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Klaviertastenmechanik Die Erfindung betrifft eine Klaviertastenmechanik
zum Betätigen der Anschlaghammer, bei der das innere Ende der Tasten zwecks Bewegungsübertragung
gegen den in einem Trägerteil drehbar gelagerten, an seinem freien Ende den Hammerstiel
tragenden Hammerfuß wirkt.
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Derartige Klaviertastenmechaniken arbeiten in der Weise, daß die angeschlagene
Taste den an die Klaviersaiten anschlagenden Hammer anstößt, so daß infolge der
übertragenen Bewegungsenergie der Anschlaghammer gegen die Klaviersaite fliegt und
dieselbe anschlägt. Hierbei ist es wesentlich, daß der Hammer nicht etwa ungewollterweise
einen Doppelanschlag an der Saite ausführt, da ein solcher Doppelanschlag, bedingt
durch ein Nachschlagen des einmal angestoßenen Hammers, die Erzeugung von mehr als
einem Ton auf Grund eines einzigen Anschlages der Klaviertaste zur Folge hat.
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Für die Taste selbst muß dabei in irgendwelcher Weise ein Anschlag
vorgesehen sein, der eine Weiterbewegung der Taste verhindert, wenn die der Taste
erteilte Bewegungsenergie auf den Anschlaghammer übertragen ist und letzterer sich
von dem inneren Tastenende abgelöst hat.
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Als derartige Mittel zur Begrenzung der Tastenbewegung ist es üblich,
am Tastaturrahmen einen Anschlagblock vorzusehen, der nach vollem Durchdrücken der
Taste das eine Tastenende abfängt und eine Weiterbewegung der Taste unmöglich macht.
Der Hammerfuß des Anschlaghammers, der schwenkbar an den Tastaturrahmen angelenkt
ist, ist dabei bei älteren vorbekannten Konstruktionen an der Seite, an der das
Tastenende anschlägt, gewölbt ausgeführt, damit eine schnelle Beschleunigung, verbunden
mit schnellem Abheben des Anschlaghammers von dem anschlagenden inneren Tastenende
erfolgt. Es hat sich jedoch gezeigt, daß auch bei dieser Konstruktion Prellerscheinungen
des Anschlaghammers an der angeschlagenen Saite nicht ausgeschlossen sind und es
zu einem mehrfachen Anschlagen der Saite kommen kann.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Prellerscheinungen des Anschlaghammers
bei Klaviertastenmechaniken der eingangs genannten Art zu verhindern.
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Die Erfindung vermeidet diese Nachteile und erreicht dies durch eine
derartige Formgebung des Hammerfußes, daß der nahe der Drehachse des Hammerfußes
liegende Teil zur Begrenzung der Tastenbewegung ausgenutzt wird und dadurch zugleich
als ein Mittel zur Verhinderung eines Doppelanschlages wirkt. Erfindungsgemäß wird
die genannte Aufgabe dadurch gelöst, daß die Unterseite des mit dem Tastenende in
Berührung tretenden Hammerfußes ein derartiges Profil aufweist, daß bei Betätigung
der Taste der nahe dem Hammerstiel liegende Fußteil die übertragung des Anschlagimpulses
bewirkt und der unterhalb der Drehstelle des Hammerfußes liegende Fußteil als Anschlag
zur Begrenzung der Tastenbewegung dient.
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Zweckmäßigerweise ist der nahe der Drehachse des Hammerfußes liegende
Teil desselben derart geneigt ausgebildet, daß, wenn die Taste voll durchgedrückt
ist, der Hammerkopf im Abstand von der den Ton erzeugenden Saite gehalten wird.
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Es ist offensichtlich, daß die Erfindung sich nicht nur auf Musikinstrumente
mit angeschlagenen Saiten, die beiderends eingespannt sind, bezieht, sondern auch
auf Musikinstrumente mit zum Anschlag gebrachten Stäben (Gongstäben) als Schallerzeuger.
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In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt.
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F i g. 1 ist eine senkrechte Schnittansicht, die ein elektrisches
Klavier darstellt, das einen Klavierhammermechanismus nach der Erfindung aufweist,
wobei der Hammermechanismus in der Ruhestellung vor dem Anschlagen der Tasten gezeigt
ist; F i g. 2 ist eine vergrößerte bruchstückweise Ansicht, die das Hammerelement
und den dazugehörigen Kastenteil in den gleichen Stellungen wie in F i g. 1 zeigt;
F i g. 3 ist eine der F i g. 2 entsprechende Ansicht, die jedoch die Stellungen
der Teile in dem Zeitpunkt zeigt, in dem der Hammer nach dem Anschlagen der Taste
an der Vibrationszunge anschlägt; F i g. 4 ist eine Ansicht, die F i g. 2 und 3
entspricht, aber die Stellungen der Teile zeigt, nachdem der Hammer die Vibrationszunge
angeschlagen hat
und in eine gewünschte Freigabestellung in einem
Abstand von der Vibrationszunge zurückgesprungen ist, wobei die Taste in ihrer festgehaltenen
Stellung dargestellt ist, die sie einnimmt, wenn der Pianist die Taste weiter abwärts
drückt oder festhält; F i g. 5 ist eine bruchstückweise Schnittansicht des Dämpferteiles
des Klavierhammermechanismus, und F i g. 6 ist eine vergrößerte bruchstückweise
Querschnittsansicht nach der Linie 6-6 der F i g. 5.
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Der Hammermechanismus ist als in einem elektrischen Klavier eingebaut
gezeigt, das eine Vibrationszunge 10 und eine elektromagnetische Tonabnahmevorrichtung
11 aufweist, um die Vibrationszungen-Vibrationen abzufühlen und diese Vibrationen
in elektrische Ströme umzuwandeln, die verstärkt und im Klang in einer Verstärker-
und Lautsprechervorrichtung 12 umgewandelt werden. Die Vibrationszunge 10 ist in
festfreiem Verhältnis auf einer Trägheitsstange 13 befestigt. Es ist selbstverständlich,
daß der Klavierhammermechanismus nach der Erfindung auch in üblichen akustischen
Klavieren und in jedem beliebigen klavierartigen Musikinstrument eingebaut werden
kann, in dem ein Gegenstand durch einen Hammer angeschlagen wird.
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Das dargestellte pianoartige Instrument hat verschiedene feste Träger
14 bis 17, die von jeder beliebigen geeigneten Bauweise sein können und üblicherweise
aus Holz bestehen. Obwohl nur ein Klavierhammermechanismus (und eine Vibrationszunge
10 usw.) in den Zeichnungen dargestellt ist, ist es doch klar, daß je ein
solcher Mechanismus für jede Taste des Klaviers vorgesehen ist. Es ist weiterhin
selbstverständlich, daß das Hammerelement so abgewandelt werden kann, daß es an
einer Vibrationszunge 10 oder an Saiten anschlägt, die senkrecht anstatt waagerecht
liegen.
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Der Klavierhammermechanismus umfaßt im allgemeinen eine Taste 18,
einen Hammer 19 und einen Dämpfer oder eine Dämpfvorrichtung 20, die alle so miteinander
und mit den festen Trägern verbunden sind, wie das anschließend im einzelnen beschrieben
wird. Die Taste 18 besteht aus einem länglichen, im allgemeinen waagerechten Element
mit einem Vorderteil 21, der vom Pianisten angeschlagen werden kann, wobei eine
Kunstelfenbeinplatte bei 22 gezeigt ist. Der Vorderteil 21 ist ausgeschnitten, um
einen Führungsstift 23 aufzunehmen, der auf dem festen Träger 14 montiert ist. Der
Mittelteil der Taste ist am Drehstift 24 drehbar gelagert, wobei eine übliche Drehpunkt-Unterlegscheibe
26 unter der Taste auf dem festen Träger 14 angebracht ist. Der hintere oder Betätigungs-
und Bremsteil der Taste ist mit 27 bezeichnet und hat eine flache, im allgemeinen
waagerechte Oberfläche, die im wesentlichen parallel mit der Kunstelfenbeinplatte
22 liegen kann. Ein Streifen Filz oder anderes geeignetes Brems- oder Klan-dämpfmaterial
28 ist durch Klebstoff oder in anderer Weise an der oben angebenen Oberfläche des
Betätigungs- und Bremsteiles angebracht.
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Ein Anschlagstreifen 29, der aus Filz hergestellt sein kann und fest
auf dem Träger 14 unter dem Betätigungs- und Bremsteil 27 der Taste befestigt ist,
begrenzt die Abwärtsdrehbewegung dieses Teiles. Die Aufwärtsdrehbewegung des Betätigungs-
und Bremsteiles 27 wird vom nachstehend beschriebenen Hammer 19 begrenzt. Um jedoch
einen Not- oder Sekundäranschlag für die Taste vorzusehen, um ihr Brechen zu vermeiden,
wenn sie übermäßig abwärts gedrückt wird, ist am vorderen Teil 21 eine Filzscheibe
31 angeordnet, die um den Führungsstift 23 auf dem Träger 14 befestigt ist. Es wird
darauf hingewiesen, daß die Filzscheibe 31 dünn genug ist, so daß sie selten zur
Wirkung kommt und auch dann nur, nachdem die Anschlagvorrichtung am Hammer 19 bereits
angegriffen worden ist.
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Der Hammer 19 hat einen Kopf 32, einen Schaft 33 und einen Fußteil
34. Der Fußteil 34 dient als Nocken (oder betätigter Teil), als Anschlag und als
Bremse, wie anschließend beschrieben werden wird. Der Kopf 32 kann von jeder beliebigen
geeigneten Bauart sein, und an ihm ist ein Filzstück 36 zum Anschlagen an der Vibrationszunge
angeklebt. Der Schaft 33 ist als ein Holzstift dargestellt, der fest am Kopf und
Fußteil 34 befestigt ist. Der Fußteil 34 ist als längliches hölzernes Element dargestellt,
das in allgemeiner Ausrichtung mit dem Schaft 33 angeordnet und bei 37 zur Drehbewegung
um eine feste waagerechte Achse schwenkbar ist.
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Die Drehpunktverbindung 37 ist zwischen dem Fußteil 34 und einem festen
Träger und umfaßt einen Stift, der waagerecht durch das abgerundete und ausgeschnittene
hintere Ende des Fußteiles 34 geführt ist. Die herausragenden Enden des Stiftes
sind drehbar in Filzbüchsen 38 untergebracht, die ihrerseits in Öffnungen in den
Armen 39 eines gegabelten Trägerteiles 41 eingelegt sind. Die Arme 39 passen sich
an benachbarte entgegengesetzte Seiten des oben angegebenen eingeschnittenen Endteiles
des Fußes 34 an. Der Trägerteil 41 ist mit Hilfe einer senkrechten Schraube 42 an
einem festen Trägerteil 43 befestigt. Der Trägerteil 43 ist seinerseits an dem vorstehend
erwähnten Träger 15 befestigt.
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In F i g. 2 bis 4 sind die Buchstaben A und B dazu verwendet,
Punkte anzuzeigen, die die untere Oberfläche des Fußteiles 34 des Hammers 19 in
drei Bereiche unterteilen. Der Bereich des Fußteiles 34 rechts vom Punkt A kann,
wie in F i g. 1 und 2 gezeigt, in Oberflächeneingriff mit dem Filz 28 gebracht werden,
wenn der Mechanismus sich in Ruhestellung befindet. Dieser Teil arbeitet daher mit
dem Tastenteil 27 und dem Anschlagstreifen 29 (F i g. 1) zusammen, um den Höchstabstand
festzulegen, um den der Hammer 19 sich im Uhrzeigersinn um den Drehpunkt 37 drehen
kann. Es wird darauf hingewiesen, daß, selbst wenn der Bereich rechts vom Punkt
A so mit dem Filz 28 in Berührung kommt, der Schaft 33 und der Kopf 32 außer Berührung
mit der Taste sind und diese letztere in geeigneter Weise ausgeschnitten ist, um
zu verhüten, daß eine solche Berührung zu irgendeiner Zeit stattfindet.
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Der Bereich des Fußes 34 zwischen den Punkten A und Bist mit 34a bezeichnet
und ist eine Nocken-oder betätigte Oberfläche. Eine solche Nockenoberfläche schafft
die gewünschte Initial-Aufwärtsbewegung des Hammers 19 beim Anschlagen des Vorderteiles
21 der Taste. Die Berührung zwischen Filz 28
und Oberfläche 34 a erfolgt
sowohl gleitend als auch rollend und geschieht nicht nur auf dem hohen Punkt der
Nockenoberfläche, sondern auch auf beiden Seiten davon.
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Der Bereich des Fußteiles 34 links vom Punkt B ist mit 34 b bezeichnet
und umfaßt sowohl eine Anschlagoberfläche als auch eine Bremsoberfläche. Außerdem
arbeiten Teile des Oberflächenbereichs 34 b verhältnismäßig nahe am Punkt B als
eine Verlängerung des Nockenteils 34a. Der Oberflächenbereich
34b
liegt tangential zur Nockenkurve A-B (Bereich 34 a) am Punkt B.
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Der Teil 34 b des Fußes 34 (links vom Punkt B) ist eine Anschlagoberfläche,
da sie im Zusammenwirken mit dem festen Drehpunktstift 37 die Aufwärtsbewegung des
Tastenteiles 27 begrenzt. Wie bereits oben erwähnt, ist die Filzscheibe 31 (F i
g. 1) dünn genug, so daß sie nicht zwangsweise an der unteren Fläche des Vorderteiles
der Taste 21 anliegt, bevor der Filz 28 vom Teil des Fußes 34 links vom Punkt B
angehalten wurde, so daß die Filzscheibe 31 lediglich als ein Notanschlag wirkt,
um einen Bruch des Instruments zu verhindern. So ist die Oberfläche 34 b das primäre
und normalerweise arbeitende Mittel zur Begrenzung der Drehung der Taste bei deren
Anschlagen.
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Der Teil 34 b des Fußes 34 (links von Punkt B) ist eine
Bremsoberfläche, weil, insbesondere wenn die Taste vom Pianisten abwärts gedrückt
wird, der Filz 28 eine Bremswirkung im Verhältnis zu diesem Teil 34b hervorruft.
Die Bremseinrichtung (38 und 34b) wird als Reibhemmung verwendet, die verhütet,
daß der Hammerkopf 32 aus der in F i g. 4 gezeigten Stellung wieder aufwärts springt,
um abermals an der Vibrationszunge 10 anzuschlagen und so einen doppelten oder wiederholten
Ton (Doppelanschlag) für ein einzelnes Anschlagen der Taste zu erzeugen.
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Die Teile stehen in einem solchen Verhältnis, daß, wenn die Oberfläche
34 b (links vom Punkt B) in im allgemeinen flachem Angriff mit dem
Filz 28 ist, während die Taste 21 niedergedrückt gehalten wird und, wie in F i g.
4 dargestellt, der Filz 36 um eine vorher bestimmte kleine Strecke (wie etwa 3 oder
6 mm) von der Vibrationszunge 10 entfernt liegt. Ein solcher Abstand ist
als der »Freigabeabstand« bekannt und ist mit E.D. bezeichnet. So verhütet die Reibungshemmvorrichtung
nicht nur einen doppelten Anschlag, sondern schafft auch den angegebenen Freigabeabstand
E. D.
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Der Bereich 34 b des Fußteiles 34 (links vom Punkt B) ist lang genug
damit, selbst wenn der Kopf 32 sich in seiner obersten Stellung befindet, wie in
F i g. 3 gezeigt, eine Senkrechte zum Filz 28, die durch den Drehpunkt 37 verläuft,
diesen Bereich 34 b schneidet. Wegen dieser Tatsache und wegen der Form des Bereiches
34 b hat selbst ein scharfes Abwärtsdrücken der Taste, wenn der Hammer sich in den
Stellungen nach F i g. 3 oder 4 oder in irgendeiner Stellung dazwischen befindet,
nicht die Wirkung eines Aufwärtsschwingens des Hammers. Anstatt daß die Taste zu
solchen Zeiten eine Aufwärtsbewegung des Hammers bewirkt, verhindert der Fußteil
des Hammers ein Aufwärtskippen der Taste.
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Wenn die Teile sich in den Stellungen nach F i g. 4 befinden, kann
ein Anschlagen der Vibrationszunge nicht wiederholt werden, bevor der Pianist seine
Finger von der Taste löst und dem Hammer gestattet, abwärts zu schwingen, bis mindestens
ein wesentlicher Teil der betätigten Oberfläche A-B am Filz 28 anliegt.
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Der Nockenbereich A -B (Oberfläche 34 a) arbeitet mit
dem Filz in einer kombinierten Schwing- und Gleitbewegung zusammen, wie bereits
vorstehend angegeben. Der Bereich links von B gleitet auf dem Filz 28 (bei der Abwärtshammer-Bewegung
von der Stellung der F i g. 3 in die Stellung nach F i g. 4), um die oben angegebene
Brems- oder Hemmwirkung zu erzeugen, wie bereits gesagt. Die Größe dieser Gleit-(Hemm-)Wirkung
wird bestimmt durch die Länge des Radiusarmes zwischen dem Drehpunkt 37 und dem
Bereich 34 b, wobei dieser Radiusarm eine Senkrechte zu diesem Bereich ist.
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Die oben beschriebene Brems- und Stoppwirkung, die vom Bereich 34
b (links von B) bewirkt wird, findet primär am äußersten hinteren Endteil dieses
Bereiches im Verhältnis entfernt vom Punkt B statt. Betätigung der Taste 18 und
des Hammers 19 im Verhältnis zur Vibrationszunge 10 od. dgl. Nachstehend wird im
einzelnen die Wirkung des Hammers 19 im Verhältnis zur Taste 18 beschrieben.
Wenn angenommen wird, daß die Teile sich anfänglich in der in F i g. 1 und 2 gezeigten
Ruhestellung befinden, dann bewirkt das Anschlagen des vorderen Tastenteiles 21
durch den Pianisten eine Drehbewegung der Taste 18 im Uhrzeigersinn um die Drehstiftunterlegscheibe
26 und demgemäß eine Schwingbewegung des Hammers 19 entgegen dem Uhrzeigersinn um
den festen Drehpunkt 37. Der erste Teil einer solchen Schwingbewegung findet mit
einer verhältnismäßig hohen mechanischen Überlegenheit (advantage) statt, da der
Filz 28 sich im wirksamen Eingriff mit dem Nockenbereich A-B (mit 34a bezeichnet)
in der Nähe des Punktes A befindet. Dieser Teil in der Nähe von A liegt verhältnismäßig
entfernt vom Drehpunkt 37, wodurch es verhältnismäßig einfach wird, das Anlaufenlassen
des Hammers auf seinem aufwärts gerichteten Weg zu bewirken. Da die Aufwärtsgeschwindigkeit
des Hammers zunimmt, wäre es progressiv bequemer, die Taste zu betätigen, wenn der
Filz 28 im Eingriff mit dem gleichen Teil des Hammers bleiben würde. Dies ist analog
der progressiv abnehmenden Kraft, die erforderlich ist, um ein Kraftfahrzeug auf
einer ebenen Oberfläche zu schieben. Da jedoch die Aufwärtsbewegung des Tastenteiles
27 und des Filzes 28 darauf eine progressive und vorher bestimmte Verringerung im
Radiusarm zwischen dem Drehpunkt 37 und dem Teil des Nockens A-B (mit 34a bezeichnet)
mit sich bringt, an dem der Filz 28 angreift, wird der Aufwärtsbewegung des Tastenteiles
27 ein immer größer werdender Widerstand entgegengesetzt. Dies entspricht der Kraft,
die erforderlich ist, um ein Kraftfahrzeug eine Steigung hinaufzuschieben, die immer
steiler wird.
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Die Form der Unterseite des Fußteiles 34 ist so, daß dieser
Teil daran gehindert wird, aufwärts vollständig außer Berührung mit dem Filz 28
zu fliegen, so daß die Kontrolle über den Hammer verlorengeht. So ist es unmöglich,
daß die Taste und der Hammer außer Phase miteinander geraten, unabhängig von der
Frequenz oder der Folge des wiederholten Anschlagens der Taste durch den Finger
des Pianisten. Die Wirkung ist daher schnell und genau.
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Nachdem die Stellung in F i g. 4 während der Aufwärtsbewegung des
Hammers erreicht ist, wenn der Pianist den Tastenteil 21 anschlägt, verbleibt der
Bereich des Hammerfußes 34 links vom Punkt B (mit 34 b bezeichnet) nicht in im allgemeinen
flachem Eingriff mit dem Filz 28, sondern kippt und neigt sich leicht in die Stellung,
die so in F i g. 3 gezeigt ist. Dieses Kippen geht so schnell und in so geringem
Ausmaß vor sich, daß es für das Auge eines Beobachters unmerklich erfolgt. Es veranlaßt
den Hammer nicht, sich genügend aus der direkten Kontrolle durch die Klaviertaste
herauszubewegen.
Wie bereits oben angegeben, bewirkt das dem Hammer
19 infolge des Anschlagens des Tastenteiles 21 durch den Pianisten verliehene
Bewegungsmoment, daß der Hammer aus der Stellung nach F i g. 4 in die Stellung nach
F i g. 3 kippt und die Vibrationszunge 10 anschlägt, wie das ja auch erwünscht ist.
Der Filz 28 bietet dann dieser Aufwärtsschlagbewegung des Hammers einen verhältnismäßig
geringen Reibungswiderstand, da der Hammer sich zu diesem Zeitpunkt schneller bewegt
als der Tastenteil 27. Mit anderen Worten, es besteht dann nur eine geringe Berührung
zwischen dem Filz 28 und dem Fußteil 34, da dieser Fußteil 34 das Bestreben hat,
sich vom Filz 28 wegzubewegen.
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Nachstehend wird der Zustand beschrieben, der eintritt, wenn der Pianist
den Tastenteil 21 nach unten gedrückt hält. Ein solches ständiges Niederdrücken
des Tastenteiles bewirkt, daß der Filz 28 in seiner Stellung festgelegt wird. Da
der Filz 28 nun in seiner Stellung festgelegt ist, wirkt er als Bremsschuh, um eine
Bremswirkung im Verhältnis zum Bereich 34 b des Fußes 34 (links vom Punkt B) zu
schaffen. Das Ergebnis ist, wie vorstehend bereits erwähnt, die Reibhemmung, die
bewirkt, daß der Hammer 19 in die Freigabestellung nach F i g. 4 zurückfällt, ohne
wieder aufwärts auf die Vibrationszunge 10 zu zu springen. Diese Hemmung
erfordert keine Einstellung und ist in ihrer Arbeitsweise hochgradig wirksam.
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Anschließend wird der Zustand beschrieben, der eintritt, wenn der
Pianist den Tastenteil 21 nicht nach unten gedrückt hält, sondern ihn statt dessen
schnell und wiederholt anschlägt, wie etwa während schnellen Stakkato-Spielens.
Der Filz 28 wird unter diesen Umständen nicht im Raum festgelegt, sondern bewegt
sich ständig. Infolgedessen bietet er keine wesentliche Bremsschuhwirkung im Verhältnis
zum Fußbereich links vom Punkt B und beeinträchtigt das Stakkato-Spielen nicht.
Es wird darauf hingewiesen, daß, obwohl der Filz 28 nicht übermäßig als eine Bremse
für den Hammer während schnellen Stakkato-Spielens wirkt, der Hammerbereich links
vom Punkt B (mit 34 b bezeichnet) als ein Anschlag für die Taste wirkt.
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Beschreibung der Dämpfvorrichtung 20 Der Dämpfer oder die Dämpfvorrichtung
20, wie sie in F i g. 5 und 6 gezeigt ist, umfaßt einen länglichen flachen Streifen
45 aus Federmetall. Das hintere Ende des Federstreifens 45 weist, wie links in F
i g. 5 gezeigt, einen vertieften oder gebogenen Teil 46 auf, der in eine Nut 47
eingelegt wird, die in der Unterfläche eines Halteblocks 48 vorgesehen ist. Der
Halteblock ist, etwa durch Schrauben 49, an der abgeschrägten Kante 51 eines
festen Trägerteiles 43
befestigt. Die Tiefe und Breite der Nut 27 ist so gewählt,
daß die Feder 46 darin nur eingefügt werden kann, wenn eine beträchtliche Kraft
angewendet wird, so daß die Feder nach ihrem Einbringen fest in ihrer Stellung gehalten
wird.
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Am vorderen Endteil des Federstreifens 45 ist ein U-förmiger Blechteil
52 angeordnet, dessen sich aufwärts erstreckende Flansche nach innen gedrehte Kantenteile
53 aufweisen, die einen Filzblock 54 in seiner Stellung halten. Der Steg
des U-förmigen Blechteiles 52 ist an zwei im Abstand voneinander liegenden Punkten
quer zum Federstreifen 45 geschlitzt, und der Stegtei156 zwischen den Schlitzen
ist abwärts gedrückt, damit die Feder 45 zwischen die beiden Schlitze eingefügt
werden kann, um den U-förmigen Blechteil 52 durch Reibung in seiner Lage zu halten.
Auf diese Art und Weise kann der U-förmige Bauteil und so der Filz 54 ohne weiteres
in jeder beliebigen gewünschten Stellung auf der Feder 45 angebracht werden.
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Der obere Randteil des Filzblocks 54 ist vorteilhafterweise ausgeschnitten
oder kanalartig geformt zum Angriff an der Vibrationszunge 10, wie in F i
g. 5 und 6 gezeigt. Die Stellung des Federstreifens 45 ist so, daß der Filz 54 durch
Federdruck gegen die Vibrationszunge mit genügender Kraft gepreßt wird, um die Vibrationen
zu unterbrechen, und zwar zu allen Zeiten mit Ausnahme der Zeiträume, wenn die Feder
durch eine Vorrichtung abwärts gezogen wird, die anschließend beschrieben wird.
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Die Vorrichtung zum Abwärtsbewegen des Federstreifens 45, während
der Hammer 49 sich aufwärts bewegt, besteht aus einem Streifen 57 mit einer Öffnung
an seinem oberen Ende, durch die die Feder 45 hindurchgeführt wird und dessen unteres
Ende durch Kleben oder in anderer Art und Weise am abgerundeten Hinterende 58 des
Fußteiles 34 des Hammers befestigt ist. Die Oberfläche des Hinterendes 58 liegt
im allgemeinen konzentrisch mit dem Drehstift 37, so daß die Aufwärtsschwingbewegung
des Hammers bewirkt, daß das untere Ende des Streifens sich um das hintere Ende
58 in der Art eines Seiles auf einer Winde herumlegt, um den Federstreifen 45 abwärts
und außer Berührung mit der Vibrationszunge 10 zu ziehen.
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Ein verstellbarer Anschlagteil 59 mit einem biegsamen Kunststoffrohr
mit einem Durchmesser (wenn es nicht verformt ist) von weniger als der Breite des
Federstreifens 45 ist auf dem Federstreifen 45 zwischen dem oberen Ende des Streifens
57 und dem Halteblock 48 angebracht. Der Anschlagteil 59 kann von Hand in jede beliebige
gewünschte Stellung auf dem Streifen 45 gebracht werden, um die Größe des Abwärtsbiegens
des Federstreifens zu verstellen, das durch die Aufwärtsschwingbewegung des Hammers
19 bewirkt wird, bis der Anschlag an der Vibrationszunge 10 erfolgt. Das Biegen
des Federstreifens 45 infolge der Längsverschiebung des Anschlages 59 ist in vollen
und gestrichelten Linien in F i g. 5 gezeigt.
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Beim Zusammenbau des Klavierhammermechanismus wird die gesamte Taste
18 als eine erste Untergruppe hergestellt und danach auf dem Führungsstift 23, dem
Drehstift 24 und Filzstreifen 29 montiert. Der Hammer 19, gegabelte Trägerteil 41,
Streifen 57, Federstreifen 45, verstellbarer Anschlag 59, der U-förmige Blechteil
52 und der Filzblock 54 werden als zweite Untergruppe zusammengebaut. Diese zweite
Untergruppe wird auf den vorher zusammengebauten Trägern 43 und 48 mit Hilfe
der einzelnen Schrauben 42 befestigt und durch Einführen von Hand des abwärts gedrückten
Federteiles 46 in die Nut 47, wie in F i g. 5 gezeigt. Danach ist es sehr einfach,
den Anschlag 59 so einzustellen, daß der genaue Abstand zwischen Filz 54 und Vibrationszunge
10 bestimmt wird, wenn der Hammer sich in der in F i g. 4 gezeigten Stellung befindet.
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Wie vorstehend im einzelnen beschrieben, bewirkt ein Anschlagen des
Vorderteiles 21 der Taste 28 eine Bewegung der Taste im Uhrzeigersinn und demgemäß
eine Bewegung des Hammers 19 um den Drehstift 37 entgegen dem Uhrzeigersinn. Diese
Hammerbewegung
wird bewirkt durch das Angreifen des Filzes 28 am
Nockenteil A-B (mit 34 a bezeichnet) und geht weiter, bis der Hammer aus der Stellung
nach F i g. 2 in die Stellung nach F i g. 4 aufwärts geschwungen ist. Danach schwingt
der Hammer aus der Stellung nach F i g. 4 leicht aufwärts in die Stellung der F
i g. 3 und bewirkt das Vibrieren der Vibrationszunge 10. Wenn die Klaviertaste
vom Pianisten abwärts gedrückt gehalten wird, fällt der Hammer 19 infolge seines
Eigengewichtes und auch infolge des durch den Streifen 57 ausgeübten Druckes der
Feder 45 in die Stellung nach F i g. 4 zurück. Danach wird eine Bremswirkung zwischen
dem Filz 28 und dem Teil des Hammerfußteiles 34 links vom Punkt B (mit
34 b bezeichnet) ausgeübt, die bewirkt, daß der Hammer in der Stellung nach
F i g. 4 bleibt, anstatt nochmals gegen die Vibrationszunge 10 zu springen.
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Der Teil des Fußes 34 unter dem Drehzapfen 37 wirkt als Anschlag,
um die Aufwärtsbewegung des Tastenteiles 27 zu begrenzen. Dadurch wird die Tastenbewegung
unterbrochen, bevor der Notanschlag 31 in F i g. 1 zur Wirkung kommt. Jedesmal,
wenn der Hammer sich aufwärts bewegt, bewirkt der Streifen 57 eine Abwärtsbewegung
der Feder 45 und des Filzes 54, so daß ein lang anhaltender Ton erzeugt wird, bis
die Taste losgelassen wird, um dem Hammer zu gestatten, in die Stellung nach F i
g. 2 zurückzufallen. Eine Haltepedalvorrichtung, nicht gezeigt, kann vorgesehen
werden, um eine Abwärtsbewegung der Federn 45 aller Hammermechanismen im Instrument
zu bewirken.