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DE1278923B - Verfahren zur Verbesserung der Trockenbiegefestigkeit von Kaolinen - Google Patents

Verfahren zur Verbesserung der Trockenbiegefestigkeit von Kaolinen

Info

Publication number
DE1278923B
DE1278923B DER38628A DER0038628A DE1278923B DE 1278923 B DE1278923 B DE 1278923B DE R38628 A DER38628 A DE R38628A DE R0038628 A DER0038628 A DE R0038628A DE 1278923 B DE1278923 B DE 1278923B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
kaolin
flexural strength
kaolins
dry
urea
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DER38628A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr-Ing Karl Hermann Mueller
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Rosenthal AG
Original Assignee
Rosenthal AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Rosenthal AG filed Critical Rosenthal AG
Priority to DER38628A priority Critical patent/DE1278923B/de
Publication of DE1278923B publication Critical patent/DE1278923B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B33/00Clay-wares
    • C04B33/02Preparing or treating the raw materials individually or as batches
    • C04B33/13Compounding ingredients

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Ceramic Engineering (AREA)
  • Dispersion Chemistry (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Curing Cements, Concrete, And Artificial Stone (AREA)

Description

  • Verfahren zur Verbesserung der Trockenbiegefestigkeit von Kaolinen Die Erfindung betrifft die Verbesserung bzw. Erhöhung der Trockenbiegefestigkeit von geschlämmten Kaolinen unter Beibehaltung, gegebenenfalls sogar unter wesentlicher Verbesserung der Verflüssigungs-und Bildsamkeitseigenschaften zur Formgebung keramischer Erzeugnisse. Die Bildsamkeit und Trockenbruch- oder -biegefestigkeit der Kaoline ist nicht nur eine Funktion der Teilchengröße, sondern unter anderem auch des Mineralgehaltes der darin enthaltene austauschfähigen Kationen und des Kolloidgehaltes. Die Trockenbruchfestigkeit auch weniger bildsamer Kaoline läßt sich deshalb durch anorganische und organische Zusätze beeinflussen.
  • Es ist bekannt, die Trockenbiegefestigkeit tonmineralhaltiger Rohstoffe durch Zusatz von Natriumcarbonat etwas zu erhöhen. Der Zusatz ist jedoch auf kleinste Mengen bis höchstens 0,1% begrenzt, weil sonst eine merkliche und unerwünschte Verflüssigung im System Feststoff-Wasser-Natriumcarbonat eintritt. Deshalb ist durch den Zusatz von Natriumcarbonat eine Verbesserung der Trockenbiegefestigkeit nur in sehr geringem Maße möglich.
  • Es ist auch bekannt, daß man durch das in frühesten Zeiten der Porzellanherstellung gebräuchliche Mauken der Porzellanmassen mit Jauche oder Moorwasser eine gute Trockenbiegefestigkeit erzielt. Hierfür benötigt man jedoch längere Zeiten, vielfach Jahre, die sich z. B. bei der Herstellung von alten chinesischen Porzellanen auf eine oder zwei Generationen erstreckten.
  • Ebenso es es bekannt, daß sich die Anwesenheit von Humus im Kaolin sehr vorteilhaft auf dessen Bildsamkeit auswirkt, so daß die sehr feinen schmiegsamen Humusteilchen und deren hoher Gehalt an austauschfähigen Kationen, besonders Alkaliionen, als Ursache einer besseren Bildsamkeit des Kaolins anzusehen sind. Daher hat man auch schon versucht, mit Hilfe von Huminsäuren oder deren Salzen, den Huminaten, besonders Alkalihuminaten, die Trokkenbiegefestigkeit von Kaolinen zu verbessern.
  • Auch durch den Zusatz von Celluloseäthern oder stark quellfähigem montmorillonithaltigem Material, wie Bentonit, läßt sich bekanntlich die Trockenbiegefestigkeit verbessern. Eine bekannte positive Wirkung hat auch längeres Mauken tonmineralhaltiger Rohstoffe, wobei durch Ausscheidungen und Zersetzungsprodukte von Mikroorganismen die bildsamen Eigenschaften verbessert werden. Weiterhin ist es bekannt, daß durch Einrühren von Kaolinit in gesättigte wässerige Harnstofflösungen oder Harnstoffschmelzen Harnstoff in das Kristallgitter des Kaolinits zwischen den Silicatschichten eingelagert und der Schichtabstand aufgeweitet wird. Hierbei lassen sich die Bildsamkeit und die Trockenbruchfestigkeit nur dann erhöhen, wenn der Kaolin unter ziemlich umständlichen Maßnahmen von den verhältnismäßig großen Harnstoffmengen durch Auswaschen befreit und darauf noch mechanisch durch Verreiben oder Mahlen nachbehandelt wird. In ähnlicher Weise versuchte man, die Trockenbiegefestigkeit von Kaolin durch den Zusatz von Alkaliacetat, besonders Ammoniurnacetat, zu verbessern.
  • Es wurde nun gefunden, daß man die durch die oben erwähnten langen Behandlungszeiten oder recht umständlichen Maßnahmen zur Vorbereitung des Kaolins bedingten Nachteile vermeiden kann, wenn man der Kaolinsuspension eine wässerige Lösung von geringen Mengen eines Gemisches aus einem Alkalicarbonat, Alkalihuminat und Harnstoff homogen zumischt. Als Alkalisalze der Kohlensäure sowie der Huminsäure verwendet man zweckmäßig hierbei deren Natriumsalze.
  • Am günstigsten erwies sich ein Zusatz eines Gemisches aus 0,111/o Natriumcarbonat, 0,1% Natriumhuminat und 0,0511/o Harnstoff, bezogen auf Festsubstanz Kaolin. Dies geht aus der folgenden Tabelle I hervor.
    Tabelle I Trocken-
    Biegefestigkeit
    kp/cm2
    1. Kaolin ohne Zusatz .............. 16,4
    2. mit 0,10% Natriumcarbonat ...... 21,7
    3. mit 0,10"/o Natriumcarbonat
    -f- 0,05 % Harnstoff ............. - 25,3
    4. mit 0,100% Natriumcarbonat
    * 0,05"/o Natriumhuminat .
    -!- 0,05% Harnstoff . . *********' 29,9
    5. mit 0,10% Natriumcarbonat
    -@ 0,10 "/a Natriumhuminat
    _-f- 0,05% Harnstoff - ......... ,. . . . . 35,4.*).
    *) Mehrmalige Wiederholungen mit der unter 5 an-
    gegebenen Zusammensetzung ergaben Werte zwischen 30
    und 42 kp/cm2.
    Die Trockenbiegefestigkeit dieser Kaolinproben wurde an vakuumstranggepreßten, anschließend bei 40° C getrockneten Rundstäben von 14 mm Durchmesser bei 150 mm Auflageabstand bestimmt. Angegeben sind die Mittelwerte von je zehn Stäben. Das erfindungsgemäß zuzusetzende Gemisch kann entweder der geschlämmten, auf ein Litergewicht von 1130 bis 1200 g eingedickten Kaolinsuspension oder auch später dem nochmals neu aufgeschlämmten Kaolin zugegeben werden. Im letztgenannten Fall empfiehlt es sich, das Gemisch dem zum Aufschlämmen zu verwendenden Wasser zuzusetzen, in welchem dann der Kaolin neu aufgeschlämmt wird. Für die Einwirkung der Zusatzstoffe auf den Kaolin ist mindestens eine Dauer von 1, besser jedoch von 3 Tagen bei normaler Temperatur erforderlich. Erfolgt diese Behandlung in der Wärme (hydrothermale Behandlung), dann ist noch eine weitere Steigerung der Trockenbiegefestigkeit bzw. eine Verkürzung der Einwirkungsdauer möglich. Bei der Anwendung von reaktionsbeschleunigenden Spezial-Rührgeräten bzw. Kolloidmühlen läßt sich die erwähnte Einwirkungsdauer von 1 bis 3 Tagen noch erheblich verkürzen.
  • Vakuumstrangepreßte Stäbe ergeben aus naheliegenden Gründen höhere Trockenbiegefestigkeitswerte mit geringeren Schwankungen als die in Gipsformen von Hand hergestellten Stäbe mit trapezförmigem Querschnitt (DIN51030), an denen die in Tabelle II angeführten Biegefestigkeiten von verschiedenen Kaolinen ermittelt worden sind.
  • Hierzu wurden sieben geschlämmte Kaoline von verschiedenen Lagerstätten und deshalb mit unterschiedlichen ursprünglichen Trockenbiegefestigkeiten in einer gegenüber ihrem Trockengewicht doppelten Menge Wasser suspendiert, worin 0,1% Natriumcarbonat, 0;1% Natriumhuminat und 0,05% Harnstoff (bezogen auf Festsubstanz Kaolin) gelöst waren. Die Einwirkungszeit betrug 3 Tage, worauf bis zum bildsamen Zustand entwässert wurde. Die Stäbe mit trapezförmigem Querschnitt wurden dann von Hand geformt und bei 40° C getrocknet. Die Messung der Trockenbiegefestigkeit erfolgte dann gemäß DIN 51030 bei einem Auflageabstand von 200 mm. Der Bruch von den gemessenen Stäben wurde anschließend nochmals in der auf das Kaolintrockengewicht bezogenen doppelten Menge Wasser ohne weiteren Zusatz aufgeschlämmt, entwässert und in gleicher Weise wie vorher von daraus neu geformten Stäben die Trockenbiegefestigkeit bestimmt. In Tabelle II sind die ermittelten Durchschnittswerte der Trockenbiegefestigkeit von jeweils sechs Stäben angegeben.
    Tabelle 1I
    Trockenbiegefestigkeit in kp/cm2 .
    Kaolin Nr. normal. mit Zusätzen
    zum zweiten Mal
    aufgeschlämmt
    1 11,0 13,3 16,7
    2 15,4 23,8 19;8
    3 4,0 7,6 6,7
    .. 4 12,2 _ ,23,0 _ _ 20,5 . _
    5 _4,8 r ._ __$,ö __ 6,7
    6 8,9 20,7 17,1
    7 11,0 - 20,1 1.6,8
    Durch die Zusätze gemäß der. Erfindung läßt sich also die Trockenbiegefestigkeit von Kaolinen im allgemeinen um den 1,5- bis 2fachen Wert erhöhen. Auch nach nochmaligem Aufschlämmen des erfindungsgemäß behandelten Kaolins bleiben durchschnittlich 85 bis 90% der erhöhten Trockenbiegefestigkeit erhalten, obwohl die Behandlungszeit gegenüber den bisher bekannten Verfahren bei einfachster Verfahrensdurchführung von verhältnismäßig sehr kurzer Dauer ist.
  • Bei den Kaolinen 2, 4 und 6 wird durch den erfindungsgemäßen Zusatz eine verbesserte Bildsamkeit spürbar, während die an sich schlechte Bildsamkeit der Kaoline 3 und 5 durch den Zusatz nicht in befriedigendem Maße verbessert werden kann. Alle nach der Erfindung- verbesserten Kaoline sind durch Drehen verformbar. Ohne den Zusatz war jedoch ein sauberes Verformen der Kaoline 3 und 5 nicht möglich. Auch ein Loslösen der eingedrehten Formlinge aus Kaolin 3 von der Gipsformwandung wurde nur durch die erfindungsgemäße Vorbehandlung des Kaolins erreicht.

Claims (2)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Verbesserung der. Trockenbiegefestigkeit von Kaolinen, dadurch gekennzeichnet, daß man die wässerige Kaolinsuspensiön mit geringen Mengen von höchstens 10/a, bezogen auf Trockensubstanz Kaolin, eines vorher in Wasser gelösten Gemisches aus Alkali-- carbonat, Alkalihuminat und Harnstoff versetzt, 1 bis 3 Tage, gegebenenfalls bei erhöhter Temperatur, stehenläßt und dann bis zum bildsamen Zustand entwässert.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das in Wasser gelöste Gemisch der Kaolinsuspension in solcher Menge zusetzt, daß die Suspension 0,10% Natriumcarbonat, 0;10% Natriumhuminat und 0;05% Harn stoff, bezogen auf Festsubstanz Kaolin, enthält. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Auslegeschrift Nr. 1098 430; Salmang, »Die Keramik«, 1954, S.70; Lipinski, »Das keramische Laboratorium«, Bd. 1; 1949, S. 35; Referat Chemisches Zentralblatt, 1962, S. 1370, »Erhöhung der mechanischen Festigkeit keramischer Massen im Rohzustand«.
DER38628A 1964-08-21 1964-08-21 Verfahren zur Verbesserung der Trockenbiegefestigkeit von Kaolinen Pending DE1278923B (de)

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102009003162A1 (de) 2009-05-15 2010-12-02 Denk Keramische Werkstätten e.K. Vorrichtung zur Verbesserung der Qualität von Wasser
DE102010016933A1 (de) 2010-05-12 2011-11-17 Denk Keramische Werkstätten e.K. Werkzeug zur Verbesserung der Qualität von Wasser

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1098430B (de) * 1958-06-11 1961-01-26 Basf Ag Verfahren zur Erhoehung der Rohbruchfestigkeit von Kaolinen

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DE102009003162B4 (de) 2009-05-15 2018-05-24 Denk Keramische Werkstätten e.K. Vorrichtung zur Verwirbelung von Wasser
DE102010016933A1 (de) 2010-05-12 2011-11-17 Denk Keramische Werkstätten e.K. Werkzeug zur Verbesserung der Qualität von Wasser

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