DE10008770A1 - Verfahren zum Äschern und Enthaaren von Häuten und Fellen - Google Patents
Verfahren zum Äschern und Enthaaren von Häuten und FellenInfo
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- C14—SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein umweltschonendes Verfahren zum haarerhaltenden Äschern und Enthaaren von Häuten und Fellen auf der Basis eines oxidativenzymatischen Prozesses. Bekannte oxidative Verfahren arbeiten mit unterschiedlichen Chemikalien, die oft als Komplex in der Flotte eingesetzt werden. Da die Chemikalien neben der gewünschten Wirkung auch unerwünschte, den Prozeß beeinträchtigende Wirkungen besitzen und im Prozeßablauf nur unzureichend beeinflußt werden können, haben diese Verfahren Nachteile hinsichtlich der Enthaarung, der Bereitstellung hochwertiger Blößen und der Umweltbelatung. Aufgabe war es deshalb, ein oxidatives Verfahren bereitzustellen, mit dem die Mängel solcher Verfahren weitgehend beseitigt werden können. Die Lösung sieht vor, geweichte und entfleischte Häute und Felle nach einer Phase der Haarlockerung in reduktivem Milieu mittels eines Oxidationsmittels in einen alkalisch-oxidativen Prozeß zu überführen und am Ende der Inkubationszeit den oxidativen Prozeß durch eine katalytische Spaltung des Oxidationsmittels abzubrechen, woran sich eine Behandlung der Häute und Felle mit Proteaseenzymen anschließt.
Description
Die Erfindung betrifft ein umweltschonendes Verfahren zum haarerhaltenden
Äschern und Enthaaren von Häuten und Fellen, bei dem die geweichten und
entfleischten Häute und Felle mit geeigneten Äscherhilfsmitteln unter katoxida
tiv-enzymatischen Bedingungen behandelt werden.
Bekanntlich müssen als Vorstufe zur Lederherstellung aus tierischen Häuten und
Fellen, auch als Rohware bezeichnet, die Entfernung der Epidermis, der Haare
(Keratin), unstrukturierter Eiweiße, die Abtrennung bzw. Verteilung des Natur
fetts, die Lockerung der Kollagenfasern der Lederhaut (Corium) der Rohware
ohne Schädigung des späteren Ledernarbens und des Kollagengeflechts vorge
nommen werden.
Es sind bereits Verfahren zum Äschern von Häuten und Fellen bekannt, die man
einerseits in die Gruppe der Hydroxyläscher mit reduktiver Keratolyse unter
Verwendung von Alkalien, Sulfiden, Thioverbindungen, Aminen, Tensiden und
Enzymen und andererseits in die Gruppe der oxidativen Verfahren einteilen
kann.
Am weitesten verbreitet sind noch immer die Hydroxyläscherverfahren. Vorran
gig wird in der Lederindustrie der Äscherprozeß mit sulfidischen Natriumver
bindungen in Gegenwart von Calciumhydroxid durchgeführt, obwohl dieses
Verfahren erhebliche Mängel aufweist. Diese Mängel bestehen besonders darin,
daß große Mengen an Protein, Keratin, Fett, Fettseifen sowie extrem sauerstoff
zehrende und toxische Restchemikalien in das Abwasser, den Abfall und in die
Abluft gelangen (Bibliothek des Leders Bd. 2/Hrsg. von H. Herfeld, Umschau-
Verlag Frankfurt/M, 1988, S. 121, Aloy M. et. al.: Tannerie et Pollution.-Hrsg.
Centre Technique du Cuir, Lyon, 1976).
Weiter sind Verfahren zum oxidativen Äschern und Enthaaren bekannt. Dazu
gehören Verfahren, bei denen der Einsatz von NaClO2 im sauren Milieu erfolgt,
wobei die Spaltung der Disulfidbrücken des Cystins durch ClO2 unter Bildung
von Keratinsulfonsäuren und Cl2 durchgeführt wird (DE 12 30 517, DE 12 57 351,
DE 12 76 286). Weiter wurde vorgeschlagen, die Enthaarung von Kleintierfellen
mit Peressigsäure und der Einsatz geringer Mengen Na2O2 in enzymatischen
Verfahren durchzuführen (DE 12 81 093).
Ein anderes Verfahren sieht die Kombination von reduktivem Äscher oder ei
nem Enzymbad mit nachfolgender Hypochloridbehandlung vor. Weiter wurde
vorgeschlagen die Haarlockerung mit anorganischen Peroxide, anorganischen
Basen und Neutralsalzen durchzuführen (SU-PS 1 086 014, US-PS 3 574 516).
Eine andere Lösung sieht die Behandlung mit Natriumdichromat zusammen mit
Salpetersäure zum Enthaaren vor. Daran schließt sich eine alkalische Behand
lung an, die in der nachfolgenden Gerbung mit einer Chromgerbung im Zwei
badverfahren verkoppelt wird (F-PS 1 491 348).
Ein weiterer Vorschlag besteht darin, das Äschern und Enthaaren in einem zwei
stufigen Verfahren durchzuführen, wobei die Rohware nach der Weiche in ei
nem ersten Schritt in einer wäßrigen Lösung aus Wasserstoffsuperoxid und Nat
ronlauge bis zur völligen Zerstörung der Haare behandelt wird, wonach die Lö
sung verworfen und in einem zweiten Schritt die Behandlung in einem Weiß
kalkäscher folgt (DD-PS 284 695).
Die bekannten oxidativen Äscher- und Enthaarungsverfahren erlangten jedoch
bisher keine Bedeutung für die industrielle Lederherstellung. Ursache dafür sind
insbesondere die hohen Kosten für die Chemikalien, die Gefahren durch die
unkontrollierte Zersetzung der Oxidationsmittel und die Freisetzung von akti
vem Chlor oder Sauerstoff. Damit verbunden sind Gefahren im Gesundheits-,
Arbeits- und Brandschutz. Aktives Chlor kann neben den direkten Gefahren für
das Personal, die Entstehung umweltschädlicher chlororganischer Verbindungen
(AOX) bewirken, der ungesteuerte Zerfall und Nachreaktionen der Oxidations
mittel führt zu starker Korrosion an den technischen Ausrüstungen und kann als
Nachwirkung in der Chromgerbung zur Entstehung gesundheitsschädlichen
Chrom VI im Leder beitragen. Analog gilt dies bei der direkten Anwendung von
Dichromaten zum oxidativen Enthaaren.
Weitere Mängel der bekannten oxidativen Äscher- und Enthaarungsverfahren
bestehen darin, daß die gewonnenen Blößen oft nicht ausreichend aufgeschlos
sen werden, was bei der Gerbung zu harten oder mangelhaft enthaarten Ledern
führt. Da bei allen Verfahren der Behandlungsprozeß ungesteuert abläuft, ist ein
Überäschern kaum auszuschließen, wodurch die Festigkeit des Leders beein
trächtigt, der Ledernarben beschädigt oder im Extremfall zerstört werden kann.
In DD-PS 284 695 werden die mit Oxidationsmittel behandelten Häute und Felle
in einem Weißkalkäscher nachbehandelt. Dieses Verfahren weist den Nachteil
auf, daß die Haare vollständig zerstört werden und für den Weißkalkäscher Cal
ciumhydroxid dosiert werden muß. Dadurch und durch die vollständige Hydro
lyse des Haarkeratins entstehen große Mengen Klär- bzw. Gerbereischlamm und
ein sehr hoch belastetes Abwasser. Die durch dieses Verfahren verursachte Ab
wasserbelastung ist gegenüber dem konventionellen haarzerstörenden Kalk-
Sulfid-Äscher vergleichbar oder höher und gegenüber haarerhaltenden redukti
ven Äschersystemen deutlich umweltbelastender. Nachteilig ist auch, daß das
Verfahren durch die Anwendung von Calciumhydroxid in der zweiten Verfah
rensstufe eine anschließende Entkälkung der Blöße erforderlich macht, dadurch
den Vorteil einer hohen Prozeßgeschwindigkeit verliert und die Haare nicht als
Wertstoff gewonnen werden können.
Die Mängel der oxidativen Äscherverfahren resultieren insbesondere aus dem
komplexen gleichzeitigen Einsatz unterschiedlicher Chemikalien in großen
Mengen, bezogen auf die Hautmasse, die neben ihrer Hauptwirkung entspre
chend der verwendeten Konzentration auch schädliche Nebenwirkungen besit
zen, welche den Prozeßablauf und das Ergebnis beeinträchtigen und aus den
ungenügenden Einflußmöglichkeiten auf den Äscherprozeß und dessen Dauer.
Demzufolge liegt der Erfindung das Problem zugrunde, die Einflußnahme auf
den Äscherprozeß zu verbessern und schädliche Nebenwirkungen der Chemika
lien während des Äscherprozesses bei oxidativen Verfahren auf die Häute und
Felle, die abgelösten Haare, die Anlagentechnik und die Umwelt stark einzu
schränken, mit dem Ziel, innerhalb kurzer Prozeßzeiten die Haare zu gewinnen,
qualitativ hochwertige Blößen für die Lederherstellung bereitzustellen und die
industriellen Einsatzmöglichkeiten für oxidative Äscherverfahren zu erweitern.
Es wurde gefunden, daß man insbesondere die Mängel des oxidativen Äscherns
mit Wasserstoffsuperoxid überwinden kann, wenn man verschiedene chemische
Behandlungsabläufe kombiniert und die Einwirkung des Oxidationsmittels auf
die Häute und Felle im Behandlungsprozeß auf ein technisch notwendiges Min
destmaß beschränkt.
Das erfindungsgemäße Verfahren zum haarerhaltenden Äschern von Häuten und
Fellen, bei dem die Enthaarung der geweichten und entfleischten Rohware mit
tels einer katoxidativ-enzymatischen Behandlung erfolgt, ist dadurch gekenn
zeichnet, daß man in einem Gerbgefäß oder einer Flotte
- a) zunächst die geweichte und entfleischte Rohware in einer reduktiven Pha se in alkalischem Milieu von pH ≧ 11,0 unter Verwendung von 1,5 bis 2,5% Natronlauge (50%ig) sowie Natriumsulfid, Natriumsulfhydrat oder an derer schwefelorganischer Sulfidsubstitute in einem Mengenanteil von 0,2 bis 1,2%, bezogen auf die Einarbeitungsmenge, bis zu 3 Stunden behan delt,
- b) dann die reduktive Phase durch stufenweisen Zusatz von 1 bis 5% Was serstoffsuperoxid in eine alkalisch oxidative Phase bei pH ≧ 11,0 über führt und die Häute und Felle in dieser bis zu 6 Stunden behandelt,
- c) dann die Phasen a) und b) nach einer Inkubationszeit von 2 bis 9 Stunden steuert, indem man das eingesetzte Oxidationsmittel 20 bis 60 Minuten vor Ende der Inkubationszeit katalytisch spaltet und so die alkalisch oxidative Behandlung abbricht, wobei als Katalysator Enzyme, zweiwer tige Metallverbindungen oder pulverförmige, in Wasser suspendierbare Materialien mit katalytisch wirkender aktiver Oberfläche verwendet wer den,
- d) nach der katalytischen Spaltung des Oxidationsmittels die Behandlung der Häute und Felle in Anwesenheit von 0,1 bis 3,0%, bezogen auf die Ein arbeitungsmenge, handelsüblicher alkalistabiler Proteaseenzyme 4 bis 24 Stunden bei pH 9,0 bis 12,0, vorzugsweise 8 bis 16 Stunden fortsetzt, da nach die gelösten Haare in bekannter Weise gewinnt und
- e) die erhaltenen Blößen in einem nachfolgenden Wasch- oder Spülprozeß weiterbehandelt.
Weitere Merkmale der Erfindung bestehen darin, daß der Katalysator in einem
Mengenanteil von 0,02 bis 3,0%, bezogen auf die Einarbeitungsmenge, spätes
tens am Ende der Inkubationszeit der alkalisch-oxidativen Behandlung zugesetzt
wird, wobei zur Steuerung des Prozesses als Katalysator Katalase- oder Peroxi
daseenzyme verwendet werden. Als Katalysator können auch zweiwertige Me
tallsalze, -hydroxide oder -oxide in der Form von Mangan-, Cobalt- oder Ni
ckelverbindungen eingesetzt werden. Pulverförmige, in Wasser suspendierbare
Materialien mit katalytisch wirkender aktiver Oberfläche, wie Kalk, Silikate,
Carbonate, Aktivkohle oder Bentonite können ebenfalls Verwendung finden.
Dem Charakter der Rohware entsprechend wird eine Weiche und das Entflei
schen der Häute und Felle durchgeführt und die Flotte verworfen. Nach
Abschluß des Weichprozesses wird die geweichte Rohware in einer wäßrigen
Lösung in einem alkalischen Milieu mit reduzierenden Äscherhilfsmitteln bis zu
3 Stunden behandelt. Dabei werden zur Lockerung der Haarwurzeln sulfidische
Hilfsmittel, wie Natriumsulfid, Natriumhydrogensulfid oder Mercapto- oder
Thioverbindungen in geringer Menge, vorzugsweise 0,2 bis 1,2%, bezogen auf
die Einarbeitungsmenge, zugesetzt.
Danach wird die reduktive Behandlungsphase durch den schrittweisen Zusatz
von Wasserstoffsuperoxid in eine alkalisch oxidative Behandlungsphase zur
Haarlockerung und -entfernung überführt, der die Häute und Felle bis zu 6
Stunden ausgesetzt werden. Mit der Dosierung des Oxidationsmittels werden in
dieser Phase die aus der reduktiven Phase verbliebenen sulfidischen Hilfsmittel
vollständige in hygienisch und ökologisch unbedenkliche Oxidationsprodukte
umgesetzt.
Nach Ablauf der Behandlungszeit wird der alkalisch oxidative Behandlungspro
zeß abgebrochen, indem die Aufspaltung der Oxidationsmittel durch den Einsatz
eines Katalysators erfolgt.
Danach wird die Behandlung 4 bis 24 Stunden mit alkalistabilen Proteaseenzy
men fortgesetzt, wodurch eine restlose Enthaarung zu Blöße erfolgt.
Die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erzielten Vorteile bestehen im Ge
gensatz zum bisherigen oxidativen Äschern insbesondere darin, daß eine haar
schonende und haarerhaltende, vollständige Ablösung der Haare von den Häuten
und Fellen erreicht wird. Die oxidative Behandlung führt außerdem zu einem
Entfetten und Emulgieren des Naturfetts der Haut. Die abgetrennten Haare blei
ben in ihrer Struktur erhalten und sind durch die Wirkung des Oxidationsmittels
geruchsarm und hygienisiert, was sich für die weitere Verwertung günstig aus
wirkt. Die Bildung großer Mengen Haarschlamm, eine hohe Abwasserbelastung
und starke Geruchsbelästigungen werden verhindert. Durch den milden Hau
taufschluß und die maskierende Wirkung der Reaktionsprodukte erfolgt in der
Chromgerbung eine gleichmäßigere Verteilung des Gerbstoffes, so daß bessere
färberische Eigenschaften des Leders erzeugt werden.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist darin zu sehen, daß durch die katalytische
Aufspaltung des Oxidationsmittels Korrosionsschäden an Maschinen und Anla
ge aufgrund von Restkonzentrationen des Oxidationsmittels verhindert und
Emissionen minimiert werden.
Durch den vollständigen Verzicht auf den Einsatz von Calciumhydroxid bzw.
Kalkhydrat auch als Nachäscher wird die Prozeßgeschwindigkeit erhöht und die
zusätzliche Entstehung von Klär- bzw. Gerbereischlamm vermieden. Darüber
hinaus kann auf die konventionelle Entkälkung verzichtet werden, welche mit
Ammoniumsalzen durchgeführt, zu hohen Ammoniumkonzentrationen im Ab
wasser und zu hohen Ammoniakemissionen am Arbeitsplatz führt. Nachstehend
wird die Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Die Versuche wurden mit 100 kg gut geweichten und sauber entfleischten
Rindshäuten der Masseklasse 15,0 bis 24,5 kg (gesalzene Rohware) durchge
filmt. Als Gerbfaß wurde ein Gefäß vom Typ Dosemat mit einem Umpump
system mit Tangentialsieb verwendet.
Die Rindshäute wurden in 300 l Flotte zunächst mit Soda alkalisch gestellt und
mit einem anionischen Tensid 45 Minuten behandelt, worauf das Faß über das
Sieb entflottet wurde.
Hiernach wurde die Flotte neu auf 80 l eingestellt und dieser 0,7 kg Natriumsul
fid zur Lockerung der Haarwurzeln zugesetzt. In dieser Lösung wurden die
Häute bei einem pH ≧ 11 für 45 Minuten weiter behandelt und dann 2,1 kg Nat
ronlauge (50%ig) kalt verdünnt zugegeben und die bei pH ≧ 12 und 60 Minuten
behandelt. Danach wurde die Flotte auf 160 l aufgefüllt und mit 1,0 l Wasser
stoffsuperoxid versetzt und 10 Minuten in dieser Lösung gearbeitet und an
schließend für 45 Minuten die Flotte über das Sieb gepumpt, um bereits gelöste
Haare zu separieren. Durch das eingesetzte Oxidationsmittel wurde das in der
Flotte befindliche Sulfide in hygienisch und ökologisch unbedenklich Oxidati
onsprodukte umgewandelt.
Anschließend wurde die Flotte stufenweise mit Wasserstoffsuperoxid angerei
chert, wobei in der erste Stufe 4,0 l und in der zweiten Stufe 2,0 l zugesetzt und
die Häute jeweils 20 Minuten behandelt wurden, wonach nochmals 2,0 l Was
serstoffsuperoxid zugegeben und weitere 170 Minuten behandelt wurde. Da
durch wurde die Haarlockerung, die Entfettung und der Hautaufschluß fortge
setzt.
30 Minuten vor Ablauf der Behandlungszeit mit dem Oxidationsmittel wurde
dieses mittels eines Katalysators gespalten und so für die weitere Prozeßführung
unwirksam gemacht. Die Einwirkzeit des Katalysators betrug 30 Minuten in
Anwesenheit von 0,2 kg eines nichtionogenen, lösemittelfreien Entfettungsmit
tels.
In einer ersten Variante wurde als Katalysator 0,08 kg Katalaseenzym (Her
kunft: Aspergillus niger) in einer zweiten Variante 0,25 kg MnCl2 × 4 H2O und
in einer dritten Variante 0,5 kg pulverförmiges Magnesiumsilikat verwendet.
Danach wurde für 30 Minuten die Flotte über das Sieb zur Entfernung weiterer
Haare aus der Flotte umgepumpt und anschließend entflottet. Alle Varianten
führten zur vollständigen Aufspaltung des Oxidationsmittels.
Dann wurden 120 l Flotte auf eine Temperatur von 33°C eingestellt und die
Häute mit 0,8 kg Proteaseenzym versetzt. In diese Lösung wurden die Häute 90
Minuten bei pH 11,5 im Intervallbetrieb behandelt, dann die Flotte um 40,0 l
aufgefüllt und die Behandlung bei 28°C und einem pH ≧ 10 12 Stunden im
Intervallbetrieb fortgesetzt. Anschließend wurde entflottet und dabei erneut
Haare abgesiebt. Hierdurch konnten der Hautaufschluß verbessert und die restli
chen Haare vollständig entfernt werden.
Die weitere Behandlung erfolgte durch Waschen und weiteren bekannten
Schritten, wie aus der Tabelle 1 ersichtlich.
Im Ergebnis wurden enthaarte und entfettete Blößen in hoher Qualität erzielt.
Die separierten Haare blieben in ihrer Struktur erhalten und waren geruchsarm.
Claims (5)
1. Verfahren zum haarerhaltenden Äschern von Häuten und Fellen, bei dem
die Enthaarung der geweichten Häute und Felle mittels einer katoxidativ-
enzymatischen Behandlung erfolgt,
dadurch gekennzeichnet, daß in einem Gerbgefäß in einer Flotte
- a) zunächst die geweichten und entfleischten Häute und Felle in einer re duktiven Phase in alkalischem Milieu von pH ≧ 11,0 unter Verwendung von 1,5 bis 2,5% Natronlauge (50%ig) sowie Natriumsulfid, Natrium sulfhydrat oder anderer schwefelorganischer Sulfidsubstitute in einem Mengenanteil von 0,2 bis 1,2%, bezogen auf die Einarbeitungsmenge, bis zu 3 Stunden behandelt,
- b) dann die reduktive Phase durch stufenweisen Zusatz von 1 bis 5% Was serstoffsuperoxid in eine alkalisch oxidative Phase bei pH ≧ 11,0 über führt und die Häute und Felle in dieser bis zu 6 Stunden behandelt,
- c) dann die Phasen a) und b) nach einer Inkubationszeit von 2 bis 9 Stunden steuert, indem man das eingesetzte Oxidationsmittel 20 bis 60 Minuten vor Ende der Inkubationszeit katalytisch spaltet und so die alkalisch oxidative Behandlung abbricht, wobei als Katalysator Enzyme, zweiwer tige Metallverbindungen oder pulverförmige, in Wasser suspendierbare Materialien mit katalytisch wirkender aktiver Oberfläche verwendet wer den,
- d) nach der katalytischen Spaltung des Oxidationsmittels die Behandlung der Häute und Felle in Anwesenheit von 0,1 bis 3,0%, bezogen auf die Ein arbeitungsmenge, handelsüblicher alkalistabiler Proteaseenzyme 4 bis 24 Stunden bei pH 9,0 bis 12,0, vorzugsweise 8 bis 16 Stunden fortsetzt, danach die gelösten Haare in bekannter Weise gewinnt und
- e) die erhaltenen Blößen in einem nachfolgenden Wasch- oder Spülprozeß weiterbehandelt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Katalysator
in einem Mengenanteil von 0,02 bis 3,0%, bezogen auf die Einarbei
tungsmenge, der alkalisch-oxidativen Behandlung zugesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Steuerung
des Prozesses vorzugsweise Katalase- oder Peroxidaseenzyme verwendet
werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß als Katalysator
zweiwertige Metallsalze, -hydroxide oder -oxide in Form von Mangan-,
Cobalt- oder Nickelverbindungen verwendet werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Katalysator
pulverförmige, in Wasser suspendierbare Materialien mit katalytisch wir
kender aktiver Oberfläche, wie Kalk, Silikate, Carbonate, Aktivkohle oder
Bentonite verwendet werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000108770 DE10008770A1 (de) | 2000-02-24 | 2000-02-24 | Verfahren zum Äschern und Enthaaren von Häuten und Fellen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000108770 DE10008770A1 (de) | 2000-02-24 | 2000-02-24 | Verfahren zum Äschern und Enthaaren von Häuten und Fellen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10008770A1 true DE10008770A1 (de) | 2000-09-14 |
Family
ID=7632307
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2000108770 Withdrawn DE10008770A1 (de) | 2000-02-24 | 2000-02-24 | Verfahren zum Äschern und Enthaaren von Häuten und Fellen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10008770A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10105345A1 (de) * | 2000-07-14 | 2002-01-24 | Arconia Gmbh Chur | Tierhaarprodukt und Verfahren zur Bearbeitung, insbesondere Reinigung von Tierhaarprodukten |
| CN102534057A (zh) * | 2012-01-16 | 2012-07-04 | 宁夏西部皮草有限公司 | 采用纳米软化酶鞣制滩羊皮的方法 |
| CN114302969A (zh) * | 2019-08-30 | 2022-04-08 | 莱德尔化学有限责任公司 | 用于动物生皮的氧化脱毛处理的制革产品及相关方法 |
-
2000
- 2000-02-24 DE DE2000108770 patent/DE10008770A1/de not_active Withdrawn
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10105345A1 (de) * | 2000-07-14 | 2002-01-24 | Arconia Gmbh Chur | Tierhaarprodukt und Verfahren zur Bearbeitung, insbesondere Reinigung von Tierhaarprodukten |
| CN102534057A (zh) * | 2012-01-16 | 2012-07-04 | 宁夏西部皮草有限公司 | 采用纳米软化酶鞣制滩羊皮的方法 |
| CN102534057B (zh) * | 2012-01-16 | 2013-12-25 | 宁夏西部皮草有限公司 | 采用纳米软化酶鞣制滩羊皮的方法 |
| CN114302969A (zh) * | 2019-08-30 | 2022-04-08 | 莱德尔化学有限责任公司 | 用于动物生皮的氧化脱毛处理的制革产品及相关方法 |
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