DE1274692B - Gyromagnetischer Mikrowellenschalter - Google Patents
Gyromagnetischer MikrowellenschalterInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
HOIh
Deutsche Kl.: 21 a4-72/01
Nummer: 1274 692
Aktenzeichen: P 12 74 692.8-35 (W 39900)
Anmeldetag: 13. September 1965
Auslegetag: 8. August 1968
Die Erfindung betrifft einen gyromagnetischen Mikrowellenschalter, der aus einem Wellenleiterabschnitt
mit zwei parallelen leitenden Hauptseitenwänden von solchen Querabmessungen besteht, daß
sich zwischen ihnen eine elektromagnetische Welle bestimmter Frequenz fortpflanzen kann, wobei zwischen
den leitenden Wänden mindestens ein gyromagnetisches Element angeordnet ist, dessen remanente
Magnetisierung gleiche Größenordnung wie die Sättigungsmagnetisierung hat. Der so aufgebaute
gyromagnetische Schalter soll reziprok sein, d. h., seine Wirkung ist unabhängig von der Fortpflanzungsrichtung
der elektromagnetischen Wellen.
Die Verwendung gyromagnetischer Werkstoffe zur Erzielung reziproker und nichtreziproker Wirkungen
in Mikrowellenleitungen ist bekannt und hat schon zahlreiche Ausgestaltungen erfahren. Die Theorie des
gyromagnetischen Verhaltens ist ausreichend erforscht, um die Bedingungen angeben zu können, bei
denen derartige Vorrichtungen reziprok oder nichtreziprok sind, und um zu bestimmen, ob die Vorrichtung
als Phasenschieber oder als Dämpfungsglied arbeitet (siehe z. B. Bell System Technical Journal,
Bd. 34, Januar 1955, S. 5 bis 103 und Bd. 44, Nr. 10, Oktober 1956 der Zeitschrift Proc. I. R. E.).
Wenn ein gyromagnetiscb.es Element in ein magnetisches
Gleichfeld solcher Stärke gebracht wird, daß die Bedingung der Gyroresonanz mit einer fortschreitenden
Mikrowelle erfüllt ist, so absorbiert das gyromagnetische Element bekanntlich die Mikrowellenenergie.
Bei bekannten Vorrichtungen dieser Art ist das gyromagnetische Element stets so stark
vormagnetisiert, daß es sich im Sättigungszustand oder jenseits desselben befindet, so daß es eine kräftige
Dämpfung hervorruft. Solche Anordnungen wirken also als Sperrglieder und sind nichtreziprok,
d. h., sie gestatten eine Energieübertragung in einer Richtung, während die Energie einer in entgegengesetzter
Richtung fortschreitenden Welle absorbiert wird.
So beschreibt die USA.-Patentschrift 2798 205 eine gyromagnetische Mikrowellenanordnung, bei
welcher die Mikrowellenpermeabilität eines Ferrits durch Anlegen eines äußeren Magnetfeldes an einen
Hohlleiter parallel zu den elektrischen Vektoren verändert wird. Hierdurch läßt sich der Ferrit selektiv
für Mikrowellenenergie einer bestimmten Frequenz durchlässig oder reflektierend machen. Der Ferrit
wird hierbei über seine Sättigung hinaus vormagnetisiert und befindet sich dann jenseits der Gyroresonanzbedingung.
Hierdurch unterscheidet sich die beschriebene Anordnung von anderen bekannten Vor-Gyromagnetischer
Mikrowellenschalter
Anmelder:
Westinghouse Electric Corporation,
East Pittsburgh, Pa. (V. St. A.)
Vertreter:
Dipl.-Ing. G. Weinhausen, Patentanwalt,
8000 München, Widenmayerstr. 46
Als Erfinder benannt:
William J. Parris,
Glen Burnie, Md. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 14. September 1964
(396120)
V. St. v. Amerika vom 14. September 1964
(396120)
richtungen, bei denen eine veränderbare Dämpfung durch Absorption im Ferrit erzeugt wird, wenn der
Ferrit so vormagnetisiert wird, daß er sich in der Umgebung der Gyroresonanz befindet. Die Verwendung
von Ferriten mit rechteckiger Magnetisierungsschleife ist jedoch in der genannten Vorveröffentlichung
nicht vorgesehen, weshalb keine ausreichende remanente Magnetisierung auftritt. Das äußere Magnetfeld
muß also dauernd aufrechterhalten werden und benötigt zu seiner Abschaltung und Einschaltung
merkliche Zeiten, weil die Magnetspulen hohe Induktivität aufweisen und weil das Magnetfeld die Wände
des Hohlleiters durchsetzt und in ihnen starke Wirbelströme hervorruft.
Aufgabe der Erfindung ist es, die bekannten gyromagnetischen Mikrowellenschalter derart zu verbessern,
daß eine reziproke Wirkung eintritt, d. h. der Energiedurchgang in beiden Richtungen gesperrt
wird, ohne daß dem Schalter dauernd äußere Energie zugeführt werden muß, sowie daß eine raschere
Umschaltung ermöglicht wird. Dies wird erfindungsgemäß dadurch ereicht, daß die Mitte des im Wellenleiter
befindlichen gyromagnetischen Elements von zwei elektrischen Leitern unter einem Winkel zueinander
durchsetzt wird und daß die Leiter mit Impulsquellen zur selektiven Erzeugung remanenter
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Magnetisierungszustände in dem gyromagnetischen Element verbunden sind.
Es genügt also jeweils ein kurzer Stromstoß, um die Sperrung durchzuführen bzw. aufzuheben.
Im Gegensatz zu den besprochenen Vorveröffentlichungen wird in der erfindungsgemäßen Vorrichtung
die Mikrowellenenergie nicht absorbiert, sondern reflektiert, d. h., es wird die Bedingung eines
Leerlaufs oder Kurzschlusses hergestellt. Das gyromagnetische Element ist hierbei zwar gesättigt, be- ίο
findet sich aber nicht in Gyroresonanz. Dies stellt ein gänzlich unerwartetes Verhalten dar, dessen Ursache
noch nicht völlig klar ist.
Zum besseren Verständnis der Erfindung und ihrer Abweichungen von dem Stand der Technik wird
nachstehend kurz die Theorie des Gyromagnetismus geschildert. Den Gyromagnetismus zeigt eine StofE-klasse,
zu der insbesondere die Ferrite gehören und die unpaarige Elektronenspins besitzt. Diese parallelen
Elektronenspins in bestimmten Bezirken des Materials können durch ein äußeres magnetisches
Gleichfeld ausgerichtet werden und zeigen eine deutliche Präzessionsbewegung, wenn sie gleichzeitig
senkrecht zur Vormagnetisierung gerichteten magnetischen Kräften unterworfen werden. Diese magnetischen
Kräfte sind bei Mikrowellen gewöhnlich die magnetischen Feldvektoren der fortschreitenden
elektromagnetischen Wellen. Auf diese Weise trifft eine Wechselwirkung zwischen gewissen Elektronen
des gyromagnetischen Materials und der elektromagnetischen Welle ein. Die unpaarigen Elektronenspins
stellen magnetische Dipole dar. Da die Elektronen Masse und eine elektrische Ladung haben
und ständig um ihre Achse kreiseln, können sie als kleine Kreisel angesehen werden, und die globale
Wirkung der unpaarigen Elektronenspins eines Ferrits kann für die Zwecke der Theorie wie ein einziger
Kreisel angesehen werden.
Ferrite haben neben den gyromagnetischen Eigenschaften, die alle Ferromagnete zeigen, einen hohen
elektrischen Widerstand und mäßig hohe Dielektrizitätskonstante. Da sie zahlreiche unpaarige Elektronenspins
aufweisen, sind die gyromagnetischen Eigenschaften sehr ausgeprägt, und die gyromagnetische
Wechselwirkung mit elektromagnetischen WeI-len bewirkt, daß die scheinbare Permeabilität für die
elektromagnetische Energie durch Änderung des inneren Magnetflusses leicht beeinflußt werden kann.
Ferrite und gyromagnetische Elemente werden nachstehend als gleichbedeutend angesehen.
Wegen der erwähnten Eigenschaften der Ferrite kann Mikrowellenenergie in sie eindringen und sie
weitgehend durchsetzen, ohne allzusehr gedämpft oder in der Phase gedreht zu werden, solange der
betreffende Ferrit nicht in passender Weise vormagnetisiert ist. Dagegen lassen sich wegen der starken
Wechselwirkung zwischen der elektrischen Welle und den kreiselnden Elektronen die scheinbare Permeabilität,
die Dämpfung und erfindungsgemäß auch der Blindwiderstand von Ferriten elektronisch sehr
schnell ändern, wenn der innere Magnetfluß geändert wird.
Wird ein vormagnetisierter Ferrit in eine Übertragungsleitung eingebaut, so daß er auch unter dem
Einfluß des linear oder zirkulär polarisierten elektromagnetischen Feldes einer fortschreitenden Welle
steht, so hängt die Präzessionsbewegung der Dipole davon ab, wie sie zum elektromagnetischen Feld ausgerichtet
sind. Ist die Winkelgeschwindigkeit der Präzession der Dipole um die magnetischen Kraftlinien
des Vormagnetisierungsfeldes gleich und gleichgerichtet wie der rotierende magnetische Feldanteil
der fortschreitenden Welle, so tritt Gyroresonanz ein. Da die Präzessionsbewegung in gyromagnetischen
Stoffen stark gedämpft ist, sucht der Vektor des magnetischen Moments in einer Spirale
allmählich in die magnetische Feldrichtung einzulaufen. Da das Elektron stets um das Gleichfeld in
einer Richtung präzediert, die durch die feste Spinrichtung gegeben ist, wird die eine dieser Richtungen
positiv zirkuläre Komponente und die andere negativ zirkuläre Komponente genannt. Auch linear polarisierte
Wechselfelder können bekanntlich in zwei in entgegengesetzter Richtung umlaufende zirkulär polarisierte
Komponente aufgespalten werden, so daß an jeder Stelle des Wellenleiters, wo sich auch das Ferritelement
befindet, eine zirkuläre Feldkomponente vorhanden ist. Bei einer infinitesimalen Drehung
dieser Vektoren um das Gleichfeld wird durch die positiv zirkuläre Komponente des Magnetfeldes elektrische
Arbeit am Elektron geleistet. Infolgedessen findet ein Energieübergang von dem positiv zirkulären
Wechselfeld auf das Elektron statt. Der Momentenvektor für Elektronen fächert infolgedessen
auf, d. h., er bildet immer größere Winkel mit der Richtung des magnetischen Gleichfeldes. Eine zirkulär
polarisierte Komponente kann also die Präzessionsbewegung des Elektrons mit konstanter Amplitude
aufrechterhalten, obwohl diese Bewegung stark gedämpft ist. Die dem Elektron durch das rotierende
Magnetfeld zugeführte Energie ersetzt gerade die durch die Dämpfung verbrauchte Energie. Dies ist
die Gyroresonanzbedingung, bei welcher das gyromagnetische Material Mikrowellenenergie absorbiert.
Die negativ zirkuläre Komponente des Wechselfeldes kann offenbar keinen Energieübergang auf das
Elektron bewirken, da das Drehmoment zweimal bei jedem Umlauf seine Richtung umkehrt. Für denjenigen
Teil des vormagnetisierten gyromagnetischen Elements, der von der Mittellinie zu einer Seite des
Wellenleiters abliegt, überwiegt offenbar die positiv zirkuläre Komponente, während auf der anderen Seite
der Mittellinie die negativ zirkuläre Komponente vorherrscht. Für den der Mittellinie benachbarten
Teil des gyromagnetischen Elements sind dagegen die positiv und negativ zirkulär polarisierte Komponente
nahezu gleich, weshalb die Anordnung hier reziproke Eigenschaften aufweist.
Diese bekannten Tatsachen reichen aber nicht aus, um zu erklären, daß erfindungsgemäß ein in einem
Hohlleiter befindliches gyromagnetisches Element auf ankommende Wellen wie eine glatte Wand wirkt,
wenn die Vormagnetisierung zur Sättigung ausreicht, jedoch noch unterhalb der gyromagnetischen Resonanzbedingungen
liegt. Da der Effekt frequenzabhängig ist, d. h. der Übergang von der Durchlässigkeit
zur Undurchlässigkeit in einem schmalen Frequenzband von den Abmessungen des gyromagnetischen
Elements abhängt, zeigt er das Verhalten einer Resonanz, die jedoch nicht mit der bekannten
gyromagnetischen Resonanzbedingung, die mit Absorption verbunden ist, verwechselt werden
darf.
Vorzugsweise wird zur Umschaltung des Ferritelements vom reflektierenden auf den durchlässigen
Zustand die Magnetisierungsebene des Ferrits ge-
dreht. Für diese Drehung genügt bei Verwendung eines Ferrits mit rechteckiger Magnetisierungsschleife
jeweils ein kurzer Stromstoß, da die remanente Magnetisierung nahezu mit der Sättigung übereinstimmt.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend an Hand der Zeichnung beschrieben.
Hierin sind
F i g. 1 und 2 isometrische Darstellungen zweier verschiedener Ausführungsbeispiele.
Das in F i g. 1 gezeigte Ausführungsbeispiel weist einen Hohlleiterabschnitt 10 mit rechteckigem Querschnitt
auf, worin sich ein Ferritelement 11 befindet, das zwischen den oberen und unteren Breitseiten des
Hohlleiters befestigt, z. B. eingeklebt ist. Die Abmessungen der Breitseiten 12 und 13 sind Vorzugsweise
gleich einer halben Wellenlänge der elektromagnetischen Welle, für welche die Anordnung bestimmt
ist. Hierbei ist zu beachten, daß bekanntlich wegen der starken dielektrischen Vorbelastung durch
den Ferrit die Wellenlänge gegenüber dem freien ao Raum erheblich verkürzt ist. Die Schmalseiten 14 und
16 des Hohlleiters haben vorzugsweise etwa die halbe Breite der Breitseiten, um in bekannter Weise eine
maximale Kapazität zu erzielen. In einem solchen Hohlleiter pflanzt sich bekanntlich Mikrowellenenergie
im überwiegenden TE10-Modus fort, worin die Ebene des magnetischen Feldes der fortschreitenden
Welle parallel zu den Breitseiten ist. Die Erfindung ist auch auf andere Wellenleiter vom H-Typ
anwendbar.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel füllt das Ferritelement 11 nicht die ganze Höhe des Hohlleiters
aus, sondern befindet sich zwischen zwei Metallplatten 12 a und 13 a, die an der oberen bzw.
unteren Breitseite befestigt sind. Gegebenenfalls kann auch die Höhe der Schmalseiten 14 und 16 verringert
werden, falls der Hohlleiter nicht mit der maximalen Kapazität betrieben werden muß, so daß dann das
Element 11 unmittelbar an den Wänden befestigt werden kann.
Um einen inneren Magnetfluß in geschlossenen Bahnen im Ferritelement 11 zu erzeugen, ist ein
Leitungsdraht 18 durch eine senkrecht zur Fortschreitungsrichtung der Welle verlaufende zentrale
Öffnung des Ferritelements mittels einer isolierenden Buchse 19 hindurchgeführt. Über Anschlußdrähte 21
und 20, die auf irgendeine Weise (z. B. mittels Durchführungen 22) isoliert durch die Schmalseiten herausgeführt
sind, ist der Leiter 18 an eine Steuersignalquelle angeschlossen, die symbolisch durch eine Batterie
23, einen Schalter 24 und einen Umschalter 26 dargestellt ist. Der Umschalter 26 besitzt einen Kurzschlußbügel
27, so daß in der linken Stellung des Schalters der Stromkreis über die Leiter 18, 20 und
21 geschlossen ist, solange der Schalter 24 geschlossen bleibt.
Es wurde gefunden, daß ein Gleichstrom ausreichender Stärke durch den Leiter 18, der das Ferritelement
11 in geschlossenen Bahnen magnetisiert, für ein bestimmtes Frequenzband dem Ferritelement
reflektierende Eigenschaften verleiht. Die Stromrichtung im Leiter 18 ist in dieser Hinsicht unwesentlich.
Diese Eigenschaft wird nachstehend als Reflexionsresonanz bezeichnet, da sie von der Frequenz abhängig
ist. Sie ist aber nicht identisch mit der bekannten Gyroresonanz.
Außer dem quer verlaufenden Leiter 18 ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ein längs verlaufender
Leiter 31 vorgesehen, der also rechtwinklig zu dem Leiter 18 verläuft und von diesem isoliert ist.
Er kann über Zuleitungen 32 und 33 und einen Schalter 34 von einem zweiten Steuerkreis, der symbolisch
durch die Batterie 36 dargestellt ist, mit Strom versorgt werden. Es wurde gefunden, daß bei genügend
starker Magnetisierung des Ferritelements 11 in geschlossenen Bahnen um den Leiter 31, und zwar
unterhalb der Gyroresonanzbedingung, das Ferritelement 11 die Mikrowellenenergie im wesentlichen
ohne Dämpfung oder Reflexion durchläßt. Werden die beiden Leiter 18 und 31 in Reihe geschaltet, so
daß sie vom gleichen Strom durchflossen werden, dessen Stärke zu einer Magnetisierung ausreicht, so
wird bei Stromfluß in einer Richtung das Ferritelement 11 in beiden Richtungen durchlässig, und
bei Stromfluß in der anderen Richtung reflektiert das Element 11 die eintreffende Mikrowellenenergie.
Der wirkliche Grund für die überraschende Reflexionswirkung bei Schaltvorgängen gemäß der Erfindung
läßt sich auch aus der bekannten reziproken und nichtreziproken Phasendrehung bei der Fortpflanzung
von Mikrowellenenergie nicht erklären. Auch die Dämpfung durch Absorption im Bereich
der Gyroresonanz ist auf Grund bekannter Prinzipien erklärbar, hat aber mit der Erfindung nichts zu
tun. Eine mögliche Erklärung des neuen Effekts beruht darauf, daß eine Magnetisierung in geschlossenen
Bahnen in zur Fortpflanzungsrichtung senkrechten Ebenen zu nichtreziproken Eigenschaften
führt, während eine Magnetisierung in geschlossenen Bahnen in zur Fortpflanzungsrichtung parallelen
Ebenen reziproke Eigenschaften hervorruft. Die gleichzeitige Erregung in beiden Ebenen durch einen
in einer bestimmten Richtung fließenden Strom führt nun zu einer resultierenden Magnetisierung in geschlossenen
Linien unter einem Winkel von 45° gegen die Fortpflanzungsrichtung, während die Erregung
durch einen in entgegengesetzter Richtung fließenden Strom die Magnetisierungsebene um 45°
im entgegengesetzten Sinn dreht. Die Schräglage der Magnetisierungsebene in der einen Richtung macht
das gyromagnetische Element undurchlässig und in der anderen Richtung macht sie es durchlässig. Der
tiefere Grund hierfür ist unbekannt.
Zur Reihenschaltung der Leiter 18 und 31 dient bei der Ausführungsform nach F i g. 1 der zweipolige
Umschalter 26, der außer den Kontakten im Stromkreis der Batterie 23 und des Leiters 18 weitere Kontakte
38 und 39 im Stromkreis der Leiter 32 und 33 hat. Wird der Schalter 26 nach rechts umgelegt, so
liegt der Querleiter 18 in Reihe mit dem Längsleiter 31, und wird nun bei offenem Schalter 34 der Schalter
24 geschlossen, so werden die beiden Leiter 18 und 31 in Reihe von der Batterie 23 erregt. Um nun
die Stromflußrichtung zwecks Umschaltung des Ferrits von Durchlässigkeit auf Sperrung und umgekehrt umzukehren,
ist der zweipolige Umschalter 25 vorgesehen.
Ein ausgeführtes Beispiel eines erfindungsgemäßen Mikrowellenschalters enthielt einen Ferritwürfel von
der Seitenlänge 10 mm. Es handelte sich um einen aluminiumsubstituierten Magnesium-Mangan-Ferrit.
Wurde er in einem rechteckigen Hohlleiter eingebaut, der solche Abmessungen hatte, daß eine elektromagnetische
Welle mit 5600 mHz im TE10-Modus darin fortschreiten konnte, so ergab sich die beschriebene
Resonanzreflexion, wenn das Ferritelement mit einem kurzen Impuls von 15 Ampere gesättigt wurde.
Um eine größere Sperrbandbreite zu erzielen, können mehrere Ferritelemente gemäß der Erfindung,
vorzugsweise aneinander angrenzend, verwendet werden. Eine solche Kaskadenanordnung ist in F i g. 2
dargestellt. In einem längeren rechteckigen Hohlleiterabschnitt 50 ähnlich F i g. 1 befindet sich ein
Ferritelement 51, dessen Länge sechs Ferritelementen 11 in Fig. 1 entspricht. Um die geschlossenen inneren
magnetischen Kraftlinien im Ferrit zu erzeugen, ist dieser mit mehreren quer verlaufenden Bohrungen
52 versehen, durch die ein vorzugsweise isolierter Leitungsdraht 53 hin- und hergehend gezogen ist. Die
Bohrungen 52 befinden sich in der Mitte der Bereiche, die jeweils einem Element 11 entsprechen. Ihr
Abstand ist also gleich der Seitenlänge des Würfels 11. Die Verbindungsbügel 53 α zwischen den einzel nen
Leiterabschnitten haben größeren Abstand vom Element 50, so daß der diese Verbindungsbügel umgebende
Magnetfluß nicht störend auf das Element 51 einwirken kann.
Der Leiter 53 ist über Anschlüsse 54 und 56, die durch die Seitenwand des Hohlleiters hindurchgeführt
sind, mit einer Steuervorrichtung verbunden, die aus einer Steuerspannungsquelle (z. B. Batterie 57), einem
Ausschalter 58 und einem zweipoligen Umschalter 59 besteht. Ein Kurzschlußbügel 61 sorgt dafür, daß in
der linken Stellung des Umschalters 59 der Stromkreis durch den Leiter 53 geschlossen ist, wenn
Schalter 58 geschlossen wird. Ferner sind wie oben Maßnahmen getroffen, um den Leiter 53 in Reihe mit
einem längs verlaufenden Leiter 62 zu schalten, der durch eine zentrale Längsbohrung des Ferritelements
51 hindurchgeht.
Zu diesem Zweck ist der Leiter 62 über die Anschlüsse 63 und 64 in einen Steuerkreis eingeschleift,
der eine Batterie 66 und einen Ausschalter 67 enthält. Dieser Steuerkreis kann mittels des Schalters 67
und der Batterie 66 getrennt erregt werden oder läßt sich durch Umlegen des Schalters 59 in die rechte
Lage in Reihe mit dem Leiter 53 schalten. Die Arbeitsweise dieser Ausführungsform ist die gleiche wie
bei der ersten Ausführungsform, abgesehen davon, daß das Frequenzband, in welchem die Sperrung eintritt,
ein Mehrfaches des Frequenzbandes bei der ersten Ausführungsform ist, und zwar proportional
zum Volumenverhältnis der Elemente 50 und 11. Mittels eines zweipoligen Umschalters 70 kann die
Stromrichtung durch die Reihenschaltung umgekehrt werden. Die Länge des Elementes 50 mit zusätzlichen
Leiterabschnitten 53 kann zwecks Verbreiterung des Sperrbereiches beliebig vergrößert werden. Die Querschnittsabmessungen
und die Länge des Ferrits sowie Anzahl und Abstand der Leiterabschnitte 53 bestimmen
Betriebsfrequenz, Bandbreite und Schaltwirkung.
Claims (8)
1. Gyromagnetischer Mikrowellenschalter, bestehend aus einem Wellenleiterabschnitt mit zwei
parallelen leitenden Hauptseitenwänden von solchen Querabmessungen, daß sich zwischen ihnen
eine elektromagnetische Welle bestimmter Frequenz fortpflanzen kann, sowie mindestens einem
zwischen den leitenden Wänden angeordneten gyromagnetischen Element, dessen remanente
Magnetisierung gleiche Größenordnung wie die Sättigungsmagnetisierung hat, gekennzeichnetdurch
mindestens zwei die Mitte des gyromagnetischen Elements (11,51) unter einem Winkel
zueinander durchsetzende elektrische Leiter (18, 31), die mit Impulsquellen (23, 36) zur selektiven
Erzeugung remanenter Magnetisierungszustände in dem gyromagnetischen Element verbunden
sind.
2. Mikrowellenschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Impulsquellen so
geschaltet sind, daß die elektrischen Leiter getrennt oder gleichzeitig in verschiedenen Stromrichtungen
erregt werden können.
3. Mikrowellenschalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der eine Leiter in
Achsenrichtung des Wellenleiterabschnitts und der andere Leiter rechtwinklig zu der Achse und
parallel zu den Hauptseitenwänden (12,13) des Wellenleiters verläuft.
4. Mikrowellenschalter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere gyromagnetische
Elemente und zugeordnete Längs- und Querleiter in Achsenrichtung des Wellenleiters
hintereinander angeordnet sind.
5. Mikrowellenschalter nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch einen gemeinsamen, durch
die Achse der gyromagnetischen Elemente verlaufenden Längsleiter (62).
6. Mikrowellenschalter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die gyromagnetischen
Elemente zu einem einstückigen Gebilde (51) vereinigt sind.
7. Mikrowellenschalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Wellenleiter zwei weitere leitende Seitenwände besitzt, die mit den Hauptseitenwänden
einen rechteckigen Hohlleiter bilden, in welchem eine elektromagnetische Welle vomTE10-Typ sich
fortpflanzen kann.
8. Mikrowellenschalter nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Querleiter gemeinsam oder getrennt mit Stromimpulsen beaufschlagt werden können.
In Betracht gezogene Druckschriften:
USA.-Patentschrift Nr. 2 798 205;
»Proc. I. R. E.«, Bd. 44, Nr. 10, Oktober 1956,
S. 1345 bis 1468;
S. 1345 bis 1468;
»Bell System Technical Journal«, Bd. 34, Januar 1955, S. 5 bis 103.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
809 589/185 7.68 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US396120A US3333214A (en) | 1964-09-14 | 1964-09-14 | Reciprocal latching gyromagnetic switch having orthogonally crossing conductors extending through the gyromagnetic material |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1274692B true DE1274692B (de) | 1968-08-08 |
Family
ID=23565930
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DEW39900A Pending DE1274692B (de) | 1964-09-14 | 1965-09-13 | Gyromagnetischer Mikrowellenschalter |
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| DE (1) | DE1274692B (de) |
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