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Induktionsrinnenofen für Metallschmelzen Die Erfindung betrifft einen
Induktionsrinnenofen für Metallschmelzen mit mehreren, vorzugsweise zwei Induktionsschmelzrinnen,
die so angeordnet sind, daß durch Kippen des Ofens die in bezug auf die Kipprichtung
gegenüberliegende Schmelzrinne entleert werden kann, ohne daß der Sumpf aus dem
Ofen entfernt wird.
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Es sind Induktionsrinnenöfen für Metallschmelzen bekannt mit einem
Ofenkessel, der durch Kippen über eine Gießschnauze entleert werden kann. Diese
Öfen werden mit Hilfe eines oder mehferer elektrischer Induktionsschmelzrinnen,
die im Boden des Ofenkessels angebracht sind, beheizt. Weil die Induktionsschmelzrinnen
von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden müssen, ist mit den bekannten Öfen werden
mit Hilfe einer oder mehrerer elekmodernen Gießtechnik in wachsendem Maße gefordert
wird, nicht möglich. Obwohl die Rinnen mit den Induktionsspulen zu einer Einheit
verbunden gemeinsam ausgewechselt werden, erfordert das Auswechseln einer derartigen
Einheit, wenn eine Rinne defekt ist, immer noch mehrere Stunden Betriebsunterbrechung,
weil der Ofenkessel entleert und abgekühlt werden muß.
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Der deutschen Patentschrift 742456 ist ein schwenkbarer Induktionsofen
zu entnehmen, bei dem zwei Schmelzrinnen derart einander gegenüberliegend angeordnet
sind, daß durch Kippen des Ofens nach der einen Seite die eine Schmelzrinne und
beim Kippen nach der anderen Seite die andere Schmelzrinne entleert werden kann.
Ein großer Nachteil beim Abgießen aus diesem Ofen besteht darin, daß beidseitig
von diesem -Gefäße, die viel Platz beanspruchen, zur Aufnahme der Schmelze aufgestellt
werden müssen. Durch das Kippen des Ofens nach zwei Seiten ist außerdem eine -komplizierte
und daher aufwendige Kippeinrichtung notwendig.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Schwenken eines Induktionsofens
mit mehreren Induktionsschmelzrinnen zu vereinfachen.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Ofenkessel
drehbar in einem kippbaren Tragrahmen gelagert ist und daß am Rand des Ofenkessels,
jeder Induktionsschmelzrinne zugeordnet, eine Gießschnauze angebracht ist.
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Ein Beispiel der Erfindung ist in den F i g. 1 und 2 dargestellt.
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F i g. 1 zeigt einen Induktionsrinnenofen zum Schmelzen oder Warmhalten
im Schnitt und F i g. 2 in seitlicher Ansicht.
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Wie ersichtlich, ist ein runder Ofenkessel 1 von einem ringförmigen
Tragrahmen 2 umgeben. In diesem Rahmen 2 ist der Ofenkessel 1 auf Kugellagern 3
drehbar gelagert. Der Rahmen 2 ist mit Zapfen 4 auf in dem Fundament 5 verankerten
Stützen 6 gelagert. Mittels eines hydraulischen Antriebs 7, der einerseits an dem
Rahmen 2 angelenkt und andererseits auf dem Fundament 5 abgestützt ist, kann der
Rahmen 2 zusammen mit dem Kessel 1 um die Zapfen 4 gekippt werden. Außerdem sind
mit dem Fundament 5 verbundene Stützen 8 vorgesehen, auf welchen der Rahmen 2 im
nicht gekippten Zustand ruht. Im Boden des Ofenkessels 1 sind mehrere, und zwar
im dargestellten Beispiel zwei Induktionsschmelzrinnen 9 und 9' vorgesehen. Jeder
Schmelzrinne 9 bzw. 9' ist am Kesselrand eine Gießschnauze 10' bzw. 10 zugeordnet.
Der Ofenkessel wird von einem Deckel 11
verschlossen, der eine Beschickungsöffnung
12 aufweist, die mit einem kleineren Deckel 13 abgedeckt werden kann.
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Soll eine im Betrieb befindliche Induktionsschmelzrinne z. B. 9' ausgewechselt
werden, so wird zunächst der Ofenkessel 1 so gedreht, daß sich die dieser Schmelzrinne
9' zugeordnete Gießschnauze 10 über dem Zapfen 4 befindet.
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Danach wird der Ofenkessel 1 zusammen mit dem Rahmen 2 mit Hilfe des
hydraulischen Antriebs 7 um die Zapfen 4 so weit gekippt, daß die auszuwechselnde
Induktionsschmelzrinne 9' über dem Schmelzbad liegt und sich entleeren kann. Die
in dem Ofenkessel l in dieser Stellung befindliche Schmelze kann von der Induktionsrinne
9 weiterhin beheizt werden, weil erfindungsgemäß lediglich die auszuwechselnde Schmelzrinne
9' von der Stromzuführung getrennt wird. Dadurch kann der Ofen, wenn auch mit verringertem
Fassungsvermögen, während der Zeit von etwa 1 bis 2 Stunden, die zum Auswechseln
der Induktionsschmelzrinne 9' benötigt wird, in Betrieb bleiben. Vorteilhafterweise
kann das Auswechseln
selbst in einem Gebläseluftstrom vorgenommen
werden.
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Trotz der Montage einer Induktionsschmelzrinne, die unter Umständen
auch längere Zeit dauern kann, kann nicht nur ein Warmhalte-, sondern ebenso ein
Schmelzbetrieb mit taktweisem Abguß über die Gießschnauze erfolgen. Der Abguß erfolgt
aus verschiedenen Gießschnauzen, die betrieblich aber immer über dem gleichen Gießplatz
stehen. Ebenso kann die Demontage, gleichgültig welcher Induktionsschmelzrinne,
immer am gleichen Montageplatz erfolgen.
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Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Beispiel beschränkt.
So können beispielsweise auch mehrere, vorzugsweise vier oder sechs Induktionsschmelzrinnen
und entsprechend viele Gießschnauzen vorgesehen sein.
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Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere im
einfachen Aufbau des Induktionsrinnenofens und weiter darin, daß mit diesem immer
an der gleichen Stelle vergossen und an einer anderen Stelle eine Reparatur an oder
das Auswechseln einer Induktionsschmelzrinne vorgenommen werden kann.