DE1265629B - Verfahren zum Herstellen festhaftender Polyvinylchloridueberzuege auf Stahl- und Metallblechen und -baendern unter Anwendung epoxydharzhaltiger Haftschichten - Google Patents
Verfahren zum Herstellen festhaftender Polyvinylchloridueberzuege auf Stahl- und Metallblechen und -baendern unter Anwendung epoxydharzhaltiger HaftschichtenInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
B44d
Deutsche Kl.: 75 c-5/04
Nummer: 1265 629
Aktenzeichen: T18326 VI b/75 c
Anmeldetag: 4. Mai 1960
Auslegetag: 4. April 1968
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen festhaftender Polyvinylchloridüberzüge auf Stahl- und
Metallblechen und -bändern unter Anwendung epoxydharzhaltiger Haftschichten.
Es ist bekannt, daß die übliche Reinigung der Metalle wie der Stahl- und Nichteisenmetalle, und
zwar z. B. das Entfernen der Oxydschicht und Entfetten mit organischen Lösungsmitteln oder anorganischen
Entfettungsmitteln, noch keineswegs zur Sicherstellung einer ausreichenden Haftung zwischen
Metalloberfläche einerseits und Polyvinylchloridüberzug andererseits genügt. Selbst die rauhere und damit
spezifisch größere Oberfläche sandgestrahlter Bleche bietet nur ungenügende Haftpunkte. Auch der für
viele Zwecke als Metallgrundierung bewährte Wash-Primer, eine Polyvinylbutyrallösung mit basischem
Zinkchromat und Phosphorsäure als Härter, hat versagt. Selbst Lösungen von Polyacrylsäureestern, Vinylchlorid-Vinylazetat-Mischpolymerisaten,
Keton- und Carbamidharzen sowie Grundierungen auf Epoxydharzbasis, wie sie als Stand der Technik bekannt sind,
bringen zwar gewisse Vorteile, führen aber nicht zum gewünschten Erfolg. Lediglich eine Vorgrundierung
der Metalloberfläche mit einer 15°/oigen Lösung eines
karbonsäurehaltigen Vinylchlorid-Vinylazetat-Mischpolymerisates
brachte eine ausreichende Haftvermittlung. Die Mitverwendung von Bentonit erwies sich als
vorteilhaft.
Eine gewisse, die Bindung unterstützende Wirkung ist durch den Zusatz von Phosphorsäure (0,5 °/0
H3PO4, Dichte 1,426 auf 15°/oige Lösung des Mischpolymerisates)
gegeben. Die Mitverwendung einer gleichen Menge Epoxydharz (möglichst niedrigviskos)
führt zur besseren Affinität zur Eisenoberfläche. Gleichzeitig wirken Epoxydzusätze wärmestabilisierend,
aber haftungsmindernd zum Polyvinylchlorid.
Man verwendet Epoxydharze mit Schmelzpunkten von 1300C, Epoxydäquivalentgewicht 1600 bis 2000,
Epoxywert 0,05, Molgewicht 2900, oder auch mit einem Schmelzpunkt von 1500C, Epoxydäquivalentgewicht
2400 bis 4000, Epoxywert 0,03 bis 0,04, Molgewicht 3800.
Gemäß einem nicht vorveröffentlichten Vorschlag werden Stahlbänder unter Schutzgas geglüht, alsdann
kathodisch alkalisch entfettet, in Wasser gespült, gesäubert, in einem schwach salpetersäurehaltigen
Bad mit einer Salpetersäure von weniger als 5% Gehalt gebeizt, wiederum gespült, gewässert, gebürstet,
getrocknet und alsdann mit einem Haftgrund versehen, der durch Induktionswärme eingebrannt wird.
Bei dieser Einbrennungsmethode kann eine sehr gute Verformungshaftung erzielt werden.
Verfahren zum Herstellen festhaftender
Polyvinylchloridüberzüge auf Stahl-
und Metallblechen und -bändern unter
Anwendung epoxydharzhaltiger Haftschichten
Polyvinylchloridüberzüge auf Stahl-
und Metallblechen und -bändern unter
Anwendung epoxydharzhaltiger Haftschichten
Anmelder:
Trierer Walzwerk Aktiengesellschaft,
5600 Wuppertal-Langerfeld, Schwelmer Str. 156
Als Erfinder benannt:
Dipl.-Ing. Martin Reimann,
5600 Wuppertal-Barmen;
Fritz Schabio, 5600 Wuppertal-Langerfeld
Dieser Haftgrund besteht, wie ebenfalls nicht vorveröffentlicht, aus einem Gemisch aus Glycidäthern
mehrwertiger Phenole mit polymerisierten Acryl- bzw. Methacrylsäureestern oder diese enthaltenden Mischpolymerisaten.
Als Härter für diesen Haftgrund werden Polyamine oder Polyamide verwendet.
Bei der beschriebenen besonderen Vorbereitung der Stahlbleche und der Anwendung eines solchen Haftgrundes
kann eine Polyvinylchloridbeschichtung mit ausreichender Haftung und ausreichenden mechanischen
Werten in bezug auf Dehnung erzielt werden. In dieser Weise mit Polyvinylchlorid beschichtete
Bleche sind gut biege- und tiefziehfähig. Als Nachteil steht natürlich die verwickelte umständliche und teure
Vorbehandlung im Wege.
Die vorliegende Erfindung hat sich nun die Aufgabe gestellt, die Beschichtung eines Stahlbleches oder
-bandes mit Polyvinylchlorid durchzuführen, ohne eine solche umständliche Vorbehandlung der Stahlbleche.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst, indem blankgewalzte Stahl- oder Metallbleche oder -bänder
nach einer Glühe unter Schutzgas einen anschließenden Dressierstich unter einer Walze erhalten, bei dem eine
Verformung bzw. Längung um 1 bis 2 % durchgeführt wird. Ohne weitere Vorbereitung wird dann ein
Epoxydharz mit einer Mischung von 65% bis 75°/0 Äthoxylinharzen mit 35% bis 25% Harnstoff-Melamin-Harzen
in dünner Schicht aufgetragen und eingebrannt. Hierauf wird ein üblicher Haftgrund
unter erneuter Wärmebehandlung aufgebracht, worauf in an sich bekannter Weise mit Polyvinylchlorid beschichtet
wird.
809 537/484
Gegenüber dem vorbeschriebenen Verfahren erfolgt also ein zweimaliger Auftrag von Haftgrundzwischenschichten.
Dennoch aber ist diese zweimalige Behandlung immer noch einfacher und daher vorteilhafter als
die vorbeschriebene Vorbehandlung der Stahlbleche, die, wie ausgeführt, im einzelnen acht Operationen
erfordert, während bei dem erfindungsgemäßen Verfahren nur mehr das Auftragen der Mischung von
Epoxydharz mit Harnstoff-Melamin-Harzen und das Wahl des Grundlackes mit dem Epoxydharz ist es
möglich, aber auch notwendig, das Eintrocknen oder Einbrennen, d. h. die volle Härtung des Auftrages in
5 bis 10 Sekunden zu erreichen. Die Haftung dieser Lackart ist unempfindlich gegenüber der nicht besonders
präparierten Eisen- oder Metalloberfläche und besitzt hervorragende Affinität zu Eisen- oder
Metalloberflächen, da gleichzeitig beste Verformungseigenschaften gewährleistet sind, auch bei noch
Eintrocknen dieses Überzuges erforderlich ist. Eine io nachträglich notwendigen Erhitzungen. Außerdem ist
Arbeitsweise, die einen kleinen Raum beansprucht, die Wanderungsbeständigkeit gegenüber Weichaber
jede Behandlung mit Flüssigkeiten vermeidet. machern bei dieser Lackart gewährleistet. Anschließend
Das Trocknen ist also auch überflüssig geworden und erfolgt der Auftrag des eingangs beschriebenen Haft-
damit auch jede Gefahr einer Flugrostbildung.
Für die Anwendung seien folgende Beispiele gegeben:
67 Gewichtsteile verpastbares Suspensions-PVC, 25 Gewichtsteile Weichmacher (DOP oder DINP
oder DIDP),
3 Gewichtsteile epoxydiertes Sojabohnenöl, 5 Gewichtsteile Viskositätserniedriger (Fettsäureester),
2 Gewichtsteile Ba-Cd-Stabilisatorkomplex und Gelator.
71 Gewichtsteile verpastbares Suspensions-PCV, 21 Gewichtsteile Weichmacher (DOP oder DINP
oder DIDP),
3 Gewichtsteile epoxydiertes Sojabohnenöl, 5 Gewichtsteile Viskositätserniedriger (Fettsäureester),
3 Gewichtsteile Ba-Cd-Stabilisatorkomplex und Gelator,
wobei die Abkürzungen betreffend Weichmacher stehen für
DOP = Di-2-äthylhexylphthalat,
DINP = Di-isononylphthalat, DIDP = Di-isodecylphthalat.
Für die Mischung des Epoxydharzes mit Harnstoff-Melamin-Harz
werden zweckmäßigerweise 70 °/0 Äthoxylinharze mit 30% Harnstoff und Melaminharz gemischt.
Die Mischungsverhältnisse können dabei im Bereich von 65 bis 75 °/0 der Harze und 35 bis 25 °/„ von
Harnstoff und Melaminharz schwanken. Diese Mischung hat einen Schmelzpunkt von 95 bis 1050C.
Der Epoxywert beträgt 0,1 bis 0,115. Das Epoxydäquivalentgewicht liegt bei 870 bis 1025, das Molgewicht
bei rund 1400. Die Harzmasse wird in einer Dicke aufgetragen, daß auf den Quadratmeter Blechoberfläche
einseitig 1 bis 4 g/m2 in üblicher Weise zwischen Lackierwalzen aufgestrichen werden. Selbstverständlich
kann auch ein Aufstreichen durch andere Art erfolgen. Die Harzmasse kann auch aufgesprüht
werden, oder die Bleche oder Bänder können getaucht werden. In kontinuierlicher Arbeitsweise erfolgt anschließend
das Eintrocknen oder Einbrennen dieses Auftrages, z. B. durch induktive Wärmebehandlung,
also beispielsweise durch das Durchführen des Bandes durch Induktionsspulen, die mit Mittel- oder Hochfrequenzstrom
beschickt werden. Durch die besondere grundes, d. h. eines Haftgrundes, bestehend aus einer
Mischung von Glycidäthern mehrwertiger Phenole mit polymerisierten Acryl- bzw. Methacrylsäureester!!
oder diese enthaltenden Mischpolymerisaten. Nunmehr wird nochmals dieser Haftgrund eingebrannt,
und schließlich erfolgt in bekannter Weise die PoIyvinylchloridbeschichtung.
Statt des zweiten Haftgrundes kann aber auch ein anderer Haftgrund eingesetzt werden, vorausgesetzt, daß er einmal sich mit
dem ersten Haftgrund verträgt und andererseits auch mit dem beschichteten Polyvinylchlorid. Die Doppel·
schichtlackierung ist korrosionsmäßig wesentlich günstiger als die Einschichtgrundierung, so daß eine
Korrosion durch Unterwanderung vermindert wird.
Versuche an einem in der beschriebenen Weise mit Polyvinylchlorid beschichteten Stahlband haben ge-
zeigt, daß bei einwandfrei durchgeführten Grundierungsverhältnissen
die Haftung zum Polyvinylchlorid so gut ist wie zur Eisen- oder Metalloberfläche, so daß
bei der Erichsen-Tiefung bis zum Zerreißen des Grundwerkstoffes das Polyvinylchlorid erst mit dem
Blech gleichzeitig zerreißt. Dadurch ist bewiesen, daß die Haftung des Polyvinylchloridüberzuges keine
Lockerung bei der Verformung erfahren hat.
Claims (1)
1. Verfahren zum Herstellen festhaftender Polyvinylchloridüberzüge
auf Stahl- und Metallblechen und -bändern unter Anwendung epoxydharzhaltiger Haftschichten, gekennzeichnet durch
folgende Maßnahmen:
a) Blankgewalzte Stahl- oder Metallbleche oder -bänder erhalten nach einer Glühe unter
Schutzgas einen anschließenden Dressierstlcfa
unter einer Walze, bei dem eine Verformung bzw. Längung um 1 bis 2°/0 durchgeführt
wird;
ohne weitere Vorbereitung wird dann ein Epoxydharz mit einer Mischung von 65 bis
75°/0Äthoxylinharzen mit 35 bis 25°/0 Harnstoff-Melamin-Harzen
in dünner Schicht aufgetragen und eingebrannt; hierauf wird ein üblicher Haftgrund unter
erneuter Wärmebehandlung aufgebracht, worauf in an sich bekannter Weise Polyvinylchlorid
beschichtet wird.
b)
c)
In Betracht gezogene Druckschriften: österreichische Patentschrift Nr. 203 116;
USA.-Patentschrift Nr. 2 842 459; »Kunststoffe«, 1957, S. 155.
809 537/484 3.68 ® Bundesdruckerei Berlin
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1960T0018326 DE1265629B (de) | 1960-05-04 | 1960-05-04 | Verfahren zum Herstellen festhaftender Polyvinylchloridueberzuege auf Stahl- und Metallblechen und -baendern unter Anwendung epoxydharzhaltiger Haftschichten |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE1960T0018326 DE1265629B (de) | 1960-05-04 | 1960-05-04 | Verfahren zum Herstellen festhaftender Polyvinylchloridueberzuege auf Stahl- und Metallblechen und -baendern unter Anwendung epoxydharzhaltiger Haftschichten |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1265629B true DE1265629B (de) | 1968-04-04 |
Family
ID=7548901
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1960T0018326 Pending DE1265629B (de) | 1960-05-04 | 1960-05-04 | Verfahren zum Herstellen festhaftender Polyvinylchloridueberzuege auf Stahl- und Metallblechen und -baendern unter Anwendung epoxydharzhaltiger Haftschichten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1265629B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0065838A1 (de) * | 1981-05-08 | 1982-12-01 | Mitsubishi Kasei Corporation | Aufkleben von Polyurethanelastomeren auf Metall |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2842459A (en) * | 1955-08-01 | 1958-07-08 | Dennis Chemical Company | Primers for vinyl resin coating |
| AT203116B (de) * | 1957-02-18 | 1959-04-25 | Aluminium Walzwerke Singen | Verfahren zum Beschichten von Aluminiumoberflächen mit Kunststoffen |
-
1960
- 1960-05-04 DE DE1960T0018326 patent/DE1265629B/de active Pending
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2842459A (en) * | 1955-08-01 | 1958-07-08 | Dennis Chemical Company | Primers for vinyl resin coating |
| AT203116B (de) * | 1957-02-18 | 1959-04-25 | Aluminium Walzwerke Singen | Verfahren zum Beschichten von Aluminiumoberflächen mit Kunststoffen |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0065838A1 (de) * | 1981-05-08 | 1982-12-01 | Mitsubishi Kasei Corporation | Aufkleben von Polyurethanelastomeren auf Metall |
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