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Schreibgerät mit Rechenschieber Die Erfindung betrifft ein Schreibgerät
mit Rechenschieber, bei dem die die von der Geräteaußenseite her sichtbaren Läuferskalen
tragende Rechenschieberzungeversenkt in einem Längsschlitz des Schreibgerätegehäuses
zwischen den beidseitig des Längsschlitzes am Schreibgerätegehäuse fest angeordneten
Rechenschieberkörperskalen verschiebbar angeordnet sind.
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Es ist bei einem als Feder- oder Bleistifthalter ausgebildeten Rechenschieber
mit ineinander verschiebbaren zylindrischen Hülsen bekannt, auf denen die logarithmischen
Teilungen aufgetragen sind, einen konzentrisch um die Mantelfläche des Schreibgerätes
verschiebbaren Zylindermantel entsprechend der halben Länge der logarithmischen
Teilungen anzuordnen. Dieser Zylindermantel läßt sich mit den beiden an seinen Längsrändern
aufgetragenen logarithmischen Skalenhälften ausschließlich innerhalb der Skalenlänge
des Zylinders verschieben, wodurch ein Verdecken der Spitze des Schreibgerätes vermieden
wird, das bei anderen derartigen kombinierten Schreib- und Rechenvorrichtungen als
besonders nachteilig empfunden worden war. Dadurch ist jedoch bedingt, daß grundsätzlich
nur etwa die halbe Länge des Schreibgerätes für die logarithmischen Rechenschieberskalen
verwendet werden kann, da die als Hülse ausgebildete Rechenschieberzunge naturgemäß
einen Verschiebeweg benötigt. In einer anderen Ausführungsform sind bei einem Füllbleistift
mit Rechenschieber die Skalen des Rechenschiebers im Inneren der Hälften des längsgeteilten,
um eine zur Bleistiftachse senkrechte Achse aufklappbaren Schaftes in der Weise
angeordnet, daß die eine Skala fest, die andere längsverschiebbar ist. Bei diesem
Gerät ist ein Aufklappen der Hälften erforderlich, so daß es, abgesehen von seinem
komplizierten und für das Schreiben störenden Aufbau, nicht ohne weiteres dazu geeignet
ist, im aufgeklappten Zustand auch als Schreibgerät verwendet zu werden. Auch Kugelschreiber,
Füllhalter und sonstige Schreibstifte wurden schon mit einem Rechenschieber in der
Weise kombiniert, daß über das eigentliche Schreibgerät, welches die Körperskalen
des Rechenschiebers trägt, eine als Zunge dienende Hülse geschoben wurde, wobei
in dem eigentlichen Schreibgerät auch noch ein Maßstab untergebracht werden kann.
Schließlich wurde auch schon ein Rechenstift bekannt, dessen Querschnittsform dreiseitig
ausgebildet ist, so daß sich ebene Flächen bilden, die zur Anordnung des Rechenschiebers
verwendet werden, dessen Zunge in der herkömmlichen Weise als flache Schiene ausgebildet
ist und bei der Betätigung über die Länge des Rechenstiftes hinausragt. Bei einem
solchen eine als flache Schiene ausgebildete Zunge aufweisenden Schreibgerät mit
Rechenschieber wurde die Anordnung auch schon derart getroffen, daß die die von
außen sichtbaren Läuferskalen tragende Rechenschieberzunge, die der Wölbung des
Schreibgerätegehäuses angepaßt ist, in einem Längsschlitz des Schreibgerätegehäuses
zwischen den beidseitig des Längsschlitzes am Schreibgerätegehäuse fest angeordneten
Rechenschieberkörperskalen verschiebbar angeordnet ist.
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All den bekannten Konstruktionen ist gemeinsam, daß sie entweder einen
sperrigen Aufbau mit über den eigentlichen Schreibstift hinausragenden Teilen aufweisen
oder aber sonst Einrichtungen enthalten, die der leichten Handhabung beim Schreiben
entgegenstehen oder sogar erst eine Umstellung vom Rechenschieber auf den Schreibstift
erfordern. Auch tritt bei einzelnen bekannten Geräten der Nachteil auf, daß diese
über eine dem Gebrauch als Schreibgerät abträgliche, übermäßig große oder unregelmäßige
Querschnittsform verfügen, die durch die Kombination der verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten
bedingt ist. Andere bekannte Geräte zeichnen sich dagegen durch eine verhältnismäßig
große, durch den Rechenschieber bedingte Länge aus, die ebenfalls regelmäßig durchaus
unerwünscht ist.
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Ziel der Erfindung ist es, hier abzuhelfen und ein Schreibgerät mit
Rechenschieber zu schaffen, das es gestattet, die gesamte Länge des Gerätes für
die Rechenschieberskalen auszunutzen und das keinerlei die Funktion oder Handhabung
des Schreibgerätes störende Teile aufweist. Zu diesem Zweck ist bei dem Schreibgerät
mit Rechenschieber gemäß der Erfindung die Rechenschieberzunge als biegsames Band
ausgebildet, das vollständig innerhalb des Schreibgerätegehäuses angeordnet und
mit einem durch einen Längsschlitz der Schreibgeräteaußenseite nach außen ragenden
Betätigungsgriff verbunden ist. Die Körperskalen können gegenüber der Außenfläche
des
Schreibgerätes mit Vorzug vertieft angeordnet werden, während
die Vertiefung durch eine vorzugsweise der Gestalt des Schreibgerätes angepaßte
durchsichtige Abdeckplatte ausgefüllt werden kann. Damit läßt sich eine besonders
gefällige Form des Schreibgerätes erzielen, die eine bequeme und einfache Handhabung
gestattet.
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Bei dem neuen Gerät entfällt das bei den üblichen Rechenschiebern
gebräuchliche Durchschieben der Zunge, da durch das biegsame längsverschiebliche
Band eine stetige Gegenüberstellung aller Skalenwerte gewährleistet ist. Im Gegensatz
zu einer festen Schieberzunge ragt das Band auch nicht über das Schreibgerät hinaus.
Es- ist viehmehr vollkommen im Inneren des Schreibgerätegehäuses untergebracht.
Daher kann beim Schreiben keine Behinderung durch den Rechenschieber auftreten,
während umgekehrt beim Rechnen das Schreibgerät in keiner Weise störend wirkt. Zufolge
seiner besonderen Ausbildung kann der Rechenschieber in dem toten Raum der üblichen
Schreibgeräte unterkommen, so daß die Form eines normalen, üblichen Schreibgerätes
nicht verändert zu werden braucht, wie andererseits das Teilungsbild eines normalen
Rechenschiebers erhalten bleibt. Hierbei ist es zweckmäßig, wenn die Funktionsteile
des Schreibgerätes innerhalb des im wesentlichen zylindrischen Schreibgerätegehäuses
in an sich bekannter Weise exzentrisch zur Gehäuselängsachse angeordnet sind. Bei
einem als Kugelschreiber ausgebildeten Schreibgerät, das in der herkömmlichen Weise
eine über die Schreibgerätegehäuselänge sich erstreckende Kugelschreibermine erhält,
bedeutet dies, daß die Kugelschreibermine und der zugeordnete Druckbetätigungsmechanismus
exzentrisch zur Gehäuselängsachse und neben dem Band der Rechenschieberzunge liegen.
Die abgekapselte Bauweise schließlich des neuen Gerätes schützt den Rechenschieber
vor Zerkratzen und Verschmutzung. Als Schreibgeräte können Druckkugelschreiber,
Kugelschreiber mit feststehender Mine, Druckbleistifte, Drehbleistifte u. dgl. wunschgemäß
verwendet werden.
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Das endlos ausgebildete Band kann bei dem neuen Schreibgerät mit Rechenschieber
mit Vorteil über einen festen Leitkörper geführt sein. Dadurch ist eine sichere
Führung des Bandes über seine gesamte Länge gewährleistet.
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Der Leitkörper weist mit Vorteil zumindest eine dem Umriß des Schreibgerätegehäuses
angepaßte gewölbte Oberfläche auf, wobei er mit seinen den Umlenkstellen des endlosen
Bandes zugekehrten starren Enden die Bandumlenkung bewirkt. Damit wird erreicht,
daß das die Rechenschieberzunge bildende Band genau der Umrißlinie des Gerätegehäuses
folgt und sich parallaxenlos an die ortsfesten Körperskalen anschmiegt, während
gleichzeitig durch die sich ergebende Balligkeit an den Umlenkstellen eine Spannungsentlastung
des Bandes an den einrißgefährdeten Randkanten zustande kommt.
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Große Rechenschieber, deren Zunge als Band ausgebildet ist, sind an
sich in einigen Ausführungsformen bekannt. All diese Rechenschieberkonstruktionen
sind jedoch zur Kombination mit einem Schreibgerät grundsätzlich ungeeignet.
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In der Zeichung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung
dargestellt. Es zeigt F i g. 1 ein Schreibgerät gemäß der Erfindung im axialen Schnitt
in einer Seitenansicht, F i g. 2 das Schreibgerät nach F i g.1 in -'einer Seitenansicht
und F i g. 3 das Schreibgerät nach F i g.1, geschnitten längs der Linie III-III
der F i g. 1 in einer Seitenansicht in einem anderen Maßstab.
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Das Schreibgerät ist als sogenannter Druckkugelschreiber ausgebildet,
dessen Gehäuse 1 eine Kugelschreibermine 2 enthält, die mittels eines Druckknopfes
3 und eines in dem Endteil 4 enthaltenden und im übrigen nicht weiter dargestellten
üblichen Vorschubmechanismus vorgeschoben werden kann. Die Kugelschreibermine 2
ist, wie aus F i g. 1 zu ersehen, exzentrisch zur Längsachse des Gehäuses 1 angeordnet,
um für die Funktionsteile des Rechenschiebers mehr Raum zu schaffen.
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Im Inneren des Gehäuses 1 ist ein endloses Band 5 angeordnet, das
über einen Leitkörper 6 geschlungen und mit einem Betätigungsgriff 7 verbunden ist,
der durch einen Längsschlitz 8 der Gehäusewandung nach außen ragt. Die Oberseite
des Bandes 5 trägt die durch einen Längsschlitz 9 in der Wandung des Gehäuses 1
sichtbare, bei 10 veranschaulichte logarithmische Skala, wie sie üblicherweise auf
der Zunge eines- Rechenschiebers angebracht wird. Die zugehörigen Körperskalen des
Rechenschiebers, von denen eine bei 11 veranschaulicht ist, sind ortsfest auf dem
Gehäuse 1 zu beiden Seiten der Berandung des Längsschlitzes 9 angeordnet.
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Bei der Verschiebung des Betätigungsgriffes 7 werden das Band 5 und
damit die Zungenskala 10 gegenüber den feststehenden Körperskalen 11 verschoben,
wie es aus den F i g. 1 und 2 ohne weiteres zu entnehmen ist und wie es der herkömmlichen
Wirkungsweise eines Rechenschiebers entspricht. Zum Ablesen des eingestellten Rechenergebnisses
dient ein Läufer 12 aus durchsichtigem Material, der in der aus F i g. 3 ersichtlichen
Weise in zwei Längsnuten 13 des Gehäuses 1 geführt ist.
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Das Skalenbild des Rechenschiebers ist im übrigen durch eine Abdeckung
14 aus durchsichtigem Material geschützt, deren äußere Gestaltung der Form des Gehäuses
1 angepaßt ist.
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Der Führungskörper6 ist ein Teil eines Kernstückes 15, das in das
Gehäuse 1 eingefügt ist und den Zusammenbau des eigentlichen Rechenschiebers außerhalb
des Gehäuses gestattet. Selbstverständlich kann der Führungskörper 6 im Bereich
seiner Enden mit beweglichen Umlenkrollen für das Band 5 versehen werden, falls
dies zweckmäßig sein sollte.
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Das Band 5 ist in der vorliegenden beschriebenen Ausführungsform endlos
ausgebildet. Es ist jedoch auch ohne weiteres möglich, ein endlich begrenztes Band
zu verwenden, das im Bereich eines Endes mit dem Betätigungsgriff 7 verbunden wäre
und dessen anderes Ende radial oder axial aufgespult oder gefaltet würde. Bei einem
solchen Band ist es zweckmäßig, eine unter Federwirkung stehende selbsttätige Rückstellvorrichtung
vorzusehen, wie sie an sich bei derartigen Bändern bekannt ist.
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Im übrigen ist es weiterhin möglich, den Antrieb des Bandes statt
mittels des Betätigungsgriffes 7 durch eine Gewindespindel, eine axiale oder radiale
Spule oder durch Reibungswalzen zu bewirken. Auch kann das Band mit einer Randlochung
oder Verzahnung versehen werden, in die entsprechende Vorsprünge eines Vorschubrades,
das von außen zu verstellen wäre, eingreifen. Schließlich können an Stelle der Rechenschiebergrundskalen
natürlich alle anderen
Skalen, Tabellen, Werbetexte usw. vorgesehen
werden, wie sie bei derartigen Geräten in Gebrauch sind. Auch zwei oder mehrere
getrennte verstellbare Bänder lassen sich einbauen.
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Während sich das Band zur Vergrößerung der Mantissenlänge auch spiralförmig
anordnen läßt, was entsprechend auch für die zugehörigen Skalen gilt, kann der Läufer
12 auch in einem Längsschlitz der Abdeckung 14 geführt werden, durch den er hindurchgesteckt
werden kann. Diese letztere Ausbildung des Läufers bringt den Vorteil mit sich,
daß auf der Außenseite des Gehäuses überhaupt keine vorstehenden Teile, außer den
Betätigungsgriffen natürlich, vorhanden sind. Der Läufer kann im übrigen auch gewölbt
ausgebildet werden, so daß sich eine zweiachsig vergrößernde Wirkung ergibt.