DE1270025B - Verfahren zur reduktiven Dimerisierung von Acrylnitril zu Adipinsaeuredinitril - Google Patents
Verfahren zur reduktiven Dimerisierung von Acrylnitril zu AdipinsaeuredinitrilInfo
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- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
- B01J—CHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
- B01J19/00—Chemical, physical or physico-chemical processes in general; Their relevant apparatus
- B01J19/08—Processes employing the direct application of electric or wave energy, or particle radiation; Apparatus therefor
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C255/00—Carboxylic acid nitriles
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CI.:
Deutsche Kl.:
Nummer:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
C 07c
BOIk
12O-11
12h-l
2. Juli 1965
12. Juni 1968
Die Erfindung betrifft die reduktive Dimerisierung von Acrylsäurenitril zu Adipinsäuredinitril.
In der belgischen Patentschrift 635 193 wird die reduktive Dimerisierung von Acrylnitril zu Adiponitril
mit Alkaliamalgam beschrieben, wobei dem Reaktionsgemisch verschiedene Verbindungen zugegeben
werden, die als Polymerisationsinhibitoren wirken. Die Ausbeute an Adiponitril, ausgehend von
Acrylnitril, ist jedoch vergleichsweise niedrig, und ein nicht geringer Anteil des Acrylnitrils wird in unerwünschter
Weise in Propionitril übergeführt.
In der französischen Patentschrift 1328 327 wird angegeben, daß die Bildung von Propionitril unterdrückt
werden kann, wenn bei der elektrochemischen Hydrodimerisierung der elektrische Strom von einer
gesondert angeordneten Anode durch eine Lösung des Acrylnitrils geführt wird, die mit einer Kathode
in Berührung steht, die bei der herrschenden Wasserstoffionenkonzentration eine höhere Wasserstoffüberspannung
besitzt als Kupfer. Es wird auch angegeben, daß bei diesem direkten elektrolytischen Verfahren
durch Zusatz gewisser aliphatischer und heterocyclischer Aminsalze, quaternärer Ammoiumsalze
und anderer Salze, darunter auch Arylsulfonate, Vorteile erzielt werden können. Diese Patentschrift befaßt
sich aber ausschließlich mit der direkten Elektrolyse und nicht mit indirekten Methoden, bei denen beispielsweise
Natriumamalgam durch elektrochemische Reduktion von Natriumsalzen hergestellt wird und
das Amalgam mit einer Lösung des Olefins in Berührung gebracht wird.
Die vorliegende Erfindung betrifft hingegen ein solches indirektes Verfahren der reduktiven Dimeriesierung
von Acrylnitril mit Hilfe von Alkali- oder Erdalkaliamalgam; es liefert gegenüber den bekannten
Verfahren erheblich verbesserte Ausbeuten.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur reduktiven Dimerisierung von Acrylnitril zu Adipinsäuredinitril
in einem Medium, das in Berührung mit einem Alkalioder Erdalkaliamalgam reaktionsfähigen Wasserstoff
liefert, ist dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung in Gegenwart eines Sulfonats vornimmt.
Vorzugsweise besteht das Medium, welches zur Lieferung reaktionsfähigen Wasserstoffs fähig ist, aus
Wasser.
Unter dem Ausdruck »Sulfonat« sollen sowohl die Salze und Ester von Sulfonsäuren als auch die freien
Säuren selbst verstanden werden. Die Alkali- oder Erdalkalisalze sind besonders geeignet.
Das Sulfonat ist vorzugsweise ein aromatisches Monosulfonat, vorzugsweise p-Toluolsulfonsäure,
Verfahren zur reduktiven Dimerisierung von
Acrylnitril zu Adipinsäuredinitril
Acrylnitril zu Adipinsäuredinitril
Anmelder:
Imperial Chemical Industries Limited, London
Vertreter:
Dr.-Ing. H. Fincke, Dipl.-Ing. H. Bohr
und Dipl.-Ing. S. Staeger, Patentanwälte,
8000 München 5, Müllerstr. 31
Als Erfinder benannt:
George de Winter Anderson,
Denis Pemberton,
Blackley, Manchester (Großbritannien)
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 2. Juli 1964 (27 369)
oder ein Kondensat eines solchen Sulfonats mit einem aliphatischen Aldehyd, wie z. B. Formaldehyd.
Geeignete Konzentrationen an Sulfonat sind beispielsweise 0,1 bis 50 Gewichtsprozent Sulfonat und
vorzugsweise 1 bis 15 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gewicht des Reaktionsgemisches.
Das Verfahren kann in einem mineralsauren wäßrigen Medium ausgeführt werden, wie z. B. in wäßriger
Salzsäure, Schwefelsäure oder Phosphorsäure. Es wird bevorzugt, wäßrige Salzsäure zu verwenden.
Besonders geeignete Anfangskonzentrationen an Salzsäure sind solche von 0,1 bis 25% (berechnet alsg
wasserfreien Chlorwasserstoffs in 100 ecm wäßriger Säure).
Das erfindungsgemäße Verfahren wird an Hand der folgenden Beispiele näher erläutert.
Ein zylindrisches Reaktionsgefäß aus Glas von 5,6 cm Innendurchmesser und 9,5 cm Länge war an
seinem unteren Ende durch eine Glastuchmembrane verschlossen, die am unteren Außenrand des Gefäßes
befestigt war. Die innere Oberfläche der Membrane wurde vollständig durch eine Quecksilberschicht bedeckt;
das Volumen des verwendeten Quecksilbers betrug 30 ml.
Das obere Ende des Reaktionsgefäßes war mit einer entfernbaren Abdeckung ausgerüstet, welche
; 809 559/512
einen Durchlaß für einen Platindraht aufwies, der in
die Quecksilberschicht eintauchte, der als Kathode diente. Innerhalb des Reaktionsgefäßes war der
Platindraht mit Glas umhüllt. Das Reaktionsgefäß war innen mit einer Kühlschlange versehen, und ein
Rührer war oberhalb der Quecksilberschicht angebracht.
Das Reaktionsgefäß tauchte ungefähr 3 cm tief in eine 40gewichtsprozentige wäßrige Lösung von
Kaliumhydroxyd ein, die sich in einem äußeren zylindrischen Glasgefäß befand, wobei das äußere
Gefäß bis zu einer Tiefe von ungefähr 10 cm mit der Kaliumhydroxydlösung gefüllt war.
Eine zylindrische Anode von 14 cm Innendurchmesser, die aus einem 4 cm breiten Nickelstreifen
hergestellt war, wurde derart im äußeren Gefäß angeordnet, daß sie das Reaktionsgefäß umgab.
In das Reaktionsgefäß wurde ein Gemisch, bestehend aus 21,2 g Acrylsäurenitril, 10 g p-Toluolsulfonsäure
und 68 ml wäßriger Salzsäure (enthaltend 18,5 g Chlorwasserstoff), gegeben. Der Rührer wurde
angeschaltet und die Temperatur des Reaktionsgemisches auf 25 bis 30° C gehalten, während ein
Strom von 29 Amp. zwischen der Anode und der Kathode floß. as
Nach 28 Minuten wurde das Gemisch aus dem Reaktionsgefäß entnommen und das Gefäß ausgewaschen.
Das Reaktionsgemisch und die Waschflüssigkeiten wurden vereinigt und mit Wasserdampf destilliert.
Das Destillat wurde mit Kaliumcarbonat gesättigt und die organische Schicht abgetrennt. Sie enthielt
8,55 g Acrylsäurenitril und 2,5 g Propionsäurenitril. Der wäßrige Rückstand der Wasserdampfdestillation
wurde mit Chloroform extrahiert (sechs Portionen zu je 30 ml). Die Chloroformextrakte wurden vereinigt,
das Chloroform wurde durch Destillation entfernt und der Rückstand destilliert, wobei 7,4 g Adipinsäuredinitril
(Kp.9 = 142 bis 143° C) erhalten wurden.
Zum Vergleich wurde ein Versuch in der gleichen Weise ausgeführt mit dem Unterschied, daß die
p-Toluolsulfonsäure aus dem Reaktionsgemisch fortgelassen
wurde. Die organische Schicht aus dem Wasserdampfdestillat enthielt 8,85 g Acrylsäurenitril
und 5,0 g Propionsäurenitril. Die Ausbeute an Adipinsäurenitril betrug 5,2 g.
Beispiel 1 wurde wiederholt mit dem Unterschied, daß die p-Toluolsulfonsäure durch 5 g Natriumbenzolsulfonat
ersetzt wurde. Die Ausbeute an Adipinsäuredinitril betrug 6,7 g.
Beispiel 1 wurde wiederholt mit dem Unterschied, daß die p-Toluolsulfonsäure durch 10 g des Natriumsalzes
eines Kondensationsproduktes aus Naphthalinsulfonsäure und Formaldehyd ersetzt wurde. Die
Ausbeute an Adipinsäuredinitril betrug 6,2 g.
Claims (4)
1. Verfahren zur reduktiven Dimerisierung von Acrylnitril zu Adipinsäuredinitril in einem Medium,
das in Berührung mit einem Alkali- oder Erdalkaliamalgam reaktionsfähigen Wasserstoff
liefert, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung in Gegenwart eines Sulfonats
vornimmt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in einem wäßrigen Medium
arbeitet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man ein aromatisches Monosulfonat
in freier oder Salzform, vorzugsweise p-Toluolsulfonsäure, oder ein Kondensat eines
solchen Sulfonats mit einem aliphatischen Aldehyd verwendet.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man das. Sulfonat in einer
Konzentration von 0,1 bis 50 Gewichtsprozent, vorzugsweise 1 bis 15 Gewichtsprozent, bezogen
auf das Gewicht des Reaktionsgemisches, verwendet.
809 559/512 5.68 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB27369/64A GB1069326A (en) | 1964-07-02 | 1964-07-02 | A process for the reductive dimerisation of depinic compounds |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1270025B true DE1270025B (de) | 1968-06-12 |
Family
ID=10258497
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEP1270A Pending DE1270025B (de) | 1964-07-02 | 1965-07-02 | Verfahren zur reduktiven Dimerisierung von Acrylnitril zu Adipinsaeuredinitril |
Country Status (7)
| Country | Link |
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| CH (1) | CH456563A (de) |
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| GB (1) | GB1069326A (de) |
| NL (1) | NL6508492A (de) |
| SE (1) | SE329607B (de) |
Family Cites Families (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3193510A (en) * | 1961-10-23 | 1965-07-06 | Monsanto Co | Alkylsulfate solutions |
| US3267131A (en) * | 1964-04-27 | 1966-08-16 | Monsanto Co | Product separation and recovery in adiponitrile manufacture |
-
0
- BE BE666183D patent/BE666183A/xx unknown
-
1964
- 1964-07-02 GB GB27369/64A patent/GB1069326A/en not_active Expired
-
1965
- 1965-06-18 US US465148A patent/US3463806A/en not_active Expired - Lifetime
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- 1965-07-01 CH CH917965A patent/CH456563A/de unknown
- 1965-07-01 NL NL6508492A patent/NL6508492A/xx unknown
- 1965-07-02 DE DEP1270A patent/DE1270025B/de active Pending
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| CH456563A (de) | 1968-07-31 |
| NL6508492A (de) | 1966-01-03 |
| US3463806A (en) | 1969-08-26 |
| SE329607B (de) | 1970-10-19 |
| BE666183A (de) | |
| GB1069326A (en) | 1967-05-17 |
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