-
Schneid- und Reißwerkzeug für die Kette von Untenentnahmefräsen für
Häckselgutsilos Die Erfindung bezieht sich auf ein Schneid- und Reißwerkzeug für
die Kette von Untenentnahmefräsen für Häckselgutsilos.
-
Schneid- und Reißwerkzeuge für den vorgenannten Zweck sind in vielen
verschiedenen Formen in Verwendung. Von der Form des Schneid- und Reißwerkzeugs
hängen in hohem Ausmaß die Betriebssicherheit der Kette und damit der Untenenttahmefräse
und der Energiebedarf der Fräse während des Entnahmevorgangs ab. Die Betriebssicherheit
ist bei Untenentnahmefräsen von ganz besonderer Bedeutung, weil die unter dem Silogutstock
arbeitende Fräse mit einem Kettenriß zur Reparatur vollständig ausgebaut werden
muß, was meistens nur mit Schwierigkeiten durchführbar ist.
-
Den bekannten Schneid- und Reißwerkzeugen haftet durchweg der Mangel
an, daß sie die Ketten, die meistens als Laschenketten ausgebildet sind, in verschiedenen
Richtungen auf Biegung beanspruchen.
-
Diese Biegebeanspruchungen sind für die Kette sehr schädlich und bilden
die Hauptursache für die im Zusammenhang mit den bekannten Schneid- und Reißwerkzeugen
auftretenden häufigen Kettenrisse.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schneid- und Reißwerkzeug
zu schaffen, das im Betrieb der Fräse Biegebeanspruchungen möglichst weitgehend
vermeidet und so in das Silogut einschneidet, daß sich dieses leichter als bisher
von der Gutstockunterseite löst.
-
Zur Lösung der vorstehenden Aufgabe geht die Erfindung aus von der
bekannten Werkzeugform mit einer an der Kette zu befestigenden Trägerplatte und
einer zur Seite davon abgehenden mit ihrer Breitseite im wesentlichen in Schneidrichtung
liegenden flachen Schneide, die einen sich an die Trägerplatte anschließenden, im
wesentlichen parallel zur Fräsarmschwenkebene verlaufenden ersten Abschnitt und
im Anschluß daran einen zur Fräsarmschwenkebene quer verlaufenden zweiten Abschnitt
aufweist.
-
Bei der bekannten Werkzeugform ist der zweite Abschnitt einfach eine
gegenüber dem ersten Schneidenabschnitt schräg aufwärts oder abwärts gebogene Verlängerung
desselben. Dies führt in der Kette zu Biegemomenten sowohl um die Kettenlängsachse
als auch um die dazu und zur Kettenumlaufebene senkrechte Achse, wodurch die Kette
zusätzlich zu den hohen Zugspannungen, die im Betrieb immer auftreten, eine weitere
hohe Beanspruchung erfährt.
-
Außerdem werden die Zug und Biegebeanspruchungen noch dadurch erhöht,
daß das Silogut, wenn es nicht sehr kurz geschnitten ist, dazu neigt, sich in großen
Büscheln an dem Werkzeug festzuhängen, das
es, wie sich erwiesen hat, nicht zu durchtrennen
vermag.
-
Die Erfindung beseitigt die aufgeführten Mängel dadurch, daß bei
dem Schneid- und Reißwerkzeug der vorstehend erläuterten Gattung der zweite Abschnitt
mit der Fräsarmschwenkebene einen Winkel von oder in der Nähe von 900 einschließt
und aus zwei Flügeln besteht, von denen sich der eine von dem ersten Schneidenabschnitt
nach oben erstreckt, während der andere von diesem Abschnitt nach unten geht. Diese
Gestaltung bewirkt, daß das Biegemoment, das der eine Flügel um die zur Kette senkrecht
stehende, in der Ebene des ersten Schneidenabschnittes liegende Achse auf die Kette
ausübt, durch das Biegemoment des anderen Flügels um diese Achse kompensiert wird.
Dies trägt zur erheblichen Entlastung der Kette von Biegebeanspruchungen bei.
-
Ferner bewirken die am Ende des ersten Schneidenabschnittes befindlichen,
dazu sehr steil stehenden Flügel eine einwandfreie Durchtrennung des sich beim Fräsen
entlang des ersten Schneidenabschnittes nach außen bewegenden, von diesem noch nicht
durchtrennten Häckselgutes, wodurch sich große Häckselgutbüschel, die die Biegebeanspruchung
um die zur Kettenumlaufebene senkrecht stehende Biegeachse und den Energiebedarf
erhöhen, nicht mehr bilden können.
-
Versuche mit den erfindungsgemäßen Schneid- und Reißwerkzeugen haben
gezeigt, daß der Energiebedarf bei einer mit ihnen bestückten Untenentnahme fräse
gegenüber einer mit den bekannten Schneid-und Reißwerkzeugen ausgestatteten Fräse
vergleichbarer Größe bis zu 30 30e/o niedriger liegt. Darüber hinaus ist während
der Versuchsdauer, die sich über einen Zeitraum erstreckte, in dem bei Verwendung
der bekannten Schneid- und Reißwerkzeuge Kettenrisse auftraten, kein einziger Kettenriß
zu verzeichnen gewesen.
-
Besonders vorteilhaft ist es, die Flügel des zweiten Abschnittes
zur Ebene des ersten Schneidenabschnittes symmetrisch zu legen. Dies führt zu einer
vollständigen Kompensation des von dem einen Flügel hervorgerufenen Biegemomentes
durch das Biegemoment des anderen.
-
Einen besonders günstigen Schneideffekt durch die Schneidkanten der
Flügel des zweiten Abschnittes kann man dadurch erzielen, daß man die Schneidkante
eines jeden Flügels so anordnet, daß sie sich von der in der Kettenumlaufrichtung
vorn liegenden Schneidkante des ersten Schneidenabschnittes ausgehend schräg nach
hinten erstreckt. Zu diesem Zweck empfiehlt es sich, den Flügeln die Form von Dreiecken
zu geben. Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht in diesem Zusammenhang
darin, daß die Flügel zusammen ein gleichschenkliges Dreieck bilden, dessen gleich
lange Seiten die Schneidkanten darstellen.
-
Mit dem erfindungsgemäßen Werkzeug läßt sich auf einfache Weise ein
seitlicher Zug oder Druck auf die Kette erreichen. Insbesondere der letztere ist
meistens erwünscht, um sicherzustellen, daß die Kette während des Fräsvorgangs am
Fräsarm in Anlage bleibt. Erzielt wird dies dadurch, daß die den zweiten Schneidenabschnitt
bildenden Flügel bezüglich der Schneidrichtung etwas schräg gestellt werden.
-
Schließlich hat es sich noch als vorteilhaft erwiesen, die Schneidkanten
des ersten Schneidenabschnittes von der Trägerplatte ausgehend bezüglich der Schneidrichtung
schräg nach hinten verlaufen zu lassen. Hierdurch wird die Schneidwirkung des ersten
Sdhneidenabschnittes erhöht und bewirkt, daß das Silogut, das diese Schneidkante
nicht zu durchtrennen vermochte, an ihr entlang auswärts zu den Schneidkanten der
Flügel gleitet, die es dann durchschneiden.
-
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen F i g. 1 bis 4 eine erste Ausführungsform, und zwar F i g. 1 in Perspektive,
F i g. 2 in Ansicht von oben, F i g. 3 in Ansicht von vorn und F i g. 4 in Ansicht
von der Seite, Fig. 5 und 6 eine zweite Ausführungsform mit gegenüber der Schneidrichtung
etwas schräg gestellten Flügeln des zweiten Abschnittes, und zwar F i g. 5 in Ansicht
von oben und F i g. 6 in Ansicht von vorn, wobei die Schrägstellung so getroffen
ist, daß das Werkzeug beim Fräsen auf die Kette einen seitlichen Druck ausübt, Fig.
7 und 8 eine weitere Ausführungsform mit bezüglich der Schneidrichtung schräg gestellten
Flügeln des zweiten Abschnittes, und zwar in F i g. 7 in Ansicht von oben und in
F i g. 8 in Ansicht von vorn, wobei die Flügel hier so gestellt sind, daß das Werkzeug
einen seitlichen Zug auf die Kette ausübt, und Fig. 9a und 9b sowie Fig. 10 und
11 verschiedene weitere mögliche Formen für die Flügel des zweiten Schneiden abschnittes.
-
Sämtliche in der Zeichnung dargestellten beispielsweisen Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Schneid- und Reißwerkzeuges sind die an der nicht dargestellten
Kette zu befestigende Trägerplatte 1 und der von dieser ausgehende, zu ihr im wesentlichen
senkrecht stehende erste Abschnitt 2a der allgemein mit dem Bezugszeichen 2 bezeichneten
Schneide gemeinsam.
-
Der erste Schneidenabschnitt 2 a ist auf der in Schneidrichtung vorn
liegenden Seite zur Bildung
einer scharfen Schneidkante 3 zugeschliffen. Die Schneidkante
3 verläuft, von der Trägerplatte 1 ausgehend, bezüglich der Schneidrichtung schräg
nach hinten.
-
An den Schneidenabschnitt 2 a der Schneide 2 schließt sich der zweite
Schneidenabschnitt 2 b an.
-
Dieser besteht aus zwei Flügeln 4 und 5, von denen sich der erstere
von dem ersten Schneidenabschnitt 2 a nach oben erstreckt, während der andere von
dem ersten Schneidenabschnitt nach unten geht. Im Betrieb des Werkzeuges läuft der
erste Schneidenabschnitt 2a in einer zur Fräsarmschwenkebene parallelen Ebene um,
während der zweite Abschnitt dadurch, daß die Flügel mit dem ersten Schneidenabschnitt
einen Winkel von oder in der Nähe von 900 einschließen, eine Fläche beschreibt,
die zu der Fräsarmschwenkebene etwa senkrecht steht.
-
Die Flügel 4, 5 des zweiten Schneidenabschnittes haben die Form von
rechtwinkligen Dreiecken, deren Hypotenuse jeweils die Schneidkante 4 a bzw. 5 a
bildet. Die Schneidkanten 4a, 5a der Flügel 4,5 beginnen unmittelbar bei der Schneidkante
3 des ersten Schneidenabschnittes 2a und erstrecken sich von dort aus nach oben
bzw. unten zu schräg nach hinten.
-
Die Flügel 4, 5 haben bei den Ausführungen gemäß F i g. 1 bis 9 im
wesentlichen die gleiche Größe und Form, so daß sie zur Ebene des ersten Schneidenabschnittes
2 a im wesentlichen symmetrisch liegen.
-
Zusammen ergeben die Flügel 4, 5 ein gleichschenkliges Dreieck, dessen
gleich lange Seiten die Schneidkanten darstellen und dessen Hohenlinie in der Ebene
des ersten Schneidenabschnittes liegt.
-
Bei der Ausführung gemäß F i g. 1 bis 4 verlaufen die Flügel 4, 5
zu der Trägerplatte 1 im wesentlichen parallel. Da die Trägerplatte 1 im an die
Kette angebauten Zustand zur Schneidrichtung parallel liegt (zur Kettenumlaufebene
und Fräsarmschwenkebene steht sie senkrecht), erstrecken sich somit auch die Flügel
4, 5 zur Schneidrichtung parallel. In dieser Stellung üben die Flügel keine nennenswerten
seitlichen Kräfte auf die Kette aus.
-
In manchen Fällen erscheint es jedoch wünschenswert, daß auf die
Kette während des Fräsvorgangs eine seitliche Zug- oder Druckkraft ausgeübt wird.
-
Eine seitliche Druckkraft kann beispielsweise zweckmäßig sein, um
beim Fräsen ein ungewolltes Abheben der Kette vom Fräsarm zu verhindern.
-
Eine seitliche Druckkraft läßt sich bei dem erfindungsgemäßen Schneidwerkzeug
auf einfache Weise dadurch erzielen, daß gemäß der in Fig. 5 und 6 dargestellten
Ausführungsform die Flügel 4, 5' des zweiten Schneidenabschnittes 2 b' unter einem
mehr oder minder kleinen Winkel + gegenüber der Schneidrichtung so angestellt werden,
daß sie sich an der Schneidkante 3 des ersten Schneidenabschnitts 2 a' näher bei
der Trägerplatte 1' befinden als hinten auf der nacheilenden Seite. Sie bilden dann
eine schiefe Ebene, auf die das Häckselgut beim Fräsen eine zur Plattel' hinwirkende
seitliche Druckkraft ausübt.
-
Umgekehrt läßt sich eine auf die Kette wirkende seitliche Zugkraft
nach dem gleichen Prinzip dadurch erreichen, daß gemäß den F i g. 7 und 8 die Flügel
4" und 5" unter einem negativen Winkel - a gegenüber der Schneidrichtung so angestellt
werden, daß sie sich vorn bei der Schneidkante 3" des Schneidenab schnittes 2amin
einem größeren Abstand von der Platte 1" befinden als an ihrem nacheilenden Ende.
-
Die Fig.9 bis 11 zeigen einige weitere Flügelformen für das erfindungsgemäße
Werkzeug. Die Flügelform gemäß Fig.9, die in Fig. 9 a von der Seite und in F i g.
9 b von vorn zu sehen ist, entspricht in der Seitenansicht derjenigen bei den Werkzeugausführungen
gemäß den Fig. 1 bis 8. Der Unterschied gegenüber diesen Ausführungen besteht aber
darin, daß die Flügel zur Fräsarmschwenkebene nicht ganz senkrecht stehen, sondern,
wie die F i g. 9 b zeigt, leicht schräg nach außen gestellt sind. Der Anstellwinkel
zur Fräsarmschwenkebene liegt aber auch hier noch in der Nähe von 900.
-
Bei der Flügelform gemäß Fig. 10 verlaufen die Schneidkanten der
Flügel nicht gerade, sondern sind konvex gekrümmt.
-
Die Flügelform gemäß F i g. 11 unterscheidet sich von derjenigen
gemäß Fig. 1 bis 8 dadurch, daß auch auf der nacheilenden Seite eine schräg verlaufende
Schneidkante vorgesehen ist. Diese Flügelform erleichtert gegebenenfalls einen Rücklauf
der Kette.
-
Auch bei den Flügelformen gemäß den F i g. 10 und 11, die nur die
Seitenansicht wiedergeben, können die beiden Flügel entweder wie bei den Ausführungen
gemäß F i g. 1 bis 8 in derselben Ebene liegen oder gemäß Fig. 9b etwas schräg gestellt
sein, so daß sie miteinander einen stumpfen Winkel einschließen.