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Schaltung zum Prüfen einer Schutzkontakt-Steckdose auf vorschriftsmäßigen
Anschluß an ihr Netz Die Erfindung bezieht sich auf eine Schaltung zum Prüfen einer
Schutzkontakt-Steckdose auf vorschriftsmäßigen Anschluß an ihr Netz, enthaltend
zwei Lastkreise mit je einer bei vorschriftsmäßigem Steckdosenanschluß leuchtenden
Glimmlampe in Parallelschaltung zu einem Teil der Lastwiderstände des jeweiligen
der beiden Lastkreise, von denen der eine (1. Lastkreis) zwischen den Netzkontakten
der Steckdose und der andere (2. Lastkreis) zwischen dem Steckdosen-Schutzkontakt
und dem damit nicht verbundenen Steckdosen-Netzkontakt gebildet ist, und mit einem
eine 1. und eine 2. Prüfstellung aufweisenden Prüfschalter, in dessen zugleich als
1. Prüfstellung dienender Ruhestellung der 2. Lastkreis durchgeschaltet ist.
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Es sind bereits Geräte zur Prüfung von Schutzkontakt-Steckdosen bekanntgeworden.
Diese verwenden entweder komplizierte mit Verstärkerröhren arbeitende Schaltungen
oder Glüh- oder Glimmlampen. Die Geräte mit Röhrenschaltungen sind sehr empfindlich
und berücksichtigen nicht den Widerstandswert der Stromzuführungen und des Schutzleiters.
Für Prüfungen in der Hand von Nichtfachleuten in Hausinstallationen sind sie nicht
geeignet.
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Die Geräte mit Glüh- oder Glimmlampen weisen keine Einrichtungen zum
Eichen und Justieren der Schaltung an die am Meßort vorhandene Netzspannung auf.
Auch lassen sich die Schwellwerte der Glimmlampenzündspannungen nicht an die gegebenen
Netzspannungswerte anpassen, so daß keine oder nur unsichere Prüfergebnisse erreichbar
sind, die zudem auch nicht den Betriebsbedingungen entsprechen.
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Die Errichtung elektrischer Anlagen mit Nennspannungen unter 1000
Volt und die Methoden zur Prüfung der Schutzmaßnahmen sind in den Bestimmungen VDE
0100/11.58 festgelegt. Für den Betrieb der Anlagen enthalten die Bestimmungen VDE
0105, Teil 1/11.60, die Verpffichtung des Besitzers, die Schutzmaßnahmen zu erhalten.
In privatem Bereich wird die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen jedoch so gut wie überhaupt
nicht geprüft, so daß unbemerkt Unfallgefährdungen eintreten können. Die Messungen
nach VDE 0100/11.58 erfordern ein besonders ausgebildetes und zuverlässiges Fachpersonal,
das für derartige Prüf- und Meßarbeiten nicht immer verfügbar ist. Die bekannten
Prüfgeräte sind nur für die Hand der Fachkräfte gedacht, für einen allgemeinen Einsatz
in Haushalten in der Hand von Nichtfachleuten wenig oder überhaupt nicht geeignet.
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Die Erfindung beseitigt diese Mängel und Nach-
teile der bekanntgewordenen
Prüfeinrichtungen mit einer Schaltung der eingangs näher bezeichneten Art durch
die im Kennzeichnungsteil des Patentanspruchs 1 angegebene Ausgestaltung. Weitere
Ausgestaltungen der Erfindung enthalten die Unteransprüche.
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Bei der erfindungsgemäßen Prüfungsanordnung zeigt eine Glimmlampe
das Vorhandensein der Netzspannung an, und eine weitere läßt die ordnungsgemäße
elektrische Verbindung von Hin-, Rück- und Schutzleiter oder bei der Nullung die
Verbindung des Schutzkontaktes mit dem Nulleiter erkennen. Die Glimmlampen werden
nicht in der herkömmlichen, hochohmigen Weise zur Anzeige gebracht, sondern die
erforderlichen Spannungen fallen an einstellbaren Widerständen ab, die von fest
definierten Strömen durchfiossen werden. Bei geeigneter Wahl der Bauelemente läßt
sich eine Ansprechempfindlichkeit der Einrichtung von einigen Ohm erreichen.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Abbildung in schematischer
Weise dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.
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Nach Einführen des Steckers 1 in eine nicht mit dargestellte Schutzkontakt-Steckdose
und nach Betätigen eines Schalters S 16 fließt durch Widerstände R 2 und R 3 ein
definierter Strom, wenn die Anlage mit Hin- und Rückleitung in Ordnung ist. Eine
Glimmlampe G14 zündet und brennt über den Widerstand R 5. Sie zeigt so den Zustand
dieses Anlagenteils an. Ein weiterer definierter Strom fließt über die Widerstände
R 2 und R 6. An dem Widerstands6 fällt die Zündspannung für eine Glimmlampe Gl 7
ab, die nun über einen Widerstand R 8 brennt und damit den wirksamen Schutz erkennen
läßt.
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Die Anpassung an die am Meßort vorhandene Netzspannung (Eichung)
wird über deii Schalter S 16 für die Glimmlampe Gl 4 mit dem Widerstand R 5 vorgenommen.
Für die Glimmlampe Gl 7 geschieht dieses mit dem Widerstand R 8 über den Schalter
S16 und SpannungsteilerwiderständeR14 und R15.
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Soll das Gerät bei verschiedenen Sicherungsnennströmen verwendet
werden, so müssen die Widerstände R 2, R 3 und R 6, die auch Blindwiderstände sein
können, mit einem weiteren Schalter, der im abgebildeten Ausführungsbeispiel nicht
eingezeichnet ist, umschaltbar sein.
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Für die Prüfung von Mehrphasen-Schutzkontakt-Steckdosen muß die Schaltung
zur Stern- oder Dreieckschaltung erweitert werden. Für die Bestückung des Prüfgerätes
mit Mehrkathodenghmmlampen, die eine hohe Umspringempfindlichkeit des Glimmlichtes
besitzen; sind die vom Hersteller- angegebenen Widerstände dabei mit in die Schaltung
aufzunehmen.
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Die Prüfung einer Schutzkontakt-Steckdose erfolgt in der Weise, daß
zunächst die Eichung durchgeführt wird; SchalterS16 in Stellung »Eichen«. Mit den
Widerständen R 5 und R 8 wird der Schwellwert der Zündspannung eingestellt. Nun
wird S16 umgelegt auf Stellung »Prüfen«, das Netz damit belastet und das Wiederaufleuchten
oder Verlöschen der GlimmlampenG14 und Gel 7 beobachtet. Das Verlöschen der Lampen
deutet auf Mängel in der Anlage und auf die Notwendigkeit hin, einen Fachmann herbeizurufen.
Eventuelle Glimmlampenstreuungen können durch Widerstände R 12 und R13 ausgeglichen
werden.
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Ist die Schutzleitung nicht angeschlossen, so bleibt die Glimmlampe
Gl 7 dunkel. Liegt dagegen Spannung am Schutzkontakt, leuchtet Gel 4 nicht auf.
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Das Netzwerk mit Glimmlampen kann in einem Stecker, der gleichzeitig
zur mechanischen Belastungsprüfung benutzt wird, oder in einem gesonderten Gehäuse
mit Anschluß stecker untergebracht sein.
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Die erfindungsgemäße Schaltung zum Prüfen von Schutzkontakt-Steckdosen
ist einfach in der Handhabung und eindeutig sowie sicher in ihrer Aussage.
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Sie kann leicht vom Nichtfachmann gehandhabt werden, um Fehler in
der Hausinstallation zu erkennen. Berührungskontakte, wie sie bei den bekannten
Geräten dieser Art erforderlich sind, entfallen. Die Schaltung kann jeweils an die
am Meßort vorhandene Netzspannung angepaßt werden. Die Glimmlampenzündspannungen
lassen sich in einfacher Weise auf die gegebene Netzspannung einstellen. Die Prüfung
der Schutzkontakt-Steckdose geschieht über die beiden Lastkreise und deren Widerstände
R 2 und R 3 sowie R 6 und R 3 unter Belastung entsprechend den Betriebsbedingungen.
htittels
Hin- - ufld Herbewegens - des die Prüfschaltiing mit der Steckdose verbindenden
Steckers läßt sich die Festigkeit der Drahfverbindungen an den Steckdosenkontakten
untersuchen.
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Patentansprüchet: 1. Schaltung zum Prüfen einer Schutzkontakt-Steckdose
auf vorschriftsmäßigen Anschluß an ihr Netz, enthaltend zwei Lastkreise mit je einer
bei vorschriftsmäßigem Steckdosenanschluß leuchtenden Glimmlampe in Parallelschaltung
zu einem Teil der Lastwiderstände des jeweiligen der beiden Lastkreise, von denen
der eine (1. Lastkreis) zwischen den Netzkontakten der Steckdose und der andere
(2. Lastkreis) zwischen dem Steckdosen-Schutzkontakt und dem damit nicht verbundenen
Steckdosen-Netzkontakt gebildet ist, und mit einem eine 1. und eine 2. Prufstellung
aufweisenden PrüfschaIter, in dessen zugleich als 1. Prüfstellung dienender Ruhestellung
der 2. Lastkreis durchgeschaltetist, dadurch gekennzeichn e t, daß der Prüfschalter
ein drei Schaltkontakte (a, b, c) aufweisender Umschalter (S16) ist, dessen 1.,
als Umschalter ausgebildeter Schaltkontakt (a) in seiner Ruhestellung den 2. Lastkreis
durchschaltet; und dessen beiden anderen Schaltkontakte (b, c) in ihrer Ruhestellung
(1. Prüfstellung) geöffnet sind und in ihrer Arbeitsstellung (2.Prüfstellung) je
einen Hilfslastwiderstand (R 2, R 6), zugleich in Reihe mit einem weiteren Hilfslastwiderstand
(R3), in jeden der beiden Lastkreise einschalten, und daß die Hilfslastwiderstände
(R2, R6, R3) so bemessen sind, daß in der 2. Prüfstellung die Glimmlampen (G14,
Gl7) im Fall eines unzulässig großen Schleifenwiderstandes der an den Kontakten
der Steckdose mündenden Leiterschleifen nicht leuchten.