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Kombinierte Abstimm- und Anzeigevorrichtung für AM- und FM-Empfänger
Die Erfindung betrifft eine kombinierte Abstimm-und Anzeigevorrichtung für Funkempfänger
mit kontinuierlicher Abstimmung in mindestens zwei Am-Bereichen und in einem FM-Bereich
und einer Anzeigevorrichtung für den FM-Bereich, bei denen für alle AM-Bereiche
gemeinsam einerseits und für den FM-Bereich andererseits je ein verstellbares Abstimmittel
und eine vom Wellenbereichsschalter betätigte Kupplung vorgesehen sind, wobei diese
Kupplung nur beim Übergang von AM-Empfang auf FM-Empfang oder umgekehrt derart betätigt
wird, daß sie einen für alle Bereiche gemeinsamen Abstimmknopf mit dem für die betreffende
Betriebsweise vorgesehenen Abstimmittel mechanisch verbindet.
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Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Kupplung vorzusehen,
welche zwangläufig in Abhängigkeit von der Stellung des Wellenbereichsschalters
jeweils eines der Abstimmittel mit einem einzigen gemeinsamen Abstimmknopf in Eingriff
bringt.
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Derartige Kupplungen sind an sich bekannt, beispielsweise zeigt die
britische Patentschrift 622158 einen Funkempfänger, der mit mehreren Wellenbereichen
ausgestattet ist und bei dem durch eine vom Wellenbereichsschalter betätigte Kupplung
ein einziger Abstimmknopf entweder mit einem kontinuierlich veränderbaren Abstimmittel
oder mit einem diskontinuierlich veränderbaren Abstimmittel verbunden werden kann.
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Auch sind Drucktastenanordnungen für Radiogeräte bekannt (z. B. deutsches
Patent 966 873), bei denen die auf Taste zu legenden Sender frei wählbar und jeder
Drucktaste zugehörige veränderbare Abstimmelemente zugeordnet sind, wobei beim Drücken
einer Taste der Schaltmechanismus für die Einschaltung der betreffenden elektrischen
Schwingkreise betätigt und außerdem eine jeder Taste zugeordnete Vorrichtung zum
Abstimmen der zugehörigen Abstimmelemente mit einer gemeinsamen Abstimmwelle in
Eingriff gebracht wird. Bei diesen bekannten Anordnungen sind die Kupplungsmuffen
jedoch mit einer Verzahnung versehen, welche bei entsprechender Kupplung mit der
jeweils gegenüberliegenden Verzahnung zusammenarbeiten. Bei diesen Anordnungen kann
bei Eindrücken der Kupplung nicht in jedem Fall ausgeschlossen werden, daß bei der
Abstimmung in bestimmten Stellungen zumindest eine geringe Verschiebung der Abstimmung
erfolgt. Für die UKW-Abstimmung kann aber bereits eine geringe Verstimmung kritisch
sein.
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Ferner ist es bekannt (ETZ-B vom 21. 11. 1953, S.366), den Bereichstasten
eine Reibungskupplung zuzuordnen, die den Antrieb über eine Hebelvorrichtung steuert.
Diese Anordnung ist jedoch aufwendig, sie benötigt zwei Kupplungsscheiben, die außerdem
beweglich angeordnet sind. Darüber hinaus sind bei dieser bekannten Anordnung zwei
bewegliche Hebel mit gleichfalls zwei Zugfedern erforderlich, wobei darüber hinaus
noch eine unerwünschte Zwischenstellung eingenommen werden kann. Schließlich sind
für den genannten Zweck noch Anordnungen bekannt (Funkschau, S. 106, H. 10, 1954),
bei denen die verschiedene Kupplung durch Verändern der Zugspannung der Antriebsseile
für UKW und MW mit Hilfe einer Spannrolle erfolgt. Durch das dauernde Verändern
der Seilspannung findet jedoch eine Änderung der Elastizität des Seiles statt, und
somit haftet mit der Zeit auch das Seil nicht mehr ausreichend an den Übertragungsmitteln
an. Darüber hinaus muß bei dieser Anordnung das Seil für die jeweilig nicht eingeschaltete
Abstimmanordnung auf den zugehörigen Seilscheiben schleifen bzw. die Spannung so
weit erniedrigt werden, däß keine Haftreibung stattfindet.
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Die Erfindung beseitigt alle die genannten Nachteile. Sie ist dadurch
gekennzeichnet, daß die wahlweise Kupplung mit der AM- oder FM-Abstimmung in der
Weise erfolgt, daß eine mit einer Kupplungs-bzw. Friktionsscheibe fest verbundene
Hohlwelle auf der Abstimmwelle, insbesondere auf einem im Verhältnis zur Abstimmwelle
von kleinem Durchmesser gehaltenen Wellenstumpf derselben, in axialer Richtung verschiebbar
und über eine Reibkupplung, insbesondere Blattfederreibkupplung, derart mit der
Abstimmwelle gekuppelt ist, daß beim Umschalten auf die eine Abstimmart (z. B. auf
AM-Abstimmung) mit Hilfe eines vom Wellenbereichsschalter, insbesondere einer Wellenbereichstaste
betätigten Gestänges die Hohlwelle und somit die Kupplungs- bzw.
Friktionsscheibe
unter der Wirkung einer weiteren Feder und entgegen der Wirkung der Reibkupplung
unmittelbar gegen die Antriebsscheibe der zugehörigen Drehkondensatorwelle (z. B.
für die AM-Abstimmung) gedrückt wird und eine Reibverbindung mit dieser hergestellt,
während beim Umschalten auf die andere Abstimmart (z. B. UKW) das Gestänge und somit
die Hohlwelle nebst der Kupplungsscheibe entgegen der Wirkung der weiteren Feder
und unter der Kraftwirkung der - jedoch hierbei noch kraftschlüssig bleibenden -
Reibkupplung so weit in entgegengesetzter Richtung axial verschoben wird, daß zwischen
Abstimmwelle, Hohlwelle, Kupplungsscheibe und der zugehörigen weiteren Drehkondensatorwelle
bzw. -scheibe (z. B. für UKW-Abstimmung) unmittelbar eine Reibverbindung hergestellt
ist.
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Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung, welche ein Ausführungsbeispiel
darstellt, näher erläutert.
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F i g. 1 ist eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels;
F i g. 2 ist eine Seitenansicht der F i g. 1, teilweise im Schnitt.
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Die Abstimmknopfwelle 1 weist an ihrem freien Ende den Drehknopf 2
auf und ist mit einer Schwungscheibe 3 versehen. An dem dem Abstimmknopf entgegengesetzten
Ende ist die Welle 1 von kleinerem Durchmesser gehalten als im vorderen Bereich
und bildet den Wellenstummel 4 (F i g. 2). Auf dem Wellenstummel 4 ist eine aus
zwei ringförmigen Blattfedern gebildete Kupplung 5 aufgeschoben, deren Federkraft
in axialer Richtung wirkt. Gegen diese Feder 5 stützt sich eine in Richtung auf
das dem Bedienungsknopf 2 abgewandte Ende buchsenförmig auslaufende, auf die Welle
4 aufgeschobene Hohlwelle 6 ab. Etwa in der Mitte der Hohlwelle ist ein als Kuppelelement
dienendes, als Hohlzylinder ausgebildetes Gummistück 7 befestigt.
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Ein Gestänge 9, das mittelbar oder unmittelbar, z. B. über eine Wippe
und über zwei Drucktasten betätigbar ist, liegt in der gezeichneten Stellung unter
der Wirkung der Feder 10 der Kupplungshälfte 6, 7 an. Wechselseitig zu dem Gummistück
7 und im Kupplungsbereich befindet sich die als Kupplungsreibscheibe ausgebildete
Antriebsscheibe 11 bzw. 12, die über Scheibe 13 bzw. 14 (F i g. 1) mit der Drehkondensatorwelle
15 bzw. 17 für den AM-Drehkondensatorsatz 16 bzw. den UKW-Drehkondensatorsatz 18
verbunden ist. An der dem Drehkosatz 16 abgewandten Seite der Achse 15 ist vor der
Scheibe 11 und koaxial zu ihr die Seilscheibe 19 angebracht, um welches das Skalenseil
20 geschlungen ist, das über die Umlenkrollen 21 und 22 läuft und den AM-Zeiger
23 betätigt, welcher mit Hilfe einer Zeigerführung 24 geführt ist.
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In. entsprechender Weise ist an der dem Drehko 18 abgewandten Seite
der Achse 17 vor der Scheibe 12 und koaxial zu ihr die Seilscheibe 25 angebracht,
um welche das Skalenseil 26 geschlungen ist, das über die Umlenkrollen 27
und 28 geführt ist und den an demselben befestigten UKW-Zeiger 29 betätigt.
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Zur Betätigung der UKW-Abstimmung wird durch Druck auf eine Taste
der Hebel 9 entgegen der Wirkung der Feder 10 und in der Kraftrichtung der Federn
5 bewegt, so daß das Gummistück 7 gegen die Scheibe 12 gedrückt wird und eine Reibverbindung
herstellt, während der Hebel der Drucktaste z. B. mit Hilfe eines Ansatzes hinter
einer Sperrschiene einrastet.
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Die Abstimmvorrichtung für UKW ist somit durch einen einzigen Druck
auf die Drucktaste betriebsbereit, ohne daß der Abstimmknopf 2 bzw. die zugehörige
Welle irgendwie hineingedrückt oder herausgezogen zu werden braucht, und die gewünschte
Abstimmung kann nun durch Drehen des Abstimmknopfes 2 über den Rotor des Kondensators
18 vorgenommen werden.
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Soll jetzt auf AM umgeschaltet werden, so wird durch Drücken derselben
oder einer weiteren Taste die Sperrschiene angehoben, so daß die Taste in ihre ursprüngliche
Lage zurückkehrt, während unter der Wirkung der Feder 10 der Hebel 9 gegen die Buchse
der Hohlwelle 6 gedrückt wird, welche das Gummistück 7 gegen die Scheibe 11 drückt,
wodurch eine Reibverbindung zwischen beiden hergestellt wird und der AM-Drehko gekuppelt
wird.
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Auf diese Weise kann jetzt die Abstimmung und Anzeige für den AM-Bereich
erfolgen, ohne daß die vorhergehende UKW-Einstellung irgendwie verändert wird.
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Soll z. B. die UKW-Einstellung als Ortssender stets eingestellt bleiben,
so genügt von einer beliebigen AM-Abstimmung her ein Druck auf die Ortstaste, und
der UKW-Sender kann sofort empfangen werden, ohne daß eine unwillkürliche Verschiebung
der Abstimmung erfolgt, die bei Betätigung der Umschaltung z. B. mit Hilfe der Antriebswelle
1 nicht zu vermeiden ist und für die UKW-Abstimmung besonders kritisch ist, da bekanntlich
eine geringe Verschiebung der Abstimmung im UKW-Bereich genügt, um vollständig aus
diesem herauszukommen.