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Brillengestell Die Erfindung betrifft ein Brillengestell mit einem
Mittelteil und zwei Ohrenbügeln, die über einen eine vertikale Achse tragenden Ansatz
mit dem Mittelteil verbunden sind.
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Die Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Brillenbügelgelenkes,
das neben dem Einschwenken der Bügel eine wahlweise Einstellung der Inklination
erlaubt. An sich ist diese Aufgabe aus der deutschen Patentschrift 893 415 bekannt.
Dort ist diese Aufgabe dadurch gelöst, daß ein als Kugelgelenk ausgebildetes Ohrenbügelscharnier
zum Einstellen der Inklination mit einer Bohrung versehen wird, in die ein Sicherungsstift
eingeführt wird. Letzterer bildet gleichzeitig eine vertikale Schwenkachse für die
Ohrenbügel. Schwierig ist hierbei das richtige Anbringen der Bohrung, was erst nach
Anpassung am Kopf des Benutzers vorgenommen werden kann. Dadurch entsteht die Gefahr,
daß die Bohrung nicht der richtigen Einstellung entspricht und zur Berichtigung
nachgebohrt werden muß, wodurch in die Verbindung ein unerwünscht großes Spiel gelangt.
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Diese Nachteile beseitigt die Erfindung. Sie schafft ein Brillengestell
aus einfachen Teilen, die ein sofortiges Regeln der Inklination in einfacher Weise
ohne Werkzeuge nach Wunsch des Brillenträgers und zu jeder Zeit erlaubt.
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Der Gegenstand der Erfindung geht aus von einem Brillengestell mit
einem Mittelteil und zwei Ohrenbügeln, die über einen eine vertikale Achse tragenden
Ansatz mit dein Mittelteil verbunden sind, und kennzeichnet sich dadurch, daß auf
dem Außenumfang des Ansatzes zwei koaxiale Achsstummel angeordnet sind und daß in
einer Ausnehmung der Ohrenbügel zwei gegenüberliegende Reihen von Bohrungen vorgesehen
sind, in welche die Achsstummel eingesetzt werden. Der die Achsstummel tragende
Ansatz kann U-förmig oder als liegender Halbzylinder ausgebildet sein. Die Achsstummel
und die diese aufnehmenden Lagerteile können aus einem halbelastischen Werkstoff
hergestellt sein. Der U-förmige oder als Halbzylinder ausgebildete Ansatz kann auch
elastische Arme aufweisen. Ferner kann der die Ausnehmungen bildende Bügelteil zur
Erhöhung der Elastizität geschlitzt sein. Vorzugsweise sind die Achsstummel eines
am Mittelteil angeordneten U-förmigen Ansatzes in die Bohrungen eines hülsenförmigen
Vorderteiles eines zweiteiligen Ohrenbügels eingesetzt, wobei der hintere Teil des
Bügels mit einem Haltestift in eine Lochreihe des Vorderteiles eingreift.
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Der Gegenstand der Erfindung erlaubt, besonders billige Brillengestelle
herzustellen, ohne dadurch der Anpassungsfähigkeit Abbruch zu tun. Tatsächlich bleibt
die Verriegelung in der gewählten Einstellung konstant; sie ist selbst durch äußere
Einflüsse, wie Stoß u. 4-l., keiner Störung unterworfen. Auch sind die Teile für
das Einschwenken und die Inklination der Ohrenbügel unauffällig eingebaut, so daß
sie am Brillengestell nicht auftragen.
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Einige Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt.
Es zeigt F i g. 1 teilweise geschnitten die Anbringung eines Ohrenbügels an dem
Gestell, F i g. 2 in gleicher Weise ein anderes Ausführungsbeispiel, F i g. 3 eine
perspektivische Ansicht eines in Einzelteile zerlegten Gestelles, entsprechend dem
Ausführungsbeispiel der F i g. 2, F i g. 4 einen Teilschnitt einer anderen Ausführungsform.
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Wie F i g. 1 zeigt, besteht das erfindungsgemäße Brillengestell aus
einem Mittelteil 1. und den Ohrenbügeln 2, die am Mittelteil 1 folgendermaßen befestigt
sind: Der Mittelteil 1 trägt beiderseitig auf seiner hinteren Fläche je einen Ansatz
1 e, auf dem zwei koaxiale Achsstummel 1 a und 1 b befestigt sind, die die Gelenkachse
bilden. Der Bügel 2 weist an seinem äußeren Ende eine Ausnehmung auf, die zwei gegenüberliegende
Reihen von Bohrungen 2 a, 2 b, 2 c und 2d, 2e, 2 f besitzt.
Diese Bohrungen sind so angebracht, daß jeder der Haltestiftela und 1b in eine Bohrung
eingreifen kann. Die Neigung des Mittelteils l in bezug auf den Ohrenbüge12 ist
durch die Stellung der Achsstummel in einem der Lager 2 a, 2 b,
2c
geregelt. Um eine Veränderung der Inklination vorzunehmen, ist es nur erforderlich,
einen der beiden oder beide Achsstummel umzusetzen.
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Es kann von den elastischen Eigenschaften der zur Zeit bekannten Kunststoffe,
z. B. der Polyamide oder der Polyolefine, Gebrauch gemacht werden, um einen Lagerwechsel
durch vorübergehende Deformation des Werkstoffes zu ermöglichen.
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In diesem Sinne ist es möglich, mit einem derartigen formveränderlichen
Werkstoff, sei es die Haltestifte 1 a und 1 b, sei es den Hohlraum des Bügels 2,
der die Lagerung 2a, 2b ... umfaßt, auszuführen.
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Die F i g. 2 und 3 zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel.
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Am Mittelteil 1 ist ein Ansatz 1 c angebracht. IYeser Ansatz hat eine
teilweise sphärische Form und trägt die Haltestifte 1 aa und 1 ab.
Das vordere Ende des Ohrenbügels 2 ist mit einer zylindrischen oder sphärischen
Ausnehmung 2 k versehen. Zwei Reihen von Bohrungen 2g und 21i sind in dieser Ausnehmung
angeordnet.
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Vorteilhafterweise hat der Ansatz 1 c die Form eine U oder eines Halbkreises,
so daß seine Schenkel, die die Achsstummel 1 aa und 1 ba tragen, ein wenig
elastisch sind, um den Wechsel der Lagerung zu erleichtern.
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Die F i g. 4 zeigt ein anderes Ausführungsbeispiel, bei welchem der
Ansatz 1 c in einer Kugel 1 d, die diametral gestellte Achsstummel 1 ab und
1 bb trägt, endet.
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Nach Art eines Kugellagers greift diese Kugel 1 d in die kugelige
Ausnehmung 2 k der Bügel 2 ein, wobei die Ausnehmung wieder zwei Reihen von Bohrungen
2 m enthält. Wie in den vorhergehenden Fällen kann auch hier der Wechsel der Lager
durch die vorübergehende Deformation der Haltestreifen 1 ab
und
1 bb erfolgen.
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Die Veränderung der Neigung kann ebenfalls durch die vorübergehende
Deformation der äußeren Enden der Ohrenbügel 2 erfolgen, wobei diese Deformation
durch die Elastizität des Werkstoffes oder durch am äußeren Ende der Bügel vorgesehene
Längsschlitze 2p erleichtert wird.