tereoempfang ausgelegter Decoder
7 zur Trennung beider Niederfrequenzkanäle liegt. Erfindungsgemäß wird nun
hinter der letzten ungeregelten ZF-Verstärkerstufe 4, - falls -erforderlich
über eine weitere selektive ZF-Stufe 8 eine gleichgerichtete. ZF-Spannung
über --in Potentiometer 9 an den Eingang eines Schaltverstärkers
10 gegeben. Dieser Steuerverstärker 10 hat die Aufgabe, die Verdopplerdioden
in einem-Stereo# decoder 7 zu sperren oder freizugeben. Durch wahlweises
Einstellen des Potentiometers 9 kann dieser Umschaltpunkt in Abhängigkeit
von der Antennen-Eingangsspannung ausgewählt werden, von der ab die Stereosignale
zur Wiedergabe gelangen sollen. Liegt die Größe des Eingangssignals der Antenne
unterhalb der vom Potentiometer 9 voreingesteRten Größe, wird dagegen das
Signal nur monophon wiedergegeben. Die Charakteristik der gleichgerichteten ZF-Spannung
in Volt in Abhängigkeit von der Antennen-Eingangsspannung in, Mikrovolt ist in F
i g. 2 dargestellt, während die Umschaltcharakteristik am Ausgang des Steuerverstärkers
10 für Freigabe bzw. Sperrung der Verdoppler-Dioden im Decoder
7 in F i g. 3 gezeigt. Die steile Flanke ist wahlweise erfindungsgemäß
verschiebbar in beiden Pfeilrichtungen- und deutet den Umschaltpunkt von »Mono«-
auf »Stereo«-Wiedergabe an. Durch den gestrichelt markierten »I-Ialtebereich« ist
gewährleistet, daß Störungen, z. B. durch Fleugzeuge -usw., die zur kurzzeitigen
Minderung von Antenneneingang#spennungen führen, keine Umschaltung_2>5te-# reo«-»Mono«
zur Folge haben. Der erforderlichenfalls zusätzlich verwendete ZF-Vergtg;l#er
8 kann gleichzeitig auch für andere, Aufgaben verwendet werden, z. B. Erzeugung
von"'ZF-Regelspannungen, von Feldstärke-Anzeigespannungen od. dgl.
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In- F i g. 4 ist die Wirkungsweise nach der Erfindung an Hand
einer Schaltung gezeigt. Das Stereosignal gelangt von der Antenne 1 - wie
bereits angedeutet über BF- bzw. zwei ZF-Verstärkerstufen 3, 4, erfindungsgemäß
abgezweigt über einen Kondensator 13 - - in zusätzlicher Verstärker-ZF-Stufe
8 nochmals selektiv verstärkt an eine* Diode 14 zur Gleichrichtung. Der Verlauf
dieser Ausgangsspannung ist über der Antennen-Charaktelistik in F i g. 2
gezeigt. Diese positive Spannung wird nun wahlweise einstellbar über das Potentiometer
9 auf den ersten Transistor 15 des Schaltverstärkers 10., gegeben.
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Bei entsprechend positiver Spannung- von beispielsweise 1,2 V -ist
dann der Transistor 15 gesperrt, was einer ganz bestimmten Größe, der Antennen-Eingangsspannung
entsprechen soll, von der ab stereophone Wiedergabe erfolgen soll. Ist nämlich
Transistor 15 gesperrt, so wird der folgende Transistor 16
durch- die,
hohe, negative Spannung an seiner Basis leitend, und die Ausgangsspannung des Schaltverstärkers
10 sinkt z. B. nach F i g. 3 von - 12 V auf etwa 0,4 V ab.
Die Diode 17 im Emitterkreis des Transistor 16 und eine Rückkopplung
über Widerstand 18 dienen in - bekannter W eise 'zur möglichst steilen
Gestaltung der Unischaltflänke. Diese Uni-r schaltflanke kann nun erfindungsgemäß
mittels Potentiometer 9 nach F! g. 3 in beiden Pfeilrichtungen wahlweise
verschoben werden. Im Fall dds leitenden Transistoi 16 gelangt nur eine niedrige
Spannung auf die- Verdopplerdioden 11, 12 des Decoders 7, so daß die
38-kI-Iz-Schwingungen zur Weiterverarbeitung des Sterepsignals -zur Verfügung stehen.
Damit diese 38-kHz-Schwiiigungen nicht kurzschließen, wird deli Dioden
11, 12 die Schaltspannung überein#n 3 8-kHz-Sperrkreis 19 vom
Schaltverstärker 10 her zugeführt. . Di6 von der Antenne
1 kommende Signalspannung wird nebenher in üblicher Weise über die--weitere
ZF-Verstärkerstufe5 und Ratibdetektor6 dem Decoder 7 ebenfalls direkt zugeleitet,
wie in Fig. 4 noch angedeutet.
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Nach der Erfindung kannAso exakt und zugleich wahlweise die Empfangsschwelle
für Sterosignale auf jede Empfangsfeldstärke eingestellt werden,'von der ab sie
stereophon, unterhalb dieser, Schwelle dagegen monophon wiedergegeben werden, womit
also zwischen beiden Sendungsarten an sich auch unterschieden wird. Die Monosender
können ohneEinwirkung einer Schwelle einpfangen werden. Für Stereosendungen kann
nach der- Erfindung jetzt aber die Schwelle beliebig von z. B. 2 RV bis
50 niV Antenneneingangsspannung verschoben werden, was besonders vorteilhaft,
da eben bei Stereosendungen der Fremdspannungsabstand um ## 20 db gegenüber Monosendungen
verschlechtert lZird. Die Erfindung bewirkt aber, daß alle unter der eingestellten
Antenneneingangsspannung als Schwelle einfallenden Sendungeq m , onaural
wiedergegeben werden, womit der hohe Fremdspannungsabstand wie bei Monosendung auftritt.
Auch werden mit Sicherheit jetzt durch ein Rauschen verursachte Störungen nicht
vom Stereoe Indikator angezeigt.