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Signalempfangseinrichtung für Sprechverbindungsanlagen Die Erfindung
bezieht sich auf eine Signalempfangseinrichtung für Sprechverbindungsanlagen, bei
denen jeweils einer Gruppe von Empfängern dasselbe Rufsignal zugeordnet ist und
jeder Empfänger dieser Gruppe einen auf das betreffende Rufsignal ansprechenden
Schaltungsteil enthält.
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Sprechverbindungsanlagen finden als ortsfeste und bewegliche Systeme
für die verschiedensten Zwecke, beispielsweise als Verkehrsfunksysteme, Personenrufanlagen
usw. Verwendung.
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Es sind Selektivrufempfangssysteme bekannt, bei denen jedem Empfänger
ein eigenes Rufsignal zugeordnet ist. Sie sind praktisch auf eine verhältnismäßig
kleine Empfängerzahl beschränkt, da mit zunehmender Anzahl der Empfänger der für
die vielen Kanäle erforderliche Aufwand zu groß wird.
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Man hat daher zur Vereinfachung Sprechverbindungsanlagen entwickelt,
bei denen jeweils einer Gruppe von Empfängern dasselbe Rufsignal zugeordnet ist.
Bei den bekannten Systemen dieser Art müssen demgemäß bei Aussendung eines Rufsignals
durch einen sprechenden Teilnehmer mehrere Empfänger, die auf das betreffende Rufsignal
ansprechen, ihre Empfangseinrichtung in Sprechverbindungsstellung schalten. Erst
wenn dann der rufende Teilnehmer selbst hörbar wird und beispielsweise den Namen
des in der gerufenen Gruppe gewünschten Teilnehmers ausspricht, wissen die übrigen
Empfänger dieser Gruppe, daß der Ruf nicht für sie bestimmt war. Sie sind dann genötigt,
ihre Empfangseinrichtung wieder in Wartestellung zurückzuschalten, wenn sie durch
das nun beginnende Gespräch zwischen dem sprechenden und dem gewünschten Teilnehmer
nicht gestört werden wollen.
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Es leuchtet ein, daß diese Notwendigkeit, bei jedem eintreffenden
Rufsignal die Empfangseinrichtung in Sprechverbindungsstellung zu schalten, obwohl
sich dies in vielen Fällen letztlich als überflüssig erweist, einen erheblichen
Nachteil darstellt, der sich beispielsweise bei der Arbeit oder beim Autofahren
störend bemerkbar macht. Es liegt ferner auf der Hand, daß man diesen Nachteil auch
nicht dadurch umgehen kann, daß die Empfangseinrichtung so ausgebildet wird, daß
beim Eintreffen eines Rufsignals alle Empfangsgeräte der angerufenen Empfängergruppe
selbsttätig in Sprechverbindungsstellung umgeschaltet werden. Auch in diesem Fall
ist es nämlich letztlich nicht zu vermeiden, daß diejenigen Teilnehmer der angerufenen
Gruppe, für die der Ruf nicht bestimmt ist, ihr Gerät wieder auf Wartestellung zurückschalten.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Signalempfangseinrichtung
der eingangs genannten Art so auszubilden, daß trotz eines einfachen Aufbaues des
Systems und einer verhältnismäßig geringen Zahl von Kanälen die einzelnen Teilnehmer
einerseits gegen übersprechen durch andere Teilnehmer und andererseits gegen starke
Belastung durch nicht für sie bestimmte Rufe geschützt sind. Insbesondere soll erfindungsgemäß
die Notwendigkeit entfallen, beim Eingehen eines für eine bestimmte Gruppe von Empfängern
bestimmten Rufsignals einen Schalter zu betätigen, um erst durch die damit hergestellte
Sprechverbindung festzustellen, ob der Ruf für den betreffenden Teilnehmer oder
einen anderen Teilnehmer der angerufenen Gruppe bestimmt ist.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß an den Ausgang
des auf das Rufsignal ansprechenden Schaltungsteiles ein Speicherkreis sowie ein
vor eine Abhöreinrichtung geschalteter Torkreis angeschlossen ist, der beim Eintreffen
eines Rufsignals selbsttätig geöffnet und nach Ablauf einer zur übertragung eines
folgenden Anrufsprachsignals ausreichenden Zeit wieder geschlossen wird.
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Bei einer mit erfindungsgemäßen Signalempfangseinrichtungen ausgerüsteten
Anlage wird zunächst ein bestimmtes Rufsignal (beispielsweise mit einer Zeitdauer
von 0,5 bis 1,0 sec) und anschließend ein Anrufsprachsignal, das dem
Namen des gewünschten Teilnehmers entspricht, übertragen. In jeder Signalempfangseinrichtung
derjenigen Empfängergruppe, der das ausgesandte Rufsignal zugeordnet ist, wird der
Torkreis durch das Rufsignal geöffnet, das infolgedessen
zur Abhöreinrichtung
gelangt und hörbar wird. Der Speicherkreis hält anschließend den Torkreis noch so
lange automatisch geöffnet, bis das dem Rufsignal folgende Anrufsprachsignal in
der Abhöreinrichtung gleichfalls hörbar wird. Die Teilnehmer der angerufenen Gruppe
hören infolgedessen lediglich das für ihre Gruppe bestimmte Rufsignal und anschließend
ein Sprachsignal, das für einen Empfänger der betreffenden Gruppe bestimmt ist.
Nach -dem Hörbarwerden des Anrufsprachsignals werden alle Torkreise der angerufenen
Empfänger wieder gesperrt, so daß diejenigen Teilnehmer, für die der Ruf nicht bestimmt
ist, durch das folgende Gespräch nicht gestört werden. Der durch das Anrufsprachsignal
gekennzeichnete Empfänger der betreffenden Gruppe wird von dem betreffenden Teilnehmer
in Sprechverbindungsstellung geschaltet. Alle übrigen Teilnehmer dieser Gruppe brauchen
dagegen keinerlei Handlungen vorzunehmen und werden infolgedessen nicht gestört.
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Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß der auf
das Rufsignal ansprechende Schaltungsteil Verzögerungselemente enthält. Ferner ist
es gemäß Weiterbildungen der Erfindung zweckmäßig, daß an einen Eingangskreis ein
zweiter auf das Rufsignal ansprechender Schaltungsteil angeschlossen ist, der einen
Rückstellkreis speist, der entweder das Ausgangssignal des Speisekreises beim Wegfall
des von dem zweiten Schaltungsteil gelieferten Signals unterbricht oder den Torkreis
beim Wegfall des vom zweiten Schaltungsteil gelieferten Signals sperrt.
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Diese und weitere Einzelheiten der Erfindung gehen aus der folgenden
Beschreibung einiger in der Zeichnung veranschaulichter Ausführungsbeispiele hervor.
Es zeigt F i g. 1 ein Diagramm der benutzten Signalfolge, F i
g. 2 ein Prinzipschema der erfindungsgemäßen Signalempfangseinrichtung, F
i g. 3 bis 5 Schaltbilder einiger Ausführungsbeispiele von Elementen
der Empfangseinrichtung, F i g. 6 bis 8 Prinzipdarstellungen weiterer
Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Empfangseinrichtung, F i g. 9
ein Diagramm des Entladevorganges im Rückstellkreis, F i g. 10 und
11 zwei weitere Prinzipdarstellungen von Ausführungsbeispielen der erfindungsgemäßen
Empfangseinrichtung, F i g. 12 bis 15 Schaltbilder einiger Einzelheiten.
In F i g. 2 ist das Prinzipschema der erfindungsgemäßen Signalempfangseinrichtung
veranschaulicht. Sie enthält einen Eingangskreis 11, dessen einer Ausgang
mit einem Schaltungsteil 14 verbunden ist, der auf das Rufsignal anspricht, das
der Gruppe, zu der der betreffende Empfänger gehört, zugeordnet ist. Der Schaltungsteil
14 speist einen Speicherkreis 15
und kann als Resonanzrelais, Keramikfilter,
Bandfilter, Resonanzkreis, Pulskodedekoder oder als Kombination derartiger Elemente
ausgebildet sein.
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Der Speicherkreis 15 speichert das vom Schaltungsteil 14 gelieferte
Signal eine Zeitlang und liefert eine bestimmte Zeit nach Wegfall des vom Schaltungsteil
14 zugeführten Signals ein Steuersignal an einen Torkreis 12. Der Speicherkreis
15 kann auf dem Prinzip der Ladung und Entladung von Kondensatoren beruhen,
als astabiler Multivibrator oder als Flip-Flop-Kreis ausgebildet sein. Der vom Speicherkreis
15 gesteuerte Torkreis 12 überträgt ein vom Eingangskreis 11 geliefertes
Signal zu einer Abhöreinrichtung 13, die durch ein Niederfrequenznetzwerk
gebildet wird und an ihrem Ausgang einen Lautsprecher 16 aufweist. Der Torkreis
12, der einen Koinzidenzkreis darstellt, kann beispielsweise mit Transistoren, Vakuumröhren,
Dioden oder Relais ausgerüstet sein.
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F i g. 1 zeigt eine zum Rufen benutzte Signalfolge. Zunächst
tritt ein bestimmtes Rufsignal Si auf, das beim Ausführungsbeispiel ein Tonsignal
einer bestimmten Frequenz ist und einer bestimmten Gruppe von Empfängern zugeordnet
ist. Bei allen Empfängern dieser Gruppe spricht der Schaltungsteil 14 hierauf an.
Es folgt dann ein Sprachsignal S" das den Namen des gewünschten Partners der betreffenden
Teilnehmergruppe darstellt. Wenn die in F i g. 2 dargestellte Signalempfangseinrichtung
die in F i g. 1
veranschaulichten Signale aufnimmt, so liefert der auf das
Rufsignal Si ansprechende Schaltungsteil 14 ein Ausgangssignal an den Speicherkreis
1-5. Dieser liefert ein Steuersignal an den Torkreis 12 und öffnet diesen
Torkreis, so daß das Rufsignal S, vom Eingangskreis 11 zur Abhöreinrichtung
13 gelangt und im Lautsprecher 16 hörbar wird. Der Speicherkreis
15 hält jedoch auch nach Beendigung des Rufsignals S, den Torkreis
12 noch eine bestimmte Zeit "eöffnet, so daß auch das nachfolgende Sprachsignal
S, vom Eingangskreis 11 zur Abhöreinrichtung 13
übertragen
und (gegebenenfalls nach Verstärkung) im Lautsprecher 16 hörbar wird.
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Einige Einzelheiten der in F i g. 2 dargestellten Prinzipschaltung
seien im folgenden näher erläutert. Die F i g. 3 und 4 zeigen zwei Ausführungsbeispiele
des Torkreises 12 und des Speicherkreises 15.
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Gemäß Fig. 3 wird die Ausgangsspannung des Schaltungsteiles
14 über die Leitungen 42, 42' der Primärwicklung 18 eines Transformators
17 zugeführt. Die in der Sekundärwicklung 19 dieses Transformators
induzierte Spannung wird durch eine Diode 20 gleichgerichtet, so daß an einem Kondensator
21 eine Gleichspannung V, entsteht. Diese Gleichspannung wird über einen Widerstand
22 der Basis eines im Torkreis 12 angeordneten Transistors 24 zugeführt und macht
diesen Transistor leitend. Ein Widerstand 23 dient zur Einstellung der Basisspannung
des Transistors 24. Die beiden Widerstände 22 und 23
liegen parallel zum Kondensator
21 und bilden einen Entladekreis für diesen Kondensator. Durch zweckmäßige Wahl
der Entladezeitkonstante kann man auf diese Weise erreichen, daß der Transistor
24 noch eine gewünschte Zeit nach dem Wegfall des der Primärwicklung 18 zugeführten
Ausgangssignals des Schaltungsteiles 14 leitend bleibt. Die im Torkreis 12 vorgesehenen
Widerstände 25 und 26 dienen zur Erzeugung einer bestimmten Vorspannung,
so daß der Transistor 24 in den Sperrzustand übergeht, wenn das seiner Basis zugeführte
Eingangssignal auf einen bestimmten Wert abgefallen ist.
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Bei dem in F i g. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel ist im
Kollektorkreis des Transistors 24 eine Relaisspule 27 vorgesehen. Ist der
Transistor 24 leitend, so ist die Relaispule stromdurchflossen und der Relaiskontakt
28 geschlossen, so daß das vom Eingangskreis 11 über die Leitung
39 zugeführte Signal über die Leitung 40 zur Abhöreinrichtung 13 gelangen
kann.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel des Speicherkreises
15 ist in F i g. 5 dargestellt. Die in der Sekundärwicklung
19 des Transformators 17 induzierte Spannung wird durch die Diode
20 gleichgerichtet, so daß der Kondensator 21 mit der dargestellten Polarität auf
die Gleichspannung V, aufgeladen wird. Es wird ferner ein Kondensator
30 mit der dargestellten Polarität über die Dioden 33 und
33' aufgeladen. Dem Kondensator 21 ist ein Widerstand 29
parallel geschaltet,
wobei die Werte dieser beiden Elemente so gewählt sind, daß sich der Kondensator
21 nach Wegfall des der Primärwicklung 18
zugeführten Eingangssignals verhältnismäßig
rasch entlädt, während die Entladung des Kondensators 30
wesentlich langsamer
erfolgt. Der Entladestrom dieses Kondensators 30 fließt über den Widerstand
29,
die Basis des Transistor 24 und den Widerstand 31
und hält den Transistor
im leitenden Schaltzustand. Die Dioden 33, 33' dienen bei der Aufladung des
Kondensators 30 zur Oberbrückung der Widerstände 31 und
32.
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Der in F i g. 5 dargestellte Speicherkreis liefert kein Ausgangssignal,
solange der Primärwicklung 18 ein Eingangssignal zugeführt wird; das Ausgangssignal,
das den Transistor 24 leitend macht, tritt dagegen auf, sobald das Eingangssignal
wegfällt. Findet ein derartiger Speicherkreis in der Schaltungsanordnung gemäß F
i g. 2 Verwendung, so wird am Lautsprecher 16 nur das Sprachsignal
S", nicht dagegen das vorhergehende Rufsignal S, hörbar, da der Torkreis
12 noch gesperrt bleibt, solange das Rufsignal S, enipfangen wird.
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Wird daher zwischen einem Ausgang des Schaltungsteiles 14 und einem
Eingang der Abhöreinrichtung 13 ein Schalter 34 vorgesehen, wie dies in F
i g. 2 gestrichelt angedeutet ist, so kann man durch Schließen dieses Schalters
das Rufsignal S, hörbar und durch Öffnen dieses Schalters unhörbar machen.
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Der in F i g. 5 dargestellte Speicherkreis
15 stellt in gewissem Sinne einen Verzögerungskreis dar. Seine Verwendung
im Rahmen der Schaltungsanordnung gemäß F i g. 2 vermeidet das Hörbarwerden
von Störimpulsen. Selbst wenn nämlich der erste Schaltungsteil 14 auf Grund solcher
Störimpulse ein Ausgangssignal erzeugt, so wird doch der Torkreis 12 erst eine bestimmte
Zeit später geöffnet. Wählt man nun die vom Speicherkreis 15 bewirkte Verzögerungszeit,
so daß sie größer als die Zeitdauer der Störimpulse ist, so sind diese bereits verschwunden,
wenn der Torkreis 12 dann öffnet. Die Störimpulse werden infolgedessen im Lautsprecher
16 nicht hörbar. Der erläuterte Verzögerungseffekt läßt sich bei der Schaltung
gemäß F i g. 4 durch Verwendung eines Kondensators 35 erreichen, an
dem die Gleichspannung V2 mit einer gewissen Zeitverzögerung aufgebaut wird.
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Das gleiche Ergebnis läßt sich erzielen, wenn der erste Schaltungsteil
14 einen Verzögerungskreis enthält.
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Es können nun auch spezielle Rufsignale, beispielsweise außerhalb
des Tonfrequenzbereiches oder Pulskodesignale, Verwendung finden, die nicht unmittelbar
zur Erzeugung eines Ruftones geeignet sind. In derartigen Fällen muß eine gesonderte
Rufeinrichtung 36 (F i g. 6) benutzt werden, die vom Ausgang des ersten
Schaltungsteiles 14 gesteuert wird. Diese Rufeinrichtung 36 kann beispielsweise
durch einen Summer oder einen Niederfrequenzoszillator mit Lautsprecher gebildet
werden. Wenn ferner das Rufsignal eine sehr kurze Zeitdauer besitzt, so muß eine
Rufeinrichtung benutzt werden, die einen etwas längeren Ruf als das eigentliche
Rufsignal erzeugt.
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Bei Verwendung eines Speicherkreises 15, wie er in den F i
g. 3 und 4 dargestellt ist, bei dem somit ein Kondensator aufgeladen und
entladen wird, kommt es verhältnismäßig häufig vor, daß der Torkreis nach Beendigung
eines Rufes noch eine gewisse Zeit geöffnet bleibt, wobei in dieser Zeitspanne Störgeräusche
und übersprechsignale durch den Torkreis hindurchlaufen. F i g. 7 zeigt ein
Ausführungsbeispiel zur Vermeidung dieses Nachteiles.
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Die Schaltung enthält außer den bereits im Zusammenhang mit F i
g. 2 erläuterten Elementen einen zweiten auf das Rufsignal ansprechenden
Schaltungsteil 37 und einen nachgeschalteten Rückstellkreis 38.
Sie
bewirken den Wegfall des Ausgangssignals des Speicherkreises 15, sobald das
Ausgangssignal des zweiten Schaltungsteiles 37 wegfällt. Wenn daher bei einem
Rufvorgang noch ein zweites spezielles Signal übertragen wird, so kann man dieses
Signal dazu benutzen, den Torkreis 12 in seinen ursprünglichen, gesperrten Schaltzustand
zurückzuführen, so daß Störgeräusche oder übersprechsignale nicht mehr durch den
Torkreis hindurchlaufen können. Dieses zweite spezielle Signal, das während eines
Rufes übertragen wird, sei im folgenden als Haltesignal bezeichnet. Der von diesem
Haltesignal ausgelöste Rückstellkreis 38 kann als Grundelement ein Relais,
einen Transistor, eine Diode, eine Entladungsröhre, eine Vakuumröhre od. dgl. enthalten.
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Die gleiche Wirkung läßt sich auch dadurch erreichen, daß der Torkreis
12 unmittelbar vom Rückstellkreis 38 zurückgeschaltet wird, wie dies in F
i g. 8
dargestellt ist.
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Die Funktion des Rückstellkreises 36 besteht somit, anders
ausgedrückt, darin, den Torkreis 12 zu öffnen, wenn das Haltesignal und das erste
Rufsignal zusammen empfangen werden, ferner darin, diesen Torkreis eine bestimmte
Zeit nach dem Aufhören des ersten Rufsignals oder unmittelbar beim Aufhören des
Haltesignals wieder zu sperren. Wenn nämlich ein Speicherkreis 15 der erläuterten
Art benutzt wird, so fällt das Ausgangssignal dieses Speicherkreises selten von
selbst weg, ehe das Haltesignal aufhört.
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Wenn der zweite Schaltungsteil 37 oder der Rückstellkreis
38 Verzögerungselemente enthalten, so können hierdurch - wie im Zusammenhang
mit den F i g. 4 und 5 erläutert - pulsförmige Störsignale
unterdrückt werden, da der Torkreis 12 in diesem Fall erst eine kurze Zeit nach
dem Empfang dieser Störsignale geöffnet wird.
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Ein weiterer Vorteil des Rückstellkreises 38 besteht in der
Sicherstellung der Funktion des Torkreises 12, was im folgenden näher erläutert
sei.
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Der zeitliche Verlauf des über die Basis des Transistors 24 (F i
g. 3) nach Aufhören eines Rufsignals fließenden Steuersignals ist in F i
g. 9 durch die Kurven A und B veranschaulicht. Die Zeit 7#, stellt
die für das Rufen eines Partners benötigte Rufzeit dar. I, ist der minimale Basisstrom,
der erforderlich ist, um den Transistor 24 leitend zu halten. T, ist die
Zeit, in der der Entladestrom auf den Wert I, fällt, wenn die Kurve B gilt. T4 ist
somit dann die Zeit, in der der Transistor 24 nach Aufhören eines Rufes noch leitend
ist. Es ist erwünscht, diese Zeit T4 so kurz wie möglich zu halten; wird jedoch
zu diesem Zweck die Entladezeitkonstante sehr klein gewählt
(so
daß die Entladekurve noch steiler verläuft), so wird die Wirkungsweise des Transistors
24 unstabil, da der minimale Arbeitsstrom I", nahe an den Wert I, kommt. Auf der
anderen Seite ist es erwünscht, die Rufzeit T, so lang wie möglich zu wählen; hört
je-
doch dann ein Sprachsignal schon nach kurzer Zeit auf, so ergibt sich
eine unerwünscht lange Zeit T4. Wird nun jedoch das Ausgangssignal des Speicherkreises
15 durch den Rückstellkreis 38 beim Aufhören eines Rufes unterbrochen,
so kann man -
ohne Räcksicht auf die Zeit T4 zu nehmen - eine große
Entladezeitkonstante wählen (Kurve A). Der Transistor 24 wird auf diese Weise
sicher gesteuert, und man erhält trotzdem einen extrem kleinen Wert der unerwünschten
Nachzeit.
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DieVerwendung des genanntenHaltesignals bringt jedoch noch einen weiteren
Vorteil mit sich. Bei bekannten Einrichtungen werden Haltesignale zusammen mit dem
Sprachsignal übertragen. Für das Haltesignal kommen daher üblicherweise nur Frequenzen
unter 200 Hz in Betracht damit das Sprachsignal nicht gestört wird. Zur Trennung
des Haltesignals finden ferner bisher üblicherweise mechanische Resonanzrelais Verwendung,
wobei die einzelnen Kanäle einen Frequenzabstand von 15 Hz besitzen. Man
kann daher im Hinblick auf die genannten Frequenzgrenzen nur etwa fünf bis zehn
Kanäle vorsehen.
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Bei der erfindungsgemäßen Einrichtung kann man dagegen das erste Rufsignal
in den gesamten Sprachfrequenzbereich, d. h. zwischen 200 und 3000
Hz, legen, da dieses erste Rufsignal nicht zusammen mit dem Sprachsignal übertragen
wird. Wenn daher fünfzig erste Rufsignale unterschiedlicher Frequenz und zehn Haltesignale
unterschiedlicher Frequenz vorgesehen werden, so erhält man durch Kombination
je
eines Rufsignals mit je einem Haltesignal bei Eliminierung der Kombinationen
mit denselben Frequenzen insgesamt 450 Kanäle.
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Als Haltesignal können ein Trägersignal oder ein Gleichstromsignal
Verwendung finden. Bei den in den F i g. 10 und 11 dargestellten Ausführungsbeispielen
findet ein Trägersignal als Haltesignal Verwendung. Der Rückstellkreis
38 wird also durch eine Gleichspannung gesteuert, die durch Gleichrichtung
eines vom Eingangskreis 11 zugeführten Trägersignals erhalten wird. Wenn
daher der Sender sogleich beim Aufhören eines Rufes unterbrochen wird, so fällt
zu diesem Zeitpunkt im Eingangskreis 11 auch das Trägersignal weg, so daß
der Torkreis 12 unverzüglich gesperrt wird. Die Steuerung des Rückstellkreises
38 durch das Trägersignal verringert den Einfluß von Störsignalen. Wenn nämlich
der erste Schaltungsteil 14 durch seinem Eingang zugeführte Störsignale ein Ausgangssignal
liefert, so ist doch in diesem Fall kein Trägersignal vorhanden, das den Rückstellkreis
38 steuert. Der Torkreis 12 wird daher gar nicht eingeschaltet. Selbst wenn
der Rückstellkreis 38 im übrigen einmal durch Störimpulse betätige wird,
ist dies auf eine sehr kurze Zeitdauer beschränkt.
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Bei einem Frequenzmodulationsempfänger wird im allgemeinen eine Spannungsbegrenzung
vorgesehen, so daß zwischen Trägersignalen und Störsignalen nicht unterschieden
werden kann. In diesem Fall ist es unzweckmäßig, zur Steuerung des Rückstellkreises
38 eine Trägerspannung zu verwenden. Bei einem Frequenzmodulationsempfänger
vergrößert sich jedoch ein niederfrequentes Ausgangsstörsignal plötzlich beim Wegfall
des Trägersignals. Man kann daher diese Störspannung zur Steuerung des Rückstellkreises
38 verwenden. Bei der Schaltung gemäß den F i g. 7 und 8 wird
als zweiter Schaltungsteil 37
ein Schmalbandfilter benutzt, der Störfrequenzkomponenten
aufnimmt, die außerhalb des Sprach- und Rufsignalfrequenzbereiches liegen,
so daß diese Signale kein Ausgangssignal des zweiten Schaltungsteiles
37 erzeugen. Wenn daher der Sender beim Aufhören des Rufes unterbrochen wird,
so erzeugt der Eingangskreis 11 ein Ausgangsstörsignal, durch das der Rückstellkreis
38 betätigt wird, so daß der Torkreis 12 wieder in seinen gesperrten Ausgangszustand
zurückgeschaltet wird.
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Bei einer drahtgebundenen übertragung zwischen Sender und Empfänger
steht ein Gleichstromsignal zur Verfügung (Fig. 10 und 11), das als
Haltesignal während des Rufvorganges dient und beim Aufhören des Rufes wegfällt.
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Für die erfindungsgemäße Empfangseinrichtung sind grundsätzlich zwei
Arten von Rückstellkreisen geeignet. Bei der einen Ausführung wird der Torkreis
durch das Haltesignal eingeschaltet (und offengehalten), während bei der anderen
Ausführung der Torkreis durch ein Steuersignal in den Sperrzustand zurückgeschaltet
wird. Einige Ausführungsbeispiele des Rückstellkreises 38 sind in den F i
g. 12 bis 14 näher erläutert.
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Der in F i g. 12 dargestellte Rückstellkreis 38 steuert
den Speicherkreis 15 (vgl. F i g. 7 und 10). Dem Rückstellkreis
38 wird über Leitungen 44, 44' das Ausgangssignal des zweiten Schaltungsteiles
37, eine Trägerspannung des Eingangskreises 11 oder ein Gleichstromsignal
zugeführt. Bei dem in Fig. 12 angenommenen Fall enthält der zweite Schaltungsteil
37 einen Gleichrichter und liefert demgemäß an den Rückstellkreis
38 ein Gleichstromsignal mit solcher Polarität, daß der Transistor 47 gesperrt
wird. Von einer Gleichspannungsquelle50 erhält die Basis des Transistors 47 über
einen Widerstand 49 eine Vorspannung in Durchlaßrichtung; das über die Leitungen
44, 44' zugeführte Haltesignal ist jedoch so gewählt, daß beim Anstehen dieses Signals
der Transistor47 gesperrt ist; verschwindet das Haltesignal dagegen, so wird der
Transistor 47 durch die genannte Vorspannung leitend, so daß sich der Kondensator
21 -über die Kollektor-Emitter-Strecke des Transistors 47 entladen kann. Damit bricht
die Ausgangsspannung auf der Leitung 43 zusammen, so daß der Torkreis 12 in seine
gesperrte Ausgangslage zurückkehrt. Der in F i g. 12 dargestellte Rückstellkreis
38 enthält einen Widerstand 51 und einen Kondensator 52. Der
Transistor 47 wird daher erst eine kurze Zeit nach dem Auftreten eines Eingangssignals
an den Leitungen 44, 44' gesperrt. Wenn daher der erste Schaltungsteil 14 auf Grund
von Eingangsstörimpulsen ein Ausgangssignal liefert, so wird hierdurch trotzdem
der Torkreis 12 nicht geöffnet, da der Rückstellkreis 38 zunächst noch den
Kondensator 21 kurzgeschlossen hält. Wenn dann der Torkreis 12 nach einer bestimmten
Zeitverzögerung geöffnet wird, so sind die Störsignale im allgemeinen bereits wieder
abgeklungen.
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F i g. 13 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem der Speicherkreis
15 ein Relais enthält. Das Ausgangssignal des ersten Schaltungsteiles 14
wird der Primärwicklung 18 des Transformators 17 über Leitungen
42,
42' zugeführt. Die in der Sekundärwicklung 19 erzeugte Spannung gelangt an
die Basis des Transistors 24. Der Basis des Transistors 47 wird über die Leitungen
44, 44" ein Gleichspannungshaltesignal mit der gegenüber F i g. 12 umgekehrten
Polarität zugeführt, so daß der Transistor 47 leitend ist, solange dieses Haltesignal
ansteht. Der vom Transistor 24 gleichgerichtete Halbwellenstrom wird vom Kondensator
51 geglättet und dient zur Betätigung der Relaisspule 27, deren Kontakt
28 zwischen der Ausgangsleitung 39 des Eingangskreises 11 und
der Eingangsleitung 40 der Abhöreinrichtung 13 liegt. Das Relais schließt
ferner den weiteren Kontakt 52,
über den nach dem Wegfall des dem Transistor
24 zugeführten Eingangssignals ein Haltestrom für das Relais fließt. Fällt das dem
Rückstellkreis 38 zugeführte Haltesignal weg, so wird der Transistor 47 gesperrt,
so daß der Haltestrom durch die Relaisspule 27 unterbrochen wird und die
Kontakte 28 und 52
geöffnet werden. Der Speicherkreis 15 gemäß
F i g. 13
wirkt somit als Selbsthaltekreis, der auch mit einer Elektronenröhre,
einem Multivibrator od. dgl. ausgerüstet sein kann.
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F i g. 14 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel, bei dem entsprechend
den F i g. 8 und 11 der Torkreis 12 durch den Rückstellkreis
38 unmittelbar gesteuert wird. Ein Transistor 53 des Torkreises 12
wird durch ein Ausgangssignal des Speicherkreises 15 leitend ge-#lacht, was
das Leitendwerden eines Leistungstransistors 24 zur Folge hat. Wird der Basis des
Transistors 47 über die Leitung 44 ein Gleichspannungshaltesignal negativer Polarität
zugeführt, so wird der Transistor 47 und damit auch ein Transistor 54 leitend, so
daß ein Signal von der Leitung 39 nach Verstärkung auf die Leitung 40 übertragen
wird. Fällt das Haltesignal auf der Leitung 44 weg, so wird der Transistor 47 und
damit auch der Torkreis 12 gesperrt. Die Widerstände 25, 26, 55, 56
und 57 sind zur Verbesserung der Ausschaltcharakteristik der Transistoren
53 und 47 vorgesehen.