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DE1278678B - Verfahren zum Enthaaren von tierischen Haeuten oder Fellen - Google Patents

Verfahren zum Enthaaren von tierischen Haeuten oder Fellen

Info

Publication number
DE1278678B
DE1278678B DED46903A DED0046903A DE1278678B DE 1278678 B DE1278678 B DE 1278678B DE D46903 A DED46903 A DE D46903A DE D0046903 A DED0046903 A DE D0046903A DE 1278678 B DE1278678 B DE 1278678B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
skins
hair
sodium
animal hides
hides
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DED46903A
Other languages
English (en)
Inventor
Dipl-Chem Dr Fritz Hahn
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Evonik Operations GmbH
Original Assignee
Degussa GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Degussa GmbH filed Critical Degussa GmbH
Priority to DED46903A priority Critical patent/DE1278678B/de
Priority to NL6602936A priority patent/NL6602936A/xx
Priority to FR54313A priority patent/FR1471837A/fr
Priority to BE678418D priority patent/BE678418A/xx
Priority to GB1336666A priority patent/GB1141987A/en
Publication of DE1278678B publication Critical patent/DE1278678B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C1/00Chemical treatment prior to tanning
    • C14C1/06Facilitating unhairing, e.g. by painting, by liming

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Cosmetics (AREA)

Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. α.:
Nummer:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
C14c
Deutsche Kl.: 28 a -1
P 12 78 678.6-43 (D 46903)
26. März 1965
26. September 1968
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Enthaaren von tierischen Häuten oder Fellen mit einem Äscher auf der Basis reduzierend wirkender Verbindungen, welches eine weitgehende Hautschonung, eine Wiedergewinnung der Haare infolge weitgehender bis vollständiger Haarerhaltung im Äscher, sehr kurze Behandlungszeiten und Vermeidung giftiger Abwässer ermöglicht.
Das Enthaaren von tierischen Fellen oder Häuten mit Hilfe von Reduktionsmitteln ist seit langem be- ίο kannt. Obwohl Prozesse mit einer Vielzahl dieser Stoffe beschrieben worden sind, hat doch bis heute nur ein Verfahren technische Bedeutung erlangt, nämlich die Enthaarung mit einem Natriumsulfid-Calciumhydroxid-Äscher. Der große Nachteil des Verfahrens ist jedoch die äußerst starke Belastung des Abwassers mit giftigem Natriumsulfid. Auch die anderen reduzierend wirkenden schwefelhaltigen Verbindungen machen sich bei der Klärung des Abwassers sehr störend bemerkbar. Außerdem sind bei diesem Enthaarungsverfahren im Durchschnitt Reaktionszeiten von 24 bis 72 Stunden notwendig.
Ziel der Erfindung ist ein Verfahren zum Enthaaren von tierischen Häuten oder Fellen, nach dem eine weitgehende Hautschonung, eine Wiedergewinnung der Haare infolge weitgehender bis vollständiger Haarerhaltung im Äscher, sehr kurze Einwirkungszeiten und Vermeidung giftiger Abwässer ermöglicht werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß die Enthaarung mit Alkali- oder Erdalkaliboranaten in schwach alkalischer bis stark alkalischer Lösung, gegebenenfalls in Gegenwart organischer Stickstoffbasen und/oder anorganischer, basisch wirkender Salze oder gegebenenfalls schwefelhaltiger Reduktionsmittel, vorgenommen wird.
Bei der erfindungsgemäßen Anwendung von Boranaten in alkalischer Lösung erfolgt eine Haarlockerung, die an der Wurzel der Haare angreift und bei der die Haarsubstanz selbst nur sehr gering oder überhaupt nicht angegriffen wird. Die weiteren Vorteile der neuen Methode sind darin zu sehen, daß die Haare erhalten bleiben und bei einem Faßäscher durch bloßes Walken entfernt werden können, was eine erhebliche Arbeitsvereinfachung bedeutet. Bei anderen Enthaarungsmethoden müssen die Haare mit den in der Gerberei üblichen Maschinen entfernt werden. Da die Haare erhalten bleiben, ist eine zusätzliche Belastung des Abwassers mit Eiweißprodukten, wie z. B. bei der Enthaarung mit Natriumchlorit, nicht gegeben. Die Haare selbst können noch zu anderen Zwecken weiterverarbeitet werden.
Verfahren zum Enthaaren von tierischen Häuten
oder Fellen
Anmelder:
Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt
vormals Roessler,
6000 Frankfurt, Weißfrauenstr. 9
Als Erfinder benannt:
Dipl.-Chem. Dr. Fritz Hahn,
6000 Bergen-Enkheim
Natriumboranat wird bei dem Enthaarungsprozeß vollkommen verbraucht, so daß schon dadurch keine
ao Abwasservergiftung auftreten kann. Außerdem zersetzt sich das an sich Abwasser nicht vergiftende Natriumboranat in schwachsaurer Lösung von selbst in Wasserstoff und Natriumborat.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil liegt darin, daß im Vergleich zu anderen Verfahren nur sehr kurze Einwirkungszeiten notwendig sind, um eine Haarlockerung zu erzielen. Sehr bemerkenswert ist auch, daß bei dieser Behandlung keine oder eine äußerst geringe Quellung der Haut stattfindet. Außerdem findet kein Angriff auf das Hautkollagen statt, was sich in günstigen Reißfestigkeitswerten bemerkbar macht.
Die Äscherbäder können in einem weiten pH-Bereich zur Anwendung gelangen, d. h. vom stark alkalischen Bereich von etwa pH 13 bis zum schwach alkalischen Bereich. Der günstigste pH-Bereich liegt etwa bei pH 8 bis pH 12,5.
Beispiel 1
1000 kg geweichte Rindshäute werden in 1000 kg Wasser in einem Äscherfaß mit 2 kg Natriumboranat und 5 kg Dimethylamin behandelt. Das Äscherfaß wird ab und zu bewegt. Nach 3 bis 6 Stunden lassen sich die Haare durch Walken entfernen. Danach können die Haare abfiltriert werden.
Beispiel 2
1000 kg geweichte Rindshäute werden in 1000 kg Wasser mit 5 kg Natriumboranat und 50 kg Ammoniak 33°/oig 3 bis 6 Stunden im Äscherfaß wie im
809 618/504
Beispiel 1 behandelt. Bei geringeren Boranatkonzentrationen wird die Behandlungsdauer verlängert.
Beispiel 3
1000 kg geweichte Rindshäute werden in 1000 kg Wasser mit 5 kg Natriumboranat und 50 kg Calciumhydroxyd 3 bis 8 Stunden wie im Beispiel 1 behandelt.
Beispiel 4
IO
1000 kg geweichte und entfleischte Kalbfelle werden mit folgender Lösung auf der Fleischseite geschwödet: Man löst 5 kg Natriumboranat in einer Suspension von 30 kg Calciumhydroxyd und 150 kg Wasser. Nach 6 bis 10 Stunden lassen sich die Häute mit der Hand oder maschinell enthaaren. Die Haare sind vollkommen erhalten.
Beispiel 5
1000 kg geweichte und entfleischte Rindshäute so werden in 1000 kg Wasser mit 3 kg Natriumboranat, 30 bis 50 kg Natriumdithionit und 20 kg Calciumhydroxyd 6 bis 15 Stunden behandelt. Bei dieser Verfahrensweise wird die an sich schwache Wirkung des Sulfitäschers durch die Zugabe dieses Boranats eingeleitet und wesentlich verstärkt.
Beispiel 6
1000 kg geweichte und entfleischte Kalbfelle oder In Betracht gezogene Druckschriften:
Rindshäute werden in 1000 bis 2000 kg Wasser mit 30 Stather, »Gerbereichemie und -technologies, 10 bis 30 kg Soda calciniert und 3 bis 5 kg Natrium- 3. Auflage, 1957, S. 187.
suffid fest etwa 1 bis 3 Stunden vorbehandelt. Gegebenenfalls wird noch Natriumhydroxyd zugesetzt, um die Haut etwas anquellen zu lassen. Dann werden 1 bis 10 kg Natriumboranat (etwa 98%ig) gelöst zugegeben. Die Enthaarung wird in einem Walkfaß vorgenommen. Das Faß wird gelegentlich bewegt oder läuft ständig mit höchstens 2 UpM. Die Enthaarung ist nach etwa 10 bis 24 Stunden beendet. Die Blößen werden entkalkt und gepickelt. Die Haare sind vollkommen erhalten, die Blößen gebleicht.

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Verfahren zum Enthaaren von tierischen Häuten oder Fellen mit einem reduzierenden Äscher, dadurch gekennzeichnet, daß die Enthaarung mit Alkali- oder Erdalkaliboranaten in schwach bis stark alkalischer Lösung, gegebenenfalls in Gegenwart organischer Stickstoffbasen und/oder anorganischer, basisch wirkender Salze oder gegebenenfalls schwefelhaltiger Reduktionsmittel, vorgenommen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Alkaliboranat Natriumboranat eingesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als schwefelhaltiges Reduktionsmittel Natriumdithionit eingesetzt wird.
809 618/504 9.68 © Bundesdruckerei Berlin
DED46903A 1965-03-26 1965-03-26 Verfahren zum Enthaaren von tierischen Haeuten oder Fellen Pending DE1278678B (de)

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NL6602936A NL6602936A (de) 1965-03-26 1966-03-07
FR54313A FR1471837A (fr) 1965-03-26 1966-03-21 Procédé pour l'épilage de peaux animales et produits pour la mise en oeuvre dudit procédé ou similaire
BE678418D BE678418A (de) 1965-03-26 1966-03-24
GB1336666A GB1141987A (en) 1965-03-26 1966-03-25 A depilation process

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GB (1) GB1141987A (de)
NL (1) NL6602936A (de)

Non-Patent Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Title
None *

Also Published As

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GB1141987A (en) 1969-02-05
NL6602936A (de) 1966-09-27
BE678418A (de) 1966-09-01

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