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Offsetdruckmaschine Die Erfindung betrifft eine Offsetdruckmaschine
mit einem Gummizylinder und einem Plattenzylinder sowie mehreren um diesen herum
angeordneten Farbwerken für den Mehrfarbendruck von Formularen, insbesondere von
Prüfbogen für wahlweise von Hand einzutragende Antwortmarkierungen.
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Da im allgemeinen Formulare, aber auch Prüfbogen z. B. für statistische
Umfragen in hoher Auflagezahl gedruckt werden müssen, ist es zweckmäßig, diese im
Flachdruck-Offsetverfahren herzustellen. Zur besseren Unterscheidung der einzelnen
Bereiche ist es erforderlich, den Vordruck mehrfarbig zu gestalten. Bei mehrfarbigem
Vordruck der Prüfbogen muß besonders darauf geachtet werden, daß bei einer späteren
fotoelektrischen Abtastung während der maschinellen Auswertung der Prüfbogen ein
Teil der Farben des Druckbildes, z. B. eine Taktspur, die fotoelektrischen Abtaster
zum Ansprechen bringt, während ein anderer Teil diese nicht beeinflußt.
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Für den Mehrfarbendruck sind verschiedene Ausführungen von Flachdruck-Offsetmaschinen
bekanntgeworden. Im wesentlichen arbeiten diese Maschinen so, daß einzelne Systeme
von Farbwerken, Druckplatten- und Gummituchzylindem hintereinander angeordnet wurden
und zwischen den Systemen angeordnete Überführungszylinder die Verbindung zwischen
denselben herstellen. Neben diesem Reihenbau wurde für den Zweifarbendruck eine
Maschine entwickelt, die nur mit der an sich bekannten Gegendruckwalze arbeitet
und daher keinerlei zusätzliche Zylinderanordnungen benötigt. Der Vorteil der direkten
Bogenanlage bei einer solchen Zweifarbendruckmaschine läßt sich jedoch nicht auf
eine Mehrfarbenflachdruckmaschine übertragen, die normalerweise mehrere Druckplatten-
und Gummituchzylinder und überführungszylinder mit den notwendigen Register- und
Justageeinrichtungen für den richtigen Farbanschluß benötigt. Die Justage der verschiedenartigen
Drucke erfordert Zeit und muß wiederholt durchgeführt werden.
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Durch die deutsche Patentschrift 948 786 ist eine Rotationsbogendruckmaschine
für mehrfarbigen mosaikartigen Wertpapierdruck mit mehreren um den Druckplattenzylinder
angeordneten Farbwerken bekannt. Auf der Oberfläche der Farbwalzen sind Erhebungen
vorgesehen, die jeweils verschiedene Teile der Druckplatte mit verschiedenen Farben
einfärben. Soll diese bekannte Maschine für den Offsetdruck verwendet werden, ist
die Farbwalze mit einem Gummizylinder überzogen, und die Farbauftragswalzen werden
durch gestochene Formwalzen ersetzt. Dadurch erhält man zwar mehrfarbig bedruckte
Flächen; ein echter Mehrfarbendruck, bei dem die verschiedenen Farben übereinander
gedruckt werden, ist jedoch mit dieser bekannten Rotationsdruckmaschine nicht möglich.
Außerdem benötigen diese Druckmaschinen Register- und Justageeinrichtungen, um den
genauen Farbanschluß innerhalb des Druckbildes zu erreichen.
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Die britische Patentschrift 24 345 aus dem Jahre 1913 beschreibt
eine Druckmaschine, die ebenfalls mehrere Farbwerke aufweist. Die verschiedenen
Farbwerke führen jedoch dem Druckplattenzylinder gleichfarbige Farben zu, die sich
nur in ihrer Viskosität unterscheiden. Allerdings können die Farbkästen in Abteilungen
unterteilt sein, die verschiedene Farben aufnehmen können.
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Die deutsche Patentschrift 145 993 und die USA.-Patentschrift
1382 773 beschreiben Druckmaschinen, bei denen die Farbwalze in mehrere Abschnitte
unterteilt ist. Die Abschnitte der Farbwalze führen verschiedene Farben zu. Ein
Mehrfarbendruck mit übereinandergedruckten Farben ist hiermit nicht möglich.
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Zweck der Erfindung ist es, eine einfache Druckmaschine zum Mehrfarbendruck
zu schaffen, die alle Farben in einem Umlauf über eine einzige Druckplatte aufdruckt.
Die Lage der verschiedenfarbigen Teilbilder zueinander liegt absolut fest, und es
ist keine Lagejustage notwendig. Gegenüber den Druckmaschinen mit in Abschnitte
unterteilten Farbwalzen ergibt sich eine räumlich günstigere Anordnung der Farbwerke.
Außerdem ist es möglich, die verschiedenfarbigen
Bereiche ganz
eng aneinanderzulegen, was bei den bekannten Druckmaschinen wegen der nicht zu vermeidenden
Abstände zwischen den Abschnitten der Farbwalze nicht möglich ist.
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Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß sich der wirksame Durchmesser
der Farbauftragswalzen des ersten Farbwerkes über die gesamte Breite des Plattenzylinders
erstreckt und die Durchmesser der Farbauftragswalzen der folgenden Farbwerke von
einem Ende zum anderen fortschreitend von Farbwerk zu Farbwerk stufenförmig abgesetzt
sind.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend an Hand der
Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigt F i g. 1 eine Seitenansicht
der Flachdruck-Offsetmaschine mit drei Farbwerken in schematischer Darstellung,
F i g. 2 die besondere Ausführung der Farbwalzen an einer derselben der Farbwerke
und F i g. 3 einen Abriß eines in Mehrfarbendruck hergestellten Prüfbogens.
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Bei dem zur Erläuterung des Gegenstandes der Erfindung vorgesehenen
Ausführungsbeispiel wird der mehrfarbige Vordruck eines Präfbogens oder -blattes
im Flachdruck-Offsetverfahren durchgeführt.
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Die beispielsweise für statistische Umfragen in hoher Auflagezahl
notwendigen Prüfbogen (F i g. 3)
sind insbesondere für die spätere maschinelle
Auswertung im wesentlichen so aufgebaut und eingeteilt, daß zu jeder durch eine
Nummer gekennzeichneten Frage fünf mögliche Antworten bzw. Antwortstellen
10 (A bis E) in den einzelnen Markierungsfeldern
R, U, V, Y, Z vorgesehen sind. Bei derartigen Prüfbogen wird
die von dem Befragten ausgewählte Antwort durch einen kräftigen tiefschwarzen Strich
12 markiert, der später bei der maschinellen Auswertung z. B. durch fotoelektrische
Abtaster abgelesen wird. Neben den Vordrucken für die Fragen-und Antwortstellen
enthält der Prüfbogen parallel zu seinem Längsrand noch eine vorgedruckte Taktspur
14, die aus einzelnen kurzen, im gleichen Ab-
stand untereinander angeordneten
tiefschwarzen Strichmarken 17 besteht. Die Strichmarken 17 be#-stimmen
durch ihre Zuordnung zu den Antwortstellen die Reihenfolge und Wirksamkeit der die
markierten Antwortstelleil abtastenden Organe. Bei fotoelektrischer Abtastung. der
Prüfbogen bedeutet dies, daß einerseits die Strichmarken 17 beim Druck sehr
genau zu ihren zugeordneten Antwortstellen ausgerichtet sein müssen und daß andererseits
die Strichmarken der Taktspur im Druck so ausgeführt sein müssen, um bei der späteren
Auswertung die Abtastorgane zum Ansprechen zu bringen. Da je-
doch nur die
Strichmarken 17 der Taktspur wirksam sein dürfen, ist es notwendig, die sonstigen
vorgedruckten Angaben in einer solchen Farbe zu drucken, die keine Wirkung auf die
beispielsweise fotoelektrischen Auswertorgane ausübt. Dies kann durch entsprechende
Farbauswahl erreicht werden, wobei gleichzeitig durch die Wahl mehrerer Farben für
den Vordruck eine, bessere Übersicht für die Ausfertigung des Prüfbogens durch den
Befragten erreicht wird. Die für die Herstellung des Vordrucks eines solchen Prüfbogens
od. dgl. benützte Flachdruck-Offsetmaschine besitzt einen einzigen Druckplattenzylinder
16, einen Gummituchzylinder 18 sowie eine Gegendruckwalze 20. Diese
Maschinentelle werden durch ein nicht gezeigtes Getriebe im übersetzungsverhältnis
1 : 1 angetrieben.
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Dem Druckplattenzylinder 16 sind im Ausführungsbeispiel drei
selbständige Zylinderfarbwerke A, D, C zugeordnet (F i g. 1),
die je zwei Farbwalzen 22, 24 - 48, 50 - 52, 54, eine Farbtrommel
40 sowie die üblichen Farbverteilerwalzen 26 28, 30,
die zugehörigen Gummiwalzen32,34,36,38
und eine Abstreichwalze 42 enthalten. Außerdem besitzt jedes Farbwerk noch eine
an sich bekannte Duktorwalze 44 für die Zuführung der Farbe aus dem Farbkasten 46.
Die Arbeitsweise der verschiedenen Walzen für die gleichmäßige Farbverteilung auf
die Farbwalzen ist an sich bekannt und wird daher nicht näher erläutert. Ferner
ist dem Plattenzylinder 16
bzw. dem Farbwerk ein Befeuchtungs- oder Benetzungssystem
zugeordnet.
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Das herkömmliche Benetzungssystem (F i g. 1) arbeitet in der
Weise, daß der Film der Benetzungslösung direkt auf den Druckplattenzylinder mit
Hilfe von zwei Benetzungswalzen 56, 58 einer Verteilerwalze 62 aufgebracht
wird. Für die Zuführung der Benetzungslösung ist diesen Walzen ein Wasserkasten
66 mit Duktorwalze 64 zugeordnet.
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Ein anderes bekanntes Benetzungssystem arbeitet (F i g. 1 -
in gestrichelten Linien dargestellt) miteiner Farbwalze eines Farbwerkes zusammen.
Dieses System enthält einen Wasserkasten 68, eine Duktorwalze 70 und eine
hydrophile übertragungswalze 72,
die die Benetzungslösung auf die zugeordnete
Farbwalze 28 (F i g. 1) überträgt.
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Der Druckplattenzylinder 16 ist, wie beim Offsetdruckverfahren
bekannt, ein Flachdruckzylinder, dessen Bildbereiche farbempfänglich, aber wasserabstoßend
sind, während die bildfreien Bereiche wasserempfänglich, jedoch farbabstoßend sind.
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Der Gummituchzylinder 18 trägt das an sich bekannte Drucktuch
aus Lagen von Baumwollgeweben, das mit Spezialgummi zusammenkalandert und schließlich
mit einer Guminiverbindung beschichtet ist.
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Beim Flachdruck-Offsetverfahren läuft ein Druckvorgang, vereinfacht
dargestellt, so ab, daß die bil& freien Bereiche auf dem Druckplattenzylinder
16 benetzt und anschließend die Bildbereiche selbst eingefärbt werden. Anschließend
wird die Farbe von den Bildbereichen des Druckplattenzylinders auf den Gummituchzylinder
18 übertragen, welcher die Farbe auf die Papierbahn 72 od. dgl. absetzt,
die zwischen Gummituchzylinder 18 und Gegendruckwalze 20 sich befindet und
von diesen weitertransportiert wird.
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Die gemäß dem Ausführungsbeispiel für einen Dreifarbendruck vorgesehenen
und um den einzigen Druckplattenzylinder 16 angeordneten drei Farbwerke
A, B, C haben besonders ausgebildete Farbwalzen (F i
g. 2). Die Farbwalzen 22 und 24 des ersten Farbwerkes A erstrecken
sich über die ganze Breite des Drückplattenzylinders 16. Diese Farb. walzen
werden vorzugsweise zur Übertragung der hellsten Farbe auf dem Druckplattenzylinder
verwendet. Von dem nächstfolgenden zweiten Farbwerk B wird die nächstdunklere
Farbe auf den Druckbereich des Druckplattenzylinders 16 abgegeben. Die Farbwalzen
48, 50 dieses Farbwerkes B sind in Achsrichtung über einen Teil ihrer Länge
auf
einen kleineren Durchmesser 74 (F 1 g. 2) abgesetzt. Infolgedessen
hat diese Farbwalze 48, 50 nur mit einem Teil 74 a (F i
g. 2) Kontakt mit dem Druckplattenzylinder
18, so
daß in diesem Bereich die von dem Farbwerk B abgegebene Farbe die von dem ersten
Farbwerk A aufgebrachte Farbe überdeckt wird, während die Farbe des Farbwerkes
A in dem Teil des Druckbereiches erhalten bleibt, welcher sich über den auf
einen kleineren Durchmesser abgesetzten Teil der Farbwalzen erstreckt. Ähnlich verhält
es sich mit dem Aufbringen der dritten Farbe aus dem Farbwerk C. Die Farbwalzen
52, 54 dieses Farbwerkes sind gegenüber den vorhergehenden Farbwerken
A und B in Achsrichtung so weit abgesetzt, daß der im Durchmesser kleinere
Teil 76 dieser Farbwalzen (F i g. 2) auf dem Druckplattenzylinder
16 einen Druckbereich freigibt, der sowohl einen Teilbereich für die Farbe
des ersten Farbwerkes A
als auch einen Teilbereich für die zweite Farbe des
Farbwerkes B umfaßt. Dagegen deckt der mit dem Druckplattenzylinder 16 in
Kontaktberührung stehende Teil 76 a (F i g. 2) der Farbwalzen
52, 54
des Farbwerkes 10 bei seiner Farbübertragung die auf
den Druckbereich aufgetragenen Farben der vorhergehenden Farbwerke A und
B ab. Durch die staffelförmige Ausbildung der hintereinander angeordneten Farbwerke
A, B, C werden im Farbbereich der Farbwalze des letzten
Farbwerkes C auf den entsprechenden Teil des Druckplattenzylinders drei Farben
aufeinander abgesetzt. Das bedeutet, daß von der nachfolgenden Druckwalze immer
ein Teil des Farbbereiches der vorhergehenden Farbwalze abgedeckt und auf die Farbe
eines Farbwerkes die Farbe des nächsten Farbwerkes aufgesetzt wird. Bei dieser Art
der Einfärbung ist es vorteilhaft, jedem Farbwerk ein eigenes Benetzungssystem zuzuordnen.
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Die staffelförmig abgesetzte Anordnung der Farbwalzen der einzelnen
Farbwerke A, B, C ermöglicht, die Farben ohne besondere
Hilfsmaßnahmen dicht aneinander zum Abdruck zu bringen. Außerdem lassen sich die
einzigen durch die Eigenschwankung des Druckplattenzylinders entstehenden Deckungsschwankungen
der Farben ohne weiteres auf eine Toleranz von ± 0,05 mm einschränken.
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Der mehrfarbige Druckvorgang mit den um einen Druckplattenzylinder
16 angeordneten Farbwerken läuft so ab, daß nach dem Aufbringen einer ersten
Farbschicht auf das gesamte Druckbild diese Farbschicht zu einem von der Farbwalze
des zweiten FarbwerkesB bestimmten Teil von der Farbe desselben überdeckt wird und
das dritte FarbwerkC einen Teil des mit der Farbe des ersten und zweiten Farbwerkes
bedeckten Druckbildes einfärbt, wobei die erste Farbe als Grundlage die hellste
Farbe ist.