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Brennstoffregeleinrichtung für eine Gasturbinenanlage Die Erfindung
betrifft eine Brennstoffregeleinrichtung für eine Gasturbinenanlage mit einem im
wesentlichen aus Luftverdichter, Brennkammer und Verdichterantriebsturbine bestehenden
Gaserzeugerteil und mit einer mechanisch davon getrennten, nachgeschalteten Nutzlastturbine,
deren Eintrittsleitvorrichtung von einem von der Verdichterdrehzahl beeinflußten
ersten Drehzahlregler verstellbar ist, sowie mit einem von der Nutzlastturbinendrehzahl
beeinflußten, die Brennstoffzufuhr zur Brennkammer steuernden zweiten Drehzahlregler.
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Bekanntlich läßt sich der Betrieb von Gasturbinenanlagen erheblich
flexibler gestalten, wenn man den Gaserzeugerteil, also den Luftverdichter und dessen
Antriebsturbine vom Nutzlastturbinenteil trennt, so daß die Drehzahl des die Brennkammer
mit Luft speisenden Verdichters unabhängig von der für die leistungsabgebende Nutzlastturbinenwelle
erwünschten Drehzahl ist. Dadurch kann der Verdichter mit der den besten Wirkungsgrad
liefernden Drehzahl betrieben werden, während die Drehzahl der Nutzlastturbine den
wechselnden Arbeitsbedingungen der angeschalteten Last angepaßt werden kann. Ferner
ist es bekanntlich erwünscht, die wirksame Fläche und den Austrittswinkel der die
Nutzlastturbine mit Treibgas beaufschlagenden Eintrittsleitvorrichtung ändern zu
können, zu welchem Zweck Einrichtungen verschiedener Art für das Verstellen dieser
Zwischenleitvorrichtung bekannt sind.
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Die maximal zulässige Arbeitstemperatur und folglich der maximal erreichbare
Wirkungsgrad einer Gasturbinenanlage sind bekanntlich durch die Festigkeit der verfügbaren
Werkstoffe bei den in Frage kommenden hohen Temperaturen begrenzt. Der höchstmögliche
Wirkungsgrad über einen weiten Bereich unterschiedlicher Betriebsbedingungen läßt
sich dann erzielen, wenn man einen oder mehrere Betriebszustände der Anlage mit
Hilfe von auf die Turbinenabgastemperatur ansprechenden Einrichtungen so regelt,
daß die Abgastemperatur ohne Rücksicht auf andere, mitunter gegenteilige Anforderungen
an die Anlage annähernd konstant gehalten wird.
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Bei einer bekannten Brennstoffregeleinrichtung der eingangs genannten
Art (USA.-Patentschrift 2 625 789) für eine Zweiwellen-Gasturbinenanlage erfolgt
die Sollwerteinstellung des Drehzahlreglers für die Verdichterantriebsturbine in
Abhängigkeit von der Abgastemperatur durch einen Abgastemperaturregler in der Weise,
daß die bei Abweichungen der Verdichterantriebsturbinendrehzahl vom Sollwert auftretende
Stellgröße die Düsenöffnung und damit die Drehzahl der Verdichterantriebsturbine
im Sinn einer Konstanthaltung der Abgastemperatur nachstellt. Die Solldrehzahl (Belastung)
der Nutzlastturbine wird von Hand auf einer Schalttafel eingestellt, wobei die von
dem von der Nutzlastturbine beeinflußten Drehzahlregler erzeugte Stehgröße die Brennstoffzufuhr
zur Brennkammeranlage regelt. Dabei erfolgt die Turbinendüsenverstellung stets unter
dem Einfluß des Drehzahlreglers für die Verdichterantriebsturbine, während die Steuerung
der Brennstoffzufuhr stets unter dem Einfluß des Drehzahlreglers für die Nutzlastturbine
erfolgt. Es bestehen also zwei getrennte Drehzahlregelkreise, die durch die Abgastemperatur
gewissermaßen miteinander verknüpft sind.
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Man kann nun bekanntlich die beiden Turbineneinheiten einer derartigen
Zweiwellen-Gasturbinenanlage als zwei getrennte Turbinensysteme auffassen, die jedoch
in sehr komplexer Weise wechselseitig aufeinander einwirken. Jedes dieser Systeme
steht unter dem Einfluß eines eigenen Drehzahlreglers mit jeweils zwei Eingängen,
nämlich dem Sollwerteingang und dem durch die Drehzahl der betreffenden Turbine
gegebenen Istwerteingang, wobei die Differenz dieser beiden Größen, also die Drehzahlabweichung,
die Stellgröße für die Drehzahl der betreffenden Turbine bildet. Dabei bringt es
die Komplexität der Anlage mit sich, daß die von den beiden Stellgrößen
steuerten
Systemgrößen, nämlich die Brennstoffzufuhr beim einen System und die Düseneinstellung
beim anderen System, nicht nur das betreffende, sondern indirekt auch das andere
System beeinflussen.
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Bei der bekannten Einrichtung sind nun die beiden Regelkreise in dem
Sinn voneinander getrennt, daß die jeweiligen Sollwerteinstellungen unabhängig voneinander
erfolgen und lediglich eine indirekte Kopplung über und durch die Turbinensysteme
selbst besteht, wobei als koppelnder Faktor die Abgastemperatur wirkt. Nachteilig
ist dabei, daß bei Laständerungen im Betrieb der Anlage die Abgastemperaturregelung
naturgemäß mit erheblicher Verzögerung anspricht und folglich sich der Regelvorgang
verzögert auswirkt, so daß man einen schlechteren Wirkungsgrad in Kauf nehmen muß,
wenn man nicht Gefahr laufen will, daß unter Umständen die zulässige Höchsttemperatur
überschritten wird.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, auf einem anderen Weg die
beiden Regelkreise so miteinander zu koppeln, daß bei Laständerungen die Solldrehzahl
der Verdichterantriebsturbine unmittelbar, d. h. nicht auf dem Umweg über die Abgastemperaturregelung
nachgestellt wird.
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Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei einer Brennstoffregeleinrichtung
der eingangs genannten Art erfindungsgemäß vorgesehen, daß der zweite Drehzahlregler
zugleich den Sollwert am ersten Drehzahlregler proportional zu der die Brennstoffzufuhr
beeinflussenden Drehzahlabweichungsgröße verstellt.
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Dadurch wird erreicht, daß das gesamte Regelsystem unverzögert auf
Laständerungen anspricht, indem der Drehzahlregler für die Verdichterantriebsturbine
der verzögert wirkenden Beeinflussung durch die Abgastemperatur entzogen ist und
statt dessen unmittelbar, d. h. unverzögert, auf Drehzahländerungen der Nutzlastturbine,
also auf Laständerungen, anspricht. Auf diese Weise kann man den höchstmöglichen
Wirkungsgrad der Anlage ohne Überschreiten der zulässigen Höchsttemperatur erreichen.
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In Fällen, wo außerdem eine übersteuernde Abgastemperatur-Grenzregelung
zwecks noch besserer Ausnutzung des Wirkungsgrades der Anlage vorgesehen ist, ist
in Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, daß der Abgastemperatur-Grenzregler allein
die Verstellung des Brennstoffreglers durch den zweiten Drehzahlregler beeinflußt,
d. h., der Abgastemperatur-Grenzregler übersteuert die Beeinflussung des Brennstoffreglers
durch den Nutzlastturbinen-Drehzahlregler, ohne diesen jedoch daran zu hindern,
weiter den Sollwert des Verdichterantriebsturbinen-Drehzahlreglers im gewünschten
Sinn zu steuern. Die Steuerung des Verdichterantriebsturbinen-Drehzahlreglers durch
den Nutzlastturbinen-Drehzahlregler ist daher völlig unabhängig davon, ob die Nutzlastturbine
gerade angefahren wird oder leerläuft oder ob sie mit Vollast arbeitet, d. h. unter
dem Einfluß der Abgastemperatur-Grenzregelung steht.
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Gemäß weiteren Merkmalen der Erfindung verstellt der zweite Drehzahlregler
den Sollwert des ersten Drehzahlreglers unabhängig von Änderungen der Brennstoffzufuhr
und wird der Abgastemperatur-Grenzregler in seiner begrenzenden Wirkung durch das
Ausgangssignal des zweiten Drehzahlreglers beeinflußt.
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Bei einer Mehrbrennstoff-Turbinenanlage, bei der nach Wahl entweder
einer oder sämtliche von mehreren unterschiedlichen Brennstoffen der Brennkammer
zuführbar sind, ist in Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, daß während der Vornahme
eines Brennstoffwechsels der Abgastemperatur-Grenzregler die Abgastemperatur konstant
hält und der zweite Drehzahlregler durch entsprechende Beeinflussung des ersten
Drehzahlreglers die Verdichterdrehzahl steuert.
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Die Erfindung wird nachstehend in Anwendung auf eine Zweiwellen-Gasturbinenanlage
erläutert, die mit mehreren verschiedenen Brennstoffen betrieben werden kann, wobei
während des Wechsels von einem Brennstoff zu einem anderen die Belastung konstant
gehalten wird.
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In den Zeichnungen zeigt F i g. 1 ein Schema einer Zweiwellen-Gasturbinenanlage
mit erfindungsgemäßer Regeleinrichtung, F i g. 2 ein vereinfachtes Schema der Turbinenanlage
und ihrer Regeleinrichtung in Blockform, F i g. 3 ein die Arbeitsweise der Regeleinrichtung
bei nichtbegrenzter Abgastemperatur veranschaulichendes Diagramm und F i g. 4 ein
die Arbeitsweise bei begrenzter Abgastemperatur veranschaulichendes Diagramm.
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Die erfindungsgemäße Einrichtung bedient sich eines Drehzahlreglers
für den Nutzlastturbinenläufer mit abfallender Drehzahlcharakteristik, wobei die
Abweichung von der Solldrehzahl dazu verwendet wird, die zu den Brennkammern der
Gasturbine strömende Brennstoffmenge zu steuern und zugleich die Drehzahl-Sollwerteinstellung
eines weiteren Drehzahlreglers für die Verdichterantriebsturbine, die gleichfalls
eine abfallende Drehzahlcharakteristik hat, zu ändern. Die Brennstoffmenge wird
durch eine vorgewählte maximale Turbinenabgastemperatur begrenzt, während die eingestellte
Solldrehzahl der Verdichterturbine durch die Abgastemperatur nicht beeinflußt wird,
sondern unter dem Einfluß des Reglers für die Nutzlastturbine verbleibt. Schwankungen
der Nutzlastturbinenbelastung oder -drehzahl werden beiden Regeleinrichtungen (dem
Brennstoffzufuhrregler und dem Drehzahlregler für die Verdichterturbine) mit sehr
geringer zeitlicher Verzögerung mitgeteilt. Wenn die Anlage mit Temperaturbegrenzung
arbeitet, d. h. die Brennstoffzufuhr durch die Turbinenabgastemperatur begrenzt
wird, so ist die Luftzufuhr etwa der Belastung der Nutzlastturbine proportional,
und ein Umschalten von einem Brennstoff auf den anderen kann ohne weiteres vorgenommen
werden, ohne daß die Drehzahl oder Belastung der kraftabgebenden Welle beeinflußt
wird.
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Die in F i g. 1 gezeigte Zweiwellen-Gasturbinenanlage 1 hat einen
Luftverdichter 2, der beispielsweise als mehrstufiger Axialverdichter ausgebildet
sein kann, eine Brennkammeranlage 3 und ein gemeinsames Turbinengehäuse
4, das einen Hochdruckturbinenläufer 5 und einen Niederdruckturbinenläufer
6 umschließt. Ein verdrehbarer Turbinendüsen-Verstellring 7 dient dazu, den effektiven
Schaufelwinkel von eine Zwischenleitvorrichtung bildenden Düsen 8 zu verstellen,
um die Druckverhältnisse an der Beschaufelung der Turbinenläufer 5, 6 zu regeln.
Durch Drehen des Ringes 7 im Sinn einer Verkleinerung des effektiven Anstellwinkels
der Düsen 8, d. h. im Sinn einer Öffnung der verstellbaren Düsen, wird erreicht,
daß die Drehzahl des Hochdruckturbinenläufers 5 ansteigt und die Drehzahl des Niederdruckturbinenläufers
6 absinkt.
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Die über den Lufteinlauf 9 in den Verdichter 2 einströmende Luft vermischt
sich anschließend mit dem
durch Düsen 10 in die Brennkammern 3 eingespritzten
Brennstoff. Nach Verbrennen des Luft-Brennstoff-Gemisches in den Brennkammern 3
durchströmen die Abgase das Turbinengehäuse 4, von wo sie durch die Abgasleitung
11 ins Freie gelangen.
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Der Niederdruckturbinenläufer 6 treibt eine Last, im vorliegenden
Fall einen elektrischen Generator 12, der über Leitungen 13 ein Stromnetz mit elektrischer
Energie beliefert. Der Hochdruckturbinenläufer 5 treibt den Verdichter 2 an, der
die Verbrennungsanlage mit Luft beliefert, er stellt also die Verdichterantriebsturbine
dar, während der Niederdruckturbinenläufer 6 die Nutzlastturbine darstellt.
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Die Anlage ist mit zwei Drehzahlreglern, und zwar einem für die Verdichterantriebsturbine
und einem für die Nutzlastturbine ausgerüstet. Bei der gezeigten Ausführungsform
sind diese beiden Regler im wesentlichen gleich ausgebildet. Sie können entweder
als mechanische oder als elektrische Regler ausgebildet sein. Der Drehzahlregler
14 für die Verdichterantriebsturbine hat einen an der Hochdruckwelle angebrachten
Tachometergenerator 15, der eine der Drehzahl des Läufers 5 proportionale Spannung
erzeugt. Mit Hilfe eines Verstellwiderstands 16 für die Drehzahl-Sollwerteinstellung
der Verdichterantriebsturbine wird der Stromfluß durch eine Magnetspule 17 eingestellt,
die so gewickelt ist, daß sie auf den Schieber eines hydraulischen Steuerventils
18 eine nach unten gerichtete Kraft ausübt. Der vom Tachometergenerator 15 erzeugte
Strom durchfließt außerdem einen Rückführ-Verstellwiderstand 19 mit einem beweglichen
Arm 20. Ein Teil des den Widerstand 19 durchfließenden Stroms fließt durch einen
parallelgeschalteten Verstellwiderstand 21 sowie durch eine Rückführmagnetspule
22, die so gewickelt ist, daß ihre Kraft sich zu der von der Spule 17 entwickelten
Kraft addiert. Eine Feder 23 drückt den Schieber des Steuerventils 18 gegen
die durch den Stromfluß in den Spulen 17 und 22 erzeugte Kraft nach oben.
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Die Bestandteile des Drehzahlreglers 24 für die Nutzlastturbine sind
von gleicher oder ähnlicher Ausbildung und Wirkungsweise wie die entsprechenden
Bestandteile des Drehzahlreglers 14. Und zwar handelt es sich dabei um einen
Tachometergenerator 25, einen Verstellwiderstand 26 für die Drehzahl-Sollwerteinstellung
der Nutzlastturbine, eine Magnetspule 27, ein Steuerventil 28, einen Rückführwiderstand
29, einen beweglichen Arm 30, einen Verstellwiderstand 31, eine Rückführmagnetspule
32 und eine Feder 33. Der Verstellwiderstand 26 hat einen Handhebel 26 a, der dazu
dient, die Drehzahl oder Belastung der Nutzlastturbine in noch zu erklärender Weise
einzustellen.
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Bei den in F i g. 1 schematisch als Gleichstromgeneratoren 15, 25
angedeuteten Einrichtungen normalerweise um kleine Drehstromgeneratoren mit nachgeschalteten
Dreiphasen-Vollweggleichrichtern, die den Drehzahlen der entsprechenden Läufer proportionale
Spannungen erzeugen.
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Die von den Magnetspulen 17, 27 erzeugte, der Spannung der Federn
23 bzw. 33 entgegenwirkende Abwärtskraft nimmt mit ansteigendem Stromfluß durch
die Spulen 17, 27 zu. Die Steuerventile 18, 28 betätigen die beweglichen Arme 20,
30 über hydraulische Servomechanismen; durch die Bewegung dieser Arme wird
der Stromfluß durch die Rückführspulen 22 bzw. 32 beeinflußt, wobei der Wicklungssinn
dieser Spulen so ist, daß ihre Amperewindungen sich zu der in den Magnetspulen 17
bzw. 27 erzeugten Amperewindungszahl addieren.
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Die in der beschriebenen Weise ausgebildeten Drehzahlregler 14, 24
haben eine abfallende Drehzahlcharakteristik, indem die beweglichen Arme 20, 30
eine Lage einnehmen, die einer gegebenen Abweichung der durch die Tachometergeneratoren
15, 25 wahrgenommenen Istdrehzahl von der mittels der Verstellwiderstände 16, 26
eingestellten Solldrehzahl proportional ist, und zwar infolge der rückkoppelnden
Wirkung der Rückführspulen 22, 32, die sich zu der gleichzeitig durch die Magnetspulen
17, 27 vorgenommenen Korrigierwirkung addiert.
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Die gezeigte Turbinenanlage ist für den Betrieb mit zwei verschiedenen
Brennstoffen eingerichtet, die von Brennstoffpumpen 36, 37 über Leitungen 34, 35
gefördert werden. Die beiden Brennstoffanlagen sind in der Zeichnung als gleichartig
ausgebildet gezeigt, obwohl sie in Wirklichkeit in ihren Einzelheiten beträchtlich
voneinander abweichen können, etwa wenn der eine Brennstoff ein flüssiger Brennstoff,
wie z. B. »Bunker-C-Öl«, und der andere Brennstoff ein Gas, wie z. B. Naturgas,
ist. Der Brennstoffzufluß aus der Leitung 34 wird durch ein hydraulisch betätigtes
Ventil 38, der Brennstoffzufluß aus der Leitung 35 dagegen durch ein Ventil 39 geregelt.
Die zugeführten Brennstoffe beliefern über eine gemeinsame Leitung 40 die
Brennstoffdüsen 10.
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Lediglich das Ventil 39 mit dem Fluß durch ein Gehäuse 42 soll
hier im einzelnen beschrieben werden. Der Ventilteller 41 wird durch eine Feder
43 in Schließrichtung und durch veränderlichen hydraulischen Steuerdruck (»Drucksignal«)
in einer abgedichteten Balgenkammer 44 in Öffnungsrichtung gedrückt. Zwei
an eine gemeinsame Steuerölleitung 47 angeschlossene Leitungen 45, 46 beschicken
die Ventile 39 bzw. 38 mit Drucksignalen. Mit Hilfe von Ventilen 48, 49 kann die
Zuleitung des Drucksignals an das eine der Ventile abgesperrt und das Drucksignal
statt dessen dem anderen Ventil zugeleitet werden, so daß vom einen Brennstoff auf
den anderen umgeschaltet wird. In manchen Fällen können die Ventile 48, 49
automatisch gesteuert sein, so daß die Brennstoffe einzeln oder gemeinsam in gewünschten
Mengenanteilen entsprechend einem vorbestimmten Verteilungsschema gefördert werden.
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An Stelle einer mit Erhitzung durch Verbrennungswärme arbeitenden
Anlage, bei der die dem Treibgas zugeführte Wärme eine Funktion der Brennstoffzufuhr
ist, können bei anderen Arten von Gasturbinen, besonders solchen mit geschlossenem
Kreislauf, anderweitige Mittel für die Zufuhr von Wärme an das Treibgas, beispielsweise
Wärmeaustauscher, vorgesehen sein. Die Steuerung der Wärmezufuhr an das Treibgas
ist in diesem Fall der Steuerung der Brennstoffzufuhr bei einer Gasturbine mit offenem
Kreislauf von der oben beschriebenen Art analog. Es stellen daher die Ventile 38,
39 allgemein Einrichtungen für die Regelung der Wärmezufuhr an das Treibgas dar.
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Der Turbinendüsenregler 50 ist ein hydraulischer Servomechanismus,
der unter der Primärsteuerung des Drehzahlreglers 14 für die Verdichterantriebsturbine
steht. Der Düsenverstellring 7 wird durch eine daran befestigte Stange 51, die durch
einen Kolben 52 betätigt wird, gedreht. Der Kolben 52 wird durch eine Feder 53 in
einem hydraulischen Zylinder 54 in Düsenöffnungsrichtung gedrückt. Die Beaufschlagung
des
Zylinders 54 mit Druckmittel wird durch das mit einer Druckflüssigkeitsquelle (nicht
gezeigt) verbundene Steuerventil 18 geregelt. An der Stange 51 befindet sich eine
Zahnstange 55, durch deren Verschiebung ein Zahnrad 56 und der daran befestigte
Arm 20 des Rückführwiderstandes 19 gedreht wird.
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Der gemeinsam mit dem Drehzahlregler 14 wirkende Turbinendüsenregler
50 arbeitet in der folgenden Weise: Wenn entweder infolge einer Erniedrigung
der vom Tachometergenerator 15 wahrgenommenen Istdrehzahl oder infolge einer Erhöhung
der eingestellten Solldrehzahl (Drehung des Verstellwiderstands 16 im Uhrzeigersinn)
die Amperewindungszahl in der Magnetspule 17 sich verringert, so drückt die Feder
23 den Schieber des Steuerventils 18 nach oben, so daß Druckflüssigkeit aus dem
Zylinder 54 austritt und folglich sich der Kolben 52 nach unten verschiebt und die
Düsen 8 weiter öffnet. Durch die Abwärtsbewegung der Kolbenstange 51 wird der Rückführwiderstandsarm
20 im Uhrzeigersinn gedreht und dadurch der Stromfluß durch die Rückführspule 22
erhöht. Zugleich wird durch das Öffnen der Düsen das Druckgefälle am Turbinenläufer
5 vergrößert, wodurch sich die Drehzahl dieses Läufers erhöht und dadurch die vom
Generator 15 durch die Magnetspule 17 geschickte Stromstärke ansteigt. Dies hat
zur Folge, daß das Steuerventil 18 in seine Neutralstellung zurückkehrt,
so daß ein weiteres Öffnen der Düsen 8 verhindert wird. Die durch die Magnetspule
17 erzeugte Kraft addiert sich zu der von der Rückführspule 22 gelieferten Abwärtskraft.
Dies bedeutet, daß, obwohl das Steuerventil 18 in seine ursprüngliche Stellung
zurückgekehrt ist, die Düsen eine neue Stellung eingenommen haben. Der durch die
Rückführspule 22 fließende Strom (der der Stellung des Widerstandsarms
20 proportional ist) entspricht der Abweichung zwischen Solldrehzahl und
Istdrehzahl. Unterschiedliche Einstellungen des Verstellwiderstands 16 ergeben daher
unterschiedliche Düsenwinkeleinstellungen. Mithin haben der Drehzahlregler 14 und
der Düsenregler 50 eine abfallende Charakteristik, d. h., ihre Regelwirkung beruht
auf einem Abfall der Istdrehzahl von der Solldrehzahl. Der Betrag der Drehzahlabweichung
zwischen der geöffneten und der geschlossenen Düsenstellung wird mit Hilfe des Verstellwiderstands
21 eingestellt.
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Der Brennstoffregler 57 beliefert die gemeinsame Steuerölleitung 47
mit einem veränderlichen Steueröldrucksignal in Abhängigkeit von entsprechenden
Kommandos des Drehzahlreglers 24 für die Nutzlastturbine und/oder des Abgastemperatur-Grenzreglers
58.
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Der Brennstoffregler 57 hat einen schwimmend gelagerten Hebel 59,
dessen linkes Ende am Schaft eines Steuerkolbens 60 angelenkt ist, der in einem
Steuerzylinder 61 gleitet und durch eine Feder 62 nach unten gedrückt wird. Da die
Kraft der Feder 62 stets durch den Druck unterhalb des Kolbens 60 aufgewogen wird,
ist der Druck im Zylinder 61 ausschließlich eine Funktion der Stellung des Kolbens
60.
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Der Fluß von Drucköl in den und aus dem Zylinder 61 wird durch ein
Steuerventil 63 bestimmt, dessen Schieber 64 ebenfalls am Hebel 59 angelenkt
ist. Das Steuerventil 63 wird mit Drucköl aus einer geeigneten Quelle (nicht gezeigt)
gespeist. Wenn das rechte Ende des Hebels 59 nach unten gedrückt wird, so schwenkt
der Hebel zunächst im Uhrzeigersinn um den Anlenkungspunkt am Schaft des Kolbens
60, wodurch der Steuerventilschieber 64 so verschoben wird, daß Drucköl in den Zylinder
61 einfließt. Dadurch wird der Kolben 60 angehoben und das Steuerventil 63 nachgeführt.
Der Hebel 59 schwenkt daher gewissermaßen um den Schieber 64 des Steuerventils,
wobei der Steueröldruck durch Schwenkung im Uhrzeigersinn erhöht und durch Schwenkung
gegen den Uhrzeigersinn erniedrigt wird.
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Das Anheben und Absenken des rechten Endes des Hebels 59 kann mittels
einer Nockenscheibe 65 erfolgen, die durch ein Zahnrad 66 bei Aufwärts-oder Abwärtsbewegung
einer Zahnstange 67 gedreht wird. Die Zahnstange 67 ist mit einem in einem Zylinder
69 gleitenden Kolben 68 verbunden. Der Fluß von Drucköl in den oder aus dem Zylinder
69 wird durch das mit einer Druckölquelle (nicht gezeigt) verbundene Steuerventil
28 für den Drehzahlregler 24
bestimmt.
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Der Drehzahlregler 24 liefert zusammen mit dem Brennstoffregler 57
ein Steueröldrucksignal in Abhängigkeit von Drehzahländerungen des Nutzlastturbinenläufers
6. Der Drehzahlregler 24 hat wie der Drehzahlregler 14 und der Turbinendüsenregler
50 eine abfallende Charakteristik. Der durch die Rückführspule 32 fließende, der
von der Nockenscheibe 65 eingenommenen Stellung proportionale Strom ist zugleich
auch der Differenz zwischen der am Verstellwiderstand 26 eingestellten Solldrehzahl
der Nutzlastturbine und deren vom Tachometergenerator 25 wahrgenommenen Istdrehzahl
proportional. Der einer vollen Umdrehung der Nockenscheibe 65 entsprechende Betrag
dieser Drehzahlabweichung zwischen Leerlauf und Vollast kann mit Hilfe des Verstellwiderstands
31 eingestellt werden.
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Die Nockenscheibe 65 dient dazu, das rechte Ende des Hebels 59 anzuheben
oder abzusenken, um den Steueröldruck in der Leitung 47 einzustellen, wobei
durch Drehung der Nockenscheibe gegen den Uhrzeigersinn das rechte Ende des Hebels
59 abgesenkt und der Steueröldruck erhöht wird. Es wird daher die Brennstoffzufuhr
entsprechend der von der Nockenscheibe 65 eingenommenen Stellung in Abhängigkeit
von der Drehzahlabweichung der Nutzlastturbine geregelt, vorausgesetzt, daß der
Hebel 59 nicht durch anderweitige übersteuerungsbewegungen beeinflußt wird.
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Es treten gewisse Unterschiede in der Wirkungsweise auf, je nachdem,
ob die Turbine unabhängig arbeitet oder eine Last antreibt, die mechanisch oder
elektrisch mit anderen turbinengetriebenen Verbrauchern gekoppelt ist. Im ersteren
Fall fällt die Drehzahl der Turbine bei Zuschalten der Last ab. Im letzteren Fall
ist, da die Drehzahl der Turbine durch die anderen Turbinen konstant gehalten wird,
der Drehzahlabfall der Turbine bei einsetzender Belastung ein Maß dafür, welchen
Anteil die Turbine im Verhältnis zu den anderen Turbinen an der Gesamtbelastung
trägt. Das heißt, die Bewegung des Hebels 26 a in F i g.1 dient dazu, die Solldrehzahl
einzustellen, wenn die Turbine unabhängig arbeitet, oder die Sollast einzustellen,
wenn die Turbine als Teil eines Verbundsystems arbeitet. Die obenerwähnte Drehzahlabweichung
entspricht daher einem bestimmten Belastungszustand der Nutzlastturbine, wenn die
Turbine als Teil eines Verbundsystems arbeitet.
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Die Drehung des Hebels 59 im Uhrzeigersinn (Erhöhung des Steueröldrucks)
wird durch den Abgastemperatur
-Grenzregler 58 begrenzt. Dieser
hat einen in einem Zylinder 71 geführten Kolben 70 mit einem Anschlag 72 an seinem
Schaft, der in angehobener Stellung die Abwärtsbewegung des rechten Endes des Hebels
59 verhindert. Der Fluß von Drucköl in den und aus dem Zylinder 71 aus einer Druckölquelle
(nicht gezeigt) wird durch ein Steuerventil 73 bestimmt. Dessen Schieber
74 ist an einem schwimmend gelagerten Hebel 75 angelenkt, der am Schaft des
Kolbens 70 angelenkt ist. Die Eingangsbewegung des Hebels 75 wird durch eine daran
befestigte Stange 76 in Abhängigkeit vom Druck einer Druckdose 77 bewirkt, die durch
eine Leitung 78 mit einem in der Abgasleitung 11 angeordneten Temperaturfühler 79
verbunden ist. Als Temperaturfühler kann man ein geeignetes Gefäß od. dgl. verwenden,
das mit Argon, Stickstoff oder einem anderen geeigneten Gas gefüllt ist, das, wenn
es sich infolge von Temperaturerhöhungen ausdehnt, die Stange 76 nach unten drückt.
Dadurch wird Druckflüssigkeit durch das Steuerventil 73 in das untere Ende des Zylinders
71 eingelassen und der Anschlag 72 nach oben gedrückt, so daß durch Begrenzung der
Drehung des Hebels 59 im Uhrzeigersinn ein Anstieg des Steueröldrucks verhindert
und folglich die Brennstoffzufuhr an die Turbine gedrosselt wird.
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Die Nockenscheibe 65 nimmt trotzdem weiterhin ihre verschiedenen Stellungen
entsprechend der Drehzahlabweichung der Nutzlastturbine ein, obwohl diese Stellungsänderungen
der Nockenscheibe keinen Einfluß mehr auf den Steueröldruck haben.
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Erfindungsgemäß sind das Zahnrad 66 und die hiermit gekoppelte Nockenscheibe
65 außerdem auch mit dem Verstellwiderstand 16 für die Sollwerteinstellung der Verdichterantriebsturbinendrehzahl
gekoppelt. Das heißt, die durch den Drehzahlregler 24 wahrgenommenen Drehzahlabweichungen
der Nutzlastturbine wirken sich unmittelbar in einer entsprechenden Nachstellung
des Drehzahlreglers 14 für die Verdichterantriebsturbine aus, und zwar ohne Rücksicht
darauf, ob die Anlage mit Abgastemperaturbegrenzung arbeitet oder nicht.
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Der Verstellwiderstand 16 liefert zwangläufig eine bestimmte Sollwerteinstellung
der Verdichterantriebsturbinendrehzahl für jede von der Nockenscheibe 65 eingenommene
Stellung, die zugleich auch einem bestimmten durch die betreffende Nockenscheibenstellung
erzeugten Steueröldruck entspricht, solange der Brennstoffregler 57 nicht durch
den Abgastemperatur-Grenzregler 58 begrenzt ist.
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Die obenerwähnte Entsprechung zwischen der Einstellung des Verstellwiderstands
16 und dem Steueröldruck in der Leitung 47, die bei nicht temperaturbegrenztem Regler
gegeben ist, läßt sich graphisch in der in F i g. 2 gezeigten Weise darstellen,
wobei die Abszisse die prozentuale Drehzahlabweichung der Nutzlastdruckturbine darstellt,
während die Ordinate ebenfalls prozentuale Werte angibt. Die Regeleinrichtung kann
so eingestellt werden, daß der Steueröldruck (Brennstoffmenge) in einem bestimmten
Maß bis auf sein Maximum bei einer Drehzahlabweichung von 80 % ansteigt und dann
bei einer Brennstoffmenge von 100 % konstant bleibt, wie durch die Kurve 80 im Diagramm
angedeutet. Die Neigung der Kurve 80 kann mit Hilfe des Verstellwiderstands 31 eingestellt
werden.
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Die Kurve 81 gibt den proportionalen Anstieg der Sollwerteinstellung
der Verdichterantriebsturbinendrehzahl in Abhängigkeit von der Drehzahlabweichung
der Nutzlastturbine an. Die Neigung und der Anfangspunkt der Kurve können durch
Verstellen der Verstellwiderstände 21 und 16 verändert werden.
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F i g. 2 veranschaulicht lediglich eine bestimmte vorgewählte Abhängigkeit
zwischen der Verdichterantriebsturbinendrehzahl und dem Steueröldruck, wobei viele
andere Abhängigkeiten je nach dem gewünschten Anwendungszweck möglich sind. Die
Beziehung zwischen der (die Brennstoffzufuhr darstellenden) Kurve 80 und der (die
Luftzufuhr darstellenden) Kurve 81 kann so gewählt werden, daß sich optimale Betriebsbedingungen
ergeben, wenn die Brennstoffzufuhr n;cht durch die Abgastemperatur begrenzt wird.
F i g. 2 ist allgemein anwendbar während des Anfahrens der Turbinenanlage und vor
dem Anschalten der Last.
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Für den Betrieb nach Anschalten der Last und wenn der maximale Wirkungsgrad
erstrebt wird, zeigt F i g. 3 den allgemeinen Betriebszustand der Turbinenanlage
an. Hier ist die Kurve 81, die die Stellung des Verstellwiderstands für die
Verdichterantriebsturbine darstellt, die gleiche wie in F i g. 2. Die zweite Kurve
82 stellt den Steueröldruck oder die Brennstoffzufuhr dar. Der Anfangsteil 82 a
der Kurve 82 entspricht genau dem Anfangsteil der Kurve 80 in F i g. 2. Im gestrichelten
Teil 82 b der Kurve 82 wird dagegen der Steueröldruck nicht mehr durch die Nockenscheibendrehung
bestimmt. Statt dessen folgt der Steueröldruck einem Kurvenverlauf, der durch die
Abgastemperatur bestimmt wird. Da diese bei größeren Belastungen durch anderweitige
variablen Größen der Anlage beeinflußt wird, hat die Kurve hier keinen geraden Verlauf
mehr.
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Die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Einrichtung wird am besten
aus F i g. 4 ersichtlich, die ein Blockschaltbild darstellt, in dem die Hauptbestandteile
der Turbinenanlage und der Regeleinrichtung mit den gleichen Bezugsnummern wie in
F i g. 1 bezeichnet sind. Man sieht, daß der Betrieb der Gasturbine hauptsächlich
durch die Einstellung des Turbinendüsenreglers 50 und des Brennstoffreglers 57 gesteuert
wird.
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Der Drehzahlregler 24 erhält als Eingangsgrößen die Istdrehzahl und
die Solldrehzahl der Nutzlastturbine. Die Solldrehzahl (oder auch eine gewünschte
Sollast) wird durch die bedienende Person mittels des Handhebels 26 a (F i g. 1)
eingestellt. Der Drehzahlregler 24 liefert an seinem Ausgang ein der Stellung der
Nockenscheibe 65 proportionales Drehzahlfehlersignal. Dieses bildet die eine Eingangsgröße
des Brennstoffreglers 57, der als zweite Eingangsgröße die Turbinenabgastemperatur
empfängt. Die Drehzahlabweichung regelt die Brennstoffzufuhr, außer wenn diese durch
die Abgastemperatur in der zuvor beschriebenen Weise begrenzt ist. Die Stellgröße
des Brennstoffreglers 57 ist ein veränderlicher Steueröldruck, der die Ventile 38,
39 entweder getrennt oder entsprechend einem vorbestimmten Schema für die gleichzeitige
Verwendung zweier Brennstoffe steuert. Das vom Drehzahlregler 24 gelieferte Drehzahlfehlersignal
stellt außerdem unmittelbar den Sollwert des Drehzahlreglers 14 nach, der mit der
Istdrehzahl der Verdichterantriebsturbine unter Erzeugung eines der Stellung des
Zahnrads 56 des Turbinendüsenreglers proportionalen Drehzahlfehlersignals verglichen
wird. Dieses Drehzahlfehlersignal steuert über den Regler 50 die Turbinendüsenöffnung.
Das Nutzlastturbinen-
Drehzahlfehlersignal stellt also auch die
Verdichterantriebsturbinen-Solldrehzahl und den Steueröldruck ein, jedoch nur dann,
wenn die Anlage nicht temperaturbegrenzt wird.
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Wenn keine Temperaturbegrenzung stattfindet (F i g. 2), wird die Sollwerteinstellung
der Verdichterantriebsturbine unmittelbar durch das Fehlersignal des Drehzahlreglers
24 beeinflußt, das zugleich die Brennstoffzufuhr einstellt. Die Brennstoffzufuhr
steigt daher mit der Luftzufuhr entsprechend einem vorbestimmten Schema an. Änderungen
in der Drehzahl oder Belastung der Nutzlastturbine 6 haben eine unmittelbare Nachstellung
der Brennstoff- und der Luftzufuhr zur Folge, ohne daß dabei die vorbekannten Regeleinrichtungen
für Zweiwellen-Gasturbinen eigene Regelverzögerung auftritt.
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Wenn die Nutzlastturbine 6 mit hoher Belastung arbeitet und ein guter
Wirkungsgrad von ausschlaggebender Bedeutung ist, wird die Abgastemperatur in der
in F i g. 3 gezeigten Weise begrenzt. In diesem Fall ist der Steueröldruck (Brennstoffzufuhr)
begrenzt, wie durch den gestrichelten Teil 82 b der Kurve angedeutet. Da die Abgastemperatur
begrenzt ist und da Schwankungen der Belastung sich unmittelbar in einem vom Drehzahlregler
24 erzeugten Nutzlastturbinen-Drehzahlfehlersignal äußern, wodurch wiederum der
Sollwert des Drehzahlreglers 14 verändert wird, ist die Drehzahl der Verdichterantriebsturbine
der Belastung proportional und ist folglich auch der Luftdurchsatz durch den Verdichter
2 der Belastung proportional (wenn man Änderungen der Außentemperatur vernachlässigt).
Schwankungen der Belastung oder Frequenzänderungen im elektrischen System (falls
die Last 12 ein an ein elektrisches Netz angeschlossener Generator ist) bewirken
eine Nachstellung des Drehzahlreglers 14
für die Verdichterantriebsturbine
und eine Erhöhung oder Erniedrigung des Luftdurchsatzes zwecks Anpassung an den
neuen Leistungsbedarf.
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Ein weiterer wichtiger Vorteil der erfindungsgemäßen Regeleinrichtung
besteht bei temperaturbegrenztem Betrieb darin, daß sie beim Umschalten von einem
Brennstoff auf den anderen die Belastung konstant hält. Wenn z. B. die Brennstoffströmung
durch die Ventile 38, 39 so bemessen ist, daß die Brennstoffe bei gleichem Steueröldruck
keine gleichwertigen Heizwerte liefern, so bleibt die Belastung trotzdem beim Umschalten
vom einen Brennstoff auf den anderen konstant, da die Abgastemperatur, die die Brennstoffzufuhr
regelt, trotz einer vom Brennstoffregler 57 verlangten Verschiebung des Steueröldrucks
konstant gehalten wird. Die Belastung wird während des Wechsels vom einen Brennstoff
zum anderen durch die Änderung der Sollwerteinstellung des Drehzahlreglers 14 konstant
gehalten. Der Abgastemperatur-Grenzregier hält durch Regeln der Brennstoffzufuhr
die Temperatur konstant; die Verdichterantriebsdruckturbinendrehzahl ist konstant,
da die Reglerausgangsgröße sich bei Generatorantrieb mit konstanter Frequenz nicht
ändert. Es bedeuten daher eine feste Temperatur und eine feste Brennstoffzufuhr
eine konstante Belastung. Der erfindungsgemäße Turbinenabgastemperatur-Grenzregler
arbeitet ohne störende Trägheit, da Änderungen der Belastung sich unmittelbar in
neuen Sollwerteinstellungen für die mechanisch unabhängige Welle der Verdichterantriebsturbine
äußern. Trotzdem wird die Abgastemperatur etwa konstant gehalten, so daß man den
höchstmöglichen Wirkungsgrad ohne überschreiten der zulässigen H'ö_chsttemperatur
erhält. Die Regelung der Brennstoffzufuhr kann ohne nachteilige Auswirkungen zwischen
temperaturbegrenztem und nichttemperaturbegrenztem Betrieb geschaltet werden.