DE1263286B - Einrichtung zum Vulkanisieren oder Vernetzen von Kabeln oder Leitungen - Google Patents
Einrichtung zum Vulkanisieren oder Vernetzen von Kabeln oder LeitungenInfo
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Description
- Einrichtung zum Vulkanisieren oder Vernetzen von Kabeln oder Leitungen Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum kontinuierlichen, berührungsfreien Vulkanisieren oder Vernetzen von mit Natur- oder Synthesekautschuk oder Kunststoff isolierten Kabeln oder Leitungen, mit einer einer Spritzmaschine nachgeordneten Vulkanisierstrecke und einer über einen Umlenkdruckbehälter angeschlossenen Kühlstrecke.
- Zum Vulkanisieren von Natur- oder Synthesekautschuk wird bekanntlich Wärme, Druck und ein den Vulkanisationsprozeß abschließendes Kühlmittel benötigt. Die Vulkanisationsstrecke besteht daher meist aus einem Behälter mit unter Druck stehendem Gas, beispielsweise Wasserdampf; als Kühlmittel dient häufig Wasser. Zwischen der Länge der Vulkanisierstrecke, dem Gasdruck, der Abzugsgeschwindigkeit und der Mischung des zu vulkanisierenden Gutes ist eine Abhängigkeit vorhanden, und zwar derart, daß, wenn man beispielsweise die Abzugsgeschwindigkeit bei konstanter Vulkanisierstreckenlänge erhöhen will, dies dadurch geschehen kann, daß der Gasdruck erhöht wird oder der Mischung weitere Vulkanisationsbeschleuniger zugesetzt werden. Ist man jedoch an der Grenze des möglichen Gasdruckes angelangt und können keine weiteren Beschleuniger der Mischung beigegeben werden, ohne daß sich die Eigenschaften des zu vulkanisierenden Gutes verschlechtern, so muß zwangläufig die Vulkanisierstrecke und damit die ganze Vulkanisieranlage verlängert werden, was im allgemeinen große Schwierigkeiten bereitet.
- Die bekannten Einrichtungen zum kontinuierlichen, berührungsfreien Vulkanisieren oder Vernetzen von strangförmigem Gut bestehen aus einem Vulkanisierrohr, das heizbar ist und in dem sich unter Druck Gas befindet, und einer Kühlstrecke, in der sich ebenfalls unter Druck ein Kühlmittel befindet. Vulkanisierrohr und Kühlstrecke sind meist mit einem Umlenkdruckbehälter miteinander verbunden, in dem die Grenze zwischen Gas und Kühlmittel (Gas-Kühlmittel-Grenze) liegt. Zur räumlichen Verkleinerung der Vulkanisieranlage werden die waagerecht liegende Vulkanisierstrecke und Kühlstrecke parallel zueinander angeordnet. Die Umlenkung des zu vulkanisierenden Gutes erfolgt bei diesen bekannten Einrichtungen erst dann, wenn das Gut vollkommen ausvulkanisiert oder vernetzt ist, was bedeutet, daß die Vulkanisierstrecke räumlich sehr ausgedehnt ist und daher selten so verlängert werden kann, daß die gewünschte Abzugsgeschwindigkeit gefahren werden kann, da in den meisten Fällen einer Verlängerung der Vulkanisierstrecke Grenzen durch die räumlichen Gegebenheiten gesetzt sind. Darüber hinaus werden einer Verlängerung der Vulkanisierstrecke aber auch dadurch Grenzen gesetzt, daß bei sehr langer Vulkanisierstrecke das Gut während der Vulkanisation im Vulkanisierrohr durchhängen und dann auf der Rohrwandung schleifen kann, was zu einer Beschädigung der Gutoberfläche und damit bei Kabeln und Leitungen zu einer Verschlechterung der Isolation führt.
- Des weiteren sind Einrichtungen zum Vulkanisieren oder Vernetzen von strangförmigem Gut bekanntgeworden, bei denen das zu vulkanisierende Gut mehrmals in der Vulkanisierstrecke umgelenkt wird, sei es, daß das Gut mehrmals um eine oder zwei Walzen geschlungen ist, die in einem Vulkanisierbad angeordnet sind, sei es, daß das Gut in senkrecht angeordneten Rohren, die über Umlenkbehälter miteinander verbunden sind, verläuft und dort unter Druck und Wärme vulkanisiert wird. Diese Einrichtungen sind auch bei relativ langen Vulkanisierstrecken räumlich sehr kompakt und wenig Platz erfordernd aufgebaut, sie haben jedoch den erheblichen Nachteil, daß mit ihnen keine berührungsfreie Vulkanisation möglich ist, da bei diesen Vorrichtungen das zu vulkanisierende Gut in noch unvulkanisiertem Zustand einer oder mehreren Umlenkungen unterworfen wird. Dadurch würden sich bei Kabeln und Leitungen Abplattungen der Isolationsschicht und Verlagerung der Kabelseele oder des Drahtes in der Isolationsschicht ergeben, so daß die geforderten Isolationswerte nicht erreicht würden. Diese Einrichtungen sind daher nur dann brauchbar, wenn eine Deformation des zu vulkanisierenden Gutes keine Rolle spielt.
- Das der Erfindung zugrunde liegende Problem - Schaffen einer Einrichtung zum kontinuierlichen, berührungsfreien Vulkanisieren oder Vernetzen von mit Natur- oder Synthesekautschuk oder Kunststoff isolierten Kabeln und Leitungen, bei der eine wesentliche Verlängerung der Vulkanisierstrecke ohne gleichzeitige Verlängerung der Vulkanisieranlage möglich ist - wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Vulkanisierstrecke in eine Vorvulkanisierstrecke und eine sich über einen Umlenkdruckbehälter an diese anschließende Nachvulkanisierstrecke unterteilt ist.
- Mit dieser erfindungsgemäßen Ausbildung der Einrichtung ist es also nunmehr möglich, eine wesentliche Verlängerung der Vulkanisierstrecke ohne gleichzeitige Verlängerung der Vulkanisieranlage zu erhalten. Darüber hinaus besitzt die Einrichtung den Vorteil, daß bei einem geschickten Aufbau die Länge der Vulkanisierstrecke je nach Typ und Mischung des zu vulkanisierenden Gutes zwischen bestimmten Grenzen variiert werden kann. Die Längenänderung der Vulkanisierstrecke geschieht dabei durch eine minderung der Kühlstreckenlänge in dem Sinne, daß beispielsweise bei einer kurzen Vulkanisierstrecke eine lange Kühlstrecke oder bei einer langen Vulkanisierstrecke eine kurze Kühlstrecke vorhanden ist.
- An Hand der Zeichnung sei die Einrichtung beispielsweise erläutert. Es zeigt F i g. 1 die Einrichtung im schematischen Aufbau, F i g. 2 die Einrichtung mit einem gedrehten Umlenkdruckbehälter, Fig. 3 die Einrichtung mit einem im Umlenkdruckbehälter senkrecht gelagerten Trommelkörper und F i g. 4 die Einrichtung mit waagerecht gelagerten Walzen im Umlenkdruckbehälter.
- Nach Fig. 1 wird der zu vulkanisierende Strang durch eine als Vulkanisierrohr ausgebildete Vorvulkanisierstrecke 1 geführt, und zwar so lange, bis der Strang die benötigte Standfestigkeit besitzt. In einem Umlenkdruckbehälter 2 wird dann der Strang umgelenkt und in der als Rohr ausgebildeten Nachvulkanisierstrecke 3 ausvulkanisiert. Nach der Vulkanisation tritt er in einen weiteren Umlenkdruckbehälter 4 ein, in dem die Gas-Kühlmittel-Grenze bei b liegt. Durch ein KühlrohrS wird der Strang schließlich weitergeleitet. Der Kühlmittelzufluß erfolgt durch ein Rohr 8.
- Es kann die Gas-Kühlmittel-Grenze auch in den Umlenkdruckbehälter 2, z. B. nach a, gelegt werden, wenn z. B. eine Mischung eine nur kurze Vulkanisationsstrecke, jedoch eine lange Kühlstrecke benötigt. Der Umlenkdruckbehälter 4 ist dann mit dem Kühlmittel gefüllt. In einem Rohr 6 kann dann das Kühlmittel zugeführt werden.
- Darüber hinaus kann durch Neigen der Nachvulkanisierstrecke 3 erreicht werden, daß man die Gas-Kühlmittel-Grenze in dieses Rohr legen kann, so daß an die Nachvulkanisierstrecke 3 ohne Umlenkung die Kühlstrecke angeschlossen ist. Diese Lage der Gas-Kühlmittel-Grenze ist dann günstig, wenn z.B. ein Polyolefin vernetzt werden soll. Bei diesem können nämlich im Umlenkdruckbehälter 2, der der Vorvulkanisierstrecke 1 nachgeordnet ist, Verformungen auftreten, die in der Nachvulkanisierstrecke 3 bis zur Gas-Kühlmittel-Grenze wieder beseitigt werden können. Bevor nun die nächste Umlenkung erfolgt, wird das Polyolefin so weit gekühlt, daß keine Verformungen mehr auftreten können. In diesem Fall müßte das Kühlmittel durch ein Rohr 7 zugeführt werden.
- Durch die Anordnung der Umlenkdruckbehälter und der Nachvulkanisierstrecke 3 ist es also möglich, die Vulkanisierstrecke zu verlängern ohne daß die Länge der Gesamtanlage vergrößert wird, zum anderen kann, wie gezeigt, die Vulkanisierstrecke in bestimmten Grenzen auf Kosten der Kühlstrecke variiert werden (oder die Kühlstrecke auf Kosten der Vulkanisierstrecke).
- Der durch die Umlenkdruckbehälter bedingte Abstand der Vorvulkanisierstrecke 1 von der Aufstellfläche, z. B. vom Boden, kann verändert werden, wenn die Umlenkdruckbehälter unter verschiedenen Winkeln um ihre Längsachse gedreht angeordnet sind. Diese Maßnahme wird dann vorteilhaft angewendet, wenn die Vulkanisieranlage an bereits vorhandenen Maschinen, z. B. an eine Spritzmaschine, angeschlossen werden muß und die Anschlüsse einen bestimmten Abstand von der Aufstellfläche besitzen.
- Als besonders günstig hat sich dabei eine Drehung beider Behälter um etwa 600 um ihre Längsachse ergeben, da diese Art der Aufstellung die Funktionsfähigkeit der Umlenkdruckbehälter in bezug auf die eventuell in ihnen liegende Gas-Kühlmittel-Grenze nicht beeinträchtigt. Ebenso ist es jedoch bei fester Lage der Gas-Kühlmittel-Grenze in dem Umlenkbehälter 4 möglich, den Umlenkdruckbehälter 2 um 900 so zu drehen, daß die Vorvulkanisierstrecke 1 und die Nachvulkanisierstrecke 3 in einer waagerechten Ebene liegen. In F i g. 2 ist ein Ausführungsbeispiel dieser Anordnung schematisch dargestellt.
- Dort ist 1 die Vorvulkanisierstrecke, 2 der in der Vulkanisierstrecke liegende Umlenkdruckbehälter, 3 die Nachvulkanisierstrecke und 4 der die Gas-Kühlmittel-Grenze enthaltende Umlenkdruckbehälter, an den das Kühlrohr 5 angeschlossen ist. Der Kühlmittelzufluß ist im Rohr 8; die Gas-Kühlmittel-Grenze liegt in c.
- Der in der Vulkanisierstrecke liegende Umlenkdruckbehälter kann eine Mehrfachumienkeinrichtung besitzen. Durch diese Mehrfachumlenkung ist es möglich, die gesamte Nachvulkanisierstrecke oder einen Teil in diesen Umlenkdruckbehälter zu legen, so daß eine weitere Verkürzung der Vulkanisieranlage auftritt.
- Darüber hinaus ist es auch möglich, wenn die gesamte Nachvulkanisierstrecke in dem Umlenkdruckbehälter mit Mehrfachumlenkung liegt, in diesen die Gas-Kühlmittel-Grenze zu legen und an diesen die Kühlstrecke anzuschließen, so daß die Vulkanisieranlage noch weiter verkürzt wird bzw. die Vulkanisierstrecke ohne Verlängerung der Vulkanisieranlage noch weiter verlängert werden kann. Diese Anordnung sei an einem Ausführungsbeispiel, das in F i g. 3 wiedergegeben ist, erläutert. Dabei ist 1 wiederum die Vorvulkanisierstrecke, die in einen Umlenkdruckbehälter 9 übergeht, in dem ein senkrecht gelagerter Trommelkörper 10 - dieser kann aus vielen Walzen oder auf Achsen aufgezogenen Rädern bestehen angeordnet ist. Um den Trommelkörper 10 kann das strangförmige Gut vielfach herumgeführt werden, bis es in das Kühlmittel 11 taucht und durch das Kühlrohr S abgezogen wird.
- Eine andere Möglichkeit der Umlenkung besteht darin, daß (Fig.4) in einem Umlenkdruckbehälter 12 zwei untereinanderliegende, waagerecht gelagerte Walzen 13 angeordnet sind, die das strangförmige Gut je nach Anforderung mehrfach umläuft. Danach taucht das strangförmige Gut, über eine Führungsrolle 14 laufend, in das Kühlmittel 15 ein und verläßt den Umlenkdruckbehälter über das Kühlrohr 5.
- In beiden Fällen wird das Kühlmittel -über ein Rohr 16 zugeführt.
Claims (8)
- Patentansprüche: 1. Einrichtung zum kontinuierlichen, berührungsfreien Vulkanisieren oder Vernetzen von mit Natur- oder Synthesekautschuk oder Kunststoff isolierten Kabeln oder Leitungen, mit einer einer Spritzmaschine nachgeordneten Vulkanisierstrecke und einer über einen Umlenkdruckbehälter angeschlossenen Kühlstrecke, d a d u r c h gekennzeichnet, daß die Vulkanisierstrecke in eine Vorvulkanisierstrecke (1) und eine sich über einen Umlenkdruckbehälter (2) an diese anschließende Nachvulkanisierstrecke (3) unterteilt ist.
- 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Nachvulkanisierstrecke (3) gegenüber der waagerechten Vorvulkanisierstrecke (1) geneigt ist.
- 3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der der Vorvulkanisierstrecke (1) nachgeordnete Umlenkdruckbehälter (2) eine Mehrfachumlenkeinrichtung aufweist.
- 4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Mehrfachumlenkeinrichtung aus einem im Umlenkdruckbehälter (9) senkrecht gelagerten Trommelkörper (10) besteht.
- 5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Trommelkörper (10) aus mehreren Walzen besteht.
- 6. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Trommelkörper(10) aus auf Achsen aufgezogenen Rädern besteht.
- 7. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Mehrfachumlenkeinrichtung aus zwei untereinanderliegenden, waagerecht gelagerten Walzen (13) besteht.
- 8. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der der Nachvulkanisierstrecke (3) vorgeordnete und/oder der dieser nachgeordnete Umlenkdruckbehälter (2,4) unter verschiedenen Winkeln zur Senkrechten um ihre Längsachse gedreht angeordnet sind.In Betracht gezogene Druckschriften: Französische Patentschriften Nr. 384 632, 1026837; USA.-Patentschriften Nr. 1 575 700, 2 200 735.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEH57233A DE1263286B (de) | 1965-09-22 | 1965-09-22 | Einrichtung zum Vulkanisieren oder Vernetzen von Kabeln oder Leitungen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEH57233A DE1263286B (de) | 1965-09-22 | 1965-09-22 | Einrichtung zum Vulkanisieren oder Vernetzen von Kabeln oder Leitungen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1263286B true DE1263286B (de) | 1968-03-14 |
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ID=7159685
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEH57233A Pending DE1263286B (de) | 1965-09-22 | 1965-09-22 | Einrichtung zum Vulkanisieren oder Vernetzen von Kabeln oder Leitungen |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE1263286B (de) |
Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR384632A (fr) * | 1907-12-03 | 1908-04-15 | Willem Dignus Gratama | Dispositif pour vulcaniser des objets de longueur quelconque en guttapercha, en caoutchouc ou en matières analogues |
| US1575700A (en) * | 1920-11-08 | 1926-03-09 | Firestone Tire & Rubber Co | Process of and apparatus for making rubber strips |
| US2200735A (en) * | 1938-02-11 | 1940-05-14 | Us Rubber Co | Continuous vulcanizing apparatus |
| FR1026837A (fr) * | 1950-09-01 | 1953-05-05 | Delore Sa Geoffroy | Perfectionnements apportés aux dispositifs d'étanchéité établis à la sortie des fours tubulaires traversés par une pièce de section constante et de longueur indéterminée, notamment à ceux des fours de vulcanisation des gaines isolantes de conducteurs électriques |
-
1965
- 1965-09-22 DE DEH57233A patent/DE1263286B/de active Pending
Patent Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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