DE1281C - Bremssystem für Eisenbahnfahrzeuge mit einem der Wagenlast proportionalen Bremsdrucke - Google Patents
Bremssystem für Eisenbahnfahrzeuge mit einem der Wagenlast proportionalen BremsdruckeInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B61—RAILWAYS
- B61H—BRAKES OR OTHER RETARDING DEVICES SPECIALLY ADAPTED FOR RAIL VEHICLES; ARRANGEMENT OR DISPOSITION THEREOF IN RAIL VEHICLES
- B61H13/00—Actuating rail vehicle brakes
- B61H13/20—Transmitting mechanisms
- B61H13/30—Transmitting mechanisms adjustable to take account of variation of vehicle weight
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- Mechanical Engineering (AREA)
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Description
1877.
Klasse 20.
HERMANN HEYDRICH in FULDA. Bremssystem für Eisenbahnfahrzeuge mit einem der Wagenlast proportionalen Bremsdrücke.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 24. November 1877 ab.
Der Zweck vorliegender Erfindung ist die Bremswirkung der Eisenbahnfahrzeuge, der jeweiligen
Wagenbelastung entsprechend, auf ein Maximum zu bringen und so das Feststellen der
Räder zu verhindern.
Das Princip des mechanischen Gesetzes: Die Reibung ist proportional dem Normaldruck, war
hier der leitende Gedanke, eine Bremsvorrichtung zu erfinden, bei welcher der Normaldruck,
welcher durch die Tragfedern auf die Axbüchsen ausgeübt wird, im Augenblick des Bremsens direct auf den Radumfang
durch die Bremsklötze übertragen wird. Im gegebenen Augenblick des Bremsens wird der
Axschenkel bezw. die Axbüchse entlastet und die Lauffläche des Rades belastet.
Der Bremsdruck ist immer gleich dem Gewicht des Wagens, abzüglich dem Gewicht der
Axen und Axbüchsen, daher steht die Bremskraft bezw. der Bremsdruck immer in dem Verhältnifs
der Last des Wagenkastens incl. Untergestelles und der Federn.
Um diesen Zweck zu erreichen, sind auf Blatt I die Fig. 1 bis 4 in den vier folgenden
Variationen construirt.
Fig. ι stellt einen Verticalschnitt durch die Axmitte eines Eisenbahnwagens dar. Es befindet
sich zwischen Tragfeder und Axbüchse ein Keil ε; wird derselbe herausgezogen, so
sinkt die Feder, d.h. sie nähert sich dem Axmittel. Ein über der Axe liegender Rahmen a
dient als Querträger bezw. als Querverbindung der Bremsklötze ß; er überträgt die AVagenlast
auf die Bremsklötze ß.
. Die Federmitte bezw. der Federbund γ ist mittelst der verstellbaren Stange δ mit α fest
verbünden. Wird der Keil ε herausgezogen, so sinkt der Federbund γ und mit ihm der Bremsklotz,
d.i. es nähert sich letzterer der Bandage. Liegt der Klotz auf, so ist der Axschenkel entlastet,
und die ganze Last ruht federnd auf dem Bremsklotz und der Bandage. Schiebt man den
Keil wieder zwischen Federbund und Axbüchse, so hebt man den Wagen und hiermit auch den
Bremsklotz von der Lauffläche des Rades. Das Herausziehen der Keile geschieht mittelst Hebel,
welche auf einer an den Axbüchsen gelagerten Längswelle sitzen. Sämmtliche Keile sind durch
Wellen und Querzüge mit einander verkuppelt, und kann durch Loslassen einer Zugstange oder
einer Zugleine jederzeit gebremst werden.
Fig. 2. Ueber der Federmitte ist dieselbe Anordnung wie bei Fig. 1. Statt des Keiles
befindet sich zwischen Federbund und Axbüchse eine excentrische Welle Tj, welche auf der Axbüchse
gelagert ist. Der Krummzapfen steht nach oben, die Feder tragend. Dreht man die Welle, so sinkt das Federmittel bezw. es nähert
sich der Bremsklotz der Lauffläche der Bandage. Mit Entlastung des Axsclienkels tritt die Bremswirkung
ein, wie oben bei Fig. 1 beschrieben. Durch Zurückdrehen der Welle wird die Feder
wieder gehoben und die Bremse ist gelöst.
Fig. 3. Federbund und Bremsklotz sind starr verbunden. Zwischen Feder und Axbüchse
liegt ein elastisch hohler Körper (eigentlich ein Cylinder mit Kolben), hier zwei gewellte
Stahlblechscheiben, ähnlich Manometerplatten, welche mit ihren Rändern dicht verbunden
sind. Ueber und unter den Blechen liegen Kautschukplatten. Ein eisernes Rohr mündet unter die Stahlplatten in das Innere
derselben, und führt hydraulischen oder pneumatischen Druck zwischen die Platten, welcher
die Feder nach oben, d. h. den Wagen und Bremsklötze hebt. Sämmtliche elastische Kissen communiciren
durch die Druckleitung. Wird an irgend einer Stelle der Druck vermindert, so tritt die
Bremse in Thätigkeit.
Fig: 4. Anordnung über der Feder wie bei Fig. ι bis 3. Zwischen Axbüchse und Feder
ist eine stark steigende Schraube t\ eingeschaltet,
deren Mutter im Federbund sitzt, und unten durch einen Zapfen in der Axbüchse gelagert
ist. An der Schraube befindet sich der Hebel ti.
Sämmtliche Hebel des Wagens, sowie des Zuges sind untereinander mit Zugstangen etc. verbunden,
so dafs beim Nachlassen dieser Verbindung die Schraube mit Hebel durch den Wagendruck
gedreht wird, die Feder sinkt und mit ihr legt sich die Wagenlast auf die Bremsklötze. Durch
Anziehen der Verbindungsstangen wird der Wagen wieder gehoben und die Bremse gelöst.
Für Fig. ι bis 4 sind neue Wagenuntergestelle nöthig, bei denen die Langträger aufserhalb
der Axschenkelmitte liegen, und geschieht die Aufhängung der Federn an den Querträgern.
Hierdurch werden die Bremsverbindungsrahmen a gerade, und die Federbunde 7 können direct
Claims (5)
1. Die Bremswirkung ist immer ein Maximum , denn der Bremsdruck bleibt immer unter
100 pCt. und immer über 50 pCt. des Schienendruckes.
2. Das Feststellen der Räder wird bei Anwendung geeigneter Klötze (z. B. Gufseisen von
bestimmter Weichheit) absolut unmöglich, da der Bremsdruck durch Abzug des Gewichts der
Axen und Räder immer unter 100 pCt. des Schienendrucks bleibt, und erfahrungsgemäfs das
Feststellen erst bei ca. 100 pCt. des Schienendrucks erfolgt. Hauptvortheil: Schonung der
Bandagen.
3. Das Geräusch des Bremsens und die Erschütterungen
des Wagenkastens wird bei der horizontalen Aufhängung des oben liegenden Bremsklotzes wesentlich gemildert.
4. Energische Wirksamkeit, da die Bremskraft durch das Wagengewicht immer disponibel,
und da auch die Entfernung der Bremsklötze von der Bandage auf ein Minimum herabgezogen
werden kann.
5. Die Bremsen wirken beim Reifsen des Zuges selbsttätig, da beim Loslassen einer Verbindung
die Wagenlast momentan bremst.
Die Zugvorrichtungen, Kupplungen der Keile etc. lasse ich als bekannt bezw. nicht patentfähig
unerwähnt.
Pa ten τ-Ansprüche:
ι . Die Art und Weise des Bremsens durch Entlastung des Axschenkels, nachdem die Last
auf der Lauffläche des Rades ruht, in dem Umfang des beschriebenen Systems nach Mafsgabe der Zeichnungen und Beschreibung.
2. Die Anordnung des oben liegenden Bremsklotzes bei horizontaler Aufhängung i am
Untergestell.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1281T | 1877-11-23 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1281C true DE1281C (de) |
Family
ID=70918037
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1281DA Expired - Lifetime DE1281C (de) | 1877-11-23 | 1877-11-23 | Bremssystem für Eisenbahnfahrzeuge mit einem der Wagenlast proportionalen Bremsdrucke |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1281C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2951559A (en) * | 1957-02-01 | 1960-09-06 | Roger C Shearman | Braking means for vehicles |
-
1877
- 1877-11-23 DE DE1281DA patent/DE1281C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2951559A (en) * | 1957-02-01 | 1960-09-06 | Roger C Shearman | Braking means for vehicles |
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