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Gehäuse mit aufklappbarem und abnehmbarem Deckel Die Erfindung betrifft
ein Gehäuse mit aufklappbarem und abnehmbarem Deckel, insbesondere für Plattenspieler.
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Es ist bekannt, Phonokoffer mit einem Deckel zu versehen. Der Deckel
ist dabei meist mittels eines derart ausgebildeten Steckscharniers mit dem Koffer
verbunden, daß seine beiden Teile getrennt werden können, wenn der Deckel um ein
bestimmtes Maß geöffnet ist. Dieses Abnehmen ist z. B. sinnvoll, wenn ein Lautsprecher
im Deckel vorgesehen ist und der als Lautsprecherbox dienende Deckel vom Gerät getrennt
auf einer geeigneten Unterlage aufgestellt werden soll. Ist der Lautsprecher jedoch
im Gehäuseunterteil angeordnet, ist ein Abnehmen des Deckels weniger wünschenswert,
weil einerseits die Handhabung der üblicherweise verwendeten Scharniere oft Schwierigkeiten
bereitet und weil es andererseits umständlich ist, den Deckel jedesmal abzunehmen
und Platz für seine Ablage finden zu müssen.
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Es sind auch Phonokoffer bekannt, bei denen der Deckel in der geöffneten
Stellung gehalten bleibt, jedoch sind hierzu gesondert zu montierende Deckelstützen
erforderlich. Abgesehen von einem dadurch bedingten Kosten- und Montagemehraufwand
bei der Herstellung, wird auch die Handhabung umständlicher, weil zumindest beim
Schließen des Deckels die Stütze aus einer Rast gelöst werden muß.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Gehäuse mit aufklappbarem
und abnehmbarem Deckel zu konstruieren, das einfach zu handhaben ist und ein Aufstellen
des Deckels erlaubt, ohne ihn vom Gehäuseunterteil trennen zu müssen.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in der Rückwand
des Gehäuseunterteils vorgesehene, senkrecht zum Gehäuseboden verlaufende, nach
unten offene, als Profilnut ausgebildete Kanäle zur Aufnahme von am Deckel angeordneten
Scharnierstiften vorgesehen sind, deren obere Enden als Scharnieraugen erweitert
sind, und daß die Scharnierstifte derart ausgebildet und am Deckel angeordnet sind,
daß sie in den Scharnieraugen schwenkbar, nach einer Öffnung des Deckels um vorzugsweise
90° in den Kanälen absenkbar sind und bei einem Anheben des Gerätes aus den Kanälen
heraustreten.
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Zweckmäßigerweise sitzen die Scharnierstifte quer an den Enden von
in Verlängerung der Deckelrückwand hervorstehenden Armen, die im vorderen Teil um
90° abgewinkelt sind und in diesem Teil parallel zur Deckelebene verlaufen. Die
Scharnierstifte weisen die Form eines Zylinders mit einem dem Durchmesser des Scharnierauges
entsprechenden Durchmesser auf, an dem zwei durch Fortlassen zweier achssymmetrischer
Teile entstandene Führungsflächen in einem derartigen Abstand vorgesehen sind, daß
sie bei geöffnetem Deckel in die Kanäle passen.
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Die Erfindung ermöglicht also, den geöffneten Deckel hinter dem Gehäuseunterteil
abzustellen, ohne ihn vom Gehäuseunterteil trennen zu müssen. Die gesonderte Herstellung
und Montage zusätzlicher Stützelemente für den Deckel wird also eingespart. Abgesehen
davon, daß kein Platz für die Ablage des Deckels gesucht werden muß, besteht ein
weiterer Vorteil, insbesondere bei einem als Lautsprecherbox dienenden Deckel, darin,
daß er nach dem öffnen und Absenken auf einer festen Unterlage steht und nicht umkippen
kann, weil die Scharnierstifte noch in den Kanälen gehalten sind. Außerdem ist nur
der über den Gehäuseunterteil hervorragende Teil des Deckels sichtbar, so daß die
das Aussehen des Gerätes bestimmende Linienführung kaum beeinträchtigt wird. Die
Handhabung ist ebenfalls wesentlich vereinfacht dadurch, daß der Deckel beim Schließen
des Gerätes lediglich parallel zu sich selbst angehoben und zugeklappt werden muß,
ohne daß ein meist mühsames Zusammenfügen der Scharnierteile bzw. die Lösung einer
Rast notwendig ist. Auch eine gegebenenfalls erwünschte vollständige Trennung von
Deckel und Gehäuseunterteil ist auf einfache Weise möglich. Es bedarf hierzu lediglich
eines leichten Anhebens des Gehäuseunterteils, wobei die Scharnierstifte aus den
Kanälen heraustreten. Der Deckel kann dann an einer beliebigen anderen Stelle aufgestellt
werden.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird im folgenden näher beschrieben.
F i g. 1 zeigt den hinteren
Teil eines Gehäuses bei geschlossenem Deckel in geschnittener Seitenanansicht; in
F i g. 2 ist das Gehäuse mit dem um 90° geöffneten Deckel ausgezogen und der abgesenkte
Deckel gestrichelt gezeichnet; F i g. 3 zeigt in einer Ansicht von unten einen Teil
des Gehäusebodens mit einem der als Profilnut ausgebildeten Kanäle und einen Teil
der Deckelrückwand mit einem daran angeordneten Scharnierstift; in F i g. 4 ist
ein an einem von der Deckelrückwand hervorstehenden Arm sitzender Scharnierstift
perspektivisch dargestellt.
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Es ist in F i g. 1 mit 1 der Unterteil eines Plattenspielergehäuses
dargestellt, der durch einen Deckel 2 verschlossen ist. In der Rückwand 3 des Gehäuseunterteils
sind senkrecht zum Gehäuseboden 4 verlaufende Kanäle 5 vorgesehen, deren oberes
Ende als Schamierauge 6 erweitert ist. Die Kanäle sind nach unten offen und weisen
ein im wesentlichen T-nutförmiges Profil auf (F i g. 3). Schamierstifte 7 sitzen
quer an den Enden von in Verlängerung der Deckelrückwand 8 hervorstehenden Armen
9, die im vorderen Teil um 90° abgewinkelt sind und in diesem Teil parallel zur
Deckelebene verlaufen. Die Ausbildung der Scharnierstifte 7 ist in F i g. 4 deutlich
zu erkennen. Sie weisen die Form eines Zylinders mit einem dem Durchmesser des Scharnierauges
6 entsprechenden Durchmesser auf, an dem durch Fortlassen .zweier achssymmetrischer
Teile entstandene Führungsflächen vorgesehen sind. Die zylindrischen Flächen
10 der Scharnierstifte 7 dienen zur Führung in den Scharnieraugen 6 beim
öffnen des Deckels, während der Abstand der parallel zur ; Deckelebene verlaufenden
Führungsflächen 11 so bemessen ist, daß die Scharnierstifte bei einer Öffnung des
Deckels um 90° in die Kanäle passen. An den Armen 9 vorgesehene Anschläge 12 stoßen
beim öffnen des Deckels gegen die Rückwand des Gehäuseunterteils und verhindern,
daß der Deckel nach hinten überfällt. F i g. 2 zeigt das in F i g. 1 dargestellte
Gehäuse nach einer Öffnung des Deckels um 90°. Die Lage des um 90° geöffneten Deckels
nach seinem Absenken ist in F i g. 2 gestrichelt dargestellt. Wird das Gehäuse bei
dieser Stellung des Deckels leicht angehoben, verlassen die Scharnierstifte 7 die
Führungskanäle und Deckel, und Gehäuse sind vollständig getrennt (F i g. 3).